Armut und Hunger – Essen aus dem Müll

ObdachloseArmut in Deutschland ist ein Thema, das viele nicht wahrhaben wollen. Aber auch bei uns klafft die Schere zwischen denen, die viel Geld besitzen und denen, die gar keines haben, immer weiter auseinander.

Hunger: nur ein Problem von Entwicklungsländern? Nicht ganz: Auch in den „reichen“ Industrieländern leben laut der UN-Welternährungsorganisation FAO inzwischen 15 Millionen chronisch Unterernährte. Chronische Unterernährung ist in Deutschland zwar selten, dennoch kann man auch hierzulande von einer Rückkehr von Ernährungsarmut sprechen.

Deutschland ist ein reiches Land – im Schnitt werden hier über 30 000 Euro pro Jahr und Einwohner erwirtschaftet. Doch acht Prozent der Bevölkerung sind völlig abgehängt und zwischen 16 und 20 Prozent leben unterhalb der Armutsgrenze. Gleichzeitig werden die Reichen laut den offiziellen Statistiken immer reicher. Die obersten zehn Prozent verfügen über rund 53 Prozent des Vermögens. Manche Berechnungen gingen von mehr als 60 Prozent aus. Die Armut in Deutschland nimmt kontinuierlich zu und betrifft immer mehr Gruppen in der Gesellschaft.

Armut in Deutschland hat einen historischen Höchststand erreicht.

Zu diesem Ergebnis gelangt der Paritätische Gesamtverband in einem Bericht zur regionalen Armutsentwicklung. Danach waren 2013 mehr als zwölf Millionen Menschen von Armut bedroht. Die Armutsquote stieg gegenüber dem Vorjahr von 15 auf 15,5 Prozent. Zugleich ist die Kluft zwischen wohlhabenden und wirtschaftsschwachen Regionen weiter gewachsen. Verbandsgeschäftsführer Ulrich Schneider spricht von einer „armutspolitisch tief zerklüfteten Republik“. Nie zuvor sei die Armut so hoch, nie die regionale Zerrissenheit so tief gewesen wie heute.

Die wichtigsten Befunde im Überblick:

1: Die Armut in Deutschland hat mit einer Armutsquote von 15,5 Prozent ein neues Rekordhoch erreicht und umfasst rund 12,5 Millionen Menschen.

2: Der Anstieg der Armut ist fast flächendeckend. In 13 der 16 Bundesländer hat die Armut zugenommen. Lediglich Sachsen-Anhalt verzeichnet einen ganz leichten und Brandenburg einen deutlicheren Rückgang. In Sachsen ist die Armutsquote gleich geblieben.

3: Die Länder und Regionen, die bereits in den drei vergangenen Berichten die bedenklichsten Trends zeigten – das Ruhrgebiet, Bremen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern – setzen sich ein weiteres Mal negativ ab, indem sie erneut überproportionalen Zuwachs aufweisen.

4: Die regionale Zerrissenheit in Deutschland hat sich im Vergleich der letzten Jahre verschärft. Betrug der Abstand zwischen der am wenigsten und der am meisten von Armut betroffenen Region 2006 noch 17,8 Prozentpunkte, sind es 2013 bereits 24,8 Prozentpunkte.

5: Als neue Problemregion könnte sich neben dem Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen auch der Großraum Köln/Düsseldorf entpuppen, in dem mehr als fünf Millionen Menschen leben und in dem die Armut seit 2006 um 31 Prozent auf mittlerweile deutlich überdurchschnittliche 16,8 Prozent zugenommen hat.

6: Erwerbslose und Alleinerziehende sind die hervorstechenden Risikogruppen, wenn es um Armut geht. Über 40 Prozent der Alleinerziehenden und fast 60 Prozent der Erwerbslosen in Deutschland sind arm. Und zwar mit einer seit 2006 ansteigenden Tendenz.

