Goldgrube Müll – Und täglich grüßt der Müllberg!

MüllbergMüll ist dreckig, Müll stinkt, Müll verpestet die Umwelt und Müll ist Money!

Denn mit dem, was bei uns in der Tonne landet, lassen sich wunderbar Geschäfte machen.

Schon Bill Gates erkannte früh, dass Müll ein lukratives Geschäft ist, und investierte ein Teil seines Vermögens in den Abfallspezialisten Waste Management.

Die Menschheit produziert immer mehr Müll. 1,2 Kilo pro Kopf sind es im weltweiten Durchschnitt pro Tag. In den Industrieländern soll der Höhepunkt 2050 erreicht sein.

Das US- Unternehmen Waste Management (WM) mit Sitz in Houston, Texas, betreibt 131 Recycling- und 17 Müllverbrennungsanlagen sowie 283 Deponien in den Vereinigten Staaten. (Stand:2007).Das Unternehmen betreibt seine Anlagen in 48 US-amerikanischen Bundesstaaten sowie Puerto Rico und im benachbarten Kanada. Das Unternehmen wurde 1968 durch Wayne Huizenga, Dean Buntrock und Larry Beck gegründet.

Weltweit werden etwa 1000 Milliarden Dollar mit Müll umgesetzt.

Ende des Jahrzehnts könnte es doppelt so viel sein, schätzen Analysten von Merrill Lynch. Neben der zunehmenden Weltbevölkerung treibt die Wiedergewinnung von Rohstoffen aus dem Müll das Wachstum. Bisher landen noch gut vier Fünftel der Schätze, die im Müll stecken, im Verbrennungsofen oder auf der Deponie.

Bill Gates investiert nicht nur in eine „Müllfirma“, er nimmt gleich die ganze Branche. So ist er auch seit 2003 über die Investmentfirma Cascade an Republic Services beteiligt. Unlängst stockte er seinen Anteil auf 27,65 Prozent auf. Republic Services ist die zweitgrößte Müllbeseitigungsgruppe in den USA. RSG beschäftigt 36 000 Mitarbeiter, um u. a. Abfall in Energie umzuwandeln. Das Unternehmen verbucht jährliche Einkünfte von ca. $8Mrd.

Es gab noch einen weiteren großen Konzern in der Abfallwirtschaft: Allied Waste  wurde 2008 mitten in der Rezession einfach von Republic Services übernommen. Sie sehen, auch mit dem Geschäft Müll ist es wie in den anderen Branchen auch: Man wird immer größer und so dominieren nur einige wenige den Markt.

Müllweltmeister sind die USA. Deren wachsende Bevölkerung produziert täglich mehr als 800 000 Tonnen Abfall.

Ein Deutscher  produziert am Tag 2,11 Kg Hausmüll pro Tag. Zum Vergleich Nepal produziert 0,12 kg und Kuwait 5,72 kg. Quelle

3,5 Millionen Tonnen Müll fallen weltweit an und zwar täglich. Die dadurch entstehenden Umweltschäden sind enorm. Für das Jahr 2025 seien täglich mehr als sechs Millionen Tonnen festen Mülls zu erwarten – genug, um eine 5000 Kilometer lange Reihe von Müllautos zu befüllen. Siehe dazu auch Todesfalle Müll!

Auf Grund der wachsenden Weltbevölkerung sowie des Wirtschaftswachstums und der damit einhergehenden Steigerung des Lebensstandards in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern wird die Menge des Mülls unweigerlich weiter ansteigen. Bis zum Jahr 2025 ist eine jährliche Menge an Müll von 2,6 Milliarden Tonnen prognostiziert. Schuld ist aber nicht nur die Entwicklung in den ärmeren Staaten, sondern vor allem auch das Konsumverhalten der Menschen in den Industrienationen. Eine immer kürzere Lebensdauer von allen möglichen Produkten sowie die Wegwerf-Mentalität sorgen hier für gigantische Müllberge.

In vielen Ländern wachsen die Mengen weiter, aber es gibt auch positive Beispiele.

San Francisco will den Müll auf Null reduzieren

IMG_1144In San Francisco soll sogar bis 2020 überhaupt kein Müll mehr produziert werden. Müllkippen haben dann ausgedient, denn Restmüll soll praktisch nicht mehr anfallen. „Zero Waste“ nennen die Amerikaner das. Und die Stadt ist auf einem guten Weg: 77 % des Mülls wird schon recycelt oder wiederverwertet. In der Tat ist es so, auf einer Recherche-Tour durch San Francisco war ich selbst überrascht, was alles möglich ist.

So wird zum Beispiel die Golden Gate Brücke nicht mehr dauerhaft beleuchtet, sondern wie überall in der ganzen Stadt werden nur noch die Notbeleuchtungen angeschaltet. Tagsüber wird die Stadt von vielen Touristen heimgesucht, jedoch ab 21 Uhr wird es ruhig. So wird kostbare Energie gespart.

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Und von Müll weit und breit keine Spur. San Francisco ist in der Tat eine saubere und umweltfreundliche Stadt. Das Foto zeigt den Park, in dem sich in den 60ern die Hippies trafen, für die San Francisco immer noch berühmt ist. Die Hippies werden zwar immer noch dort vermarktet, jedoch sucht man sie vergebens.

