Essen Sie Meeresfrüchte? Sklavenarbeit mit Unterstützung der EU, Allianz, Goldman Sachs u. s. w.

Sklaven4Thailand ist einer der wichtigsten Fischexporteure der Welt und einer der größten Lieferanten an Staaten der Europäischen Union. Haben Sie in letzter Zeit Garnelen gegessen? Wenn diese aus Thailand kamen, dann könnte Ihnen gleich der Appetit vergehen. Wer Garnelen aus Thailand kauft, kauft das Produkt von Sklavenarbeit.

Vor allem Arbeiter aus Burma und Kambodscha müssen auf diesen modernen Sklavengaleeren bis zu zwanzig Stunden arbeiten, sie werden geschlagen und gefoltert. Manche berichten von Exekutionen an Bord. Wer schlapp macht, bekommt Drogen eingeflößt. Kapitäne verkaufen die Menschen für wenige hundert Euro auf andere Schiffe weiter. Wegen dieser Zustände läuft bereits eine Sammelklage gegen Nestlé in den USA und zwar wegen Sklaverei. Käufer von Tiernahrungsmitteln werfen Nestlé darin vor, in vollem Wissen ein System der Versklavung und den damit zusammenhängenden Menschenhandel zu unterstützen. Wir Netzfrauen haben darüber bereits im August berichtet.

Nestlé reagierte und ließ die Vorwürfe durch die Menschenrechtsorganisation Verité überprüfen. Was Verité in der Fischindustrie im Golf von Thailand ans Licht brachte, ist erschreckend und bestätigte, dass Menschenhandel, Zwangsarbeit, Kinderarbeit und Hungerlöhne offenbar an der Tagesordnung bei Zulieferern sind. Nestlé reagiert prompt und will mit einem Aktionsplan die Arbeitsbedingungen verbessern.

Nestlé konstatiert im Aktionsplan den Kontext lapidar mit dem Satz: Verschiedene Medien haben Artikel publiziert, die von mutmaßlichen Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen in Thailands Fischerei-Zulieferkette berichten. Da stellt sich schon die Frage, ob ein Weltkonzern wie Nestlé wirklich erst durch Medienberichte und Klagen von solch schrecklichen Zuständen erfährt. Wir hatten bereits Nestlé mit den Vorwürfen konfrontiert und um Klärung gebeten. Daraufhin bestätigte Nestlé, man würde eine Untersuchung einleiten. Müssen immer erst Medien darauf hinweisen, unter welchen Arbeitsbedingungen die Menschen bei den Zulieferer arbeiten müssen? Hier müssen aber auch andere Konzerne in die Pflicht genommen werden und sogar die EU und die Bundesregierung, denn wie sich bei unserer Recherche herausstellte, fördern diese ebenfalls die Sklavenarbeit in Thailand.

Thailand ist der drittgrößte Handelspartner der EU innerhalb der ASEAN mit einem Handelsvolumen von annähernd 32 Milliarden Euro; außerdem ist die EU einer der größten Investoren in Thailand.

Nach eigenen Angaben will Nestlés Lieferant Thai Union die Mehrheitsanteile am Fischkonservenhersteller Rügen Fisch AG übernehmen. Rügen Fisch hat die Marken Hawesta, Ostsee Fisch, Saßnitz Fisch und Lysell und gilt als größter Fischkonservenhersteller Deutschlands

Wie die thailändische Fischindustrie Flüchtlinge einsperrt und versklavt – Verfolgte Rohingya in Myanmar

Um der systematischen Diskriminierung in ihrem Heimatland zu entkommen, flüchten Zehnausende Rohingya über das Meer – auch nach Thailand. Bei den Flüchtlingen handelt es sich um eine in Myanmar verfolgte muslimische Minderheit. Myanmars Behörden bezeichnen die Rohingya als „Bengali“, also zum Nachbarland Bangladesch gehörend. Dabei leben viele Anhänger der Minderheit seit Generationen in Myanmar, dennoch wird ihnen die Staatsbürgerschaft verweigert. Wer einmal das Land verlassen hat, wird bei der Rückkehr als illegaler Migrant betrachtet. Erreichen diese Flüchtlinge Thailand, erwartet sie dort ein Leben unter unmenschlichen Bedingungen. Sie werden versklavt und Frauen und Mädchen werden als Sexsklavinnen missbraucht – und die Welt schaut zu.

Zehntausende Rohingyas sind bereits Opfer der ethnischen Säuberung in Burma geworden. Als Staatenlose und Unerwünschte bleibt ihnen nur die Flucht übers Meer. Im März sagte der Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Birma, Yanghee Lee, des UN-Menschenrechtsrates, dass Rohingyas in den Lagern für Binnenvertriebene nur zwei Möglichkeiten hätten: „bleiben und sterben“ oder „das Land mit Booten verlassen“.

