Petition: Glyphosat in Babynahrung – raus damit!

Glyphosat666666Momentan ist Glyphosat in aller Munde. Doch was wir vermissen: wie steht es um die Nahrung der kleinsten, unserer Babys? Eine Mutter von drei Kindern verschickte E- Mails an die Hersteller von Babynahrung. Von 6 angeschriebenen Herstellern haben nur zwei geantwortet.

War Ihnen bekannt, dass bei Babynahrung der zulässige Höchstgehalt von Glyphosat bei 10 Nanogramm pro Gramm gilt?
Bei einem Pestizid wie Glyphosat, was so umstritten ist, hat Glyphosat generell nichts in Babynahrung zu suchen. 

Die Mutter von drei Kindern, Desiree Tietz, bat uns um Hilfe. Die jüngste bekommt noch Babynahrung. „Während der ganzen Glyphosat-Debatte ging ich davon aus, dass dieses Pestizid in Nahrung für Kinder generell verboten ist “ so Desiree, „momentan ist es ja in aller Munde. Doch was ich vermisste war, wie es mit der Nahrung der kleinsten, unserer Babys aussieht?
Darüber fand ich im Netz nichts. Also setzte ich mich an den Rechner und verschickte E- Mails an unsere Hersteller von Babynahrung.“ Das Ergebnis der Recherche ist eine Petition: Glyphosat! Raus aus der Babynahrung!

Bei Babys handelt es sich um die Kleinsten und Hilflosesten in unserer Gesellschaft. Niemand kann genau sagen, welche Auswirkungen selbst kleinste Mengen in der Babynahrung und Milch auf ihre Entwicklung haben.

Ein Großteil der Babynahrung wird heute aus ökologischem Anbau angeboten, obwohl dies keine gesetzliche Vorschrift ist. Dass sich sogar schon winzige Rückstände aus pestizidhaltigen Lebensmitteln negativ auf Babys auswirken können, ist seit Jahren bekannt. Mittlerweile ist auch bekannt,dass sich bei Kindern, die mehr als ein halbes Glas Fruchtsaft pro Tag trinken, ein deutlicher Anstieg der Stoffwechselprodukte aus Pflanzenschutzmitteln nachweisen lässt, die als Nervengifte aktiv sind.

Es sollte nicht in der Verantwortung unserer Kinder liegen, Jahrzehnte später ungewollt den Beweis dafür zu erbringen, dass jene Pestizide, die sie als Kind konsumieren mussten, entscheidend zu den gesundheitlichen Problemen ihrer Generation beigetragen haben. Doch was können wir unseren Kindern und Enkelkindern wirklich noch als Nahrung zumuten, ohne dass sie einen gesundheitlichen Schaden erleiden? Wir sprechen hier nicht von der Muttermilch, sondern von der Folge-Nahrung.

In den Regalen stehen jede Menge Produkte: Getreidebreie im Glas, mit Obst oder Schokoflocken, oft mit Zucker und Aromastoffen. Auch Unmengen von Breien zum Anrühren sind im Angebot – mal mit Milch, mal mit Trockenfrüchten, mal ganz ohne Zusätze. Außerdem gibt es von Grieß bis Mehrkornmischungen scheinbar alle Getreidesorten, die man sich vorstellen kann.

Die Hersteller von Babyfertignahrung setzen jährlich Milliarden um. In diesem Geschäft geht es um viel Geld, aber nicht um die Gesundheit der Kinder.

Im September 2013 berichteten wir Netzfrauen, dass Karottensäfte und Babygläschen giftiges und krebserregendes Benzol enthalten können. Außerdem fanden wir in unseren Recherchen Pestizide in Babybrei , und dass auch bereits gentechnisch veränderte Substanzen verwendet wurden. “Chemie-Cocktail” in den Nahrungsmitteln der Kleinsten?

