Treffpunkte der globalen Elite – Bilderberg-Konferenz 2015 in Telfs

BilderbergIn Juni 2015  trafen sich rund 140 Spitzenpolitiker, Konzern-Chefs, Top-Vertreter von Finanzindustrie, Militär sowie Geheimdiensten zur geheimen Bilderberg-Konferenz im österreichischen Telfs.

Vom 10. bis 14. Juni war das hermetisch abgeriegelte Interalpen-Hotel Tyrol bei Telfs der Sitzungsort des 63. Bilderberg-Treffens

Anwesend auf der diesjährigen Bilderberg-Konferenz waren unter anderem auch Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), Katrin Suder, Staatssekretärin im Bundesverteidigungsministerium, NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, Siemens-CEO Joe Kaeser, Deutsche Bank AG-Aufsichtsratsvorsitzender Paul Achleitner, Henry Kissinger,  Shell-Chef Ben van Beurden, OMV-Boss Gerhard Roiss und Karstadt-Eigner René Benko, Springer-Chef Mathias Döpfner, Gruner+Jahr-Chefin Julia Jäckel, der österreichische Verleger Oscar Bronner („Der Standard“), Ryanair-Boss Michael O’Leary und Beatrix der Niederlande.

Im Gegensatz zum  G7-Gipfel in Elmau, der mindestens 130 Millionen Euro für knapp 24 Stunden gekostet haben soll, als sich vom 07.bis zum 08. Juni 2015 die mächtigsten Politiker der Welt in Bayern trafen, wissen wir über die Bilderberg-Konferenz so gut wie gar nichts. Das wollen wir ändern und versuchen, Ihnen die Informationen zu diesem Treffen zusammenzutragen.

Unsere Netzfrau Andrea war vor Ort, um von den Protestaktionen zu berichten.

Bilderberg-Konferenz

Seinen Namen verdankt der Zirkel dem Hotel de Bilderberg im niederländischen Oosterbeek. Dort versammelte der Politikberater Józef Retinger erstmals 1954 Eliten aus Politik und Wirtschaft. Vielleicht auch, da für den europäischen Teil der Mitglieder sich der Skandal-Prinz Bernhard der Niederlande verantwortlich zeigte. Nachdem die Liste der Mitglieder fertig gestellt wurde, übernahm Prinz Bernhard von den Niederlanden das Amt des Ersten Vorsitzenden der Bilderberg Group. Retinger hatte von nun an den Posten des Ersten Sekretärs inne und behielt diesen auch bis zu seinem Tode. Die Runde sprach und spricht darüber, wie Europa und die USA enger zusammenarbeiten könnten. Schon damals waren die Treffen nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.
Das Treffen findet einmal im Jahr statt und dauert jeweils drei Tage.

Die Bilderberg-Konferenz wird immer als eine geheime Konferenz beschrieben. Dazu die Bilderberger:

Die Konferenz hat nie die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gesucht. Eine jährliche Pressekonferenz am Vorabend des Treffens wurde für mehrere Jahrzehnte bis in die neunziger Jahre gehalten, aber auf Grund mangelnden Interesses gestoppt. Allerdings wrden die Teilnehmerliste und die Themenschwerpunkte immer vor jeder Konferenz veröffentlicht. http://www.bilderbergmeetings.org/index.html

Anders die Konferenzen wie die in Davos: Davos 2015 – Es ist rentabler die Welt zur Hölle gehen zu lassen – It is profitable to let the world go to hell

Bilderberg-Konferenz 2015 in Telfs

Mit rund 20 Privatjets reisten die Teilnehmer des Bilderberger-Treffens in Telfs an. Auch das Bundesheer stand mit verschiedenen Luftfahrzeugmustern im Einsatz. Zur Fotostrecke: Ankunft Teilnehmer Bilderberger-Treffen 2015

Insgesamt nahmen ca. 140 Teilnehmer aus 22 Ländern teil. Wie Sie der Teilnehmerliste entnehmen können, bestand die heterogene Gruppe aus politischen Regierungsoberhäuptern und Vorständen aus Industrie, Finanzen, Wissenschaft und Medien.