Bereits im Juni 2014 machte eine Enthüllung auf Sklaven in der thailändischen Fischindustrie aufmerksam. Die thailändische Fischindustrie hat eine Sklaverei errichtet, in der Männer oft geschlagen, gefoltert und manchmal sogar getötet werden, um den  „Abfall-Fisch“ zu fangen, um die billigen Zuchtgarnelen zu füttern, die hier überall verkauft werden. Im Juli 2015 folgte dann ein weiterer Bericht im Guardian, in dem überlebende Sklaven berichteten, dass Hunderte von Rohingya Männer aus dem Lager im Süden Thailands verkauft wurden, um auf den Booten zu arbeiten. Dieses geschieht häufig mit dem Wissen und unter Beteilgung von einigen thailändischen Staatsbeamten.

Im April dieses Jahres gab die EU Thailand sechs Monate Zeit, um gegen die illegale Fischerei und die Arbeitsbedingungen vorzugehen und erteilte Thailand die „gelbe Karte“. Im September verwarnte die EU-Kommission Thailand offiziell wegen zu geringer Anstrengungen im Vorgehen gegen die illegale Fischerei. Nun droht den Fischereierzeugnissen aus dem Land ein Importstopp in die EU, hieß es. Eine rote Karte leitet den Beschluss für ein Handelsverbot mit Fischereiprodukten von Fangschiffen des betreffenden Drittlandes ein, doch nach wie vor werden aus Thailand weiterhin Fischereiprodukte importiert und so die Sklavenarbeit gefördert.

Die Kanzlei Hagen Berman beschuldigte Nestlé in der Klage, „bewusst“ die „Sklaverei“ in der thailändischen Fischindustrie zu unterstützen, weil der Lebensmittelriese Meeresfrüchte für sein Katzenfutter vom thailändischen Unternehmen Thai Union Frozen Products kaufe. Wie bereits oben geschrieben, hat Nestlé nun die Vorwürfe bestätigen müssen.

Sammelklage gegen Nestlé in den USA wegen Sklaverei – Unterstützt die EU wissentlich Sklavenarbeit?

Die thailändischen Lieferanten erhalten zum Beispiel Fisch von Trawlern (Trawler sind Schleppnetzfischer für die Hochseefischerei). Deren Besatzungen sind oft Männer und Jungen aus Myanmar und Kambodscha, die Opfer von Menschenhandel wurden. Sie werden als Sklaven von Brokern und Schmugglern an Fischereikapitäne in Thailand  verkauft und häufig auf hoher See weiterverkauft.

Thai Union Froozen Products (TUF)

Thailand produziert etwa 4,2 Mio. Tonnen Fisch pro Jahr, von denen 90 % für den Export bestimmt sind. Die USA, Großbritannien und die EU sind die Hauptkäufer dieser Meeresfrüchte – die USA importieren etwa die Hälfte der Fische und Großbritannien etwa 7 % der Garnelen aus Thailand.

In der Fischindustrie hat sich der Branchenführer Thai Union Froozen Products (TUF) für 2015 ein Umsatzziel von rund 5 Mrd. $ gesetzt. Voraussetzung dafür wäre die Genehmigung der Übernahme des kalifornischen Rivalen Bumble Bee Seafoods für 1,5 Mrd. $ durch das US Justice Department. TUF besitzt mit Tri-Union Seafoods und der populären Marke „Chicken of the Sea“ zusammen mit StarKist und Bumble Bee bereits eine marktführende Position bei Dosenthunfisch. TUF erwirtschaftet den meisten Umsatz in den USA und Europa, wozu auch die letzten Übernahmen von MerAlliance, King Oscar und Orion Seafood beigetragen haben.

Das börsennotierte Unternehmen Thai Union hat nach eigenen Angaben weltweit etwa 46 000 Mitarbeiter und will nach eigenen Angaben die Mehrheitsanteile an dem Fischkonservenhersteller Rügen Fisch AG übernehmen. Der Vollzug der Transaktion werde für Ende Januar 2016 erwartet und stehe unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das Bundeskartellamt, sagte am Montag der Vorstandschef der in Sassnitz ansässigen Rügen Fisch, Andrew Bergmann. Die kartellrechtliche Anmeldung solle zum Jahresende erfolgen, Thai Union erwerbe 51 Prozent der Anteile. Deutschland sei einer der größten Märkte für Fischspezialitäten in Europa, erklärte Thai-Union-Präsident Thiraphong Chansiri.

Rügen Fisch mit den Marken Hawesta, Ostsee Fisch, Sassnitz Fisch und Lysell gilt als größter Fischkonservenhersteller Deutschlands. Das Unternehmen beschäftigt rund 850 Mitarbeiter in Sassnitz, Lübeck, Rostock und Litauen und erwirtschaftet nach Vorstandsangaben 2015 einen Umsatz von mehr als 140 Millionen Euro.

Menschenhandel ist systematisch für die thailändischen Fischereiindustrie

„Die Verwendung von Menschenhandel ist systematisch für die thailändischen Fischereiindustrie“, sagt Phil Robertson, stellvertretender Direktor des Human Rights Watch Asia , der eine „räuberische Verflechtung“ der Fischindustrie sieht. Die Polizei steckt mit den Brokern unter einer Decke, sie sind Geschäftspartner. Etwa Tausende von Migranten wurden in Thailand in den letzten fünf Jahren Opfer von Menschenhandel.

