Es gibt doch noch die guten Nachrichten. In Mexiko hat Monsanto gleich zweimal eine Niederlage hinnehmen müssen. Eine kleine Gruppe von Imkern hat erneut auf der Yucatan-Halbinsel in Mexiko einen Sieg gegen den Biotech-Riesen Monsanto errungen. Die vorgelegten Beweise überzeugten schon einmal einen Richter davon, dass der Anbau von transgenen Sojapflanzen eine Bedrohung für die Honigproduktion auf Yucatan darstelle. Nachdem Monsanto in Berufung ging, wurde dieses Verbot wieder aufgehoben – doch Monsanto hat nicht mir der Hartnäckigkeit der Maya-Bauern und Imker gerechnet.
Auch im zweiten Fall gegen Monsanto musste die mexikanische Regierung zurückrudern, die hatte im August 2015 Monsanto und Co. nach einstweiliger Verfügung den Anbau von Gen-Soja und Gen-Mais erlaubt.
Wir Netzfrauen wussten, dass es ein harter Kampf wird. David gegen Goliath, denn 75 Prozent des weltweiten Saatguts sind in der Hand von zehn Konzernen. Man soll nicht aufgeben, was die beiden Siege gegenüber Monsanto wieder zeigen.
Sieg für indigene Gruppen über Monsanto
Der mexikanische oberste Gerichtshof Suprema Corte de Justicia de la Nación (SCJN ) hat entschieden, dass indigene Bevölkerungsgruppen berücksichtigt werden müssen, bevor es zu weiteren Genehmigungen des Anbaus von Gensoja kommt.
In einer Erklärung gab das Gericht bekannt, dass die fünf Richter einstimmig beschlossen, eine einstweilige Verfügung gegen das Landwirtschaftsministerium SAGARPA in Mexiko zu erlassen, die die Berechtigung in den südlichen mexikanischen Bundesstaaten Campeche und Yucatan für den Anbau von gentechnisch manipulierten Pflanzen gewährt hatten.
Wir Netzfrauen hatten im August 2015 entsetzt erfahren, dass das Gericht für Zivilsachen die einstweilige Verfügung zu GMO aufgehoben hatte.
Vor zwei Jahren war Mexiko zu einer genfreien Zone erklärt worden. Der vorsitzende Richter, Jaime Eduardo Verdugo J., entschied damals gegen die großen Konzerne und begründete sein Urteil damit, dass es sich um „eine unmittelbare Gefahr für die Umwelt” handele. Von diesem Urteil waren Konzerne wie Monsanto, Bayer Crop Science und Pioneer betroffen, denen dadurch die Aussaat von gentechnisch verändertem Mais verboten war. Siehe: Mexiko verbietet Monsanto, Bayer Crop Science und Pioneer Aussaat von transgenem Mais!
Der Bundesrichter war nach zwei Jahren Prozessdauer außerdem zu dem Schluss gekommen, dass bei der Genehmigung durch das Landwirtschaftsministerium und des Umweltministeriums das Recht auf Konsultation gemäß Abkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) nicht beachtet worden sei, das auch von Mexikos Verfassung garantiert wird. Das Urteil sollte Landwirten helfen, auch lokal rechtliche Schritte gegen die Einführung von GV-Soja und -Mais vornehmen zu lassen, auch wenn die Regierung anders entscheiden sollte.
Konzernstrategien bedrohen biologische Vielfalt
Durch die Konzernstrategie, nur wenige Sorten zu vermarkten, hat sich die Vielfalt aller weltweit angebauten Kulturpflanzen im Laufe des 20. Jahrhunderts um 75 Prozent verringert. Bauern, Wissenschaftler sowie Landwirtschafts-, Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen aus Mexiko setzen sich für den Schutz der biologischen Vielfalt im Land ein – und für den Erhalt alter Maissorten. Mexiko gilt als die Wiege des Maises – Umwelt- und Landwirtschaftsorganisationen fürchten irreparable Schäden durch gentechnische Verunreinigungen und den Verlust der Vielfalt.
Das Gericht für Zivilsachen konnte die einstweilige Verfügung zu GMO aufheben, da es sich um kein staatliches Verbot, sondern „nur“ um eine einstweilige Verfügung handelte. Der tragischen Entscheidung folgten über einen Zeitraum von zwei Jahren 93 Einsprüche der Biotech-Industrie, nachdem die Pflanzung von GV-Mais im September 2013 verboten worden war. Doch dieses Urteil des Mexikanisches Ministerium verstieß gegen die verfassungsmäßigen Rechte indigener Gemeinden. Sie waren gezwungen, gegen ihre eigene Regierung und gegen multinationale Konzerne wie Monsanto, die über Multimillionen-Dollar-Rechtsabteilungen verfügen, zu kämpfen, nur um ihre verfassungsmäßigen Rechte zu behalten. Diese Rechte sollen ihre traditionellen Wege der Landwirtschaft und ihr Leben schützen.
