The Drinkable Book – Water is Life – Wasser bedeutet Leben

WasserlSauberes Wasser ist Leben – Viele von uns finden es selbstverständlich, Wasser zur Verfügung zu haben – in Form von Leitungswasser, Wasserflaschen, Trinkbrunnen. Wissen Sie, dass unser Toilettenspülwasser sauberer ist als das trübe, keimbelastete Wasser, das mehr als einer Milliarde Menschen als einzig verfügbares zur Verfügung steht? English

Die Statistiken zeigen es auf:

  • Durchfall ist eine der Hauptursachen für weltweite Todesfälle von Kindern unter 5 Jahren.
  • Jährlich sterben 1,5 Millionen (fast eines von fünf) Kindern an Durchfallerkrankungen.
  • 780 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser
  • Alle 21 Sekunden stirbt ein Kind an Durchfall
  • Geschätzte 4100 Kinder unter 5 Jahren sterben weltweit jährlich an Durchfall.
  • 90% der durch Durchfall zu Tode gekommenen Menschen sind Kinder unter fünf Jahren.
  • Welche Auswirkungen hat das auf Bildung, Wirtschaft und Gesellschaftsleben?
  • Bis zu sechs Stunden täglich verwenden Frauen und Mädchen darauf, Wasser zu holen. Das macht zusammen 200 Millionen Stunden pro Tag weltweit.
  • 50% aller Schulen weltweit haben keinen Zugang zu Wasser oder sanitäre Anlagen, womit Krankheiten vermieden werden könnten.
  • Könnten 15 bis 20 Minuten Fußwege zu Wasserquellen eingespart werden, würden Mädchen 12% mehr Zeit in der Schule verbringen können.
  • 45% der Durchfallerkrankungen könnten vermieden werden, wenn geeignete Desinfektionsmittel die Wasserqualität verbessern würden.
  • 150 Millionen Menschen könnten vom Hunger befreit werden, wenn Frauen den selben Zugang zu Ressourcen – Wasser eingeschlossen – hätten wie Männer. Dies würde auch ihre Farmerträge um 20 bis 30% steigern.
  • 443 Millionen Schultage gehen jährlich durch Krankheiten verloren, die durch verunreinigtes Wasser entstehen, und somit behindert dies auch den Lernerfolg der Kinder.

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Wasser – Ein Buch rettet Leben

Das trinkbare Buch, entwickelt von Dr. Theresa Dankovich, gibt auf jeder Seite Informationen zu sauberem Trinkwasser mit einer Anleitung in Englisch und der jeweiligen Landessprache zur Handhabung des Buches.

Am 17. 8. 2015 wurde dieses Buch in einer Pressekonferenz der ACS in Boston anlässlich einer Konferenz der Amerikanischen Chemischen Gesellschaft vorgestellt.

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Das Drinkable BookTM  hat heraustrennbare Seiten, die mit Bakterien-tötenden Metall-Nanopartikeln imprägniert sind. Obwohl seit Jahrhunderten bekannt war, dass Silber und ähnliche Metalle fähig sind, Bakterien abzutöten, kam nie zuvor jemand auf die Idee, sie auf Papier aufzubringen, um so Trinkwasser filtern zu können. Während ihrer Doktoratsstudien an der McGill-Universität fand sie heraus, dass dickes Filterpapier, das mit Silber-Nanopartikeln versetzt wurde, eben diese Filteraufgabe erfüllen kann und eine große Zahl an Mikroorganismen, inklusive Bakterien und einige Virusarten aus dem Wasser eliminiert.

In Feldstudien in Bangladesch, Südafrika und Ghana bestätigten sich ihre Forschungsergebnisse. Sogar ungeklärtes Abwasser, in dem Millionen von Bakterien waren, konnte gefiltert werden. Sie begegnete Einwänden, dass sich Silber- und Kupfer-Nanopartikeln aus dem Buch lösen und so über das Trinkwasser in den menschlichen Körper gelangen könnten mit der Erklärung, dass die freigesetzten Mengen nicht gesundheitsgefährlich seien.

Eine Buchseite kann bis zu 100 l Wasser filtern, sodass eine Person damit bis zu vier Jahre Zugang zu sauberem Wasser erhält.

