Schockierender Bericht: Massenhinrichtungen im Iran – auch Kinder und Frauen – Auspeitschungen, Blendungen, Amputationen, Folter

Iran 3Im Iran finden jährlich Hunderte Hinrichtungen statt. 2015 sollen 977 Hinrichtungen statt gefunden haben. Auch zur Tatzeit minderjährige Straftäter werden hingerichtet. Grausame Körperstrafen wie Amputationen werden gerichtlich angeordnet und vollstreckt. Journalisten/-innen, Regierungskritiker/innen und Menschenrechtsverteidiger/innen werden oftmals willkürlich festgenommen und ohne faire Gerichtsverfahren verurteilt, wobei diese politischen Häftlinge im Gefängnis besonders häufig unter Misshandlungen und fehlender medizinischer Behandlung leiden. Meinungsäußerungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit werden von den Behörden stark eingeschränkt. Frauen, Kinder, Angehörige ethnischer und religiöser Minderheiten sowie LGBTI-Personen sehen sich sowohl durch die Gesetzgebung als auch in der Gesellschaft Diskriminierungen ausgesetzt. Fälle von Verschwindenlassen, Menschenhandel und Zwangsarbeit sind bekannt.

Massenhinrichtungen finden fast täglich in iranischen Gefängnissen statt und sind ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Oft dauern die Anhörungen nur 15 Minuten. Ordentliche Prozesse sind Fehlanzeige. Andersdenkende und Andersgläubige werden im Iran systematisch gefoltert. Der Iran hat wichtige völkerrechtlich bindende Verträge ratifiziert. Zu den Vertragspartnern gehören fast alle Staaten der Erde. Auch der Iran bekennt sich öffentlich zu seinen vertraglichen Verpflichtungen, doch die Islamische Republik bricht diese Verträge täglich: Durch Folter, willkürliche Haft, Entrechtung von Frauen und Minderheiten.

Grausame, unmenschliche und erniedrigende Strafen in Iran

Weiterhin wurden Strafen wie Auspeitschungen, Blendungen und Amputationen verhängt und vollstreckt, obwohl das Völkerrecht Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Strafen verbietet. In einigen Fällen wurden die Strafen öffentlich vollstreckt. Am 3. März 2015 wurde das linke Auge eines Mannes in Karaj vorsätzlich geblendet. Ein Gericht hatte ihn zu einer Vergeltungsstrafe (qesas) verurteilt, weil er einem anderen Mann Säure ins Gesicht geschüttet hatte. Der Verurteilte musste damit rechnen, dass auch sein rechtes Auge noch geblendet werden würde. Die für den 3. März 2015 angesetzte Bestrafung eines weiteren Mannes wurde verschoben. Er sollte sowohl geblendet werden als auch sein Gehör verlieren.

Im Zentralgefängnis von Mashhad in der Provinz Khorasan wurden am 28. Juni 2015 zwei Männern jeweils vier Finger der rechten Hand amputiert, allem Anschein nach ohne Betäubung. Die beiden Männer waren wegen Diebstahls für schuldig befunden worden. Auch Auspeitschungen wurden 2015 vollstreckt. Im Juni gab der stellvertretende Generalstaatsanwalt in Schiras die Festnahme von 500 Personen bekannt. 480 von ihnen wurden innerhalb von 24 Stunden vor Gericht gestellt und schuldig gesprochen, während des Fastenmonats Ramadan in der Öffentlichkeit gegessen und getrunken zu haben. Die meisten wurden zu Prügelstrafen verurteilt, die von der Abteilung für Strafvollstreckung durchgeführt wurden. Einige der Auspeitschungen fanden Berichten zufolge öffentlich statt. Quelle Amnesty

Nicht nur die hohe Zahl an Hinrichtungen sei beunruhigend, erklärt UN-Mann Shaheed. In seinem Bericht beklagt er außerdem die anhaltende Verfolgung von Jour­na­lis­ten, Anwälten und Menschenrechtsaktivisten, die Einschränkung der Rechte von Frau­en und Mädchen sowie religiöser Minderheiten. In seinem Bericht vom März 2016 beklagt er auch, dass mindestens 16 jugendliche Straftäter im Zeitraum von 2014 und 2015 gehängt wurden. Damit ist der Iran eines der wenigen Länder, die trotz strikten Verbots auf diese Praxis zurückgreifen. Shaheed präsentierte seinen Bericht vor dem UN-Menschenrechtsrat

Eine Nachricht aus dem Iran zeigt, welche Rechte Frauen in Zukunft im Iran bleiben – nämlich keine. Der Iran ist ein islamischer Staat, in dem die Sharia herrscht, d. h. der Islam – die Religion – ist im Gesetz verankert und jeder, der dort lebt, muss sich an diese Gesetze halten. Auch wenn unsere Politiker in den Iran reisen, um dort Geschäfte zu machen, müssen sie sich diesen beugen, auch wenn es für uns „nur eine Religion“ ist. Für die Regierung Irans ist es Gesetz, die Wahrheit, die Pflicht.