Nun wissen Sie, sollten Sie Garnelen oder andere Meeresfrüchte essen, wo diese herkommen können und unter welchen menschenunwürdigen Bedingungen diese gefangen und produziert werden. Sollte Ihnen der Appetit noch nicht vergangen sein, dann lesen Sie bitte unseren Beitrag: Massentierhaltung unter Wasser – 9 Dinge, die jeder über Fischfarmen wissen sollte.

.Die 29-seitige Beschwerde, die am 27. August 2015 im US District Court für den Central District of California eingereicht wurde, behauptet, dass Thai Union in Konservenfabriken, auf Fabrikschiffen und kleineren Fischerbooten bewusst Menschen als Sklaven beschäftigt. Diese strukturierte Zusammenarbeit der Fischereiflotten stellt sicher, dass die einzelnen Fischerboote bei großer Entfernung von einem beliebigen Hafen aus ohne Kontrolle arbeiten können. Die Mannschaften der Betriebsfischerboote von Thai Union arbeiten wie moderne Sklaven, darüber hat auch der  New York Times Artikel „Sea Slaves: berichtet. Das menschliche Elend für Haustiere und Tierzucht Fütterung, so der Titel.

Für „Unterhaltung“ der Fischer ist ebenfalls gesorgt, und zwar werden junge Mädchen, oft Minderjährige, als Prostituierte auf die Männer angesetzt, die dann in eine Schuldenfalle tappen und diese müssen dann als Sklaven ihre Schulden auf den Fischerbooten abarbeiten.

Ein Beispiel aus dem Bericht der New York Times – Ein Bier in der Rui Taverne kostet etwa $ 1. Sex mit einem „populären“ Mädchen: 12 $. Meist sind es MigrantInnen, die vor Hass und Hunger aus Burma flüchteten. Hier in Thailand schuften sie unter sklavenähnlichen Bedingungen. Ein paar Abende in der Taverne, wenn sie ihren Körper zur Verfügung stellen, bringen ihnen etwas Geld zum Leben. Sie sind hunderte von Meilen zu Fuß gelaufen, ohne einen Cent, in der Hoffnung auf Arbeit, Essen, Medikamente und eine Unterkunft. Sind sie erstmal angekommen, wird es ihnen auch zugesagt, doch stellen sich später finanzielle Kosten heraus, die abgearbeitet werden müssen: die Mädchen als Prostituierte und die Jungs als Sklaven zur See.

Diejenigen, die während der Arbeit krank werden, würden einfach über Bord geworfen, berichteten Augenzeugen. Sollten die Jungs zu oft eine Pause machen, werden sie geschlagen. So sieht der Alltag aus – für das Katzenfutter, welches Sie vielleicht Ihrer Katze füttern. Oder die Meeresfrüchte, die bei Ihnen auf dem Teller landen.

Prostituierte warteten auf Kunden außerhalb einer Karaoke-Bar und Bordell in Songkhla, Thailand. Copy: Adam Dean für die New York Times

Nestlés Lieferant ist der Konzern Thai Union Frozen Products

Aktionäre sind u.a. Goldman Sachs, Blackrock, aber auch die Allianz.

Sollten Sie Fonds von folgenden Gesellschaften halten, dann ist es durchaus möglich, dass Sie sich unwissentlich an dieser Sklavenarbeit beteiligen. Branchengrößen wie die DWS der Deutschen Bank, Allianz Global Investors, First State, Baring, Blackrock oder Amundi decken das Thema „Ernährung und Agrar“ mit Fonds ab, die in Deutschland zum öffentlichen Vertrieb zugelassen sind. Auch kleinere Anbieter im Fondsgeschäft wie Julius Bär, KBI, Petercam oder Pictet haben entsprechende Aktienfonds in ihrer Palette. Hier sollten Sie Ihren Berater fragen, ob sich auch Titel wie Thai Beverage oder Thai Union Frozen Products im Portfolio befinden. Quelle

Die folgende lange Liste zeigt die Anteilseigner (größten Aktionäre)

Major Shareholders TUF-R

Institutions

Name Shares
Held
% Total
Shares Held
Shares
Change
% Chg from
Prior Port
% Total
Assets
Date of
Portfolio
BlackRock Fund Advisors 21,835,332 0.30 180,273 0.83 0.03 12/18/2015
National Bank Trust Inc 14,760,204 0.24 751,609 5.37 1.83 11/30/2015
Westwood Management Corp 8,740,764 0.14 345,640 4.12 1.81 09/30/2015
BlackRock Advisors (UK) Limited 7,491,600 0.12 17,700 0.24 0.03 11/30/2015
GAM Investment Management Lugano SA 5,548,782 0.11 -2,166,753 -28.08 1.59 05/31/2015
WisdomTree Asset Management Inc 6,689,020 0.10 -52,200 -0.77 0.34 12/21/2015
AQR Capital Management LLC 5,908,700 0.09 1,883,100 46.78 0.29 10/31/2015
Russell Investments Ireland Limited 5,093,569 0.08 0 0 0.31 11/30/2015
Credit Suisse Asset Management 5,022,000 0.08 0 0 0.67 11/30/2015
Acadian Asset Management LLC 4,428,300 0.07 0 0 0.14 10/31/2015
BlackRock 3,631,554 0.06 -94,827 -2.54 0.01 09/30/2015
Sunamerica Asset Management, LLC 3,694,700 0.06 0 0 0.46 10/31/2015
Allianz Global Inv Fund Mgmt LLC 3,641,500 0.06 844,700 30.20 0.64 10/31/2015
USAA Asset Management Company 3,269,300 0.05 1,221,700 59.66 0.18 08/31/2015
RAM Active Investments SA 3,064,000 0.05 1,099,800 55.99 0.08 09/30/2015
Allianz Global Investors GmbH 2,775,500 0.04 0 0 0.74 09/30/2015
Allianz Global Investors 2,772,900 0.04 40,800 1.49 0.78 09/30/2015
Mellon Capital Management Corporation 1,785,344 0.03 302,221 20.38 0.01 12/21/2015
Prudential Investments LLC 1,784,100 0.03 134,300 8.14 0.50 10/31/2015
IKC Fonder AB 1,641,000 0.03 1,641,000 New 2.15 09/30/2015