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Wasser3Sample page of The Drinkable Book™ – photo courtesy Brian Gartside

Derzeit fertigen diese Bücher noch die Studenten von Dr. Theresa Dankovich, die Organisation „Water is Life“ will aber die Produktion und den Vertrieb übernehmen. Auch gibt es bereits Prototypen eines „tragbaren Strohhalmes“. Dies ist ein röhrenförmiger Behälter, in dem Jodkristalle die Reinigung des aufgenommenen Wassers besorgen. Sie haben eine Lebensdauer von ungefähr 800 l Wasser.

Ihr Team arbeitet an weiteren Lösungen, wie z. B. an Aufsätzen für Wasserbehälter. In Haiti hat Water is Life solarbetriebene Filteranlagen geliefert, die pro Tag 5000 Gallonen, d. h. 18 927,0589 l gefiltertes Wasser produzieren.

Laut Unicef ist die Versorgung mit Wasser seit 1990 zwar verbessert, 1,2 Millionen Menschen haben leichteren Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen. Allerdings ist die Weltbevölkerung seither auch gewachsen – um über eine Milliarde auf über 7,3 Milliarden. Die UNO rechnet mit einem Zuwachs bis 2020 mit 79 Mio pro Jahr, bis 2050 wird die Weltbevölkerung wenigstens 9 Milliarden betragen.

Die Länder südlich der Sahara leiden am stärksten unter Wassermangel. Dort verfügt im Durchschnitt nur jeder zweite Mensch über ausreichend Trinkwasser. Die Bewohner Südasiens haben mit Abstand den schlechtesten Zugang zu sanitären Einrichtungen. Nur jeder Dritte verfügt über eine Latrine. Alleine im ländlichen Indien haben 600 Millionen Menschen keine Toiletten.

Die Folgen von verschmutztem Wasser und mangelnder Hygiene

Unterschieden wird zwischen wasserbedingten Krankheiten und Krankheiten auf Grund mangelnder Hygiene.

Wasserbedingte Krankheiten:

Jemand trinkt verunreinigtes Wasser, kommt damit in Hautkontakt oder wird durch Übertragungstiere angesteckt.

Dazu zählen:

  • Durchfallerkrankungen: 1,8 Millionen Todesfälle pro Jahr, 90 Prozent davon bei Kindern unter fünf Jahren.

Einfache Hygienemaßnahmen wie Händewaschen mit Seife könnten die Zahl der Durchfallerkrankungen um 40 Prozent reduzieren.

  • Malaria:1,3 Millionen Todesfälle pro Jahr, 90 Prozent davon bei Kindern unter fünf Jahren. Der Malaria-Erreger wird durch die Anopheles-Mücke übertragen, die sich in stehenden Gewässern vermehrt.

Kanalisation und die Trockenlegung von Sümpfen könnten die Krankheit erheblich eindämmen.

  • Wurmerkrankungen:133 Millionen Menschen leiden an Darmwürmern. 9400 Todesfälle gibt es pro Jahr.
  • Arsenvergiftungen: In einzelnen Regionen von Argentinien, Bangladesch, Chile, China, Indien, Mexiko, Thailand und den USA ist das Grundwasser durch Arsen vergiftet. Allein in Bangladesch sind zwischen 28 und 35 Millionen Menschen betroffen. Die Folgen sind Hautveränderungen und später häufig Arsenkrebs.
Krankheiten, die durch mangelnde Hygiene entstehen:

Es fehlt an Wasser, um Körper, Kleidung und das Haus sauber zu halten. Exkremente werden nicht hygienisch entsorgt. Zu den Krankheiten zählen:

  • Bilharziose/Schistosomiasis: 500 Millionen Erkrankungen pro Jahr, oft mit Folgeerkrankungen wie Blindheit oder Wurmbefall der inneren Organe. Die Parasiten gelangen über die Ausscheidungen erkrankter Personen in den Wasserkreislauf. Deshalb ließen sich Bilharziosedurchfälle durch bessere sanitäre Einrichtungen um mehr als die Hälfte reduzieren.
  • Hepatitis A: 1,5 Millionen Fälle pro Jahr. Der Erreger der Leberentzündung Hepatitis A wird mit dem Stuhl ausgeschieden. Hygienische Latrinen tragen deshalb erheblich zur Eindämmung der Krankheit bei.
  • Trachom:146 Millionen Menschen sind weltweit mit dem Trachom-Erreger infiziert und können erblinden. Rund sechs Millionen Menschen leiden an Beeinträchtigungen ihrer Sehfähigkeit durch die Krankheit. Trachom ist eine hochansteckende Augeninfektion. Die Erreger werden durch direkten Kontakt mit infizierten Personen, Fliegen oder Gegenständen wie Handtücher oder Waschlappen übertragen. Bessere Hygiene könnte die Zahl der Ansteckungen um bis zu 27 Prozent senken.

