Unser täglich Brot – ein Blick auf die Massenproduktion von Lebensmitteln

FilmUnser Brot natürlich handgeknetet, unsere Milch handgemolken, frisch von der Weide aus artgerechter Tierhaltung und den Joghurt handgerührt mit soeben gepflückten Erdbeeren. Ein erfreuliches Bild, welches uns die Werbung täglich zig Male zu vermitteln versucht.

Wenn wir wüssten, was wir essen, würden wir es vielleicht gar nicht mehr essen wollen!

Wenn wir Ihnen die Rezeptur so mancher Lebensmittelprodukte auflisten würden, wäre es wie in einem Chemielabor. Dazu noch die Rückstände von Chemikalien wie Pflanzenschutzmittel – wir müssten eine Gasmaske während des Essens tragen.

Weltweit agiert eine sogenannte Pestizid-Mafia, die illegale Pflanzenschutzmittel verkauft – auch über den Hamburger Hafen. So finden Beamte des Zolls immer wieder falsch deklarierte Ladungen mit gefährlichen Substanzen, die rund um die Welt geschickt werden. Um die Pestizid-Belastung zu verringern, ist eine verbesserte Kontrolle in den europäischen Häfen wünschenswert, jedoch nicht ausreichend. Besonders in Afrika werden illegale Pflanzenschutzmittel häufig flächendeckend eingesetzt: Ein hohes Gesundheitsrisiko für die Verbraucher, aber auch für die Arbeiter vor Ort, die meist vollkommen ungeschützt mit den giftigen Stoffen in Berührung kommen. 

Vom Salat über Eier bis zum tiefgefrorenem Huhn, vom Keimling bis zum rot-glänzenden Apfel, vom soeben geschlüpften Küken zum Chicken-Nugget – welchen Weg unsere Nahrung zum verzehrfertigen Produkt bereits hinter sich hat und welche Rolle der Mensch dabei überhaupt noch spielt, das zeigen wir in unserem heutigen Beitrag.

Update: Kann man bei all der Chemie, die den Nahrungsmitteln zugesetzt wird, überhaupt noch von Lebensmitteln sprechen oder gleich von Chemieerzeugnissen?

Update: War on Waste! Wahnsinn wegen Überproduktion: Europa Berge von Gurken und Tomaten, Mexiko 11 Millionen Kilo Bananen, Australien Tausende Tonnen Ananas vernichtet!- Mountains of pineapples, bananas, cucumbers, tomatoes wasted

Ein Blick in die Welt der industriellen Nahrungsmittelproduktion und der High-Tech-Landwirtschaft: Zum Rhythmus von Fließbändern und riesigen Maschinen gibt der folgende Filmbeitrag kommentarlos Einsicht in die Orte, an denen Nahrungsmittel in Europa produziert werden: Monumentale Räume, surreale Landschaften und bizarre Klänge – eine kühle industrielle Umgebung, die wenig Raum für Individualität lässt. Menschen, Tiere, Pflanzen und Maschinen erfüllen die Funktion, die ihnen die Logistik dieses Systems zuschreibt, auf dem der Lebensstandard unserer Gesellschaft aufbaut.

Unser täglich Brot

Der Film wirft einen Blick auf die Massenproduktion von Lebensmitteln. Er kommt dabei ganz ohne Sprache oder Ortsangaben aus und überlässt damit dem Zuschauer die Bewertung des Gesehenen.

Unkommentierte Filmaufnahmen von der Züchtung bis zur Schlachtung von Tieren sowie der industriellen Anpflanzung und Ernte von Obst und Gemüse werden gezeigt. Auf die exzessive Verwendung von Pestiziden und die Behandlung von Tieren als Ware, z. B. durch die maschinelle Auslese und Verpackung von lebenden Küken, wird ein besonderes Augenmerk gelegt.

Zwischen die Szenen wurden Aufnahmen von den Arbeitern in den Fabriken und Plantagen geschnitten, die diese bei ihrer Mittagspause zeigen.

„Meat Glue“ – Dieses Fleisch würden Sie nicht essen!

Designte Steaks in jeder gewünschten Form

Ein leckeres Stück Fleisch gehört immer noch für viele zu einem wirklich guten Essen. Doch so manches Steak ist nicht natürlich gewachsen, sondern besteht aus zusammengeklebten Fleischresten.

Das folgende Video mit dem Titel: „Meat Industry’s Use Of „Meat Glue“ Is Almost Impossible To Spot“ – auf Deutsch etwa: „Es ist fast unmöglich, den Fleisch-Kleber, den die Fleisch-Industrie verwendet, zu erkennen“, sollten Sie sich anschauen.

Was steckt hinter diesem Klebefleisch? Und wie können wir geklebtes Fleisch erkennen?

Geklebtes Fleisch statt echtem Schnitzel!

Die Fleischindustrie kann kostensparend neue Zuschnitte von Fleischstücken anbieten, die vorher niemals möglich waren. Sie merken es nicht mal. Sie freuen sich über ein knusprig gebratenes Steak, welches gar kein Steak ist.

Möglich macht das eine Mixtur aus Thrombin und Fibrinogen, die seit gut 10 Jahren im Fachhandel erhältlich ist. Diese Präparate gibt’s genauso für Geflügelprodukte und für Fisch, ja sogar zum Verleimen von Hummern gibt es einen Extrakt aus Hummerblut.

Im April 2005 erklärte die EFSA (European Food Safety Authority – die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) – , dass die Verwendung von Fibrinogen und Thrombin zum Zusammenfügen von Fleisch unbedenklich sei. In den Vereinigten Staaten wurde die Verwendung von Fibrinogen und Thrombin von der USDA (US Department of Agriculture) zugelassen.

