Es gibt keinen Planeten B, aber einen G7-Gipfel, der pro Minute 105 000 Euro verplempert

G7 Gipfel1Nichts ist so entwürdigend wie Hunger, besonders, wenn er von Menschenhand verursacht ist. 

Wenn jemand glaubt, dass bei dem G7-Gipfel souveräne und unabhängige Regierungschefs zusammenkommen, dann irrt er sich. Die Macht ist in den Konzernetagen. Viele Konzerne stehen schon in Lauerstellung, denn es geht um Milliarden Euro und es heißt, diese im Namen des Hungers und der Gesundheit zu verteilen.

Eigentlich spricht man von Spekulation, wenn in Aktien, Devisen, Wertpapiere usw. allein aus der Erwartung investiert wird, sie später zu einem höheren Preis verkaufen zu können. Dass aber mit den Lebensgrundlagen der Menschen spekuliert wird, davon war früher nie die Rede, und wir müssen leider feststellen, dass gerade dieser Bereich zu einer Wette verkommen ist. Denn bei Nahrungsmittelspekulation zum Beispiel geht es um Wetten auf Preisänderungen bei Nahrungsmitteln – die, wie jede Wette, auch daneben gehen können. Die Leidtragenden sind die Kinder, sie müssen nicht nur hungern, nein, sie sind gezwungen, auf Grund der steigenden Preise zu arbeiten, um die Familien mit zu unterstützen. Für die Bildung bleibt keine Zeit. Es ist ein Teufelskreis, der nicht enden wird, sofern nicht endlich seitens der Verantwortlichen reagiert wird.

Die großen Konzerne setzen ihre Profitinteressen „auf Teufel komm raus“ durch – auf Kosten der Menschen, insbesondere in Afrika. Gibt es wieder mal einen Überschuss an Getreide – wetten, dass der Hunger in Afrika wieder in den Fokus gerät, zum Beispiel im Sudan oder in Äthiopien?

Das UN World Food Programme (WFP) ist die größte humanitäre Organisation der Welt. Partner ist u. a. das Unternehmen Cargill.  Hier macht man den Bock zum Gärtner.

INFOBOX

Cargill wurde 1865 gegründet und zählt heute mit einem Jahresumsatz von knapp 134 Milliarden US-Dollar zu den weltweit größten Familienunternehmen, dessen Aktivitäten den Kauf, die Verarbeitung und den Vertrieb von Getreide und Getreideprodukten, anderen landwirtschaftlichen Handelswaren und die Herstellung sowie Handel mit Vieh, Futtermitteln und Inhaltsstoffen von verarbeiteten Lebensmitteln und pharmazeutischen Hilfsstoffen umfassen. Das Unternehmen beschäftigt 143 000 Personen in 67 Ländern. Außerdem befasst man sich mit Finanzdienstleistungen, die einen Teil des Risikos im Handel abdecken. Ein Teil der Finanzdienstleistungen wurde in einen Hedge-Fonds namens Black River Asset Management ausgegliedert. Dieser verfügt über zehn Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten.

1998 kaufte Monsanto das internationale Saatgutgeschäft von Cargill außerhalb Nordamerikas für 1,4 Milliarden US-Dollar.

Wussten Sie, dass die Vergabe der Nahrungsmittelhilfe in der Vergangenheit durch agrarpolitische Interessen bestimmt war?

Früher war es Usus, Nahrungshilfen aus den Industriestaaten zu importieren!  Die Lieferungen dienten einigen Geber-Ländern zum Abbau der Agrar-Überschüsse. Weizen aus Frankreich oder Mais aus den USA wurden auf den Märkten der Empfängerländer verkauft. Mit den Erlösen konnten die Regierungen der Empfängerländer ihre Haushaltseinnahmen verbessern. Vor allem in den USA sind auch nichtstaatliche Organisationen an dem Geschäft beteiligt. Sie erhalten von der US-Regierung Nahrungsmittelhilfe geschenkt, die sie anschließend auf den Binnenmärkten der Entwicklungsländer verkaufen. Mit dem Erlös können sie ihre eigenen Entwicklungsprojekte finanzieren. Doch die Verkäufe der Nahrungsmittelhilfen waren für die Bauern in den Entwicklungsländern oft ruinös, da sie in Konkurrenz mit den Erzeugnissen der lokalen Bauern traten. Nahrungsmittelhilfe ist zudem kaum an die Essgewohnheiten der Empfänger angepasst.

