Typhoon Etau Vorher / Nachher Satellitenbilder – Säcke mit radioaktiv kontaminiertem Material fortgespült

Japan10Der Taifun Etau hinterlässt ein Bild der Verwüstung – Viereinhalb Jahre nach der Tsunami-Katastrophe wird Japan abermals von schweren Überschwemmungen heimgesucht. Nach Angaben des Umweltministeriums wurden in der Präfektur Fukushima durch die heftigen Regenfälle 82 Plastiksäcke mit radioaktiv belastetem Material aus Iitate in den Niida-Fluss gespült, davon habe man bereits 37 bergen können. Genaue Angaben über den Inhalt gab es dann jedoch nicht.

Langanhaltende, heftige Regenfälle sorgen für Hochwasser und Erdrutsche. Über die Ufer tretende Flüsse verursachen Chaos. Auch aus der Atomruine von Fukushima werden neue Probleme gemeldet. Immer wieder haben wir Netzfrauen auf den radioaktiven Abfall hingewiesen, ob nun die Erde, die abgetragen wurde oder das kontaminierte Wasser, welches sich auf dem Gelände der Atomruine ansammelt. Allein bis Ende September 2014 sammelten sich 33 300 Kubikmeter getragener Schutzanzüge – damit könnten siebzig 25-m-Schwimmbecken gefüllt werden.

Japanische Beamte sagen, dass die jüngsten Überschwemmungen, die von Typhoon Etau ausgelöst wurden, Fukushima nicht erreicht hätten, doch es gibt Berichte, dass die schweren Regenfälle die Entwässerung des Kernkraftwerkes zum Überlaufen gebracht hätten, wie auch neue Fotos zeigen. Und wieder – oder auch noch immer – gelangt kontaminiertes Wasser in den Ozean.

Welchen Schaden das durch die schweren Regenfälle durchgesickerte radioaktive Wasser verursacht hat, wird die Zukunft zeigen. Werden wir aber sicherlich nicht erfahren, denn 2020 findet in Tokio die Olympiade statt. Außerdem verhandeln die EU und Japan seit 2013 über ein Freihandelsabkommen, dessen Abschluss sich Merkel bis Ende des Jahres wünscht.

Wir haben Ihnen neue Informationen zusammengetragen-
Viereinhalb Jahre nach der Tsunami-Katastrophe wird Japan abermals von schweren Überschwemmungen heimgesucht. Grund diesmal ist Taifun „Etau“. Langanhaltende, heftige Regenfälle sorgen für Hochwasser und Erdrutsche. Über die Ufer tretende Flüsse verursachen Schlammlawinen, die Autos, Strommasten und sogar Gebäude hinwegreißen. Auch aus der Atomruine von Fukushima werden neue Probleme gemeldet.

Fast 4,5 Jahre sind seit der Atomkatastrophe von Fukushima vergangen. Aber noch immer verseucht hochradioaktives Wasser die Umwelt. – doch zuvor zeigen wir Ihnen die momentane Situation in Japan:

   Digital Globe und Google veröffentlichen eine Reihe von Fotos vom 11. September, die den Umfang und das Ausmaß der Überschwemmungen zeigen. Google hat eine Karte der Katastrophe erstellt und ermöglicht es, vermisste Personen zu suchen. Am stärksten betroffen waren Gebiete entlang der Kinugawa und Tone Rivers einschließlich der Stadt Joso mit einer Bevölkerung von  rund 42 000 Menschen, etwa 30 Meilen nordöstlich der Innenstadt Tokios in der Präfektur Ibaraki. Japan7 Müllsäcke mit Gras und Erde, gefüllt mit radioaktiven Substanzen, durch die Katastrophe von Fukushima AKW No. 1 entstanden, sind laut Japan Times durch die Überschwemmungen der Flüsse in Iitate, Präfektur Fukushima, gelangt, gab das Umweltministerium bekannt. Insgesamt wurden 82 der Müllsäcke entdeckt, 37 konnten bislang geborgen werden. Es handelt sich jeweils um 1000 Liter-Säcke. Obwohl unklar blieb, wie viele weggespült wurden, erklärte das Ministerium, dass es sich „nur“ um den Oberboden der Anlage handele, der nach dem Erdbeben im März 2011 und dem Tsunami beschädigte und kontaminiert war und abgetragen wurde.  Auf dem Gelände lagern – wie schon berichtet und wie auch schon im Beitrag: Die Story im Ersten: Fukushima – Unterwegs in der größten Nuklearbaustelle der Welt zu sehen war – Unmengen von radioaktivem Müll und Wasser.  

