Radioaktiv verseuchte Wälder bei Tschernobyl brennen – Wildfire threatens Chernobyl nuclear power plant

zur englischen Version Ein Waldbrand in der Nähe des Atomreaktors Tschernobyl in der Ukraine ist außer Kontrolle geraten und droht auf die Ruine überzugreifen.

Vor 29 Jahren fand die Katastrophe von Tschernobyl statt. Tschernobyl braucht eine neue Schutzhülle – und die wird teuer und nun bedrohen auch noch Flammen die Tschernobyl-Ruine

Vom 1986 havarierten Atomkraftwerk Tschernobyl gehen zwei Gefahren aus. Zum einen vom so-genannten Betonsarkophag, der unmittelbar nach der Katastrophe in aller Eile um die Ruine herum errichtet worden war, zum anderen von der in der üppigen Vegetation rund um Tschernobyl gespeicherten Radioaktivität. Waldbrände wie jene, die momentan bei Tschernobyl wüten, sind geeignet, sie wieder freizusetzen.

Es handle sich um den schwersten Waldbrand in der Nähe des havarierten AKW seit 1992, sagte Avakov.

Innenminister Arsen Avakov bestätigte, dass etwa 400 Hektar Wald brennen, und auch die Sperrzone rund um den stillgelegten Unglücksreaktor Tschernobyl ist betroffen.

Bis zu 200 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Die Flammen nähern sich dem Kernkraftwerk bedrohlich. Nur 15 bis 20 km (9 bis 12 Meilen) ist der Waldbrand von dem Kernkraftwerk entfernt. Minister Avakov bestätigte, dass Behörden Brandstiftung vermuten. Die Sicherheit rund um die Sperrzone wurde verschärft.

Арсеній ЯценюкPremierminister Arseni Jazenjuk versicherte nach einem Besuch am Brandort (siehe Video), dass die Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle gebracht haben. Er betonte auch, dass keine Radioaktivität ausgetreten sei. Auch 1986 wurden wir nur häppchenweise aufgeklärt und vieles erfuhren wir erst Jahre später. Jazenjuk gab jedoch auch zu, dass die Ukraine mit einem „katastrophalen“ Mangel an Notfallausrüstung zu kämpfen hat, um das Feuer zu bekämpfen. Hier auf Facebook Арсеній Яценюк

„Wir müssen mindestens 12 Hubschrauber für die ukrainischen staatliche Kathastrophenhilfe haben, aber wir haben nur zwei“, sagte er.

Der letzte Reaktor der Anlage wurde im Jahr 2000 geschlossen, aber es sind  immer noch Arbeiter in Tschernobyl,  um eine neuen Rückhalteeinheit über der bereits bröckelnden Außenseite des Reaktors No. 4 zu reparieren.

Umweltschützer von Greenpeace haben vor einer möglichen Katastrophe gewarnt. Der Wind könne eine radioaktiv verseuchte Rauchfahne bis nach Weißrussland blasen. Was aber, wenn der Wind dreht?

Tschernobyl3

Bau des Sarkophags – Kosten von mehr als zwei Milliarden Euro

Ein internationales Konsortium in Tschernobyl baut seit 1992 an einer riesenhaften, gut 250 Meter langen neuen Stahlhülle, die eigentlich schon dieses Jahr auf Schienen über die Reaktorruine geschoben werden sollte.

Inzwischen wird mit über zwei Milliarden Euro kalkuliert – noch einmal etwa 600 Millionen mehr als bislang veranschlagt. Dutzende Staaten aus aller Welt haben dafür bereits Geld gegeben. Die EU versprach zu Wochenbeginn 70 weitere Millionen, Kasachstan etwa will seinen Beitrag von zwei auf drei Millionen aufstocken. Weitere Finanzmittel aus der ganzen Welt sind offenbar zugesagt – allerdings fehlten zuletzt noch etwa 200 Millionen Euro, zitierte die Agentur Interfax am Montag EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Eigentlich sollte die neue Stahlhülle für die Reaktorruine von Tschernobyl längst fertig sein. Doch der Bau ist erheblich teurer als geplant und somit werden abermals Geldgeber gesucht.

