Es geht um die Wurst und Folgen des Fleischkonsums

WürstchenÜber 56 Milliarden sogenannte Nutztiere werden jedes Jahr von Menschen getötet. Mehr als 3000 Tiere sterben pro Sekunde in Schlachthöfen überall auf der Welt.

In dieser schockierenden Zahl sind noch nicht einmal Fische und andere Meerestiere mit eingerechnet, welche auf Grund der hohen Todesrate nur in Tonnen gemessen wird. Es gibt Alternativen, ein Wandel ist möglich.

Die neueste Veröffentlichung der Internationalen Krebsforschungsagentur  IARC sorgte für Aufregung in der Bevölkerung. Die WHO-Behörde hatte im Oktober2015 in Lyon mitgeteilt, der regelmäßige Konsum erhöhe das Risiko für Darmkrebs. Zudem stuften die Experten rotes Fleisch generell als wahrscheinlich krebserregend ein. Darunter wird das Muskelfleisch aller Säugetiere verstanden, also auch von Rind, Schwein, Lamm, Kalb, Schaf, Pferd und Ziege. Diese Empfehlung kam von 22 internationalen Experten, die 700 Studien zu rotem Fleisch und 400 zu verarbeitetem Fleisch ausgewertet haben. Die Warnung der WHO stieß auch auf Kritik, vor allem in der Wirtschaft. So sprach der Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft von „Halbwahrheiten, die für Verwirrung sorgen“.

Viele Menschen verfahren beim Thema „gefährliche Lebensmittel“ so wie bei den meisten Gesundheitsrisiken: Sie ignorieren sie einfach. Wie sonst wäre zu erklären, dass die mit Abstand häufigste Todesursache in Deutschland mit 40 Prozent Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind? Eigentlich müsste jeder wissen, dass Übergewicht schädlich ist, dass mangelnde Bewegung, zu viel Tabak und Alkohol nachweislich lebensverkürzend wirken. Aber es ist eben auch zutiefst menschlich, ein drohendes Risiko so lange wie möglich beiseite zu schieben. 

Bereits im Februar wiesen wir Netzfrauen darauf hin, dass das krebserregende Acrylamid derzeit der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Kopfschmerzen bereitet. Acrylamid nehmen wir vermutlich schon seit langem auf, denn kohlenhydratreiche Lebensmittel werden seit ewigen Zeiten gegrillt, gebacken, gebraten oder frittiert. Acrylamid hat sich im Tierversuch als erbgutschädigend und krebserregend erwiesen. Lesen Sie dazu: EFSA warnt: Acrylamid – Krebsgefahr aus Lebensmitteln (Kaffee, Röstkartoffelerzeugnisse, bestimmte Babynahrungsmittel u.v.m.)

Neben Krebs berücksichtigte das Gremium auch mögliche schädliche Wirkungen von Acrylamid auf das Nervensystem, die vor- und nachgeburtliche Entwicklung sowie die Fortpflanzungsfähigkeit bei Männern. Diese Wirkungen wurden ausgehend von der aktuellen ernährungsbedingten Exposition als nicht bedenklich eingestuft.

Wurst und Fleisch krebserregend?

Es steht nicht geschrieben, dass man nun auf alles verzichten sollte. Wer bewusst isst, seine Produkte dort kauft, wo man sicher sein kann, wie sie produziert wurden, und mit Bedacht und Genuss isst, muss sich nicht permanent fragen, welche giftigen Zutaten man jetzt gerade wieder zu sich nimmt.

Aber auch die Produzenten sind gefragt: Masse statt Klasse – so kann es nicht weiter gehen. Mehr Qualität als Quantität ist gefragt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat verarbeitete Fleischwaren als krebserregend eingestuft und damit viel Wirbel verursacht. Nun entschärft die Organisation ihre Warnung und sagt: Ein völliger Verzicht auf Fleisch und Wurst sei unnötig.

