Was für ein Erfolg: SeaWorld beendet sein Orca-Zuchtprogramm! – SeaWorld to end orca breeding programme

Sea World

English SeaWorld stellt seine seit Jahren umstrittene Orca-Show ein, gibt nun endlich den Protesten nach und beendet das  Orca-Zuchtprogramm. Die gegenwärtig in den Vergnügungsparks lebenden Tiere sind dem Unternehmen zufolge „die letzten ihrer Generation“. SeaWorld hält fast 30 Wale in Gefangenschaft. SeaWorld gab heute bekannt, dass die Orcas wahrscheinlich sterben würden, wenn sie in die Freiheit entlassen werden. Tierschützer kritisierten schon lange die viel zu kleinen Becken und hatten sogar vor einem US-Gericht im Namen der Orcas geklagt, leider vergebens.

SeaWorld ist eine Kette von Meeres-Themenparks in den Vereinigten Staaten. Hauptattraktion des Parks ist die tägliche Liveshow mit den Orcas, allerdings ging nach zahlreiche Protesten die Besucherzahl zurück. 

Erst im letzten Jahr berichteten wir, dass SeaWorld 84% Umsatz verloren hatten. Die größten Investoren von SeaWorld sind Blackstone und Blackrock. Siehe: Super: SeaWorld verlieren 84% Umsatz – größte Investoren Blackstone und Blackrock – SeaWorld sees profits plunge 84% as customers desert controversial park

SeaWorld beherbergt in seinen drei US-amerikanischen Aquarien etwa 22 Orcas. In der Natur schwimmen Orkas und Delfine bis zu 150 Kilometer am Tag und tauchen bis zu 300 Meter tief. In Gefangenschaft lebende Delfine werden in Becken gepfercht, die oft nur 10 Meter lang, 10 Meter breit und 5 Meter tief sind. 

SeaWorld steht immer wieder in der Kritik, Delfine und Orcas in Gefangenschaft zu halten und als „Clowns“ zu missbrauchen. Besonders wurde diese Thematik durch Richard O’Barrys oscarprämiertes Doku-Drama Die Bucht verbreitet, in dem die Delfinjagd im japanischen Taiji aufgedeckt wird, bei der ausgewählte Tiere auch gefangen und dann weltweit an Delfinarien verkauft werden. Dazu auch unser Beitrag: Die barbarische Jagd auf Delfine im japanischen Taiji.

SeaWorld Parks & Entertainment betreut mehr als 89 000 Tiere, darunter 200 bedrohte oder gefährdete Arten.

SeaWorld sah sich neue Kritik ausgesetzt, seitdem Blackfish, eine Dokumentation des Senders CNN, veröffentlicht wurde, die die Attacken der Orcas auf ihre Trainer thematisiert und die Haltungsbedingungen der Tiere kritisiert. In SeaWorld-Parks wurden demnach mehrfach Mitarbeiter von Tieren verletzt und getötet. SeaWorld verharmloste diese Vorfälle als bedauerliche Unfälle und gab teilweise den getöteten Trainern die Schuld.

Die dunkle Seite von SeaWorld – Blackfish berichtet über die Misshandlungen der Orcas im Park

Der Film berührte die Herzen Vieler: Allein in den USA sahen 21 Millionen Menschen die Erstausstrahlung auf CNN. Einer nicht repräsentativen Umfrage zufolge, die kurz nach Ausstrahlung der Doku durchgeführt wurde, würden 28% der Amerikaner nach Ansehen des Films nicht mehr zu SeaWorld gehen. Seither ist eine öffentliche Diskussion über Meeres-Themenparks im Allgemeinen im Gange und rund 1,2 Millionen Menschen weltweit unterzeichneten eine Petition zur Abschaffung von Orca-Shows. Anfang April 2015 wurden die gesammelten Unterschriften an den Staat Kalifornien übergeben, der in San Diego einen der drei US-Themenparks beherbergt. Lange hat es gedauert. Nun reagiert SeaWorld und stellt sowohl die Orca-Shows ein und beendet das Orca-Zuchtprogramm. Der Protest hat gewirkt.