War Ihnen bekannt, dass die EU-Kommission bis zu drei Mal so viel Zucker zulassen wollte, wie von der WHO empfohlen? Gesunde und altersgerechte Ernährung versichern die Hersteller von Babynahrung den Eltern und bekräftigen das Versprechen mit hübschen Bildern von Obst und Vollkorn-Getreide auf ihren Produktverpackungen. Doch mit hübschen Bildern ist es nicht getan, das sollte doch mittlerweile den Herstellern bewusst sein. Die zuckerhaltigen Lebensmittel können neben Zahnschäden auch dazu führen, dass Kinder sich schon früh an eine sehr süße Ernährung gewöhnen. Die Essgewohnheiten für das ganze Leben werden in den ersten Lebensjahren geprägt. Somit ist es auch wichtig, dass Kinder eine ausreichende und gesunde Ernährung erfahren.

Allergien, ADHS, Autismus, Autoimmunerkrankungen: In Europa ist bereits jedes dritte Kind chronisch krank. In den USA sind gesunde Kinder sogar schon in der Minderheit.

Immer mehr Wissenschaftler sind der Meinung, dass zwischen den frühen Schadstoffeinwirkungen und der zunehmenden Anzahl von Krankheiten bei Kindern ein Zusammenhang besteht. Die Anzahl von Chemikalien, die die Entwicklung von Kindern beeinträchtigen können, nimmt zu. Sehen Sie sich einmal die Zutatenliste von Babybrei im Fertiggläschen an oder studieren Sie aufmerksam die Pappschachteln der Instantbreie zum Anrühren mit Wasser. Da wimmelt es oft nur so von Zucker, gefriergetrocknetem Obstpulver, künstlichem Vanillegeschmack, Emulgatoren und entmineralisierter Molke. Brauchen Babys wirklich Brei mit Stracciatellastückchen oder mit Apfelstrudelgeschmack, in dem dann zusätzlich auch noch Nüsse enthalten sind?

Wenn es um die Gesundheit unserer Kinder geht, können wir uns auf die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nicht verlassen, und wie es ausschaut, auch nicht auf die EU-Kommission. Siehe dazu: Lobbyverflechtungen – EFSA gefährdet unsere Gesundheit zugunsten der Industrie! Außerdem ist laut der EFSA – Glyphosat keine krebserregende Gefahr für Menschen.

Und wie Desiree Tietz bereits feststellte, so gibt es so gut wie keine Informationen zu Pestiziden in Babynahrung.

In Nahrungsmitteln aus Deutschland sind häufig mehr Pestizidrückstände als erlaubt. Die amtliche Lebensmittelüberwachung ermittelte bei Stichproben mehr als 100 Überschreitungen zulässiger Höchstwerte. Gefunden wurde unter anderem der Wirkstoff Benzalkoniumchlorid in deutscher Säuglingsanfangsnahrung, eine Chemikalie, die zur Bekämpfung von Bakterien und Pilzen verwendet wird. Der Wirkstoff gilt als umweltgefährlich und ätzend. Bundesweit wurden innerhalb von einem Jahr 106 Mal Höchstgehaltüberschreitungen amtlich festgestellt. Das berichtet der SWR in seiner Fernsehdokumentation „betrifft: Das Gift auf unseren Feldern – Wie gefährlich sind Pestizide“, am 18.November 2015.  Zum Video >>>Mediathek SWR

Der SWR beruft sich dabei auf eine Auflistung, die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) exklusiv für den SWR erstellte. Untersuchungszeitraum war das Jahr 2013. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor. Daraus geht hervor, dass auch Kartoffeln, Feldsalat, Zwiebeln, Hühnereier, Roggen, Tafeltrauben und viele andere Lebensmittel aus Deutschland zu stark mit Pestiziden belastet waren. In Säuglingsanfangsnahrung wurden in drei verschiedenen Proben Überschreitungen nachgewiesen, in Honig gleich in zehn Proben.

Im März 2015 hat die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) Glyphosat als Kanzerogen der Gruppe 2A („wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen“) eingestuft (IARC 2015).

