Der Retter vom Dienst – Rettung der Netzaktivisten und des Freihandelsabkommens

GuttiEr ist wieder da und soll es richten. Der „gefallene“ Sohn der CSU. Karl-Theodor zu Guttenberg ist Vorstandsvorsitzender und einer der Gründer von Spitzberg Partners LLC, einer Boutique Corporate Advisory und Investment Firma mit Sitz in New York.  Er wurde zum Distinguished Statesman („Angesehener Staatsmann“) des Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington, D. C. ernannt und dient der Leitung der Europäischen Kommission als Senior Advisor in Fragen der globalen Internet Freiheit. Er engagiert sich als Lobbyist mit seiner Beratungsfirma für das geplante EU-Handelsabkommen CETA mit Kanada. 

Guttenberg und das Freihandelsabkommen

Spitzberg Partners LLC bietet strategische Beratungen und Investmentinformationen zu europäischen und internationalen Angelegenheiten in Fragen der Politik, Wirtschaft, Technologie und Sicherheit.

Und er, dem das Internet zum Verhängnis wurde, dient der Leitung der Europäischen Kommission als Senior Advisor in Fragen der globalen Internet Freiheit. Das ist eine tragikomische Polit-Satire. Denn ausgerechnet der Mann, der von Internetaktivisten als Abschreiber entlarvt wurde, soll sie nun schützen.

look von guttenberg 2011Karl-Theodor zu Guttenberg war 2011 von seinem Amt als Verteidigungsminister zurückgetreten, als bekannt wurde, dass er seine Doktorarbeit abgeschrieben hatte. Er räumte nach anfänglich nicht erfolgreichem Abstreiten schließlich seine Fehler ein, flüchtete in die USA (die Amerikaner lieben Deutsche mit wunderschönen Titeln) und tauchte neun Monate später auf als Berater der EU-Kommission zum Thema Internetfreiheit. Scheinbar gab es keinen Besseren für diesen Posten, denn hier wurde wieder der Bock zum Gärtner.

Haben wir schon einmal Konkretes zu seinen diesbezüglichen Initiativen gehört?

Wer nun dachte, der Herr zu Guttenberg sei scheinbar weiterhin auf Tauchstation im Ermittlungsstress, der irrt. Bereits im Juni 2014 war er wieder in der Hauptstadt und zwar auf Einladung der Berliner Vertretung von Microsoft und  hielt eine Rede über „Big Data“ und Ordnungspolitik. „Fachmann“ eben.

Guttenberg als Lobbyist mit seiner Beratungsfirma für das geplante EU-Handelsabkommen CETA mit Kanada. Es ist ja auch schon Routine, in unserer bunten Politiklandschaft werden Böcke gern zu Gärtnern gemacht. Die Betroffenen zeigen sich anfangs betroffen. Tränen kullern aus ihren Augen. Sie jammern, bereuen, schwören Besserung, ziehen sich zurück, nehmen sich eine Auszeit, nicht selten meditieren sie in einem Kloster, und schwupps: Irgendwann tauchen sie wie Phönix aus der Asche wieder auf. Einige von ihnen mit einem neuen Look und neuem Outfit. Dazu gehört manchmal auch eine neue Frisur, eine neue Brille oder die Brille verschwindet ganz oder mit einem Bart, wie bei Guttenberg nun gesichtet.

KARL-THEODOR ZU GUTTENBERG MIT BART – Finden Sie das gutt? Fragt dann auch gleich die „Hauszeitung der Regierung“ Ende April, denn der Guttenberg verweilte auf Schloss Elmau – mit Vollbart! Genau dort, wo der G7-Gipfel vom 7. bis  8. Juni 2015 tagt.

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Spitzberg Partners LLC bietet strategische Beratungen und Investmentinformationen zu europäischen und internationalen Angelegenheiten in Fragen der Politik, Wirtschaft, Technologie und Sicherheit. Herr zu Guttenberg diente als Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und später als Verteidigungsminister im Kanzlerkabinett von Angela Merkel. Als jüngster Verteidigungsminister der deutschen Geschichte leitete er die bedeutendste Strukturreform der Bundeswehr seit ihrer Gründung ein – die bis heute nicht zu Ende gebracht wurde. Ein Scherbenhaufen sondergleichen. Doch damit beschäftigt sich nach mehreren Nachfolgern nun die Uschi. Auch um die Gewehre, die nicht treffen. Ja so mancher Politiker – sorry Schuss ging daneben.

