Wenig Aufwand – hoher Ertrag – dies lässt die BIG4 der Klinikbetreiber gesunden – Solche Pflege ist Folter!

Pflege5Möchten Sie so behandelt werden? Ruhiggestellt und abgeschoben statt liebevoll gepflegt – so sieht der Alltag in vielen Pflegeheimen aus. Kaum ein Pflegebedürftiger weiß wirklich, was ihn im Pflegeheim erwartet. Anders sieht es auch nicht in den Krankenhäusern aus. Gewinnmaximierung durch Personalabbau oder durch Einsetzen von Zeitarbeitern. 

Oft wollen wir ein Thema, über welches wir bereits berichteten, nur kurz updaten und es entpuppt sich dann als so großer Skandal, dass sich damit ein ganzes Buch füllen lässt. Wir haben schon oft auf den Pflegenotstand hingewiesen, hofften, dass sich etwas ändern würde. Aber auch mit der neuen Koalition hat sich nicht wirklich etwas zum Positiven verändert. Die Pflege liegt am Boden. Und wir stellen fest: Die Änderungen unter Gesundheitsminister Hermann Gröhe dienen nur wieder den Pharmakonzernen. Bevor wir uns den Änderungen widmen, hier erst einmal  aktuelle Schlagzeilen, die uns wieder auf das Problem Pflege aufmerksam machten:

Hamburgs Kliniken vor dem Kollaps – Schwerwiegende Mängel: Bremer Altenheim geschlossen –  Pflegenotstand am FEK Neumünster: Nur sechs Minuten pro Tag für die Pflege – Wegen des akuten Fachkräftemangels beim Pflegepersonal wird das Altenpflegeheim Dünwald in Hüpstedt mit sofortiger Wirkung komplett geschlossen. – Bad Soden: Staatsanwalt ermittelt – Pflegeheim im Visier: Wachkoma-Patient mit rätselhafter Verletzung. – Dauerstress in Krankenhäusern.

Wir haben bewusst nur die Schlagzeilen gewählt, übrigens alles aktuelle Fälle und stellen fest, ein altes Problem ist zu einer Katastrophe herangereift. Nicht nur die Pflegebedürftigen sind Opfer des Systems. Viele Pfleger arbeiten an der Grenze ihrer Belastbarkeit. Häufig müssen zwei Pflegekräfte rund 25 Bewohner versorgen: Medikamente zusammenstellen, Essen verteilen, waschen – und das im Minutentakt. 

Update: Mai 2017 Erschreckend! Die „Pflegekunden“ – Profit statt menschenwürdiger Umgang mit ‪Pflegebedürftigen, ‪Kranken und‪ Pflegekräften

Das Deutsche Institut für Patientenforschung (DIP) warnte bereits im „Pflege-Thermometer 2007„, dass es in deutschen Kliniken zu wenig Pfleger gebe. Das bedeute eine Gefahr für frisch operierte Patienten, hieß es. Das DIP erklärte, seit 1995 seien rund 50 000 Pflegestellen (bis 2007) in deutschen Kliniken abgebaut worden. Schon da müssten aber pro Jahr rund eine Million Patienten mehr medizinisch versorgt und betreut werden. Die Arbeitsbelastung des Personals steige demzufolge flächendeckend an. Im Jahr 2006 seien so viele Überstunden geleistet worden, dass man dafür rund 5000 Pflegekräfte zusätzlich hätte einstellen müssen. Für die Studie waren Angaben aus mehr als 250 Kliniken ausgewertet worden.

Vor einem möglichen bundesweiten Pflegedienststerben warnte 2012 der Bundes­verband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa). Grund war das in Mecklenburg-Vorpommern in Kraft getretene Vergütungssystem für ambulante Pflege­dienste, das den Diensten nach eigenen Angaben bis zu 25 Prozent Einbußen bescherte. Auch den gemeinnützigen Pflegediensten von Caritas oder Diakonie in Baden-Württemberg geht es finanziell zunehmend schlechter. Ein Drittel steckt derzeit trotz Zuschüssen in den roten Zahlen, so ein Bericht ebenfalls aus 2012.

Das Jahr 2015 endet in ein paar Tagen und was lesen wir? Nach dem Abbau von 50 000 Vollzeitstellen im Pflegedienst im Krankenhaus kann die Politik nicht weiter ignorieren, dass dies Konsequenzen für die Qualität der Versorgung hat – Bereits heute macht sich der Personalmangel in der Pflege bei den Patientinnen und Patienten negativ bemerkbar. Die Überforderung der professionell Pflegenden nimmt immer weiter zu. Die Patientensicherheit ist in unseren Krankenhäusern sowie Pflegeeinrichtungen akut gefährdet“, mahnte Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats, anlässlich des 1. Internationalen Tags der Patientensicherheit am 17.09.2015 in Berlin.

Hier sei uns nun eine Frage erlaubt: Stimmen die Zahlen überhaupt? Bereits in dem Zeitraum vom 1995 bis 2007 waren 50 000  Pflegestellen abgebaut worden. Im September 2015 ist wieder von einem Stellenabbau von 50 000 die Rede. Müssen wir nun davon ausgehen, dass immer noch Stellen abgebaut werden?

„Der Gesetzentwurf des zweiten Pflegestärkungsgesetzes enthält keine konkreten Regelungen für mehr Pflegepersonal. Das ist enttäuschend“, kritisierte Westerfellhaus. „Doch ohne eine angemessene Personalausstattung wird die vom neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff erhoffte Verbesserung der pflegerischen Versorgung scheitern.“

Fällt Ihnen etwas auf? Will uns die Regierung weismachen, dass es keine Menschen gibt, die sich in diesem Beruf ausbilden lassen wollen? Wenn ja, warum?