Taiji ist ein kleiner Ort, in dem es noch Treibjagden gibt, bei denen die Delfine an die Küste getrieben und getötet werden. Die Delfintötungen variieren und liegen bei ca. 1600 – 2300 Tieren pro Fangsaison (September – März). Sie werden an Delfinarien, u. a. in Japan, Ägypten, in der Türkei, in Dubai, Hongkong, Südkorea und in Taiwan verkauft. Auch Sea World und das amerikanische Militär kauften in der Vergangenheit Delfine aus Taiji!

Man beachte, dass SeaWorld noch nie einen Orca wieder ausgewildert hat, beharrlich gegen Auswilderungen argumentiert und keine Absicht hat, die „gemeinschaftlichen Vermögenswerte“ aus ihren Beton-Käfigen zu lassen.

Dazu auch ein Bericht von der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDC – Jeff Ventre erklärt die gravierenden Folgen der Wildfänge auf die Population der südlichen ortstreuen Schwertwale und warum diese noch immer Auswirkungen auf die Gruppe haben, obwohl sie bereits vor Jahrzehnten stattfanden. Zusätzlich dazu, dass sich die Population nie von den Verlusten durch die Fänge erholen konnte, sind sie heute durch Nahrungsverknappung, Umweltverschmutzung und Lärmbelästigungen gefährdet.

Als ehemaliger Orca-Trainer bei SeaWorld sammelte Jeff Ventre eigenhändig Erfahrung damit, falsche Informationen an das Publikum weiter zu geben,

Eine unwahre Behauptung gegenüber den Zuschauern: Futter-Entzug wird nicht als Bestrafung oder Trainings-Methode eingesetzt. Wir sagten: „Die Orcas bekommen jeden Tag ihr Futter unabhängig von ihrem Verhalten“. Dies entsprach aber nicht der Wahrheit: den Orcas wurde regelmäßig das Futter vorenthalten, vor allem, wenn VIP-Shows anstanden oder es nötig war, bestimmte Individuen voneinander zu trennen. Die Anweisung lautete (und lautet noch heute): „Haltet sie auf halber Ration“. Übersetzt heißt das: wenn ein Orca wie z. B. Tilikum täglich 100 kg Fisch bekam, wurden ihm nur 50 kg gegeben, um sicherzugehen, dass er „gut motiviert“ war.

SeaWorld verbringt sehr viel Zeit damit, Trainern und anderen Mitarbeitern Floskeln einzutrichtern, die die Gefangenschaftshaltung von Meeressäugern und das Happy-Shamu-Image des Unternehmens in gutes Licht zu rücken. Für Trainer bedeutete dies: regelmäßiger Unterricht, in denen die „richtigen Antworten“ gelernt wurden und Stimmtraining, um diese Antworten dann mit Sicherheit und Autorität rüber zu bringen. Und wenn man seinen Job behalten und weiterhin direkten Kontakt zu den Orcas haben wollte, tat man wie geheißen. Diese Dinge haben sich auch heute nicht geändert, wie Gespräche mit derzeit dort tätigen Trainern zeigen.

Eine der fragwürdigsten Aussagen von SeaWorld-Trainern ist, dass die Orcas in den Betonbecken zum Schutz wildlebender Populationen beitragen. Als Beispiel werden die südlichen ortstreuen Schwertwale genannt, deren Zahl seit Jahren rückläufig ist, deshalb sei Gefangenschaftshaltung nötig. Ich zucke zusammen, wenn ich diese faustdicke Lüge höre.

Und das ist der Grund dafür: Die Population zählte vor der Wildfang-Serie 1965 120 Mitglieder. Sie sind unter anderem wegen SeaWorld vom Aussterben bedroht! Diese Gruppe, bestehend aus J- K- und L-Pod, konnte sich nie von den Fängen erholen, durch die mehr als 40% der Population entweder getötet oder gefangen wurden. Nur 70 Individuen waren 1976 noch übrig, als SeaWorld und die Orca-Fänger aus Washington State verbannt wurden. In diesem Video(englisch) erzählt der ehemalige Staatssekretär von Washington Ralph Munro, was er im März 1976 im Budd Inlet beobachtete.