Shareholder – Anteilseigner laut  investors.morningstar Funds

Name Shares
Held
% Total
Shares Held
Shares
Change
% Chg from
Prior Port
% Total
Assets
Date of
Portfolio
Star Rating
Westwood Emerging Markets A 8,130,623 0.13 290,742 3.71 1.83 09/30/2015
WisdomTree Emerging Markets SmCp Div ETF 6,644,520 0.10 -52,200 -0.78 0.34 12/21/2015
Acadian Emerging Markets Instl 4,428,300 0.07 0 0 0.14 10/31/2015
iShares Core MSCI Emerging Markets 4,683,100 0.07 0 0 0.02 12/18/2015
SAST Emerging Markets 3 3,694,700 0.06 0 0 0.46 10/31/2015
iShares MSCI Thailand Capped 4,163,700 0.06 168,600 4.22 0.84 12/18/2015
USAA Emerging Markets 3,269,300 0.05 1,221,700 59.66 0.18 08/31/2015
AllianzGI Emerging Markets Opps Instl 3,170,200 0.05 818,500 34.80 0.62 10/31/2015
AllianzGI Emerging Markets Consumer CIT Class 2 2,772,900 0.04 40,800 1.49 0.78 09/30/2015
BlackRock Emerging Markets Index Non-Lendable F 2,146,508 0.03 -59,847 -2.71 0.03 09/30/2015
AST AQR Emerging Markets Equity 1,784,100 0.03 134,300 8.14 0.50 10/31/2015
iShares MSCI All Country Asia ex Japan 1,732,000 0.02 14,400 0.84 0.03 12/18/2015
Goldman Sachs ActiveBeta® EMkts Eq ETF 1,299,309 0.02 0 0 0.11 12/21/2015
BNY Mellon Emerging Markets SIF UC1 1,135,100 0.02 96,700 9.31 0.03 09/30/2015
BlackRock MSCI ACWI ex-U.S. IMI Index Non-Lendable F 1,114,439 0.02 -38,250 -3.32 0 09/30/2015
GuideStone Funds Emerging Mkts Eq Instl 1,007,900 0.02 199,300 24.65 0.18 09/30/2015
AQR TM Emerging Multi-Style R6 904,700 0.01 851,000 1,584.73 0.26 10/31/2015
Voya Multi-Manager Emerging Markets Eq A 852,000 0.01 -762,500 -47.23 0.18 09/30/2015
AQR Emerging Multi-Style N 860,800 0.01 0 0 0.21 10/31/2015
Vident International Equity 890,700 0.01 -10,200 -1.13 0.07 12/18/2015

Thailands Nahrungsmittelindustrie ist auch als „Kitchen of the World“ bekannt, wie Sie der Liste entnehmen können, gehört die Allianz zu den größten Aktionären.

Die Fischindustrie in Thailand beansprucht bereits gut ein Viertel des Nahrungsmittelexports.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördern die Teilnahme an wichtigen Messen in Thailand. Deutsche Messegesellschaften haben 2014 eine Messe in Thailand durchgeführt. 2014 fanden in Thailand zwölf Messen mit Beteiligung deutscher Unternehmen statt und fünf Messen wurden amtlich (mit deutschem Gemeinschaftsstand, zwei davon durch das Bundesland Bayern, eine Sonderveranstaltung) gefördert.

Die thailändischen Exporte bleiben 2014 mit einem Wert von 169,52 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Hauptexportgüter Thailands sind elektrische und elektronische Geräte, Automobile und –teile, chemische Produkte, Edelsteine und Schmuckwaren sowie landwirtschaftliche Produkte, insbesondere Kautschuk, Reis und Meeresfrüchte. Hauptabnehmer thailändischer Produkte waren auch 2014 die ASEAN-Staaten (26,1 Prozent), gefolgt von China (11,0 Prozent), den USA (10,5 Prozent), der EU (27) (10,3 Prozent) und Japan (9,6 Prozent).