Dazu das Bundesministerium für Gesundheit:

„Bereits heute fehlen in den Pflegeberufen Fachkräfte. Amtliche Angaben zur Zahl aller nicht besetzten Stellen in den Pflegeberufen liegen allerdings nicht vor. Indizien für bestehende Engpässe können aus der Arbeitsmarktberichterstattung der BA (Stand: Juni 2015) entnommen werden. Stellenangebote für examinierte Altenpflegefachkräfte und -spezialisten sind demnach im Bundesdurchschnitt 123 Tage vakant (+50 Prozent gegenüber insgesamt). Auf 100 gemeldete Stellen (außerhalb der Zeitarbeit) kommen rechnerisch lediglich 46 Arbeitslose.“

Massnahmen: Mehr Personal für die Pflege – Gute Pflege braucht Zeit und Zuwendung

Die Bundesregierung hat bereits zahlreiche Maßnahmen initiiert, um mehr Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern. Dazu gehören insbesondere:

  • Gestaltung der Rahmenbedingungen des Bedarfs an pflegerischer Versorgung
  • Umsetzung der Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege
  • Modernisierung der Ausbildung in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege und Zusammenführung in einem neuen Berufegesetz
  • Fachlich-wissenschaftlich fundierte Personalbemessung in der Pflege
  • gesetzlicher Mindestlohn in der Altenpflege
  • Rahmenbedingungen zur Zahlung von Tariflöhnen
  • Entlastung des Pflegealltags durch mehr zusätzliche Betreuungskräfte in den Heimen
  • Abbau von Bürokratie, vor allem in der Pflegedokumentation
  • Aufwertung der Pflege durch Betonung der Ergebnisqualität
  • Öffentlichkeitsarbeit für ein realistisches Bild der Arbeit in der Pflege

Wir fassen zusammen: Wir haben einen Personalabbau von 50 000 Pflegekräften. Dies bedeutet nichts anderes als das

Aldi/Lidl -Prinzip: Wenig Aufwand – hoher Ertrag. 

Fazit: Um mehr Geld zu erwirtschaften, nimmt man weniger Vollzeitkräfte, mehr Teilzeitkräfte, die dann wiederum mehr Überstunden machen müssen und somit den neuen Mindestlohn schmälern. Denn bekanntlich werden Überstunden im Regelfall nicht vergütet, darf ja auch nicht, denn dann würde man über den Satz vom Minijob, 450 Euro – kommen. Überschreitet das Einkommen aus unselbstständiger Arbeit den Betrag von 450 Euro, beginnt die Sozialversicherungspflicht des Einkommens.

Ob nun Pflege- oder Altenheime, das Prinzip ist das selbe.

Würde nun die Bundesregierung wirklich neue Pflegekräfte einstellen wollen, müssten die Rahmenbedingungen geändert werden! Tun sie aber nicht! Sie spielen den Großkonzernen, die sich – auf Pflege und Krankenbereiche – spezialisiert haben, in die Hände.

Erinnern Sie sich noch an die Schleckerfrauen?

Unsere jetzige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen war zu der Zeit Arbeitsministerin. Sie erstellte auch gleich für die Frauen, die ihren Job verloren, einen Masterplan. Die 23 300 Schlecker-Mitarbeiter sollten zu Pflegekräften umgeschult werden. Toller Plan, oder? Es ist einfach, sich vor die Presse zu stellen und dann eine Erklärung abzugeben. Macht sich gut und die Medien haben dann wieder etwas zu berichten. Aber dabei bleibt es in den meisten Fällen auch, wie in bei diesem Masterplan.

Wir Netzfrauen haben uns übrigens auch 2013 bei unseren hiesigen Arbeitsämtern gemeldet und stellten uns für die Umschulung zu Pflegekräften zur Verfügung. Wir sind aber leider nicht weit gekommen. Erst war die Dame an der anderen Leitung noch sehr freundlich, als wir sagten, dass wir, nachdem wir verzweifelt nach einer Arbeit suchen würden, uns nun durch die von Arbeitsministerin von der Leyen angebotene Möglichkeit, einen Pflegeberuf zu ergreifen, melden würden. Hier sind wir nun, welche Anforderungen müssen wir erfüllen? Spätestens, als wir unser Geburtsjahr mitteilten, wurde aufgelegt. Kein Scherz, es war wirklich so. Unsere Gründerin der Netzfrauen kam wirklich nur bis zum Geburtsjahr 1961. So erging es mehreren Frauen, die wir hatten anrufen lassen.

Wissen Sie, warum viele diesem Beruf „Altenpflege“ nicht nachgehen können, auch wenn diese es wollten? Man muss für die Ausbildung zahlen, es fallen Kosten an, die vom Arbeitsamt nicht übernommen werden. Sollten Sie bei einer Privatschule die Ausbildung erwägen, erhöhen sich die Kosten.

Nach Angaben der Bundesagentur erschwerten vor allem gesetzgeberische Hürden den Ausbildungsstart arbeitsloser Schlecker-Frauen. Die Fachschulausbildungen zur Erzieherin und zur Altenpflegerin dauerten drei Jahre. „Nach dem Sozialgesetzbuch III dürfen Arbeitsagenturen aber nur maximal zweijährige Ausbildungen fördern“, erläuterte ein BA-Sprecher bereits im Oktober 2012. Ausbildungswillige ehemalige Schlecker-Beschäftigte müssten also das dritte Jahr ihrer Ausbildung aus der eigenen Tasche bezahlen. Fazit: Von der Leyens Masterplan für Schlecker-Frauen war von Anfang an eine Luftblase, die sehr schnell platzte.

Die Ausbildung zum Altenpfleger oder zur Altenpflegerin ist staatlich geregelt.