Die große Mehrheit der Hungernden (98 Prozent) lebt in Entwicklungsländern, zirka 586 Millionen in Asien. Unterernährung trägt jährlich zum Tod von 2,6 Millionen Kindern unter fünf Jahren bei – ein Drittel aller Sterbefälle von Kindern weltweit!

1995 hatten schon die ärmsten der Armen kein Geld, die Agrarüberschüsse aus den reichen Ländern zu kaufen. So wurde es auch für 2010 vorhergesagt und traf tatsächlich ein. Doch warum wurde in der Zwischenzeit nichts geändert?

Schließlich waren 20 Jahre vergangen?

Was die FAO nicht mit einplanen konnte, war die Spekulation mit den Nahrungsmitteln. Institutionell ermöglicht wurde das neue Anlegerverhalten durch die Schaffung von neuen Anlageinstrumenten im Zuge der weltweiten Liberalisierung der Finanzmärkte: Exchange Traded Commodities (ETCs, seit 2006), Exchange Trade Funds (ETFs, in USA seit 1993, in Deutschland seit 2000) und Investmentzertifikate auch auf der Basis von Rohstoffen (seit den 1990er Jahren, in Deutschland insbesondere seit 2004) – mit denen Kapital gesammelt und gezielt in Rohstoffmärkte investiert werden kann.

Die Konzerne, die vom Hunger zum Beispiel in Syrien, Jemen, Kenia, Tansania, Sudan, Nepal, Algerien, Kamerun, Mali, Pakistan – sogar Spanien und vielen weiteren profitieren, können Sie der Webseite des Welthungerprogramms entnehmen.

Es taucht auch immer wieder Wilmar auf. Wilmar International Limited beliefert internationale Konzerne wie Unilever, Nestlé und Cargill. In der Dokumentations-Serie „The days of living dangerously“ (2014) wurde die Firma Wilmar kritisiert, auch auf Grund der wachsenden Klimabelastung durch Wälderverbrennung zur Herstellung von Palmöl.

Wilmar International Limited ist einer der führenden Agrarkonzerne Asiens und der weltgrößte Verarbeiter und Vertreiber von Palmöl und Laurinöl – bedeutet – Wilmar ist für das Rohden der Wälder in Indonesien verantwortlich, nimmt den Menschen die Lebensgrundlage und dieses Palmöl wird dann wieder zu den Hungergebieten in anderen Ländern gebracht – Zahlen tut es die WPF – Teil des Systems der Vereinten Nationen.

May 2015

Supplier Name Product/Service Tender Reference Total Contract Value Destination
WILMAR Palmolein Öl HQ15VEG13 US $ 8.202.184 Jemen, Kenia, Madagaskar, Nepal, Pakistan, Afghanistan, Gambia

Die G7 treffen sich am 7. und 8. Juni auf Schloss Elmau – einem Fünf-Sterne-Hotel – und auch der Hunger steht auf dem Programm – PRO MINUTE kostet dieses Event umgerechnet 105 000 Euro!
Makaber oder? Während alle fünf Sekunden ein Kind unter zehn Jahren verhungert – wird hier das Geld nur so verschleudert.
Und wer profitiert wieder von dem Gipfel? Die Konzerne – denn die haben die Macht – ansässige Regierungshäupter sind nur Marionetten, allen voran Gastgeberin Merkel.

WACHSTUMSMARKT WELTHUNGER

Die großen Konzerne sind keine Wohltäter, sondern es geht um Profitmaximierung. Da der Markt in den Industrienationen stabil bleibt und für manche Produkte sogar zurückgeht, müssen sie neue Märkte erschließen. Eine Milliarde Menschen leben weltweit unterhalb des Existenzminimums. Auch hier witttern die großen Nahrungsmittelkonzerne ein großes Geschäft.

2012 – auf dem G8-Gipfel (damals noch Russland mit dabei) im Weißen Haus saß sogar Monsanto mit am Tisch – und der Konzern verursacht nicht nur den Hunger, er profitiert auch noch davon. Siehe Die Gier nach Profit macht auch nicht vor dem WELTHUNGER halt! – Wohltat mit Profit?

G7 und die Pharmalobby

Die Bundesregierung hat das Thema auf die politische Agenda ihrer G7-Präsidentschaft gesetzt. Weitere Schwerpunkte im Bereich Gesundheit sind die Bekämpfung von Ebola und die Behandlung vernachlässigter und armutsassoziierter Krankheiten.