7: Die Kinderarmut bleibt in Deutschland weiterhin auf sehr hohem Niveau. Die Armutsquote der Minderjährigen ist von 2012 auf 2013 gleich um 0,7 Prozentpunkte auf 19,2 Prozent gestiegen und bekleidet damit den höchsten Wert seit 2006. Die Hartz-IV-Quote der bis 15-Jährigen ist nach einem stetigem Rückgang seit 2007 im Jahr 2014 ebenfalls erstmalig wieder angestiegen und liegt mit 15,5 Prozent nun nach wie vor über dem Wert von 2005, dem Jahr, in dem Hartz IV eingeführt wurde.

8: Bedrohlich zugenommen hat in den letzten Jahren die Altersarmut, insbesondere unter Rentnerinnen und Rentnern. Deren Armutsquote ist mit 15,2 Prozent zwar noch unter dem Durchschnitt, jedoch seit 2006 überproportional und zwar viermal so stark gewachsen. Keine andere Bevölkerungsgruppe zeigt eine rasantere Armutsentwicklung.

Quelle 

Armut in Deutschland ist ein Thema, das viele nicht wahrhaben wollen. Aber auch bei uns klafft die Schere zwischen denen, die viel Geld besitzen und denen, die gar keines haben, immer weiter auseinander.

Obdachlose – Der Kampf gegen die Armut hat sich zum Kampf gegen die Armen gewandt.

Wenn das Thermometer sinkt, wird das Leben auf der Straße für viele Obdachlose zum Überlebenskampf. Jede Nacht geht es nur ums nackte Überleben. Notunterkünfte sind überlastet und immer mehr Obdachlose brauchen einen Schlafplatz.

In vielen Ländern Europas steigt, verschärft durch die Wirtschaftskrise, die Zahl der Obdachlosen. Doch anstatt zu helfen, werden in einigen Länder Bußgelder verhängt, sind Obdachlose nicht erwünscht.

Auch in einem reichen Land wie Deutschland leben Menschen auf der Straße. Ihre Zahl hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Aber statt die Armut zu bekämpfen, werden Arme auch hier aus den Innenstädten vertrieben.‎ Der Kampf gegen die Armut hat sich zum Kampf gegen die Armen gewandt.

In Spanien trat in Januar die neue „Verordnung über das Zusammenleben im öffentlichen Raum“ in Kraft: Strafen von 1.500 Euro für Bettelnde mit Kind, sowie unerlaubtes Campieren im öffentlichen Raum. In Spanien werden immer mehr Menschen zwangsgeräumt und landen auf der Straße.

Hier erwarten sie dann Bußgelder, wenn sie in der Öffentlichkeit auf Straßen übernachten. Mehr Informationen: Gewusst? Hungerschlangen in Spanien – Hungern, während Banker sich ihre Schandtaten mit Millionen versüßen

In London sind Obdachlose nicht erwünscht. In den vergangenen drei Jahren sei allein die Zahl der Menschen, die in London auf der Straße schlafen, um 75 Prozent gestiegen, zitierte der „Guardian“ eine Hilfsorganisation. Demnach lebten 2013 mehr als 6400 Leute in der britischen Hauptstadt auf der Straße. Damit sich Obdachlose nicht in windgeschützte Hauseingänge niederlassen können, werden Metallspieße angebracht, die aus dem Boden ragen.

In Frankreich sind sogar Zehntausende trotz Jobs obdachlos. Eine vom französischen Statistikamt Insee veröffentlichte Studie zur Beschäftigungslage französischsprachiger Obdachloser, kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Jeder vierte Obdachlose in Frankreich hat eine Arbeit. Das Gehalt reicht nicht aus, um eine Wohnung zu halten. Die Hälfte der Obdachlosen Frauen sind als Haushaltshilfe, in der Kinderbetreuung oder als Krankenpflegerin tätig.