In einer Pressemeldung der Universität Oldenburg vom April 2008 äußerst die Biochemikerin Prof. Dr. Irene Witte zu Grenzwerten von Pestiziden Folgendes:

Keine Entwarnung in der Diskussion um toxische Kombinationswirkungen“ – diesen Schluss zieht die Biochemikerin Prof. Dr. Irene Witte aus den inzwischen abgeschlossenen Forschungsarbeiten des Graduiertenkollegs Toxische Kombinationswirkungen.  Das Problem: Synthetisierte Substanzen werden von der Industrie in immer neuen Verhältnissen und Kompositionen zusammengemischt, ohne dass die Wirkung für Mensch und Umwelt geklärt ist. So waren 2008 rund 20 000 unterschiedliche Pestizidpräparate auf dem Markt, denen 800 Wirkstoffe zugrunde liegen. Und es werden immer mehr.

Die Folge: Die Anzahl der nachgewiesenen Pestizide in Obst und Gemüse steigt Jahr für Jahr, was jedoch in Ermangelung von „Kombinationsgrenzwerten“ ohne Folgen bleibt. Dem „sorglosen Umgang mit dem Mixen von Chemikalien“ müsse Einhalt geboten werden, so Witte. Der Gesetzgeber sei gefragt, um Grenzwerte zu setzen und die Möglichkeit der Herstellung von Gemischen einzuschränken.

Glyphosat auch für die Kleinsten

Als Desirée Tietz uns fragte, ob wir ihre Petition veröffentlichen, sind wir dem Wunsch sehr gerne nachgekommen und bedanken uns bei Desirée dafür, dass Sie sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat und aktiv wurde. Wie bereits oben erwähnt, bekam sie von 6 Anfragen nur 2 Antworten:

„Und was soll ich sagen, die Reaktionen waren dürftig. Von 6 angeschriebenen haben zwei geantwortet. Einer sagte, dass sie nur Bio-Erzeugnisse verwenden und dass im Bio Landbau Glyphosat ja verboten ist, sie dennoch vor der Produktion darauf testen.
Das ist für mich ok und ich finde das Vorgehen gut.
Die zweite Antwort beruhigte mich nicht wirklich. Aus ihrer Antwort ging hervor, dass sie nicht ausschließlich Bio-Rohstoffe verwenden, sie aber einem engen Kontrollsystem unterliegen würden und so “ praktisch frei von Glyphosat seien“. Das reichte mir nicht und ich hakte nach. Darauf kam als Antwort “ Glyphosat sei mit dem jetzigen Stand der Technik nicht nachweisbar. Sie müssen sich dahingehend wirklich gar keine Gedanken machen“.
Ne, ist klar.
Für mich steht fest hier kommt nur noch Baby Nahrung ins Haus, die die folgenden Symbole trägt:

Bio

Wobei auch das kein 100%iger Schutz ist. Liest man sich mal ein, dann erfährt man, dass in der Rückstands-Höchstmengenverordnung für Öko-Lebensmittel die gleichen Grenzwerte gelten wie für konventionelle Lebensmittel. Hier gibt es wirklich Nachholbedarf. Hier sind 0,01 mg/kg kein Grenzwert, sondern nur ein Schwellenwert, oberhalb dessen festgestellt werden muss, woher die Rückstandsbelastung kommt. Eine generelle Sauerei finde ich auch, dass bei Babynahrung der zulässige Höchstgehalt von Glyphosat bei 10 Nanogramm pro Gramm liegt.
Bei einem Pestizid wie Glyphosat, was so umstritten ist, wäre es für mich richtig, dass es generell gerade in Babynahrung gar nichts zu suchen hat. Bei Babys handelt es sich um die Kleinsten und Hilflosesten in unserer Gesellschaft. Niemand kann genau sagen, welche Auswirkungen selbst kleinste Mengen in der Babynahrung und Milch auf ihre Entwicklung haben.“

PETITION:  >>> Hier klicken: Glyphosat! Raus aus der Babynahrung! Wir müssen unsere Kinder schützen

Babynahrung  – Schwerpunktmäßig Pestizide.

