Lohndumping, Zeitarbeitsfirmen – Arm durch Arbeit

1. Mai – Tag der Arbeit! Früher nannte man diese Firmen SEELENVERKÄUFER – sie vermieteten Arbeiter an andere Firmen, meist in anderen großen Städten. Wahlweise wurden diese meist kleinen Unternehmen auch Seelenvermieter genannt.
SEELENVERKÄUFER ein uralter Begriff, die Bezeichnung für ein nicht mehr ganz fahrtüchtiges, unsicheres Schiff.
Diese Form der modernen Sklaverei ist mittlerweile salonfähig geworden und wird von der Regierung unterstützt.

Schon 2002 machte man mit dieser Schlagzeile „Arbeit auf Abruf – Die Hartz-Kommission will Erwerbslose in die Zeitarbeit drängen – Die Branche freut sich schon“ auf sich aufmerksam. Peter Hartz, bekannt aus dem nach ihm benannten Hartz IV war der Meinung, es sei der Weg zu einem festen Job. Die Wirklichkeit sieht anders aus, freuen können sich die Konzerne – denn es geht immer billiger – trotz Mindestlohn. 

Wirklich gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt?- Im Dezember 2014 konnten  93 000 Personen von ihrem Gehalt nicht überleben – sogenannte Aufstocker

Die Arbeitslosigkeit ging im April wiederum zurück, die Arbeitslosenquote fiel von 6,3 Prozent auf 6,1 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften stieg stark an und übertref das Niveau des April 2014. In saisonbereinigter Rechnung fiel der Rückgang aber geringer aus als erwartet. Der positive Trend am Arbeitsmarkt verlor damit etwas an Schwung. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BfA) bekannt gab, sank die gesamte Arbeitslosenzahl um 89 000 Personen. Damit sind nun 2,843 Millionen Menschen ohne Beschäftigung..Quelle

Was aber nicht erwähnt wird, sind Menschen, die nicht in die Statistik auf genommen werden:

Einsatz der arbeitsmarktpolitischen Instrumente

Im April 2015 nahmen nach vorläufigen Daten 830 000 Personen an einer vom Bund oder der Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teil.

Auswertungen zu Leistungsbezug und Arbeitslosigkeit können erst nach einer Wartezeit vorgenommen werden und liegen aktuell für Dezember 2014 vor.

Danach war mit 2 475 000 knapp die Hälfte der Leistungsempfänger auch arbeitslos gemeldet.

Im Umkehrschluss bezogen damit 2 598 000 Menschen Leistungen, ohne arbeitslos zu sein. Die Gründe dafür können sein: vorübergehende Arbeitsunfähigkeit auf Grund einer Erkrankung, die Teilnahme an Maßnahmen der Arbeitsförderung, die Inanspruchnahme von Sonderregelungen für Ältere (§ 53a SGB II), die Ausübung einer Erwerbstätigkeit von mehr als 15 Wochenstunden oder eine zulässige Einschränkung der Verfügbarkeit insbesondere wegen § 10 SGB II (z.B. Kindererziehung und Schulbesuch).

Von den Leistungsempfängern erhielten im Dezember 2014 knapp 93 000 Personen ergänzend zum Arbeitslosengeld auch Arbeitslosengeld II (so-genannte Aufstocker).

Außer den Leistungsempfängern gab es fast 289 000 arbeitslose Menschen, die im Dezember keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung für Arbeitsuchende bezogen haben. Siehe http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201504.pdf

Der ar­beits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz be­sagt, dass der Ar­beit­ge­ber bei begüns­ti­gen­den Maßnah­men ge­genüber sei­nen Ar­beit­neh­mern kei­nen einzel­nen Ar­beit­neh­mer aus willkürli­chen Gründen schlech­ter als an­de­re mit ihm ver­gleich­ba­re Ar­beit­neh­mer be­han­deln darf. Klingt super, wenn es so wäre.

Glückwunsch! Deutschland ist Weltmeister! … im Lohndumping!

