Mineralwasser mit Östrogenen belastet – Study Finds Over 24,000 Chemicals In Bottled Water

wasser6zur englischen Version Die Flaschenwasser-Industrie täuscht mit ihrer Werbung wie einst die Tabakindustrie in den 1950er-Jahren. Ähnlich wie die Tabakindustrie, die Millionen für „falsche“ Werbung ausgab, zahlt die Flaschenwasser-Industrie Milliarden pro Jahr, nur damit Sie denken, dass Sie das „reine“ Wasser brauchen. Doch so „rein“, wie es scheint, ist es nicht – eben genauso – wie einst die Tabakindustrie uns die weite Welt mit der Werbefigur Marlboro Man vorgaukelte. Der Marlboro-Mann rauchte eineinhalb Schachteln pro Tag, bevor er 1990 an Lungenkrebs verstarb.

Pestizide, Schwermetalle, Schimmelpilze – Meldungen über Schadstoffe oder Verunreinigungen in Lebensmitteln verunsichern immer wieder die Verbraucher. Seit einiger Zeit ist eine Bedrohung mit neuer Qualität ins Bewusstsein gerückt: PET-Flaschen (PET steht für den Kunststoff Polyethylenterephtalat), aus denen wir Wasser, Fruchtsäfte, Limos u. ä. schlürfen. Neu deshalb, weil hier nicht etwa eine Charge betroffen ist, oder Lieferungen aus einer bestimmten Region – das Problem steckt im System, sprich im Plastik.

Es war die Coca-Cola Company, die im Jahr 1990 in Deutschland die ersten Flaschen aus PET einführte. Seither trat diese Art der Verpackung im Getränkebereich ihren Siegeszug an. Ein Anruf bei Eckes-Granini Deutschland GmbH ergab, dass es durchaus noch Granini in Glasflaschen gibt und die für das Unternehmen auch preisgünstiger wären als Plastikflaschen, die abnehmenden Märkte würden aber eben Plastikflaschen verlangen. 

Die Argumente von Industrie und Handel für diese Form von Verpackung sind vielfältig: PET-Flaschen sind bruchfest und zudem wesentlich leichter als Glasflaschen, weswegen sie beim Transport deutlich weniger Energie verbrauchen. Ihre Leichtigkeit ist bei Konsumenten, die ihre Getränke-Kästen selbst schleppen, das gewichtigste Argument. 

Vielleicht ist es Zeit, unsere (halbe) Abhängigkeit von Wasserflaschen aus Plastik zu überdenken und ehrgeizig eine Rückkehr zur Zeit, „in welcher Plastik (nur) 1% am Gesamtvolumen des kommunalen Abfallberges im Gegensatz zu aktuell 12% ausgemacht hat“, anzustreben. Haben wir uns zu sehr der Bequemlichkeit eines Lebens mit Plastik und anderen komfortablen Annehmlichkeiten hingegeben, ohne über deren Folgen nachzudenken? Die Frage lässt sich schnell mit JA beantworten und unsere Bequemlichkeit wird von den großen Konzernen wie Nestlé und Coca Cola ausgenutzt und zu Geld gemacht.

Vier Handelskonzerne dominieren den globalen Markt für Flaschenwasser!

Das intensive Marketing globaler Getränke- und Lebensmittelkonzerne beschränkt sich durch eine immer stärkere Marktkonzentration auf inzwischen vier multinationale Konzerne.

Nestlé (z. B. Vittel, Pure Life) und Danone (z. B. Evian) konzentrierten sich lange auf Europa und die USA, doch gerade in den letzten Jahren wurden diese beiden Konzerne auch in Asien und Lateinamerika zu den weltweiten Marktführern.

Coca-Cola (z. B.Apollinaris, Dasani, Vitamin Water) und Pepsi (z. B. Aquafina) besitzen besonders in den USA hohe Marktanteile und bemühen sich, auf den internationalen Märkten zu Nestlé und Danone aufzuschließen. Fazit:

Was Nestlé und Danone noch nicht an sich gerissen haben, wird nun von Coca-Cola und Pepsi übernommen. 

