Dringender Aufruf! Bienenkiller-Verbot droht zu kippen!

Bienen88In Großbritannien dürfen wieder Bienenkiller-Pesitzide versprüht werden – trotz eines EU-weiten Verbots. Besonders pikant: Überzeugen ließ sich die britische Regierung von Bayer und Syngenta — beide Firmen nahmen an einem entscheidenden Treffen über die Erlaubnis der sogenannten Neonikotinoide teil.

Um das Bienensterben einzudämmen, hat die EU vor zwei Jahren einige bienenschädliche Pflanzenschutzmittel verboten. Das Teilverbot zeigt nun Teilerfolge,  Bienenforscher hoffen deshalb, dass das Verbot verlängert wird und die Schutzmaßnahmen ausgedehnt werden. Doch nun müssen wir Netzfrauen feststellen, dass die Chemieriesen ganze Arbeit geleistet haben, damit diese verbotene bienenschädliche Neonikotioide wieder erlaubt werden. 

Fordern Sie die EU-Kommission auf, das Verbot der Bienenkiller-Pestizide zu erneuern und die Bienen auch in Zukunft zu schützen!

Noch dieses Jahr endet das zweijährige Teilverbot.

Einer eventuellen Weiterführung des Verbots geht noch eine abschließende Evaluierung der Verbotsmaßnahmen voraus, welche den Mitgliedsländern und der EU-Kommission vorgelegt wird. Wir Nezfrauen hoffen, dass die Teilverbote bleiben werden – alles andere wäre ein Rückschritt. Außerdem sind die meisten Neonicotinoide weiterhin erlaubt, welches ebenfalls von der Europäischen Kommission in dem Verbot mit einbezogen werden muss.

«Syngenta, Bayer, BASF – The bee-killers» sind große multinationale Firmen, welche hochgiftige systemische Pestizide herstellen und verkaufen. Diese Pestizide sind für das Massensterben von Bienen und anderen Bestäubern mitverantwortlich, die für Umwelt, Landwirtschaft und die globale Nahrungsmittelproduktion wichtig sind. Das Geschäft mit den für Bienen tödlichen Pestiziden garantiert den Unternehmen einen Profit in Milliardenhöhe. Auf der anderen Seite liegt der ökonomische Nutzen der Bestäubung bei 265 Milliarden € pro Jahr. Die meisten Pflanzen und ein Drittel unserer Nahrung sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen.

Es ist Zeit, den Bienenmord zu beenden! Es ist Zeit für ein Totalverbot der Pestizide!

Das Bienensterben hat eine bedrohliche Geschwindigkeit und Menge angenommen – und es sind die Neonicotinoide, die in diesem Zusammenhang immer genannt werden. Bienen sind aber nicht deren einzige Opfer. „Neonic“-Pestizide können auch das menschliche Hirn, das Nervensystem und die Hormonproduktion belasten.

Im Juni 2014 veröffentlichte eine internationale Gruppe unabhängiger Wissenschaftler die Ergebnisse einer Analyse von 800 im Peer-Review-Verfahren untersuchten Studien – ein massives Unterfangen, das vier Jahre in Anspruch nahm.

Ihr Resümee: „… es gibt eindeutige Belege für eine Gefährdung, die ausreicht, um gesetzliche Maßnahmen anzustoßen.“ Die durchgeführte Auswertung hebt die hohen Risiken hervor, nicht nur für Bienen, sondern für weitere Nützlinge wie z.B. Schmetterlinge, Regenwürmer und Vögel.

Andere Studien haben ergeben, dass Neonics die landwirtschaftlichen Erträge nicht unbedingt steigern. Warum werden sie immer noch bei uns verwendet? Letztes Jahr gab es in Europa ein Moratorium über die Verwendung von drei Neonics bei Getreide, das Bienen anzieht. [Wie oben berichtet, klagen die Agrarchemie-Konzerne BASF, Bayer und Syngenta gegen die EU-Kommission] [Siehe: Nach Syngenta klagt nun auch BASF gegen EU-Pestizid-Einschränkungen – und nehmen Bienensterben weiterhin in Kauf]

Immer wieder haben wir über das Sterben der Bienen berichtet. Dieses Jahr sind bereits Millionen von Bienen verendet. Werden wir bald Verhältnisse wie in China haben und müssen mit der Pinzette das Bestäuben übernehmen?

An die EU-Kommission- Retten Sie unsere Bienen! Erneuern Sie das Verbot von Bienenkiller-Pestiziden!“

Weil diese Nervengifte für Bienenvölker tödlich sind, hatte die Europäische Kommission sie 2013 zunächst für zwei Jahre weitgehend verboten.