„Wir müssen Strukturreformen durchsetzen, auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“ (Wolfgang Schäuble)

Wie diese Reformen aussehen, geht klar aus dieser Grafik hervor. Deutschland, das Niedrig-Lohn-Land, Deutschland – Weltmeister im Lohndumping. Ist das die so-genannte „deutsche Perfektion“, die im Ausland so sehr geschätzt wird?

© Global Wage Report

© Global Wage Report

Viele Unternehmen nutzen Zeitarbeit und leihen sich Arbeitnehmer für eine bestimmte Zeit aus, um beispielsweise personelle Engpässe auszugleichen. Die Bundesagentur für Arbeit wirbt damit, dass Arbeitslose mithilfe von Zeitarbeit berufliche Erfahrung hinzugewinnen und sich wieder in die Arbeitswelt integrieren können. Doch was ist mit dem Verdienst?

Beschäftigte aus Ost- und Südosteuropa arbeiten häufig zu Hungerlöhnen – von Mindestlöhnen in Deutschland haben die meisten nie etwas gehört.

Im Juni 2014 gab es in Deutschland 882 000 Leiharbeitnehmer. In den letzten zehn Jahren hat sich ihre Zahl mehr als verdoppelt, in den letzten 20 Jahren ist sie auf das Sechseinhalbfache gestiegen

INFOBOX

Zeitarbeitsunternehmen

Im Dezember 2013 wurden in Deutschland 18 500 Verleihbetriebe von natürlichen oder juristischen Personen geführt, die eine Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung hatten, davon 11 100 mit dem ausschließlichen oder überwiegenden Betriebszweck der Arbeitnehmerüberlassung. Die Zahl der Zeitarbeitsunternehmen befindet sich damit im mehrjährigen Vergleich weiter auf einem hohen Niveau. Sie lag gut ein Fünftel höher als fünf Jahre zuvor (Juni 2009: 15 300 Betriebe). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Verleihbetriebe nach Rückgängen in den beiden Halbjahren davor um 432 angestiegen. Der Anstieg geht allein auf Betriebe mit Nebenzweck Arbeitnehmerüberlassung zurück. Die Zahl der Betriebe mit dem ausschließlichen Betriebszweck Arbeitnehmerüberlassung ist seit 2012 tendenziell rückläufig und auch im ersten Halbjahr 2014 gegenüber dem Vorjahr weiter gesunken, wenngleich nur noch geringfügig.

Von den 18 500 Verleihbetrieben im Juni 2014 hatten 53 Prozent weniger als 20 Arbeitnehmer, 35 Prozent hatten 20 bis unter 100 Arbeitnehmer, in 12 Prozent waren 100 Leiharbeitnehmer und mehr beschäftigt. Der Anstieg der Verleihbetriebe insgesamt zeigt sich in allen Größenklassen. Im Juni 2014 gab es gegenüber dem Vorjahr 255 mehr kleinere Betriebe mit weniger als 20 Arbeitnehmern und ein Plus von 138 größeren Betrieben mit 100 und mehr Beschäftigten. Die Zahl der Verleihbetriebe mit 20 bis unter 100 Mitarbeitern nahm nur leicht zu.

Im Juni 2014 übten 81 000 Personen eine geringfügige Beschäftigung in der Zeitarbeit aus; darunter hatten 54 000 ausschließlich diesen Mini-Job.  INFOS: Der Arbeitsmarkt in Deutschland – Zeitarbeit – Aktuelle Entwicklungen /April 2015

Es geht noch billiger

Die Regeln der Leiharbeit sind strenger geworden. Unternehmen aus dem Handel und der Industrie wissen sie zu umgehen.

Am 09. 09. 2011 fand eine Tagung des ZAAR (Zentrum für Arbeitsbeziehungen und Arbeitsrecht) mit dem Titel „Freie Industriedienstleistung als Alternative zur regulierten Zeitarbeit“ statt. Dabei wurde dann gemeinsam festgestellt: „Es gibt die Chance, den strengen arbeitsrechtlichen Regelungen der Zeitarbeit zu entfliehen“.