Wie funktioniert das Einladungsverfahren?

Mitglieder, die an dem Treffen teilnehmen sollen, werden dem Steering Committee (Lenkungsausschuss) vorgeschlagen und an den Vorsitzenden weitergeleitet, der mit den anderen Mitgliedern des Lenkungsausschusses berät und entscheidet, ob eine Einladung ausgestellt wird oder nicht. Dieses Verfahren gibt es auch bei der Atlantik Brücke

Die Bilderberg-Konferenz ist ein jährliches Treffen, um den Dialog zwischen Europa und Nordamerika zu fördern. Das Treffen entstand aus dem Anliegen von führenden Bürgern auf beiden Seiten des Atlantiks. Beschreiben möchten wir diese Konferenz wie das der „Atlantik-Brücke“. Langjähriger Vorsitzender der »Atlantik-Brücke« war das Vorstandsmitglied des Rüstungskonzerns EADS Thomas Enders. »Atlantik-Brücke«, eine Lobbyorganisation von Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Medien. Die Sponsoren kommen vornehmlich aus dem Finanz- und Kreditwesen, der Stahlindustrie, der Rüstungsindustrie sowie der Automobilindustrie. Zudem wird die Finanzierung durch öffentliche Gelder über das Auswärtige Amt gesichert. Preisträger der »Atlantik-Brücke« sind z.B. George H. W. Bush, Condoleeza Rice, Angela Merkel und Jürgen Großmann. Der neue Landwirtschaftsminister Christian Schmidt ist seit 2006 der Präsident der Deutschen Atlantischen Gesellschaft. Hierbei handelt es sich um einen eingetragenen, gemeinnützigen Verein mit Sitz in Berlin.

Sie ist der deutsche Zweig der Atlantic Treaty Association und sieht ihre Aufgabe darin, über die Politik der NATO zu informieren und zu werben. Nennen möchten wir in diesem Zusammenhang: James L. Jones (Membership suspended during his term as National Security Advisor) !!!! NSA.  Im Februar 2009 trat James L. Jones von seinem Amt als Vorsitzender des Atlantic Council zurück, um im Kabinett von Präsident Obama als Nationaler Sicherheitsberater zu dienen. Auch Susan Rice verließ das Council und wurde US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen. Mehr zur Atlantik-Brücke erfahren Sie hier: Christian Schmidt – vom Verteidigungsministerium zum Landwirtschaftsminister – Ein Pfeiler der Atlantik – Brücke

Die erste Sitzung fand im Hotel De Bilderberg in Oosterbeek, Niederlande, vom 29. bis 31. Mai 1954 statt.  Vertreter aus wirtschaftlichen, sozialen, politischen und kulturellen Bereichen wurden eingeladen, um informelle Gespräche zu führen, um zu einem besseren Verständnis der komplexen Kräfte und der wichtigsten Trends zu gelangen, gerade in den westlichen Staaten wegen der schwierigen Nachkriegszeit.

Im Laufe der Jahre wurden die Treffen zu einem Forum für Diskussionen über eine breite Palette von Themen wie Handel, Arbeitsplätze, Geldpolitik sowie Investitions- und ökologische Herausforderungen zur Förderung der internationalen Sicherheit. Gerade im Zusammenhang mit einer globalisierten Welt ist es nicht ratsam, einseitig, sowohl in Europa als auch in Nordamerika, zu denken. – So etwa lautet der Text auf der Webseite der Bilderberger, wobei wir anmerken möchten, dass dies wohl total daneben gegangen ist, denn so viele Unruhen und Kriege, wie wir zur Zeit haben, kennen wir aus der Vergangenheit nicht. Lesen Sie dazu auch: Falkland, Jemen, Nigeria, Syrien, Irak, Ukraine … Die zahlreichen Krisenherde in der Welt und Syrien, Irak Ukraine: Ein bisschen Krieg geht nicht und einen guten Krieg gibt es nicht

Wir werden noch näher auf die Personen eingehen – zu einigen haben wir bereits geschrieben.  Bitte klicken Sie auf einen der blau hinterlegten Links, um den Inhalt zu lesen.

