Frankreich plant „Nutella-Steuer“, um Indonesiens Tiere und Regenwälder zu schützen – Awesome News! France Plans Make a Palm Oil Tax to Protect Animals and Rainforest in Indonesia

Nutellazur englischen Version Während Sie diesen Artikel lesen, im Internet surfen oder durch Facebook scrollen und einen Imbiss zu sich nehmen, werden allein in Indonesien 300 Fußballfelder an Wald gerodet, um für Palmöl-Plantagen Platz zu gewinnen. Palmöl ist ein populäres und preiswertes Öl, das in 50 % der Verbrauchsgüter verwendet wird. Durch diese schnelle Abholzung hat sich der Bestand der Orang Utans in den letzten 10 Jahren um 50 % verringert: Es gibt nur noch 6300 Sumatra-Orang-Utans  Das ist aber nicht die einzige negative Auswirkung. Das Abholzen von nur einem Hektar Torfwald setzt bis zu 6000 Tonnen Kohlendioxid frei. Lesen Sie dazu auch: Palmöl – vom Urwald in die Schokocreme – Say No To Palm Oil

Mehr als 50 Millionen Tonnen davon werden weltweit im Jahr verbraucht. Palmöl dient zunehmend als Ersatz für gesundheitsschädigende Transfette und als Bio-Alternative für diverse Erdölprodukte. Es ist ein Milliardengeschäft geworden. Doch nur die wenigsten wissen, dass sie es überhaupt zu sich nehmen. Viele haben noch nie davon gehört. Immerhin ist es in der EU seit Dezember 2014 kennzeichnungspflichtig.

Was aber Palmöl anrichtet – vom Landraub bis hin zum Mord, von der Ausrottung vieler Tierarten und insbesondere der Orang Utans – berichteten wir mehrfach.

Trotzdem schmieren viele Nutella aufs Brot und kaufen Fertiggerichte und Süßigkeiten, Kekse und Kosmetik, die Palmöl enthalten.

Viele Verbraucher wissen nicht, dass das billige Pflanzenöl nicht nur durch Regenwaldabholzung und Plantagenanbau ökologisch bedenklich ist, sondern dass es auch aus gesundheitlicher Sicht immer mehr Vorwürfe gibt: vom möglichen Cholesterin-Anstieg bis hin zum Krebsverdacht.

Ein Boom mit fatalen Folgen: und das nur wegen unserer Nachfrage nach Imbiss, Reinigungsmittel, Kosmetika.. einer Myriade preiswerter Produkte, die alle Palmöl enthalten.

So können wir mit Indonesiens Regenwäldern nicht weiterhin umgehen, die Palmöl-Produktion so fortsetzen.

Nun führt Frankreich im Kampf gegen Palmöl eine Steuer ein. Die Nationalversammlung legt eine neue Steuer auf Palmöl-Importe aus Indonesien und Malaysia fest: 30 Euro pro Tonne ab 2017 ansteigend auf 90 Euro pro Tonne ab 2020.
Trotz der Proteste der Regierungen Indonesiens und Malaysiens – den größten Palmöl-Produzenten der Welt – geht Frankreich mit dieser Gesetzgebung voran. Jedoch sind die unglaublichen 300 Euro pro Tonne, die 2015 vorgeschlagen wurden, vom Tisch.

Dieses Gesetz muss vom Senat noch abgesegnet werden, was voraussichtlich Mai/Juni 2016 auch geschehen wird. Dieses Gesetz ist Teil eines Paketes für Biodiversität. Barbara Pompili, zuständig für Klima und Biodiversität erklärte der Nationalversammlung „die Einführung in die französische Steuergesetzgebung, einer Steuer auf Produkte, deren Auswirkungen auf Abholzung weltweit erkannt wird, gibt ein starkes Signal, in dem Frankreich sich für Umweltschutz ausdrückt“.

Andere Länder könnten sich an den progressiven Aktionen ein Beispiel nehmen. Das Importieren von Palmöl zu erschweren und kostspieliger zu machen, ist ein drastischer Tropfen auf den Öl-Verbrauch und ein Anreiz, andere Lösungen zu suchen. Die Realität ist, dass Verbraucher es schwer haben, aus Respekt den Palmöl-Verbrauch zu reduzieren. Die Regierung muss damit anfangen, die Produkte in den Regalen zu reduzieren.

INFOBOX

Durch eine Aufruf zum Boykott von Nutella und einem Proteststurm in Italien machte die französische Umweltministerin Ségolène Royal auf sich aufmerksam.

Bereits 2012 sorgte Frankreich schon einmal für Aufsehen, als es die Nutella-Steuer einführen wollte. Die französische Regierung plante eine erhebliche Erhöhung der Besteuerung für palmölhaltige Erzeugnisse. Die Nussnougatcreme Nutella ist ein berühmter Vertreter dieser Kategorie, was der Maßnahme den Titel ,,Nutella-Steuer“ einbrachte. Als Grund für diese Maßnahme wurde die Rettung des Regenwaldes angeführt. Mit der Besteuerung dieses Öls sollten die Süßwarenhersteller angehalten werden, alternative, nachhaltigere Öle zu verwenden. Der Senat verabschiedete das Palmöl-Steuer-Gesetz bereits mehrheitlich. Um aber rechtskräftig zu werden, muss dieser Gesetzesentwurf noch durch eine zweite Instanz, die Nationalversammlung, bestätigt werden, was bis heute nicht passiert ist.