Zum Glück sah es das Oberste Gericht auch so und entschied nun zugunsten der indigenen Gruppen.
Sieg für Maya-Bauern und Imker über Monsanto
Ein weiterer Sieg, nur einen Tag später. Eine kleine Gruppe von Imkern hat auf der Yucatan-Halbinsel in Mexiko einen erneuten Sieg gegen den Biotech-Riesen Monsanto errungen.
2014 wurde noch auf Grund der Gefährdung von Bienen gegen Monsanto entschieden. Die vorgelegten Beweise überzeugten den Richter. Dieser entschied, dass der Anbau von transgenen Sojapflanzen auch eine Bedrohung für die Honigproduktion auf Yucatan darstelle. Monsanto hatte die Lizenz zum Anbau der transgenen Sojapflanzen zwei Jahre davor erhalten. Die Genehmigung galt für 250 000 Hektar in sieben Bundesstaaten Mexikos. TOPP Mexiko – Sieg für Maya-Bauern und Imker über Monsanto- Victory for Mayan Farmers and Beekeepers over biotech giant Monsanto
Nur ein Jahr später dürfte nun alles hinfällig sein und Monsanto und Co. können nun weitermachen. Die indigenen Völker in Mexiko pochen auf ihr Recht, doch ob sie wirklich am Ende als Sieger hervorgehen, ist zu bezweifeln. In den letzten Jahren diskutierte das Land über die Nutzung von gentechnisch veränderten Maissorten. Kommerziell angebaut werden dürfen die genmodifizierten Pflanzen von Monsanto und Co. noch nicht, doch die Bundesregierung in Mexiko-Stadt hob bereits vermeintliche Vorteile der Technologie hervor. Dies übrigens mit falschen Studien der Konzerne.
Mexiko ist der weltweit der sechstgrößte Hersteller und der drittgrößte Exporteur von Honig. Über 25 000 Familien auf der Halbinsel Yucatán sind von der Honigproduktion abhängig. Die tropische Region produziert etwa 40 % des Honigs in Mexiko, von dem fast alles in die EU exportiert wird. So muss Honig mit mehr als 0,9 % GMO mit „enthält Zutaten aus GMO“ gekennzeichnet werden und kann nicht mehr als Bio-Produkt vermarktet werden. Einige Länder, darunter auch Deutschland, lehnen Honig mit GM-Pollen ab.
Die Imker der beiden Staaten sowie die im benachbarten Bundesstaat Quintana Roo hatten gegen die Genehmigung genetisch veränderter Sojapflanzen protestiert mit dem Argument, dass sie aufgrund der Kontaminationsrisiken ihre Honigproduktion einstellen könnten. Auch hier entschied nun das oberste Gericht SCJN, dass die Imker, die zu den indigenen Bevölkerungsgruppen gehören, berücksichtigt werden müssen, bevor es zu weiteren Genehmigungen vom Anbau transgener Sojapflanzen kommt.
Wir gratulieren in beiden Fällen den Gegnern von Monsanto und Co. und hoffen, dass sie weiterhin ohne Gensoja und Genmais leben dürfen.
Mögliche höhere Erträge und verminderter Einsatz von Pestiziden nicht von Dauer?
Immer wieder werden Studien vorgelegt, dass in den USA genmanipulierte Pflanzen einen höheren Ertrag nachwiesen. Die GV-Industrie hatte lange Zeit behauptet, dass GV-Nutzpflanzen den Einsatz von Pestiziden verringert hätten („Pestizide” wird hier in seinem technischen Sinne verwendet und schließt Herbizide, Insektizide und Fungizide ein. Herbizide sind in Wirklichkeit Pestizide).
Der Agrarwissenschaftler Dr. Charles Benbrook untersuchte die Behauptung in einem Bericht aus dem Jahr 2009, dass GV-Nutzpflanzen den Pestizideinsatz verringern. Für diesen Bericht wurden Daten des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) und des National Agricultural Statistics Service (NASS) des USDA verwendet. Er konnte die Behauptungen der Konzerne widerlegen.
