Video: Die Altkleiderlüge – Geschäftemacherei mit dem Mitleid

AltkleiderAus den Sammelcontainern direkt in die Katastrophengebiete der Welt?

Die meisten glauben, dass die hierzulande gesammelten Altkleiderspenden direkt in die Katastrophengebiete der Welt gehen.

Was sie nicht wissen: Der größte Teil der gespendeten Bekleidung wird weiterverkauft und zwar zum Kilopreis. Einige Hilfsorganisationen platzieren oft nur ihr Logo auf den Sammelcontainern von Altkleiderfirmen.

Zur Zeit spenden viele Menschen für Flüchtlinge, doch Vorsicht – fragen Sie genau nach- ob die Flüchtlinge wirklich Ihre Spenden bekommen. Werfen Sie die Kleider und Schuhe nicht in einem Altkleider-Container, sondern bringen Sie Ihre Spenden direkt zu den freiwilligen Helfern. Dazu auch dieser Bericht:Erstes Undercover-Video und Augenzeugenberichte aus 
Erstaufnahme-Zentrum Traiskirchen. Wir bedanken uns bei allen fleißigen Helfern.

Die Altkleiderlüge – Geschäftemacherei mit dem Mitleid

Die Altkleidermafia kriegt die Kleidung quasi zum Nulltarif. Die Geschäftsidee scheint immer attraktiver zu werden. Mit Altkleidern lässt sich mittlerweile gut Kasse machen und illegale Container breiten sich in den Städten aus. Dubiose Händler machen ein Millionengeschäft, indem sie solche Container aufstellen, die so ähnlich aussehen wie die Container von gemeinnützigen Organisationen. Für eine Tonne Second-Hand-Ware kriegen sie bis zu 500 Euro. Zig-Tausend Tonnen Altkleider ziehen sie in Deutschland ab und verkaufen sie an die Ärmsten der Armen, zum Beispiel nach Afrika.

Wer sind die Geschäftemacher?

Ein weltweit führendes Unternehmen der Branche ist beispielsweise die SOEX GROUP.

Heute schon für die Herausforderungen von morgen gewappnet zu sein – das zeichnet die SOEX GROUP aus. Als weltweit führendes Unternehmen im Bereich Alttextilvermarktung und -recycling gibt die SOEX GROUP Alttextilien seit 35 Jahren ein zweites Leben. Wo immer die SOEX GROUP agiert, steht die Verantwortung für die Umwelt und die Lebensqualität der Menschen an erster Stelle.

SOEX Group (Webseite)

Afrika soll den Löwenanteil des Umsatzes von Soex ausmachen. 2010 waren das rund 28 Millionen Euro. Außer Soex haben aber auch zahlreiche andere Exporteure das Riesengeschäft entdeckt. Alleine in Tansania kommen insgesamt rund 40 000 Tonnen Altkleider aus westlichen Ländern im Monat an, rund 50 Container legal und noch einmal so viel auf den illegalen Handelsrouten, wie ein Insider erzählt. Mitumba nennt man sie hier: die Kleiderspenden. Und einer ihrer größten Umschlagsplätze ist Dar-es-Salaam.

Quelle

Video: Die Altkleiderlüge – wie Spenden zum Geschäft werden


Unsere Altkleider als Spende für die Ärmsten der Armen? Die Wahrheit sieht anders aus. Wie konnte es so weit kommen? Es steckt eine genial einfache Geschäfts- und Marketingidee dahinter, die wie eine Gelddruckmaschine funktioniert.

Aus der Dokumentation: Ein Großteil der gespendeten Altkleider wird weiterverkauft. Die Profiteure sind Unternehmen, die mit Secondhand-Garderobe ein knallhartes Geschäft machen. „Wenn ich abends ins Bett gehe, weiß ich wenigstens, dass ich etwas Gutes getan habe“ , sagt stolz ein Mitarbeiter einer deutschen Hilfsorganisation, der die Sammelcontainer mit Altkleiderspenden leert. „Von hier aus gehen die Sachen direkt in die Katastrophengebiete der Welt“, erzählt er.

Doch was er offensichtlich nicht weiß: Ein Großteil der gespendeten Altkleider wird in Wahrheit weiterverkauft – zum Kilopreis. Die Profiteure sind Unternehmen, die mit Secondhand-Garderobe ein knallhartes Geschäft machen. Oft verkaufen Hilfsorganisationen auch nur ihr Logo, ihren guten Namen auf den Containern von Altkleiderfirmen. Ein Betrug an jenen, die glauben, Gutes zu tun für die Armen in der Dritten Welt?