In den nächsten Jahren dürften die Umsätze von Flaschenwasser weiter stark wachsen. Behilflich dürfte zum einen die Vermarktung der Flaschenwasser sein, aber auch die zunehmende Verunreinigung des Trinkwassers oder einfach die Aufkäufe von Wasserquellen.

Leitungswasser kostet so gut wie nichts und kommt bequem aus der Leitung – trotzdem kaufen die meisten Menschen Wasser in Flaschen.

In den USA sind sogar fast die Hälfte aller Wasser in Flaschen einfaches kommunales Leitungswasser!

Das meiste Mineral­wasser fließt heute aus preis­werten 1,5-Liter Flaschen von Discountern. Früher machten regionale Brunnen­betriebe mit ihren Marken das große Geschäft.

So klar das Wasser im Glas aussieht, so undurchsichtig ist oft seine Qualität. Die Stiftung Warentest fand im Juli 2014 in 10 von 30 getesteten Mineralwässern Verunreinigungen: Rückstände von einem synthetischen Süßstoff, von Pestiziden und einem Korrosionsschutzmittel und auch 2015 fanden sie erneut Rückstände im Mineralwasser – Pestizide, Pilze, Süßstoffe!

In einer Dissertation des von Prof. Dr. Jörg Oehlmann geleiteten Institutes für Ökologie, Evolution und Diversität an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main fanden deutsche Forscher in 18 getesteten Mineralwasser-Marken so-genannte „Endokrine Disruptoren“ (EDCs), die das Wachstum und die Fortpflanzung negativ beeinflussen können.

Hormonstörende Chemikalie

Dazu der Autor der Studie Dr. Martin Wagner: „Ich dachte, Mineralwasser ist H2O plus Mineralien, wie man das als Unvorbelasteter denkt. Als wir dann östrogene Aktivität fanden, sagten wir: Mensch, da müssen wir natürlich weiter forschen!“

Von den 24 520 suspekten Chemikalien, die bereits in Flaschenwasser gefunden wurden, zeigte eine besonders konsistente antagonistische Wirkungen auf Androgen- und Östrogen-Hormonsysteme, nämlich Di(2-ethyhexyl)Furumat (DEHF).

Endokrine Disruptoren sind Chemikalien, die auf vielfache Weise mit dem Hormonsystem wechselwirken. Sie können bösartige Tumore erzeugen, Geburtsdefekte, Herzkranzgefäßerkrankungen, Stoffwechselstörungen und, wie zuvor erwähnt, noch andere Entwicklungsstörungen, des weiteren Diabetes Typ I und II.

INFOBOX

Endokrin aktive Substanzen

Letzte Aktualisierung: 20. Mai 2015 – Die Konsultation bezieht sich auf frühere Arbeiten der EFSA zu endokrin aktiven Substanzen, insbesondere das im März 2013 veröffentlichte wissenschaftliche Gutachten des wissenschaftlichen Ausschusses der EFSA über die Gefahrenbewertung von endokrinen Disruptoren!

Die Sachverständigen der EFSA kamen zu dem Schluss, dass mit den derzeit bzw. in Kürze verfügbaren international vereinbarten Prüfverfahren der Einfluss von chemischen Stoffen auf die wichtigsten endokrinen Pfade bei Säugern und Fischen, die bekanntlich auf endokrine Störungen empfindlich reagieren, identifiziert werden kann. Die hormonellen Pfade, für die die Prüfmethoden am besten geeignet sind, betreffen Östrogene, Androgene und Schilddrüsenhormone sowie die Steroidogenese (den biologischen Prozess zur Produktion von Steroiden).

Die EFSA gelangte ferner zu dem Schluss, dass ein Risikobewertungsansatz, der sowohl potenzielle Beeinträchtigungen durch endokrin aktive Substanzen als auch die jeweilige Expositionswahrscheinlichkeit berücksichtigt, die bestmögliche Nutzung der vorliegenden Informationen zur Regulierung des Einsatzes der betreffenden Stoffe darstellt.

Gefahren- vs. Risikobewertung endokrin wirksamer Substanzen

Ob eine endokrin wirksame Substanz eine Gefahr darstellt (d. h. ob sie als potenzieller endokriner Disruptor betrachtet werden kann) hängt mit ihrer inhärenten Fähigkeit zusammen, das endokrine System zu stören und infolgedessen eine Beeinträchtigung hervorzurufen.

