Wearable Technik 2.0 gibt vor, Körper und Geist zu verändern – Wearable tech 2.0 aims to alter mind and body

zur englischen Version Am 1. Juni 2015 stellte Dan Wetmore das Bluetooth-Gerät von Thync vor. Es sendet elektronische Impulse an die Cranialnerven, um den Träger ruhiger oder energetischer zu stimmen, je nach getroffener Auswahl. Infrarot-Fotos zeigen die Erwärmung unter dem Gerät im Gesicht und Nacken.

Großmütter tragen Fitbit, Jawbone Armbänder gibt es an jeder Ecke und Apples smartwatch wird der Renner um die heutigen Weihnachtsgeschenke.

Dieser Bericht ist nun der Dritte Teil aus der Reihe Digitale Drogen:

Wearable Technik, also tragbare Technik, drahtlos verbundene technische Spielereien in Form von Brillen, Armbändern, Armbanduhren und anderen Kleingeräten, sind von absonderlichen und obskuren Vorrichtungen zu beliebten Kaufartikeln für den Durchschnittskonsumenten geworden; ein Zeichen, wie sehr wir uns daran gewöhnt haben, unseren Tagesablauf zu strukturieren – egal, ob es darum geht, wie gut wir schlafen bis hin zum Verbrennen von Kalorien.

Wearable Technik 2.0

Jetzt arbeiten Unternehmer daran, die Technik in neue Höhen zu bringen, indem sie Spielereien erfinden, die nicht nur Körper-Daten sammeln, sondern die den physischen und geistigen Zustand verändern können. Das ist ein bisher wenig erforschtes Gebiet, das auch das Potential hat, Schmerzen zu reduzieren und die Gehirntätigkeit zu verbessern, birgt aber auch die Angst davor, dass die technische Einmischung die Körperchemie unnötigen Risiken aussetzen könnte.

Thync, eine Neugründung von Los Gatos, stellte am 1. Juni 2015 ein Gerät vor, das elektrische Impulse an die Benutzer-Nerven sendet und so den Gemüts- und Geisteszustand verändert. Der Nutzer hat zwei Möglichkeiten: ruhiger zu werden, oder munterer. Dieser Laune-Wechsler wird durch ein drahtloses Kopfteil (am Nacken oder hinter dem Ohr zu fixieren) getragen und stimuliert die Cranialnerven, die im Gehirn münden. Ansonsten braucht der Nutzer noch ein Smartphone.

„Suchen Menschen tatsächlich nach etwas, das ihre Laune ändert?” – Luis Rincon, Mtbegründer und Direktor von Wearables.com, antwortet darauf: „Zweifellos, ja! Es gibt Konsumenten-Bedarf dafür und das seit Jahrtausenden. Neu daran ist nur, dass wir in eine Phase eintreten, in der die Technik diesem Wunsch nachkommen kann“.

Körper- und Geist-Manipulation ist ein unheimliches Terrain, aber Geräte wie Fitbit haben den Weg dafür geebnet. Mit einem wachsenden Markt und einem enormen Anstieg an Unternehmen, aber auch dem Konsumenten-Sturm auf Läden, die Neuheiten anbieten, wie im April die Apple-Watch, trachten Unternehmen wie Thync danach, aus der Masse hervorzustechen.

„Alle tragbaren Geräte heute sind Tracker”, sagt Thync-Mitbegründer Isy Goldwasser. „Unser tragbares Gerät arbeitet im Gleichklang mit dem Körper“.
Andere Firmen gehen noch einen Schritt weiter und bieten medizinische Behandlung oder Therapie an. Quell zum Beispiel, eine Firma aus Massachusetts, bietet ein Gerät an, das mit Hilfe von Elektroden Erleichterung chronischer Schmerzen für Patienten mit Fibromyalgie, Rückenschmerzen, Arthritis etc. verspricht.

Dan Wetmore demonstrates the Thync, a bluetooth connected wearable device that sends electronic pulses to your cranial nerves to either make your calmer or more energized, depending on your preference, at Thync in Los Gatos, Calif., on Monday, June 1, 2015. An electrode strip goes from the forehead to behind the ear or neck. (Jim Gensheimer/Bay Area News Group)

Dan Wetmore demonstrates the Thync, a bluetooth connected wearable device that sends electronic pulses to your cranial nerves to either make your calmer or more energized, depending on your preference, at Thync in Los Gatos, Calif., on Monday, June 1, 2015. An electrode strip goes from the forehead to behind the ear or neck. (Jim Gensheimer/Bay Area News Group)

