Welt ohne Wasser

Wasser7Wasser ist ein Menschenrecht – und darf nicht einzelnen Personen oder Konzernen gehören. Experten sagen voraus: Der Rohstoff Wasser wird in den nächsten Jahrzehnten wichtiger werden als Öl. In vielen Ländern ist die Krise längst da. Kriege um Wasser sind absehbar – Noch immer müssen etwa eine Milliarde Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser leben. Jede Minute stirbt ein Kind durch verunreinigtes Wasser.

Krieg ums Wasser: Was wie der Titel einer blutigen Wüstensaga klingt, könnte in vielen Gegenden der Welt bald Wirklichkeit werden. Daher trafen sich im Jahr 2000 mehr als 80 Minister auf dem zweiten Weltwasserforum in Den Haag, um herauszufinden, wie dieses Szenario zu verhindern sei.

Damit die Reichen nicht die Opfer des Szenarios werden, wurden diese in rasender Geschwindigkeit zu den neuen Wasserbaronen. Sie kauften überall auf der Welt Wasser auf, während die Regierungen schnellstens die Bürger in der autonomen Wasserversorgung einschränkten. Wasser ist ein Luxusgut, auch wenn dieser kostbare Rohstoff aus den Wasserhähnen tropft. Doch Vorsicht, so sauber, wie Wasser aus dem Wasserhahn aussieht, ist dieses nicht. [KREBSGEFAHR DURCH TRINKWASSER]

Es ist ein beunruhigender Trend im Wassersektor, der in rasender Geschwindigkeit weltweit fortschreitet. Die neuen „Wasser-Barone“ – die Wall-Street-Banken und elitäre Multimilliardäre – kaufen Wasser auf der ganzen Welt auf, und zwar in einem noch nie dagewesenen Tempo, während andere Länder unter der schlimmsten Dürre des Jahrhunderts leiden.

Jahrzehntelang galt die Wasserversorgung als wichtige Staatsaufgabe. Erst in den 1990er Jahren privatisierten viele Länder die Versorgung mit dem lebensnotwendigen Nass.

Heute beherrschen eine Reihe multinationaler Konzerne die globalen Wassermärkte, angefangen bei der Produktion der nötigen Anlagen für die Wasserproduktion über Abfüllanlagen für Flaschenwasser bis hin zu privaten Wasserversorgern und Großhändlern.

Wohlhabende Tycoons  wie T. Boone Pickens, der ehemalige Präsident George W. Bush und seine Familie, Hong Kong Li Ka-shing, Philippinen Manuel V. Pangilinan und andere philippinische Milliardäre und weitere Tycoons kauften groß ein. Sie kauften Tausende von Hektar Land mit Aquiferen (=Grundwasserleitern),  Seen, Wasserrechte, Wasserversorgungsunternehmen und Anteile an der Wassertechnik und Technologie-Unternehmen auf der ganzen Welt.

Georg W. Bush soll z. B. in Paraguay 70 000 ha Grund und Boden gekauft haben – direkt über dem weltgrößten Trinkwasser-Reservoir.

Länder wie Syrien oder der Irak hängen in ihrer Versorgung zum Großteil vom Wasser ab, das aus dem Ausland zufließt. Beide Staaten haben die gigantischen Staudammprojekte der Türkei an Euphrat und Tigris bereits vor über zehn Jahren als Kriegsgrund bezeichnet.[Erdogans Doppelspiel wird mit Millionen Euro Entwicklungshilfe belohnt]

Wasser ist nicht nur Grundlage allen Lebens, sondern besitzt auch große Bedeutung für die Industrie. Im 20. Jahrhundert wurden Kriege um Erdöl geführt, im 21. Jahrhundert könnten uns Kriege um Wasser drohen.[ Die Kriege der Zukunft werden um Wasser geführt]

Und da sind sie, die Spekulanten. Viele Anbieter von Finanzprodukten haben sich deshalb – z. T. bereits vor vielen Jahren – dazu entschlossen, Spezialfonds zum Thema Wasser in all seinen Perspektiven aufzulegen, um Anlegern zu ermöglichen, von der noch immer steigenden Nachfrage nach hochwertigem Trink- und Prozesswasser zu profitieren.

Fazit: Wasser ist zu einem Handelsgut verkommen, mit welchem sich viel Geld verdienen lässt.