Deutschland ist innerhalb der EU mit Abstand der wichtigste Handelspartner. Das bilaterale Handelsvolumen lag 2014 bei insgesamt 8,6 Milliarden Euro. Thailand exportierte dabei Waren im Wert von 4,627 Milliarden Euro nach Deutschland und führte deutsche Waren im Wert von 3,942 Milliarden Euro ein. Quelle auswaertiges-amt.de Stand September 2015

Wie berichtet, kommen die Sklaven u. a. aus Myanmar, wo diese als Minderheiten verfolgt werden.

Wie wir der Mitteilung des Auswärtigen Amtes entnehmen können, ist Thailand Mitglied in folgenden wirtschaftlichen Regionalorganisationen:

Thailand nimmt aktiv am ASEM-Prozess (Europäisch-Asiatische Gipfeltreffen) teil und ist Mitglied in einer Reihe regionaler Organisationen wie der ASEAN (Verband Südostasiatischer Nationen/Association of Southeast Asian Nations), der AFTA (Asiatische Freihandelszone) und der APEC (Asiatisch-Pazifische Wirtschaftskooperation). Thailand unterstützt die Erweiterung der AFTA. Thailand hat weitere ökonomische Kooperationen abgeschlossen. Dazu zählen

  • GMS (Wirtschaftliche Kooperation der Greater Mekong-Subregion)
  • ACMECS (Wirtschaftliche Kooperation der Länder im Einzugsgebiet der drei Flüsse Ayeyawady, Chao Phraya und Mekong: Thailand, Laos, Kambodscha, Myanmar und Vietnam)
  • IMT-GT (Indonesien-Malaysia-Thailand-Wachstumsdreieck)
  • Economic Quadrangle (Wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Thailand, Myanmar, Laos und Südchina)
  • BIMSTEC (Wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Thailand, Bangladesh, Bhutan, Indien, Myanmar, Nepal, und Srilanka)

Warum unterstützt die Bundesregierung die Sklavenarbeit in Thailand?

Freihandelsabkommen EU – Thailand

Im Rahmen der laufenden Verhandlungen mit der EU um ein bilaterales Freihandelsabkommen steht auch eine Erhöhung der thailändischen Fischexportquote in den EU-Markt auf der Agenda.

Am 6. März 2013 nahmen der Präsident der EU-Kommission Barroso und die thailändische Premierministerin Shinawatra Verhandlungen zu einem Freihandelsabkommen zwischen Thailand und der EU auf. Thailand ist der drittgrößte Handelspartner der EU innerhalb der ASEAN mit einem Handelsvolumen von annähernd 32 Milliarden Euro ( Stand 2013); außerdem ist die EU einer der größten Investoren in Thailand.

Übrigens: Thunfisch ist vom Aussterben bedroht – Kiribati verhängte bereits Fangstopp für Thunfisch

Den Beweis liefert uns der Konzern selbst, denn er hat eine überschaubare Präsentation erstellt:

Select key customers aus 2010: Walmart, Costco, Sysco, Mitsubishi, Darden Restaurants, US Food Service, IMA, Nestle, Hagoromo, Safeway, Kroger, C & S Wholesale, Dollar General, US Government and others.

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Click Here to View Investor Note Q2/2015

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Fusionen und Übernahmen: Im Jahr 2014 erwarb das Unternehmen zwei ausländische Unternehmen aus Europa :

Im September 2014 kauften Thai Union  Französisch Lachs Prozessor Meralliance und kurz darauf die in  Norwegen basierte Sardinenkonservenfabrikanten King Oscar.

Durch die auf Räucherlachs spezialisierte Meralliance plant die Thai Union Markenumsätze von gekühlten Lachsprodukte mit führenden Marken wie Petit Navire in Frankreich und John West in Großbritannien zu erweitern. Meralliance, Europas führender Hersteller von geräuchertem Lachs, gilt als Nummer 4 der Räucherlachs-Produzenten Europas mit 20 Prozent Marktanteil. Der Konzern produziert jährlich 4500 Tonnen an geräuchertem Fisch. Das Unternehmen hat seinen Sitz im bretonischen Quimper und brachte als erstes gewürfelten Räucherlachs auf den Markt. Damit werden zum Beispiel Pasta, Salate, Quiches, Suppen und Reisgerichte verfeinert. Als Meralliance Poland ist der Konzern auch in Polen vorhanden. 

Mit Hauptsitz in Bergen, Norwegen hat King Oscar zwei Produktionsstätten in Polen (Gniewino) und Norwegen (Svolvær) mit einer kombinierten Gesamtproduktionskapazität von 135 Mio. Dosen und einer Belegschaft von 500 Personen, die die Herstellung und den Verkauf von 90 Mio.Dosen pro Jahr abdecken. 16 Märkte weltweit. Quelle: http://www.thaiuniongroup.com/en/profile/company-highlights.ashx

Wir befinden uns immer noch in der Beweislage. Die Überprüfung der Vorwürfe gegen Nestlé hat gezeigt, dass Menschenhandel, Zwangsarbeit, Kinderarbeit und Hungerlöhne offenbar an der Tagesordnung bei Zulieferern sind. Wir Netzfrauen möchten die „Nichtwissenden“ an ihr Wissen erinnern.

