Protest Staudamm Kanada – Euer Profit zerstört unser Leben – David Suzuki, Grand Chief, Stewart Phillip to visit Site C dam protesters

Canada

zur englischen Version British Columbia, Kanada Anfang 2015: das größte Wasserkraftprojekt in der kanadischen Provinz. Das milliardenschwere Projekt ist bei der indigenen Bevölkerung und Umweltschützern umstritten. Drei weitere große Hydro-Power-Projekte mit einer Kapazität von 3000 MW befinden sich zurzeit in der Pipeline.

Im Mittelpunkt des „Site C“ Projekts steht der Bau einer 1050 m breiten und 60 m hohen Talsperre im Peace River im Nordosten der Provinz. Dahinter soll der Fluss auf einer Länge von 83 km gestaut werden. Das hierdurch entstehende Wasserreservoir ist etwa zwei- bis dreimal so breit wie der Fluss selbst und bedeckt eine Fläche von 5500 ha, rund zwei Drittel davon sind landwirtschaftliche Nutzfläche. In dem dünn besiedelten Gebiet müssen unter anderem 20 Familien umgesiedelt sowie mehrere Autobahnabschnitte mit einer Gesamtlänge von 30 km umgesetzt werden.

Seit längerer Zeit demonstrieren Menschen bei eisiger Kälte, um diesen Staudamm zu verhindern. Es kam schon mehrfach zu Verhaftungen. Doch die Menschen geben nicht auf. Sie wollen das dortige empfindliche Ökosystem schützen. 

Was Staudämme anrichten können zeigt das Beispiel: Belo Monte Staudamm – Euer Profit zerstört unser Leben, so die dortigen betroffenen Indigenen Völker. Und genau so ist es auch in Kanada.

Nun bekamen die Demonstranten prominente Unterstützung.

   David Suzuki und Grand Chief Stewart Phillip fliegen gemeinsam ins weit entfernte Peace River Valey in British Columbia, um die kleine Gruppe von Demonstranten zu unterstützen, die sich gegen den Bau des Site C Damms wehren.

David Suzuki, ein global bekannter Moderator und Umweltschützer und Steward Phillip, einer der einflussreichsten indigenen Führungspersönlichkeiten, werden das Camp per Helicopter besuchen, in dem die Demonstranten seit Wochen bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad ausharren.

Ihr Besuch soll dem Protest, der in den kommenden Monaten gesteigert werden soll, mehr Bekanntheit geben, da BC Hydro die Bauarbeiten vorantreiben will.

Bis dato haben nur rund ein Dutzend Demonstranten im Tal gecampt – der Camping-Platz Rocky Mountain Fort war früher als Pelzhandelsplatz bekannt. 30 weitere Demonstranten haben mit Plakaten an den Zufahrtsstraßen der Baustelle ihren Protest gezeigt.
Vor kurzem wurden drei Personen verhaftet, da sie den LKW-Verkehr auf der Straße behindert hatten, bis jetzt gab es aber noch keine im Rocky Mountain Fort Camp selbst, das mehrere Kilometer von der nächsten Straße entfernt liegt.

Das Holz in dem Bereich muss bis zum Frühling geschlagen werden, damit die Bauarbeiten an Site C pünktlich weitergehen können.

Treaty 8 First Nations protestiert gegen den Damm, da dieser, wie man vor Gericht sagte, ihre Vertragsrechte verletzt; Rancher und Farmer sind gegen das Projekt, da dieser zur Überflutung wertvoller landwirtschaftlicher Flächen führt. Auch Umweltschützer sind dagegen, da das Peace River Valley eine wesentliche Umgebung für Fisch und Wild darstelle. Die Regierung von B.C. fördert den Damm, da dieser für den zukünftigen Strombedarf der Region erforderlich sei.

Phillip und Suzuki waren unterwegs, daher gibt es keinen aktuellen persönlichen Kommentar der beiden, aber sie sind als ausgewiesene Kritiker des 9-Milliarden-Dollar-Projektes bekannt.
David Suzuki hatte bereits gesagt, dass der Damm zu „gefährlichen ökonomischen, sozialen und ökologischen Problemen führen werde“.

In einer kürzlich veröffentlichten Aussage von Phillip forderte dieser die BC Hydro auf, das Projekt solange zu stoppen, bis die Gerichtsanhörung stattgefunden habe: „Wir sind absolut wütend darüber, dass BC Hydro an der Baustelle des Dammes bereits arbeitet, während wichtige gerichtliche Schritte noch offen sind und auch eine Entscheidung über die Vorgehensweise bei Site C noch aussteht.“
Aus seiner Sicht haben die vor kurzem vorgenommenen Verhaftungen die Situation zusätzlich verschärft: „Wir sind sehr beunruhigt, dass die Aktivitäten von BC Hydro die Spannungen vor Ort erhöhen“, so Phillip, der im November bei einem Protest gegen die Erweiterung der Kinder Morgan Öl Pipeline in den Burnaby Mountains verhaftet worden war.