Bereits im Januar freute sich die Pharmalobby, Gesundheit ist ein Schwerpunkt der deutschen G7-Präsidentschaft im Jahr 2015. Die Wiederauffüllungskonferenz der globalen Impfallianz Gavi fand am 26. und 27. Januar auf Einladung der Bundesregierung und unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Merkel statt und wurde vom  Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung  mitveranstaltet.

Bei den zu erwartenden Milliarden-Umsätzen war die Begeisterung bei der Pharma groß; sie teilten mit, dass für Impfstoff-Hersteller die Beteiligung an GAVI von großer Bedeutung ist, denn die Allianz sorgt für eine stabile Nachfrage. Im Vorfeld der Geberkonferenz machten Impfstoff-Hersteller, zu denen auch Sanofi Pasteur und Pfizer gehören, Zusagen für geringe Impfstoff-Preise, denn die stehen schon lange wegen Überteuerung in der Kritik. Wenn der Umsatz steigt, dürfen die Preise gerne purzeln, denn es ist wie ein Freifahrtschein, wenn gerade Frau Merkel denen einen solchen Umsatz beschert.

„Wir wollen hier in Berlin etwas erreichen, das für die nächste Periode von 2016 bis 2020 eine gute Nachricht für 300 Millionen Kinder sein soll. Wir wollen so viele Kinder durch Impfung vor Krankheiten wie Lungenentzündung, Masern, schwerem Durchfall oder Röteln schützen. […] Wir in Deutschland haben uns angesichts der Herausforderung von Ebola dazu entschlossen, unseren Beitrag für die nächste Periode auf 600 Millionen Euro zu erhöhen”. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel bei der Gavi-Geberkonferenz am 27.1.2015

Lesen Sie dazu: Impfallianz – Bill Gates und Merkel machen Pharmakonzerne mit Impfstoffen reich – zehntausende Mädchen als Testpersonen missbraucht

Entwicklungshilfe in privater Hand

Im Zentrum der deutschen Entwicklungszusammenarbeit steht seit 2009 die Förderung von ländlicher Entwicklung und Ernährungssicherung. Im Juni 2012 gründete eine Gruppe führender deutscher Unternehmen und Verbände in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die „Deutsche Initiative für Agrarwirtschaft und Ernährung in Schwellen- und Entwicklungsländern“ (DIAE). Sie wurde im Januar 2013 in German Food Partnership (GFP) umbenannt. Die GFP ist ein Netzwerk, in dem deutsche und internationale Unternehmen der Agrar- und Ernährungsindustrie, Verbände und Stiftungen, der öffentliche Sektor sowie Unternehmen aus Schwellen- und Entwicklungsländern gemeinsam daran arbeiten, die Nahrungsmittelsicherung zu verbessern.

Die Gründungsteilnehmer der GFP seit Juni 2012 sind AGCO International GmbH, BASF, Bayer CropSience AG, BioAnalyt GmbH, DEG, GIZ, Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchtung e.V., K+S Kali GmbH, LEMKEN GmbH & Co KG, Mars Incorporate, METRO Group, Syngenta Agro GmbH und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Inzwischen sind weitere Teilnehmer der Initiative beigetreten – denn das Geschäft mit dem HUNGER ist ein andauernder Markt, wenn keine Lösungen gefunden werden.

Die GFP wird koordiniert von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und handelt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Siehe: Agrar-Monopoly in Ukraine – Monsanto realisiert Großprojekt

Bayer will Staatsgelder für Antibiotika-Forschung

Der Bayer-Konzern steht schon wieder in Lauerstellung und hofft auf Milliarden Staatsgelder für die Antibiotika-Forschung „Die Regierungen sollten die Pharmaindustrie wie in der Militärindustrie Auftragsforschung machen lassen“, sagte Bayer-Chef Marijn Dekkers in einem Interview. „Ohne staatliche Unterstützung habe die Pharmaindustrie zu wenig Anreize, neue Antibiotika für die Patienten zu entwickeln, die insbesondere in Krankenhäusern mit resistenten Keimen kämpften. Es bestehe „dringender Handlungsbedarf“, sagte der Manager. Die Aktien stiegen nach dieser Aussage, denn „The Show must go on“.

Doch auch ein anderer Pharma-Konzern erhofft sich durch den G7-Gipfel eine weitere Einnahmequelle:

Beim Pharmahersteller Sanofi lobte Kanzlerin Merkel die Kooperation von Forschern und dem Unternehmen. Dies sei „ein wegweisender Zugang, um Innovation in Deutschland zu halten“. Der Kampf gegen resistente Erreger steht auch auf der G7-Agenda.