Sie dauert drei Jahre und beinhaltet mindestens 2100 Stunden Unterricht sowie eine praktische Ausbildung von mindestens 2500 Stunden. Ein Mindestalter ist rechtlich nicht vorgesehen. Viele Schulen legen jedoch Mindestaltersgrenzen fest. Sollten Sie aber mit 45 noch mal einen Beruf als Altenpflegerin erlernen wollen, den Sie dann bis zum 65 Lebensjahr ausfüllen möchten, wird es schwierig. Ein Höchstalter ist rechtlich nicht vorgesehen. Einige Schulen sehen in den Aufnahmebedingungen jedoch vor, dass ein bestimmtes Höchstalter, beispielsweise 45 oder 50 Jahre, für den Beginn der Ausbildung nicht überschritten sein darf. Das Paradox ist doch, dass gerade Frauen in diesem Alter bereits in den meisten Fällen mit der Pflege konfrontiert waren.

Nehmen wir mal all die Mütter: Wer musste nicht schon ein krankes Kind pflegen? Oder den Ehepartner? Sind nicht oft die Mütter die besseren Ärzte? So war es früher, aber heute im  Zeitalter der Pharmalobbyisten haben wir Mütter anscheinend ausgedient.

Nun sollte man meinen, dass alles unter der Sparte Gesundheitsministerium beschlossen wird, wird es aber nicht, denn hier ist wiederum das Ministerium für Familien, Senioren und Jugend zuständig.

Es geht um Pflege – dann wäre es eigentlich Aufgabe des Gesundheitsministeriums

Es geht um Arbeitsplätze – dann wäre es eigentlich Aufgabe des Arbeitsministeriums

Es geht um Ausbildung – dann wäre es eigentlich Aufgabe des Bildungsministeriums

Aber wenn wir richtig recherchiert haben, dann ist es Aufgabe des Familienministeriums, denn dort haben wir das Altenpflegegesetz gefunden.

Es ist auch nicht wichtig, nur was wir damit ausdrücken wollen, ist, dass es gar nicht zu vernünftigen Rahmenbedingungen kommen kann.

Jedes Ministerium kocht sein eigenes Süppchen – und eine Legislaturperiode dauert halt nur 4 Jahre, dann kommt vielleicht wieder ein/e andere/r  Bundesminister/In – und es wird wieder daran herumgedoktort oder gar nicht behandelt

– wie mit dem Altenpflegegesetz, das am 1. August 2003 in Kraft trat. Ausbildungen, die vor Inkrafttreten des Altenpflegegesetzes begonnen wurden, sind nach dem derzeit geltendem Länderrecht zu prüfen, so auf der Homepage des Ministeriums für Familie, Senioren und Jugend. 

Die Ausbildung in der Altenpflegehilfe wird von den Bundesländern geregelt.

Ziel des Altenpflegegesetzes ist es, bundesweit ein einheitliches Ausbildungsniveau sicherzustellen, das Berufsbild attraktiver zu gestalten und dem Beruf insgesamt ein klares Profil zu geben. Dies wird durch bundesweit einheitliche Regelungen zu den Ausbildungsstrukturen, Ausbildungsinhalten und Prüfungsanforderungen erreicht.

Die Mindestanforderungen an die Ausbildung nach dem Altenpflegegesetz sowie Näheres zur staatlichen Prüfung wird in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für den Beruf der Altenpflegerin und des Altenpflegers geregelt.

Gesetze zum Thema

Privatisierung von Krankenhäusern – Krankenhaus im Ausverkauf

Ein anderes Problem ist die Privatisierung von Krankenhäusern. Hier ein bisschen Farbe drüber, neue Dienstkleidung für Mitarbeiter und danach interessiert nur noch das Gier-Gen, denn Gewinn steht vor ordentlicher Leistung. Alles was über Jahrzehnte mit Steuergeldern aufgebaut wurde, wird in nur ein paar Jahren zerstört, für kurzfristige Gewinne von Privatunternehmen, wieder unterstützt durch den Steuerzahler. Das Geschäft mit der Gesundheit ist ein Milliardenmarkt.

In Deutschland teilen sich wenige große Unternehmen das Geschäft. Die vier größten – Helios, Rhön, Asklepios und Sana – haben drei Viertel des privaten Krankenhausmarkts im Griff. Was bei einer Privatisierung des staatlichen Tafelsilbers passieren kann, sehen wir tagtäglich in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen und Reha-Kureinrichtungen.  Und diese BIG4  sind nicht anders als die anderen BIG4 – ob Investmentgesellschaften, Lebensmittelgiganten u.s.w.

DIE PRIVATEN ANBIETER – wer ist u.a. Profiteur? Blackrock!

Krankenhäuser

Stand 2012!

Fresenius/Helios: Im Jahr 2014 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,2 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius. Nach der Übernahme von 43 Kliniken und 15 medizinischen Versorgungszentren des Rivalen Rhön kommt die Fresenius-Tochter Helios künftig auf 117 Kliniken und steigt damit zu Europas größtem privaten Klinikbetreiber mit rund 68.000 Mitarbeitern auf. Eine neue Meldung zu Fresenius besagt, dass Blackrock die 5% unterschritten hat und der Anteil nur noch 4,95 % beträgt. Warum die 5%- Marke unterschritten wurde, was zur Zeit auch bei anderen Konzernen, wo Blackrock Anteilseigner ist, geschieht, erläutern wir in diesem Fall nicht. Wichtig ist, dass Sie erfahren, dass Blackrock eben einen hohen Anteil von Stimmrechten besitzt.

9.10.2015 PDF Stimmrechtsmitteilung der BlackRock Inc. (§21 WpHG) (3

Ebenfalls Anteilseigner sind Goldman Sachs Asset Management LP, Morgan Stanley & Co Inc und was uns doch erstaunt: die Royal Bank Of Canada. Aber auch die National Bank Trust Inc ist vertreten, doch dabei belassen wir es heute.

Die Fresenius SE & Co. KGaA ist ein deutsches Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen mit Sitz im hessischen Bad Homburg vor der Höhe. Das Unternehmen ist einer der größten privaten Krankenhausbetreiber Deutschlands.