Fibrinogen

Fibrinogen ist ein Eiweiß aus der Leber. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Blutgerinnung: Durch das Eiweiß Thrombin und Kalzium wird Fibrinogen in Fibrin umgewandelt, einen wichtigen Bestandteil des Blutgerinnsels (Thrombus).

Thrombin

Thrombin ist das entscheidende Enzym der plasmatischen Blutgerinnung. Es entsteht durch enzymatische Spaltung aus seiner inaktiven Vorstufe, dem Faktor II (Prothrombin). Thrombin leitet den letzten Schritt der Gerinnungskaskade ein.

Transglutaminasen

Transglutaminasen sind Enzyme, die in allen Lebewesen vorkommen, die in diesem Falle aber aus Mikroorganismen gewonnen werden. Man streut das Enzympulver zwischen die Fleischteilchen, rührt um und verklebt es unter leichtem Druck. Diese Enzyme werden nicht nur beim Fleisch verwendet, sie haben sich auch im Milchregal bewährt: Denn damit bekommt man die besonders sämigen, cremigen Joghurts hin. Transglutaminasen werden auch für Fisch verwendet, sogar Tofu können Sie damit verkleben.

Mittlerweile gibt es fast nichts, wofür es nicht verwendet werden kann. Auch bei Tofu, Formschinken für Pizza, aber auch für Backwaren zur Verbesserung der Teigeigenschaften und bei gefrorenen Teiglingen.

Gentechnik

In der Lebensmittelproduktion eingesetzte Enzyme werden in der Regel mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt. Andere Präparate sind kaum noch auf dem Markt.

Nach derzeitigem Kenntnisstand ist nur ein Transglutaminase-Präparat auf dem europäischen Markt, das mit Hilfe des konventionellen Bakteriums Streptoverticillium mobaraense gewonnen wird. Grundsätzlich ist die Herstellungsweise von Enzymen kein Kennzeichnungstatbestand. Daher müssen auch mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen erzeugte Enzyme nicht besonders gekennzeichnet werden. Quelle

Transglutaminasen wirklich gesund?

Wer sich medizinisch mit diesem Thema beschäftigen möchte, kann das bei Zedira auf deren Homepage machen.  Transglutaminasen neue Angriffspunkte für Medikamente neue Therapien für Patienten

„Der Mensch verfügt über acht verschiedene Transglutaminasen, die eine Vielzahl wichtiger physiologischer Funktionen steuern. Andererseits ist aus wissenschaftlichen Untersuchungen bekannt, dass Transglutaminasen auch bei Krankheiten eine zentrale Rolle spielen können. Hierzu gehören die Zöliakie, Thromboembolien, einige Krebserkrankungen sowie neurodegenerative Krankheiten wie Morbus Alzheimer, Chorea Huntington oder Parkinson.“

Zedira ist ein biopharmazeutisches Unternehmen aus Darmstadt. Das Know-how rund um die Enzymfamilie der Transglutaminasen stellt die wissenschaftliche Basis des Unternehmens dar.

Auf Basis der Technologie-Plattform von Zedira werden Transglutaminase-Blocker zu neuen Wirkstoffkandidaten entwickelt. Derzeit arbeitet Zedira an zwei Indikationen in fortgeschrittenen präklinischen Entwicklungsstadien: Zöliakie und Thromboseprophylaxe.

Klebefleisch – Meat Glue

Das Thrombin lässt das Fibrinogen gerinnen, es entsteht Fibrin und schon bindet es die Fleisch-Reste. Der Prozess erfordert keine Erhitzung, und so ist es auf diesem Wege möglich, aus frischen, rohen Fleischteilchen komplette Steaks in jeder gewünschten Form zu designen. Gegessen hat es wohl jeder einmal. Wenn nicht als Steak, dann als Chicken McNuggets.

Ob wir ein solches Produkt überhaupt brauchen – egal ob mit Transglutaminasen oder mit dem Thrombin-Fibrinogen-Kleber. Die Idee, man könne damit wertvolle Fleischteile nutzbringend verwenden, zeigt wieder mal, wie wir Verbraucher betrogen werden. Wenn die Fleischteilchen zum Verkaufen zu klein sind, warum kann man sie dann nicht einfach in einer guten Wurst verarbeiten? Oder ist Fleisch für unsere Wurst wirklich schon zu schade? Denn auch hier wird kräftig gemogelt.

Immer mehr Verbraucher möchten gerne wissen, woher ihr Essen eigentlich kommt, doch die Lebensmittelindustrie ist nicht besonders auskunftsfreudig und das hat auch seine Gründe. Immer mehr Lebensmitteln wird mit zweifelhaften Werbeversprechen ein gesundes Image verpasst und auch das hat seine Gründe – es wird überall geschummelt – bis es dann endgültig auf unserem Teller landet. Kontrollen? Fehlanzeige!

…Hauptsache, der Biegeradius der Banane stimmt.

Netzfrau Doro Schreier

Mehr Informationen:

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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Vielen Dank Doro für diesen Bericht. Backe auch mein Brot selbst. Mein lieber Mann hat kein Problem – ich sagte dann noch, „noch nicht“ – mit den verschiedenen Nahrungsmittel. Gestern kaufte er zwei Schweinesteak für insgesamt 1,55 €. Kürzlich diskutierten wir, dass der Verbraucher Schuld sei usw. Die Leute sagen dann auch immer „dann darf man ja gar nichts mehr essen“.
    Ich denke sein Gehirn ist auch mit den vielen Medikamenten, ungesunden Getränken usw. nicht mehr so denkfähig. Das positive ist natürlich, dass er die von mir gekochten vegetarischen Gerichte isst und einmal in der Woche gibt es Fleisch von einem Metzger, der noch selber schlachtet.

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