Doch bei allem Wirbel um das Thema Fleisch sollte man nicht die Folgen außer Acht lassen, die der Fleischkonsum mit sich bringt. Es geht schließlich um unsere Gesundheit und die der Kinder. Und mal ehrlich: Wer will denn schon ein abgepacktes Discounterwürstchen? Dazu unser Beitrag, übrigens aus 2013  Mondelez statt Kraft Foods – Es geht um die Wurst und noch mehr Chemie!

Wieviele Tiere stecken in einer 500 Gramm-Packung Faschiertem von Aldi? Wo kommen sie her? Die Wahrheit über die Fleischspezialitäten von Aldi Nord und Lidl brachte die bittere Wahrheit in Deutschland ans Licht.

Fleischspuren von 150 Schweinen und 60 Rindern, also von insgesamt 210 (!) Tieren stecken in einer einzigen 500 Gramm-Packung Hackfleisch. Auch die Rückverfolgbarkeit sorgt für Unklarheiten: Obwohl in Deutschland mit dem 1. April eine neue Transparenzverordnung erlassen wurde, lässt sich die Herkunft des Tieres nicht einwandfrei ermitteln. Zwar werden der Ort der Schlachtung und der Mast angeführt, der Geburtsort des Tieres allerdings nicht. Lesen Sie dazu: #lidllohntnicht „Wege des Fleisches“ – Woher kommt unser täglich Fleisch?

Schon der reguläre Weg vom Nutztier bis zum Fleischprodukt hat nur wenig mit landwirtschaftlicher Romantik gemein.

Der extrem hohe Fleisch-Verbrauch in den westlichen Ländern zerstört Monat um Monat ganze Regenwälder, raubt Zehntausenden von Menschen die Lebensgrundlage, verpestet Umwelt und Erde mit giftigen Pestiziden und Dünger und verursacht bei den Konsumenten Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs.

Döner, Schnitzel, Currywurst – Der Mensch liebt Fleisch auf seinem Teller. Doch kennt der Mensch auch die Folgen?

Die meisten essen Fleisch gerne mehrmals täglich. Längst ist aus dem Sonntagsbraten ein Alltagsessen geworden: Wir essen doppelt so viel Fleisch wie noch vor 100 Jahren. Das sind im Laufe Ihres Lebens:

4 Rinder, 4 Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und 945 Hühner.

Damit liegen die Deutschen  auf Platz 3 im weltweiten Vergleich. Das ist 10 Mal so viel Fleisch wie eine Person in Mosambik isst. Und 27 Mal so viel wie jemand in Indien.

Und falls Sie glauben, diese Mengen an Fleisch bekommt man durch Tierhaltung, wie wir es gerne hätten, müssen wir Sie leider enttäuschen. Konventionelle Mastanlagen sind Fabriken, die mit dem natürlichen Lebensraum der Tiere nichts mehr zu tun haben.

Die Lebensbedingungen sind für die Tiere unwürdig und für uns, wenn man es genauer betrachtet, ganz und gar nicht lecker. Aber nicht nur die Tiere zahlen einen hohen Preis für das billige Fleisch. Unser Appetit hat auch große Auswirkungen auf die Umwelt und auf unsere Mitmenschen, teilweise ganz am „anderen“ Ende der Welt.

Fleischkonsum

Fazit: Jeder Deutsche also konsumiert im Schnitt knapp 90 Kg Fleisch pro Jahr. Das ist zu viel und in vielerlei Hinsicht problematisch. Flächenverbrauch, Welternährung, Klimawandel, Tierrechte, Umweltverschmutzung, Gesundheit – die industrielle Produktion von Fleisch ist in vielen Bereichen nicht nachhaltig.

Aber was genau sind die Probleme der industriellen Fleischproduktion? Was sind die globalen Auswirkungen? Und was kann dagegen getan werden?

