Sammelklage gegen Nestlé, Hershey’s und Mars – Consumers File Suit Against Nestle, Hershey’s and Mars for Alleged Child Labor Used in Chocolate Production

Kakoa3zur englischen Version Hagens Berman nimmt die Schokoladeproduzenten Nestlé, Hershey’s und Mars ins Visier. Gegen die Firmen seien Sammelklagen in Kalifornien eingereicht worden, teilt die Kanzlei heute mit.

Nestlé, Mars und  Hershey’s würden verschweigen, dass ihre Kakaolieferanten der Elfenbeinküste Kinderarbeit fördern. Die Kanzlei wirft den Kakaolieferanten insbesondere Kinderhandel und Zwangsarbeit vor.

Nestlé, Hershey’s und Mars müssen sich warm anziehen, denn es handelt sich nicht um einen 08/15-Anwalt – sondern um die auf verbraucherrechtliche Sammelklagen spezialisierte Anwaltskanzlei Hagens Berman, die sich auch mit Google anlegt. Die in Nordkalifornien eingereichte Klage von der Anwaltskanzlei wirft Google Betrug an AdSense-Publishern in großem Umfang vor. Sie beruht teilweise auf anonymen Beschuldigungen eines angeblichen früheren Google-Mitarbeiters. Die Anwaltskanzlei Hagens Berman Sobol Shapiro unterhält Niederlasssungen in neun amerikanischen Städten.

„Die Konsumenten, die an uns herantraten, sind schockiert, dass die von ihnen konsumierten Süßigkeiten einen dunklen, bitteren ‚Produktionspreis‘ haben“, wurde Steve Berman von der Kanzlei in der Mitteilung zitiert.

Fast das ganze Sortiment der Schokoladenprodukte von Nestlé, Mars oder Hershey’s sind betroffen: Reese’s Peanut Butter Cups®, Kit Kat®, Mounds®, York Peppermint Patties®, Hershey’s® milk chocolate bars, Almond Joy®, Cadbury® chocolates, M&Ms®, Snickers®, Twix®, 3Musketeers®, MilkyWay®, Nestlé Crunch®, BabyRuth®, Butterfinger® and 100 Grand®

Nestlé wegen Beihilfe zur Sklaverei angezeigt

Bereits am 30. August 2015 berichteten wir Netzfrauen, dass von Hagens Bermann geklagt wird. Käufer von Tiernahrungsmitteln werfen Nestlé darin vor, in vollem Wissen ein System der Versklavung und den damit zusammenhängenden Menschenhandel zu unterstützen. Der Konzern verberge diese mit der Produktion von Katzenfutter zusammenhängenden Menschenrechtsverletzungen, teilte die Kanzlei Hagens Berman in einer Aussendung vom Donnerstag, dem 27. August 2015 mit.

Mittlerweile beschäftigt diese Sammelklage auch das US-Außenministerium. Es untersucht die Fälle des Menschenhandels in 188 Ländern. Siehe Sammelklage gegen Nestlé in den USA wegen Sklaverei

Sammelklage gegen Nestlé, Hershey’s und Mars

Kakao

Kostendeckende Preise bei den Produzenten, Prämien für Gemeinschaftsprojekte, angemessene Löhne, gute Arbeitsbedingungen auf Plantagen, umweltschonender Anbau sowie Verzicht auf illegale Kinderarbeit und Zwangsarbeit: Fehlanzeige. Es werden zwar neue Siegel geschaffen, die dem Verbraucher das „Gute Gewissen“ vorgaukeln, aber hinter den Fassaden sieht es nach wie vor schlimm aus.

Der Kakao-Lobby – den Konzernen, die den Rohstoff kaufen, sind die Arbeitsbedingungen auf den Pflanzungen seit Langem bekannt. Doch Bestrebungen, nur fair erzeugten und gehandelten Kakao zu verwenden, bleiben die Ausnahme. So konnte beispielsweise die Kakao-Lobby in den USA ein Gesetz verhindern, das die Ausbeutung und Zwangsarbeit von Minderjährigen beenden sollte.

1. Mars Inc. 2. Mondelez Internationale 3. Ferrero Gruppe, 4. Nestlé SA, 5. Meiji Co. Ltd, 6. Hershey Foods Corp. 7. Lindt & Sprüngli AG, 8. Arcor, 9. Perfetti Van Melle Spa, 10. Haribo GmbH & Co. KG.  11. Ezaki Glico Co Ltd.12. August Storck

Produkte von Mars auf einen Blick.