Eine Gefahr ist eine mögliche Bedrohung in Zusammenhang mit den intrinsischen Eigenschaften eines Stoffs (wenn etwa seine Toxizität nachweislich Krebs verursacht). Das Risiko, dass der endokrine Disruptor eine schädliche Wirkung auf Mensch und Tier haben könnte, hängt von dem Grad (der Dosis), der Dauer und dem Zeitpunkt der Exposition von Menschen bzw. Tieren gegenüber dieser Gefahr ab.

Gefahren können unbedenklich sein, wenn man ihnen gar nicht ausgesetzt oder die Exposition zu gering ist, um Schaden zu verursachen. Amygdalin beispielsweise ist ein Stoff, der in Aprikosenkernen enthalten ist. Als chemischer Stoff ist er recht toxisch und stellt daher eine Gefahr dar. Da wir den Stein in der Regel aber nicht mitessen, ist der Verbraucher dem Stoff auch nicht ausgesetzt und das vom Aprikosenverzehr ausgehende Verbraucherrisiko entsprechend gering einzuschätzen. Dies gilt analog für endokrine Disruptoren.

Das Ziel der Risikobewertung besteht darin zu bewerten, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Substanz – in diesem Fall eine endokrin wirksame Substanz – bei einer gegebenen oder zu erwartenden Exposition Schaden verursacht und was eine unbedenkliche Exposition darstellen würde.

Während Frankreich reagiert hat – wird in der EU immer noch weiter diskutiert und ein Ende ist nicht in Sicht!  Frankreich verbietet Weichmacher, Einweggeschirr und Plastiktüten

Mehr Informationen zu Endokrine Disruptoren

Die Wissenschaftler zeigten in ihrem Modell auch, dass die in den Proben vorhandenen Östrogene tatsächlich funktionell wie aktive Hormone wirken.

Aufgespürt werden die Hormone mit einer Schneckenart, die acht Wochen in der Plastikflasche leben „dürfen“ und deren hochsensibler Organismus bereits auf geringe Belastungen reagiert.

Die Anzahl der Embryos, die von den Schnecken produziert werden, werden mit einer Kontrollgruppe verglichen, die in Glasflaschen leben darf. Anhand des Unterschiedes in der Anzahl der Embryonen lässt sich die östrogene Aktivität feststellen.

Mithilfe seiner Forschung stellte Martin Wagner fest, dass pro Mineralwasser-Marke ganz unterschiedliche Embryo-Anzahlen feststellbar waren und dass dies mit der Art der Verpackung zusammenhängt.

„Während die Schnecken in Glasflaschen ganz normale Mengen Embryonen produzieren, stellen wir bei denen in den Plastikflaschen erhöhte Zahlen fest, was uns natürlich den Hinweis gibt, dass etwas aus dem Material herausgelaugt ist. Wir haben überall das gleiche Wasser eingefüllt, das heißt, die einzige Variable war die Verpackung“, so der junge Wissenschaftler.

Die Unterschiede sind dabei durchaus drastisch, Dr. Wagners PET-Flaschen-Schnecken produzierten in etwa doppelt so viele Embryone wie die Vergleichsgruppe in den Glasflaschen – ein durchaus beunruhigendes Ergebnis.
Die genauen wissenschaftlichen Methoden finden Sie hier beschrieben: Anwendung von Biotests zur Charakterisierung der Expositionspfade für Umwelthormone aus Kunststoffen

Wasser1

Wie aber gelangen die Chemikalien ins Wasser?

Nun, so eine PET-Flasche ist gar nicht so dicht, wie man meinen sollte. Das Plastik ist eigentlich porös und zwar sogar so sehr, dass die in der Flasche enthaltene Kohlensäure sogar bis zu einem gewissen Grad durch den Kunststoff entweicht.
Dabei werden eben auch Chemikalien aus dem Plastik ausgewaschen und landen im Wasser.

Wie gefährlich können nun solche Stoffe sein?

Forscher haben in Tierversuchen verheerende Effekte beobachtet.
Kaulquappen werden zum Beispiel anstatt zu Fröschen zu Riesenkaulquappen.