Nach Angaben des Center for Whale Research wurden 45 südliche ortstreue Schwertwale an Delfinarien weltweit geliefert (Die meisten landeten in Sea-World-Parks) und mindestens 13 Individuen starben während der Fangaktionen. Im Film „Blackfish“ berichtet der Taucher John Crowe, dass die Orca-Fänger junge und kleine Individuen bevorzugten. Zählt man die größeren, ungewollten Schwertwale mit, die später wieder freigelassen wurden, beträgt die Zahl der „gefangenen“ Individuen mehr als 200. Darin enthalten sind 80 Orcas, die im August 1970 in Penn Cove zusammengetrieben wurden, aber nicht die Individuen der nördlichen ortstreuen Population oder der umherziehenden Schwertwale (Transients) wie Kanduke, der im September 1990 im SeaWorld-Park in Florida an einem durch Moskitos übertragenen Virus starb.

Die Haltung von Schwertwalen zu Unterhaltungszwecken begann in den USA im Juni 1965 mit dem Kauf eines Orcas namens „Namu“ aus der Population der nördlichen ortstreuen Schwertwale. Er wurde von Ted Griffin für 8000 US-Dollar für das Seattle Public Aquarium gekauft*. Die nördlichen ortstreuen Schwertwale ernähren sich wie ihre Artgenossen weiter südlich von Fisch und ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Norden von Vancouver Island bis in den Südosten Alaskas.

Griffin und sein Partner Don Goldsberry betätigten sich weiter als Orca-Fänger. Im Oktober 1965 fingen sie im Carr Inlet, Washington, ein junges Weibchen von den nördlichen ortstreuen Schwertwalen, nachdem sie dessen Mutter getötet hatten.

Shamu wurde für 75 000 US-Dollar an SeaWorld verkauft und das war der Beginn der Dezimierung der südlichen ortstreuen Schwertwale im Pazifischen Nordwesten der USA durch SeaWorld.

Durch den Profit beim Verkauf von Namu und Shamu entwickelte sich ein Multi-Millionen-Dollar-Geschäft. Griffin und Goldsberry wurden zu SeaWorlds obersten Orca-Fängern und häuften großen Reichtum an. Namu überlebte nur 381 Tage im Seattle Aquarium, Shamu starb nach nur sechs Jahren im SeaWorld-Park in Kalifornien. Aber ein neues Geschäftsmodell war entstanden – und es wurden weitere Orcas gebraucht, um die zu ersetzen, die nach nur kurzer Zeit in Gefangenschaft starben. Zwischen 1965 und 1976 wurden 58 südliche ortstreue Schwertwale gefangen und an Delfinarien verkauft bzw. bei den Fangaktionen getötet. Ein weiterer ehemaliger Orca-Jäger, Jeff Foster, beschrieb erst vor kurzem seine Erfahrungen und zeigte via CNN noch nie vorher veröffentlichte Aufnahmen.

Jeffrey Ventre ist Arzt und Chiropraktiker in Washington. Er war von 1987 bis 1995 Trainer von Meeressäugern bei SeaWorld. Er arbeitete unter anderem mit John Jett, Samantha Berg und Carol Ray im Park in Orlando, Florida. Die vier ehemaligen Trainer setzen sich gemeinsam gegen die Gefangenschaftshaltung von Schwertwalen ein und machen auf die Missstände dieser Industrie aufmerksam. Weitere Informationen gibt es auf ihrer Webseite „Voice of the Orcas“.

https://www.youtube.com/watch?v=ezZ77ywMxms

Verstehen Sie nun? Paradox –  neben Unterhaltung und spektakulären Sprüngen ist es dem Meerestierpark ein Anliegen, seine Gäste für den Tierschutz zu sensibilisieren, so SeaWorld – dass ist die dreisteste Lüge aller Zeiten. Sieht man die Anteilseigner dieses riesigen Vergnügungskonzerns, dann wundert einem eh nichts mehr.

Seit der Film Blackfish (Der Film berichtet über die Misshandlungen der Orcas im Park – siehe: http://www.moviepilot.de/movies/blackfish) 2013 herauskam, berichtet die Parkgesellschaft über Einbußen bei den Besucherzahlen, den Verkäufen und den Gewinnen. (Die Dokumentation ist auf youtube – in English)

Wegen der Beschuldigungen, Orca Wale zu misshandeln, kehrten die Besucher dem umstrittenen Wasserpark den Rücken, was für SeaWorld einen Umsatzeinbruch von 84% zur Folge hatte.