Wieder radioaktives Regenwasser in Meer gelangt:

Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO vom AKW Fukushima aktuell meldet, kam es am heutigen Freitag erneut zur Freisetzung von kontaminiertem Wasser in den Pazifik. Videoaufnahmen belegten, dass es um 3:00 Uhr, 5:20 Uhr und 6:00 Uhr jeweils zum Überlaufen von Wasser aus einer Abwasserleitung gekommen war.

AKW Fukushima: Überlaufen des Abwasserkanals K am 11. September 2015 (Video: TEPCO)

Überlaufen des Abwasserkanals K am 11. September 2015 (Video: TEPCO)

Das Wasser sei anschließend direkt ins Meer gelaufen. Zahlen zur Konzentration von Radionukliden liegen noch nicht vor. Die Krisensitation bestand somit über zweieinhalb Stunden lang. Als erste Hilfsmaßnahme wurde der Wasserfluss durch den Kanal blockiert und wurden Abpumparbeiten begonnen, sodass kein weiteres Wasser mehr ins Meer gelangte. In der Vergangenheit war es an der Abwasserleitung nach Regenfällen bereits mehrfach zum Überlaufen gekommen und im Februar war erstmals kontaminiertes Wasser ins Meer gelangt. Arbeiten, um den Verlauf des gesamten Abwasserkanals zu ändern, sodass er ins Hafenbecken mündet und –  nicht länger ins offene Meer – waren im Mai begonnen worden, sind jedoch bislang noch nicht abgeschlossen. Über diese erneute Meereskontamination durch die Abwasserleitung am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi berichtete die NHK. Artikelbild - Schwarze Säcke (Foto: Prof. Haruhiko Okumura) Das Fukushima- Desaster bleibt ein Desaster- und gelernt hat Japan nichts aus dem Desaster – denn ausgerechnet nahe vulkanischen Gebiets wurde das Kernkraftwerk Sendai in der Präfektur Kagoshima neu hochgefahren. Siehe Aus Fukushima nichts gelernt – Neustart der Atomenergie in Japan – Kyushu Electric eyes Tuesday restart for Sendai reactor

Warum es so schwer ist, etwas aus Fukushima zu erfahren? Ende 2013 wurde unter Premierminister Shinzo Abe ein neues Staatsgeheimnisgesetz verabschiedet. Die Regierung kann Informationen als vertraulich einstufen lassen. Journalisten, die dennoch darüber berichten, drohen hohe Haftstrafen. Lesen Sie dazu: Was Sie über Fukushima wissen sollten – News zur aktuellen Lage – Where Did Fukushima’s Melted Fuel Go? Nachfolgend unsere Informationen vom 10.September 2015

Typhoon Etau – dramatische Szenen in Japan – 170 000 Menschen evakuiert – radioaktives Wasser ins Meer

japan8zur englischen Version Nördlich der Hauptstadt Tokio sind nach tagelangen Regenfällen die Deiche gebrochen. Mehrere Städte standen daraufhin unter Wasser. Die Regierung rief zehntausende Menschen auf, ihre Häuser zu verlassen und höher gelegene Gebiete aufzusuchen. In Fukushima floss radioaktives Wasser ins Meer. In der japanischen Stadt Jōsō, einer Stadt in der Präfektur Ibaraki, warten verzweifelte Bewohner auf Hilfe. Häuser und Autos wurden nach dem Deichbruch zerstört. Die schweren Regenfälle verursachten an vielen Orten Überschwemmungen. Dies führte auch dazu, dass radioaktives Wasser aus dem maroden Kernkraftwerk Fukushima in das Meer gespült wurde. Der japanische Meteorological Agency (JMA) rief heute am Donnerstag die höchste Warnstufe  in den japanischen Präfekturen Ibaraki und Tochigi aus. .

Schwere Überschwemmungen in Japan durch Typhoon Etau

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Obwohl TEPCO in Fukushima die marode AKW-Anlage auf den Taifun vorbereitete, muss das Unternehmen einräumen, dass doch radioaktives Regenwasser ins Meer gelangte.

TEPCO gab bekannt, dass man nicht weiß, wie viel verunreinigtes Wasser in den Ozean sickerte. Man untersuchte die gegenwärtige Konzentration der radioaktiven Stoffe.

In den aktuellen Nachrichten erfahren wir, dass etwa 170 000 Menschen evakuiert werden.

