Rückstände in Früchten? Abwasser aus Fracking auf Äckern in Kalifornien – California Farms Are Using Drilling Wastewater to Grow Crops

california-droughtzur englischen Version Kalifornien befindet sich im vierten Dürrejahr in Folge. 80 Prozent der kalifornischen Ölproduktion und 45 Prozent der Agrarproduktion stammen aus diesem Bundesstaat. Kaliforniens Gouverneur hatte ab Juni eine Reduzierung des Wasserverbrauchs um 25 Prozent angeordnet.

Bisher bestraften einige Bezirke und Städte, darunter Glendora und San Bernardino, ihre Einwohner für vernachlässigte und unansehnliche Gärten. Der Gouverneur des US-Westküstenstaates unterzeichnete ein Gesetz, das Kommunen künftig verbietet, derartige Strafen zu verhängen. Dafür gibt es nun Geldbußen, wenn sie Rasen sprengen.

Jetzt im Sommer übersteigen die Temperaturen häufig 40 Grad. Früher bewässerten die Landwirte ihre Felder mit dem Wasser aus den Flüssen. Doch die Pegel der Gewässer sind dramatisch gesunken. Auch das Grundwasser wird knapp: Schon jetzt sind mehr als tausend Brunnen in der Region ausgetrocknet. Auf der Suche nach neuen Quellen greifen einige Landwirte inzwischen auf das Abwasser aus der Ölindustrie zurück. Die Umweltschützer schlagen Alarm.

Der Artikel von Bloomberg lässt hoffen – selbst in den USA scheint man langsam zu merken, dass die Ressourcen – seien es Öl oder Gas, aber insbesondere Wasser – nicht endlos vorhanden sind. Welche Maßnahmen dort anfangen, an Bedeutung zu gewinnen, zeigt Ihnen die Übersetzung des Artikels, der Anfang Juli erschienen ist.

Die andauernde Trockenheit in Kalifornien zwingt die Ölriesen, ein Problem zu lösen, mit dem sie schon seit Jahrzehnten kämpfen: Was soll man mit den Milliarden Gallonen von Abwassern machen, die jedes Jahr aus den Brunnen kommen?

Lese-Empfehlung

Im Moment verfügt der Bundesstaat Kalifornien nur noch über ein Jahr an Wasserreserven in seinen Speichern und die strategische Notversorgung, das Grundwasser, verschwindet gleichzeitig rasant.

Es gibt keinen Plan B für eine dauerhafte Dürre wie im Moment (von einer 20+ Jahre anhaltenden Dürrekatastrophe ganz zu schweigen) – außer, dass alle im Notfallmodus verharren. Lesen Sie dazu Nur noch ein Jahr Wasserreserve für Kalifornien – California has about one year of water left

Die Bohrteams im Golden State haben Unmengen dieser Flüssigkeit in Abfallbrunnen zurückgepumpt. Nach vier Jahren Trockenheit bemühen sich die Unternehmen, ihr Wasser zu recyceln oder es an die ausgedörrten Farmen zu verkaufen. Damit will die Branche gerichtlichen Auseinandersetzungen und neuen Regulierungen zuvorkommen. Dieser Trend kann sich auf die Ölstandorte im ganzen Land auswirken. Nachdem Fracking für einen enormen Anstieg beim Wasserbedarf sorgt, gibt es für die Unternehmen überall zunehmende Probleme, ob in Texas, Colorado oder Pennysylvania. Kalifornien soll nun zum Inkubator für Konservierung werden, ein Ansatz der bis dato noch keine Bedeutung in anderen Teilen der USA gewinnen konnte.

Die Bohrfirmen haben kaum eine Wahl. Die rund 50 000 Abwasserbrunnen des Landes wurden dieses Jahr genauestens überprüft, nachdem die Regulatoren feststellten, dass man den Unternehmen die Entsorgung der Abwässer in der Nähe von Trinkwasserquellen zu Unrecht genehmigt habe. Umweltgruppen hatten den Bundesstaat verklagt, um diese Praxis bei rund 2500 Brunnen, die am meisten gefährdet sind, zu unterbinden.

Sollten die Umweltschützer gewinnen, steigen die Preise für die Entsorgung und die Bohrungen für Chevron Corp., Linn Energy LLC und andere Unternehmen könnten sich für Monate verzögern. Das zumindest stellten  Brandon Barnes und Matthew Kerner, Analysten bei Bloomberg Intelligence, am 12. Juni in ihrem Bericht fest.

Erhaltung wird wichtiger

Konservieren ist „auf einmal bei jedem ins Bewusstsein gedrungen“, sagt Laura Capper, Gründerin der Firma CAP Resources aus Houston, die die Branche im Bezug auf Wassernutzung berät. „Wir können jetzt zahlreiche Nachrüstungprogramme erwarten. Wer nicht bereits recycelt, wird jetzt umrüsten.”