Der Elektronen-Konsumenten-Verband sagt vorher, daß 2015 etwa 10,8 Millionen Geräte exportiert werden (2014 waren es 3 Millionen). Die Firma Gartner Technologie Forschung nimmt an, dass 2016 70 bis 100 Millionen Wearables gekauft werden. Wenn sie auch noch nicht so omnipräsent wie Smartphones sind, auf dem besten Weg dazu, es ebenso zu werden, sind sie allemal.
Technik-Investoren haben ihre kollektiven Karten auf die Wearables gesetzt; ihr Einsatz betrug vom Juli 2014 bis Juni 2015 US$ 635, hat PitchBook, ein Analyst, erhoben. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein viermal höherer Einsatz, damals wurden $ 172 Millionen eingesetzt.
„Diese Investitionshöhe zeigt, dass es sich nicht nur um eine Modeerscheinung handelt, sondern um etwas, wovon noch lange die Rede sein wird”, sagt Rincon.
Thync hat über Investoren, darunter Khosla, US$ 13 Millionen aufgebracht. Seine Gründer, Jamie Tyler, ein neurowissenschaftlicher Experte und Professor an der Arizona State University, sowie Goldwasser, ein erfahrener Techniker, haben während der letzten eineinhalb Jahre das Gerät an 3500 Menschen getestet.
„Wir haben lange gebraucht, den Placebo-Effekt auszuschalten“, sagt Goldwasser. „Die Menschen legen es an und wir haben keine Zweifel, dass es funktioniert“.

Sie haben die Abweichungen in den Körpern der Probanden untersucht: Temperatur, Körperchemie und Mimik – all das, was mittels elektronischer Impulse über das Smartphone auf die Haut übertragen wird und auf die Nerven einwirkt, die als Schnellstraße ins Gehirn dienen. Die Idee dahinter, sagen die Gründer, war, vielbeschäftigten Menschen eine Alternative zu Alkohol und Red Bull anzubieten – darauf greifen viele zurück, um sich an- oder abzuregen. Das Gerät kostet US$ 299.

„Die meisten Menschen meditieren nicht; sie haben keine Zeit dafür. Das ist schade, aber so ist die Welt, in der wir leben“, sagt Tyler.

Die Zeitung MercuryNews hat Thync ausprobiert und fand heraus, daß die „ruhigen” Vibrationen tatsächlich einen Effekt hatten. Die Atmung verlangsamte sich, Ängstlichkeit verschwand, Gesichtsanspannungen lockerten sich und Sorgen machten einer Kopf-Ruhe Platz. Aber im Gegensatz zur Meditation entstand dies von außen und fühlte sich unauthentisch an, war entsprechend leicht entnervend. Die Ruhestellung hielt nur kurz an – weniger als eine Stunde – vielleicht, weil die Stärke der Stimulation auf Minimum geschaltet war. Es handelt sich ja immerhin um Wellen, die vom Smartphone direkt in die Stirne geleitet werden.

„Vielleicht ist das aber auch nicht verrückter, als einen Haufen Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen, über die man auch nichts Genaues weiß”, sagt Steve Holmes, Intels Vizepräsident für neue Geräte. „Es nur zur Entspannung zu verwenden, wäre vorsichtig“.

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Wearable tech 2.0 aims to alter mind, body

By Heather Somerville

Posted: 06/02/2015 03:00:00 AM PDT0 Comments | Updated: 8 days ago

Dan Wetmore demonstrates the Thync, a Bluetooth-connected wearable device that sends electronic pulses to your cranial nerves to either make your calmer or more energized, depending on your preference, at Thync in Los Gatos, Calif., on Monday, June 1, 2015. Infrared photography can show how the device heats up areas of the face and neck. (Jim Gensheimer/Bay Area News Group)

LOS GATOS — Grandmothers are wearing Fitbit, Jawbone bracelets pack the shelves of big-box stores and Apple’s smartwatch is expected to be one of the most coveted Christmas gifts this year.
Wearable technology — wireless-connected gadgets that come in the form of eyeglasses, bracelets, wristwatches and other small accessories for the body — have gone from nerdy and outlandish devices to popular purchases for the average consumer, a sign of how comfortable we have become with tracking our daily activities, whether it’s how well we sleep or how many calories we burn.

Now entrepreneurs are working to push the technology to new heights, creating gadgets that don’t simply collect data on the body but can alter the user’s physical and mental state. It’s a largely underexplored area that offers the potential to alleviate pain and improve brain functionality, but also carries a host of concerns about whether using startup technology to change our body chemistry poses unnecessary risks.
Thync, a Los Gatos startup, is launching publicly Tuesday with a device that sends electricity to the user’s nerves to alter their mood and mental state. The user has two options: become calmer or more energized. The mood-altering fix is delivered through a Bluetooth-connected headpiece, a strip attached to the neck or behind the ear to stimulate nerves that emerge directly from the brain, and a smartphone.

