Der schockierende Grund, aus dem einer australischen Mutter untersagt wurde, ihr Kind zu stillen – The Shocking Reason Behind why an Australian Mother was Denied the Right to Breastfeed her Child

Baby7zur englischen Version Stillende Mütter geraten zurzeit weltweit ins Visier heftiger Diskussionen. Ein australischer Richter sprach einer Mutter das Recht ab zu stillen, weil sie sich vier Wochen zuvor ein Tattoo hatte stechen lassen, und in Argentinien wurde eine junge Mutter wegen öffentlichen Stillens von der Polizei festgenommen. In Brasilien entfachte eine brasilianische Politikerin eine Diskussion, nachdem sie in der National-Versammlung vor laufender Kamera diese eröffnete, während sie ihr Baby stillte. Mittlerweile ist diese Diskussion auch nach Europa gelangt, ob in Irland oder in Großbritannien. Einige Minister erregen die Empörung der Öffentlichkeit, nachdem diese forderten, die Babys doch bitte zu Hause zulassen. Sogar von Voyeurismus wird gesprochen. Und die Huffington Post Deutschland gibt sogar eine Anleitung, wie sich stillende Frauen in der Öffentlichkeit zu verhalten haben – wortwörtlich in dem Beitrag: „Leider kommt die Milch nun mal aus Brüsten, deswegen gibt es einige Regeln, die Sie beachten müssen“.

Während sich gerade eine Diskussion auftut, ob nun in der Öffentlichkeit gestillt werden darf oder nicht, berührt in Shanghai eine junge Mutter die Herzen in ganz China, nachdem sie ein kleines ausgesetzte Baby auf der Straße stillte. Ein kleines Mädchen war in der Stadt Xianyang im Provinz Shaanxi  ausgesetzt und von einem Passanten entdeckt worden. Als das Baby nicht aufhörte zu schreien, versuchte man es mit Wasser zu füttern, doch auch das half nicht. Eine 26 Jährige Frau, die zufällig vorbeikam, nahm das Baby und stillte es. Der Polizist, der in der zwischen Zeit herbeigerufen worden war, zeigte sich so gerührt von der Szene, dass er ein Video davon machte und ins Netz stellte. Von da an rührt diese Mutter ganz China. Mittlerweile haben viele Menschen für das Baby gespendet und sich bei der Mutter bedankt.

Nur ein paar Wochen vorher versammelten sich etwa 80 bis 100 Mütter in Tai Wai MTR-Station in Hongkong zu einem  „Stillen Flashmob“, um gegen die Diskriminierung von öffentlichem Stillen zu protestieren. Nachdem diese Mutter mit ihrer Muttermilch das kleine ausgesetzte Mädchen gerettet hat, ohne auch nur einen Moment zu zögern, wird das Stillen auch in der Öffentlichkeit als selbstverständlich betrachtet.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sollten Kinder die ersten sechs Monate ihres Lebens gestillt werden. Muttermilch ist ein wahres Wundermittel: Sie versorgt Babys nicht nur mit allen Nährstoffen, die sie für ein gesundes Wachstum brauchen, sondern stärkt das Immunsystem und schützt vor Allergien. Und das Stillen ist eine normale Handlung, die eine Mutter vollzieht, wenn sie ihr Baby bekommt. Schon früher gab es Diskussionen, ob eine Mutter ihr Baby in der Öffentlichkeit stillen darf oder nicht. Doch anscheinend scheint dieses Thema weltweit wieder in den Fokus geraten. Mal ehrlich, wer regt sich auf, wenn Männer in der Öffentlichkeit urinieren, schreiben Frauen in Argentinien, und nicht nur dort. Nachdem eine Frau in Argentinien wegen Stillen in der Öffentlichkeit festgenommen wurde, gehen Frauen auf die Straße und demonstrierten. Auf einem Platz der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires gaben die Frauen ihren Kindern für alle sichtbar die Brust. Auf Spruchbändern in Buenos Aires standen Slogans wie „Meine Brust, meine Rechte“ oder „Stillen steht nicht zur Debatte“. Dieser Protest schwappt nun auch auf andere Länder über, nachdem argentinische Journalistinnen auf Youtube ein Protest-Video veröffentlichten um ebenfalls darauf aufmerksam zu machen, dass Stillen kein Verbrechen ist.  Viele Frauen beschweren sich mittlerweile weltweit: „Was wir auch machen, ist falsch. Bekommen wir keine Kinder, ist es nicht in Ordnung. Bekommen wir Kinder, ist es auch nicht in Ordnung. Irgendwas stört immer. Natürlich müssen wir unseren Kindern unsere Milch zukommen lassen. Sollen sie verhungern, wenn wir arbeiten?“, so die protestierenden Mütter.

„Am Anfang gab es die Muttermilch“, sagte eine hinreißende Stimme einer Erzählerin, als sie die Geschichte des Stillens beschreibt. Als ich das 4-Minuten-Video der WK Kellogg Foundation sah, war ich von ihrer Version ziemlich überrascht  „Am Anfang war die Muttermilch,“ schrieb uns eine Mutter aus den USA. Sie habe immer gedacht, am Anfang sei das Stillen gewesen. Eine normale Handlung, die eine Mutter vollzog, wenn sie ihr Baby bekam. Nun ja, es wird ja auch immer noch gerätselt, was zuerst da war, das Huhn oder das Ei.  Am Ende des Videos erschien dann in der Timeline – die ach-so-gute Säuglingsnahrung von Nestlé. Die erwähnte Säuglingsnahrung war von Nestlé und lactogen. Die Mutter wies uns darauf hin, dass es keinerlei Hinweis auf die Innocenti Deklaration und auf den WHO-Kodex in der Timeline gab. Immer wieder wird auf Nestlé-Formeln hingewiesen –  aber nicht darauf, dass Nestle ein Verletzer des WHO-Kodexes ist.

