Update – Brennender Frachter vor Helgoland – Düngemittelwolke und Explosionsgefahr

havariekommando.de

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Vor Helgoland liegt ein mit Düngemitteln beladenes Schiff führerlos in der Nordsee. Eine Gefahrenmitteilung wurde herausgegeben. 30 km westlich von Helgoland brennt die 192 m lange Purple Beach. Noch ist unklar, ob es sich um ein Feuer im Laderaum oder eine chemische Reaktion der geladenen Düngemittel handelt.

UPDATE:

Problematisch ist der Einsatz auch deshalb, weil ein Grundstoff des Düngers Ammoniumnitrat ist. Dieses Salz wird auch für die Herstellung von Sprengstoff verwendet und kann bei Hitze reagieren. Derzeit besteht nach Angaben des Havariekommandos keine Gefahr für die Umwelt. Das würde sich allerdings ändern, wenn Dünger ins Meer gelangen sollte. Außerdem hat die „Purple Beach“ 1300 Tonnen Treibstoff an Bord. In die Luft ist der Dünger bereits geraten – und zwar in Form einer nach Düngemittel stinkenden Wolke, die von der „Purple Beach“ aus inzwischen bis an die Küste gezogen ist. Quelle NDR

NDR

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Das havarierte Schiff liegt südwestlich von Helgoland. Alle lilafarbenen Landkreise sind von der Geruchsbelästigung betroffen.

Keine Explosionsgefahr, Rauchwolke massiv eingedämmt

Alle vorsorglich eingelieferten Personen wurden mittlerweile aus den Krankenhäusern entlassen. Der massive Angriff mit Wasserwerfern auf das Deck der PURPLE BEACH zeigt weiterhin Erfolg beim Eindämmen der Rauchwolke. Die NEUWERK bereitet sich für einen gezielten Kräfteeinsatz unter Verwendung von B-Schläuchen vor, hierbei wird über Mannlochdeckel der Laderaum des Havaristen gezielt geflutet. Im Laderaum befinden sich rund 5000 t Düngemittel vom Typ Nitrophoska 15+15+15+2 S.

Das Havariekommando arbeitet an einem Assessment für einen geeigneten Notliegeplatz, um zu einem späteren Zeitpunkt den Havaristen in einen sicheren Hafen zu verschleppen.

25 Luftmessstellen wurden an der Küste eingerichtet, die im Zwei-Stunden-Rhythmus kontrolliert werden. Bisher gab es keine Feststellungen oberhalb der Nachweisgrenze und Gefahr für die Atemwege und Gesundheit besteht nicht. Quelle HAVARIEKOMMANDO AKTUELL

Was ist Ammoniumnitrat?

Ammoniumnitrat besteht aus durchsichtigen, farblosen Kristallen und ist Salz, das sich aus Ammoniak und Salpetersäure bildet. Ammoniumnitrat ist Hauptbestandteil vieler industrieller Düngemittel, aus Sicherheitsgründen meist in Mischung mit Kalk. Ebenso wird es zur Herstellung von Sprengstoffen verwendet, beispielsweise für den Bergbau. Der Schmelzpunkt von Ammoniumnitrat liegt bei etwa 170 Grad Celsius. Wird es vorsichtig erwärmt, zerfällt Ammoniumnitrat in Lachgas (Distickstoffoxid) und Wasser. Durch eine starke Initialzündung beziehungsweise durch ein schnelles Erhitzen über 300 Grad Celsius explodiert es heftig.

Bericht vom 26.5.2015:

Warnung vor Geruchsbelästigung im Bereich der westlichen Nordsee

Für die Kreise Wittmund, Friesland, Cuxhaven, Ammerland, Wesermarsch und für die Städte Wilhelmshaven und Bremerhaven wurde eine Warnung ausgesprochen. Noch ist unklar, ob es sich um ein Feuer im Laderaum oder eine chemische Reaktion der geladenen Düngemittel handelt. Vor Helgoland liegt ein mit Düngemitteln beladenes Schiff führerlos in der Nordsee. Vorsorglich gab man eine Gefahrenmitteilung heraus. Die Bevölkerung wird vorsorglich gebeten, die Fenster und Türen geschlossen zu halten, da sich bei der Havarie der PURPLE BEACH eine geruchsbelästigende Wolke gebildet hat. Nach ersten Erkenntnissen besteht keine unmittelbare gesundheitliche Gefährdung.