Castries, Henri de Chairman and CEO, AXA Group FRA
Achleitner, Paul M. Chairman of the Supervisory Board, Deutsche Bank AG DEU
Agius, Marcus Non-Executive Chairman, PA Consulting Group GBR
Ahrenkiel, Thomas Director, Danish Intelligence Service (DDIS) DNK
Allen, John R. Special Presidential Envoy for the Global Coalition to Counter ISIL, US Department of State USA
Altman, Roger C. Executive Chairman, Evercore USA
Applebaum, Anne Director of Transitions Forum, Legatum Institute USA
Apunen, Matti Director, Finnish Business and Policy Forum EVA FIN
Baird, Zoë CEO and President, Markle Foundation USA
Balls, Edward M. Former Shadow Chancellor of the Exchequer GBR
Balsemão, Francisco Pinto Chairman, Impresa SGPS PRT
Barroso, José M. Durão Former President of the European Commission PRT
Baverez, Nicolas Partner, Gibson, Dunn & Crutcher LLP FRA
Benko, René Founder, SIGNA Holding GmbH AUT
Bernabè, Franco Chairman, FB Group SRL ITA
Beurden, Ben van CEO, Royal Dutch Shell plc NLD
Bigorgne, Laurent Director, Institut Montaigne FRA
Boone, Laurence Special Adviser on Financial and Economic Affairs to the President FRA
Botín, Ana P. Chairman, Banco Santander ESP
Brandtzæg, Svein Richard President and CEO, Norsk Hydro ASA NOR
Bronner, Oscar Publisher, Standard Verlagsgesellschaft AUT
Burns, William President, Carnegie Endowment for International Peace USA
Calvar, Patrick Director General, DGSI FRA
Cebrián, Juan Luis Executive Chairman, Grupo PRISA ESP
Clark, W. Edmund Retired Executive, TD Bank Group CAN
Coeuré, Benoît Member of the Executive Board, European Central Bank INT
Coyne, Andrew Editor, Editorials and Comment, National Post CAN
Damberg, Mikael L. Minister for Enterprise and Innovation SWE
De Gucht, Karel Former EU Trade Commissioner, State Minister BEL
Donilon, Thomas E. Former U.S. National Security Advisor; Partner and Vice Chair, O’Melveny & Myers LLP USA
Döpfner, Mathias CEO, Axel Springer SE DEU
Dowling, Ann President, Royal Academy of Engineering GBR
Dugan, Regina Vice President for Engineering, Advanced Technology and Projects, Google USA
Eilertsen, Trine Political Editor, Aftenposten NOR
Eldrup, Merete CEO, TV 2 Danmark A/S DNK
Elkann, John Chairman and CEO, EXOR; Chairman, Fiat Chrysler Automobiles ITA
Enders, Thomas CEO, Airbus Group DEU
Erdoes, Mary CEO, JP Morgan Asset Management USA
Fairhead, Rona Chairman, BBC Trust GBR
Federspiel, Ulrik Executive Vice President, Haldor Topsøe A/S DNK
Feldstein, Martin S. President Emeritus, NBER;  Professor of Economics, Harvard University USA
Fischer, Heinz Federal President AUT
Flint, Douglas J. Group Chairman, HSBC Holdings plc GBR
Franz, Christoph Chairman of the Board, F. Hoffmann-La Roche Ltd CHE
Fresco, Louise O. President and Chairman Executive Board, Wageningen University and Research Centre NLD
Griffin, Kenneth Founder and CEO, Citadel Investment Group, LLC USA
Gruber, Lilli Executive Editor and Anchor “Otto e mezzo”, La7 TV ITA
Guriev, Sergei Professor of Economics, Sciences Po RUS
Gürkaynak, Gönenç Managing Partner, ELIG Law Firm TUR
Gusenbauer, Alfred Former Chancellor of the Republic of Austria AUT
Halberstadt, Victor Professor of Economics, Leiden University NLD
Hampel, Erich Chairman, UniCredit Bank Austria AG AUT
Hassabis, Demis Vice President of Engineering, Google DeepMind GBR
Hesoun, Wolfgang CEO, Siemens Austria AUT
Hildebrand, Philipp Vice Chairman, BlackRock Inc. CHE
Hoffman, Reid Co-Founder and Executive Chairman, LinkedIn USA
Ischinger, Wolfgang Chairman, Munich Security Conference INT
Jacobs, Kenneth M. Chairman and CEO, Lazard USA
Jäkel, Julia CEO, Gruner + Jahr DEU
Johnson, James A. Chairman, Johnson Capital Partners USA
Juppé, Alain Mayor of Bordeaux, Former Prime Minister FRA
Kaeser, Joe President and CEO, Siemens AG DEU
Karp, Alex CEO, Palantir Technologies USA
Kepel, Gilles University Professor, Sciences Po FRA
Kerr, John Deputy Chairman, Scottish Power GBR
Kesici, Ilhan MP, Turkish Parliament TUR