Kinderarbeit und Menschenrechtsverstöße der Thunfisch-Industrie aus 2012

Zwei Thunfisch-Fabriken in Thailand, die auch den europäischen und den US-Markt beliefern, sahen sich mit ernsthaften Vorwürfen bezüglich Kinderarbeit, Menschenhandel und weiterer Verstöße gegen Arbeits- und Menschenrechte konfrontiert, schreiben Fish Information & Services (FIS) und IntraFish. 29.01.2013 (!!)

Die gemeinnützige finnische Organisation Finnwatch (Helsinki) hatte die Situation insbesondere illegaler burmesischer Arbeitsmigranten bei Unicord und bei Thai Union Manufacturing (TUM) untersucht, einer Tochter des größten thailändischen Fischproduzenten Thai Union Frozen Products PCL.

Nach Angaben von Finnwatch zahlen die Arbeiter für ihren Arbeitsantritt häufig hohe Anwerbegebühren, ihre Arbeitsgenehmigungen werden einbehalten. Ihre Löhne sind niedrig und sie erhalten Tageslohn ohne reguläres monatliches Einkommen. Einige Beschäftigte besitzen keinen schriftlichen Arbeitsvertrag und zwei befragte Arbeiter erklärten, sie hätten Kontrakte in einer fremden Sprache unterzeichnet, die sie nicht verstanden.

Viele der Arbeitskräfte waren im Alter von 14 Jahren, obwohl thailändische Gesetze die Beschäftigung von Personen jünger als 15 Jahre untersagen. Die Hälfte der Arbeitsmigranten berichtete, dass sie Schikanen und Diskriminierungen durch Vorgesetzte ausgesetzt seien, außerdem körperlicher Gewalt. Nachdem Finnwatch diese Erkenntnisse im November 2012 in Gesprächen gewonnen hatte, trafen sich Vertreter der Organisation mit der Geschäftsführung von TUM. Doch Finnwatch durfte weder den Betrieb besichtigen noch Aufzeichnungen von den Gesprächen machen. Beide Thunfischfabriken produzieren für internationale Marken – die Thai Union beispielsweise für John West, Petit Navire, Hyacinthe Parmentier, Mareblu und Chicken of the Sea. Und wie wir feststellen können, ist auch Nestlé unter den Kunden von Thai Union. Der vollständige 13 Seiten lange englische Bericht von Finnwatch findet sich hier: http://prachatai.com/english/sites/default/files/Finnwatch%20final%20report%20summary%20%28English%29.pdf

Nestlé reagierte prompt auf die Sammelklage aus Kalifornien: „Zwangsarbeit hat keinen Platz in unserer Lieferkette“, schrieb der Konzern in einer Stellungnahme. Die Konzernrichtlinien für Fisch und Meeresfrüchte würden alle Lieferanten verpflichten, die Menschenrechte zu beachten und sich an die Arbeitsgesetze zu halten. Die Eliminierung von Zwangsarbeit in der Meeresfrüchte-Lieferkette sei eine gemeinsame Verantwortung. Nestlé arbeite mit globalen und lokalen Anspruchsgruppen zusammen, um dieses ernste und komplexe Problem anzugehen. Eine solche Stellungnahme kennen wir bereits, bei der Schokolade, bei Wasser u. s. w.. Es ist schon lange bekannt, dass dieser Lieferant mit unmenschlichen Methoden arbeitet. Nun muss Nestlé doch zugeben, dass die Vorwürfe stimmen, und wir fragen uns, wieso der Konzern so lange diese menschenunwürdigen Gräueltaten in der Lieferkette duldete.

Unterstützt die EU wissentlich die Sklavenarbeit?

Dass die EU ebenfalls vor nichts zurückschreckt, das konnten wir schon mehrfach feststellen. Dass sie Sklavenarbeit in Thailand unterstützen, beweisen wir:

Europäischer Fischereisektor und Freihandelsabkommen EU/Thailand

EU und Asean verkündeten einen Neustart bei Freihandelsabkommen im April 2015 nach dem vor acht Jahren die Verhandlungen wegen Burma geplatzt waren. 

Thailands Nahrungsmittelindustrie wird auch „Kitchen of the World“ genannt – unter welchen Bedingungen die Menschen dort arbeiten und wie produziert wird, verschweigt die EU.

Die Zehntausenden, die aus Burma wegen Hass und Hunger flüchten müssen, werden in der thailändischen Fischindustrie als Sklaven eingesetzt – doch dazu in dem nächsten Beitrag mehr, den wir heute noch veröffentlichen.