Problemfeld: Hunger

Auf der Erde leben fast 1 Milliarde Menschen in Hunger und der hohe Fleischkonsum in Ländern wie Deutschland ist Teil des Problems. Fleischproduktion braucht nämlich viel Platz. Nicht unbedingt die Tiere selber, aber der Anbau des Futters. Weltweit wächst auf einem Drittel der Felder Tierfutter. Fläche, die für den Anbau von Nahrung für Menschen fehlt. Ganz konkret: Hier ein Hektar Fläche. Wenn man darauf Fleisch erzeugt, reicht es für Sie und mich (2 Personen); baut man Gemüse an, für eine Familie (5 Personen); und von einem Hektar Kartoffeln wird eine ganze Fußballmannschaft satt – inklusive Trainern und Ärzten (17 Personen).

Während die Bevölkerung weiter wächst, wird der Platz für unser Essen immer knapper. So entpuppt sich unser billiges, flächenintensives Fleisch als unfairer Luxus, denn mit unserem Ernährungsstil bekommen wir nicht mal aktuell alle Menschen satt.

Problemfeld: Wasser

Nehmen wir z.B. diese Steaks. Die Herstellung verbraucht viel Wasser: 1 kg Rindfleisch = ca. 15 000 l Wasser
Zum Vergleich: Das ist mehr als zehn Mal so viel wie für ein Kilo Brot: 1 kg Brot = 1 300 l Wasser.

Netzfrauen wasser Fleisch

Sehr vieles spricht gegen die tägliche Portion Fleisch. Doch global gesehen steigt der Verbrauch – besonders in den Schwellenländern, deren Bewohner sich an den Bedürfnissen der Industrienationen orientieren. Bis zum Jahr 2050 wird sich die Fleischproduktion verdoppeln. Die Nutztiere werden dann so viel pflanzliche Nahrung benötigen wie vier Milliarden Menschen. Damit ist eine Ernährungskrise vorprogrammiert.

Mehr Informationen:

Verheizt für billige Milch – Das Leiden der deutschen Turbokühe

Gentechnik Mehrlingsgeburten – 15 Millionen tote Lämmer pro Jahr – End to the silence about 15 million dead lambs

„Silicon Valley der Agrarindustrie” – Massentierhaltung und die Folgen

„Meat Glue“ Dieses Fleisch würden Sie nicht essen!

Schweine für den Müllcontainer- Warum ist das Fleisch so billig und woher kommt es?

Fleisch – ARD erkennt und veröffentlicht endlich die echte Problematik- “Fleischatlas 2014″

Fleisch-Monopoly auf Kosten der Steuerzahler

Gegen Massentierhaltung – “WEIL WIR FÜHLEN”

Gequält, totgeschlagen und weggeworfen – Das Leid in Deutschlands Ferkelfabriken

Earthlings / Erdlinge – Der Film

Rette ich als Veganer die Welt, sterbe ich vorher an meinen Mangelerscheinungen, oder – was noch schlimmer wäre – verhungere ich, weil vegan so teuer ist?

Soll das so weitergehen? DIE ANTWORT LIEGT AUF IHREM TELLER!

Netzfrau Doro Schreier

Video: Warum Trinkwasser in Flaschen unsinnig ist – It doesn’t make sense to buy bottled water

Umdenken: Kurzfilm „MAN” zeigt die Zerstörungskraft des Menschen

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Eine vegane Ernährung ist deutlich umweltfreundlicher als die übliche, fleisch- und käsebetonte Durchschnittskost: Sie verbraucht weniger Energie, Rohstoffe und Wasser, belegt weniger Landfläche und erzeugt deutlich weniger Klimagase. Aus ethischer Sicht ist die vegane Ernährung die konsequenteste Art, verantwortlich mit unserer Mitwelt umzugehen und so wenigen Mitlebewesen wie möglich durch unsere Lebensmittelauswahl zu schaden.

  2. Pingback: Du bist ein Sklave. Und selbst mit schuld daran. (Ein Wutausbruch.) | freeyourworklife.de

  3. Pingback: Gefahr aus dem Hühnerstall- Campylobacter-Infektion – Durchfallerkrankungen nehmen zu – Netzberichte

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