Sorry, dass wir noch leben …

alterAlle Welt, im wahrsten Sinne des Wortes, spricht und lamentiert über die alternde Gesellschaft. Als sei es eine hochansteckende Krankheit, quasi eine Pandemie, welche man nicht aufhalten kann, da man bisher noch keinen Impfstoff dagegen gefunden hat.

Oh pardon – stimmt nicht – Impfungen für Erwachsene ab 60 Jahre werden ja empfohlen, wie gerade erst beim Hausarzt festgestellt – gut sichtbar lag dort ein Flyer des Pharma-Konzerns Sanofi. Denn wer hätte es geahnt, die gefährdete Altersgruppen-Influenza betrifft besonders ältere Menschen ab 60 Jahre – da kommt uns doch der Verdacht, als stellten wir eine Gefahr dar, die die Youngsters anstecken könnten.

Wir werden jetzt schon seit Jahrzehnten medial mit der Tatsache konfrontiert, dass wir altern. Dazu kommt aber noch, dass man jedes Mal mehr den Eindruck gewinnt, das sei ein Makel und wir ALTEN würden lästig. Man kann dann zum Beispiel nicht mehr produktiv sein, man wird ein lästiger Klotz am Bein der Gesellschaft, zu nichts mehr zu gebrauchen und man kostet schlussendlich auch noch Geld.

Die ALTEN erwarten eine Auszahlung der lebenslangen Einzahlung in die Rentenversicherung. Wie können die nur? Und nun erlauben sie sich auch noch ÄLTER zu werden. Eine Unverschämtheit. Allein die verstaubten Akten beim Jobcenter für die Ü50 rauben eine kostbare Fläche, die bei diesen horrenden Mieten zusätzliche Kosten verursachen. Und dann auch nicht zu unterschätzen: die immer anstrengendere hochkonzentrierte Arbeit, die Statistiken anzupassen, ist für die Youngster eine zunehmende Belastung.

Alles Denken wird immer mehr der Tatsache untergeordnet, dass der Mensch nur noch jung etwas taugt, solange er bereit und in der Lage ist, zu buckeln und zu kriechen für das Bruttosozialprodukt.

Bruttosozialprodukt, da war doch was, achja die Band Geier Sturzflug sang bereits 1983…

Wenn früh am Morgen die Werksirene dröhnt
und die Stechuhr beim Stechen lustvoll stöhnt,
in der Montagehalle die Neonsonne strahlt
und der Gabelstaplerführer mit der Stapelgabel prahlt,
ja, dann wird wieder in die Hände gespuckt.
Wir steigern das Bruttosozialprodukt,
ja, ja, ja, jetzt wird wieder in die Hände gespuckt.

…und waren mit diesem Song mehrere Wochen auf Platz eins, ohne Apps, Downloaden oder sonstigen Schnickschnack .

Schon damals erfuhren wir in Lehrgängen von den Versicherungen, dass die Bevölkerung immer älter wird, die Rente laut Blüm zwar sicher sei – aber man doch bitte in Form von Lebensversicherungen vorsorgen sollte, wenn Blüm nicht die Wahrheit gesagt haben sollte. Schon Ende der siebziger – Anfang der achtziger hieß auch bereits das Thema: Demografischer Wandel – Herausforderungen unserer älter werdenden Gesellschaft. Übrigens nach wie vor, denn erst kürzlich stellte sich beim ersten RSBK-Versicherungsforum zum Thema „Die private Krankenversicherung, Bürgerversicherung und demografischer Wandel“ der Versicherungsvorstand einigen Schülern der Diskussion.

Wer kennt ihn nicht, den obligatorischen gern genommenen Tannenbaum – schon damals sah er nicht mehr gesund aus – so verformt und sollte uns darstellen, dass die Youngster später unsere Rente nicht mehr würden zahlen können. Man bedenke, dass wir nach 1910 zwei Weltkriege zu beklagen hatten.