Siemens, BASF, die Deutsche Bahn, Porsche, BMW, Robert Bosch und die Metro AG, sie alle hatten sich für diese Tagung angemeldet, ebenso wie die Vertreter der Leiharbeitsunternehmen Randstad und Manpower und die Anwälte von Großkanzleien wie der KPMG Rechtsanwaltsgesellschaft. Der Andrang im Holiday Inn ist so groß, dass sich jene, die zu spät kommen, umständlich in die letzte Stuhlreihe zwängen müssen.

Viele Unternehmen drücken die Löhne jetzt mithilfe von Werkverträgen. Dabei übertragen Unternehmen zentrale Aufgaben an Subunternehmen. Diese Subunternehmen werden pro so-genanntes Werk bezahlt.

Täglich werden die Sozialleistungen in Deutschland diskutiert und hervorgehoben. Hartz IV, Betreuungsgeld, Bildungspakete, Eingliederungsmaßnahmen in den Arbeitsmarkt, usw. Wer arbeiten will, findet auch Arbeit; für schnelle Arbeitsvermittlung gibt es ja schließlich Zeitarbeitsfirmen. Kein Wunder, dass die Kluft zwischen arm und reich immer größer wird. Das Verhältnis von Arbeit und Einkommen stimmt nicht. Die „obere“ Gesellschaftsschicht bereichert sich auf Kosten der Menschen, die aufgewachsen sind in dem Glauben, man könne seinen Lebensunterhalt ehrlich verdienen, wenn man nur „fleißig“ genug ist. Tja, der deutsche Fleiß. Hat er uns eine Gesellschaft von Herrschern und Sklaven gebracht? Ist das, was passiert noch zu vereinbaren mit dem deutschen Grundgesetz?

Fragt man Betroffene, was sie im Job-Center erleben oder was ein Hartz-IV-Empfänger über sich ergehen lassen muss, kann man so einiges in Frage stellen. Das Schlimmste ist aber, Arbeit zu haben, 40-Stunden Wochen und mehr, und trotzdem früher oder später zu verarmen. Ein qualifizierter Abschluss inklusive Berufserfahrung schützt langfristig auch niemanden mehr vor schleichender Armut.

Beispiel Fleischindustrie: Stundenlöhne von fünf Euro brutto, ungeregelte Einsatzzeiten und Arbeit ohne Krankenversicherung sind keine Seltenheit im hart umkämpften Fleischmarkt. Menschen, die mit den immer gleichen Versprechungen nach Deutschland gelockt wurden: hoher Lohn, Sozialversicherung, eine gute Unterkunft. Die Realität sieht aber oft anders aus.

Gleiche Arbeit – weniger Geld

Früher nannte man diese Firmen SEELENVERKÄUFER – sie vermieteten Arbeiter an andere Firmen, meist in anderen großen Städten.
Wahlweise wurden diese meist kleine Unternehmen auch Seelenvermieter genannt.
SEELENVERKÄUFER – ein uralter Begriff, die Bezeichnung für ein nicht mehr ganz fahrtüchtiges, unsicheres Schiff.
Diese Form der modernen Sklaverei ist mittlerweile salonfähig geworden und wird von der Regierung unterstützt.

Airbus, Volkswagen , BMW – es gibt heute kaum einen Konzern in Deutschland, der ohne Leiharbeiter auskommt. Entsprechend stark ist die Zahl der Beschäftigten dieser Gruppe zuletzt gestiegen

Gleiche Arbeit – weniger Geld. Die gute Beschäftigungslage in Deutschland hat eine Schattenseite; denn der so-genannte Niedriglohnsektor breitet sich zunehmend aus, das heißt: Immer mehr Menschen können von ihrem Lohn nicht leben, auch wenn sie Vollzeit arbeiten. Lesen Sie dazu: Gleiche Arbeit – weniger Geld – Peter Hartz und seine Reform – Heute wird man entlassen und darf dann als Leiharbeiter wieder den gleichen Job machen, nur mit dem Unterschied, dass man weniger Geld am Monatsende hat.