Kissinger, Henry A. Chairman, Kissinger Associates, Inc. USA
Kleinfeld, Klaus Chairman and CEO, Alcoa USA
Knot, Klaas H.W. President, De Nederlandsche Bank NLD
Koç, Mustafa V. Chairman, Koç Holding A.S. TUR
Kravis, Henry R. Co-Chairman and Co-CEO, Kohlberg Kravis Roberts & Co. USA
Kravis, Marie-Josée Senior Fellow and Vice Chair, Hudson Institute USA
Kudelski, André Chairman and CEO, Kudelski Group CHE
Lauk, Kurt President, Globe Capital Partners DEU
Lemne, Carola CEO, The Confederation of Swedish Enterprise SWE
Levey, Stuart Chief Legal Officer, HSBC Holdings plc USA
Leyen, Ursula von der Minister of Defence DEU
Leysen, Thomas Chairman of the Board of Directors, KBC Group BEL
Maher, Shiraz Senior Research Fellow, ICSR, King’s College London GBR
Markus Lassen, Christina Head of Department, Ministry of Foreign Affairs, Security Policy and Stabilisation DNK
Mathews, Jessica T. Distinguished Fellow, Carnegie Endowment for International Peace USA
Mattis, James Distinguished Visiting Fellow, Hoover Institution, Stanford University USA
Maudet, Pierre Vice-President of the State Council, Department of Security, Police and the Economy of Geneva CHE
McKay, David I. President and CEO, Royal Bank of Canada CAN
Mert, Nuray Columnist, Professor of Political Science, Istanbul University TUR
Messina, Jim CEO, The Messina Group USA
Michel, Charles Prime Minister BEL
Micklethwait, John Editor-in-Chief, Bloomberg LP USA
Minton Beddoes, Zanny Editor-in-Chief, The Economist GBR
Monti, Mario Senator-for-life; President, Bocconi University ITA
Mörttinen, Leena Executive Director, The Finnish Family Firms Association FIN
Mundie, Craig J. Principal, Mundie & Associates USA
Munroe-Blum, Heather Chairperson, Canada Pension Plan Investment Board CAN
Netherlands, H.R.H. Princess Beatrix of the NLD
O’Leary, Michael CEO, Ryanair Plc IRL
Osborne, George First Secretary of State and Chancellor of the Exchequer GBR
Özel, Soli Columnist, Haberturk Newspaper; Senior Lecturer, Kadir Has University TUR
Papalexopoulos, Dimitri Group CEO, Titan Cement Co. GRC
Pégard, Catherine President, Public Establishment of the Palace, Museum and National Estate of Versailles FRA
Perle, Richard N. Resident Fellow, American Enterprise Institute USA
Petraeus, David H. Chairman, KKR Global Institute USA
Pikrammenos, Panagiotis Honorary President of The Hellenic Council of State GRC
Reisman, Heather M. Chair and CEO, Indigo Books & Music Inc. CAN
Rocca, Gianfelice Chairman, Techint Group ITA
Roiss, Gerhard CEO, OMV Austria AUT
Rubin, Robert E. Co Chair, Council on Foreign Relations; Former Secretary of the Treasury USA
Rutte, Mark Prime Minister NLD
Sadjadpour, Karim Senior Associate, Carnegie Endowment for International Peace USA
Sawers, John Chairman and Partner, Macro Advisory Partners GBR
Sayek Böke, Selin Vice President, Republican People’s Party TUR
Schmidt, Eric E. Executive Chairman, Google Inc. USA
Scholten, Rudolf CEO, Oesterreichische Kontrollbank AG AUT
Sevelda, Karl CEO, Raiffeisen Bank International AG AUT
Stoltenberg, Jens Secretary General, NATO INT
Stubb, Alexander Minister of Finance FIN
Suder, Katrin Deputy Minister of Defense DEU
Sutherland, Peter D. UN Special Representative; Chairman, Goldman Sachs International IRL
Svanberg, Carl-Henric Chairman, BP plc; Chairman, AB Volvo SWE
Svarva, Olaug CEO, The Government Pension Fund Norway NOR
Thiel, Peter A. President, Thiel Capital USA
Tsoukalis, Loukas President, Hellenic Foundation for European and Foreign Policy GRC
Üzümcü, Ahmet Director-General, Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons INT
Vitorino, António M. Partner, Cuetrecasas, Concalves Pereira, RL PRT
Wallenberg, Jacob Chairman, Investor AB SWE
Weber, Vin Partner, Mercury LLC USA
Wolf, Martin H. Chief Economics Commentator, The Financial Times GBR
Wolfensohn, James D. Chairman and CEO, Wolfensohn and Company USA
Zoellick, Robert B. Chairman, Board of International Advisors, The Goldman Sachs Group USA