Wann und wo der Demografische Wandel erfunden wurde, spielt eigentlich kaum eine Rolle. Werbewirksam ist er für die Versicherungsbranche bereits seit Jahrzehnten. Man nehme nur mal die Riesterversicherung – ein Geschenk an die Versicherungen, wer weiß wofür…

INFOBOX

DW bezeichnet Veränderungen in der Zusammensetzung von Gesellschaften, insbesondere der so-genannten Altersstruktur. So zeichnen sich beispielsweise moderne Gesellschaften dadurch aus, dass einerseits die Geburtenrate (Fertilität) niedrig ist und die Sterberate (Mortalität) seit einigen Jahrzehnten höher ist als die Geburtenrate. Gleichzeitig steigt aber die Lebenserwartung der Bevölkerung, wodurch der Anteil der älteren gegenüber den jüngeren Menschen zunimmt. In vielen (z. B. Entwicklungs-) Ländern verhält es sich gerade umgekehrt: Der Anteil der jüngeren Bevölkerung übersteigt den der älteren Bevölkerung. Quelle

Wer den Demografischen Wandel erfunden hat, hat uns damals nicht interessiert, wir waren ja selber Youngster.

Heute gehören wir zu den ALTEN – der Demogafische Wandel ist immer noch zugegen und als bliebe dieser ewig jung, beschäftigen sich wieder mal die Medien mit dem Thema. Sogar die hauseigene Zeitung der Regierung – BILD – macht mit und titelte im April 2015  DEUTSCHLAND VERGREIST| Der Schrumpf-Schock  Die sechs wichtigsten Fakten über die neuen Zahlen der Bevölkerungsforscher – und was zeigen die auf – natürlich die immer gern genommenen Tannenbäume – immer noch die gleichen wie schon vor 30 Jahren. Und auch die früher als „Super-Aufdeckungszeitung“ bekannte titelte am 08. Juli 2015 Bertelsmann-Studie: Deutschland schrumpft und vergreist – also wiedermal – innerhalb eines Vierteljahres – mehrfach!! Als gäbe es keine anderen Sorgen mehr auf dieser Welt!

Unter dem Motto – Attacke! – alles auf die Alten – Was man als alter Mensch vorher geleistet hat, wird einfach unter den Tisch fallen gelassen und zählt nicht mehr, von einer Sekunde auf die andere. Viele Alte bemerken es wohl recht schnell, wenn auch erst mal unbewusst und sind dann so verwirrt, dass sie relativ schnell resignieren und sich regelrecht schämen, nicht mehr ihre vorher bewusste Leistung zu erbringen. „Live fast, die young” ist gesellschaftlich gesehen das Motto der Stunde.

Land der Greise – demografischer Wandel

Sogar die die „ALTEN“ in Griechenland müssen herhalten – Griechenland wird zum Land der Greise – hieß es mehrfach in den Medien – als wenn diese etwas dafür könnten. Die Überalterung ist für den Eurokrisenstaat ein noch größeres Problem als die Verschuldung, hieß es in der BZ. Wir ALTEN müssen demnächst mit der Troika rechnen, die uns mit neuen Reformen aufwartet. Nun ja – die Leute von der Troika haben auch schon das Haltbarkeitsdatum überschritten.

Deutschland und seine Greise – dazu  gab es 2014 sogar eine Sendung, die sich mit diesem Thema wieder mal befasste, wäre es nicht im Oktober gewesen sondern im Sommer, man hätte es als ein Sommerlochthema vermuten können.

Es gibt, wer hätte es gedacht, sogar Demografie-Experten – es sei hier bemerkt, dass diese auch nicht mehr ganz so taufrisch sind. Und übrigens das Thema auch nicht – denn schon 2005 betitelte man die Schlagzeilen mit:

Wird Deutschland im 21. Jahrhundert zum Land der Greise?