Auch von Bisphenol-A, einem Weichmacher, ist bekannt, dass er wie ein Verhütungsmittel wirkt. Lesen Sie dazu den Beitrag der Netzfrauen: Vorsicht: Bisphenol A in Plastikverpackungen – Entwicklungsstörungen, schlechte Spermienqualität …

Professor Schönfelder von der Uni Würzburg erklärt zu Bisphenol-A, dass zu den sehr zahlreichen Wirkungen der Chemikalie unter anderem folgende gehören: Veränderung der Spermien-Qualität und -Menge, die Größe der Prostata ändert sich, vergrößertes Brustwachstum sowie ebenfalls Auswirkungen auf Diabetes Typ I und II, des weiteren ebenfalls Fett- oder andere Stoffwechselstörungen.

Deutschlands größter Mineralwasser-Hersteller, Gerolsteiner sowie der Verband Deutscher Mineralbrunnen verweigerten dazu gemäß unseren Recherchen jede Stellungnahme.

Eine Zusammenarbeit mit Dr. Wagner wird ebenfalls verweigert, dabei wäre die besonders wichtig, um herauszufinden, welche Chemikalien überhaupt im eingesetzten Kunststoff enthalten und gefährlich sind. Laut Wagner handelt es sich dabei um Industriegeheimnisse.

„Insofern tappen wir ein bisschen im Dunkeln und suchen nach der Nadel im Heuhaufen“, so Wagner.

Wenn nun in PET-Flaschen unbekannte, potenziell gesundheitsschädliche Substanzen enthalten sind, müsste man diese Flaschen nicht dann so wie in Frankreich aus dem Verkehr ziehen? Lesen Sie dazu unseren Beitrag: Vorbildlich! Frankreich verbietet Weichmacher, Einweggeschirr und Plastiktüten

Neue Erkenntnisse zu Bisphenol-A

War Ihnen bekannt, dass  Bisphenol A u. a. für die Fettleibigkeit verantwortlich sein soll?

http://www.3sat.de/

http://www.3sat.de/

Millionen Menschen hangeln sich von einer Diät zur nächsten, machen Sport, nehmen ab und wieder zu. Wissenschaftler fragen sich, ob es mehr Ursachen für Fettleibigkeit gibt als den täglichen Kalorieninput. Als Nebeneffekt einiger Versuche mit Chemikalien trat eine ungewöhnliche Fettleibigkeit der Versuchstiere auf. endokrin wirksame Substanzen, auch Umwelthormone genannt, gibt es reichlich: im Plastik, in Dosen, im Trinkwasser, im Essen. Einige davon stehen im Verdacht, die Spermienbildung und Fortpflanzung von Tieren zu beeinflussen, andere könnten krebserregend sein.

Der Zusammenhang mit Fettleibigkeit ist neu. Die These der Wissenschaftler: Gerade geringste Mengen endokrin wirksamer Substanzen über einen langen Zeitraum aufgenommen überlisten das körpereigene Abwehrsystem und programmieren uns auf Fettleibigkeit. Gelingt den Wissenschaftlern dieser Nachweis, hätte dies weitreichende Auswirkungen auf den globalen Kampf gegen Übergewicht.

Wenn ein Umwelthormon bei Versuchstieren schon vor der Geburt Geschlechtsorgane umprogrammiert, was könnte es beim Menschen anrichten?

Die Chemikalie Bisphenol A, die wegen ihrer potenziell gesundheitsschädlichen Wirkung in Babyflaschen verboten wurde, könnte bei Kindern und Jugendlichen die Entwicklung einer Adipositas fördern. Dieser Verdacht ergibt sich aus den Ergebnissen einer Querschnittsstudie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2012; 308: 1113-1121 Association Between Urinary Bisphenol A Concentration and Obesity Prevalence in Children and Adolescents )

Exponiert sind keineswegs nur Säuglinge und Kleinkinder, sondern Menschen jedes Alters. Bisphenol A ist deshalb im Urin der meisten Menschen nachweisbar, wenn auch nur in kleinsten Mengen. Die könnten jedoch ausreichen, um Gesundheitsstörungen zu verursachen. Denn Bisphenol A hat eine hormonartige Wirkung. Das „künstliche“ Östrogen steht im Verdacht, als endokriner Disruptor verschiedene Gesundheitsstörungen zu verursachen. Mehr Informationen „Fettleibigkeits-Epidemie“ – Wer trägt hierfür die Verantwortung?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt dazu folgendes Statement ab:

„Auf Grundlage der Daten aus dem Schneckenmodell können keine wissenschaftlich fundierten Schlussfolgerungen zum gesundheitlichen Risiko des Verbrauchers gezogen werden“.