Viele der hier aufgeführten Personen finden sich auch in diesem Beitrag wieder: Konzerne und ihre Verflechtungen – was Sie wissen sollten

Der Vorsitzender Herni de Castries

Seit 2010 hat er den Vorsitz der Bilderberger inne.

Seit 2000 ist er Vorstandsvorsitzender (CEO) des französischen Versicherungskonzerns AXA und wurde 2012 in den Verwaltungsrat von Nestlé gewählt. Hier möchten wir Peter S. Kraus erwähnen, 22 Jahre bei Goldman Sachs Group Inc.. Er wurde im April 2010 von Henri de Castries zum Mitglied des Management Committee der AXA  ernannt.

Axas Großaktionär ist die Großbank BNP Paribas und der persönliche Freund von Herni de Castries ist Nicolas Sarkozy. So soll Sarkozy ihm nach dem Wahlsieg 2007 das Amt des Wirtschaftsministers angetragen haben. Damals lehnte de Castries ab. Er gilt als Machtmensch.

Mandate

  • Chairman, AXA Hearts in Aktion
  • Vorstandsmitglied Verband pour l’aide aux jeunes infirmes
  • Vorstandsmitglied, Musée du Louvre, (FR)
  • Vorstandsmitglied, Fondation Nationale des Sciences Politiques (FNSP) (FR)

Infobox:

De Castries sagte im Februar 2015, die Digitalisierung der Versicherungsbranche sei eine vorrangige Aufgabe für die Assekuranz. „Wir brauchen eine ganz neue Kultur. Wenn man so schnell sein will wie die kleinen Start-ups aus dem Silicon Valley, dann braucht man die Kultur des Silicon Valley“, sagte er. Er verteidigte die Sammlung großer Datenmengen durch die Versicherer. „Je mehr Daten wir haben, je besser wir das Risiko einer Person analysieren können, umso besser können wir bei der Verhütung von katastrophalen Entwicklungen helfen“, sagte er. „Die Möglichkeiten der Datenanalyse sind phänomenal. Das kann Ihr Leben deutlich verbessern und verlängern.“ Allerdings gebe es auch Risiken. „Das ist ein wenig so wie im Goldrausch, nur dass diesmal die Daten das Gold sind.“