Der Text ging dann so weiter:

„Man stelle sich eine Erstkommunionfeier im Jahr 2020 vor: Das Kommunionkind hat keine Geschwister, aber „viele“ Eltern. Die Großeltern sind zu viert, selbst von den Urgroßeltern ist noch jemand dabei.“

Oh sorry, dass wir noch leben – die Urgroßmutter am Tisch, wer hätte das für möglich gehalten, es sei hier aber noch mal bemerkt, dass ihre Geschenke, trotz der kargen Rente, gern genommen wurden und werden. So manche Spende für GUTE NOTEN kommt von ihr.

Früher genoss die Urgroßmutter noch ein Zimmer im Haus und war gut für das, was heute die so-genannten Nannys machen. Wenn Erzieherinnen streiken, wer muss herhalten? Oma und Opa – damit alle für das Bruttosozialprodukt arbeiten können. Ja nicht zuhause bleiben oder gar mitstreiken, denn da würde ja glatt der Arbeitgeber pleite gehen.

Uroma wird es schon richten, heute verschwindet sie schnell ins Altenheim und sorgt für gefüllte Kassen der „GROSSKONZERNE“, die Alten- und Pflegeheime sind längst privatisiert, nur wenige haben die Macht und Urgroßmutter ist zu einer Ware verkommen.

Und nicht nur die Urgroßmutter, nein, der Mensch als solcher. Denn auch die Großeltern werden in diese Aufbewahrungsorte gerne abgeschoben, denn dort stören sie niemanden. Auch gern mal nach Polen verschoben, denn da ist die Aufbewahrung wesentlich billiger.

Was die „Alten“ in solchen Einrichtungen erwartet, haben wir bereits mehrfach dokumentiert. Jetzt sorgte ein Rentner für Aufsehen, da er das Essen fotografierte.

essen8

Facebook

 Beispiele finden Sie auf der Facebookseite: Wir fotografieren unser Essen – Residenz Seniorenheim / Krankenhaus

Bereits 1985 wurde festgestellt, dass der Lehrerschaft die Vergreisung drohe. Wenn nicht bald etwas geschieht und beherzte Finanzminister nicht endlich Erbarmen mit den immer noch viel zu vollen Klassen haben, werden in Kürze nur noch Omas und Opas an den Pulten stehen. Schon in fünf Jahren, so hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft gerade ausgerechnet, wird es keinen Lehrer unter 35 Jahren mehr geben, und 17 Prozent aller Pädagogen werden älter als 55 Jahre alt sein. Wohlgemerkt 1985!

SCHULSTREIK „Sonst zahlen wir eure Rente nicht“

Nur 30 Jahre später – Im November 2008 hieß es dann SCHULSTREIK „Sonst zahlen wir eure Rente nicht“

Allein in Hamburg trafen sich 6000 Schüler, um ihrem Unmut Luft zu machen. In Berlin sprachen die Veranstalter von 10 000 Teilnehmern. In München, Stuttgart und Kiel gingen trotz der Androhung von Strafen jeweils bis zu 5000 Schüler auf die Straße. Die Schüler-Initiative „Bildungsblockaden einreißen“ nannte die Gesamtzahl von 80 000 Teilnehmern in 30 Städten.

Sie forderten: „Bildung für alle“, „bessere Ausstattung an Schulen“ und „kleinere Klassen“. Es scheint sich in den Jahren nicht viel geändert zu haben und die neuen Lehrer, die 1985 eingestellt wurden, sind nun auch schon 30 Jahre älter – aber was ist so schlimm daran, dass „Greise“ die Kinder unterrichten? Übrigens war es keine Forderung der Schüler, dass sie junge ansehnliche faltenlose Lehrer haben wollen, sondern in der Tat – und dieses berechtigterweise – eine bessere Ausstattung der Schulen, denn diese sind auch in die Jahre gekommen und sind marode und weder die Außenhülle noch das Inventar wurden gepflegt.

Sparen ist die Devise in Deutschland, erst an der Bildung und nun – wer hätte es gedacht, an den ALTEN GREISEN, die auch noch den Anspruch haben, ihre Rente ausgezahlt zu bekommen.