Hintergrund der Warnung sind Meldungen aus den Städten Bremerhaven und Cuxhaven über eine Geruchsbelästigung. Bestätigt wurde diese Meldung ebenfalls vom Ölüberwachungsflugzeug des Havariekommandos. Während eines Kontrollfluges zum Havaristen konnte die Besatzung den Geruch von Düngemitteln wahrnehmen. Während der Nacht detektierte das Mehrzweckschiff die Luft am Rande des eingerichteten Sicherheitsradius (5 km). Gefahrstoffkonzentrationen konnten in der Luft nicht entdeckt werden. Das Havariekommando veranlasste weitere Messungen an Land. Bisher konnten auch hier keine Gefahrstoffkonzentrationen in der Luft festgestellt werden.

Ziel des Havariekommandos ist es, die Geruchsbelästigung zu vermindern. Hierfür sollen die Mehrzweckschiffe MELLUM und NEUWERK einen Sprühnebel aus Wasser über die austretenden Dämpfe am Havaristen legen. Quelle HAVARIEKOMMANDO AKTUELL

Nach Brand auf Frachter Purple Beach hängt Düngemittelwolke über Bremerhaven und Cuxhaven und hat nun die Ostfriesische Küste erreicht.

Am Montagabend hatte die Besatzung der „Purple Beach“ Rauch in einem der Laderäume des 192 Meter langen Frachters bemerkt. Daraufhin hatte die Crew die bordeigene Löschanlage eingesetzt und den Laderaum mit Kohlendioxid geflutet, um das Feuer zu löschen. Der Raum wurde anschließend verriegelt. Weil bei anschließenden Messungen Schadstoffe in der Luft festgestellt wurden, wurden die 22-köpfige Crew und ein Brandbekämpfungsteam vorsorglich zu Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht – insgesamt 36 Menschen. Schwer verletzt sei allerdings niemand, sagte Friedrich.

Die Lage auf der Nordsee bleibt angespannt: Noch immer steigt Rauch aus der 30 Kilometer vor Helgoland havarierten „Purple Beach“ auf. Der mit Düngemittel beladene Frachter könne nach wie vor explodieren, sagte Michael Friedrich, Sprecher des Cuxhavener Havariekommandos. Aus diesem Grund hat das Kommando einen Sicherheitsradius von fünf Kilometern um den Frachter gezogen. Derzeit könne niemand an Bord, um den Frachter zu fluten und so den Brand zu löschen. Niemand könne außerdem derzeit sagen, was im Laderaum genau passiert, so Friedrich. Zudem hat sich eine riesige Wolke gebildet, die nach Düngemitteln riecht und inzwischen bis an die Küste gelangt ist. Das Havariekommando warnt die Menschen in den küstennahen Landkreisen daher vor Geruchsbelästigung. Fenster und Türen sollten geschlossen werden, so Friedrich. Gefährlich sei die Wolke aber nicht.

Der westlich von Helgoland in Not geratene Frachter „Purple Beach“ könnte nach wie vor explodieren. Weiterhin steige Rauch aus dem mit Düngemittel beladenen Schiff in der Nordsee auf, sagte der Sprecher des Havariekommandos in Cuxhaven, Michael Friedrich, am frühen Mittwoch morgen.