Durch bessere Wasserversorgung und Hygiene, insbesondere durch einfaches Händewaschen mit Wasser und Seife, ließe sich die Anzahl der Durchfallerkrankungen um bis zu 45 Prozent senken.

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Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) braucht der Mensch mindestens 20 Liter sauberes Wasser am Tag, um gesund leben zu können: Drei bis fünf Liter zum Trinken und Kochen, den Rest für die Hygiene. Ohne einen Brunnen oder Wasseranschluss in der Nähe sind selbst diese Mindestmengen für viele Familien nicht zu beschaffen.

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Wasserknappheit nimmt zu

„Kein Zugang zu sauberem Wasser bedeutet, dass Menschen mehr als einen Kilometer von der nächsten sicheren Wasserstelle entfernt sind – kein Zugang zu Sanitärversorgung bedeutet, dass in Slums wie Kibera in Nairobi die Menschen Plastiktüten als „fliegende Toiletten“ benutzen und diese dann an den Straßenrand werfen.“

So drastisch beschreibt der „Bericht über die menschliche Entwicklung 2006“ des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen die Misere. Sauberes Trinkwasser und der Zugang zu Latrinen und Abwasserentsorgung sind Grundvoraussetzungen für Gesundheit und Entwicklung. Doch während die Weltbevölkerung weiter wächst, wird das Wasser immer knapper. Immer mehr Regierungen bekennen sich deshalb inzwischen zu einer nachhaltigen Wasserwirtschaft. Zielvorgabe ist die UN-Millenniumserklärung, nach der bis zum Jahr 2015 der Anteil der Menschen ohne ausreichend sauberes Wasser und ohne hygienische Sanitäreinrichtungen halbiert werden soll. Bis 2025 soll jeder Mensch Zugang zu sauberem Trinkwasser, Latrinen und Abwasserentsorgung haben. Dies erfordert verstärkte Anstrengungen, denn bis zum Jahr 2025 wird auch die Weltbevölkerung um voraussichtlich 30 Prozent zunehmen.

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Zum Weltwassertag im März vermeldete Unicef:

„Ende dieses Jahres laufen die sogenannten „Millenniums-Entwicklungsziele“ aus. Mit ihnen hatten sich die Vereinten Nationen unter anderem vorgenommen, die Zahl der Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser von 1990 bis 2015 zu halbieren. Dieses Ziel wurde sogar schon fünf Jahre vor Ablauf der Frist erreicht, 2,3 Milliarden Menschen haben seit 1990 Zugang erhalten. Nur in drei Ländern – der Demokratischen Republik Kongo, Mosambik und Papua Neuguinea – hat mehr als die Hälfte der Bevölkerung noch immer kein sicheres Trinkwasser.

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Damit schließt UNICEF Deutschland die erfolgreiche Kampagne „Wasser wirkt“ ab. Drei Jahre lang haben vor allem die 150 ehrenamtlichen UNICEF-Gruppen in ganz Deutschland auf das Menschenrecht auf Wasser aufmerksam gemacht und Spenden für Kinder in sechs Programmländer gesammelt.

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Im gemeinsamen Report von Unicef und WHO 2015 kann man nachlesen, dass die Länder mit den prekärsten Zuständen an öffentlichen Toiletten in Afrika und Asien zu finden sind. Zwölf davon liegen in Afrika, nur ein Land außerhalb des Kontinents: Papua Neuguinea. Der nun unabhängige Süd-Sudan führt die an Toiletten armen Länder an. Nur 6,7% seiner 8,3 Millionen Einwohner haben Zugang zu einer Toilette. Das sind gerade 556 100 Menschen, also in etwa die Einwohner von Linz und Graz zusammen teilen sich eine Toilette.

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Angesichts der Flüchtlingstragödie, die Europa inszeniert, darf man auch hier kurz darauf hinweisen, dass Menschen nicht nur vor Bomben, Terror, IS und Verfolgung fliehen, sondern vielleicht auch den Wunsch haben, menschenwürdig leben zu können.

Wasser ist Leben!

Bildergebnis für Drinkable Book

“Drinkable Book” That Turns Raw Sewage Into Drinking Water

 By Joe Carter

Lack of clean drinking water is one of the greatest public health problems on the planet. Around the world there are 750 million people—approximately one in nine—who lack access to safe water, and millions will die each year from a water related disease.