Fresenius ist ein weltweit tätiger Gesundheitskonzern mit Produkten und Dienstleistungen für die Dialyse, das Krankenhaus und die ambulante Versorgung von Patienten. Mit über 200 000 Mitarbeitern in mehr als 100 Ländern und einem Jahresumsatz von über 20 Milliarden Euro ist Fresenius heute eines der führenden Unternehmen im Gesundheitsbereich weltweit.

Unternehmen – Fresenius Medical Care, Fresenius Kabi, Fresenius Helios und Fresenius Vamed.

Asklepios:

Der Hamburger Klinikkonzern Asklepios betrieb im vergangenen Jahr 150 Kliniken und Gesundheitseinrichtungen. Der Gesundheitskonzern Asklepios Kliniken GmbH zählt zu den führenden privaten Betreibern von Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen in Deutschland. Aktuell beschäftigt der Konzern mehr als 45 000 Mitarbeiter. Im vergangenen Geschäftsjahr 2014 wurden etwa 2,2 Mio. Patienten in Einrichtungen des Asklepios-Konzerns behandelt.

Pressemitteilung 26. November 2015 – Der Umsatz konnte von Januar bis September im Vergleich zum Vorjahr um 2,2% auf EUR 2312,3 Mio. (Vorjahr: EUR 2263,3 Mio.) gesteigert werden. Wesentlicher Grund dafür war die Erhöhung der Patientenzahl sowohl im stationären und insbesondere im ambulanten Bereich. Die Krankenhäuser und medizinischen Einrichtungen versorgten im Berichtszeitraum insgesamt 1 723 270 Patienten.

Strategie:

  • Krankenhäuser In Public Private Partnership, solche, denen aktuell Privatisierungen bevorstehen, oder bereits länger privat betriebene Krankenhäuser werden von Asklepios gekauft und betrieben. Einen weiteren Geschäftsbereich stellen Beratungsdienstleistungen im Bereich Krankenhausmanagement dar. Die Asklepios hat zwei Tochterunternehmen (Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH mit Sitz in Königstein im Taunus und Asklepios Kliniken Hamburg GmbH).Zu der Gruppe gehören 150 assoziierte Einrichtungen in 14 Bundesländern. Neben 36 Krankenhäusern, darunter sieben Maximalversorgern, betreibt die Gruppe 19 Fachkliniken, 13 Psychiatrische Kliniken, 41 Postakut- und Rehakliniken und 33 weitere Einrichtungen, darunter Medizinische Versorgungszentren (MVZ). Zudem gehören ihr Gewerbeimmobilien.
  • Dr. Ulrich Wandschneider – Er ist seit 1. November 2011  Vorsitzender der Asklepios-Konzerngeschäftsführung. Von 1987 bis 2004 war er für renommierte Beratungsgesellschaften wie Arthur Andersen und Deloitte, seit 1997 auch als Partner, tätig. Von November 2004 bis Oktober 2011 zeichnete er als Vorstandsvorsitzender der MediClin AG verantwortlich und wurde im Juni 2006 1. Vizepräsident des Bundesverbands der Deutschen Privatkliniken.

Hier ein Beispiel zum Personalabbau: Personalkosten drücken den Gewinn von Asklepios, hieß es in 2013 – Gestiegene Personalkosten und höhere Aufwendungen für Energie und Versicherungen haben den Gewinn des Klinikbetreibers Asklepios geschmälert. Der Überschuss fiel im ersten Halbjahr um 19,5 Prozent auf 45 Millionen Euro, wie die Krankenhausgruppe im August 2013 mitteilte. Asklepios-Chef Ulrich Wandschneider will mit einem Sparprogramm gegensteuern. Um seine Jahresziele zu erreichen, muss sich Asklepios strecken.

Sie dürfen nun raten, wer auf der Strecke bleibt.

Sana Kliniken

Sana ist ein bayerischer Krankenhausbetreiber

29 Unternehmen der privaten Krankenversicherungen (PKV) bilden als Aktionäre der Sana Kliniken AG den Kreis der Eigner. Der Anteil der gesetzlich versicherten Sana-Patienten liegt bei durchschnittlich 89 %‚ der an Privatpatienten bei 11 %. Die Sana Kliniken AG ist nicht börsennotiert.

Sana ist ein Unternehmen der privaten Krankenversicherungen.

http://www.sana.de/

http://www.sana.de/.

Entwicklung der Sana Kliniken AG im 5-Jahres-Überblick

2010 2011* 2012* 2013 2014
Ertragslage
Umsatz in Mio. EUR 1.484,9 1.629,2 1.825,0 2.012,3 2.155,5
EBITDA in Mio. EUR 147,8 151,9 153,1 163,6 180,1
EBIT in Mio. EUR 85,4 91,7 85,5 93,0 108,7
EAT in Mio. EUR 47,7 52,8 48,1 56,9 61,5
Sonstiges
Behandlungsfälle stationär Anzahl 368.668 399.800 444.378 477.780 493.469
Ambulante Fälle Anzahl 965.763 1.070.448 1.148.053 1.341.460 1.328.638
Vollstationär aufgestellte Betten Anzahl 8.516 8.837 9.678 10.492 10.293
Mitarbeiter Anzahl 22.483 23.626 26.083 28.954 27.350

Rhön-Klinikum:

Nach dem Verkauf der Mehrheit der Kliniken an Fresenius betreibt der fränkische Krankenhausbetreiber künftig nur noch zehn Kliniken an fünf Standorten. Darunter ist auch die bislang in Deutschland einzige privatisierte Uniklinik Gießen und Marburg. Mit rund 15 000 Beschäftigten wird Rhön künftig auf einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro kommen.

Shareholder Structure of RHÖN-KLINIKUM AG

as of November 23, 2015

(according to the most recent notification of voting rights at that time)

B. Braun Melsungen

18.01%

Asklepios/Dr.gr. Broermann

15.25%

Eugen Münch

  6.32%

Ingeborg Münch

  5.44%

Landeskrankenhilfe V.V.a.G.