Rund 60.000 Frauen leben schätzungsweise in Deutschland auf der Straße. Sie neigen stärker dazu, ihre Not zu vertuschen, leben meist in verdeckter Wohnungslosigkeit. Besonders obdachlose Frauen, leiden unter dem Klischee der herumlungernden Obdachlosen und versuchen, nicht aufzufallen: Sie verstecken sich, werden unsichtbar und nicht selten Opfer sexueller Ausbeutung. In Köln wurde die Initiative  H.i.K. Heimatlos in Köln gegründet, ihr Ziel ist es, eine Begegnungsstätte zu schaffen, die speziell auf die Bedürfnisse von obdachlosen Frauen ausgerichtet ist und zum Abbau von Klischees und Vorurteilen gegenüber Obdachlosen beiträgt. [Mehr Informationen erhalten Sie hier: H.i.K. Heimatlos in Köln]

Auch Straßenkinder trifft man überall, auch hier in Deutschland, ob in Parks, auf Bahnhöfen, auf alten Fabrikhöfen – sie sind unter uns.

In den USA sind fast 2,5 Millionen Kinder obdachlos. Die Zahl der Minderjährigen ohne eigene Wohnung ist damit so hoch wie nie zuvor, wie aus einem Bericht des National Center on Family Homelessness hervorgeht. Auch hier die gleichen Gründe wie in Europa, hohe Armutsquote, zu wenig bezahlbarer Wohnraum und die Folgen der Weltwirtschaftskrise.

Hungrig – Essen aus dem Müll

Der Film „Hungrig“ sucht Antworten auf die Frage, warum in Deutschland immer mehr Menschen aus den Mülleimern der Städte ihr Essen holen – obwohl es Sozialstationen mit Essensausgaben gibt. Die Autorin Susanne Jäger blickt in der Kölner City genau dort hin, wo die meisten Passanten wegsehen. Sie beobachtet Menschen, die aus Armut schamvoll in die Mülleimer greifen und spricht mit denen, die sonst selten zu Wort kommen.

„Obdach“ bedeutet Unterkunft oder Wohnung. Obdachlosigkeit wird definiert als Zustand, in dem Menschen über keinen festen Wohnsitz verfügen und im öffentlichen Raum, im Freien oder in Notunterkünften übernachten.

In Wien steigt die Zahl der Obdachlosen seit Jahren stetig an. 2013 gab die „Gruft“ (Notschlafstelle der Caritas in Wien-Mariahilf) an, dass sie 97 000 warme Mahlzeiten an Menschen ausgegeben haben, denen das Geld oft für das Nötigste fehlt. So viele wie noch nie zuvor. Das Problem nicht leistbarer Mieten hat die Mittelschicht längst erreicht. Über Ziffern kann man nicht reden, sie bloß schätzen. Wenigstens einige hundert schlafen immer im Freien, ebenso viele nehmen Zuflucht in den vielen Notschlafstellen der Stadt.

Lt. Wiener Tafel weist Wien mit 17 % der Bevölkerung das größte Armutsrisiko auf. Längst schon geht Armut durch alle Bevölkerungsschichten. Neben den geschätzten 800 permanent Obdachlosen nehmen über 7.100 Menschen zeitweise Obdachloseneinrichtungen in Anspruch. In Wien stehen 4.500 Wohn- und Schlafplätze für Menschen ohne Wohnung zur Verfügung. Expertenschätzungen zufolge, sind in Österreich insgesamt rund 12.000 Menschen wohnungslos. Armut macht krank und einsam. Sie grenzt aus, entwürdigt den Menschen, schwächt ihn und die Gesellschaft.

Obdachlosigkeit trifft auch immer häufiger Menschen unter 30, heißt es von der Caritas. „Das Bild des klassischen Sandlers hat ausgedient. An seine Stelle treten vermehrt junge Menschen, Frauen und psychisch erkrankte Personen“, sagte Klaus Schwertner, der Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien. Viele von ihnen finden akut Hilfe bei der zentralen Anlaufstelle „P7“. [Mehr dazu in: Hilfe für Obdachlose: „P7“ ist zehn]

Auch immer mehr europäische Besucher in Österreich sind von Obdachlosigkeit betroffen und sie kommen aus vielen Ländern Europas, vornehmlich aber aus den früheren Ostblock-Staaten Bulgarien, Polen, Ungarn, der Slowakei und Tschechien. Sie kommen, um Arbeit zu finden. Doch wenn das nicht funktioniert, bleiben sie trotzdem. Sie denken wohl, „besser in Wien obdachlos, als in Budapest“. Die ungarische Regierung hat bekanntlich das Übernachten auf der Straße verboten, Obdachlosen drohen Geld- und Gefängnisstrafen.