Ein Auszug:

Entschließung des Europäischen Parlaments vom 12. März 2014 zur Situation und die zukünftigen Perspektiven des EU-Fischereisektors im Kontext des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Thailand

(…) in der Erwägung, dass Thailand mit 46 % der globalen Produktion der weltweit größte Erzeuger von Thunfischkonserven ist und seine Exporte von Thunfischkonserven in die EU über 90 000 Tonnen pro Jahr liegen und knapp 20 % aller Importe der Gemeinschaft aus Drittländern ausmachen und dass die USA, die EU und Japan die Hauptexportmärkte für thailändische Fischereierzeugnisse sind;

E.  in der Erwägung, dass Thailand der weltweit größte Importeur von frischem, gekühltem und tiefgefrorenem Thunfisch ist, der in seiner Konservenindustrie verarbeitet wird;

F.  in der Erwägung, dass 80 % des verzehrten Thunfischs Konserventhunfisch ist und dass gemäß den neuesten Daten der Datenbank FISHSTAT der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) 21 % der weltweiten Produktion von Konserventhunfisch und Thunfischzubereitungen in der EU erfolgt, während die restlichen 79 % in Drittländern, von denen die meisten Entwicklungsländer sind, hergestellt werden;

G.  in der Erwägung, dass Thailand für die EU von großer handelspolitischer, wirtschaftlicher und strategischer Bedeutung ist und dass das Freihandelsabkommen (FHA) zwischen der EU und Thailand für die EU-Wirtschaft insgesamt von beträchtlichem Nutzen ist;

H.  in der Erwägung, dass die EU die regionale Integration der ASEAN-Länder (Mitgliedsländer des Verbands Südostasiatischer Staaten) unterstützt, wobei das Freihandelsabkommen mit Thailand ein wesentliches Element in diesem Integrationsprozess ist, dessen Ziel letztendlich darin besteht, in Zukunft ein interregionales Freihandelsabkommen abzuschließen;

I.  in der Erwägung, dass der Abschluss des Freihandelsabkommens EU-ASEAN, das Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Thailand, Brunei und Vietnam umfassen sollte, seit 2007 eines der vorrangigen Ziele der EU ist; in der Erwägung, dass die mangelnden Fortschritte bei den Verhandlungen zu diesem regionalen Abkommen dazu geführt haben, dass bilaterale Verhandlungen mit ASEAN-Mitgliedstaaten, darunter auch Thailand, aufgenommen wurden und auf politischer Ebene die Verpflichtung eingegangen wurde, das Freihandelsabkommen innerhalb von zwei Jahren zum Abschluss zu bringen;

Zur Info:

Das deutsche System der Außenwirtschaftsförderung ist durch eine Aufgabenteilung zwischen Staat und Wirtschaft gekennzeichnet. Um bestmögliche Unterstützung deutscher Unternehmen zu gewähren, wirken die einzelnen Institutionen wie Auslandshandelskammern, Auslandsvertretungen, die Germany Trade and Invest und andere eng zusammen. Germany Trade and Invest betreibt im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ein Internetportal – gehört also zum Wirtschaftsministerium – und Chef ist Sigmar Gabriel

Thailands Nahrungsmittelindustrie ist expansionsfreudig – das schreibt die GAI am 02.10.2013

„Thailands Nahrungsmittelindustrie bleibt auf dem Expansionspfad mit neuen Produkten und Clustern. Unter dem Label „Kitchen of the World“ begann eine Exportinitiative, die auch weiterhin neue Länder erschließen wird. Der gemeinsame ASEAN-Markt bietet Chancen, etwa in den Zweigen Halal oder Medical Food. Das Konzept „Food Valley“ soll Innovationen bei Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch herbeiführen. Belebt wird auch die Nachfrage nach Verpackungsmaschinen, ein Großteil kommt aus Deutschland.“ (…)

Am 24.09.2015 schreibt die GAI

Thailand verteidigt Führungsrolle im Nahrungsmittelsektor!

Wandel in der Nachfrage

„Mit wachsendem Wohlstand, mehr Frauen im Arbeitsleben und dem generationsbedingten Wandel im Lebensstil verändert sich das Konsumverhalten. Stärker gefragt werden verarbeitete und abgepackte Produkte und Gerichte sowie Dosennahrung, Fast Food und Snacks. Hiervon zeugt auch das rasante Wachstum der Supermärkte und Convenience Stores wie 7-Eleven, Lawson oder Family Mart.

Ein sichtbarer Trend geht zu Tiefkühlgerichten mit gehobenem Standard in Qualität, Frische und Hygiene. Diese Sparte wuchs 2014 im Einzelhandel mengenmäßig um 8 % auf 64 000 t und wertmäßig um 11 % auf 450 Mio. $. Die Zeitersparnis in der Zubereitung und niedrige Preise machen Tiefkühlkost wettbewerbsfähig.

Deutsche Fleischprodukte erfreuen sich weiterhin hoher Beliebtheit. Die Thai-German Meat Product Company (TGM) erweitert dementsprechend ihre Produktion von Wurst, Schinken und Speck mit einer vollautomatisierten Anlage für rund 37 Mio. $ und plant damit mehr Export in die ASEAN-Länder, die EU und Japan. Die neuen Hightech-Maschinen im Wert von 15 Mio. Euro stammen aus Deutschland.“

Auf diesen Trend haben sich folgende Konzerne konzentriert: (zur Info: wir befinden uns immer noch in Thailand!)

Zu den großen internationalen Herstellern im Land zählen Ajinomoto, Dole, Nestlé, Unilever, Tesco, Kellogg’s, Kraft, Pepsi Co und Procter & Gamble. Wichtigste Auslandsmärkte sind die ASEAN-Länder (22 %), Japan (15 %), die EU (11 %), die USA (10 %) und die VR China (10 %).