  3.19%

All other shareholders with less than 3% of total voting rights

Allein hier müsste man wieder die einzelnen Anteilseigner benennen – zum Beispiel B. Braun –  Dieser Konzern entwickelt, produziert und vertreibt Produkte und Dienstleistungen für die Medizin und hat sich zu einem weltweiten Konzern und führenden Versorger des Gesundheitsmarktes entwickelt. B. Braun exportiert aber nicht nur in alle Welt, sondern ist auch in vielen Ländern tätig. 50 000 Menschen sind in 60 Ländern für B. Braun tätig. 2013 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 5,17 Mrd. Euro.

Die Zielgruppen: Kliniken, Arztpraxen, Apotheken sowie Pflege- und Rettungsdienste. Die Produktpalette reicht von Infusionslösungen über Spritzenpumpen und Zubehör für die Infusionstherapie, die Intensivmedizin und Anästhesie bis hin zu chirurgischen Instrumenten, Sterilcontainern, Nahtmaterial sowie Hüft- und Knieendoprothesen, Geräten und Zubehör für die extrakorporale Blutbehandlung und Produkte für die Wundversorgung.

Insgesamt umfasst das Sortiment 45 000 verschiedene Artikel. Hinzu kommen Beratungsdienstleistungen, die z.B. Kliniken helfen, ihre Prozesse zu optimieren und die Qualität zu sichern, oder Patienten und deren Familien auf die Pflege zu Hause vorzubereiten, ihnen Formalitäten abzunehmen und sie in der Übergangszeit zu betreuen und für eine qualifizierte Betreuung zu sorgen- so die Beschreibung des Konzerns.

Der Zweite im Bunde: Dr. jur. Bernard gr. Broermann – er ist Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwalt, Gründer und Gesellschafter der Asklepios-Kliniken ist ebenfalls der Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwalt Dr. jur. Bernard gr. Broermann.

Dr. Broermann studierte zunächst Medizin und Chemie in Berlin bis zum Vordiplom in Chemie und zum Vor-Physikum in Medizin. Danach schloss er das Jura- und Betriebswirtschaftsstudium ab. Er erlangte den Abschluss Diplom-Kaufmann, legte das erste Juristische Staatsexamen ab und promovierte zum Dr. jur. Mit 26 Jahren erlangte er das Insead-Diplom mit Auszeichnung an der europäischen Managementschule in Fontainebleau/Frankreich. Anschließend ging Dr. Broermann nach Boston/USA, wo ihm von der Harvard Business School der MBA mit höchster Auszeichnung verliehen wurde.

Von 1970 bis 1976 war er bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Winney in Boston/USA sowie in Frankfurt tätig und legte das zweite Juristische Staatsexamen und das Steuerberater- und Wirtschaftsprüferexamen ab.

Seit 1976 ist er selbstständig als Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer tätig, bis 1983 assoziiert mit der Ernst & Winney Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, bekannt als Ernst & Young – diese gehören zu den  Big Four, das sind die vier Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die die überwiegende Mehrheit der börsennotierten Kapitalgesellschaften weltweit prüfen und beraten.

Eugen Münch ist ein deutscher Unternehmer und Krankenhausmanager. Er ist Gründer und Großaktionär der Rhön-Kliniken. Die von Münch und seiner Kette angekauften defizitären öffentlichen Kliniken werden mit dem Ziel rationalisiert, ein Jahr nach dem Erwerb einen ersten Gewinn zu erreichen. Diese drastische Umorganisation und Kostensenkung führt teilweise zu Konflikten mit Mitarbeitern und Gewerkschaften.

Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD war früher Aufsichtsratsmitglied bei den Rhön-Kliniken und zwar vom 2001 bis 2013.

Auch die Rhön-Kliniken machen mit Skandalen auf sich aufmerksam – Zum Beispiel das Klinikum Mannheim: nach einer Razzia der Staatsanwaltschaft trat im Oktober 2014  der Geschäftsführer zurück. 

Es gibt unter den großen Klinikbetreiber noch die Schön-Klinik: Sie ist in Prien am Chiemsee ansässig und betreibt 16 Einrichtungen. Dann wären da noch die  Paracelsus-Kliniken: Die in Osnabrück ansässige Klinikgruppe besitzt 29 Kliniken und neun ambulante Einrichtungen.

Das Land Niedersachsen verkaufte im Jahr 2007 insgesamt 10 Krankenhäuser, diese wurden weit unter Wert verkauft, mit einem Schaden für den Steuerzahler mehr als 200 Millionen. Allein die Kosten für externe Berater wie die Firma PricewaterhouseCoopers beliefen sich auf knapp fünf Millionen Euro – mehr als doppelt so viel wie ursprünglich veranschlagt. Die Prüffirma Pwc, die viele Aufträge des Landes Niedersachsen abwickelte, beschäftigte u.a. die Ex-Gattin von Christian Wulff und soll unter anderem Gazprom betreuen. Bekannt wurde „PricewaterhouseCoopers“ durch den 55 Milliarden Euro schweren Rechenfehler bei der Abwicklungsbank der Hypo Real. Der große Ausverkauf

Das Geschäft mit der Gesundheit ist ein Milliardenmarkt. Obwohl Personal und Experten Alarm schlagen, werden aber wohl immer mehr Kommunen ihre Krankenhäuser verkaufen.

Mehr als 250 Krankenhäusern in Deutschland droht wegen knapper Finanzen das Aus. 13 Prozent der Krankenhäuser müssten ihre Pforten bis 2020 schließen, wenn sie keine Zuschüsse bekommen, stellt der Krankenhaus Rating Report 2014 fest. Danach müssten allein in Nordrhein-Westfalen etwa 50 der landesweit rund 400 Kliniken schließen. Jedes dritte Krankenhaus in NRW schrieb der repräsentativen Studie zufolge 2012 rote Zahlen – insgesamt belaufen sich die Verluste in NRW auf etwa 150 Millionen Euro.