Mega-Banken und Investoren wie Goldman Sachs, JP Morgan Chase, Citigroup, UBS, Deutsche Bank, Credit Suisse, Macquarie Bank, Barclays Bank, der Blackstone Group, Allianz und HSBC Bank, und andere sind für die Konsolidierung und die Kontrolle für Wasser verantwortlich.

 DAS kostbare Gut, welches den Reichtum der Nationen bestimmt – und es wird VIEL Wasser benötigt

Wasser7

Ob nun als Trinkwasser, zur Herstellung unserer Nahrungsmittel, oder auch für Agro-Kraftstoffe. Hinzu kommt die Dürre in Zentralamerika und der US-Bundesstaat Kalifornien leidet unter der härtesten Dürre seit 100 Jahren. Nirgends wird es deutlicher als in Kalifornien, wie kostbar Wasser ist.

Eine spannende Dokumentationsreihe über die wichtigste Ressource der Menschheit.

Teil 1 – Wasser für Nahrung; (26 min). Längst schon ist Wasser kein selbstverständliches Gut mehr, doch in der Landwirtschaft, dem größten Wasserverbraucher, setzen sich neue, wassersparende Anbaumethoden nur langsam durch. Fortschreitende Bodenerosion ist nur eine der Folgen der verschwenderischen Wasserwirtschaft, die durch die industrialisierte Landwirtschaft weltweit betrieben wird.

Teil 2 – Wasser für die Metropolen; (26 min). 1/7 der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. In den rasch wachsenden „Megacities” der dritten Welt sterben täglich ca. 6000 Menschen an den Folgen des mit Krankheitserregern kontaminiertem Wasser. Doch selbst diese schon so mangelhafte Wasserversorgung scheint man vielerorts nicht mehr lange aufrecht halten zu können.

Teil 3 – Das Geschäft mit dem Wasser; (26 min). Wenn ein Staat die Wasserversorgung in die Hände von Privatunternehmen legt, kann das zu Risiken, aber auch zu Chancen für die jeweilige Bevölkerung führen. Beide Möglichkeiten werden in diesem Bericht an Hand von aktuellen Beispielen veranschaulicht.

Teil 4 – Kampf um Wasser; (26 min). Schon seit Menschengedenken hat das flussaufwärts gelegene Dorf den Zorn des flussabwärts gelegenen leicht erregen können. Heute jedoch werden durch ehrgeizige Staudammprojekte Flüsse gänzlich zum Versiegen gebracht; Ganze Länder sehen sich so in ihrer Existenz bedroht – Kriege sind vorprogrammiert.

Teil 5 – Die Zukunft des Wassers (26 min). Prognosen zufolge wird die Bevölkerung um das Jahr 2050 herum die 9 Milliardenmarke erreichen. Auch diese Menschen werden mit Wasser versorgt werden können – Wasser verschwindet nicht einfach, der Wasserkreislauf ist lediglich durch schlechtes Wirtschaften ungünstig beeinflusst. Der letzte Teil dieser Doku-Reihe zeigt noch einmal zusammenfassend, wie durch nachhaltige Wasserwirtschaft eine sichere Zukunft möglich sein wird.

Mehr Informationen zu diesem Thema: 

Mega-Banken und Milliardäre kaufen das globale Wasser auf und der „kleine“ Mann zahlt sogar für Regenwasser

Tickende Zeitbombe in China – verseuchtes Trinkwasser und Mineralwasser- China’s bottled water: the next health crisis?

Trinkwasser: Nestlé, Danone, Coca-Cola und Pepsi – Multinationale Konzerne beherrschen Weltmarkt

Profitgier! Nestlé hat Wassernutzungsrechte erworben und lässt Fabriken bewachen und einzäunen!

Raubzug der Wasserkonzerne: Bottled Water Comes From the Most Drought-Ridden Places in the Country

Spekulationen mit Wasser stoppen!

Kampf ums Wasser – Was kostet eine Flasche Wasser?

Sie sind nicht krank, Sie sind vergiftet! Ist es nicht an der Zeit Plastikflaschen zu boykottieren?