Übrigens: der Schulstreik fand auch 2015 statt, wir hatten darüber berichtet, und so mancher rüstige Rentner hilft in den Schulen bei der Aufsicht der Hausaufgaben – eigentlich falsch, denn die werden ja neuerdings nachmittags in den Schulen gemacht, also Schulaufgaben – wobei eigentlich die Schüler ihre Freizeit lieber bei sportlicher Betätigung oder einfach beim Spielen verbringen sollten. Sie hätten dann Zeit, den Kuchen der immer noch lebenden Urgroßmutter zu genießen, oder mit Opa, der ja auch noch lebt, an seiner alten Handwerksbank zu werkeln.

Opa, mittlerweile Rentner, kann sich dagegen auf speziell eingerichteten Plattformen wie Rent-a-Rentner für irgendwelche Tätigkeiten zur Verfügung stellen, um seine karge Rente aufzubessern. Natürlich nicht zu viel, denn auch hier gibt es Grenzen. Ja, waren das noch Zeiten, als Udo Jürgens, Gott hab ihn selig, sang: Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an…übrigens war der Song 1977 geboren und alle dachten, wie Recht er hat.

Das dachte sich auch Fritz. All seine Kraft setzte er für seine Arbeit ein, ab und zu ging er mit Lieschen für ein paar Tage in Urlaub. Die Kinder sollten eine gute Ausbildung genießen, so blieb zum Sparen nicht viel, denn Bildung kostet – aber sie sind es wert, so schufteten beide für ihre drei Kinder. Lieschen ging, als die Kinder aus dem gröbsten raus waren, putzen, denn eine andere Anstellung bekam sie nicht. Später, als dann der 400,- Euro Nebenverdienst eingeführt wurde, da nahm sie der neue Bäckerdiscounter gerne als Verkäuferin auf. Toll, dachten die beiden, nun können wir nicht nur eine Woche in Urlaub fahren, sondern gönnen uns gleich 14 Tage mit einem Billigflieger nach Mallorca. Und die Jahre gingen dahin, Fritz wurde 63 Jahre alt, seine Knochen schmerzten von ewigen arbeiten auf dem Bau. Lieschen hatte mittlerweile schon den 5. Arbeitgeber, da die Bäckerei immer wieder deren Besitzer wechselte, manchmal bekam sie sogar kein Gehalt und eines Tages sagte man ihr, sie sei mit 60 Jahren einfach zu alt, um die Tasse Kaffee, die es nun  in einer extra eingerichteten Ecke gab, schwungvoll zu servieren.

Da saßen die beiden nun, Lieschen ging wieder putzen, Fritz war mittlerweile arbeitslos geworden, da Zeitarbeiter seinen Job auf dem Bau übernommen haben. Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, ja, so dachten die beiden. Doch die Realität sah anders aus. Fritz hatte mit 14 Jahren damals auf dem Bau angefangen und 49 Jahre hatte er auf den Buckel. Die neue Rentenreform besagt, dass man mit 63 Jahren nun Rentner werden kann, doch das, was Fritz ausgezahlt bekommt, reicht nicht aus, um große Sprünge zu machen. Außerdem muss er seine Rente nochmal versteuern und die Krankenversicherung zahlt er auch. Zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig. Es darf nichts dazwischen kommen, das Haus, welches Fritz für seine Familie gebaut hatte, muss halten, neue Fenster und eine neue Heizung können sie sich nicht leisten. Wenn Fritz ins Pflegeheim muss, dann sind die Kosten so hoch, dass das Haus gerne von der Pflegeeinrichtung übernommen wird, denn das wird als Vermögen angerechnet, ob Lieschen da nun wohnt oder nicht.

Ja, die teuren Greise, wer soll diese bezahlen, sie werden lästig und stören Schäubles schwarze Null.

Ach ja, die greisen Politiker, auch nicht mehr taufrisch, aber die haben keine Sorgen, sie bekommen üppige Pensionen und konnten sich mit Nebentätigkeiten noch ihr Sparbuch füllen.