Nun wütet auch noch in der Nähe des zerstörten AKW ein Waldbrand.

INFOBOX

Durch den schweren Reaktorunfall von Tschernobyl (Ukraine), der sich am Samstag, dem 26. April 1986 um 1.23 Uhr Ortszeit (Ortszeit = Weltzeit + 4 Stunden) in dem von München rund 1400 km entfernten Kernkraftwerk ereignete, wurden durch Explosion und nachfolgenden Brand während der darauffolgenden 10 Tage erhebliche Mengen des radioaktiven Kerninventars in die zunächst bodennahe Atmosphäre freigesetzt. Durch thermischen Auftrieb gelangten die Brandgase mit den radioaktiven Inhaltsstoffen in Höhen bis über 1500 m und wurden von dort durch starke Luftströmungen mit Windgeschwindigkeiten von 30 bis 50 km/h weiträumig verfrachtet. Quelle mit vielen Schaubildern Bericht über die Veränderungen der Radioaktivität in Böden seit dem Reaktorunfall von Tschernobyl Stand 2006.

Zitat aus dem Bericht: „Ausnahme hiervon bilden Produkte des Waldökosystems, die jedoch von ihrer Menge her für die Ernährung der Bevölkerung von untergeordneter Bedeutung sind.“

Der Brand ist nur noch 16 Km von dem Reaktor entfernt, ein verlassenes Dorf steht ebenfalls in Flammen – keine Radioaktivität?

TschernobylTschernobyl1

Tschnobyl

Livekarte:  

Ein Feuer wütete nach dem Reaktorunglück 10 Tage lang in der Anlage und verteilte große Mengen radioaktiver Stoffe in die Umgebung und über weite Teile Europas, insbesondere die Ukraine, Weißrussland und Russland.

Erinnerungen an Tschernobyl

Die Katastrophe von Tschernobyl ereignete sich am 26. April 1986 in Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prypjat. Trotz der Katastrophenerfahrung setzt die Ukraine weiter auf Atomkraft.

ukraineAuf ukrainischem Territorium befinden sich 15 funktionierende Reaktorblöcke in vier Atomkraftwerken und weitere vier gedrosselte Reaktorblöcke im Atomkraftwerk Tschernobyl.

Erst am 29. April, 76 Stunden später, als sich das Ausmaß der Katastrophe nicht mehr verheimlichen ließ, der Volksfeiertag zum 1. Mai bevorstand und empörte Anfragen aus Schweden eingingen, wurde die Weltöffentlichkeit informiert.

„In der Inlandsausgabe der Regierungszeitung „Iswestija“ steht ganz unten eine Acht Zeilen Meldung „Aus dem Ministerrat“: „Im Kernkraftwerk Tschernobyl (…) in der Ukraine hat sich eine Havarie ereignet, einer der Atomreaktoren wurde beschädigt. Maßnahmen zur Beseitigung der Havarie-Folgen werden unternommen. Den Geschädigten wird Hilfe geleistet. Eine Regierungskommission ist gebildet worden.“ Das ist alles. Da an dem Ausmaß des Vorfalls auch in Moskau nun kein Zweifel mehr herrscht, handelt es sich bei dieser Bekanntmachung nicht mehr nur um ein Herunterspielen, sondern um eine bewußte Täuschung (…).“ Weitere Einzelheiten wurden nicht bekanntgegeben, auch am 1. Mai nicht, an dem sich Tausende in Moskau und Kiew im Freien aufhielten. Informationen erhielt man nur aus ausländischen Medien. Quelle

Die Wolke – Tschernobyl und die Folgen

Unglücksreaktor soll zerlegt werden

Wenn sich die neue Schutzhülle in gut zwei Jahren wirklich über dem havarierten Block 4 schließen sollte, fangen die eigentlichen Arbeiten erst an. Keiner weiß genau, wie viele Tonnen strahlendes Material darunter noch begraben sind. Unter dem Schutz der neuen Stahlhülle soll dann mit der ferngesteuerten Zerlegung des alten Sarkophags und seines strahlenden Inhalts begonnen werden. Neun Jahre sind dafür veranschlagt, bis die letzten Reste des Unglücksreaktors fachgerecht entsorgt sein sollen. Alles begann vor 29 Jahren und begleitet uns noch heute.