Die ersten zwei Monate sind für die Obdachlosen in den Notschlafstätten kostenlos. Danach aber müssen sie einen Kostenbeitrag von 4 € pro Nacht bezahlen, wie die Wiener Stadträtin für Gesundheit und Soziales, Sonja Wehsely (SPÖ), per 1. September 2010 einführte. Sie begründete dies damals als Maßnahme „im Sinne der sozialpolitischen Steuerung“.

Mehr Zynismus geht nicht mehr.

Gleichzeitig hat die Stadt Wien noch dazu den Heizkostenzuschuß halbiert und im Winter 2012-2013 von Geldleistungen auf Sachleistungen umgestellt.

Durch Wien, diese Glitzer-Metropole, streunen nach einer Schätzung der Caritas-Einrichtung a_way mindestens 300 obdachlose Minderjährige. Seltsam frühreife Wesen mit übertriebener Selbstständigkeit, die ihre Tage mit der Beschaffung des nächsten Schlafplatzes, von Lebensmitteln und Drogen verbringen. Sie haben gelernt zu nehmen, was kommt, auch wenn nichts kommt. Seit der frühen Kindheit in desolaten Familien misshandelt, vernachlässigt, traumatisiert und schließlich verjagt.

Im Vorjahr wurden aufgrund von Anrainerbeschwerden, die Obdachlosen aus dem Stadtpark von der Polizei vertrieben. Im Anschluß daran herrschte große Aufregung bei allen NGOs, den Ämtern und der Bevölkerung. Der Vorschlag, eine Zeltstadt zur Verfügung zu stellen, wurde abgelehnt. Eine Expertenkommission sollte etabliert werden, dies fand jedoch keine Mehrheit. Ob sonst jemand über eine gute Lösung nachdachte, ist fraglich. Und der nächste Winter steht schon vor der Tür.

Netzfrauen Lisa Natterer und Doro Schreier

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11 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Der Artikel kontrastiert auffallend mit der staatlichen Propaganda. Danach „geht es uns gut“, „ist die Beschäftigung so hoch wie nie“, ist „Deutschland reich“. Es zeigt sich einmal mehr, dass solche verallgemeinernden Aussagen an den harten Fakten und Zahlen gemessen werden sollten.
    Es ist abzusehen, dass sich die Armut und Obdachlosigkeit in den nächsten Jahren sprunghaft vermehren wird. Die Konkurrenz durch die Migranten um die Sozialleistungen wird dafür sorgen. Unverständlich, wieso die Politik sich für die einheimischen Obdachlosen nicht annähernd so einsetzt, wie für die Migranten. Vermutlich rechnet man nicht damit, hierdurch Wähler generieren zu können. Ein „Marsch der Zerlumpten“ zum Kanzleramt könnte viel bewegen.