Aus Sicht des Bundesinstitutes für Risikobewertung „…müssen Verbraucher […] daher nicht auf Mineralwasser aus PET-Flaschen verzichten.

Oder anders gesagt: Solange ihr den Krebs nicht in harten Zahlen nachweisen könnt, nehmen wir zwar zur Kenntnis, was Ihr geforscht habt, es juckt uns aber nicht weiter.

Die besondere Hinterhältigkeit in diesem Standpunkt liegt darin, dass es bei der Vielzahl an Umweltgiften, mit denen wir belastet werden, schwer bis unmöglich ist, festzustellen, welches nun welche Symptome hervorruft.

Auf diese Tatsache zählt das Bundesinstitut für Risikobewertung. Würde man nämlich nach der Devise vorgehen, „wenn die Gefahr einer gesundheitlichen Gefährdung besteht, wird der Stoff solange aus dem Verkehr gezogen, bis der Hersteller jenseits aller begründeten Zweifel bewiesen hat, dass der Stoff tatsächlich unbedenklich ist“, sondern wir haben es hier mit einer Beweislastumkehr zu tun.

Wir als Geschädigte müssen nachweisen, dass wir vergiftet werden, nicht der Hersteller muss die Unbedenklichkeit nachweisen.
Sowohl Professor Schönfelder als auch Dr. Wagner können die laxe Haltung der Behörde ebenfalls nicht nachvollziehen.

Prof. Schönfelder hält das Thema für evident wichtig, weil es unser aller Zukunft betrifft und erklärt, dass es dabei nicht nur darum gehe, welche Auswirkungen diese Stoffe morgen oder übermorgen, sondern in den nächsten 10, 20, 150 Jahren haben. Eine Langzeitwirkung sei dringend zu erforschen, zumal diese Stoffe noch sehr, sehr lange Zeit ihre Wirkung entfalten werden.

So tauchen Chemikalien im Abwasser, bis sie durch den Schlick am Grund der Flüsse gesickert sind, etc., zum Teil überhaupt nach 12 Jahren erst wieder in den Trinkwasserbrunnen auf. 60 % des deutschen Trinkwassers entstammt übrigens genau diesem Grundwasser.

Ferner geht das Umweltbundesamt (UBA) heute von Medikamentenrückständen aus allen Indikationsgruppen in sämtlichen Fließgewässern aus: Schmerzmittel, Betablocker, Narkoleptika, aber auch Hormone, wie etwa aus der Pille. Lesen Sie dazu den Beitrag der Netzfrauen: Rückstände von Keimen, Pestiziden und Uran in unserem Mineralwasser

Mehr als 130 Einzelwirkstoffe wurden bislang in deutschen Binnengewässern nachgewiesen.

Aber nicht nur das: Am Abwasser von Städten lässt sich sogar u. a. der Cannabis- und Kokain-Konsum ableiten.

Ein Großteil der Stoffe gelangt nämlich über menschliche Ausscheidungen in die Gewässer. Der Rest findet den Weg dorthin, weil er einfach über die Toilette entsorgt wird.

Zahlreiche Studien haben mittlerweile ergeben: Fische wurden bereits durch Hormone aus Antibabypillen geschädigt. Auch Pilzbekämpfungsmittel (Fungizide) aus importierter Kleidung gelangten beim Waschen ins Wasser.

Neben Spuren von Medikamenten kommen auch neue Stoffe hinzu. Rückstände aus Nanotechnologie oder Pflegeprodukten etwa. Selbst Süßstoffe aus der Nahrung verarbeitet der menschliche Körper nicht. Die Risiken sind bislang – auf Grund der fehlenden Zukunftsforschung – noch nicht absehbar.
Gemäß dem Lüneburger Umweltwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Kümmerer, der an der Leuphana-Universität das Institut für Nachhaltige Chemie und Umweltchemie leitet, haben wir auch deswegen kaum Erkenntnisse über mögliche Auswirkungen auf Mensch und Tier, weil sich die Stoffe in Wasser und Boden chemisch verändern. Lesen Sie dazu auch: Unser Trinkwasser

Martin Wagner im Beitrag: Oestrogene in Mineralwasser

„Wir müssen vermehrt dafür sorgen, dass derartige Stoffe nicht in den Wasserkreislauf kommen“, forderte er.