But a new “drinkable book” may soon provide an inexpensive way for the poor to get potable water. While getting her PhD in chemistry, Theresa Dankovich invented both a bactericidal silver nanoparticle paper, pAge, and an environmental-friendly method to produce the silver nanoparticles, using cheap and benign chemicals and processing.

The pages contain silver nanoparticles, which are lethal for bacteria. Only very small quantities of silver are required due to the use of nanoparticles, which have a highly toxic effect specific towards microorganisms at low concentrations. At the low levels of silver used in the papers, a very small amount of silver is released into the drinking water, which meets the EPA and WHO recommendations.

Dankovich has used the pAge for paper in The Drinkable Book™, a collaboration with WATERisLIFE. Printed on the pages are instructions for using the paper and for preventing water from becoming contaminated.

“All you need to do is tear out a paper, put it in a simple filter holder and pour water into it from rivers, streams, wells etc and out comes clean water – and dead bacteria as well,” Dankovich told BBC news.

According to her tests, one page can clean up to 25 gallons of water. A book could filter one person’s water supply for four years. deutsch

Netzfrau Lisa Natterer

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1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich kann leider nicht zur Gänze nachvollziehen, warum diesem Buch mit Filtereigenschaften so viel Bedeutung beigemessen wird. Habe da jetzt schon mehrere Artikel zu gelesen, aber der Aha-Effekt bleibt bisher aus.
    Die Idee mit den Buchseiten mag neu sein, aber Silber wird doch prinzipiell schon sehr lange zum Filtern verwendet, nahezu jeder brauchbare Filter arbeitet damit.
    Auch preiswerte, kompakte Filtermodelle, speziell für massenhaften Einsatz in Krisengebieten, gibt es schon länger.
    Vielleicht sollten sich die Damen und Herren Erfinder lieber mal die ein oder andere Doku darüber ansehen, wie, und vor allem durch wen, das Wasser in all diesen Regionen verschmutzt wird, westliche Industrie lässt grüßen. Dies betrifft auch die Knappheit des Wassers, welches allzuoft durch Fabriken abgeschöpft wird, so dass die einfache Bevölkerung nur noch die verschmutzten Reste genießen darf, oder gezwungen ist, sich privatisiertes Wasser in Flaschen zu kaufen. Das muss man sich mal reinziehen, die Industrie stiehlt das Wasser dieser Regionen für ihre Produktion, teilweise eben sogar Wasser in Flaschen, und sorgt so dafür, dass die Menschen vor Ort dieses produzierte Wasser kaufen müssen. Perfekt pervers. Darf ich hier Namen nennen? Na sicherheitshalber sag ich mal nur, dass eine bekannte Firma mit N anfängt und hierzulande vor allem für Süßigkeiten geliebt wird.
    Bei den Ursachen muss man ansetzen. Würde vor meiner Nase eine Firma das Wasser aus der Leitung abzapfen, um es mir anschließend in (Plastik!!)Flaschen zu verkaufen, wüsste ich was ich täte. Aber deshalb geht das ja auch nur in Ländern, die wir besetzt und am Boden halten.

    Hinsichtlich der Ungefährlichkeit von Silber und anderen Stoffen, die während des Filterprozesses ins Wasser gelangen, habe ich auch enorme Zweifel. Ich habe einen passenden Filter hier, um damit mein Leitungswasser zusätzlich zu filtern, mich aber noch nicht getraut ihn in Betrieb zu nehmen. Zu wenig ist mir der Bereich erforscht. Stellt sich dann in zwanzig Jahren heraus, hey Leute, wir haben die Langzeitfolgen von Silber unterschätzt, tut uns Leid, aber wir haben da schon das passende Gegenmittel, das gibt es für Arme umsonst, und für Wohlhabende sogar ohne Nebenwirkungen..
    So bleibt das Ding zunächst Krisenvorsorge, während ich mich nach bezahlbarem Biowasser umsehe. Für Tipps wäre ich sehr dankbar. Biowasser in dem Sinne gibt es ja nicht, bzw. wird mit dem Begriff Schindluder getrieben. Trinkbares, bezahlbares Wasser ohne Gift, aus Glasflaschen, das wär`s:)

    Und ich hoffe es werden keine Sümpfe trockengelegt. Wenig genug sind übrig. Das wäre wie Arm abhacken weil der Finger entzündet ist.

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