  2. Ich lebe als Deutscher seit über 15 Jahre in Spanien, und zwar in Andalusien auf dem Lande.
    In meiner ganzen Nachbarschaft sind alle Männer arbeitslos, aber Niemand ist ohne Arbeit.
    Wenn ein Spanier nur 15 Jahre seines Berufslebens (2 Jahre davon vor seiner Rente) Rentenbeiträge einzahlt (unabhängig von der Beitragshöhe) erhält er etwa 630,00 Euro Rente, die 14 x im Jahr ausgezahlt wird, und er zahlt als Rentner keinerlei Krankenkassenbeiträge.
    Diese Nettorente erhält eine Kassiererin bei LIDL noch nicht einmal, wenn sie in Deutschland 45 Jahre beitragspflichtig arbeitet.
    Meine Tochter ist schwerbehindert, lebt in Deutschland von der Grundsicherung und seit etwa
    18 Jahren in einer eigenen Wohnung.
    Meine Ehefrau hilft unserer Tochter bei Bankangelegenheiten usw.
    Daher haben wir einen Überblick darüber, wie man in Deutschland von Grundsicherung, Sozialhilfe oder Hartz leben kann.
    Ja- es ist nicht „das Gelbe“
    Aber unsere Tochter trinkt keinen Alkohol, raucht nicht und nimmt keine Drogen.
    Sie hält ihre kleine Wohnung vorbildliche in Ordnung, ist noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten; ja hat noch nicht einmal (was als langjährige Motorradfahrerin auch nicht so einfach ist) noch nicht einmal Punkte in Flensburg.
    Noch nicht einmal ein Knöllchen hat sie jemals bekommen.
    Sie ist nicht einmal mit der Miete, Hundesteuer, Stromrechnung oder anderen Dingen im Rückstand gewesen.
    So- und wenn alle Menschen, die in Deutschland als arm gelten, so einen Lebenswandel hätten, wie unsere Tochter, dann gäbe es schon eine Menge Menschen weniger, die auf der Straße leben wollen oder müssen.
    Es ist nicht prickelnd, wenn man nur von der Grundsicherung in Deutschland leben muss.
    Aber diese Grundsicherung steht jedem deutschen Staatsbürger zu und wenn er nicht in der Lage ist, seine Angelegenheiten selber zu regeln, kann er einen Betreuer verlangen.
    Und wenn man dann noch einen Papa in Spanien hat, der mit n i c h t geldwerten Zuwendungen, wie für Motorrad, Hund und andere angenehmen Dinge des Lebens sorgt, und für Töchterchen unbegrenzt seine Ferienwohnung reserviert, dann liegt nicht nur das zur Verfügung stehende Einkommen schon weit über dem Nettolohn, den eine Verkäuferin bei Aldi oder LIDL hat, sondern auch die Lebensqualität, die dann zumindest eine Schwerbehinderung erträglicher macht.
    Dafür erhalten wir dann auch noch das deutsche Kindergeld, obwohl wir in Spanien wohnen.
    Nur die Verkäuferin bei LIDL darf sich demnächst, bei einer Renten von 43% vom Netto Lohn, auch schon auf die Grundsicherung im Alter freuen, selbst wenn sie 45 Jahre Beiträge gezahlt hat.
    Hat sie geriestert oder anders sich noch Geld für die Altersversorgung abgespart, dann wird es ihr auf die Rente angerechnet; dann hat sie Ihre eigene Grundsicherung erarbeitet.
    Ich kann per Behindertentestament dafür sorgen, dass meine Tochter auch noch nach meinem Tode etwas zu der Grundsicherung erhält.
    Zusammenfassend:
    Die Gefahr in die Obdachlosigkeit abzusinken, nimmt im Quadrat zu, wenn man nie gelernt hat mit Geld umzugehen, an der Flasche hängt, andere Drogen nimmt oder in irgendeiner Weise mit dem Gesetz in Konflikt kommt.
    Das große Problem ist aber, dass man so etwas in Deutschland nicht schreiben darf und auch in den Schulen den Kindern der Umgang mit Geld nicht beigebracht wird.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

  3. Lieber Leser, es ist sogar sehr verständlich, warum sich die Politik nicht für diese Menschen einsetzt. Finanzeliten und Politikdarsteller bauen auf den zunehmenden Konflikt zwischen den sozialen und kulturellen Schichten und Gruppierungen in diesem Land, und gleiches gilt für ganz Europa. Teile und herrsche heißt dieses alte Prinzip, und während wir uns gegenseitig fertig machen grinsen sich die Eliten einen, fördern die Konflikte national und international, verdienen daran, und installieren, ehe es die Bildleser gemerkt haben, die direkte Dikatur.

    Selbstverständlich wird es einen Obdachlosen wenig interessieren, wie hoch das gegen ihn verhängte Bußgeld ist. Auf diese Weise gelangen sie wenigstens an einen warmen Schlafplatz. All die damit zusammenhängende Bürokratie sowie die überfüllten Gefängnisse bringen uns dann wieder ein Stück näher an den Kollaps.

  4. Die Ursachen (Geldsystem, korrupte Politiker, Elitenwirtschaft) sind längst bekannt. Was soll also die Rumjammerei ohne Roß und Reiter zu nennen ? Das ist kein Journalismus, das ist Selbstbefriedigung.