„Are people looking for some sort of stimulant to alter their mental state? Unequivocally, yes,“ said Luis Rincon, co-founder and CEO of Wearables.com, a research and review site. „So there absolutely is a consumer appetite for this, and that’s been the case for millenniums. What’s new is we are now entering a phase where technology can provide that stimulant.“

Mind and body manipulation can be scary terrain, but easy-to-use devices such as Fitbit have paved the way for wearables 2.0. With a growing market and explosion of new companies — not to mention the gorilla of consumer electronics storming onto the scene in April with the Apple Watch — companies such as Thync are looking to stand out from the crowd.

„All wearables today are trackers,“ said Thync co-founder and CEO Isy Goldwasser. „Our wearable is working in synergy with the body.“
Other companies are going a step further to offer medical treatment or therapy. Massachusetts-based Quell, for instance, sells a wearable that uses electrodes to provide chronic pain relief for those with fibromyalgia, sciatica, arthritis and other ailments.

Dan Wetmore demonstrates the Thync, a bluetooth connected wearable device that sends electronic pulses to your cranial nerves to either make your calmer or more energized, depending on your preference, at Thync in Los Gatos, Calif., on Monday, June 1, 2015. An electrode strip goes from the forehead to behind the ear or neck. (Jim Gensheimer/Bay Area News Group)

Dan Wetmore demonstrates the Thync, a bluetooth connected wearable device that sends electronic pulses to your cranial nerves to either make your calmer or more energized, depending on your preference, at Thync in Los Gatos, Calif., on Monday, June 1, 2015. An electrode strip goes from the forehead to behind the ear or neck. (Jim Gensheimer/Bay Area News Group)

The Consumer Electronics Association predicts 10.8 million wearable devices will ship in 2015, up from more than 3 million last year. Technology research firm Gartner predicts that 70 million to 100 million devices will be purchased in 2016. While not yet as ubiquitous as the smartphone, wearables are on their way.
Tech investors have thrown their collective hat in the wearable ring — to the tune of $635 million from July 2014 through June 1, according to PitchBook, a research and data provider. That’s a nearly fourfold increase from the previous year, when VCs invested $172 million in the space.
„That level of investment shows us that it’s not just a fad, and it’s something that’s going to be around for a long time,“ Rincon said.
Thync has raised $13 million from investors including Khosla Ventures. Its founders, Jamie Tyler, a neuroscience expert and Arizona State University associate professor, and Goldwasser, a longtime tech executive, have spent the last year and a half testing the device on 3,500 people.
„We spent a very long time trying to beat the placebo effect,“ Goldwasser said. „People can put it on and we don’t have any doubt that it’s working.“
They have tracked changes in users‘ temperature, body chemistry and facial expressions — all of which are altered as electrical pulses from an iPhone are transmitted into the skin and through the nerves that act as superhighways to the brain. The idea, the founders said, was to give busy people an alternative to alcohol or Red Bull — which many professionals use to wind down or rev up. The device starts at $299.
„Most people don’t meditate; most people don’t have the time,“ Tyler said. „It’s sad, but that’s the world we live in.“
This newspaper tried Thync, finding the „calm“ vibrations did indeed have an effect: Breath slowed, anxiety disappeared, facial tension relaxed and worries gave way to a still mind. But unlike meditation, the sensation arrived as an outside force and felt inauthentic, and therefore slightly unnerving. And the sedateness lasted only briefly — less than an hour — perhaps due to keeping the strength of the electrical stimulation at a minimum. These are, after all, electronic currents from a cellphone going directly into one’s forehead.

„It’s probably no more crazy than taking a bunch of supplements that you don’t really know anything about,“ said Steve Holmes, Intel’s vice president of new devices. „But just to do it recreationally, I would be cautious.“

Netzfrau Lisa Natterer
deutsche Flagge

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1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll: Auf der einen Seite hat es ja schon was Witziges, wie technikgläubig – vielleicht sogar technikabhängig – viele Menschen sind. Denn dass es einen Markt für solcherlei „Frankenstein-Geräte“ gibt, ist klar. Traurig macht mich aber, dass es viele natürliche Möglichkeiten zur Entspannung und Konzentrationssteigerung gibt (Meditation, Autogenes Training, Klangmassagen, Progressive Muskelentspannung, Reiki, Achtsamkeitsübungen usw.), die tatsächlich funktionieren und die – ganz nebenbei – auch zu einer persönlichen Weiterentwicklung beitragen können. Das sollte inzwischen bekannt sein. Aber wahrscheinlich entsprechen diese natürlichen und ganzheitlichen Möglichkeiten nicht dem in unserer Gesellschaft propagierten Lifestyle des „immer schneller, immer effektiver, immer funktionstüchtiger“. Schade um die Menschen, die sich davon nicht lösen können.

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