Im Blut von Neugeborenen aus den USA wurden 287 verschiedene synthetische Stoffe nachgewiesen. Davon gelten 180 als krebserregend, 217 sind als toxisch für Gehirn und Nervensystem eingestuft. 208 der gefundenen Chemikalien haben sich im Tierversuch als fruchtschädigend erwiesen, d. h. sie können zu Geburtsdefekten und Entwicklungsstörungen führen(Environmental Working Group, 2005)

Die EFSA veröffentlichte 2010 ihren zweiten Jahresbericht über Pestizidrückstände in Lebensmitteln

Von 2062 Proben von Säuglingsnahrung enthielten 76 Spuren von Pestiziden und der festgelegte Höchstgehalt wurde in 4 Proben (0,2 %) überschritten. Die europäischen Rechtsvorschriften erlauben für jedes einzelne Pestizid höchstens Rückstände von 0,01 mg/kg. Siehe: Babybrei auch gentechnisch verseucht – Vorsicht „Chemie-Cocktail“ schon von Kindesbeinen an

Dazu auch:

Mai 2016: Wie kommen GVOs und giftige Zusatzstoffe in Babynahrung – Why is this Organic Food Stuffed With Toxic Solvents?

März 2016: Glyphosat-Untersuchung: 75 Prozent der Deutschen deutlich belastet – Die höchsten Belastungen bei Kindern!

Februar 2016: Erschreckend! 2050 werden die Hälfte der Kinder unter Autismus leiden – Half of All Children Will Be Autistic by 2050

Dezember 2015: Gift-Alarm – Die unsichtbare Gefahr! Hört auf, unsere Kinder krank zu machen!

November 2015: Vorsicht: Cadmium, Nitrat und Benzol in Gemüsebrei für Babys

Sollten Sie, wie Desiree, auch ein Anliegen haben, dann melden Sie sich bei uns unter info@netzfrauen.org 

Netzfrau Doro Schreier

Lobbyverflechtungen und 10 Studien beweisen: Gesundheitsrisiko durch Glyphosat und GVO! – 10 Scientific Studies Proving GMOs Can Be Harmful To Human Health

Es gibt Alternativen – denn 85% aller Tampons sind mit Glyphosat von Monsanto verseucht – 85% of Tampons Contain Monsanto’s ‘Cancer Causing’ Glyphosate

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Es wird zuwenig auf die Synergiewirkung der toxischen Stoffe hingewiesen. Wenn wir in Nahrungsmitteln mehrere dieser Stoffe unterhalb der willkürlich gesetzten Grenzwerte vorfinden, wird zumeist nicht in Betracht gezogen, dass die Kombination, wie z.B. Tallowamine und Glyphosat in ROUNDUP, ein um ein vielfaches toxischeres Potential haben, als der einzelne Wirkstoff, selbst wenn er über dem Grenzwert vorzufinden ist.

  2. Es ist erschreckend, wie leichtfertig die Entscheidungsträger von Monsanto sich über Bilder von Ferkeln ohne Nasen, von Ferkeln mit Löchern in den Schädeln, mit Augen an den seltsamsten Stellen oder verkrüppelten Gliedmaßen hinwegsetzen können. Auch scheint sie die signifikante Zunahme von Kindern, die neuerdings in Argentinien oder Nordamerika mit gravierenden Behinderungen zur Welt kommen, keine schlaflosen Nächte zu kosten. Profit ist und bleibt scheinbar das Höchste, ethische Verpflichtungen sind da nur Ballast, der für die Gewinnmaximierung kaltlächelnd über Bord geht. Das wirft ein bedauernswertes Licht auf die Mechanismen der menschlichen Gesellschaft und auf unsere Trägheit in diesen Fragen, auf die solche Konzerne wie Monsanto schon immer bauten.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.