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Die Schokoladenindustrie, darunter auch Barry Callebaut, unterzeichnete im September 2001 das so-genannte Harkin-Engel-Protokoll. Dieses Protokoll beinhaltet Maßnahmen, die bis 2005 zur Beendigung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit bzw. -sklaverei in der Kakaoindustrie führen sollten. Eine Reportage der ARD kam 2010 zu dem Schluss, dass große Firmen wie Mars Inc., aber auch Barry Callebaut oder Nestlé nach wie vor Kindersklaverei „zumindest dulden“. Eine Evaluation der Tulane-Universität stellte 2011 fest, dass von den sechs im Harkin-Engel-Protokoll genannten Maßnahmen keine einzige vollständig umgesetzt wurde.

Zu den Unterzeichnern des Harkin Engel Protocol (auch Cocoa Protocol genannt), das am 19. September 2001 unterzeichnet wurde, gehören die weltweit größten Schokoladeproduzenten Hershey, Nestlé (Schweiz), Barry Callebaut (Schweiz), Mars, World’s Finest Chocolate, Guittard Chocolate Company, Bloomer Chocolate Company und Archer Daniels Midland Co. Die Kernaussage des Protokolls finden Sie in unserem Beitrag: Nestlé – Kinderarbeit in Afrika: Blutige Schokolade

Eine Kakaobauernfamilie in der Elfenbeinküste verdient nur 0,50 US Dollar am Tag

Weltweit wurden 2014 etwa vier Millionen Tonnen Kakao produziert. Nachhaltig erzeugter Kakao macht nur weniger als fünf Prozent aus. Die Mehrheit der Kakaobauern lebt in bitterer Armut. Eine Kakaobauernfamilie in der Elfenbeinküste verdient nur 0,50 US Dollar am Tag!

Und das, wo 70 Prozent der Weltkakaoernte aus Westafrika stammen, vor allem von der Elfenbeinküste und aus Ghana. Dort arbeiten immer noch etwa zwei Millionen Kinder auf Kakaoplantagen, davon mehr als 500 000 unter menschenunwürdigen Bedingungen – sie müssen mit gefährlichen Maschinen und Chemikalien hantieren, schwere Säcke tragen und können nicht oder nur sehr unregelmäßig zur Schule gehen. Das muss man sich mal vorstellen … wirklich unfassbar. Siehe auch Immer noch schmutzige Schokolade

Seitdem bekannt wurde, dass Kindersklaverei (1,8 Millionen Kinder arbeiten alleine in Westafrika auf Kakaoplantagen) zum Alltag auf den Kakaoplantagen der Elfenbeinküste gehört, kämpfen die großen Schokoladenhersteller, u. a. Nestlé, um das Vertrauen der Verbraucher: Sie versprechen Schulen, medizinische Versorgung und Bildungsprogramme. So soll das Leben der Kinder und der Bauern vor Ort erträglicher werden, damit wir in Deutschland Schokolade wieder ohne schlechtes Gewissen genießen können. So wirbt auch Nestlé damit, dass sie Farmern beibringen, nachhaltigen Kakao ohne Kinderarbeit anzubauen.

Auf den Plantagen arbeiten dennoch Kinder, wie ein Bericht von BBC zeigt. Es gibt schon seit vielen Jahren Hinweise auf Kinderarbeit auf Kakaofarmen an der Elfenbeinküste. Dem Bericht zufolge gibt es durch Macheten, die die Kinder wie Erwachsene benutzen müssen, schreckliche Verletzungen an den Kinderbeinen. Außerdem müssen die Kinder während der Ernte stundenlang arbeiten, oft sogar ohne Bezahlung. [Nestlé – Kinderarbeit in Afrika: Blutige Schokolade]

Wir dürfen gespannt sein, wie diese Sammelklage gegen die drei Konzerne Nestlé, Mars und  Hershey’s enden wird. Aber auch wir Verbraucher sind gefragt, einfach nicht mehr zu dieser Schokolade zu greifen.deutsche Flagge

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Hagens Berman: Consumers File Suit Against Nestle, Hershey’s and Mars for Alleged Child Labor Used in Chocolate Production

Lawsuit states millions of consumers are duped into supporting slave labor

SAN FRANCISCO–(BUSINESS WIRE)–Purchasers of chocolate from Nestle, The Hershey Co. and Mars Inc. have filed three class-action lawsuits against the food companies for allegedly using child labor in the production of their best-selling chocolate candy, including Reese’s Peanut Butter Cups®, Kit Kat®, Twix®, MilkyWay®, Butterfinger®, BabyRuth®, M&Ms® and many others, according to Hagens Berman.