Am 13. Mai beschloss das Kabinett die überarbeitete Deutsche Antibiotika-Resistenz-Strategie. Denn, so die Kanzlerin: „Auch wenn wir noch so sorgsam mit Antibiotika umgehen, werden Resistenzen immer wieder auftreten. Deshalb ist es notwendig, auf dem Gebiet der Antibiotika auch zu forschen. Ich freue mich sehr, dass Sanofi dies in so beeindruckender Weise tut.“ Zu Beginn ihres Besuches hatte Bundeskanzlerin Merkel eine neue Fertigungsanlage eingeweiht. Das Unternehmen hat seine Insulinproduktion erweitert und am Biotech-Standort 75 Millionen Euro investiert – Die Krankheit Diabetes ist auf Grund falscher Ernährung und Marketing der Nahrungsindustrie auf Vormarsch! – Abschaffung von Zuckerprodukten wäre günstiger – und spart Fördergelder.

INFOBOX

Sanofi (Umsatz: 32,95 Mrd. €)

Die in Paris ansässige Sanofi ging im Jahr 2004 aus der Fusion durch Sanofi-Synthélabo und Aventis hervor und stieg damit zu den Top 10 der weltgrößten Pharmakonzerne auf. Im Bereich Impfstoffe (Sanofi Pasteur) gilt das Unternehmen als Weltmarktführer. Zu den wichtigsten Medikamenten gehört das Diabetes-Therapeutikum Lantus – es ist mit Umsätzen von über 5,0 Mrd. € das weltweit erfolgreichste Diabetes-Medikament. Allerdings läuft der Patentschutz im Jahr 2015 aus. Sanofi wirbt mit den Worten  – Das Wichtigste ist die Gesundheit!

Impfstoffherstellung

Sanofi Pasteur MSD ist das einzige Unternehmen in Europa, das sich ausschließlich auf die Herstellung und den Vertrieb von Impfstoffen spezialisiert hat. Das Unternehmen ist in 19 europäischen Ländern tätig und hat zwei Ziele in den Vordergrund gerückt: Die Ausdehnung des Impfschutzes auf Krankheiten, gegen die es bisher keinen Impfstoff gibt sowie die Verbesserung bestehender Impfstoffe, um Verträglichkeit, Wirksamkeit und Akzeptanz zu optimieren. Zur Herstellung eines Impfstoffs können entweder ein abgeschwächter, ein abgetöteter Krankheitserreger oder einzelne Bestandteile eines Erregers verwendet werden. (Quelle: Sanofi)

Sanofi Pasteur, Novartis und Bill & Melinda-Gates-Stiftung

Novartis hat eine Zusammenarbeit mit Sanofi Pasteur und der Bill & Melinda-Gates-Stiftung gestartet und ist dabei, die ersten klinischen Versuche vorzubereiten. Sie sollen 2014 in Südafrika starten. [Siehe: Impfstoff-Versorgung: Bill & Melinda-Gates-Stiftung und Pharmagigant Novartis zusammen mit Brasilien]

Sanofi, Nestlé und L’Oréal

1973 erwarb L’Oréal den französischen Pharma-Konzern Synthélabo, der 1999 mit Sanofi verschmolz. Nestlé SA hielt 29,4 Prozent-Anteile an dem Kosmetikkonzern.

Christopher A. Viehbacher, Chairman, CEO Roundtable on Cancer, Chief Executive Officer bei Sanofi.. Chris Viehbacher, geboren am 26. März 1960 hat die deutsche und die kanadische Nationalität. Er ist ein Absolvent der Queens University (Ontario – Kanada) und ein Wirtschaftsprüfer.

Nach Beginn seiner Karriere bei Pricewaterhousecoopers, zwischen 1988-2008, erwarb er breite internationale Erfahrungen in Europa, in den Vereinigten Staaten und in Kanada mit der GlaxoSmithKline (GSK) Company. In seiner letzten Position war Chris Viehbacher Präsident, Pharmazeutischer Betrieb Nordamerika, Mitglied des Vorstands und Co-Vorsitzender des Portfolio Management Board.

Seit dem 1. Dezember 2008 ist Chris Viehbacher im Sanofi-Vorstand, CEO und Mitglied des Strategieausschusses. Chris Viehbacher ist Vorsitzender des PhRMA in den Vereinigten Staaten seit Dezember 2010 und wurde im Februar 2011 Vorsitzender der CEO Roundtable on Cancer gewählt.

