18 Elefanten, die „Großgärtner des Waldes“ aus Swasiland für US-Zoos – Keep elephants in the wild where they belong

elefanten818 Elefanten aus Afrika sollen in Zoos in den USA gebracht werden. Die Elefanten kommen aus Swasiland. Das Land ist der zweitkleinste Staat Afrikas und liegt im Süden des Kontinents, umringt von Südafrika und Mosambik. English

Erst kürzlich erregten wir Netzfrauen mit unserem Beitrag Grausam! Deutscher Jäger erschießt über 40 Jahre alten Elefanten in Simbabwe – Iconic elephant shot in Zimbabwe großes Aufsehen. Immer wieder machen wir darauf aufmerksam, dass Elefanten ein Objekt der Begierde für Großwildjäger sind. Sie gehören zu den „Big Five“: Elefanten, Leoparden, Löwen, Büffel und Nashörner.

Nun bekommen wir den Hinweis, dass Beamte der US Wildlife zur Zeit einen Antrag prüfen, der über das Leben von 18 Elefanten aus Swasiland entscheidet, die in die USA gebracht werden sollen. Dort werden sie dann zur Belustigung und zur Steigerung der Attraktivität auf drei amerikanische Zoos verteilt.

Die Zoos begründen diese Tat damit, dass sie das Leben der Elefanten retten, ansonsten müssten sie getötet werden. Als Entschädigung werden die Zoos Naturschutzprojekte im Swasiland finanzieren und die zukünftigen Zoobesucher über das Aussterben der Elefanten unterrichten, die durch Wilderei und Elfenbeinhandel bedroht sind.

Makaber, denn gerade die amerikanischen Zoos stehen oft in der Kritik und warten mit negativen Schlagzeilen auf. Erst kürzlich berichteten wir über SeaWorld, eine Kette von Meeres-Themenparks in den Vereinigten Staaten. Hauptattraktion des Parks ist die tägliche Liveshow mit den Orcas. Die größten Anteilseigner sind die Blackstone Group LP, Blackrock und Highland Capital, die stehen mit der DIBA in Verbindung und investierten GetYourGuide, eine der weltweit grössten Online-Buchungsplattformen für Touren und touristische Aktivitäten an Urlaubszielen.

SeaWorld beherbergt in seinen drei US-amerikanischen Aquarien etwa 22 Orcas. In der Natur schwimmen Orkas und Delfine bis zu 150 Kilometer am Tag und tauchen bis zu 300 Meter tief. In Gefangenschaft lebende Delfine werden in Becken gepfercht, die oft nur 10 Meter lang, 10 Meter breit und 5 Meter tief sind. SeaWorld steht immer wieder in der Kritik, Delfine und Orcas in Gefangenschaft zu halten und als „Clowns“ zu missbrauchen.

Nun also 18 Elefanten aus der freien Wildbahn zur Belustigung der Zoobesucher, in der Zeit, in der die Menschen eh gegen Zoos und ihre Machenschaften protestieren.

Elefanten gehören in der freien Wildbahn geschützt und nicht in Zoos!

Diese 18 Elefanten werden nie wieder die Savanne unter dem  weiten Himmel von Afrika erleben. Es erwartet sie ein Leben in einem Land, in dem die Winter kalt sind und sie nur vom zugeteiltem Heu leben müssen. Gepaart wird nur, wenn die dortigen Menschen es für richtig halten.

In freier Wildbahn legen die Elefanten auf ihren Wanderungen bis zu 100 Kilometer am Tag zurück. Ihr Leben ist bestimmt durch die engen Sozialkontakte zu den Familienmitgliedern ihrer Herde, durch gemeinsames Spielen, Baden und intensiven Körperkontakt. In Gefangenschaft können Elefanten dieses natürliche Verhalten nicht ausleben. Ihre Zukunft bedeutet ein trauriges Leben in engen Elefantenhäusern mit wenig Auslauf. Bis zu 20 Stunden am Tag sind Zooelefanten oft eingesperrt, viele werden auch heute noch angekettet. Es fehlt eine intakte Sozialstruktur, denn die Gruppen sind beliebig zusammengewürfelt aus Tieren, die sich nicht kennen und zwischen denen es zu Rangkämpfen kommt.

