Italienische Bauern bauen Hanf an, um kontaminierten Boden zu säubern – Italian Farmers are planting Hemp to clean Polluted Soil

Hanfzur englischen Version Kann Hanfanbau italienische Äcker dekontaminieren, die durch Schwermetalle belastet sind? Im Jahr 2011 wurde ein neues Gesetz erlassen, das denjenigen italienischen Bauern den legalen Anbau von Industriehanf erlaubt, die eine gültige Lizenz hierfür besitzen.

Im Juli 2015 unterzeichneten 218 italienische Abgeordnete aus verschiedenen Parteien einen Gesetzesentwurf, der die volle Legalisierung von Cannabis fordert. Hierin soll der Konsum von Cannabis als Genussmittel ebenso erlaubt werden wie der Verkauf im Einzelhandel, der Besitz von bis zu fünfzehn Gramm, die Gründung von Cannabisclubs und der Anbau in Mengen für den persönlichen Bedarf. Dieser Gesetzentwurf ist wohl der fortschrittlichste in der Geschichte der italienischen Drogengesetze, und wenn er verabschiedet wird, wird Italien nach Uruguay das zweite Land,, das Cannabis auf nationaler Ebene legalisiert. In Uruguay hat José Mujica trotz Kritik Hanf legalisiert.

Seit 10 000 Jahren nutzen die Menschen Hanf – viele scheinen den Vorteil der Pflanze vergessen zu haben. Doch das ist nun vorbei, denn in den USA wächst die Marihuana-Industrie rasant.Siehe: Neuer Goldrausch in USA – Cannabis begeistert Investoren – Cannabis Investors Growing Faster Than The Deals

Für Heilkräuter und medizinische Zwecke dienten Hanfblätter und Hanfblüten. Alle Textilien und Stoffe für Kleidung, Zelte, Linnen, Teppiche, Gardinen, Windeln u. a. wurden bis in die 20er Jahre des 19. Jahrhunderts in den USA überwiegend aus Hanffasern hergestellt. Siehe: Hanf, das Milliarden-Dollar-Kraut – In Italien wird Hanf für medizinische Zwecke angebaut.

Wir haben Ihnen einen Beitrag übersetzt, der eine besondere Eigenschaft von Hanf zeigt:

Italienische Bauern bauen Hanf an, um kontaminierten Boden zu säubern

Bauern aus Tarent, einer apulischen Stadt, die einst bekannt war für ihre Milchwirtschaft und traditionellen Käsesorten, bauen jetzt Hanf an, um einer verheerenden Umweltverschmutzung durch ein riesiges Stahlwerk in der Nachbarschaft entgegenzuwirken, berichtet das Online-Magazin Slate.

Das Stahlwerk Ilva umfasst 15 Millionen Quadratmeter – das ist das Dreifache der Fläche, die die Stadt selbst umfasst. Es wurde 1965 eröffnet und verdoppelte seine Größe während der 1970er-Jahre. Einst kochte sie beinahe ein Drittel des italienischen Stahls. Die Fabrik verwandelte Tarent in eine schmutzige Industriestadt. Rauchende Schornsteine, Hochöfen und Berge von Schotter bestimmen das Bild dieser einstmals ländlichen Stadt. Heute begrüßen eine Ölraffinerie und eine riesige Zementfabrik ihre Besucher.

Sara Manisera, Berichterstatterin für Slate, stellt den Bauern Vincenzo Fornaro vor, der einst eine blühende Meierei in Tarent unterhielt.

„Die Menschen kamen von überall her, um handgefertigte Milchprodukte zu kaufen, die in historischen Keramiköfen hergestellt wurden,“ schreibt Manisera. „Diese Zeiten sind lange vorbei.“

Der Boden dieser Region ist so schlimm durch Schwermetalle durch die Stahlfabrik verseucht, dass Bauern wie Fornaro ihre Tiere nur noch außerhalb eines 20 Kilometer umfassenden Radius‘ um die Stahlfabrik grasen lassen dürfen.