Sarah Nordin, eine Sprecherin von Linn, ging nicht auf Anfragen ein, bei denen ein Kommentar auf die Klagen erbeten wurden. Cam Van Ast, Sprecher bei Chevron wollte es ebenfalls nicht diskutieren.

In San Joaquin Valley im Herzen Kaliforniens, pumpte Chevron letztes Jahr rund  8 Milliarden Gallonen behandelten Wassers auf die Felder von Pistazien- und Mandelbauern. California Resources Corp., der größte Ölförderer des Landes, will die Wassermenge, die man an Farmer verkauft, vervierfachen. Das teilte CEO Todd Stevens den Investoren im April bei einer Konferenz mit.

Water Defense, eine Umweltschutzgruppe, hinterfragt, ob das seitens Chevron an die Bauern verkaufte Wasser zu einer chemischen Verunreinigung der Lebensmittel führen könnte. Die örtlichen Verantwortlichen für Wasserqualität hatten das Unternehmen zu Tests verpflichtet. Laut Chevron habe man alle Standards gemäß der Genehmigung eingehalten.

Wasserflüsse

Eines der größten Probleme der Branche stellt die Frage dar, wie man mit den Sturzfluten natürlichen Wassers, das gemeinsam mit Öl und Gas aus den Bohrungen kommt, umgehen soll. Mitglieder der Western States Petroleum Association, einer Gruppe der wichtigsten Bohrfirmen inklusive Chevron und CRC, werden dieses Jahr laut einer eigenen Studie über 92 Milliarden Gallonen Abfallwasser an die Oberfläche holen.

Das Wasser ist normalerweise zu salzig, um es als Trinkwasser zu verwenden. In einigen Teilen des Staates kann man es behandeln, sodass es für den Einsatz in der Landwirtschaft nutzbar wird. Der Großteil wird jedoch entweder für Bohrungen verwendet oder in Abfallbrunnen entsorgt.

Das kann sich dank Unternehmen wie OriginClear Inc. ändern. Das Unternehmen aus Los Angeles vergibt Technologie-Lizenzen, mit denen Abfallwasser durch elektrische Pulsierung gereinigt wird. OriginClear habe bereits auf Grund seiner Technologie mit zahlreichen kleinen und großen Bohrfirmen Kontakt, so die Aussage von William Charneski, Senior Vice President des Unternehmens in einem Interview in Dallas.

Andere Unternehmen setzen auf Technologien, mit denen ölverschmutze Böden bearbeitet oder Abfallwasser gereinigt werden, sagt der Analyst von Bloomberg Intelligence Barnes.

Noch mehr Recycling

„Falls Kalifornien die Wiederverwendung von Wasser bei den Bohrungen zur Pflicht macht, könnte das dem Recycling in der gesamten Ölindustrie einen massiven Impuls geben, andere Gesetzgeber in anderen Staaten werden vermutlich folgen“, sagt Chris Robart, einer der Geschäftsführer des Marktforschungsunternehmens IHS Inc. aus Englewood, Colorado.

Eine Lektion lernt man von den Ölfeldern: Für die Wiederverwendung von Abfallwasser beim Bohren sind keine umfangreichen und teuren Reinigungsmaßnahmen notwendig. Kostengünstigere Methoden haben sich als ausreichend erwiesen und können dazu führen, dass diese Praxis auch andernorts erfolgreich angewendet wird, so Robart. „Das Ganze ist dann nicht mehr so High-Tech“, sagt er. „Man braucht keine teuren Technologien. Sie müssen nur wirklich funktionieren, einfach und billig sein.“

Im Norden von Santa Barbara erhielt Santa Maria Energy LLC die Genehmigung für eine 8 Millionen Dollar teure Pipeline, mit der ihre Ölfelder an die lokale Wasseraufbereitungsanlage angebunden werden sollen. Das Unternehmen will aufbereitetes Wasser der Anlage in seinen Bohrungen verwenden. Laura Capper, die Beraterin aus Houston, wurde beauftragt, die Wiederverwendungsrate von Wasser von 20 % auf 90 % zu steigern: „Ich glaube, sie haben keine Wahl, sie müssen recyceln“, sagt sie. „Es ist das Richtige.“

Informationen zu Fracking:

Die Folgen – Eine Luftaufnahme des Hydraulic Fracking

Gesundheitliche Risiken: New York verbietet Fracking – Opfer aus Texas berichten – Health worries pervade North Texas fracking zone

Die Folgen – Eine Luftaufnahme des Hydraulic Fracking

Risiken beim Fracking – Familie in Texas erhält 3 Millionen $ Entschädigung – Texas Family Wins $3M Fracking-Pollution Lawsuit

CHART: Big Oil's Other Gusher

California Farms Are Using Drilling Wastewater to Grow Crops

by  and  http://www.bloomberg.com

California’s epic drought is pushing Big Oil to solve a problem it’s struggled with for decades: what to do with the billions of gallons of wastewater that gush out of wells every year.