Die grausamen Folgen dieser Art der Haltung:

Die äußerst sozialen und intelligenten Tiere leiden unter der Langeweile und Frustration, die ihren Alltag prägen. Viele Elefanten entwickeln in Gefangenschaft Verhaltensstörungen wie beispielsweise das monotone Hin- und Herschaukeln (Weben) und Krankheiten wie Tuberkulose, Herpes, Fußerkrankungen, Übergewicht und Stress.

Die Organisation Pro Wildlife kämpft für das Leben von Elefanten in Freiheit und setzt sich u.a. gegen den Fang wilder Elefanten für Zoos und Vergnügungsparks ein. Viele Tiere, auch in deutschen Zoos, wurden in freier Wildbahn eingefangen und auf brutale Weise gezähmt.

Eine weitere Begründung für die Einfuhr der 18 Elefanten für drei amerikanische Zoos –  es gäbe im Swasiland zuviele Elefanten

Laut dem Beitrag auf Guardian  hieß es auf der Website von einem der Zoos, dass die große Elefantenpopulation sich negativ auf das Land auswirken würde. Die natürlichen Ressourcen in den Parks würden dadurch beeinflusst werden. Sie könnten die Wälder der kargen Landschaft zerstören. Schaut man aber genauer hin, so ist dieser Bericht auf der Webseite des Zoos erstunken und erlogen

Der Zoo will den Eindruck erwecken, als würde es nur so von Elefanten wimmeln. Nach der neuesten IUCN Volkszählung, gibt es nur 35 Elefanten im ganzen Land. Swaziland plant, also mehr als die Hälfte der dort lebenden Elefanten an Zoos in den USA zu verkaufen.

Elefanten9

Swaziland wird oft als Vorbild im Kampf gegen die Wilderei erwähnt. Es gibt überaus hohe Strafen für Wilderei. Doch über die Hälfte des Bestandes in ein Land zu schicken, welches für grausame Haltung von Elefanten in Zoos bekannt ist, sieht alles andere wie Tierliebe aus.

In Simbabwes Hwange-Nationalpark sollen 2014 ebenfalls bis zu 80 Elefanten ihren Familien entrissen worden sein für die Ausfuhr an ausländische Vergnügungsparks. Will Swasiland so sein Geld verdienen?

Elefanten99Es gibt viele gute Gründe, sie nicht zu den Zoos der USA zu schicken. US-Zoos haben eine sehr schlechte Bilanz im Umgang mit Elefanten. Die Tierschutzgruppe  „In Defense of Animals“ hat eine Liste der zehn schlimmsten Zoos für Elefanten veröffentlicht. Sie betrifft die vergangenen elf Jahre. Die Liste für das Jahr 2014 macht deutlich, was die 18 Elefanten erwarten wird, einschließlich schwerer Erfrierungen, an Betonböden angekettet zu seinund sogar gezwungen zu werden, Autos in einem so-genannten Safaripark zu waschen.

Elefanten in der Gefangenschaft werden gezwungen, Akrobatik zu machen  und sogar genutzt, um den Sieger des Super Bowl vorherzusagen. Die seelischen Qualen, unter denen diese Elefanten leiden müssen, ist unerträglich. Alles nur zur Belustigung der „ach so feinen Gesellschaft“.

Es gibt eine Kampagne mit dem Ziel, die Haltung von Wildtieren, zu denen natürlich auch Elefanten gehören, in  Zoos ganz verboten.

Zum Beispiel Sedgwick County Zoo in Wichita, Kansas: Die Betreiber dieses  Zoos behaupten, dass sie den Elefanten eine „sichere, gesunde Zukunft bieten werden. Sie investieren in eine neue Herde, deren Lebensräume anders aussehen werden, einzigartig soll dieser sein. Dieser neue Lebensraum bietet die Möglichkeit, durch Mehrgenerationen-Herden in stimulierenden Umgebungen den komplexen physikalischen, geistigen und sozialen Bedürfnissen eines Elefanten gerecht zu werden.“ Mag alles super klingen, aber es ist immer noch zu wenig Platz für ein Tier und die Winter bleiben trotzdem kalt.