Dramatische Fernsehbilder zeigen, wie Dämme brechen und wie Schlamm aus dem Fluss Kinugawa die 65 000-Einwohner-Stadt überfluten – https://www.youtube.com/watch?v=qeCz0zuXTX8&index=1&list=PLNxwX7r4A557wQs6YaDZD4GYaXtAziXcg

Dramatische Szenen werden aus Japan gemeldet – Autos wurden weggespült, die Fundamente von Häusern ausgeschwemmt. Menschen winkten verzweifelt mit Tüchern von ihren Häusern. Viele Menschen auf Twitter machen sich große Sorgen auch wegen Fukushima, hier lagern radioaktive Abfälle und aufgefangenes radioaktives Wasser. Nun wurden wieder  Leckstellen hinter der Barriere gefunden. Dies ist das siebte Mal seit April, dass immer wieder undichte Stellen mit radioaktivem Wasser gefunden werden . (Unsere Zusammenfassung: Was Sie über Fukushima wissen sollten – News zur aktuellen Lage – Where Did Fukushima’s Melted Fuel Go?)

Taifuns «Etau»

Auch in Tokio regnete es heftig, doch trafen die Güsse in erster Linie die Präfekturen Ibaraki und Tochigi nördlich der japanischen Hauptstadt – hier wurde die höchste Warnstufe ausgerufen – der Taifun Etau ist noch nicht vorbei.

Hier noch ein Video – von der Polizei – das zeigt, welche Dramatik sich dort abspielt.

Wir wünschen den Menschen in Japan viel Kraft und mögen sie sich in Sicherheit bringen können.

The storm has caused travel chaos up and down the country. According to The Japan Times, 55 flights that were scheduled to leave and arrive at Chubu Airport have been cancelled, the country's bullet trains are severely delayed, and several highways are completely closed off to traffic.

Typhoon causes injuries, cancelled trains and flights, radioactive water leak

http://mainichi.jp/

Typhoon Etau, this year’s 18th typhoon, was situated near Nagoya, Aichi Prefecture, and heading north-northwest at 25 kilometers per hour as of 11 a.m. on Sept. 9. The typhoon’s central pressure was 994 hectopascals, and wind speed was up to 20 meters per second. Maximum instantaneous wind velocity was 30 meters per second.

According to information compiled by the Mainichi Shimbun, eight people in Shizuoka and Aichi prefectures sustained minor to serious injuries. In the Shizuoka Prefecture city of Hamamatsu, 389 millimeters of rain fell in a 72-hour period, setting a record. In the 24-hour period ending at 6 a.m. on Sept. 10, maximum rainfall is expected to be 300 millimeters in the Kanto-Koshin region, 250 millimeters in the Tokai region, and 200 millimeters in the Tohoku region.

Train services were suspended between Odawara and Atami stations on the JR Tokaido Line. Meanwhile, a total of 54 domestic and international flights arriving at or departing from Chubu Centrair International Airport were cancelled.

The Mainichi found that between Sept. 8 and 9, evacuation orders were issued to 87,760 people in Shizuoka and Mie prefectures, and evacuation advisories were issued to a maximum of 250,000 people in five prefectures in the Kanto and Tokai regions, including Tokyo.

In Hamamatsu, where approximately 70,000 people were ordered to evacuate on Sept. 8, evacuation advisories were still in place for some 30,000 people in the Kami and Shinzu districts of the city’s Minami Ward as of 10:30 a.m. on Sept. 9.

Tokyo Electric Power Co. (TEPCO), operator of the troubled Fukushima No. 1 Nuclear Power Plant, announced on Sept. 9 that rainwater contaminated with radioactive materials had leaked from the plant’s drainage system into the ocean. The heavy rains brought on by Typhoon Etau exceeded the capacity of a transfer pump set up to move the water from one drainage canal to another, TEPCO officials said.

This is the seventh time of possible or confirmed leaks of radiation-contaminated water since the utility began transferring the water from canal to canal in April of this year.

TEPCO says it does not know how much contaminated water leaked into the ocean, and is currently analyzing the concentration of the radioactive matter in the leaked water.

Netzfrauen Lisa Natterer und Doro Schreier
deutsche Flagge

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  1. MIR IST DER APETIT AUF FISCH GRÜNDLICH VERGANGEN ,MAN WEISS JA NICHT SO RICHTIG WO DER HERKOMMT. NUR NOCH SELBSTGEANGELTEN VON BEKANNTEN KAUFE, AUS RHEIN UND MOSEL. FUKUSHIMA AUF DEM TELLER NEIN DANKE.

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