Des einen Leid ist des anderen Freud‚ so auch bei der schlechten Finanzlage der Krankenhäuser. Groß geworden ist Fresenius einst mit der Dialyse für Millionen nierenkranker Patienten. Dann stieg der Konzern ins Krankenhausgeschäft ein. Heute ist er Marktführer. Betrieben werden die Krankenhäuser von der Fresenius-Tochter Helios-Kliniken GmbH. Die Helios-Kliniken sind ein Gigant – und wenn wir die Aktionäre betrachten, wissen wir, wer an unserer Krankheit gesundet.

Weil den Ländern und Kommunen das Geld für nötige Investitionen fehlt, schreiben viele kommunale Kliniken Verluste. Immer mehr davon werden an private Klinikketten verkauft, die die maroden Häuser oft in profitable Unternehmen verwandeln. Mittlerweile wie auch im Nahrungsmittelbereich wird auch die Gesundheitssparte von nur einigen wenigen Konzernen betrieben, letztendlich auf Kosten der Patienten und des Pflegepersonals. Und wenn Kliniken zu billig verkauft werden, dann auch auf Kosten der Steuerzahler.

Wir hatten Ihnen oben versprochen, Ihnen die Änderungen unter Gesundheitsminister Hermann Gröhe vorzustellen. Hier die Begründung, warum sie wieder den Pharmakonzernen dienen:

Gesundheit

Zusätzliche Mittel für Pflege- und Krankenhäusern > Sie wissen nun, wer davon profitiert. Doch da diese an Gewinnmaximierung interessiert sind, wird sich auch hier nicht wirklich etwas ändern. Vielleicht greifen diese Konzerne in Zukunft nach günstigen Zeitarbeitern.

Zum Beispiel bei TIME TO CARE! Sie überlassen qualifiziertes Personal für das Gesundheitswesen in Berlin und vermitteln weltweit.

Bessere Leistungen für Impfschutz

Wie praktisch, denn da Frau Merkel ja Schirmherrin für die Impfbranche ist – kein Wunder. Hier partizipieren die großen Pharmakonzerne –  Siehe Impfen – Verflechtungen mit der Industrie

3 Millionen Euro für Projekte zur Diabetes-Vermeidung. Einfach wäre es doch, wenn auf jedem Produkt stehen würde: „Das Produkt gefährdet ihre Gesundheit.“

– aber dagegen hätte die Macht der Lebensmittel-Giganten 2015 sicher etwas. Profiteur dieser Aktion wäre auch der große Konzern Lilly, der gerade erst eine eigene Seite zum Thema „Diabetes“ eingerichtet hat. Unter Gesundheit – Diabetes – Im Detail finden Sie alles. Aber auch andere Pharmakonzerne rüsten auf und so sind die 3 Millionen Euro sicher angelegt.  Dazu auch: Studie – Macht der Pharma-Lobby -dramatische Auswirkungen auf IHRE Gesundheit-Big money and close ties behind Big Pharma’s Brussels lobby efforts – new study

Pflege

Zu diesen Punkten werden wir uns weiter nicht äußern, denn eines scheint uns klar: Gehen wir in eine Rhön-Klinik, wissen wir nun, dass der Hauptaktionär ein weltweiter Konzern ist, der u.a. mit Nahtmaterial sowie Hüft- und Knieendoprothesen, Geräten und Zubehör für die extrakorporale Blutbehandlung seine Milliarden verdient. Und dann wundert es uns nicht, wenn es dann heißt: „In Deutschland wird zu viel operiert“.

Und warum man nun gleich nach einer Operation das Krankenhaus verlassen muss, sollte jetzt auch bekannt sein.

In der Pflege wird das Aldi/Lidl- Prinzip angewandt: wenig Aufwand, hoher Ertrag – dieses gilt auch für Alten-und Pflegeheime.

Solange Krankenhäuser weiterhin privatisiert werden, ist es wie mit dem Wasser: Die „Heuschrecken“ sind nicht weit. Da sind wir wieder bei dem Thema: Banken regieren die Welt – doch wer regiert die Banken? State Street Corporation, Vanguard Group, Fidelity und Blackrock

Die Antwort dazu gab uns Fidelity –  mit dem Wirtschaftsfaktor„Silver Economy

„Das Altern der Bevölkerungen verkörpert einen der bedeutendsten demographischen Trends in vielen westlichen Ländern und der entwickelten Welt. Daraus ergeben sich eindeutige wirtschaftliche Nachteile in Form einer prozentual schrumpfenden Erwerbsbevölkerung und höherer finanzieller Lasten für die nationalen Regierungen. Auf der anderen Seite entstehen durch den wachsenden Anteil Älterer, also die Herausbildung der so genannten „Silver Economy“, auch klare wirtschaftliche Chancen. Für geschickte Anleger eröffnen sich attraktive langfristige Anlagemöglichkeiten – wer hätte das gedacht…

Auch der Pharmasektor verdient Beachtung – so  Fidelity in ihrer Zukunfsprognose

Der Pharmasektor  wurde in letzter Zeit oft übersehen. Anfang der 90er-Jahre lieferten Pharmawerte eine gute Performance, bevor der Aufstieg der Generika-Hersteller begann und die Patente zahlreicher umsatzstarker Medikamente ausliefen.

Das Gesamtumfeld erscheint indessen vielversprechend. Ein rasantes Anwachsen der Mittelschichten in den Schwellenländern in Kombination mit der steigenden Lebenserwartung, vor allem in den Industrieländern, verheißt rosige Perspektiven für die weltweiten Gesundheitsausgaben. Die besten Generika- und Markenhersteller haben gute Chancen, davon zu profitieren. Dazu auch Die Top 10 der Pharmakonzerne

Wir sind alle längst zur lukrativen Ware verkommen,  von der Wiege bis zur Bahre – die Heuschrecken sind immer dabei.