Wenn es genug Geld gibt, 18 Elefanten für 3 Zoos in die USA zu holen, nur um zu zeigen, dass diese Tiere bedroht sind, dann hat man auch andere Möglichkeiten, wie eben TV-Sendungen oder die Kinder direkt in den Schulen zu informieren.

Man kann auch Treuhandfonds einrichten, was aber diese grausame Art und Weise, auf die diese Elefanten aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen werden, keinen Deut besser macht: Sie verlieren ihre Familien, ihre Elefanten-Babies und ihre ganze Sozialstruktur.

Was wir verlieren, wenn wir die Elefanten verlieren

Das große Ausmaß der Verluste an afrikanischen Elefanten kann die genetische Vielfalt bis zu einem Punkt reduzieren, an dem gesunde und widerstandsfähige Populationen gefährlich geschwächt werden. Doch das Problem ist größer als nur die genetische Vielfalt.

Elefanten sind für das afrikanische Ökosystem enorm wichtig. Als Grundpfeiler-Art helfen sie, alle anderen Arten in ihrem Ökosystem auszubalancieren; sie erschließen Waldlandschaften, indem sie Feuerbreschen und Grasland produzieren, sie graben Wasserlöcher für andere Arten und sie stellen Nährstoffe für andere Arten zur Verfügung. Als „Großgärtner des Waldes“, wie sie manchmal genannt werden, sind Elefanten essentiell daran beteiligt, Samen von Bäumen zu verbreiten und so für den Fortbestand der Vielfalt des Waldes zu sorgen.

Sollte nicht genug Platz für die Swazi-Elefanten im Swasiland sein, so dürften viele afrikanische Länder ausreichend Platz für diese Tiere bieten können, damit diese wunderschönen Tiere dort in Würde ihr Leben verbringen können.

Wir Netzfrauen bedanken uns bei  mit , die uns auf diese Geschichte aufmerksam gemacht haben. Ihr Bericht erschien in The Guardian unter dem Titel: Keep elephants in the wild where they belong

Petition:

Don’t approve permits to import 18 African Elephants from Swaziland to 3 American zoos

Elefant

Dallas Zoo is one of three U.S. zoos applying to import 18 elephants from a government park in Swaziland, Africa.

According to a statement by the three zoos, which also include the Henry Doorly Zoo and Aquarium in Omaha and the Sedgwick County Zoo in Wichita, the removal of 18 African elephants is necessary „to prevent further degradation of the landscape“ and in order to make room for critically endangered rhinos.

The import applications are for 15 female and three male elephants, which could arrive in the U.S. later this year if the necessary permits are approved. These permit requests are currently under consideration by the U.S. Fish & Wildlife Service and Swaziland wildlife authorities.

If the permits are approved, each zoo will get six elephants.

These elephants were all born in the wild in Swaziland and their exact ages are unknown, but it is confirmed that 15 are sub-adults, estimated to range in age from 6 to 15 years old. Three others are young adult females with estimated age ranges from 20 to 25 years old.

This is not the first time Swaziland has exported elephants to zoos. In 2003, 11 elephants were imported to the San Diego Wild Animal Park and the Lowry Park Zoo in Tampa, Florida. The same rationale, citing congestion and the rhino population, was offered. Their importation was protested by animal welfare and elephant groups, who filed a lawsuit but lost.

One of the main reasons animal advocates protest this kind of activity is the fact that it splits up families, says Deb Robinson, a lawyer who works on animal issues.

„Elephants stay with their families for life, so this will be a situation where you’re taking an animal from her mother,“ Robinson says.

The fact that most of the elephants being taken are young females also indicates that breeding is the primary goal.

„For a while, the Dallas Zoo has been taking in older post-reproductive elephants, but the elephant population in zoos is dying out, and they can’t breed them quickly enough,“ Robinson says. „Zoos are always looking for ways to get young elephants in to breed.“

The Dallas Zoo did not respond to a request for comment.