Mehrere Einwohner hätten in der Nacht zu Mittwoch bei der Polizei angerufen und einen komischen Geruch in der Luft gemeldet, sagte der Sprecher des Havariekommandos, Michael Friedrich. Gefahr würde durch die Wolke allerdings nicht bestehen. Wegen des unangenehmen Geruchs wurden die Bewohner aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

85 Einsatzkräfte vor Ort

Auch jetzt noch ist die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mit drei Seenotkreuzern vor Ort im Einsatz. Außerdem überfliegt ein Ölbekämpfungsflugzeug aus Nordholz den Frachter, um die Wärmeentwicklung an Bord zu messen. Insgesamt sind fünf Rettungsschiffe und 85 Einsatzkräfte an der Bewältigung der Havarie beteiligt. Die „Purple Beach“ wird von der Hamburger Reederei Maritime Carrier Shipping betrieben. Erst vergangenen Freitag hatte das Containerschiff „Maersk Karachi“ an der Stromkaje in Bremerhaven Feuer gefangen. Dieses war bei Bergungsarbeiten ausgelöst worden. Quelle NDR 

Wegen des unangenehmen Geruchs wurden die Bewohner aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Überwachungsflugzeuge des Havariekommandos versuchen derzeit die Wolke mit Sprühwasser zurückzudrängen.

Aktuelle Informationen erhalten Sie hier: http://www.havariekommando.de/

Die Netzfrauen halten Sie auf dem Laufenden, da unser Hauptbüro sich in der Region befindet. Drücken Sie uns die Daumen, dass es nicht zu einer Explosion kommt. Wir hätten gern gewusst, wie viel Treibstoff noch an Bord ist. Wir denken da an das Unglück des Frachters vor Gran Canaria!  Siehe ÖLKATASTROPHE VOR GRAN CANARIA! 12 Quadratkilometer öliger Film.

Netzfrau Doro Schreier

Ölpest – Die Strände auf den Kanaren werden schwarz

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. In Hamburg gab es 2013 fast eine Atomexplosion während des Kirchentages:

    „Am 1. Mai 2013 lag das Schiff zur Beladung am O’Swaldkai im Hamburger Hafen. Das Schiff hatte auf mehreren Decks bereits Autos und mehrere hundert Container geladen. Es befanden sich unter anderem 8,9 t des Gefahrguts Uranhexafluorid, etwa 11 t radioaktive Brennstäbe, 3,8 t Munition sowie 180 t Ethanol an Bord.[1]

    Gegen 21 Uhr brach aus ungeklärten Gründen auf einem Fahrzeugdeck mit 70 Neuwagen[2] ein Brand aus, der sich zu einem Großbrand ausbreitete.

    Aus mehreren Stadtteilen Hamburgs wurden daraufhin im Laufe der Nacht Einsatzkräfte zusammengezogen, die Hamburger Feuerwehr schaffte schweres technisches Gerät heran. Zwei Löschboote und drei Hafenschlepper spritzen über Wasserwerfer Wasser aus dem Hafenbecken zum Kühlen von außen gegen die Bordwand. Die Feuerwehrleute an Bord des Schiffes setzten einen unbemannten, ferngelenkten Löschpanzer ein.

    Die 33 Container mit Gefahrstoffen konnten vom Terminalpersonal während des Feuerwehreinsatzes geborgen und in sicherer Entfernung auf dem Betriebsgelände gelagert werden. Weil am 1. Mai im Hamburger Hafen nicht gearbeitet wird, fehlte zunächst ein Kranführer.[3]

    Uranhexafluorid darf nicht mit Löschwasser in Kontakt kommen, aber nirgendwo in Norddeutschland stand Kohlenstoffdioxid bereit, um auf diese Weise die Flammen zu ersticken.[4] Am 2. Mai um 5.11 Uhr[5] hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle[6], nach 16 Stunden waren die letzten Brandnester gelöscht; Gefahrstoffe traten nicht aus. Von den in Brand geratenen Fahrzeugen wurden zwölf vollständig zerstört.[2]“
    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Atlantic_Cartier

    Übrigens die Strafe bzw. Ordnungswidrigkeit für die Beladung von 8,9t Uranhexaflurid, 11t Brennstäben, Munition und 180t Ethanol betrug 20 EUR und der Brand und Explosion hätte leicht das Leben von 2 Mio. Menschen auslöschen können. Also soviel wie zweimal Parken ohne Parkschein, soviel zum Thema „Verhältnismässigkeit“ der Justiz.

  2. Die Purple Beach hatte beim zerlassen des Hafens Bremerhaven 1.300 t Treibstoff geladen.
    Davon hat sie bis zur momentanen Position nur sehr wenig verbraucht.

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