  5. Dem Anblick der Armut entkommt hier niemand. Vor jedem Supermarkt wird gebettelt, in den Einkaufszonen, Mülleimer werden im ganzen Stadtgebiet durchsucht, überall sieht man Decken, Tüten mit Habseligkeiten aus dem Müll und Matratzen, Musikanten lärmen 7 Tage die Woche, und die Tafeln sind auch in der Innenstadt.

    Wie sieht denn die Lösung aus? Und was ist schief gelaufen? Wann haben wir nicht aufgepaßt?

    Dem „leser“ stimme ich ausdrücklich zu. Die Zukunft ist düster.

  6. Ich verstehe dieses „Deutschland ist ein reiches Land“ Geschrubeln nicht.

    Deutschland hast seit vermutlich 40 Jahren eine positive Exportquote. Aber für die ganzen Bürgschaften von irgendwelchen Großbanken wurden Billionenbeträge vergeben, die niemand mehr beziffern kann. Mal heißt es 2 Billionen Schulden, dann in der Bild 7 Billionen (man hatte die Renten der Beamten vergessen) dann noch mal hier ein paar Milliarden für den Ukrainekrieg, dort ein dreistelliger MIlliardenbetrag für die Reduzierung der Großbanken an Griechenlandanleihen, hier noch mal 660 Milliarden für das Geoing. zur vermeindlichen Klimarettung, dann hier noch mal ein paar Milliarden für Waffenlieferungen in Krisenregionen und dann bekommt auch noch der eine oder andere ein paar UBoote geschenkt,…

    Deutschland hat schon seit dem Dritten Reich die Arbeitskraft der Deutschen verpfändet bei der BIZ und man traut sich überhaupt nicht einen Friedensvertrag abzuschließen, um nicht den Reparationszahlungen eines Friedensvertrages ausgesetzt zu sein.
    Das war der Grund warum man nicht wieder in die Grenzen von 31.12.1937 wollte und eine Verfassung zu verabschieden wie in GG Artikel 146 vorgeschrieben, einfach mal Protokolle von 2+4 Verträgen lesen.

    Wer das nicht glaubt möge mal sich das Urteil des Internationalen Gerichtshofes vom 3.2.2012 anhören.
    Das ist ein unhaltbarer Zustand und leider läßt sich derzeit auch nur so die Situation erklären, daß jedes Land in anderen Ländern ganz offensichtlich Krieg führt ohne diesen jemals in den letzten Jahrzehnten erklären zu müssen.

    Die Rede von dem ehemaligen Bundesverfassungsrichter und Bundespräsidenten Roman Herzog „Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen.“ Kann man leider nur dann verstehen, wenn man sich mal ersthaft mit der Situation auseinandergesetzt hat und dabei ist es nicht förderlich, wenn man jede Information in eine politische Richtung schieben will.

    Einfach mal nachdenken, wie konnte Mussolini als Chef der Internationalen Sozialisten wenige Minuten später der größte Rechte und Nationalsozialist und Faschist werden?
    Mussolini sagte die Fusion zwischen Staat udn Konzern ist Faschismus.
    Was will TTIP?
    Sigmar Gabriel wirbt heute massiv, auch mit Steuergeld für TTIP, und ist nebenbei Chef der Internationalen Sozialisten.
    Wir müssen uns davon befreien, daß Nationalsozialismus rechts sei, während Globalsozialismus links sei.
    Was ist denn eine „Zentralbank“ ein Instrument des Kapitalismus oder ein Instrument des Sozialismus also der Planwirtschaft?
    Wofür brauchen wir 945.000 Richtlinien Verordnungen und Gesetze?

  7. wir ernähren uns nicht mehr von lebensmitteln, sondern von kapitalprodukten!

    die lebensmittelkonzerne gibt es nicht um uns zu ernähren, es gibt sie, weil wir sie füttern!
    früher haben sie die hungrigen satt gemacht, heute machen sie die satten hungrig!

    der raubtierkapitalismus und unser wirtschaftssystem zielen darauf ab, armut zu schaffen, und sie schaffen auch die umweltzerstörung. dies ist keine krise die vorüberzieht. diese krise, mit ihrer erderwärmung, schafft nicht nur armut und flüchtlinge, sondern bringt auch den tod.