MINIJOBS

Minijobs, tolle Erfindung, denn seitdem werden alte Bäckereien gegen Backdiscounter ausgetauscht. Wer braucht denn noch Bäcker, wenn man alles maschinell haben kann?! Um den Geschmack kümmern sich nun so-genannte Zusatzstoffe. Minijobs, supertoll in der Pflege. Gerade auch in Pflege – aber auch in Altersheimen hat man dies schnell erkannt – supertoll für die Margen. Man nehme eine Vollzeitkraft, die über die Qualifikation verfügt, um z. B: Medikamente verabreichen zu dürfen, und für die anderen Arbeiten gibt es die billigen Minijobber. Gern auch  ungelernte Hilfskräfte, die sich dann im „Schnellverfahren” um die jeweiligen „BewohnerInnen” kümmern. Zeit ist Geld für die jeweiligen Einrichtungen, aber nicht für die, die diese Minijobs inne haben. Schnell kommt das schlechte Gewissen, welches ja mit eingeplant wurde, und schon machen die Minijobber ihre Überstunden, die sie eh nie wieder abbummeln können.

Gerade die Älteren unter den Minijobbern haben ja Zeit und kein Geld. Also machen sie das, was von ihnen erwartet wird. Sie sind pflichtbewusst, freuen sich über ihre 450 Euro am Monatsende und darüber, dass sie überhaupt einen Job haben.

Dann die Discounter – Aldi, Lidl und wie sie alle heißen. Auch hier das Rezept: Man nehme eine Vollzeitkraft, die sich dann LeiterIn nennen darf, alle Verantwortung trägt und für diesen Titel „FilialleiterIn, auch gern mal 12 Stunden pro Tag arbeiten darf. Dem Filialleiter werden dann Minijobber unterstellt, die dann nur noch an der Kasse die Ware am Scanner vorbeiziehen lassen müssen. Manchmal braucht man mehr Personal, das natürlich, wenn die Non-Food-Produkte, in großen Anzeigenblättern beworben, an solchen Tagen wie Montag oder Donnerstag den Laden füllen.

Supertolle Idee, alle sind glücklich. Besonders die Arbeitgeber, denn es gibt keine lästigen Gesetze mit den Kündigungsfristen, Personalkosten werden gespart und das Aldi-Lidl-Prinzip ist in jeder Branche anwendbar. Minimaler Aufwand – hoher Ertrag. Zu den Überstunden hier ein Schaubild:

Atypische Beschäftigung - Lange arbeiten für wenig Geld

Mit einem Anteil von 61,7 % werden Minijobs mehrheitlich von Frauen ausgeübt – 5,18 Millionen. Nun zum Mindestlohn, dem Stundenlohn von 8,50 Euro in den westdeutschen Bundesländern und Berlin sowie von 7,50 Euro in Ostdeutschland. Da fragen wir uns: Wie kommt diese Differenz von 1 Euro zustande, sind die Abgaben dort weitaus geringer?

Nehmen wir 8,50 Euro Mindestlohn, ein super Erfolg, oder? Nur wenn über 60 % Überstunden machen, dann verringert sich der durchschnittliche Stundenlohn automatisch. Eine ganz einfache Rechenaufgabe, die jeder lösen können sollte. Dann kommt noch hinzu, dass Pausen nicht mehr bezahlt werden. Es gilt nur noch die Nettoarbeitszeit.

Hier das Beispiel bildlich gesehen: Es kommt auf die Verpackung an! Die Menschen haben sich schon so sehr an die glänzenden Verpackungen gewöhnt, dass sie nur noch das „Glänzende” sehen, aber nicht mehr auf den Inhalt achten. Dies ist nicht nur bei den Minijobbern der Fall, sondern verbreitet sich wie ein Virus in allen Schichten und Branchen. Das beste ist immer noch die Zeiterfassung, bitte tragen Sie sich aus, wenn Sie eine Pause machen. Bei Nicht-Einhalten erfolgt eine Abmahnung und bei mehreren Verstößen die Kündigung.