Auf der Bilderberg-Konferenz waren die großen Datensammler wie Peter Thiel – Investor von Facebook und Google ebenfalls dabei, dass passt doch – denn Daten sind Gold wert. Dabei soll sogar die Smartwatch von Samsung helfen. Vorerst gilt das Angebot nur für Frankreich. Kunden erhalten Gutscheine und Rabatte, wenn sie ihr Bewegungs- und Ernährungsverhalten dokumentieren. Axa investiert dementsprechend kräftig: 800 Millionen Euro hat Konzernchef Henri de Castries für die Jahre 2013 bis 2015 bereitgestellt. Ein eigenes Labor im Silicon Valley hilft bei der Entwicklung. Dazu auch der Bericht: Wearable Technik 2.0 gibt vor, Körper und Geist zu verändern-Wearable tech 2.0 aims to alter mind, body

Weitere Gesellschaften von Axa:

DBV-Winterthur
AVS
Opodo
Deutsche Ärzte Finanz
AXA Winterthur

Die AXA Gruppe  erzielte 2014 einen Umsatz von 92 Milliarden Euro, ein operatives Ergebnis (Underlying Earnings) von 5,1 Milliarden Euro und ein Nettoergebnis (Net Income) von 5,0 Milliarden Euro. Das durch die Gruppe verwaltete Vermögen hatte Ende 2014 einen Wert von 1,3 Billionen Euro. Quelle AXA

Vorsitzende

1954 bis 1976 hatte Prinz Bernhard der Niederlande den Vorsitz inne. 1976 erfuhr das holländische Volk die Wahrheit über den Lockheed-Skandal. Die Regierung warf Prinz Bernhard vor, er habe dem Staat geschadet. Daraufhin legte der Prinzgemahl alle öffentlichen Ämter nieder, so auch den Vorsitz der Bilderberger.

INFOBOX

Der Lockheed-Skandal ging in die Geschichte ein – es ging um die Bestechung von ausländischen Politikern durch die amerikanische Lockheed Aircraft Corp., um den Absatz v. a. ihrer militärischen Luftfahrzeuge (u. a. »Starfighter«, »Hercules C-130«) zu fördern. Nach Aufdeckung dieser Vorgänge wurden Mitte der 1970er-Jahre zahlreiche Politiker der Korruption verdächtigt. Nach Ermittlungen des US-Senates zahlte der Lockheed-Konzern etwa 24,4 Mio. US-$. In die Lockheed-Affäre verwickelt, wurden der frühere italienische Verteidigungsminister M. Tanassi 1979 und der frühere japanische Ministerpräsident Tanaka Kakuei 1983 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Im Zusammenhang mit der Lockheed-Affäre trat Bernhard,Prinz der Niederlande, 1976 – nach Aufdeckung von Unkorrektheiten im Zusammenhang mit der Beschaffung von »Starfightern« – von fast all seinen Ämtern zurück.

danach übernahmen

1976  der frühere britische Premierminister Alec Douglas-Home,

1980  Walter Scheel, der frühere Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland,

1985 Eric Roll, Baron Roll of Ipsden, einer der früheren Präsidenten des Bankhauses S.G. Warburg,

1989  Peter Carington, der frühere Generalsekretär der NATO, der den Posten für zehn Jahre inne hatte.

1999 Étienne Davignon, ein früheres Mitglied der Europäischen Kommission den Vorsitz – 2012 wirkte er als Zeitzeuge in dem Dokumentarfilm „The Brussels Business – Wer steuert die Europäische Union?” mit. Seine Aussagen basierten auf seinen Erfahrungen als Kommissar für Unternehmen und Industrie von 1977 bis 1985 und als Mitglied des European Round Table von 1986 bis 2001. Siehe Skandale in der EU – Wer steuert die Europäische Union wirklich?
Die wichtigsten Diskussionsthemen in 2015 sind:

  • Künstliche Intelligenz
  • Cybersecurity
  • Chemiewaffen Bedrohungen
  • Aktuelle Wirtschaftsthemen
  • Europäische Strategie
  • Globalisierung
  • Griechenland
  • Iran
  • Mittlerer Osten
  • NATO
  • Russland
  • Terrorismus
  • Vereinigtes Königreich
  • USA
  • US-Wahlen

Zu dem Thema „Künstliche Intelligenz“ haben wir im Vorfeld bereits berichtet:

Vorsicht: Digitale Drogen auf dem Vormarsch

Thync – Stromstöße statt Kaffee

Wenn Menschen Gott spielen – Designer-Babys in Zukunft mit Unterstützung von Google auf Bestellung