Man geht davon aus, dass weder Suzuki noch Phillip sich einer erneuten Verhaftung aussetzen wollen, aber ein Sprecher der Union of British Columbia Indian Chiefs sagt „sie seien auf alles vorbereitet – alles könne passieren“.

Laut Aussage von RCMP Corporal Dave Tyreman hätten die Verhaftungen stattgefunden, da die Demonstranten vom Straßenrand (nicht die vom Rocky Mountain Fort Camp) auf die Straße gegangen seien, um den Verkehr zu blockieren.
Cpl. Tyreman fügt hinzu, dass das RCMP die Situation beobachte, das Recht der Bürger auf Protest aber sehr wohl respektiere.

“Es ist unsere Aufgabe, die Situation in den kommenden Monaten zu beobachten“, sagt er. „Wir sind auf Warteposition. Wir müssen für Frieden sorgen und unterstützen alle demokratischen und gesetzeskonformen Proteste. Und ich betone die Worte: gesetzeskonforme Proteste.”

Arthur Hadland, ein früherer Leiter des Peace River Regional District gehörte zu denen, die verhaftet wurden. Er sagt, dass er aus Frustration so gehandelt habe. „Es war eine traurige, kleine Erfahrung“, beschreibt er seine Verhaftung nach der Verkehrsblockade. „Ich habe immer wieder mit Briefen an Politiker und mit Diskussionen versucht, hier für Aufmerksamkeit zu sorgen. In meinen Augen war die Blockade der Durchgangsstraße die einzige Möglichkeit, etwas zu bewegen.“

Hadland, der verhaftet wurde, nachdem er eine Friedensverpflichtung unterschrieben hatte, sagte, dass er gehofft habe, dass seine Verhaftung den Blick der Öffentlichkeit auf dieses kontrovers diskutierte Projekt lenkt. Denn es werde die Umwelt schädigen, BC Hydro weiter verschulden und in der Provinz für höhere Stromkosten sorgen.

Seitens BC Hydro wurde bis jetzt kein Sprecher benannt, der Fragen in Bezug auf die Site C Proteste beantwortet.

David Suzuki, Grand Chief Stewart Phillip to visit Site C dam protesters

David Suzuki and Grand Chief Stewart Phillip are flying in to a remote area in British Columbia’s Peace River Valley to offer support to a small group protesting construction of the Site C dam.

Mr. Suzuki, a globally recognized broadcaster and environmentalist, and Mr. Phillip, one of the province’s most influential native leaders, are scheduled to drop in by helicopter Tuesday to visit a small group of protesters who have been camped out in minus-20 degree weather for weeks.
Their visit is intended to raise the profile of the protest, which is expected to intensify in the months ahead as BC Hydro increases its construction activity.

Until now only about a dozen protesters have been camped out in the valley, at the site of a historic fur-trading post known as Rocky Mountain Fort, and another 30 people have shown up with placards along construction access roads.

Three people were arrested last week after blocking truck traffic on the roads, but so far there have been no arrests at the Rocky Mountain Fort camp, which is located in the bush several kilometres from the nearest road.

Timber in the area needs to be cleared before spring if Site C construction is to stay on schedule.
The dam is being protested by Treaty 8 First Nations, who are arguing in court that it violates their treaty rights; by local ranchers and farmers who say the project will drown valuable agricultural land; and by environmentalists who say the Peace River Valley provides vital habitat for fish and wildlife. The B.C. government endorses the dam, saying it is necessary to meet the province’s future power needs.

Mr. Phillip and Mr. Suzuki were in transit Monday and could not be reached for immediate comment, but both are outspoken critics of the $9-billion project.
Mr. Suzuki has said the dam will cause “alarming economic, social and environmental problems.”
In a recent statement, Mr. Phillip said BC Hydro should halt the project until the First Nation court challenge is heard.
“We are absolutely outraged that BC Hydro is working at the proposed dam site when critical court proceedings are in motion and a [legal] decision on Site C proceeding has yet to be determined,” he stated.
Mr. Phillip also said the recent arrests have made the situation more tense.
“We are deeply concerned that BC Hydro’s actions are increasing tensions on the ground,” said Mr. Phillip, who in November was arrested on Burnaby Mountain at a protest against the proposed Kinder Morgan oil pipeline expansion.