Doch eines ist geblieben: Schon seit der Hippie- und Studentenbewegung ist die Metropole etwas anders als viele amerikanische Großstädte. Die Stadt hat immer wieder neue Trends gesetzt. Jetzt gehören Recycling und Kompostieren für die Menschen hier zum Alltag. Bereits im April berichteten wir Ihnen, dass San Francisco den Verkauf von Plastik-Wasserflaschen verbietet. San Francisco ist Vorbild für viele andere Städte in den USA und immer mehr folgen dem positiven Beispiel.

Gar kein Müll ist der beste Müll

Je mehr wir konsumieren, desto mehr Müll entsteht. Ergo sollte man weniger konsumieren, um die Umwelt zu entlasten. Im Gegenteil, sagt Umweltforscher Prof. Michael Braungart. In seiner Welt ist Verschwendung kein Problem, denn dort kann man alle Verbrauchsgüter gefahrlos aufbrauchen, weil sie nützlich für die Umwelt sind und endlos wiederverwertbar.Siehe  Cradle-to-Cradle – Das Ziel: Wiederverwerten

Müll ist dreckig, Müll stinkt, Müll verpestet die Umwelt und Müll ist Money! Denn mit dem, was bei uns in der Tonne landet, lassen sich wunderbar Geschäfte machen. Was im Müll landet, ist wertlos, denken viele. Doch weit gefehlt: Mit unserem Abfall lässt sich noch eine Menge Geld verdienen, ganze Branchen leben davon. Und wie oben bereits berichtet, wissen das Bill Gates und Co. ebenfalls und investieren

Rohstoffe wie Nickel oder Kupfer werden bei der Entsorgung aus alten Elektrogeräten gefiltert und von den Unternehmen weiter verkauft. Und auch die Verbrennung von Restmüll lohnt sich. In zahlreichen Müllverbrennungsanlagen setzt die deutsche Entsorgungsbranche mittlerweile bis zu 40 Milliarden Euro jährlich um.

Auch in stillgelegten Deponien steckt viel Wertvolles. In ihren Tiefen schlummern Schätze, die es noch zu bergen gilt. Denn früher wurden nicht nur unbrauchbare, sondern auch brauchbare Sachen entsorgt. Und somit auch wertvolle Rohstoffe, wie Metallerze und seltene Erden. Wissenschaftler Prof. Stefan Gäth von der Uni Gießen soll deswegen prüfen, ob es sich lohnt, Wertstoffe aus Mülldeponien zurückzugewinnen.

Goldgrube Müll

Er stinkt zwar, aber unser Abfall ist wertvoller, als viele glauben. Nicht nur Rohstoffe bringen Geld, sondern auch unsortierter Müll. Wie sinnvoll ist unser Abfallsystem?

Unsere Wohlstandsgesellschaft ist eine Wegwerfgesellschaft, zumindest in den industrialisierten Erdteilen, in denen alles im Überfluss vorhanden ist und produziert wird. Zum einen achten die Konzerne darauf, dass Waren und Güter nur kurze Haltbarkeiten haben oder Technologien schnell veralten, damit neue Produkte weiterhin die Profite sichern. Natürlich ist nichts für die Ewigkeit bestimmt und muss allein schon deshalb irgendwann entsorgt werden. Ein Großteil dieses Abfalls ist Plastik: Plastiktüten, Plastikflaschen, Verpackungen, Elektrogeräte, Spielzeug, Automobilzubehör, Kleidung, Schuhe, Boxen, Behälter u. v. m. Welche Ironie: Sogar Müllbeutel sind aus Plastik.

„Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das Vernunft besitzt.
Aber kein anderes Lebewesen würde jemals so unvernünftig handeln.“ Peter Rosegger

Netzfrau Doro Schreier

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1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. wegwerfkultur: no-go coffee-to-go:
    die deutsche wegwerfkultur: 320.000 kaffeebecher landen jede stunde im müll.
    coffee-to-go ist auch wieder ein produkt, das die menschheit nicht braucht. erstaunlich, zu welchen leistungen der mensch bisher fähig war, ohne diese hirnrissige erfindung. alles muss “to go” sein, alles muss schnell im gehen erledigt werden. von pampers gibt es jetzt schon die windel “kack-to-go”. jedoch die, die niemals zeit haben, tun am wenigsten!

    coffee-to-go-becher sind ein wahrer fluch für unsere umwelt. in deutschland werden pro jahr 2,8 milliarden von ihnen verbraucht. für ihre herstellung sind 64.000 tonnen holz, 1,5 milliarden liter wasser, 11.000 tonnen kunststoff und eine energiemenge notwendig, mit der sich eine kleinstadt ein jahr lang versorgen liesse.

    ein pfand von 20 cent pro becher, mit rücknahmeverpflichtung der coffee-to-go-geschäfte, würde den pfandflaschensammlern zu gute kommen und manch rentner, mit mickriger rente, könnte diese mit dem sammeln und der rückgabe von pfandbechern aufbessern.
    mehr hierzu: https://campogeno.wordpress.com/2015/09/07/wegwerfkultur-no-go-coffee-to-go/

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