Bilderbergproteste 2015 in Telfs

Nachdem ich (Anm. der Red. Netzfrau Andrea) dieses Jahr beim Protest gegen die Bilderberger in Telfs mit dabei war, möchte ich über die für mich interessantesten Aspekte dieser Protesttage kurz berichten.

linzer-fmwDie Tiroler Plattform gegen Bilderberg, die aus insgesamt 20 Organisationen besteht, hat eines auf jeden Fall geschafft: die Medien zu mobilisieren. Von APA und Reuters, über News, Standard, Puls4 und ATV bis zum lokalen Blättchen waren sehr viele Mainstream-Medien nicht nur vor Ort, sondern haben auch im Vorfeld bereits über diese „private Veranstaltung“ berichtet. Gratulation.

Was für mich erschreckend war: Am Freitag bei der Protestkundgebung vor der Hoteleinfahrt – also innerhalb des Sperrbezirks – waren wir nur rund 120 Personen, obwohl mit insgesamt 6 Fahrzeugen ge-shuttle-t wurde. Und auch am Samstag bei der offiziellen Kundgebung in Telfs waren es „gefühlt“ maximal 800 Menschen, die auf die Straße (anstatt ins Schwimmbad) gingen. Und das, obwohl Aktivisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz angereist waren.

Aktiv-ist ist der, der aktiv ist – es sind noch VIEL zu wenige aktiv. Leider. Aber es waren Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten – vom kiffenden Hippie bis zum gutbürgerlichen Spießer – aus unterschiedlichsten Altersgruppen von 4 bis ca. 80, die mit marschiert sind. Das lässt hoffen.

An beiden Tagen war die Stimmung aus meiner Sicht äußerst angenehm. Nach einigen unangenehmen Minuten am unteren Checkpoint, wo Polizisten in fast feindseliger Körperhaltung rumstanden, verlief alles sehr friedlich.
am-eingang
andrea-trifft-polizei
Die Einsatzkräfte vor Ort waren dann überaus freundlich, versorgten uns mit Wasser und entschuldigten sich fast dafür, dass sie uns aus rechtlichen Gründen beim Shuttlen nicht unterstützen dürften. Am nächsten Tag „kannten“ wir uns dann schon.
friedliche-protestantin
Ich habe mich unter den vielen „fremden“ Menschen richtig wohl gefühlt. Es war einfach nett, mal nicht ausholen und erklären zu müssen, wer die Bilderberger sind und warum ich der Meinung bin, dass derartige Treffen sich mit MEINEM Verständnis von Demokratie nicht vereinbaren lassen. Eine Haltung, die übrigens von nicht wenigen Polizisten, mit denen ich im Laufe der beiden Tagen gesprochen habe, auch geteilt wird.

Warum zahlen wir mit unseren Steuergeldern für die völlig überzogenen Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz dieser Machtelite? 2100 Polizisten, 200 km Zaun – zum Schutz der Machtelite vor friedlichen Protestlern?
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Lustig war es zu beobachten, als Mainstream-Presse auf Alternativ-Medien stieß. So machte ATV ein Interview mit Freeman von Alles Schall und Rauch – eine Szene, die ich mir nicht verkneifen konnte zu dokumentieren :-) – wobei ich prompt ebenfalls fotografiert wurde.
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Ich bin jetzt sehr auf die ATV-Berichterstattung gespannt. Das Team war von Donnerstag bis Samstag vor Ort und machte einen offenen Eindruck auf mich. Abwarten.

Schönheitsfehler aus meiner Sicht war die Anwesenheit von Kathrin Oertel, der ehemalige Mitorganisatorin der Pegida, an beiden Tagen. Die Dame hat sich zwar inzwischen offiziell von ihrem Verhalten distanziert und entschuldigt, aber richtig wohl gefühlt habe ich mich mit ihr nicht. Den meisten ging es wohl ebenso – wir blieben alle so ziemlich auf Abstand. Ihre einzige Rolle war es „rumzusitzen“ – sie diente aber dem Standard hervorragend als Aufmacher, um die Protestaktionen ins „rechte Licht“ zu setzen. Wobei die so-genannte Redakteurin am Freitag ohne den kostenlosen Shuttle-Service nicht mal vor Ort hätte sein können. Sie verschwand auch vor Ende der Veranstaltung. Aber gut – der „Inhalt“ ihres Artikels stand wohl fest, bevor die Veranstaltung beendet war. Aber gut – was soll man vom Standard auch erwarten, dessen Chef zu den regelmäßigen Teilnehmern der Bilderberger zählt.