Zweitgrößter Arbeitgeber in Deutschland ist übrigens die Kirche. Über eine Million Menschen arbeitet dort. Eine große Lobby, von der man doch sicherlich erwarten könnte, dass die diesem Spuk ein Ende setzen würde. Doch christliche Großherzigkeit sollten Sie von diesem Arbeitgeber nicht erwarten.

Alle schimpfen über Konzerne und ihre Machenschaften, doch auch die Kirche ist zu einem Konzern verkommen. Wären die Kirchen Konzerne, zählten sie wohl zu den größten Unternehmen des Landes. Die Kirche ist mit der Größe des Volkswagenkonzerns zu vergleichen. Nur ist die Kirche unabhängiger von der Konjunktur, die „Schäfchen“ gehen nie aus.

Selbstbedienungsladen Bundestag: Diätenerhöhung ist vollbracht

Wer von den arbeitenden Normalbürgern kann die Höhe seines Gehalts selbst bestimmen? Im Gegensatz zu uns konnten die Abgeordneten in der Vergangenheit selbst über ihre Gehaltserhöhungen entscheiden. Ab Januar 2015 steigen die Diäten auf das Gehalt eines obersten Bundesrichters. Danach sollen sie entsprechend der durchschnittlichen Einkommensentwicklung steigen. Lesen Sie dazu: Selbstbedienungsladen Bundestag: Diätenerhöhung ist vollbracht

Tag der Arbeit

Seinen Ursprung hat der „Tag der Arbeit“ nicht in Deutschland, sondern in den USA. Ende des 19. Jahrhunderts war der 1. Mai dort der Tag, an dem viele Arbeitsverträge abgeschlossen wurden oder endeten und viele Arbeiter ihren Job und teilweise auch ihren Wohnort wechseln mussten.

Im Jahr 1886 forderte die nordamerikanische Arbeiterbewegung die Durchsetzung des Acht-Stunden-Tages und rief darum zum Streik am 1. Mai auf. 400 000 Arbeiter nahmen daran teil. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der 1. Mai 1946 durch den Alliierten Kontrollrat als Feiertag bestätigt und ist seitdem von Massenkundgebungen und Demonstrationen geprägt.

In vielen westlichen Demokratien schrumpft die Mittelschicht und immer mehr Familien können keine Vermögen mehr ansparen – Arm durch Arbeit – Glückwunsch! Deutschland ist Weltmeister! … im Lohndumping!

Netzfrau Doro Schreier

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8 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich denke das die Grundidee hinter der Zeitarbeit eine gute ist. Nur leider wird sie halt in der Realität schamlos ausgenutzt.
    Wenn ein Betrieb ein kurzfristig hohes Auftragsvolumen bewältigen muss, ist Zeitarbeit eine super Lösung.
    Allerdings sollten die Leute auch übernommen werden, wenn sich ein dauerhafter Bedarf der zusätzlichen Arbeitskraft zeigt.

  2. Oh je! Hier wurde aber eine ganze Menge „verwurstet“ – da werden die Begriffe: Zeitarbeit, Hartz IV, Werkverträge, illegale Beschäftigung und vieles mehr in einen Topf geworfen!
    Liebe Frau Schreier, wenn Sie schon in der Überschrift den Begriff Zeitarbeit verwenden, sollten Sie auch beim Thema bleiben – und dort ev. etwas besser recherchieren. Der Tariflohn in der Zeitarbeit liegt im Westen mit 8,80€ (für einfachste Helfertätigkeiten) sogar über dem Mindestlohn. Anscheinend haben Sie auch noch nie etwas von der „Drehtürregelung“ gehört – diese besagt, dass Mitarbeiter eines Unternehmens die früher als 6 Monate nach ihrem Ausscheiden über eine Zeitarbeitsfirma wieder eingesetzt werden, das Gleiche wie zuvor verdienen müssen. Auch das Thema Branchenzuschläge fehlt in Ihren Ausführungen leider total. Dafür prangern Sie ganz viele andere Missstände unter der Überschrift : „Zeitarbeit“ an…. schade, und leider haben Sie auch vergessen, sich einmal die Lohnsteigerung in den Tarifverträgen der Zeitarbeit anzusehen. Ich bin Inhaberin einer Zeitarbeitsfirma, nach Ihrer Definition also eine Seelenverkäuferin – gerne würde ich Sie einladen uns ein paar Tage in unserem Arbeitsalltag zu begleiten und sich ein etwas umfangreicheres Wissen über das Thema anzueignen.