Hier ein Aufruf:

Liebe Pflegende,

liebe zu Pflegende,
liebe Angehörige,

alle Menschen in Deutschland haben mit dem Thema „Pflege“ zu tun. Ihre Kinder, Eltern oder Großeltern befinden sich zur Pflege in stationären Einrichtungen, bei Unfällen und schweren Krankheiten kommen sie in Krankenhäuser.
Dort arbeiten etwa 1,6 Millionen Menschen in einem pflegerischen Beruf. Diese Menschen bieten Pflege als Dienstleistung an, die sich am jeweils aktuellen Kenntnisstand der Pflegewissenschaft ausrichten soll. Professionelle Pflege bildet damit die Basis der gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung Deutschlands.

Diese so wichtige Arbeit unterliegt gesetzlichen Regelungen, die eine ausreichende Finanzierung der professionellen Pflege verhindern. Aufgrund des Mangels an zeitlichen und dinglichen Ressourcen ist es nicht mehr möglich, eine nach unserer Auffassung professionelle Pflege anbieten zu können.

Die Pflegenden am Berliner Universitätsklinikum Charité sind seit dem 22.06.2015 im unbefristeten Arbeitskampf. Dieser wurde gerichtlich in zwei Instanzen für rechtens erklärt, ja sogar befürwortet.

Kritiker meinen, ein so-genannter Pflegestreik würde Patienten, Klienten, Kunden und Bewohner in Geiselhaft nehmen. Wir meinen: ein Pflegestreik befreit die Geiseln erst aus der Geiselhaft des Gesetzgebers, in der sie sich seit Jahren befinden.

Um den Zuständen in der Gesundheitsversorgung zu entkommen, können beruflich Pflegende kündigen. Die Menschen, die auf ihre Hilfe angewiesen sind, können das nicht. Damit sind sie einem Prozess gesetzlich geregelter und politisch offenbar gewollter Vernachlässigung schutzlos ausgeliefert! Dies widerspruchslos hinzunehmen sind wir nicht länger gewillt.

Wir haben uns vorgenommen, die mediale Aufmerksamkeit auf die Probleme in der Pflege zu lenken. Aber auch Fortschritt soll angeregt werden. Deshalb wollen wir eine Bewegung ins Leben rufen – die Bewegung der Mittwochsdemonstrationen.

Wie können Sie mitmachen?
Schreiben Sie jeden Mittwoch, 13:45 Uhr (MEZ), auf Twitter, was Ihnen zum Thema Pflege am Herzen liegt. Hashtag: #Pflegestreik. Wo sehen Sie Probleme? Welche Ideen für Lösungen haben Sie?
Schreiben Sie kreativ, fröhlich, zugewandt, freundlich – auf dass viele Lesende Ihre Nachrichten weiterverbreiten!

Bewegung Mittwochsdemonstration

Für alle Influencer zur Info:

Warum Mittwoch?
„Für die Pflege ist immer Mitte der Woche.“
Arbeiten Sie in der Pflege? Dann kennen Sie es vielleicht, dass der Schichtdienst einen Tag wie den anderen erscheinen lässt.
Arbeiten Sie nicht in der Pflege? Dann ist der Mittwoch die Mitte Ihrer Woche. Pflege übernimmt zentrale Aufgaben in unserer Gesellschaft. Der Tag in der Mitte Ihrer Woche bringt dies symbolisch zum Ausdruck.

Warum 13:45 Uhr?
Unser Anliegen ist, den Weg zu nachhaltigen Verbesserungen im Pflegebereich zu ebnen. Dazu erscheint es wichtig, weite Teile der Bevölkerung zu erreichen und zum Kampf für eben jene Verbesserungen zu bewegen.
In den meisten Krankenhäusern befinden sich Früh- und Spätdienst um 13:45 Uhr im Übergang. Pflegende im Nachtdienst-Rhythmus sind meist um 13:45 Uhr erwacht. Die Zeit bietet somit allerbeste Chancen, möglichst viele Pflegende zu erreichen.
Zudem liegt diese Zeit inmitten der optimalen Verbreitungszeit von Inhalten in sozialen Medien. Also auch auf diesem Wege bietet die Zeit optimale Bedingungen.

Macht die Leute auf Twitter aufmerksam!
Jede Pflegeperson ist ein Teil der Bewegung und sollte die Möglichkeit haben, daran teilzuhaben und mitzuwirken. Denkt daran: Jede Pflegeperson mit Smartphone, Tablet, Laptop oder PC ist eine Waffe im Kampf für die Pflege und diese Gesellschaft!

Mehr Informationen: http://anerkennung-pflege.de

Pflege im Akkord – auch in den Alters- und Pflegeheimen

Immer mehr Menschen werden alt und pflegebedürftig: Die Plätze in den Heimen sind teuer, trotzdem werden die Bewohner nicht immer ausreichend versorgt.

„Die Pfleger sind überfordert. Sie haben teilweise so viele Bewohner auf einmal zu versorgen, dass automatisch jemand auf der Strecke bleibt“, erklärt Pflegeexperte Claus Fussek und klagt an: „Es darf nicht die Folge von Personalmangel sein, Menschen gezielt mit hohen Dosen von Psychopharmaka ruhig zu stellen“. Da gleichzeitig sowohl Ärzte und Pflegekräfte als auch die Angehörigen in der Verantwortung stünden, sei es schwierig, den Schuldigen auszumachen. „Es ist ein Problem des Systems, das sich nicht so einfach lösen lässt“. Auch seien zum Beispiel die Ärzte oft nicht spezialisiert genug, um eine Depression von fehlender Zuwendung abgrenzen zu können. „Sie verordnen dann eben schnell ein Medikament, um eine akute Situation zu beseitigen“, weiß der Pflegekritiker.

Gefesselt im Heim – Viele haben Angst vorm Alter und damit vor dem Pflegeheim.

In Deutschland gab es zuletzt rund 2,6 Millionen Pflegebedürftige. Etwa 30 Prozent von ihnen lebten in Pflegeheimen.