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Die besten Stücke würden für den Altkleidermarkt in Russland aussortiert, erklärt ein Mitarbeiter, denn dort habe das Geschäft mit gebrauchter Markenware Hochkonjunktur. Nur die zweite, dritte oder vierte Wahl gelangt nach Afrika. Immerhin noch 60 Prozent der Kleidung, die in Deutschland für gute Zwecke gespendet wurde. Doch was passiert dort mit den Altkleidern?

Die NDR-Autoren Michael Höft und Christian Jentzsch suchen die Antwort in Tansania. Was sie dort erleben, schockiert: Nicht nur deutsche Firmen und Hilfsorganisationen verdienen gut an den Kleiderspenden, auch für die meist libanesisch-stämmigen Händler in Afrika sind Altkleiderspenden ein lukratives Geschäft. Selbst die Ärmsten der Armen müssen dafür bezahlen.

Früher haben viele von ihnen noch in der einheimischen Textilindustrie gearbeitet, aber die ist mittlerweile abgewirtschaftet. Die Billigsachen aus Europa haben die gesamte Bekleidungsindustrie des Landes in den Ruin getrieben. 50 Container mit Altkleidern werden jeden Monat im Hafen von Dar-es-Salaam angeliefert. Das sind 20 000 Tonnen, die dem ostafrikanischen Kleidermarkt jede Chance nehmen. Die einzigen Näherinnen, die noch Arbeit haben, sind jene, die XXL-Hosen aus Europa und Amerika auf afrikanische Hungergrößen umnähen.

[Quelle: Reportage von Michael Höft und Christian Jentzsch]

Die Altkleiderlüge – Geschäftemacherei mit dem Mitleid

Die Geschäftsidee scheint immer attraktiver zu werden: Mit Altkleidern lässt sich mittlerweile gut Kasse machen und illegale Container breiten sich in den Städten aus. Dubiose Händler machen ein Millionengeschäft, indem sie Container aufstellen, die so ähnlich aussehen, wie die der gemeinnützigen Organisationen. Für eine Tonne Second Hand-Ware kriegen sie bis zu 500 Euro. Zig-Tausend Tonnen Altkleider ziehen sie in Deutschland ab und verkaufen sie, wie in dem Film an die Ärmsten der Armen, zum Beispiel nach Afrika.

 An die 30 Prozent der Altkleider, so eine Schätzung, fischen die Illegalen mittlerweile ab. Quelle

Die Reportage des NDR veranlasste einige Organisationen aus der Altkleiderverwertungskette dazu, ihre eigene Sichtweise zu diesem Thema klarzustellen. So veröffentlichte der DRK-Bundesverband beispielsweise eine Stellungnahme auf seiner Website, um den Vorurteilen hinsichtlich der „Altkleider-Lüge“ entgegenzuwirken. Hierin wird die Wichtigkeit von Altkleiderspenden zur Finanzierung der ehrenamtlichen Arbeit des DRK betont. Gleichzeitig wird jedoch darauf verwiesen, dass letztlich jeder einzelne regionale DRK-Verband selbst darüber entscheide, was mit den gespendeten Altkleidern passiert – also in welcher Form diese verwertet werden und wohin genau die daraus gewonnenen Erträge fließen.

Der hohe Preis der Billigkleidung

„Was soll’s“, mag mancher sagen, „dafür waren die Klamotten wenigstens schön billig”. In der Tat. Und das macht sich auch im Kaufverhalten deutlich: Die Deutschen kaufen heute im Jahr etwa doppelt so viele Kleidungsstücke wie noch vor 30 Jahren. Doch für unsere billige Kleidung zahlen andere einen hohen Preis. Nicht nur durch die Verschwendung kostbarer Ressourcen, zum Teil auch mit ihrer Gesundheit oder ihrem Leben. Lesen Sie dazu:Die billige Masche von H&M – Die Karawane zieht weiter: „Made in Ethiopia“

In jeder Stadt gibt es Bedürftige. Warum also nicht die Kleider gleich bei den hiesigen Tafeln abgeben? So verhindert man die dubiose Geldschneiderei auf Kosten der Armen.

