Illegale Preisabsprachen – Kartelle auf Kosten der Kunden

cartelsMangelnder Wettbewerb und Preisabsprachen führen zum Nachteil der VerbraucherInnen. Die großen Konzerne kaufen kleinere Firmen und steigern so Marktanteile und Macht. Sie können damit die Preise, Geschäftsbedingungen und zunehmend auch die politischen Rahmenbedingungen diktieren.

Das Bundeskartellamt verhängte im Januar 2014 wegen verbotener Preisabsprachen bei Bier gegen die Brauereien Bitburger, Krombacher, Veltins, Warsteiner und Barre sowie gegen sieben verantwortliche Manager Bußgelder in einer Gesamthöhe von 106,5 Millionen Euro.

„Jede Branche ist anfällig“

Der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, im Interview mit der Pforzheimer Zeitung über Preisabsprachen:

„Über die Vielfalt der Absprachen ist man manchmal schon überrascht. Es heißt ja, es gebe bestimmte Branchen, die anfälliger für Kartelle seien. Wenn Sie sich nur unsere Verfahren aus der jüngeren Vergangenheit einmal anschauen – Brillen, Schienen, Mehl, Flüssiggas, Tondachziegel – dann zeigt sich, dass Kartellverstöße quer durch sämtliche Wirtschaftsbereiche auftreten. Insofern halten sich die Überraschungen in Grenzen.“

Erst im Mai 2013 durften wir erfahren, dass es eine so-genannte Kartoffel-Mafia gibt, die sich infolge illegaler Preisabsprachen bei Kartoffeln 100 Millionen erbeutet haben soll: Betrug an uns Verbrauchern; denn diese Preisabsprachen führen dazu, dass wir die Zeche zahlen müssen.

2010  mussten insgesamt acht Hersteller sowie der Deutsche Kaffeeverband (DKV) rund 30 Millionen Euro Bußgeld für Preisabsprachen gegenüber Großkunden wie der Gastronomie zahlen. Zu den betroffenen Unternehmen gehörten unter anderem Tchibo, Melitta, Kraft Foods mit der Marke Jacobs Kaffee, Lavazza, Segafredo und J.J. Darboven. Straffrei ging dagegen der Münchner Kaffeeröster Dallmayr aus, der das Verfahren nach Angaben der Behörde über eine Art Kronzeugenregelung ins Rollen gebracht hatte.

500 Millionen Dollar Strafe für LCD-Preisabsprachen – höchste Kartellstrafen aller Zeiten

Wegen jahrelanger Preisabsprachen bei Flachbildschirmen hat ein US-Gericht eine der höchsten Kartellstrafen aller Zeiten gegen einen taiwanischen Hersteller verhängt. AU Optronics soll 500 Millionen Dollar zahlen (385 Mio Euro). Zudem sollen zwei frühere Topmanager des Unternehmens für drei Jahre ins Gefängnis und jeweils 200 000 Dollar berappen.

Abzocke in Deutschland: Kartelle auf Kosten der Kunden

Schokoriegel, Matratzen oder Bier – Verbraucher müssen für viele Produkte mehr zahlen als eigentlich nötig. Was nur die wenigsten wissen: In so gut wie allen Branchen gibt es illegale Kartelle, die konspirativ Preise absprechen, um mehr Profit zu machen – zu Lasten ihrer Kunden. Zahlreiche große und mittelständische Unternehmen in vielen Bereichen des täglichen Lebens bilden unzulässige Kartelle. Meist durch illegale Preisabsprachen untereinander und verbotenen Druck auf die Verkäufer. Die Hersteller und Großhändler diktieren hier die Preise, nicht der Wettbewerb!

Am Flughafen Zürich treffen sich regelmäßig die Bosse der führenden Feuerwehrfahrzeug-Hersteller – auf „neutralem“ Schweizer Boden. Dort fühlen sie sich unbeobachtet – denn was da passiert, ist illegal: Es geht um verbotene Preisabsprachen und um Preiserhöhungen. Besonders wichtig für das Kartell: die Abstimmung von Auftrags-Quoten, mit denen der deutsche Markt für Feuerwehrfahrzeuge „gerecht“ untereinander aufgeteilt wird.

Nur eine Geschichte aus der „WISO“-Dokumentation über aufgeflogene Kartelle in Deutschland, die im ZDF zu sehen war.

Die „WISO“-Dokumentation „Abzocke in Deutschland – Kartelle auf Kosten der Kunden“ veranschaulicht das Phänomen anhand exemplarischer Fälle, in denen Firmenmanager die Preise ihrer Produkte absprechen. Stichproben mit versteckten Kameras bringen weitere Erkenntnisse über kartellrechtswidrige Absprachen. In der Dokumentation von Andreas Baum kommen Ermittler, Insider, Informanten und Betroffene ebenso zu Wort wie Juristen und Verbraucherschützer.

Schokoriegel, Matratzen oder Bier – Verbraucher müssen für viele Produkte mehr zahlen als eigentlich nötig. Die investigative „WISO“-Doku zeigt auf, wie zahlreiche große und mittelständische Unternehmen in vielen Bereichen des täglichen Lebens unzulässige Kartelle bilden und so ihre Kunden massiv abzocken, meist durch illegale Preisabsprachen untereinander und verbotenen Druck auf die Verkäufer. Die Hersteller und Großhändler diktieren an der Stelle die Preise, nicht der Wettbewerb.

Die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel schreitet kontinuierlich voran. Gerade erst hat das Bundeskartellamt die Übernahme von Kaisers/Tengelmann durch Edeka gestoppt. Die Befürchtung: Zu wenig Konkurrenz für Edeka, die Preise für die Verbraucher könnten steigen. Auch andere Konzerne wie REWE haben ein Auge auf Tengelmann geworfen.

Wer künftig nicht die Nummer eins oder zwei im Regal ist, kann meist gleich wieder einpacken.Tim Crull, Chief Executive Officer Nestlé USA

Hier sein bemerkt- Nestlé ist nicht nur der weltgrößte Mineralwasserproduzent sondern auch Milchunternehmer

Netzfrau Doro Schreier 

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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Jetzt suche ich schon länger nach Neuigkeiten zur Revision Radeberger vs. Kartellamt beim OLG Düsseldorf.
    Tut sich wohl nichts. Dauert wohl ewig. Will nämlich Jever verklagen, habe da auch gute Aussichten, weil ich das quasi „im Abo“ habe und so den Nachweis führen kann, wie das Kartellamt mir riet. Anfragen an DLF und ZDF, ob sie den winzig kleinen Verbraucher da begleiten mögen, blieben unbeantwortet.
    Venceremos!

  2. Die Strafen des Bundeskartellamtes sind „zahm “ gegen die Strafen der EG . Die Autofirmen müssen hier mit Milliardenstrafen rechnen . Bei uns können sie das noch teilweise von der Steuer absetzen , sofern sie welche bezahlen . Der geschädigte Verbraucher geht aber de facto leer aus , weil die Bundesregierung immer noch nicht die Sammelklagen zulässt .Wer klagt schon als Einzelner gegen solche Multis , die dann die Streitsumme in astromische Höhe ansetzen , sodaß Du selbst bei einem Teilsieg finanziell ruiniert bist .Allerdings werden die Autofirmen ihre großen Abnehmer fürchten wie die Mietwagenfirmen , die Post,Bundesbahn usw.. Das kann sie in den Ruin treiben -und spätestens jetzt wird der Ruf nach dem Staat laut -rufen tun die Arbeitgeber und Arbeitnehmer unisono .Keine Regierung wagt sich dem dann zu widersetzen

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