2014 wurde von der Journalistin Masih Alinejad die Facebookseite „My Stealthy Freedom“ ins Leben gerufen, die Frauen dazu auffordert, ihren Hijab zu lüften, um auf ihre Rechte aufmerksam zu machen. Die Seite hat mittlerweile fast 1 Million Likes.

Nach der Iranischen Revolution 1979 waren westliche Klänge verboten, iranische Sänger und Sängerinnen durften nicht mehr auftreten. Während Männer heute wieder öffentlich musizieren, bleibt es den Frauen immer noch versagt.

Diskriminierung von Frauen

Frauen wurden weiterhin diskriminiert, sowohl durch Gesetze – besonders durch das Strafgesetz und die Familiengesetzgebung – als auch im täglichen Leben. Frauen und Mädchen drohten Verschlechterungen im Hinblick auf ihre sexuellen und reproduktiven Rechte. Das Parlament debattierte 2015 über mehrere Gesetzentwürfe, die die Rechte von Frauen weiter untergraben könnten, wie z. B. das Gesetz zur Erhöhung der Geburtenrate und zur Verhinderung des Bevölkerungsrückgangs, das den Zugang zu Informationen über Empfängnisverhütung unterbinden und freiwillige Sterilisation verbieten würde. Am 2. November verabschiedete das Parlament die Grundzüge eines weiteren Gesetzesvorhabens: Das Gesetz zur Bevölkerungsentwicklung und Aufwertung der Familie sieht vor, dass alle privaten und öffentlichen Arbeitgeber Männer mit Kindern bevorzugt einstellen müssen, dann verheiratete Männer ohne Kinder und schließlich verheiratete Frauen mit Kindern. Das Gesetz könnte außerdem dazu führen, dass häusliche Gewalt noch stärker als bisher als private „Familienangelegenheit“ betrachtet würde. Bereits jetzt hatten Frauen Mühe, bezahlbare moderne Verhütungsmittel zu bekommen, weil das Budget des staatlichen Familienplanungsprogramms 2012 gekürzt und seither nicht wieder aufgestockt wurde.

Frauen und Mädchen waren nach wie vor kaum gegen sexuelle Gewalt und andere gewaltsame Übergriffe wie Früh- und Zwangsverheiratungen geschützt. Die Regierung brachte keine Gesetze gegen diese Missstände auf den Weg. Ebenso wenig bekämpfte sie Vergewaltigung in der Ehe und häusliche Gewalt. Auf Grund des gesetzlichen Zwangs, ein Kopftuch (Hidschab) zu tragen, standen Frauen im Visier von Polizei und paramilitärischen Kräften und waren Schikanen, Gewalt und Inhaftierungen ausgesetzt. Die Behörden gerieten unter Druck, als im In- und Ausland gefordert wurde, Frauen den Besuch internationaler Männer-Volleyballspiele in der Teheraner Azadi-Sporthalle zu erlauben. Da ultra-konservative Gruppen wie Ansar e-Hezbollah Einspruch erhoben, blieben Frauen weiterhin ausgeschlossen.

Irans Polizeichef gab bekannt, dass die islamische Republik hart durchgreifen will: Bei Frauen, die die „Schurkerei begehen, nicht ordentlich verschleiert Auto zu fahren“.

Irans Polizeichef gab 2015 bekannt, dass die islamische Republik hart durchgreifen will:“ Bei Frauen, die nicht ordentlich verschleiert Auto fahren“.

„Wenn eine Fahrerin eines Autos mangelhaft verschleiert ist oder gar ihren Schleier abgenommen hat, dann wird das Fahrzeug in Übereinstimmung mit dem Gesetz beschlagnahmt,“ teilte der Teheraner Polizeichef, General Teymour Hosseini der staatlichen ISNA news mit.

Und wenn die Frauen ihre Autos wiederhaben wollen, dann müssen sie eine richterliche Erlaubnis haben, um ihre eigenen Autos zu fahren, fügte er hinzu.