Golden State drillers have pumped much of that liquid back underground into disposal wells. Now, amid a four-year dry spell, more companies are looking to recycle their water or sell it to parched farms as the industry tries to get ahead of environmental lawsuits and new regulations.

The trend could have implications for oil patches across the country. With fracking boosting the industry’s thirst for water, companies have run into conflicts from Texas to Colorado to Pennsylvania. California could be an incubator for conservation efforts that have so far failed to gain traction elsewhere in the U.S.

Drillers may have little choice. The state’s 50,000 disposal wells have come under increased scrutiny this year, after regulators said they’d mistakenly allowed companies to inject wastewater near underground drinking supplies. Environmental groups sued the state to stop the practice at 2,500 sites considered most sensitive.

A win for environmentalists could drive up disposal prices and delay drilling by months for Chevron Corp., Linn Energy LLC and other companies, according to a June 12 report by Bloomberg Intelligence analysts Brandon Barnes and Matthew Kerner.

Conservation Rising

Conservation is “suddenly leaping to the forefront,” said Laura Capper, founder of Houston-based CAP Resources, which advises the industry on water use. “You’re going to see a lot of retrofit programs. If they’re not already recycling, they’ll be adapting.”

Sarah Nordin, a spokeswoman at Linn, didn’t immediately return messages seeking comment on the lawsuit. Cam Van Ast, a Chevron spokesman, declined to discuss it.

In central California’s San Joaquin Valley, Chevron piped almost 8 billion gallons of treated wastewater to almond and pistachio farmers last year. California Resources Corp., the state’s biggest oil producer, plans to quadruple the water it sells to growers, Chief Executive Officer Todd Stevens told investors at an April conference.

An environmental group, Water Defense, questioned whether Chevron’s sales to farmers created the risk of industrial chemicals contaminating the food chain. The local water-quality control board ordered the company to conduct tests and Chevron says it has met all the pollution standards in its permit.

Water Flow

One of the industry’s biggest headaches is what to do with the torrents of naturally occurring “produced water” that come out of wells along with oil and gas. Members of the Western States Petroleum Association, a group of major drillers including Chevron and CRC, will unearth more than 92 billion gallons of wastewater this year, based on a May survey by the association.

The water’s typically too salty to be potable, although in parts of the state it can be treated enough for use by farmers. The vast majority of the waste is either reused for drilling or injected into disposal wells.

That may change thanks to businesses such as OriginClear Inc., a Los Angeles-based licensor of technology that purifies wastewater by zapping it with electric pulses. OriginClear has talked with a variety of small and large operators about its technology, William Charneski, OriginClear’s senior vice president, said in a Dallas interview.

Other companies are using technologies developed to treat petroleum-contaminated land to better cleanse their wastewater, said Barnes, the Bloomberg Intelligence analyst.

More Recycling

If California eventually mandates re-use of water at the well, it could energize recycling across the oil industry with other state legislatures following suit, said Chris Robart, a managing director at market-research company IHS Inc. of Englewood, Colorado.

One lesson emerging from oilfields: Operators don’t need to use expensive cleaning techniques to make wastewater suitable for drilling. Instead, less extensive but cheaper treatment is proving good enough, an insight that could help the practice take off elsewhere, Robart said.

“It’s cut out the whole high-end portion of the market,” he said. “They don’t need fancy technology. You need tried-and-true and simple and cheap.”

North of Santa Barbara, Santa Maria Energy LLC has won approval for an $8 million pipeline connecting its oilfields to a local sewage treatment plant. The company will use treated effluent from the plant in drilling operations.

Capper, the Houston consultant, has been hired to boost water recycling in one company’s fields from 20 percent to as much as 90, she said.

“I don’t think they have any choice but to recycle,” she said. “It’s the right thing to do.”

Netzfrau Andrea Escher
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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Schon mal über die Beziehung Dioxin, PAK und fracking nachgedacht bzw. Analysen gezogen?

    Wieso wurzelt eigentlich jeder Dioxinskandal in Niedersachen und wieso ist zufällig dieses Land Fracking Land Nr. 1?

  2. Der Wahnsinn ist nicht allein in den USA zu Hause! Auch hier wird Wasser verschwendet und in brütenden Mittagshitze Wasser in Massen auf furztrockene Äcker mit Kohl und anderem später im Müll wieder zu findendem am Straßenrand versprüht. Gar nicht zu sprechen von sinnlosen „Getränken“, die im Supermarkt ihrem Verfallsdatum entgegen warten. Wir werden Fracking und seine Folgen hier auch bald spüren, denn „unsere“ Regierung schert sich einen Dreck um die Bürger, die es wohl auch in der Masse nicht anders verdient zu haben scheinen…

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