Alten-Bashing‬ – was hat die ‪‎Regierung gegen uns ALTE – müssen wir uns auch noch dafür entschuldigen, dass wir noch leben?

Die Stimmungsmache gegen Ältere ist nicht mehr hinnehmbar!

Anmerkung der Verfasserin: Ich bin zwar erst 53 – aber mein Mann kommt in zwei Jahren auf Rente – muss er sich dafür entschuldigen, dass er für mehr als 45 Jahre harte Arbeit das bekommt, was er eingezahlt hat? – pardon – nein bekommt er nicht, denn er muss es ja noch mal versteuern. Und die Krankenkasse bezahlt er auch selbst. Wäre er Pensionär, hätten wir in zwei Jahren keine Sorgen, denn dann würden wir nicht nur mit der Hälfte an monatlichen Einkommen auskommen müssen – die Pensionäre bekommen je nach „Dienstjahren“  bis zu 70 % vom letzten Gehalt – so mancher Pensionär wird noch kurz vor der Rente nach oben gelobt, was ihm dann noch mehr Pension einbringt – und ganz besonders die Bundestagsabgeordneten erfreuen sich über Pensionen – wo man sich fragen muss – wofür? dass sie soviel Zeit hatten, Nebentätigkeiten zu pflegen?
Oder permanent als Unterhaltungskünstler die TV-Zuschauer beglückten?
Ich habe nichts gegen Pensionäre – darum geht es nicht – aber hier im Staate läuft gerade etwas total daneben – und genau darauf mache ich aufmerksam! (Anmerkung der Lektorin: Es gibt einen Unterschied zwischen Beamten und Beamten, demzufolge auch zwischen Pensionären und Pensionären: Die Beamten und späteren Pensionäre haben sicher ihr Auskommen, aber es wäre nicht berechtigt zu sagen, sie seien auf Rosen gebettet. Eine Ausnahme bilden die so-genannten Bundesbeamten, an denen zu deren Gunsten alle Maßnahmen vorbeigingen, die bei Landesbeamten und -pensionären des unteren und mittleren Dienstes zu Einbußen führten wie z. B. die Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld schon vor Jahrzehnten und die Heraufsetzung der Mindestdienstalterszeit für die Berechtigung zur vollen Pension)

Alten-Bashing – sorry, dass wir noch in der Lage sind, unsere Meinung zu sagen.

Ihr werdet euch noch wundern, wenn ich erst Rentner bin!
Sobald der Stress vorbei ist, dann lang ich nämlich hin, o-ho, o-ho, o-ho.

Dann fön‘ ich äußerst lässig das Haar, das mir noch blieb.
Ich ziehe meinen Bauch ein und mach‘ auf ‚heißer Typ‘, o-ho, o-ho, o-ho.

Und sehen mich die Leute entrüstet an und streng;
dann sag‘ ich: „Meine Lieben, ihr seht das viel zu eng!“

Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an!
Mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran.
Mit 66 Jahren, da kommt man erst in Schuss!
Mit 66 ist noch lange nicht Schluss!

Nein mit 66 ist noch nicht Schluss, denn wir fangen wieder an – Rent-a-Rentner.

Und ehrlich, liebe Politiker der Regierung, ihr seid auch alle ALTE GREISE, die sich mal umschauen sollten, wie viele Steuern von uns allen zusammengetragen wurden, denn wir müssen diese zahlen, was man von den großen Konzernen nicht behaupten kann.

Sogar Ulli Hoeneß, selbst ein Greiser, konnte mehr als 30 Millionen Euro Steuern hinterziehen, Alice Schwarzer, selbst schon 72 Jahre alt, soll über 4 Millionen Euro in der Schweiz gebunkert haben.