Quelle

Daran sehen Sie, dass alle Konzerne und deren Herkunftsländer sich fragen müssten, ob sie weiterhin Sklavenhandel unterstützen wollen, zumal dieser ja verboten ist.

Weltgrößter Exporteur von Thunfisch expandiert

Thai Union Frozen Products (TUF) als der weltgrößte Exporteur von Thunfisch zeigt sich ebenso expansionsfreudig. In drei Jahren bis 2015 will TUF jährlich 6 Mrd. $ für neue Kapazitäten und eine stärkere Marktdurchdringung in der ASEAN investieren. 2012 stieg der Umsatz um 8 % auf 107 Mrd. $, 2013 soll er um 15 % auf rund 4 Mrd. $ steigen, und für 2015 wird ein Ziel von 5 Mrd. $ angestrebt. Die Hauptprodukte sind Thunfisch (49 %) und Shrimps (23 %). Die großen Absatzmärkte sind USA (36 %) und die EU (30 %). Zu den bekannten internationalen Labeln zählen Chicken of the Sea, John West, Petit Navire, Parmentier, Mareblu und Century. Quelle

Wenn also bekannt ist, dass in Thailand mit Sklaven gearbeitet wird, unterstützt die Deutsche Regierung wissentlich Sklavenarbeit.

Und ebenso die EU –  das Handelsvolumen beträgt 248 Milliarden Dollar.

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström sagte in Kuala Lumpur, die EU sei entschlossen, ein Freihandelsabkommen zwischen den Regionen auszuhandeln.

Während die Gespräche mit Asean auf Eis lagen, handelte die EU gesonderte Freihandelsabkommen mit den Asean-Mitgliedstaaten Malaysia, Vietnam, Thailand und Singapur aus. Neben diesen vier Staaten gehören Burma, Indonesien, Brunei, Laos, die Philippinen und Kambodscha der südostasiatischen Staatengemeinschaft an.

Am 28. November 2012 unterzeichnete der Botschafter von Thailand  das Abkommen in Form eines Briefwechsels zwischen der Europäischen Union und Thailand gemäß Artikel XXVIII des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT) 1994 über die Änderung der Zugeständnisse bei zubereitetem Geflügelfleisch.

Das Abkommen vereinbarte das Engagement der EU bei der Zuteilung nach Thailand eine Reihe von landesspezifischen Kontingents für die Einfuhr von Geflügelfleisch, einschließlich unter anderem verarbeitetes Hühner- und Entenfleisch. Diese Vereinbarung soll dazu beitragen, den Marktanteil Thailands in den EU-Markt sowie die Förderung der thailändischen Ausfuhren der betreffenden Erzeugnisse in die EU in der Zukunft zu steigern. Wie schon geschrieben – in Zukunft bekommen wir unsere Nahrungsmittel aus Thailand – wenn nicht schon ohnehin – denn man nennt ja Thailand „die Küche der Welt“.

Für die EU unterschrieb übrigens der dänischen Botschafter HE Jeppe TRANHOLM-MIKKELSEN.

Wir wollen nicht verschweigen, dass die EU im Kampf gegen illegale Fischerei drohte – sogar mit einem Importstopp. „Wir beobachten, dass es keine Kontrollen gibt, überhaupt keine Bemühungen“, sagte EU-Umweltkommissar Karmenu Vella im April in Brüssel. Die EU-Kommission sprach medienwirksam eine offizielle Warnung aus, allerdings nicht gegen die unmenschlichen Bedingungen – sondern NUR gegen illegale Fischerei.

Erst im März 2015 wurden einem Lieferanten von Thai Union Tiefkühlprodukte, dem Unternehmen Niwat Co., Sklavenarbeit nachgewiesen. Es handelte sich um ein Sklavenschiff. Die Thai Union sagte daraufhin, man wolle es prüfen. Leider sind die Firmen so undurchsichtig verstrickt, dass man es nur schwer nachweisen kann. Jedoch sollte dieser Artikel dazu beigetragen haben, dass eben alle Nichtwissenden, wie die Europäische Union, die ja jetzt den Freihandel mit Thailand wünscht, die US- Regierung und viele weitere Konzerne, dass ihnen die Praktiken nicht unbekannt waren und sind, und sie es wissentlich geduldet haben und immer weiter tun.

Sollten Sie jetzt immer noch Meeresfrüchte essen wollen, fragen Sie nach, aus welchem Herkunftsland diese stammen, ansonsten machen Sie sich mitschuldig, sofern diese aus Thailand stammen sollten.

Copyright – Netzfrau Doro Schreier

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1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Dunkelstes Mittelalter ist heute . Von wegen heute gäbe es keine Sklavenarbeit mehr .Nie gab es mehr Sklaven . Soll den Konsumenten der Sklavenfisch im Halse stecken bleiben . Leider bleiben bei genauer Betrachtung nur noch sehr wenige noch essbare Nahrungsmittel übrig . Also nach dem Motto, der Hunger treibt es rein , verfahren, oder den Kopf in den Sand stecken ???

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