Frauen müssen in der Islamischen Republik eigentlich ihr Haar bedecken und weite Kleidung tragen, die ihre Körperformen verbirgt. Doch gerade in Großstädten wie Isfahan, einem der wichtigsten Touristenziele des Landes, sehen viele das lockerer. Nicht ohne Folgen. Mit Säureangriffen auf Frauen werden Frauen eingeschüchtert, die nicht den Vorstellungen der Konservativen entsprechen. Eine tragische und schlimme Rückentwicklung in einem Land, in dem die Frauen gerade erst ihren Platz im Haus und auf dem Feld verlassen und Fuß im Berufsleben fassen konnten. Selbständige, gebildete und bildhübsche Frauen werden nun zurückgeworfen in eine Zeit, an die sich keiner gern erinnert.

Menschenrechte?

Irans Justiz hält zwei Frauenrechtsaktivistinnen rechtswidrig im Gefängnis. Bahareh Hedayat und Narges Mohammadi

Bahareh Hedayat war Vorsitzende des Frauenkomitees für die Stärkung der Einheit (OCU). Die Studentenorganisation rief zu politischen Reformen auf und kämpfte gegen Menschenrechtsverletzungen. Nach der sogenannten „Grünen Bewegung“ 2009, die sich für mehr Freiheit im Iran einsetzte, wurde Bahareh festgenommen.

Baharehs Nachbarin im berüchtigten Evin-Gefängnis am nördlichen Rand der Hauptstadt Teheran ist Narges Mohammadi. Die Journalistin und Menschenrechtsaktivistin ist schwer krank. Sie leidet an Lähmungserscheinungen, einer Minderung der Muskelkraft. Die 43-Jährige wurde im Mai festgenommen, zum vierten Mal. Sie hatte zuletzt die wachsende Anzahl von Hinrichtungen im Iran kritisiert. Narges Mohammadi wurde mitgeteilt, dass ihre Anhörung vor Gericht für den 20. April geplant ist. Sie hat seit über acht Monate keinen Kontakt zu ihren Kindern.

Seit fast vier Jahren sitzt Abdolfattah Soltani, Träger des Internationalen  Nürnberger Menschenrechtspreises, im berüchtigten Evin-Gefängnis im Iran ein – vollkommen zu Unrecht. Sein „Verbrechen“: Er hat sich als Anwalt für die Rechte anderer eingesetzt und offen seine Meinung gesagt. Zu seinen bekanntesten Mandanten zählt Akbar Gandschi, ein Journalist, der über die in den 1990er-Jahren verübten Morde an Intellektuellen und Journalisten berichtete, in die vermutlich verschiedene Regierungsbeamte verwickelt waren. Auch für die Eltern der kanadisch-iranischen Journalistin und Fotografin Zahra Kazemi war Soltani Rechtsbeistand.

Kazemi starb 2003 während ihrer Untersuchungshaft in Teheran auf Grund menschenunwürdiger Haftbedingungen und Folter. Das Teheraner Evin-Gefängnis ist bekannt für grausame Folter und unmenschliche Haftbedingungen. 2012 sorgte besonders der Fall des regimekritischen Bloggers Sattar Behesht international für Entsetzen. Der 35-Jährige wurde wegen „Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit in sozialen Netzwerken und Facebook“ festgenommen und im Kahrizak-Gefängnis, aber zeitweise auch im Evin-Gefängnis inhaftiert – nach nur einer Woche in Haft starb er.

IIran

Hinrichtungen – Amnesty meldet drastischen Anstieg

Hinrichtungen

Drei Länder allein sorgen für die Rekordzahl an Hinrichtungen seit 25 Jahren: Iran, Pakistan und Saudi-Arabien stehen nach den Daten von Amnesty für 90 Prozent aller Exekutionen weltweit. Insgesamt wurden mehr als 1600 Menschen hingerichtet – mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor.

Hier finden Sie den Bericht sowie alle Karten und Informationen zur Todesstrafen-Statistik 2015 zum Download:

Werden Sie aktiv! Beteiligen Sie sich an unserer Online-Aktion und fordern Sie die Abschaffung der Todesstrafe für jugendliche Straftäterinnen und Straftäter im Iran!

Mehr Informationen:

FREE ATENA FARGHADANI, IMPRISONED FOR DRAWING CARTOONS IN IRAN – 12 Jahre Haft wegen Karikatur

Saudi Arabien – Öffnung der Börse für ausländische Investoren und sucht 8 Henker

Sigmar Gabriel – Handel mit Saudi-Arabien und Katar – Profit vor Menschenrecht

Saudi Arabien – „Experte“ für UN-Menschenrechtsrat – 70 Hinrichtungen 2016 – Autofahrende Frauen gelten als Terroristinnen

Waffenexporte: Märkte des Todes – Rüstungsmessen in Abu Dhabi und Katar

Im Jemen läuft eine Katastrophe ab, die Saudi-Arabien mitzuverantworten hat

Offener Brief an Merkel, Gabriel und Steinmeier – Verletzungen der Menschenrechte!