Nun gibt es einen weiteren Anlauf, hoffen wir, dass endlich die sogenannte Nutella-Steuer eingeführt wird – Lesen Sie dazu auch: Palmöl – Greenwashing durch Unterstützung von WWF und Greenpeace – Warum wir zum Nutella-Boykott auffordern

Wir gratulieren Frankreich für den progressiven Einsatz und fordern alle Länder auf, diesem Beispiel Folge zu leisten.

Awesome News! France Plans Make a Palm Oil Tax to Protect Animals and Rainforest in Indonesia

Palmöl9

source onegreenplanet.org

By the time you finish reading this article, browse the internet, scroll through Facebook, and grab a snack, up to 300 football fields of forest across Indonesia will have been cleared to make room for palm plantations. Palm oil is a popular, cheap oil that is used in around 50 percent of consumer goods. Because of this rapid deforestation, in the past 10 years, the orangutan population has decreased by 50 percent as the result of habitat loss – to put that in context, there are only around 6,300 Sumatran orangutans left. But this is hardly where the negative impact of palm oil ends. Clearing one hectare (about two square acres) of peat forest can release 6,000 tons of carbon dioxide. All of this destruction is being fueled by our demand for snacks, laundry detergent, cosmetics, and a whole myriad of other cheap products that contain this oil. Given the current state of Indonesia’s rainforests, we simply cannot carry on palm oil production business as usual.

Thankfully, France is leading the fight against palm oil. The National Assembly is placing a new levy on palm oil imports from Indonesia and Malaysia, which would tax 30 euros per ton in 2017, rising to 90 euros per ton in 2020.

Despite protests from the governments of Indonesia and Malaysia, the two largest palm oil producers in the world, France is going ahead with this legislation. However, they’ve softened the tax, which was initially introduced at a whopping 300 euro per ton.

This legislation, which is part of a wider biodiversity bill, still needs to be reviewed by the Upper House, though it is expected to go through in May or June. Barbara Pompili, Junior Minister for the environment in charge of biodiversity, told the National Assembly that “The introduction into France’s fiscal legislation of a tax on products whose impact on deforestation is recognized worldwide, gives a strong signal by France in terms of environmental protection.”

It’s seems like the U.S. could take a hint from France’s progressive actions. Making it more difficult – and expensive – to import unsustainable palm oil will hopefully lead to a dramatic drop in usage and a rise in innovative solutions. The reality is, even if we make smart consumer choices as consumers in regards to our palm oil usage, it is also up to the government to make it more difficult for these products to hit the shelves to begin with. We applaud France for its progressive action, and urge the U.S. to follow suit!

Netzfrau Ursula Eisemann

deutsche Flagge

Insektizid-Verbot gegen Bienensterben in Frankreich – France Begins the Fight to Save the Bees by Banning Toxic Pesticides!

#stopthefires – Indonesien brennt aus Gier

Kinder(alb)traum Ferrero

Panzer für Palmöl – 3.9.2013 wird die europäische Konferenz von RSPO in Berlin stattfinden.

World Orang-Utan Day- Offener Brief an den indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono

Das Grüne Gold – Palmöl – Wie lange dauert es von der Genom-Entschlüsselung zur gentechnischen Veränderung?

Keine Luft zum Atmen – Singapur und Malaysia ersticken im Rauch…

Tödliches Palmöl

Frankreich rebelliert gegen TTIP

Schweden, Frankreich, Niederlande rebellieren gegen Verlängerung von Glyphosat – EU Countries Launch Shock Rebellion against Glyphosate Herbicides

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Eine Nutella-Steuer des Palmöls wegen ist der falsche Weg.

    Besonders, da Ferrero noch eine der vorbildlichsten Markenfirmen ist, was Nachhaltigkeit angeht.
    Nicht 100% ökologisch – Aber immerhin besser als viele Andere.
    Tatsache ist jedoch:
    Palmöl ist nicht das Einzige, was den Regenwald, theoretisch, zerstören kann – Und wenn, braucht es dafür vielfach länger als andere Pflanzensorten, weil es eben so ertragreich ist & somit weiger Fläche pro Mengeneinheit benötigt.
    Veranschaulicht:
    wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/produkte-aus-der-landwirtschaft/palmoel/infografik-pflanzenoel-braucht-flaeche

  2. Ölpalmen werden aber nun einmal dort angepflanzt, wo einst tropischer Regenwald wuchs und nirgends sonst. Daher bringt jeder Palmöl-Einsatz mMn Regenwald-Zerstörung unweigerlich mit sich, und jede Reduktion von Palmöl und vom Ölpalmen – Anbau wäre zu feiern.

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