Dazu auch ein Video: The Story of ‪Bottled Water‬ (deutsche Übersetzung)

Wie kommt das Wasser in die Flasche?

Der Film zeigt uns, wie unser „normales Trinkverhalten“ die Industrie bestimmt. Oder bestimmt die Industrie unser Trinkverhalten?

Bisphenol A (BPA) gilt als hormonell wirksam und wird als Weichmacher in zahlreichen Plastikprodukten eingesetzt, auch in Verpackungen für Lebensmittel. Frankreich hatte deshalb im Januar 2015 BPA in allen Verpackungen, Containern und Gebrauchsgegenständen verboten. Dieses Verbot wird allerdings gerade von der französischen Industrie angefochten. QUELLE

Die Substanz Bisphenol A ist in Produkten aus Polycarbonat enthalten, unter anderem in Behältern und Flaschen für Lebensmittel und Getränke. Auch für die Herstellung von Innenbeschichtungen von Getränke- und Konservendosen wird Bisphenol A eingesetzt. Eine weitere Quelle für Bisphenol A sind Thermopapiere, auf die beispielsweise Kassenbons, Fahrkarten oder Parktickets gedruckt werden.

Die Risikobewertung der Industriechemikalie ist seit Jahren weltweit Gegenstand kontroverser wissenschaftlicher Diskussionen. Im Januar 2015 publizierte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ein neues Gutachten zur Bewertung der Gesundheitsrisiken durch die Verwendung von Bisphenol A in Lebensmittelbedarfsgegenständen (wie Behälter aus Polycarbonat und Konservendosen mit Innenbeschichtungen aus Kunstharzen). Darin kommt die EFSA auf Grund der ihr vorliegenden Expositionsdaten zu dem Schluss, dass BPA kein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellt, da die Verbraucher deutlich weniger Bisphenol A aufnehmen als die Mengen, die gesundheitlich bedenklich wären. Dazu auch Lobbyverflechtungen – EFSA gefährdet unsere Gesundheit zugunsten der Industrie!

Und zu den 18 Marken: Dieses bedeutet, dass die Testergebnisse auf Grund von 18 Mineralwassermarken entstanden sind. Dieses muss immer in Studien angeben werden. Um welche Marken es sich direkt handelt, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Bitte bedenken Sie, Mineralwasser- Nestlé, Danone, Coca-Cola und Pepsi beherrschen Weltmarkt. Nur weil 18 Marken geprüft wurden, bedeutet dies nicht, dass die anderen in Ordnung sind.

Interessierte Leserinnen finden die Studie/Dissertation hier und schauen Sie sich bitte die Fotos in den Studien an.

Biomonitoring und Bioindikation am Beispiel endokriner Disruptoren, Jörg Oehlmann Goethe Universität Frankfurt am Main

Endocrine disruptors in bottled mineral water: total estrogenic burden and migration from plastic bottles

Berlaymont-Erklärung zu hormonstörenden Chemikalien (EDC’s)

Krank durch Chemikalien – Sie werden vergiftet!

Lese-Empfehlung

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Für die englischen Leser der Netzfrauen ein Beitrag, den wir in englischer Sprache gefunden haben, der sich ebenfalls mit dem Thema befasst:

Wasser

Study Finds Over 24,000 Chemicals In Bottled Water: Which Ones Are Harming You?

FEBRUARY 7, 2015 http://earthweareone.com/

German researchers have discovered endocrine disrupting chemicals (EDCs), that could adversely affect development and reproduction, to be contained in 18 different bottled water products(1). Of the 24,520 suspect chemicals found to be present in bottled water, the one that showed consistent results and illustrated anti-androgenic and anti-estrogenic activity is di(2-ethylhexyl) fumarate (DEHF). Endocrine disruptors are chemicals that can interfere with the hormone system, they can cause cancerous tumors, birth defects, cardiovascular disorders, metabolic disorders and as mentioned earlier,  other developmental disorders (1).