Inzwischen braucht Fornaro sein Land, um Cannabis anzubauen – nicht um es zu verkaufen, sondern um den Boden zu dekontaminieren.

Hanf und Phytosanierungshanf sind Varianten der Cannabispflanze, die sehr wenig von der psychoaktiven Substanz des Marihuana, THC, enthalten. Hanf wird primär wegen seiner Fasern angebaut, aus denen Tausende Produkte hergestellt werden können, darunter auch Textilien und Papier. Aber Hanf hat noch eine weitere Eigenschaft: Er kann sehr wirksam Schwermetallgifte aus verschmutztem Boden aufsaugen. Schwermetalle können chemisch nicht in ungiftige Bestandteile zerlegt werden, was bedeutet, dass sie lange Zeit im Boden verbleiben.

Diese Art der Bodenverschmutzung griff weltweit mehr und mehr um sich seit dem Beginn der industriellen Revolution, schreibt Claire Moore, Pflanzenbiologin und Laborleiterin in der Einrichtung Iron Labs in Michigan, die Cannabis testet, in einer Email.

„Phytosanierung beschreibt die Behandlung von Umweltproblemen, oftmals eine Kontaminierung durch Schwermetalle, mithilfe von Pflanzen, die die Verseuchung mildern können, ohne dass die Gifte ausgegraben und irgendwo deponiert werden müssen,“ erklärt sie.

„Diese relativ neue Technologie erweckt zunehmend internationales Interesse wegen ihrer kosteneffektiven und nicht-invasiven Methode der „Nutzung der Fähigkeiten bestimmter Pflanzen, verseuchte Areale von Giften zu sanieren“, sagt Moore.

Noch steckt die Praxis der Phytosanierung in ihren Kinderschuhen und viele Faktoren, die den Prozess verbessern, können noch entdeckt werden. Jedenfalls verträgt Hanf Schwermetalle gut und er kann Schwermetalle aus dem Boden isolieren, ohne dass die Pflanze selbst Schaden nimmt, fügt sie hinzu.

Hanfanbau ist in Italien erlaubt, was bedeutet, dass Bauern wie Fornaro, die Cannabis anbauen, um ihre Böden von Giften zu säubern, ihre Ernte für die industrielle Weiterverarbeitung verwenden dürfen. Die Gifte sind nicht in den Pflanzenfasern enthalten.

„Zurzeit benutzen wir Hanf nur für die industrielle Weiterverarbeitung“, berichtet Fornaro Manisera. „Ich hoffe, dass wir sie in Zukunft auch für die Ernährung nutzen können. Aber schon steht fest, dass wir den Stahlkocher mit Hanf umzingeln werden.“

Ungefähr 100 Bauern bauen derzeit Hanf in der Provinz Apulien an.

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Italian Farmers are planting Hemp to clean Polluted Soil

WRITTEN BY EMILY GRAY BROSIOUS POSTED: 07/18/2016, 02:59PM

Can hemp crops revitalize Italian farmland tainted by heavy metals?

Farmers in Taranto, a town in the Italian region of Puglia once known for its dairy farms and traditional cheeses, are now planting cannabis crops in an effort to counteract devastating environmental pollution from a nearby massive steel plant, as reported by Slate.

The Ilva steel plant covers 15 million square meters—nearly three times the size of the city itself. It opened in 1965 and doubled in size by the 1970s. It once churned out almost one-third of Italy’s steel. The plant helped turn Taranto into a grimy industrial city. Smoking chimneys, blast furnaces, and aggregates yards now dominate the once-pastoral town. Even today a giant oil refinery and a huge cement factory welcome visitors.

Slate reporter Sara Manisera introduces readers to Italian farmer Vincenzo Fornaro, who used to run a profitable dairy farm in Taranto.

“People came from all over to buy dairy products handmade in ancient, wood-fired terracotta furnaces,” Manisera writes. “Those days are long gone.