Welche Unternehmen sind Mitglieder in der CEOI?

AC Immune, Bank of America, Banner Health, Eli Lilly, GE Healthcare, Janssen Research und Entwicklung (eine Division von Johnson & Johnson), Merck, Nestlé, Pfizer und Sanofi. [Siehe:http://www.ceoalzheimersinitiative.org/faqs#sthash.BNLfAj7T.dpuf]

Bertelsmann und Sanofi Pasteur

Prof. Dr. Dr. Uwe Bicker sitzt im VERWALTUNGSRATS VON SANOFI! Mehr dazu: Pferdefleisch: Direkt aus dem Versuchslabor im Galopp auf den Teller – Impfstoffhersteller, Nestlé und Bertelsmann …

Wie immer, man kennt sich.

Patent auf die Herstellung von Polioviren mit hohen Titern zur Impfstoffherstellung

Polio sei sehr viel ansteckender als Ebola. Das Patent besitzt Crucell. Dieser wird vom Großkonzern Johnson & Johnson kontrolliert. Seitdem arbeitet Crucell als Zentrum für Impfstoffe im Pharma-Konzern Johnson & Johnson. Partner von Crucel sind Novartis, Sanofi Pasteur und Wyeth, das ergaben die Informationen auf der Webseite des Bioparmakonzerns Crucell. Lesen Sie dazu: Patent auf Polioviren – Polioviren (Kinderlähmung) ins Abwasser gelangt

Netzfrauen Polivirus

Der Bayer-Chef geht davon aus, dass die Regierungschefs der G7-Länder auf ihrem Gipfel auf Schloss Elmau in Oberbayern über viele Milliarden Euro für die Antibiotika-Forschung entscheiden werden. „Ich rechne mit einem multinationalen Fonds für die Antibiotika-Forschung. Das kann ein Land allein nicht stemmen“. Ja, vielleicht sollte man erst mal Ursachenbekämpfung betreiben, bevor man aber-Milliarden in einen Fonds für Konzerne steckt.  Siehe auch: Pestizideinsatz führt zu Antibiotika Resistenz – Study Links Widely Used Pesticides to Antibiotic Resistance:

Auf dem G7-Gipfeltreffen auf Schloss Elmau am 7./8. Juni rückt nicht nur die Gesundheit der Menschen in den Fokus, auch der Hunger. Laut FAO, IFAD und WFP hungern immer noch 795 Millionen Menschen, davon leben 780 Millionen in Entwicklungsländern, die Dunkelziffer dürfte sogar noch höher sein, aber schon diese Zahl ist erschreckend, denn eigentlich sollte der Hunger bis 2015 abgeschafft sein. Ist er aber nicht und darum wird auch in einem Luxusschloss darüber diskutiert.

Neben Fragen der Weltwirtschaft, der Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik beraten sie dort auch über die 2015 anstehenden UN-Konferenzen zum internationalen Klimaschutz und zur Post 2015-Agenda.

Weitere Schwerpunktthemen sind:

  • Meeresumweltschutz, Meeresgovernance und Ressourceneffizienz im Bereich Umwelt,
  • Antibiotikaresistenzen, vernachlässigte und armutsassoziierte Krankheiten sowie Ebola im Bereich Gesundheit,
  • Standards in Handels- und Lieferketten sowie
  • die Stärkung von Frauen bei Selbständigkeit und beruflicher Bildung.

Die G7-Staaten beraten zudem über die Energieversorgungssicherheit, auch im Rahmen der G7-Rom-Initiative. Außerdem setzen sie den laufenden G7-Prozess im entwicklungspolitischen Bereich fort.

Hier muss erwähnt werden, dass bereits im Vorfeld alles geregelt wurde.

Bislang haben die Staats- und Regierungschefs folgender Länder zugesagt, die ebenfalls am G7-Gipfel teilnehmen.

– Äthiopien (Ministerpräsident Hailemariam Desalegn),
– Irak (Premierminister Haider Al-Abadi),
– Liberia (Staatspräsidentin Ellen Johnson Sirleaf),
– Nigeria (designierter Präsident Muhammadu Buhari),
– Senegal (Staatspräsident Macky Sall),
– Tunesien (Präsident Beji Caid Essebsi).