  8. Familien mit Kindern, vor allem mit erwachsenen Kindern die in der Ausbildung werden ergänzend Leistungen, und damit die Berechtigung, zu einer sogenannten „Tafel“ bzw zu einer „Kleiderkammer“ zu gehen, genommen. Auf der anderen Seite nehmen Jugendämter gefährdeten Familien die Kinder weg und werfen das Geld statt den eigenen Eltern den Pflegeeltern in den Rachen.
    Wieder andere Armutsbetroffene sind Behinderte- Sie kriegen bevorzugt keine Arbeit, und es gibt auch keinen Behindertenrenten mehr sondern nur noch Harzt 4. Das wiederum weggerechnet wird, wenn der Behinderte bei Eltern, anderen Verwandten oder in einer eigenen Familie lebt. Dann sind die Familienangehörige zur Hilfe verpflichtet, was dann zur Armut für alle führt. Die beschämend geringen Renten sind ein weiteres schlimmes Thema, bitte recherchiert und schreibt weiter zum Thema Armut, danke

  9. Liebe netzfrauen. Auch ich war von armut u obdachlosigkeit betroffen. Kurz bevor ich aufgeben wollte hatte ich das unbeschreibbare glück von mir wildfremden menschen aufgenommen zu werden. Das verschaffte mir die nötige zeit u ruhe, mich mit mir und der welt zu beschäftigen. Ich glaube dadurch bin ich ein aufmerksamer, mitfühlender u sehr bewusst handelnder mensch gewurden. Wieder zurück im „alten leben“ sorgte ich dafür meine existenziellen bedürfnisse gesichert zu haben. Ich habe mir KEINEN FERNSEHER und KEINEN RECHNER INCL. INTERNET angeschafft um weiterhin frei denken zu können. Ich ernte viele: du musst aber…! Du brauchst aber…! Nein, was ich brauch entscheide ich und mir fehlt die ständige gehirnwäsche u beschäftigung mit unwichtigen dingen kein bisschen. Danach punkt 2 meiner prioritätenliste. Mach was aus dir! Wenn mich zur zeit Jemand fragt was ich bin, muss ich mit fast 30 nämlich antworten: nix. Ich habe von arzthelferin bis hotelfachfrau einige ausbildungen machen wollen. Musste immer wieder feststellen, dass ich zu wenig duckmaus bzw heuchler bin. Jetzt endlich nach vielen verlorenen jahren in denen ich bei der verdammten agentur für arbeit auf mein recht auf eine ausbildung kämpfen musste… Nach 25 hat man kein recht mehr etwas zu lernen sondern darf auch als intelligenter mensch mit gutem schulabschluss hilfsarbeiter oder nix sein… Bin ich auf der zielgeraden. Ich werde industriemechaniker. Mein gedanke dabei: nur wenn man da ist, wo viel unrecht u schlechte dinge passieren, kann man auch aktiv sein bzw werden. In diesem sinne: vielen dank für die vielen wertvollen informationen.

    • Alles Gute für Sie auf Ihrem weiteren Weg und herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung.

  10. Der Kapitalismus hat den normalen Menschen NICHTS mehr zu bieten., außer Demütigung Hunger, Obdachlosigkeit, Hartz4 Schikane, Kriege, Fieren im Winter. Dazu ein paar Ablenkungen wie „next Top Modell“, DSDS und abgesprochene Bundesliga Fußball.
    Ich habe als Wirtschafts Ingenieur die gute alte Tante „DDR“ über 10 Jahre beruflich bereist. Aber der DDR Staat war BESSER !
    Da hatte man sich – auf sehr hohem Niveau – beschwert, dass der Senf zu scharf oder der Farbfernseher zu teuer, oder die Apfelsine zu verschrumpelt war.
    Aber viele geistig schwache DDR Bürger haben ihre Heimat verraten, um jetzt Abfälle zu fressen und an hohen Mieten zu ersticken.

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