Und sicherlich finden sich noch irgendwo Millionen Euro von irgendwelchen Greisen, die nicht wie wir, ALTE NORMALOS, die für ihre Gehälter Steuern entrichten mussten, nochmal ihre Rente versteuern müssen. Warum eigentlich? Mit welchem Recht? Es gibt ein Doppelbesteuerungsabkommen mit vielen Ländern dieser Welt, aber nicht mit uns Rentnern.

INFOBOX:

Seit  2005 gelten für Renten neue Steuerregeln. Eine Rentensteuer, wie häufig zu lesen ist, wurde durch das Alterseinkünftegesetz aber nicht eingeführt. Ob Sie als Rentner eine Steuererklärung abgeben und Steuern zahlen müssen, hängt vor allem davon ab, wie hoch der steuerpflichtige Anteil Ihrer Rente(n) ist. Denn Renten werden höchst unterschiedlich besteuert

Das Bundesfinanzministerium berücksichtigt bei seiner Berechnung, dass bei Rentenbeginn im Jahr 2015 70 % der gesetzlichen Rente steuerpflichtig sind und hiervon ein Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 € abgezogen wird. Zusätzlich wurden steuerlich abzugsfähige Ausgaben berücksichtigt, die immer anfallen. Das sind der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 € sowie die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.

Für Neurentner allerdings wird der Rentenbetrag, bis zu dem keine Steuern anfallen, immer geringer. Der Grund hierfür: Der Besteuerungsanteil steigt für jeden neuen Rentnerjahrgang an. So gilt bei Rentenbeginn in 2016 ein Besteuerungsanteil von 72 %. Quelle

Allein durch die Steuersparmodelle der Konzerne oder Reichen gehen Deutschland jährlich rund 150 Milliarden Euro verloren. Ob diese Zahl stimmt, werden wir wohl nie erfahren, vielleicht ist die Dunkelziffer sogar noch höher.

Apple, Starbucks, Bundesbahn und viele Konzerne mehr, alle könnten zum Sozialwohl beitragen, indem sie alle Steuern auf den Gewinn hier im Land zahlen würden.

Aber nein, Alters-Bashing – immer auf die, die sowieso lebenslang kämpfen müssen, die sollen sich nun schämen?

Wer trägt das Sozialsystem oder hat es bislang getragen, genau – die Menschen, die „zur Last fallen“  – sorry, dass wir noch leben und uns erlauben, älter zu werden.

Netzfrau Doro Schreier

Armut und Hunger – Essen aus dem Müll

Fresenius/Helios, Asklepios, Sana Kliniken, Rhön-Klinikum : Das Geschäft mit unserer Gesundheit

Frauenarmut – man hat uns einfach vergessen

Pflege geht uns ALLE an – „Solche Pflege ist Folter“

Die Armut in Deutschland hat ein trauriges Rekordhoch erreicht

WO BLEIBT DER PROTEST – Politikerpensionen – Die Selbstbedienung geht weiter

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Es wäre egal, wieviel sich die Parasiten gebunkert haben. Wenn es keine Untertanen geben würde, die für sie arbeiten würden. Dann könnten sie sich die Kohle in den A… schieben. Das Problem ist nicht reich und arm, das Problem ist, dass die armen diese Reichensystem unterstützen.

  2. Nun hatte man ja auch als Mutter mit Geburten vor 1992 weniger Rente zu erwarten. In unendlicher Großmut hat uns dann der Gesetzgeber hier einen Anrechnungspunkt geschenkt. Der Gute! Zu den 3 Anrechnungspunkten für die Mütter mit Geburten ab 92 fehlt aber immer noch einer. Sicher hat man daran gedacht, dass zu jener Zeit vor 92 keine Kindertagesstätten vorhanden waren, Kindergartenplätze nur eingeschränkt und mit Beziehungen zu bekommen waren. Die Frauen konnten dann halt nur eingeschränkt arbeiten, dafür bekommen sie auch sehr wenig Rente. Hat man dann auf Gehaltsansprüche zugunsten einer Direktversicherung verzichtet, dann wurde 2004 oder 2005 klammheimlich die plötzliche Krankenversicherung zur Direktversicherung eingeführt, denn die Kassen hatten darauf geklagt. Diese Beiträge werden auf 10 Jahre verteilt, ich bezahle 66 Euro pro Monat 10 Jahre lang dafür. Was meine Altersversorgung um ca. 8.800 Euro verringert. Das habe ich auch so verdient.