Die Gesellschaft, die Delphine und Wale für Auftritte vor vollen Tribünen trainiert, berichtete am 6. August über die Rückgänge der Besucherzahlen, der Verkäufe und Gewinne, da die dauerhafte Schädigung des Ansehens eine Herausforderung darstellt.

SeaWorld ist in den Schlagzeilen, seit der Dokumentarfilm „Blackfish“ detailliert über die Behandlung der Orcas berichtete, die aggressives Verhalten provozierte und somit zum Tod dreier Menschen beitrug. Nach der Veröffentlichung der Dokumentation kollabierten die Besucherzahlen, die Gesellschaft verlor mehr als die Hälfte ihres Börsenwertes und der frühere Geschäftsführer wurde entlassen.

Video: Ein Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm Blackfish, der die Geschichte eines dressierten Orcas erzählt, der mutmaßlich mehrere Todesfälle während der Live-Show verursachte.

Seit dieser Zeit schaltet SeaWorld amerikaweit Webekampagnen, um die Anklagen der Tierschützer zu entkräften, unter anderem die Behauptung, Orcas in Gefangenschaft würden nicht so alt werden wie ihre wilden Artgenossen. Trotz Ermäßigung der Eintrittspreise und den 10 Millionen Dollar, die in Werbung gesteckt wurden, haben die Menschen gezeigt, dass sie diese Art der Shows nicht mehr wollen.

Endlich ein toller Tag für die Orcas!

SeaWorld to end orca breeding programme

Scourc. BBC 

The US theme park operator SeaWorld says it is ending its controversial orca breeding programme.

The decision means the orca whales currently at the parks will be „the last generation“, the company said.

SeaWorld, which has 12 parks across the US, has faced heavy criticism over the alleged poor treatment of its captive orcas, also known as killer whales.

The company said the orcas would be likely to die if it released them into the wild.

„For as long as they live, the orcas at SeaWorld will stay in our parks,“ the company said in a Los Angeles Times op-ed.

SeaWorld has previously announced that it will phase out live orca shows.

Dramatic displays by the whales are the centrepiece of three parks operated by SeaWorld, in California, Florida and Texas.

The Humane Society of the United States (HSUS) worked with SeaWorld on its new policies and said the announcement signalled „that the era of captive display of orcas will end“.

Animal rights group Peta told the BBC that SeaWorld should release all its orcas into sea pens or coastal sanctuaries where they can experience „the natural behaviour that they are denied“ in the parks.

SeaWorld stopped capturing live marine mammals decades ago, with the majority of its 29 orcas having been born in captivity.

SeaWorld’s treatment of its orcas was highlighted in the 2013 documentary Blackfish, which focused on a series of violent incidents involving an orca called Tilikum.

The film also raised questions over the ethics of breeding programmes and practices such as the separation of calves from their mothers.

Since the film was released visitor numbers have fallen at Sea World’s main theme parks and its share price has halved.

SeaWorld described the film as inaccurate, misleading and exploitative and launched a multi-million dollar marketing campaign to rebuild its reputation.

Blackfish director Gabriela Cowperthwaite was quoted by HSUS as saying the decision to end orca breeding represented „truly meaningful change“.

Netzfrau Doro Schreier 

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3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. …wie gut, dass diese Showhaltung die in unglaublicher Arroganz einem MeeresLebewesen gegenüber durchgeführt wird bald ein Ende haben wird.
    Herzlichen Dank für Euren Einsatz auch hierfür !
    Leben – jedes Lebewesen – ist kostbar
    doris

  2. Ich finde das gut und hoffe endlich das diese Tiere jetzt endlich Freiheit genießen dürfen.

  3. Für Tilikum leider zu spät. Wer seinen Lebensweg kennt, der wundert sich nicht, wie er reagierte. Er ist kein Mörder, sondern folgte seinem Instinkt. Tily war ein Raubtier. Auch wenn alles in Sea World so schön anzusehen ist, hinter der Fassade leiden diese Tiere unheimlich, werden krank in Gefangenschaft.Sie gehören in die Freiheit.

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