    • Nein, es wurde nichts verwurstet- Wir Banker wissen, was viele ausgezahlt bekommen, und ja – ich wurde auch schon von Zeitarbeitsfirmen angeworben- und am Ende waren es Knebelverträge- es kann ja sein, dass Ihre Firma eine Gute ist- ich kenne Sie nicht – aber ich weiss auch – das hier Schwarze Schafe am Werk sind.

  3. Vorsicht – was die Mitarbeiter auf das Konto überwiesen bekommen, stimmt nicht immer mit dem Verdienst überein – ich habe eine Menge Mitarbeiter, die sich wöchentlich einen Vorschuss in bar abholen – und das fehlt dann natürlich bei der Lohnüberweisung.

  4. Zeitarbeit ist nicht nur die Umgehung von gerechten bzw. normalen Löhnen. Man spielt als Zeitarbeiter oft die letzte Geige in Betrieben, hat dürre Zukunftsperspektiven, wenig Geld und wird auch gerne mal als „Leiher“ betitelt. Aber das interessiert ja niemanden so wirklich. Hauptsache man muss nicht selber auf 1/3 seines Lohns verzichten.
    Durchschnittlich, über ein Jahr gesehen, verdient das Stammpersonal ca. 30-40% mehr pro Monat als die Zeitarbeiter, bei gleicher Arbeit. Dazu kommt noch, dass Zeitarbeiter weniger Urlaub haben(im ersten Jahr 24 Tage, im zweiten 25 Tage usw.), erhalten dann noch weniger Urlaubs-und Weihnachtsgeld, haben weniger Zulagen(Als kleines Beispiel – Die Stammbelegschaft bekam für Samstagsarbeit 25% Zulage, der Leiher 0% Zulage). Premienzahlungen gibt es auch kaum bis gar nicht. Das Thema Abfindungszahlungen, Betriebsrente etc. wollen wir mal gar nicht erst anfangen.
    Und man tätigt für die schmalen 8,80 Euro oder 9,07 Euro, wie von Ute oben behauptet, eben nicht nur einfachste Helfertätigkeiten, sondern oft auch Facharbeitertätigkeiten. Dass für schmales Geld auch nur primitivste Arbeit verrichtet wird, mag in manchen Firmen vielleicht unumgänglich so sein, es ist aber niemals die Regel, also sollte man da nicht pauschalisieren.
    Aber da sieht man mal wieder, wie wenig Ahnung doch manche haben, die dann auch noch denken sie hätten mit einem Auge den Durchblick und mit dem anderen den Überblick.
    Ich finde es echt frech, dass sich diese Zeitarbeit-Vermittlungsschmarotzer und deren Auftraggeber so an der Not der Leute bereichern und gleichzeitig meinen sie würden noch was Gutes tun, diese Egomanen.
    Wenn ich dazu noch sehe, wie niedrig die Kompetenz der Zeitarbeits-Personaldisponenten etc. in Bezug auf die angebotenen Stellen oft ist, wie wenig Ahnung sie von den Berufen eigentlich haben, sollte deren Vergütung bei ebenfalls höchstens 9 Euro pro Stunde liegen, da dies allerhöchstens eine einfache Helfertätigkeit von den eigentlichen Personalbüro-Mitarbeitern eines Konzerns etc. darstellt.

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