    Es ärgert mich zudem, dass viele Renten aus der Rentenversicherung an Leute bezahlt werden, die keinen Cent je eingezahlt haben. Das hätte aus Steuern beglichen werden müssen.

    Jetzt allerdings können wir mit gar nichts mehr rechnen, wir brauchen Geld für neues Militärgerät in Milliardenhöhe und für die Flüchtlingshilfe (hier hat man ja auch jahrzehntelang geschlafen, das Problem war vorhersehbar).

    Wieder mal haben wir halt Pech gehabt. Jedes Land braucht seine Doofen.

  3. Warum wählen aber so viele Herrschaften der älteren Generationen, wenn sie denn wählen, eben diese alten Säcke und Säckinnen, die ihnen Firlefanz versprechen, um dann die Renten zu kürzen, und was das Allerletzte ist, Rentnern das Hinzuverdienen einschränken! Das sollte man den Millionären so vorschreiben! Ab 500 € extra ist Schluss für euch! Undenkbar. Ekelhaft, was wir uns alles bieten lassen. Doch die Frau Merkel kommt ja so natürlich rüber… Kotz! Auch Hitler hat das Klo benutzt. Nein! Doch! Dann war er auch nur ein Mensch? Ja! Und was für einer! Beide sind und waren Demagogen. Bäh! Aber wieder einmal muss wie bei fast allen Themen gesagt werden, dass wir es selber sind, die diese Zustände zu verantworten haben. Wir lassen es zu. Wir besuchen Opa und Oma nur zum abkassieren. Wir lassen die Alten, die so uncool sind, allein und meinden sie. In Japan und anderen Ländern gibt es Schreine, um die Vorfahren zu ehren. Wir freuen uns, wenn es was zu erben gibt, vergessen aber, dass es uns nie gäbe, wenn Oma und Opa nicht in die Kiste gestiegen wären!!! Mehr Achtung vor der Schöpfung allgemein und diesen Widerlingen der Werbung, Politik und Wirtschaft den Mittelfinger zeigen! Rauft euch zusammen und werdet lebende Menschen. Hört auf die Zombies des Wachstumirrsinns zu spielen!

  4. Auch wenn ich den Artikel nachvollziehen kann… Das eigentliche Problem wird nicht erkannt. Auch wer 45 Jahre Rentenbeiträge gezahlt hat, hat in unserem System keinen Anspruch auf X-Euro. Tatsächlich ist das Geld was gezahlt wurde, längst ausgegeben. Immer in der Hoffnung, dass die nächste Generation für die eigene Rente aufkommt. Dabei ist es vollkommen egal ob die Ursache ein demografischer Wandel ist oder ob durch Technik gut bezahlte Jobs (und damit Beiträge) wegfallen. Und nichts gegen die neuen Bundesländer. Aber die Wiedervereinigung wurde durch die Rentenversicherung bezahlt (Warum wurden die Beitragszeiten der DDR anerkannt? Zur deutschen Rentenversicherung hat die DDR nichts beigetragen).

    Fakt ist auch, dass die Rentenversicherung bereits vor dem 2. Weltkrieg am Ende war und künstlich durch das enteignete Vermögen am Leben gehalten wurde. Fakt ist auch, dass die Sozialliberale Koalition endgültig die Sozialversicherung für die Zukunft zugrunde gerichtet hatte (durch Erweiterung der Leistungen.)

    Die Liste der Verfehlungen und der Verzicht auf Umwandlung in eine richtige Versicherung mit echten Ansprüchen wird bereits den heute 50 Jährigen erhebliche Einschränkungen im Alter bescheren

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