Welche radioaktiven Stoffe sind heute noch messbar?

Von den beim Tschernobyl-Unfall freigesetzten radioaktiven Stoffen ist in Deutschland lediglich noch das Cäsiumisotop 137 praktisch messbar. Cäsium wurde als flüchtiger Stoff in größeren Mengen freigesetzt und weit transportiert. Auf Grund der Halbwertzeit von etwa 30 Jahren ist dieses Radioisotop erst zu knapp 50 Prozent zerfallen.

Atomkraftwerke sind nicht sicher!

Wildfire threatens Chernobyl nuclear power plant

http://mashable.com/2015/04/28/forest-fires-near-chernobyl-ukraine/?utm_cid=mash-com-Tw-main-link

Wildfires raged out of control Tuesday mere miles from the Chernobyl nuclear power plant, the site of the world’s worst nuclear disaster in 1986, threatening to release dangerous amounts of radiation over northern Ukraine.

Heavy gusts fueled the blaze inside the highly radioactive exclusion zone, the area around the plant that was evacuated after the 1986 blast, just 10 miles from defunct reactors and a mere three miles from a spent fuel repository, Interior Minister Arsen Avakov said on Facebook.

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Given the unusual pattern of the blaze, Avakov said an investigation was underway to determine its cause. „There is a reasonable suspicion of an arson attack, as there were outbreaks of the fire in several places on both sides of the river,“ he said.

Footage filmed from a helicopter carrying Prime Minister Arseniy Yatsenyuk over the area shows thick brown smoke billowing into the sky and an abandoned village in flames. A second helicopter carrying a large bucket is seen dropping water atop the inferno.

Authorities said the fire began around noon local time. Some 200 firefighters with dozens of emergency vehicles were battling the blaze into the night, Ukraine’s emergency services said. The National Guard and the Interior Ministry’s troops were also put on alert in case the fire worsened.

After meeting with emergency workers, Yatsenyuk said the fire had not affected radiation levels in the area — yet.

„I have been informed that the situation is normal,“ he told journalists at Kyiv’s Zhuliany airport, according to Interfax news service. „Our emergency services are actively working to stop the fire from spreading.“

Yatsenyuk did, however, admit to Ukraine having a „catastrophic“ shortage of emergency equipment to battle the fire.

„We need to have at least 12 helicopters for the Ukrainian State Emergency Service, but we only have two,“ he said.

The fire comes just two days after Ukrainians marked the 29th anniversary of the Chernobyl nuclear disaster. When reactor No. 4 exploded, poisonous radiation spewed over large parts of Europe, especially Ukraine, Belarus and Russia. The grounds around the power facility remain highly toxic.

The plant’s last reactor was closed in 2000. But personnel still operate in Chernobyl, where work is underway to erect a new containment unit over the crumbling exterior of reactor No. 4.

Netzfrau Doro Schreier
deutsche Flagge
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1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Ohne Groessenangaben nutzt das alles nichts. Wie ich schon aus Facebook sagte: Es ist unstrittig, dass einzelne Atome weite Strecken in der Atmosphäre zurücklegen können. Es würde mich also überraschen, wenn KEIN Nuklid aus der Ukraine über Deutschland auftauchen würde.
    Ich bringe jetzt mal ohne zu werten ein Beispiel. Als erwachsener Mann habe ich wahrscheinlich ganz natürlich in meinem Körpers 9000 Bq (hauptsächlich natürliches K-40). Dadurch verursache ich bei meiner Partnerin, wenn ich neben ihr auf dem Sofa sitze, eine Dosis. Eine so kleine, das ich nie darüber nachdenke – aber immerhin.
    Angenommen, die durch den Waldbrand verursachte Dosis wäre weit unter der Dosis, die meine Partnerin durch 10 Minuten Fernsehen mit mir erhält. Wäre das ein Grund zur Entwarnung?
    Wohlgemerkt – ich habe KEINE Informationen über die Größenordnungen. Ich finde nur einfach, dass es wichtig ist, sich über Größenordnungen Gedanken zu machen. Sonst haben wir vor ALLEM Angst…..

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