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Nun Herr Steinmeier freut sich bestimmt schon auf seine nächste Reise in den Iran.

    Übrigens zur Veranschaulichung der Ländergrößen:
    China hat ca. 1. 400.000.000 Menschen (1.000 Hinrichtungen)
    der Iran ca. 75.000.000 Menschen ( 977 Hinrichtungen)

  2. Vor ca. 5–6 Jahren sprach der Iranische Botschafter in der Schweiz vor der AZK vor ca. 2000 Personen.
    Davor oder danach gab es eine Podiumsdiskussion zu anderer Zeit an anderem Ort, auch wieder mit diesem Botschafter Dr. Salarie.(Schreibweise des Name ao ähnlich).
    Das war noch zu der Zeit, als Professor Achmad… der demokratisch gewählte Präsident vdes IRAN war.
    (übrigens ein sehr bescheidener/genügsamer und hochintelegenter Mensch, der die persische Kultur und Tradition achtete und streng gäubig ist, von Schmuck + Prunk garnix hält)

    Gemäß den Aussagen des iranischen Botschafters Dr. Salarie waren die Hinrichtungen quasi ausschließlich gefährliche Drogenschmuggler, die mit Waffengewalt, Polizistenmorden und töten von Grenzschützern unrühmliche Klein-Verbrechen in großer Stückzahl begangen hatten.
    Damals wurde der IRAN massenhaft mit gefährlichen Drogen aus Pakistan, Afghanisten und sonstwoher überschwemmt.
    Diese ausländischen Drogen gefährdeten die Gesundheit, die wirtschaftliche Schaffenskraft und das Leben einer ganze Generation junger Leute im IRAN und sind somit ein Faktor innerer und äußerer Sicherheitsinteressen.

    Der bekannte ASR-Blogger Freemann hatte vor 5 Jahren eine ausgiebige Reise durch IRAN gemacht und könnte über die Glaubwürdigkeit dieses Artikels und der vermeindlichen „MenschenRechtsOrganisation“ berichten.
    Noch viel besser könnte Christoph Hörsten was dazu sagen, der kennt das Land noch weitaus besser.

    Ich für meinen Teil bezweifel erstmal alles, was von der UNO oder deren beauftragte „NGOs“ kommt.
    Denn UNO wurde u.a. von einer Rockefeller-Fondation gegründet und das UNO-Hauptgebäude befindet sich in Händen von Rockefeller.

  3. Pingback: iran reisen frau – دانلودموزیک

  4. Danke für den Artikel!
    Doch würde ich mich, wenn ich selbst keine Kenntnisse/Erfahrungen der Gegebenheiten vor Ort habe und mich auf Berichte Dritter (welche Interessen sie auch immer vertreten) verlasse, nicht ganz so weit aus dem Empörungsfenster lehnen. Hierzulande gibt in Hinsicht Gewalt und Frauen genug Baustellen. Human hin oder her: dem inhumanen Teufel, der Säure verspritzt gönne ich das Echo!
    Dieben die Finger zu nehmen und Lügnern die Zunge – interessanter Ansatz…unser Parlament wäre fingerlos und stumm! Iran steht auf der Abschussliste der USA ganz oben. In diesem Licht betrachtet ist der Artikel, sagen wir etwas zwielichtig. Der Iran mag aus unserer Sicht unmenschlich daher kommen, doch was ist wahr und was ist gestrickt? Statt auf andere zu zeigen sollten wir zuerst unsere Verbrecher im Land und Regierung saktionieren. Irgendwo las ich, dass im Iran sehr viele weibliche Studierende unterwegs sind. Das passt dann nicht so richtig zum gezeichneten Bild, wo die Frauen unterdrückt werden. Dort wie auch hier sind Männer dumm, rachsüchtig, machtbesessen, sexsistisch und gewalttätig. Freilich ist eine öffentliche Auspeitschung oder Steinigung (pervers und verwerflich) von Frauen empörenswerter als die tägliche Demütigung bei der Bezahlung gleichwertiger Arbeit oder in sogenannten Frauenberufen, der Reduzierung auf Arsch und Titten in den Medien, der privaten Gewalt, der widerlichen Abläufe bei der Aufarbeitung von Übergiffen oder Vergewaltigungen durch unsere Justiz und all den kleinen und großen Steinen, denen Frauen hierzulande ausgesetzt sind. Letztendlich haben diese und unsere Frauen zu leiden – auf verschieden empfundenen Leveln versteht sich.

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