This study comes from Martin Wagner and Jorg Oehlmann of the Goethe University Frankfurt, Frankfurt am Main, and Michael Schlusener and Thomas Ternes of the German Federal Institute of Hydrology. They determined that bottled water could contain serious amounts of EDCs that should be a cause from concern.

Researchers used spectrometric simulation to narrow down their findings to DEHF as the only possible EDC giving rise to harmful activity. DEHF is also known as an anti-estrogenic compound, which means that another unidentified EDC must be present in the samples that showed anti-androgenic activity.

The authors employed a sensitive in vitro bioassay to characterize the total estrogenic burden leaching from plastics, including potential mixture effects and unidentified EDCs. Using a similar approach, a series of studies reported a widespread estrogenic contamination of commercially available bottled water.  Here, we combine biological and chemical analysis to identify putative steroid receptor antagonists in bottled water. Most of the products were potently antiestrogenic and antiandrogenic in the bioassays. Nontarget high-resolution mass spectrometry pointed towards maleate and fumarate isomers as promising candidates and subsequently enabled the identification of di(2-ethylhexyl) fumarate. Because its concentration is too low to explain the observed activity, other compounds must contribute. However, further maleate/fumarate isomers are not only biologically active but structurally highly similar to phthalates. Hence, we speculate these compounds might represent a novel, so far overlooked group of EDCs.

An increasing number of in vitro studies reports the presence of EDCs in bottled water. With previous studies focusing on estrogenicity, the present work provides evidence for an additional contamination with steroid receptor antagonists. We detected antiestrogens and antiandrogens in the majority of analyzed bottled water products. Moreover, the antagonist activity was very potent. An equivalent of 3.75 ml bottled water inhibited estrogen and androgen receptor by up to 60 and 90 percent. Bottled water from six different countries has been found to contain estrogenic, antiestrogenic, as well as androgenic, progestagenic, and glucocorticoid-like chemicals. This demonstrates that a popular beverage is contaminated with diverse-acting EDCs(1).

What Can You Do?

The answer is simple, don’t drink bottled water! Apart from that, you can purchase water filters that take out the chlorine and fluoride from your water if you choose, they aren’t that hard to find and if you do your research you can find some fairly inexpensive ones. If you’re interested, shoot us an email and we can help you out in your search. 24,000 chemicals is a lot of chemicals to be putting into your body. I’m not saying all of them are harmful, but who would want to take that chance? It’s not uncommon for us to taste some of these chemicals within the water that come from the plastic, especially if you leave the bottle in the sun for a short period of time.

Here is a very informative video that shares a lot more of what needs to be known about bottled water:

Sources:

(1) http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0072472

http://www.rsc.org/chemistryworld/2013/09/worrying-molecule-bottled-water-endocrine

http://www.naturalnews.com/042126_bottled_water_endocrine_disruptors_chemical_contamination.html#

http://www.chemspider.com/Chemical-Structure.4521171.html?rid=5aec75ff-9e17-4845-9a3c-96673b5741a6

deutsche FlaggeZusätzliche Informationen:

Nestlé pumpt kostenlos Millionen Liter Wasser, während die Menschen in Flint für Gift-Wasser zahlen müssen – Nestle is Pumping Millions of Gallons from the Great Lakes for Free While Flint Pays For Poison

Hört auf unsere Kinder krank zu machen! Was unsere Kinder chronisch krank macht

Wem Nestlé das Wasser abgräbt – erfindet Wasser für Reiche neu – eröffnet Abfüllanlage in Äthiopien

Raubzug der Wasserkonzerne: Bottled Water Comes From the Most Drought-Ridden Places in the Country

Video: Warum Trinkwasser in Flaschen unsinnig ist – It doesn’t make sense to buy bottled water

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

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  2. Das Leitungswasser in Deutschland ist super und kommt in der richtigen Themperatur frisch aus der Leitung.
    Aber Kohlesäure sollte noch rein, damit es noch besser schmeckt..
    Mit einem Wassersprudler geht das ganz einfach
    Wir haben die Happy Mix Zylinder dazu.

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