Es gab nicht nur Sprecher – auch die Musik sorgte für gute Stimmung.

musikUnd neben Reden & Rap gab es an beiden Tagen ausreichend Zeit, sich untereinander zu vernetzen.

Vernetzung über die Grenzen der verschiedenen Gruppen hinweg: Ein weiterer positiver Aspekt, den ich mit dem Treffen verbinde! Bei der Abschlusskundgebung standen der Mitveranstalter Mesut Onay von den Grünen mit Lars Mährholz und Joe Kreisl fast einträchtig nebeneinander.

Dass die Peace-Party am Camping-Platz in Seefeld etwas verregnet war, tat der Stimmung keinen Abbruch. Nette Leute, gute Laune – Protestler wissen auch zu feiern.

Hat’s was gebracht hinzufahren?
Objektiv? Dazu kann ich nichts sagen.

Aber da es mir persönlich ein Anliegen ist, bei der Frage „Warum hast Du damals nichts getan, du hast es doch gewusst“ nicht rot werden zu müssen, war es wichtig, dass ich gefahren bin.

Netzfrau Andrea Escher (Bericht von Bilderberger-Protest) – Netzfrau Doro Schreier (Informationen)

7 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Der Verein der Besseresser und -verdiener. Ekelhaft und hassenswert. Schach ist ein Scheißspiel!!!
    Frage: Wo steht dieses Raumschiff, was die hoh(l)en Herrschaften hier regelmäßig ein- und ausfliegt?

  2. Dieser Artikel ist zu wichtig um nicht ernst genommen zu werden deshalb bitte liebe Ursula Eisenmann nochmal durchkorrigieren, da sind ein paar Sachen verrutscht und doppelt formuliert.

    • Hallo, Iris, ich habe den Artikel noch mal durchgesehen, Doppeltes gelöscht und minimale Schönheitsfehler korriert. Verrutschtes fand ich nicht. Mit Gruß – Ulla Rissmann-Telle

  3. Danke Euch Netzfrauen für den informativen Bericht.
    Und auch herzlichen Dank allen die dort waren !!!

  4. Formel / Die Zerstörung des menschlichen Sein oder das kleine Einmaleins des Untergangs.
    Wirtschaftliche Pluralität des Sein + Kapitalismus(Gier, Lüge, Betrug, Spekulation, Schulden, Zinsbetrug und hunderte Billionen ungedeckter Verrechnungseinheiten aus dem Nichts geschöpft im System) = Wirtschaftliche Singularität des Sein

  5. Diese einflussreichen Menschen haben viele Neider und Feinde und daher ist es für mich völlig verständlich, dass sie sich mit Polizei schützen wollen (-die für diese Zwecke übrigens nicht aufgestockt wird sondern regulär besoldet ist, falls jemand schreit, was das wieder für Steuern kostet). Und das weniger vor friedlichen durchgeknallten Protestlern, über die wohl eher geschmunzelt werden dürfte und allenfalls dazu gut sind, dass die Wachmänner vor Langeweile nicht einschlafen.
    Obwohl zugegebenermaßen auf den Schildern der Protestler ständig von Kämpfen die Rede ist. Also vielleicht doch nicht so friedlich? (Ein Schild hochzuhalten und etwas vom Rampenlicht der „Eliten“ zu profitieren ist für mich jedenfalls kein Kampf.) Naja, ihr werdet schon wissen was ihr da tut. Auf irgendeine Art und Weise.

  6. Pingback: Traurig! Wir haben den Kampf verloren! Öl gegen Gorillas – Oil versus gorillas – Netzberichte

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