Island will Geldschöpfung selbst übernehmen

zuviel Macht der Banken

Die isländische Regierung schlägt Ende März 2015 vor, den privaten Banken das Recht Geld zu schaffen zu entziehen und dies der Zentralbank zu übertragen.

Dieser Vorschlag, der eine Wende in der Finanzgeschichte Island wäre, war Teil eines Berichts der „Framsóknarflokkurinn“ oder in Deutsch „Fortschrittspartei“.

Der Plan wurde erstellt von Frosti Sigurjonsson mit dem Titel: „Ein besseres Währungssystem für Island“.

sigmundur davíð gunnlaugssonMinisterpräsident und Vorsitzender der Framsóknarflokkurinn, Sigmundur David Gunnlaugsson sagte hierzu:

„Die Ergebnisse werden ein wichtiger Beitrag zu der bevorstehenden Diskussion sein, hier und anderswo, auf die Geldschöpfung und Geldpolitik“

Dieser Report, in Auftrag gegeben vom Premier, zeigt auf, dass bereits eine ganze Reihe von Finanzkrisen einschliesslich der im Jahre 2008 ausgelöst wurden durch dieses monetäre System.

Desshalb heißt auch der Titel dieses Reports: „Monetary Reform – a better monetary system for Iceland“

Hier geht es zum Originalreport

Laut einer Studie von vier Zentralbanken hat Island bereits mehr als 20 Finanzkrisen unterschiedlichster Art durchlebt und davon sechs schwere, im Durchschnitt alle 15 Jahre und dies seit 1875.

Frosti Sigurjonsson sagt, alle Finanzkrisen entstanden immer nach dem gleichen Muster. Jedes Mal waren es Kreditblasen während einer guten Konjunkturphase!

frostiKurzprofil Frosti Sigurjonsson und Erklärung zu seiner Position: Wikipedialink

Er ist ein Geschäftsmann und Ökonom und war einer der Köpfe hinter dem isländischen Haushaltsentschuldungs-programms, das im Mai 2014 ins Leben gerufen wurde. Außerdem ist er Abgeordneter der Framsóknarflokkurinn.

Dieses Programm bezweckte vielen Isländern zu helfen, die durch Hypoteken erdrückt werden, welche sie noch vor der Finanzkrise im 2008 aufnahmen, die jedoch durch die Inflation nicht mehr bezahlbar wurden und schließlich in vielen Fällen zu Pfändungen führten.

Das kleine Land im Norden wurde damals bei der Finanzkrise im 2008 hart getroffen. Als die US-Investmentbank Lehman Brothers zusammenbrach, riss sie Islands drei größte Banken mit in den Sog der Pleite.

Island wurde so damals zur ersten europäischen Nation seit 25 Jahren, die an den internatonalen Währungsfonds appellieren musste, seine Wirtschaft zu retten.

Das BIP sank im Jahre 2009 um 5.1% und im Jahre 2010 um 3.1%, bevor es wieder begann zu steigen.

Er erörterte, die Zentralbank war jeweils machtlos, um diesem Kreditboom Einhalt zu gewähren. Die Zentralbanken würden zwar das Drucken der Banknoten und Münzenprägung kontrollieren, jedoch nicht das ERSCHAFFEN des Geldes, was jeweils in dem Moment passiert, wenn eine private Bank einen Kredit vergibt.

Die Zentralbank konnte lediglich versuchen, die Geldmenge mit ihren geldpolitischen Instrumenten zu beeinflussen, was aber wenig Wirkung zeigte.

Im Rahmen des so-genannten „unabhängigen-Geld-Vorschlags“ würde die Zentralbank so zum einzigen Schöpfer des Geldes und privaten Banken würde so das Recht zur Schöpfung des Geldes aus dem Nichts entzogen werden.

In einem kurzen und ganz klaren Satz sagt dies Frosti Sigurjonsson so:

„Entscheidend ist, dass die Macht, Geld zu schaffen, getrennt wird von der Macht, darüber zu entscheiden, wie das Geld verwendet wird“

Genauso wie beim Staatshaushaltsgeld solle das Parlament künftig über die Vergabe von neuem Geld debattieren können.

„Banken sollen endlich wieder ihrer bestimmten Funktion nachkommen und Sparguthaben sowie Kredite verwalten!“

Banken würden so weiterhin Konten und Zahlungen verwalten und würden ausschließlich zu Vermittlern für die Sparer oder gegenüber Kreditgebern.

Die Quellenangabe finden Sie hier.

Sich mit unserem Geldsystem zu befassen und es auch zu verstehen, geht leider nicht in 5 Minuten. Wir haben Ihnen zur Anschauung zwei Videos rausgesucht.

Georg Schramm – Geldkrieg erklärt!

Ihr Netzfrauen-Mann (Schweiz) Dominik Crimi

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6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Was ist los? Wer schöpft Geld? Privatbanken? Ok, beim Dollar ist das allgemein bekannt. Aber in Europa? Der Grundsatz ist doch, dass Staatsbanken an Privatbanken das Geld verteilen, um durch Wettbewerb im Finanzsektor und Zinswesen den Wert zu steigern.
    Leider reicht aber die Einhaltung dieses Grundsatzes bei weitem nicht. Die Vergabe an Privatbanken hat zu einem höheren Zinssatz zu erfolgen als diese dem Staat Geld zur Verfügung stellen. Das ganze Problem der Staatsverschuldung ist zumindest in Bezug auf Schulden bei den eigenen Privatbanken doch nicht weniger und nicht mehr als Veruntreuung. Das Kapital der Staatsbank muss dem Staatshaushalt nämlich zum Nulltarif zur Verfügung stehen.

  2. Beim isländischen Reformvorschlag handelt es sich in Wirklichkeit auch um eine „Vollgeld-Reform“. Ich würde das Wort „sovereign“ in „sovereign money proposal“ eher mit „hoheitlich“ übersetzen, gemeint ist ja auch die Steuerung der Geldmenge bzw. Erhöhung der Geldmenge durch eine unabhängige Kommission der Notenbank. Wir haben in Island leider keine Volksabstimmung wie die Schweizer, deshalb ist der Vorstoss von Frosti, der auch Vorsitzender des Wirtschafts- und Finanzausschusses im Parlament ist, vielleicht die beste Möglichkeit, eine Reform in unserer kleinen, abgeschotteten Wirtschaft zu erreichen.

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