Lesen Sie dazu:

Wem Nestlé das Wasser abgräbt – erfindet Wasser für Reiche neu – eröffnet Abfüllanlage in Äthiopien

Syrien, Irak Ukraine: Ein bisschen Krieg geht nicht und einen guten Krieg gibt es nicht

Offener Brief von Dr. Cyril E. Broderick: Ebola von westlichen Pharmakologen und US Verteidigungsministerium (DoD) gemacht? Ebola, AIDS Manufactured By Western Pharmaceuticals, US DoD?

Neues ‘Monsanto Gesetz’ setzt Afrika unter Druck – New ‘Monsanto Law’ in Africa Would Force GMOs on Farmers

Im Namen der Weltbank: Zwangssterilisation von 300.000 indigene Frauen und 22.000 Männer in Peru – Alrededor de 300 mil mujeres y 22 mil hombres peruanos esterilizados de manera forzada continúan su lucha por la justicia

Außerdem sind die Vorsitzenden folgender Internationaler Organisationen vertreten: OECD (José Ángel Gurría), IWF (Christine Lagarde), Weltbank (Jim Kim), WTO (Roberto Azevêdo), ILO (Guy Ryder) sowie die Vereinten Nationen (Ban Ki-moon) und die Kommission der Afrikanischen Union (Dlamini Zuma).

Dazu auch: Die Vereinten Nationen (UNO) und die unselige Allianz

Wenn jemand glaubt, dass da bei dem G7-Gipfel souveräne und unabhängige Regierungschefs zusammenkommen, dann irrt er sich, die Macht ist in den Konzernetagen.

Wir haben keinen Planeten B – aber einen G7-Gipfel – der dieses Wochenende Pro Minute 105 000 Euro verplempert

Wir wollen bemerken, dass wir „alte“ Omas und Opas sind, falls es die Wiedergeburt nicht gibt, wovon wir ausgehen, betrifft uns das ganze Thema nicht mehr. Denn die Themen, die auf dem G7-Gipfel besprochen werden, sind für die folgenden Generationen gedacht. Und trotzdem kämpfen wir, oder gerade deswegen. Und was machen Sie?

Wir Netzfrauen starteten vor zwei Jahren – 120 000 Likes auf Facebook, Millionen Leser weltweit auf unserer Webseite und viele Informationen von Menschen weltweit, die uns erreichen, zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Kämpfen Sie mit, denn abgeschottet werden Sachen besprochen, die uns etwas angehen, die unser Leben bestimmen –  es hilft den großen Konzernen, aber nicht der hungernden Weltbevölkerung, und auch sonst dient alles dem Profit einiger weniger.

Wir Menschen sind zu einer Ware verkommen, an der die Konzerne, egal welcher Sparte, profitieren wollen.

Machen Sie mit, unterstützen Sie uns, wir benötigen noch „Fleißige Hände“ – für Übersetzungen, Recherchen, Korrekturen oder auch zum Beiträgeschreiben. Melden Sie sich bei uns unter info@netzfrauen.org

„Alle fünf Sekunden verhungerte letztes Jahr ein Kind unter zehn Jahren. Fast eine Milliarde ist verkrüppelt durch permanente Unterernährung. Und das auf einem Planeten, auf dem die Weltlandwirtschaft, so wie sie heute ist, problemlos fast das Doppelte ernähren könnte. Jedes Kind, das jetzt an Hunger stirbt, wird ermordet.“ Jean Ziegler

Netzfrau Doro Schreier

Es gibt keinen Planeten B!

Entwicklungshilfe – Die deutsche Wirtschaft bereichert sich auf Kosten der Armen – Kartoffelchips gegen den Hunger – The Most Absurd in Development Aid – Potato Chips Against Hunger

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Drehen wir denen doch einfach den Hahn zu! Protest und Wahlboykott! Wenn das nichts hilft…dann die Paläste!

  2. Mit diesem Geld könnten unsere Hebammen auf ewig versichert sein und die natürliche Geburt
    natürliche Menschen auf diese Welt bringen.

    Gehälter sollten nur noch bar ausgezahlt werden und die Steuern direkt an die Gemeinden gehen,
    die dann verpflichtet sind die Menschen und die Region zum Erblühen zu bringen.
    Abgegeben werden davon pauschal 10% an ein neutrales – mit Menschen aus dem Volk besetzten – Gremiums, das dann mit gesundem Menschenverstand damit wahrhaft haushaltet und nicht wie die gewissenlose Regierung das Geld über alle Maßen verschleudert/verschendet.

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