Wasser ist die am häufigsten vorkommende Substanz auf der Erde. Von dieser enormen Menge ist jedoch nur ein Bruchteil für den Menschen direkt als Trinkwasser nutzbar. So sind von dem vorhandenen Volumen nur 2,53 Prozent Süßwasser, 97,47 Prozent dagegen Salzwasser. Vom nutzbaren Süßwasseranteil wiederum sind etwa zwei Drittel der Vorräte in Gletschern und ständiger Schneedecke gebunden. Des weiteren bestehen riesige Unterschiede hinsichtlich der Verfügbarkeit in unterschiedlichen Teilen der Welt und große Schwankungen der saisonalen und jährlichen Niederschläge an vielen Orten.

Die eigentliche Schwierigkeit  in der Umsetzung intelligenter und effizienter Lösungsvorschläge für eine gerechte und nachhaltige Verteilung der Ressource Wasser liegt in den bestehenden Machtstrukturen unseres Planeten. Denn warum gibt es immer noch Armut, obwohl die nötigen Ressourcen ohne Zweifel vorliegen? Warum werden beispielsweise Tonnen von Getreide vernichtet, um dessen Marktpreis zu beeinflussen, während in Afrika täglich Tausende an Hunger sterben? Doch nur, weil es enorme sozioökonomisch Differenzen auf der Erde gibt und Arm und Reich immer weiter voneinander entfernt liegen! Ganz ähnlich auch die Situation hinsichtlich der Ressource Wasser. Bei einer gerechten Verteilung gäbe es nicht die Problematik der lokalen Wasserknappheit. Wasser fließt offensichtlich nicht bergab, sondern immer in Richtung Geld.

Wasser ist ein Menschenrecht – und darf nicht einzelnen Personen oder Konzernen gehören.

Quelle

Netzfrau Doro Schreier 

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Gerade in Kalifornien zeigt sich, wie hemmungslos mit Wasserumgegangen wird, wenn jeder Bauer ohne Genehmigungsverfahren ein Loch in den Boden bohren kann, wenn er Wasser benötigt.
    Ich wohne in Südspanien, das die billigsten Wasserpreis Europas hat.
    Die ersten 10.000 Liter aus dem Wasserhahn pro Monat kosten 63 Cent/1000 Liter.
    Pro Liter also 0,006 Cent; hier in den Bergen über Málaga bestes Trinkwasser aus der Sierra Nevada, das ist nicht überall in Spanien so.
    Dafür ist der Wasserverbrauch aber auch doppelt so hoch wie in Deutschland.
    Aber– Spanien hat auch über 1000 Staudämme jeder Größe.
    Bauern in Almeria und Umgebung können mit kostenlosem Wasser ihre riesigen Plantagen unter Kunststofffolie bewässern; dementsprechend ist auch die Wasserverschwendung.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

  2. Der Beitrag führt nicht die wesentlichste Ursache an. Das ist nach meinen Erkenntnissen die Tatsache, dass die Menschheit gesamt noch nicht begriffen hat das ihre Existenz abhängig ist vom Gesamtökosystem Erde. Die Rasse Mensch betrachtet sich als außerhalb des Systems stehende Rasse, wo wir doch komplex in das System eingebunden sind, ein winziger Teil eines sich selbst wieder erneuernden „Lebewesens“. Strafverschärfend haben wir noch das Kapitalistische, total egoistische, Werte- und Handelssystem, welches rasant die Verseuchung und sinnlose Ausbeutung unserer Welt, unseres Lebenssystems, betreibt.
    Wenn wir diese Tatsachen nicht erkennen, dann heißt es irgendwann, in nicht allzu ferner Zukunft : Dunkeltuten, Welt nicht mehr wiederherstellbar.

  3. Vielen Dank für diesen Bericht.
    Ich befürchte durch das Seehandelsrecht ab 2016 wird in der BRD GmbH das Wasser privatisiert,
    also geraubt.

  4. Danke für diese Sammlung aufschlussreicher Dokumentationen! In der Tat könnte die Ressourcenknappheit von sauberem Trinkwasser zu einer der größten Herausforderungen dieses noch jungen Jahrhunderts werden.

    Wie ihr einleitend so treffend angedeutet habt, gibt es auch hier, ähnlich wie beim Geld, eine große Ungleichverteilung in der Welt. Während die meisten (westlichen) Länder, die es sich (noch?!) leisten können, verschwenderisch mit der global betrachtet knappen Ressource Trinkwasser umgehen, gibt es in anderen Teilen der Erde, maßgeblich Afrika, viel zu wenig davon.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.