“The lives of the people who harvest cocoa are nothing short of terrible”

The national class-action law firm filed its California class actions, stating that the three corporations regularly import cocoa beans from suppliers who use child labor, including trafficked and forced child labor. Specifically, Hershey’s, Mars and Nestle import cocoa beans from plantations in the Ivory Coast, according to the complaints.

The lawsuits state that in violation of California law, Hershey’s, Mars and Nestle do not disclose that their suppliers in the Ivory Coast rely on child laborers and instead continue to profit from the child labor that supplies the chocolate sold to American consumers.

From 2013 to 2014 more than 1.1 million children in the Ivory Coast were engaged in the most common Worst Forms of Child Labor as recognized by the United Nations, according to the suit, up from 791,181 children from 2008 to 2009. The children subjected to the forced labor allegedly used to make Mars, Hershey’s and Nestle chocolate are victims of hazardous work such as that involving dangerous tools, transport of heavy loads and exposure to toxic substances and the compulsory labor of trafficked children.

The suits state that such children are trafficked from countries neighboring the Ivory Coast, sold to plantation owners by brokers and smugglers, and forced to work under conditions of physical violence without pay. According to the World Cocoa Foundation, 47 percent of the total U.S. imports of cocoa beans come from the Ivory Coast.

“The consumers reaching out to our firm have been outraged to learn that the candy they enjoy has a dark, bitter production cost – that child and slave labor have been a part of Nestle, Mars and Hershey’s chocolate processing,” said Steve Berman, managing partner of Hagens Berman. “These companies fail to disclose their use of child and forced labor, tricking consumers into indirectly supporting the use of such labor.”

“The lives of the people who harvest cocoa are nothing short of terrible,” the complaint reads. “Some of these children are abducted, and there are countless missing children claims. To make matters worse, sometimes extremely poor people sell their own children into slavery for as little as $30. Children that are sometimes not even 10 years old carry huge sacks that are so big that they cause them serious physical harm. Much of the world’s chocolate is quite literally brought to us by the back-breaking labor of child slaves.”

The suits state that most chocolate candy produced by Nestle, Mars or Hershey’s is affected, including Reese’s Peanut Butter Cups®, Kit Kat®, Mounds®, York Peppermint Patties®, Hershey’s® milk chocolate bars, Almond Joy®, Cadbury® chocolates, M&Ms®, Snickers®, Twix®, 3Musketeers®, MilkyWay®, Nestle Crunch®, BabyRuth®, Butterfinger® and 100 Grand®, among others.

If you live in California and would not have purchased these candies, contact our legal team to find out your rights againstNestle, Hershey’s and Mars.

Hagens Berman has filed other lawsuits against major food manufacturers and food marketers to support local communities, human rights and the environment, including a California case filed against Chiquita for misleading consumers and manufacturing bananas in ways that poison local residents, destroy ecosystems and contaminate drinking water. The firm also filed a lawsuit against several large players in the dairy industry, including Land O’Lakes Inc., alleging that the companies conspired to fix the price of milk by prematurely slaughtering more than 500,000 cows.

About Hagens Berman

Hagens Berman Sobol Shapiro LLP is a consumer-rights class-action law firm with offices in 10 cities. The firm has been named to the National Law Journal’s Plaintiffs’ Hot List eight times. More about the law firm and its successes can be found at www.hbsslaw.com. Follow the firm for updates and news at @ClassActionLaw.

Netzfrau Doro Schreier

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Wann hören ein paar wenige Menschen auf, diesen Planeten zu plündern und für zukünftige Generationen (Mensch, Tier, Pflanzen, Umwelt, Klima) unbewohnbar zu machen?
    Wann kapieren diese Wesen endlich, dass man Geld eben NICHT essen kann?
    Macht ist vergänglich. Sobald ihr euer Soll nicht mehr erfüllt, werdet ihr genau so
    von euren Sesseln gefegt, wie ihr es einst getan habt.

  2. „Dieser Kinderriegel kann Spuren von Kinderarbeit und Raubbau an der Natur enthalten.“
    „Durch den Kauf eines Riegels zerstören Sie die Natur so nachhaltig, dass auch diese Menschen bald auf der Flucht sein werden.“

    Was interessiert und Gluten, Nüsse, Sesam, Shellfisch, Erdnüsse oder gar Senf.

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