Freiheitsentzug im Pflegeheim: Täglich werden in deutschen Einrichtungen schätzungsweise 140 000 alte Menschen zwangsfixiert und ruhig gestellt – mit Hilfe von Medikamenten, Bettgittern, Gurten und anderen Methoden.

„ZDFzoom“ – Autor Jens Hahne hat recherchiert, dass die Dunkelziffer noch weit höher liegt. Fixiert wird angeblich zur eigenen Sicherheit, weil die Bewohner ohne freiheitsentziehende Maßnahmen Gefahr laufen würden, sich zu verletzen. Das zumindest sagen viele Pfleger. Doch ist das wirklich so? Oder werden Menschen fixiert, weil es zu wenig Betreuer gibt, weil Stress und Personalknappheit herrschen? Und weil es in deutschen Heimen ein ausgeprägtes Sicherheitsdenken verbreitet ist?

Fest steht: Für Heimbewohner sind die Zwangsfixierungen mit erheblichen psychischen und körperlichen Belastungen verbunden – und sie können gefährlich werden. Auch zu Todesfällen durch Strangulation kam es schon. Experten fordern, die Zahl der Fixierungen drastisch zu senken. Sie verweisen auf wirksame Alternativen, die zu selten ausgeschöpft werden. Denn es gibt Einrichtungen, denen es gelingt, nahezu ohne Fixierung auszukommen.

Auch das Pflegestärkungsgesetz bringt nur kleine Verbesserungen. Für die 1,5 Millionen Demenzkranken und ihre pflegenden Angehörigen ist immer noch keine wirkliche Entlastung in Sicht.

Ein Beispiel: Ein bettlägeriger Patient nutzt eine Wechseldruckmatratze. Das Sanitätshaus, das die Matratze ausgegeben hat, meldet sich beim Pflegedienst, dass die Nutzung verlängert werden muss. Dieser füllt ein Formular aus und begründet die Notwendigkeit für die Antidekubitus-Matratze, die ein Wundliegen verhindern soll. Das Formular geht an das Sanitätshaus, das es dann an die Krankenkasse weiterleitet. Bei einer Neubeantragung für eine solche Matratze könne es bis zu sechs Wochen dauern, bis die Formalitäten erledigt sind und die Matratze da ist. In der Zeit ist der Patient wundgelegen. Da liege der Fehler im System: „Wir lassen die Patienten erst kaputtgehen und pflegen sie dann gesund, so ein Verantwortlicher, der für die ambulante Pflege und die Angebote für Senioren und Demenzpatienten verantwortlich ist. Die Folgekosten seien ungleich höher. Genauso ist es mit allen Hilfsmitteln, vom Rollator bis zum Toilettenstuhl.

Seit sechs Jahren gibt es den Pflege-TÜV – und genauso lange sorgt er für Ärger: Fragwürdige Kriterien bei der Benotung der Heime, Verwirrung statt Transparenz – doch spätestens seit diesem Bericht wissen wir, warum es so ist.

Zahl der Pflegebedürftigen

Quelle Tagesschau

Zahl der Pflegebedürftigen

Im Koalitionsvertrag ist nichts enthalten, das die Pflege selbst wirklich verbessert oder die Pflegekräfte wirklich entlastet. Also Daumendrücken, dass die Richter beim Bundesverfassungsgericht über ausreichend Kompetenzen verfügen, Pflege- und Betreuungsleistungen voneinander zu unterscheiden.

„Die Jugend ist die Zeit, die Weisheit zu lernen. Das Alter ist die Zeit, sie auszuüben“. – Jean-Jacques Rousseau

Doch wollen wir unsere Weisheit in solchen Einrichtungen ausüben? Möchten Sie so behandelt werden? Ruhiggestellt und abgeschoben statt liebevoll gepflegt, denn so sieht der Alltag in vielen Pflegeheimen aus. 

Wir fordern: Menschenwürdiger Umgang mit ‪Pflegebedürftigen, ‪Kranken und‪ Pflegekräften

Sie können uns helfen, schildern Sie uns Ihre Erfahrungen. Es betrifft alle Pflegebedürftigen und ebenso das Pflegepersonal in den Einrichtungen, denn auch diese sind Opfer des Systems. Schildern Sie uns Ihre Erlebnisse in den Krankenhäusern und/oder die, von denen Sie erfahren haben.

Wie bereits oben erwähnt wollen wir oft ein Thema, über welches wir bereits berichteten, nur kurz updaten und es entpuppt sich dann als so großer Skandal, dass sich damit ein ganzes Buch füllen lässt

Updaten wollten wir heute diesen Beitrag von April 2015  Pflege geht uns ALLE an – „Solche Pflege ist Folter“ – doch nun ist es ein neuer Beitrag geworden und wir stellen fest: Wir sind lange noch nicht mit den Recherchen fertig.

Netzfrau Doro Schreier

Etwas zum Schmunzeln: Alternative zum Altersheim – Kreuzfahrtschiff

Zum Nachdenken: Diesen Brief fand man nach dem Tode einer demenzkranken Frau in ihrem Nachlass…

Mehr Informationen:

Demenz – Rechtlos und ausgeliefert?

Erfahrungsbericht einer Pflegekraft

Wir fordern menschenwürdigen Umgang mit pflegebedürftigen Kranken und Pflegekräften

Kritik am Gesundheitssystem

Pflege geht uns alle an 

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. „Auch die Rhön-Kliniken machen mit Skandalen auf sich aufmerksam – Zum Beispiel das Klinikum Mannheim: nach einer Razzia der Staatsanwaltschaft trat im Oktober 2014 der Geschäftsführer zurück.“
    Diese Aussage ist faktisch falsch. Das Klinikum Mannheim gehört weder zur Rhön-Klinikum AG noch zu einem anderen privaten Klinikbetreiber. Es wird als eine der wenigen nicht-landeseigenen Unikliniken von der Stadt Mannheim betrieben und ist insofern städtisch.

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