The Sedgwick County Zoo in Wichita recently built a controversial elephant exhibit that cost $10.6 million. A city official described elephants as „one of the top draws at zoos,“ saying „you can’t be a world-class zoo without elephants.“

The Henry Doorly Zoo is building a $73 million African Grasslands exhibit, the largest in the zoo’s history, not scheduled to be completed until 2017.

According to the release, the 18 elephants are under the care of the nonprofit Big Game Parks Trust in Swaziland and must be exported or culled.

„Relocating the elephants elsewhere in the region is unrealistic due to issues related to excessive poaching, loss of habitat, and elephant-human conflicts,“ says the release. „Drought conditions and degraded park land require Swaziland to truck in hay from South Africa to feed the 18 elephants daily.“

If the 18 elephants are allowed to be deported, another 15 elephants will remain in Swaziland as „symbols“ of Swaziland’s „rich heritage.“

According to the release, the previous elephants imported from Swaziland have been a success, as measured by breeding rate: „Today the elephants are thriving. Each female has successfully delivered at least one calf, and all but one bull has sired, resulting in 14 births.“ deutsch

Bildergebnis für petition sign>>> Don’t approve permits to import 18 African Elephants from Swaziland to 3 American zoos

Netzfrau Doro Schreier

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3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo! Dank für diesen Artikel …
    Aber verzweifelt sehe ich mich außerstande die Petition derzeit zu unterschreiben…
    Ich habe den schlimmen Verdacht und die Erfahrung,daß wir den Kampf um die Elefanten bereits fast verloren haben und ich glaube in dieser Verzweiflung nicht mehr an die Wirksamkeit „althergebrachter“ Methoden.
    Nette Demonstrationen,Mahnwachen,Kneipengespräche….
    Zum Weltelefantentag erschienen trotz Facebookanzeige mit ca 20 Personen etwa 13 Personen mehr als zum von mir angemeldeten Global March for Rhinos and Elephants in Berlin mit genau 7 (!!) Teilnehmern.
    Natürlich auch über Facebook annonciert und in „Tierschützerkreisen“ heftig beworben.
    Ich glaube nicht mehr an die hehre saubere unschuldige Lösung…
    Ich selbst bin letztendlich nur deshalb so ein engagierter Elefantenschützer ,weil ich KONTAKT zu einem „Elefanten“ gehabt habe…hier in Deutschland…in Berlin….in einem Zirkus.
    Das ist kein großes Tier gewesen…das war eine herz/bewußtseinsöffnende Erfahrung,von der ich mir trotz der immensen Freude oft wünschte sie nicht gemacht zu haben.
    Wir verlieren keine intelligente Lebensform und /oder die perfekten Waldhüter Afrikas.
    Wir verlieren einen, vielleicht sogar den Schlüssel zur Frage nach unserer eigenen Identität.
    Diese „Tiere“ scheinen Seelen lesen zu können wie wir Bücher.
    UND HAUPTVERANTWORTLICH IST FÜR IHRE AUSROTTUNG EIN LAND/KULTURRAUM.
    Schreiben Sie persönlich an die jeweilige chinesische Botschaft und bitten Sie herzlich um eine sofortige Beendigung jeglichen Elfenbeinhandels für mindestens 20 Jahre!
    Sebastian Schnitzer
    p.s.: Zuletzt werde ich die Petition vielleicht doch noch unterschreiben,aber wer kann sagen,was mit den Elefanten wird,wenn sie in Swasiland verbleiben…

  2. Swasiland ist ein sehr kleines Land mit drei Resorvars.
    Sawanne im dem Sinn wie man es sich es vorstellt gibt es eigentlich nicht mehr.
    35 Elefanten wird man eher nicht auf freier Wildbahn treffen.
    Es wäre schön die 18 Elefanten nicht is amerikanischeExil ab zu schieben, sondern sie in eine ander africanische gegend zu schicken, wo es nicht mehr so viele Elefanten gibt.

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