Soil in the area is so badly contaminated with heavy metals from the steel plant that farmers like Fornaro are now banned from grazing their animals within a 12-mile radius of the plant.

These days, Fornaro is using his land to plant cannabis — not to sell but to decontaminate polluted soil.

Hemp and phytoremediation

Hemp is a variation of the cannabis plant that contains very little THC, marijuana’s psychoactive compound.

Hemp is primarily grown for its fibers, which can be used to produce thousands of products, including textiles and paper.

But hemp also has another special trait: It’s extremely efficient at sucking up heavy metal toxins in polluted soil.

Heavy metals are a unique class of toxins that cannot be broken down into nontoxic forms, which means they stick around for a long time.

The concentration of this type of soil pollution has increased greatly in many locations across the world since the start of the industrial revolution, Claire Moore, plant biologist and laboratory manager at Michigan-based cannabis testing facility Iron Labs, told Extract in an email.

“Phytoremediation describes the treatment of environmental problems, often contamination with heavy metals, through the use of plants that help mitigate the contamination without the need to excavate the offending contaminant(s) and dispose of it elsewhere,” she explains.

„It’s a relatively new technology that’s gaining international attention due to its cost-effective, non-intrusive method of “exploiting the ability of certain species of plants to remediate pollutants from contaminated sites,” Moore said.

While the practice of phytoremediation is in its infancy, and many factors can impact the process, hemp appears to have a high tolerance to heavy metal toxicity and is very good at isolating heavy metals from polluted soil without damaging the plant itself, she says.

Hemp cultivation is legal in Italy, which means farmers like Fornaro that are planting cannabis to help clean their farmland of toxins can use the crops for industrial processing. The toxins don’t show up in the plant fibers.

“For now we use hemp only for industrial processing,” Fornaro told Manisera. “I hope in the future we can use it also for nourishment. But what is certain is that we will surround the Ilva plant with hemp.”

About 100 farmers are now planting hemp in Puglia.

Netzfrauen Ursula Rissmann-Telle (Übersetzung) und Doro Schreier (Einleitung)

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5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Also, das hört sich ja gut an:
    „Schwermetalle können chemisch nicht in ungiftige Bestandteile zerlegt werden.
    Aber Hanf … kann sehr wirksam Schwermetallgifte aus verschmutztem Boden aufsaugen.
    Jedenfalls verträgt Hanf Schwermetalle gut und er kann Schwermetalle aus dem Boden isolieren, ohne dass die Pflanze selbst Schaden nimmt.
    Die Gifte sind nicht in den Pflanzenfasern enthalten.“
    Aber WO sind denn die Schwermetalle hinterher, wenn sie doch weder in ungiftige Bestandteile zerlegt werden können, noch später in den Pflanzenfasern enthalten sind? Auf dem Kompost? Oder veschwunden?

  2. Hört sich schlau aber auch witzig an für was man Hanf nicht alles verwenden kann. Hanf kann also Schwermetalle aus dem Boden aufsaugen, sehr interessant. Danke für die Info ;)

    Hab erst vor kurzem gelesen, dass Italien ebenfalls Gesetze in Richtung Legalisierung von Cannabis, beschlossen bzw. beantragt wurden. Super, immer mehr Länder und Staaten werden offener gegenüber Cannabis.

  3. ‚ Wo sind die Schwermetalle hinterher? ‚ Nachdem ich die Artikel gelesen habe ,stelle ich die gleiche Frage wie Beate Seling .

    • Das fragen wir uns auch. Möglich ist es, dass die Schwermetalle in den Wurzel oder den Früchten enthalten sind.

  4. Hanf ist vielseitiger als man denkt. Das mit den Schwermetallen ist ja vielleicht was, ob die ganzen „Kiffer“ wissen, was die da so rauchen ;) Naja, bin ja mal gespannt, wann die Legalisierung zu uns durchstößt… In Zürich ist es ja jetzt auch legal, bald kommt es auch zu uns rüber, denke ich :)

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