Dazu auch: Outsourcing von Problemen – Troubleshooter ORS oder doch nur Gierschlund im Asyl-Megaprofitmachen?

Netzfrau  Doro Schreier

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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich erinnere mich an einen Urlaub Mitte der 80er Jahre in Togo/Westafrika. Bei einem Besuch des Marketes in der Hauptstadt Lome`sah ich afrikanische Händler gebrauchte Kleidung verkaufen direkt aus Plastiksäcken des Deutschen Roten Kreuz. Auf Nachfrage was eine solche Hose kostet, erhielt ich eine Preisangabe die dem durchschnittlichen Monatslohn eines Arbeiters dort entsprach. Seit dieser Zeit habe ich nie wieder Kleider ans Rote Kreuz oder an andere Organisationen gespendet.

  2. Der Artikel scheint mir objektiv gesehen sehr einseitig geschrieben zu sein. Ich kann aus Erfahrung sprechen, dass die karitativen Organisationen keineswegs unmoralisch handeln. In Deutschland fallen pro Jahr mittlerweile ca. 1 Mio Tonnen an Altkleidern an. In Lastwagen gepackt wäre das eine Schlange von Kiel bis hinter München. National gibt es gar nicht so viel Nachfrage an Kleidung für Hilfsbedürftige, als dass man diese Menge komplett verteilen könnte. Was also mit dem Rest machen? Eine Weitergabe an Recyclingbetriebe für einen marktgerechten Preis (übrigens sind 500€ pro Tonne schon lange nicht mehr marktgerecht) scheint doch da um einiges sinnvoller, als dieses einfach im Müll zu entsorgen. Dadurch werden die Altkleider auf der einen Seite für die karitativen Organisationen in finanzielle Mittel umgewandelt, die Sie dann sogar noch vielfältiger für ihre Hilfsprojekte einsetzen können. Und auf der anderen Seite können die Entsorgungsbetriebe die Textilien fachgerecht recyclen und in den Textilkreislauf zurückführen, zumal mehr als 40% der gespendeten Textilien überhaupt gar nicht mehr tragbar ist und zu Putzlappen weiterverarbeitet oder zur thermischen Verwertung genutzt werden müssen. Dass diese Unternehmen dabei Umsätze machen ist doch in einer freien Marktwirtschaft das natürlichste auf der Welt, denn es gilt ja auch die Arbeitsplätze zu finanzieren und Steuern zu zahlen.

    Die Krux an der ganzen Sache ist doch, dass die Menschen mit der Erwartungshaltung Ihre Spende einwerfen und ihre Kleidung würde genauso und umsonst an arme Kinder in der dritten Welt gehen. Das entspricht jedoch so nicht der Wahrheit, weil es selbst logistisch kaum möglich wäre. Eine solche Erwartungshaltung wird jedoch meines Wissens nach auch auf keinem einzigen Altkleidercontainer der seriösen Recyclingbetriebe kommuniziert. Die Übeltäter, die dieses Konzept so ausnutzen sind nämlich die Betreiber der illegalen Container, die weinende afrikanische Kinder auf Ihre Container kleben und damit werben, dass die Spende direkt zu hilfsbedürftigen Kindern gehe. Da sind jedoch nicht die seriösen Recyclingunternehmen in der Pflicht, sondern das muss von den Städten, Gemeinden und den Abfallwirtschaftsämtern geregelt werden, sodass es sich für illegale Betreiber nicht mehr lohnt Container einfach ohne Erlaubnis aufzustellen.

    Das wirkliche Problem für die Textilindustrie in afrikanischen Staaten liegt nicht im Angebot an Second-Hand Kleidung, sondern hauptsächlich an der Billigkleidung, die aus China in die afrikanischen Märkte geschwemmt werden. Den Recyclingbetrieben aus Europa zuzuschreiben, sie würden die hiesige Bekleidungsindustrie somit alleinig zerstören ist faktisch einfach falsch.

    Also: Ich sehe die Zusammenarbeit von karitativen Organisationen mit seriösen Recyclingbetrieben überhaupt nicht als kritisch und schon gar nicht als moralisch verwerflich an. Klar ist jedoch auch: Marktteilnehmer, die sich nicht an die Regeln halten und illegale Geschäfte machen, gehören definitiv vom Markt entfernt. Karitative Organisationen und seriöse Textil-Recycler gehören da jedoch nicht dazu.

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