Aus Fukushima nichts gelernt – Neustart der Atomenergie in Japan – Kyushu Electric eyes Tuesday restart for Sendai reactor

Fukushima7Japan will das erste Atomkraftwerk seit der Fukushima-Katastrophe wieder hochfahren. Ausgerechnet nahe vulkanischem Gebiet.
Das Kernkraftwerk Sendai ist in der Stadt Satsumasendai in der Präfektur Kagoshima gelegen. Die Anlage ist 1,45 km² groß und liegt am Fluss Sendai. Sie gehört der Kyūshū Denryoku. English

Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima im März 2011 wurde das Kernkraftwerk abgeschaltet. Am 9. Oktober 2014 genehmigte die japanische Atomaufsichtsbehörde eine Wiederinbetriebnahme. Am 31. Oktober 2014 stimmten auch die lokale Versammlung und am 7. November 2014 der Gouverneur von Kagoshima der Wiederinbetriebnahme zu.

Am 23. September 2014 trafen sich rund 16 000 AKW-Gegner im Kameido-Chuo-Park in Tokio, um lautstark gegen die sich anbahnende Wiederinbetriebnahme des AKW Sendai zu protestieren. Sie konnten es nicht fassen, nachdem die Regierung ihre Pläne bekannt gab.

Noch sind alle 48 Reaktoren außer Betrieb. Die NRA testet derzeit 20 Reaktoren in insgesamt 10 Atomkraftwerken auf ihre Sicherheit. Die Stresstests werden bereits seit Monaten durchgeführt. Und auch das AKW Sendai wird 2015 wieder ans Netz gehen. In Japan stehen die Zeichen auf Wieder-Hochfahren. So hat die nukleare Regulierungsbehörde (NRA) am 10. September grünes Licht für das AKW Sendai bei Kagoshima gegeben, wie die Mainichi Shimbun berichtete. Dieses berichteten wir im Oktober 2014 Fukushima: Wiederinbetriebnahme AKWs – 16.000 Menschen protestierten

Nun wird es Wirklichkeit. Mehrere Medien berichten, dass das Kernkraftwerk Sendai wirklich wieder hochgefahren werden soll. Begleitet wird diese Aktion mit Protesten, wie Sie den beigefügten Twittermeldungen entnehmen können.

Nach der Katastrophe von Fukushima haben viele Japaner gegen Atomkraftwerke in ihrem Land protestiert, manche sogar geklagt. Zwar wurden zunächst alle AKW abgeschaltet. Doch in Kürze wird das erste wieder in Betrieb genommen – gegen alle Widerstände und Bedenken. Erst am 07.August 2015 berichteten wir Netzfrauen, dass die Atomkontrolleure den Grenzwert für maximale Strahlendosis auf 250 Millisievert erhöhen.  Das Nuclear Regulation Authority’s Radiation Council hat festgelegt, dass Mitarbeiter von Atomkraftwerken in Japan bei Notsituationen mehr als der zweifachen Menge an Strahlung ausgesetzt werden dürfen als bisher. Der Grenzwert für Strahlenbelastung bei Notsituationen wird von derzeit 100 Millisieverts auf 250 Millisieverts erhöht. Das gab das Radiation Council in einem Bericht bekannt, der am 30.7. veröffentlicht wurde. Fukushima – Atomkontrolleure erhöhen Grenzwert für maximalen Strahlendosis auf 250 Millisieverts – Nuclear watchdog proposes raising maximum radiation dose to 250 millisieverts

Kyushu Electric eyes Tuesday restart for Sendai reactor

.japantimes.co.jp

Kyushu Electric Power Co. is planning to restart the No. 1 reactor at its Sendai nuclear plant in Kagoshima Prefecture as early as Tuesday, sources said Friday.

That would make it the first reactor to be brought back online since the country’s new safety standards were introduced more than two years ago.

The last nuclear power reactor in operation in Japan was shuttered in September 2013. The new nuclear safety standards, introduced in July of that year, were compiled following the triple-meltdown crisis at Tokyo Electric Power Co.’s Fukushima No. 1 nuclear plant, which was damaged in the March 2011 earthquake and tsunami.

On Monday, Kyushu Electric will conduct a safety check of control rods that will be placed into the Sendai No. 1 reactor.

If no problems are found with the control rods, the utility, which serves Kyushu’s southwestern region, will reactivate the reactor, the sources said.

The company had informed the Nuclear Regulation Authority it planned to restart the reactor on Monday or later.

The Sendai No. 1 reactor was shut down in May 2011, shortly after the quake and tsunami that devastated the Tohoku region.

Kyushu Electric filed for the NRA’s safety screening of the reactor in July 2013 following the introduction of the new regulatory standards.

The No. 1 unit passed the screening in September 2014, becoming the first to receive the NRA’s safety approval among reactors for which checks were sought.

Before the March 2011 disaster, nuclear energy accounted for 39 percent of all power generation at Kyushu Electric. The firm has two nuclear power plants — the Sendai plant and the Genkai plant in Saga Prefecture.

Following the suspension of the plants, Kyushu Electric, like other utilities, increased its thermal power generation.

But the company’s fuel costs for thermal power generation ballooned, reaching 678.4 billion in fiscal 2014, which ended in March this year. That is up 2.4-fold from fiscal 2010’s level. The huge costs have heavily weighed on its earnings.

The company is aiming to shore up its earnings by reactivating idled nuclear power reactors. Kyushu Electric expects that the restart of the Sendai No. 1 reactor will save the company about  7.5 billion a month. deutsch

Netzfrau Doro Schreier

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4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. „Der Grenzwert für Strahlenbelastung bei Notsituationen wird von derzeit 100 Millisieverts auf 250 Millisieverts erhöht.“

    Man vergleiche diesen Wert mit den derzeit akzeptierten Millisievert-Grenzen von Astronauten während des Zeitraums ihrer Berufsausübung. (Antwort: 1000 bis 4000 Millisievert). Kein weiterer Kommentar.

    • Wollen Sie zum Mond fahren? Wir nicht – daher kommen wir mit den akzeptierten Millisievert nicht in Kontakt – kein weiterer Kommentar

      • Sowohl Mondfahrer als auch diejenigen, die sie dorthin schicken, sind verantwortungsvolle Leute. Der Vergleich der Grenzwerte zeigt insofern, dass 250 Millisievert nicht wirklich ein Grund zur Beunruhigung sind.

        P.S.
        Dass Sie nicht zum Mond wollen, ist Ihre private Lebensentscheidung und für eine objektive Risikobewertung irrelevant.

  2. da kann man mal sehen wie glaubwürdig shinzo abe ist als er mit der aussage eine atomwaffenfreie welt forderte,ob hochangereichert oder nicht bei einer atomkatastrophe ist die auswirkung schrecklich-

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