US-Landwirte vermeiden gentechnisch verändertes Saatgut
Außerdem wird verschwiegen, dass immer mehr Landwirte in den USA gentechnisch verändertes Saatgut (GVO) vermeiden. Ein gravierendes Problem sind die Superunkräuter, aber auch die Rückkehr von anderen Schädlingen.
Der Gen-Mais ist zwar mit „eingebautem“ Schutz gegen Schadinsekten ausgestattet, doch die Natur kehrt irgendwann zurück. Das war den Wissenschaftlern sogar bekannt. Bei der Verwendung von Insektiziden besteht immer das Risiko, dass die Schadinsekten über kurz oder lang gegen das eingesetzte Insektizid resistent, d.h. unempfindlich, werden. [Siehe Superunkräuter – Immer mehr Landwirte kehren Monsanto den Rücken]
Dass genmanipulierte Pflanzen mehr Profit bringen, konnte ebenfalls widerlegt werden. Ob es sich nun um Mais oder Soja handelt, spielt dabei übrigens keine Rolle. Schon längst ist das Ganze als eine große Lüge entlarvt – doch schaut man sich die Regierungen an, dann sieht man in vielen Positionen Leute von Monsanto und Co. Übrigens: Monsanto steht auch für die Konzerne, die eng mit diesem Konzern verflochten sind.
Monsanto denies their soybeans hurt Mexico honey production – https://t.co/fkzYXOvkgC pic.twitter.com/fBYSZ0LXzz
— Vallarta Daily (@VallartaDaily) 6. November 2015
„Mexico’s top court blocks move to plant genetically modified #soya“ @Reuters #Monsanto https://t.co/YkELD5YPrb pic.twitter.com/BZG1ySAJrq — COMEXI (@COMEXI) 6. November 2015
Monsanto Blocked By Mexico Supreme Court Injunction Until Consultation With Indigenous Communities Occurs
Monsanto, the world’s largest seed company, has been blocked from planting genetically modified soy seeds in the southern Mexican states of Campeche and Yucatan after the country’s Supreme Court granted an injunction against the country’s agriculture ministry, teleSUR English reported.
The ministry, known as Sagarpa, had given the green light for genetically modified seeds to be used, but it violated the rights of local indigenous communities, which are guaranteed consultation by the Mexican constitution, the court ruled. The ban will remain in place until a consultation takes place.
“Indigenous peoples and communities in the country are entitled to be consulted in cases where impacts could be significant,” the court said in a statement. Several of the indigenous communities affected had been responsible for filing the injunction against Sagarpa. U.S.-based Monsanto said in a statement that it respects the court’s decision and is waiting to see a full-text version of the ruling, Reuters reported.
Monsanto to Mexico honey farmers: Our soya seeds not to blame for woes
Monsanto Co on Friday denied that plantings of its genetically modified soybeans have impacted bees, led to deforestation or caused damage to the honey production industry in two Mexican states.
Mexico’s Supreme Court on Wednesday blocked a move to allow the planting of genetically modified soya seeds in the southern Mexican states of Campeche and Yucatan, arguing that indigenous communities that had fought the move should be consulted before it was approved.
Honey producers in the two states as well as the neighboring state of Quintana Roo had protested against the genetically modified soybean permits, arguing they created a contamination risks for their produce.
Monsanto, which was on the court docket’s list of interested parties in the case, said in a statement Wednesday it respected the court’s decision and would wait to see the full text of the ruling.
On Friday, in response to questions from Reuters, Monsanto denied any link between its soybean seeds and honey production woes.
„We do not accept accusations that put us as responsible for deforestation and illegal logging in the municipality of Hopelchén, Campeche, or any place of the Republic, because our work is rigidly attached to the guidelines provided by law,“ the company said in a statement.
The court said on Wednesday that the five justices had voted unanimously to grant an injunction against Mexico’s agriculture ministry SAGARPA, which had given permission for the plantings. The full text of the decision is still pending.
A group of organizations including Greenpeace, which supported the injunction against the permits, hailed the ruling as „historic“ and called for authorities to guarantee the right to previous consultation in the future.
Monsanto said in the statement that in the Yucatan Peninsula during the period in question, an estimated 44,000 hectares (108,726 acres) of soybeans were planted, of which 13,000 were from Monsanto seeds.
In the municipality of Hopelchen, Monsanto’s soybeans were sown in 4,261 hectares of the 15,000 planted, the company said.
The company blamed problems in the Mexican honey sector on increasing prices and production volumes among Mexico’s honey producers.
„There is not evidence that the exports of honey are affected by GM soybeans,“ the company said.
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