Während seiner Amtszeit und auch danach war er einer der beliebtesten Politiker Deutschlands, so in seiner eigens formulierten Beschreibung. Nun ja, Eigenlob …

Karl-Theodor zu Guttenberg war zwischen 2002 und 2011 Mitglied des Deutschen Bundestags und außenpolitischer Sprecher der vereinigten christlichen Staatsparteien. Er war auch Mitglied der parlamentarischen Versammlung des Europarats und Generalsekretär der CSU. Seehofer hätte ihn gern behalten, nun ja – Seehofer eben.

Guttenberg  wurde zum Distinguished Statesman („Angesehener Staatsmann“) des Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington D. C. ernannt und dient der Leitung der Europäischen Kommission als Senior Advisor in Fragen der globalen Internet Freiheit.  Genau so steht seine Beschreibung auf der Plattform des Unternehmertages, wo er als Referent zu dem Thema…

…“Old World – New World: Konflikte 2015-2020″ auftrat. Er kennt sich ja aus – „Fachmann” eben, das meinen auch die Unternehmerverbände.

Für den Lobbyjob zugunsten Kanadas arbeitet Guttenbergs Firma mit einer Beratungsagentur in Toronto sowie mit einer global agierenden Anwaltskanzlei zusammen. Die Allianz trägt den Titel Atlantic Advisory Partners. Guttenberg engagiert sich auch persönlich mit einem Aufritt in Frankfurt Mitte Juni, so die Wirtschafts Woche in ihrer Ausgabe 21. Papierform liegt vor.

Ja, der Guttenberg, der hat es gutt. Denn für die Lobbyarbeit erhält Spitzberg Partners zwar angeblich kein Honorar, aber seine Firma berät mehrere kanadische Unternehmen.

„Ich habe ein wunderbares Tätigkeitsfeld gefunden”: Ex-Minister Karl-Theodor zu Guttenberg will in den USA bleiben und nicht in die deutsche Politik zurückkehren. Nun ja, wer hat auch schon einmal erlebt, dass Politiker, nachdem diese von der harten Regierungsbank „DIREKT” auf die weiche Lobby-Couch gefallen sind, wieder auf die harte Regierungsbank zurückgekehrt sind?!

Karl-Theodor zu Guttenberg berät u. a. die Firma Ripple Labs, ein Unternehmen für Online-Geldtransfers. In New York fand der einstige Politiker ein neues Zuhause, lebt mit Ehefrau Stephanie und den Töchtern auf einem Anwesen etwa eine Autostunde vom Stadtzentrum entfernt. Ihre Nachbarn sind Hollywoodstars wie Meryl Streep oder Jack Nicholson. „Schaupielerviertel“ – passt!

Wäre es doch nur ein Low-Budget-Fim, in dem er mitspielen würde, aber es ist Realität! Der Ex-Minister zu Guttenberg macht Lobbyarbeit für Amerikas Nachbarn Kanada. Er hat die Aufgabe, das EU-Handelsabkommen mit Kanada zu retten. So wie er die Netzaktivisten im Internet retten soll?

Netzfrau Doro Schreier

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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Er hat aber großes, großes Glück nun dort wohnen zu dürfen, wo nicht gefrackt werden darf.

    Ich traf kürzlich einen General a.D. der mir sagte, daß K.-T. G hat die Bundeswehr ruinierte. Er hat die Intelligenz und Integration der Bundeswehr in der Bevölkerung zerstört und sie zu einer Söldnerarmee der Dummen gemacht. Skrupelos und dumm genug sich blenden zu lassen und auf das eigene Volk zu schießen. Er schloss die Kasernen und machte uns vollkommen abhängig vom Tropf der Amerikaner, um uns mit ihren Produkten, sei es Rüstungsgüter oder Nahrungsmittel abhängig zu machen. Eine eigene Rohstoffversorgung wird es dann nicht mehr geben, sondern nur Zahlemann.

    Offensichtlich hat KT noch genug Freunde, um sich auf Kosten der Steuerzahler durch füttern zu lassen.

    KT hat nur das Problem, daß er nicht mal mehr als erfolgreicher Sunnyboy angesehen wird, sondern nur noch als verzogender Fratz.

  2. Wenn es heute ein Frei-Handelsabkommen gibt, ist doch die umgekehrte Frage berechtigt: Warum gab es dann etwas früher – kein – Freihandelsabkommen, war der freie Handel gar verboten? Zu welchen Interessen? Wenn das so ist, dann steht die Frage nach dem Warum, war der freie Handel doch verboten und wer konntrollierte das? Wer bestimmte das und Warum?

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