It is not expected that Mr. Suzuki or Mr. Phillip will put themselves in a position to be arrested Tuesday, but a spokesman for the Union of British Columbia Indian Chiefs said “they will be on the line” and anything could happen.

RCMP Corporal Dave Tyreman said the arrests last week occurred after protesters on an access road (not at the the Rocky Mountain Fort camp) left the roadside to block traffic.
Cpl. Tyreman said the RCMP are watching the situation but respect the rights of citizens to protest.
“It’s up to us to monitor [the situation] for the coming months,” he said. “We stand by. We are there to keep the peace and [we] encourage any democratic and lawful protests. And I repeat the words lawful protests.”
Arthur Hadland, a former Peace River Regional District director who was among those arrested last week, said he acted out of frustration.
“It was a sad little experience,” he said of being arrested after stepping into the road to block construction traffic. “I’ve tried all the letter writing and reasoning with politicians to no avail. I thought the only way we could get a little attention was to walk into the thoroughfare.”

Mr. Hadland, who was arrested after signing a bond promising to keep the peace, said he hoped his arrest would draw public attention to the controversial project, which he says will damage the environment, drive BC Hydro deeper into debt and force higher power rates provincially.
BC Hydro was not immediately able to provide a spokesman to take questions on the Site C protests.

Netzfrau Andrea Escher (Übersetzung)
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7 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,

    ich habe ungefähr 20 km entfernt von Site C für 1 Jahr gearbeitet.

    Also da leben nun echt wenige Leute in dem Tal und ich bin überzeugt, dass die einfach nur protestieren um mehr Geld zu bekommen für ihr Land was sie aufgeben müssen. Auch das war die allgemeine Meinung in Fort St. John, jedenfalls was mir gesagt wurde.

    Jedenfalls habe ich 20 km entfernt gearbeitet und jetzt ratet mal in welcher Branche. Fracking! Und dann sollten die Leute mal überleben ob Sie lieber saubere Energie wollen oder weiter Fracking/Tarsands wollen. Und 20 Familien umsiedeln ist ja nun wirklich nicht der rede Wert.

    • Was Sie hier äußern, ist an Ignoranz nicht zu überbieten.
      Sie können Sich offensichtlich überhaupt nicht in die Menschen, die ja auch schamlos betrogen und hingehalten wurden, hineinversetzen.
      Sie sind bereits total infiziert vom Denken der Großkonzerne und des Großkapitals und können sich überhaupt nicht mehr vorstellen, wie es ist, etwas entrissen zu bekommen, womit sich ihre Familie seit Generationen identifiziert hat und wovon sie gelebt hat.

      Willkommen in der kahlen, gefühlslosen Welt des „Fortschritts“ um jeden Preis. Hauptsache einige wenige können sich damit noch viel mehr berreichern.

  2. Unglaublich dass die Kanadische wie auch US Regierungen das Land der Indianer verseuchen obwohl es eigentlich Ihr Land ist, dann spricht man was von wegen China, Russland etc. Dabei sind die Westlichen Regierungen schlimmer in vielen Sachen. Kyoto Vertrag haben USA und China noch nicht Unterschrieben und sie werden es wohl nie tun! Das ist eine gute Doku über das Verbrechen an den Indigenen Völkern Amerikas, der Dammbruch in der Goldmine hat die Quesnel, Cariboo wie auch Fraser Flüsse für unbestimmte Zeit verseucht, die Lachs Fische ernährten die First Nation Völker dort, jetzt sind sie ungenießbar. Die Ureinwohner bekamen das Recht für Ihr Land dort aber was nützt Ihnen das Recht wenn die Korrupten Kanadischen Großkonzerne mit der Okkupations Regierung zusammenarbeiten? Es macht mich so wütend die Politik des Westens vor allem die der USA und Kanada, genau diese Länder tun so als ob die Welt Ihnen gehören würde und nur sie uns belehren muss wie wir zu Leben haben, sie sind immer die guten der Rest die bösen, dabei sieht es ganz anders aus. Amerika vor 239 Jahren gegründet davon sind sie 222 Jahre im Krieg, und so ein Verbrecher staat will uns was belehren?

    • Danke für den Hinweis.
      Heute, am 21.04.2018, lief noch einmal ein Bericht darüber im TV. Zunächst schien es Hoffnung zu geben, dann fiel den Menschen die Politik doch in den Rücken.
      Es ist einfach entsetzlich wie mit den Menschen, deren Vorfahren dort seit ewigen Zeiten lebten, umgegangen wird und Versprechungen immer wieder nicht gehalten werden.

      Es ist der Tod der Natur, nur noch Raubbau für den sogenannten „Fortschritt“.
      Das Kapital und die Raffgier der Menschen siegt leider immer wieder!!!

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