Noch dieses Jahr entscheidet sie über eine Verlängerung des Verbots — und wir können davon ausgehen, dass Bayer und Co. alles dafür tun werden, dass ihre Bienengifte wieder auf den Feldern versprüht werden. Verteidigen wir das EU-Verbot und verhindern wir, dass Bayer mit seiner Lobbyarbeit auch auf EU-Ebene Erfolg hat!

Bienen sind für 80 Prozent der weltweiten Bestäubung verantwortlich. Getreide, Gemüse, Obst — jedes dritte pflanzliche Nahrungsmittel, das wir zu uns nehmen, hängt von der Arbeit von Bienen ab. Es ist daher nicht übertrieben zu sagen, dass das weltweite Bienensterben unser Überleben und das unserer Kinder gefährdet.

Deshalb ist klar: Wir können nicht zulassen, dass auf unseren Feldern Pestizide versprüht werden, die Bienen töten.

Neonikotinoide gefährden das Überleben von Bienenvölkern, das haben wissenschaftliche Studien hinlänglich belegt. Schlimmer noch: Eine neue Studie zeigt, dass diese Pestizide auch anderen wichtigen Bestäubern schaden: Hummeln, Schmetterlingen, Motten — sie alle fallen Neonikotinoiden zum Opfer.

Um so wichtiger ist es, dass wir den Bienenschützern in der EU den Rücken stärken und das EU-weite Verbot dieser Substanzen verteidigen.

Klicken Sie hier, um die EU Kommission aufzufordern, die Bienenvölker weiterhin zu schützen.

Ungeachtet der wissenschaftlichen Belege für die schädliche Wirkung ihrer Neonikotinoide halten Bayer und Co. an diesen Produkten fest. Doch nicht nur das: Bayer, Syngenta und BASF gehen sogar so weit, die EU-Kommission für ihr vorübergehendes Verbot vor dem Europäischen Gerichtshof zu verklagen.

Um dem rücksichtslosen Vorgehen der Agrarriesen Paroli zu bieten, engagieren sich SumOfUs-Mitglieder weltweit für den Schutz der Bienen. Zehntausende unserer Mitglieder haben zu dem öffentlichen Druck beigetragen, der die Baumarktkette Lowe’s dieses Jahr zu einem Verkaufsstopp bienengefährdender Pestizide bewegt hat.

Und auf der diesjährigen Hauptversammlung von Bayer haben wir für ordentlich Wirbel gesorgt: Mit kreativem Protest und einer Rede vor den Bayer-Aktionären haben wir auf die Verantwortung des Konzerns für das Bienensterben aufmerksam gemacht.

Senden wir jetzt der EU-Kommission eine klare Botschaft: Wir können ohne das Gift von Bayer, Syngenta und Monsanto leben — aber nicht ohne Bienen. Nur wenn wir europaweit lautstark protestieren, haben wir eine Chance, die Bienen zu schützen.

Rufen Sie die EU-Kommission jetzt dazu auf, das Verbot von Neonikotinoiden zu erneuern!

In Großbritannien dürfen wieder Bienenkiller-Pesitzide versprüht werden — trotz eines EU-weiten Verbots. Besonders pikant: Überzeugen ließ sich die britische Regierung von Bayer und Syngenta — beide Firmen nahmen an einem entscheidenden Treffen über die Erlaubnis der sogenannten Neonikotinoide teil. Pikant auch der Wissenschaftliche Skandal in Großbritannien 

Netzfrau Doro Schreier

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3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. „Das Teilverbot zeigt nun Teilerfolge“, heisst es im Artikel. Wo sind die behaupteten Erfolge des Neonikotinoid-Verbots? Gibt es auch nur einen einzigen Hinweis darauf, dass es den Bienen besser geht als vor dem Verbot? Das europa-weite Bienen-Monitoring-Programm COLOSS hat gerade den Bericht über die Winterverluste 2014/15 herausgegeben: „The overall proportion of colonies lost (including colonies with unsolvable queen problems after winter) was estimated as 17.4 %, which was twice that of the previous winter.“ Das heisst, dass im letzten Winter doppelt so viele Honigbienen eingegangen sind wie 2013/2014, bevor das Verbot wirksam wurde (das Neonicotinoid-Verbot galt ja erst nach dem Einwintern der Bienen 2013). Gleichzeitig hat bei Raps das Verbot der Saatgut-Beizung zu grossen Schäden an den Kulturen durch Insekten geführt, welche die Landwirte nur durch deutlichen Mehreinsatz herkömmlicher Insektizide einigermassen unter Kontrolle halten konnten: „In Großbritannien bedeutet dies eine Verdopplung, in Deutschland hat sich der Insektizideinsatz sogar vervierfacht. “ (Kleffmann Group, 14.04.2015). Ob das für die Bienen wohl besser ist?

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