Nun können Sie sich fragen, warum erst Stillen und dann Muttermilch – der Punkt ist dieser, dass die Babynahrungsmittelhersteller wie Nestlé versuchen, den Müttern zu suggerieren, dass die Säuglingsnahrung der Muttermilch gleicht. Dieses können Sie auch in unserem Beitrag: Wie kommen GVOs und giftige Zusatzstoffe in Babynahrung- Why is this Organic Food Stuffed With Toxic Solvents? nachlesen.

Wir haben mehrfach über die Vorteile von Muttermilch und dem Stillen berichtet und  eine weltweite Empörung ausgelöst, nachdem wir in 2013 veröffentlichten, dass Nestlé ein Patent auf Bestandteile der Muttermilch besitzt. Siehe: Es wird immer verrückter: Nestle besitzt Patente auf Bestandteile der Muttermilch.

Unterstützung für das Stillen erfahren die Mütter auch von den Vereinten Nationen. Stillende Mütter sollen „Brelfies“ machen und so zeigen, dass Stillen das Beste fürs Kind ist. „Dazu kann man nur ermutigen“, sagte auch die Sprecherin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Fadela Chaib über die „Brelfies“. So sollen auch andere Frauen zum Stillen ermutigt werden. In den USA gibt es sogar ein Gesetz, dass die Mütter beim Stillen schützt. In einigen Staaten ist es sogar strafbar, eine Frau am Stillen zu hindern oder sie deswegen zu diskriminieren.

Doch was wir gerade aus Australien erfahren, konnten wir erst nicht glauben und es stimmt doch, wir haben den Beitrag für Sie übersetzt:

EIN AUSTRALISCHER RICHTER SPRACH EINER MUTTER DAS RECHT AB ZU STILLEN, WEIL SIE SICH VIER WOCHEN ZUVOR EIN TATTOO HATTE STECHEN LASSEN. ER BEFÜRCHTETE SCHADEN FÜR DAS KIND.

Dieser ungewöhnliche Fall war durch den Vater des Babys vor Gericht gekommen. Die Mutter hatte sich während eines heftigen Streits über Kindererziehung zu dem Tattoo entschieden.

Matthew Myers, Richter am Bezirksgericht, erließ eine einstweilige Verfügung gegen die Mutter, ihren Sohn zu stillen, ohne Berücksichtigung der Testergebnisse, die besagen, dass sie sich bei ihrem neuesten Tattoo weder mit HIV noch mit Hepatitis infiziert hatte. Dennoch war der Richter der Meinung, dass sie ihr Kind gefährdete wegen angeblich mangelnder Beweiskraft der Testergebnisse.

Nach diesem Justizfall meldeten Verfechterinnen des Stillens ihre Bedenken und Frustrationen an angesichts der richterlichen Entscheidung.

Rebecca Naylor, Vorstandsvorsitzende der australischen Stillvereinigung, äußerte ihre Sorgen über diesen gefährlichen Präzedenzfall. Sie stellte sogar das Recht des Richters infrage, riskante Verhaltensweisen von Frauen überhaupt kontrollieren zu wollen.

NAYLORS ANTWORT AUF DIESEN FALL

„Das Tattoostechen ist ein nach festgelegten Regeln durchgeführtes und angesehenes Verfahren und die Gefahr einer Ansteckung sehr gering. Ich denke, dass diese Entscheidung unsinnig ist, es sei denn, es gibt einen Beweis, dass sie sich infiziert hat. Tattoos, solange sie nach hygienisch kontrollierten Verfahren gestochen werden und kontrolliert wird, ob eine Infektion stattgefunden hat, stellen nur ein geringes Risiko dar. Darum ermutigen wir Frauen, die Tattoos haben, ihre Babys so lange zu stillen, wie sie wollen. Bedeutet dieses Urteil, dass Frauen, die sich der Infektionsgefahr durch das Blut übertragene Viren aussetzen, nicht stillen dürfen? Natürlich müssen wir das Risiko für das Baby berücksichtigen. Das dürfen wir nicht außer Acht lassen. Frauen müssen vorsichtig sein. Sie ernähren ein Kind und sie sind seine Hauptnahrungsquelle bis etwa zum Alter von 12 Monaten, darum ist Vorsicht geboten. Aber das bedeutet nicht, dass Frauen sich in Frischhaltefolie einwickeln müssen.“

Karleen Gribble von der Universität West-Sydney, eine weitere Verfechterin des Stillens, war von diesem Gerichtsurteil geschockt. „Nie zuvor habe ich einen Fall wie diesen erlebt“, sagte sie.

GRIBBLES ANTWORT AUF DIESE GERICHTSENTSCHEIDUNG:

„Wenn dieses Verfahren sinnvoll wäre, würde es sehr, sehr viele Mütter in Australien in Angst und Schrecken versetzen. Kinderschutzorganisationen würden vielleicht in Aktion treten, weil sich viele stillende Mütter Tattoos machen lassen – häufig mit den Namen ihrer Kinder. Mir ist nur ein einziger Fall eines Menschen bekannt, der beim Tattoo-Setzen mit HIV angesteckt wurde, aber das geschah auf Bali und nicht in Australien. Ich glaube, wenn es um Mütter und das Stillen geht, müssen wir  berücksichtigen, dass Mütter Menschen sind, die einfach Dinge tun. Manchmal ist ein Risiko mit dem verbunden, was sie tun, aber wir glauben, dass sie ihre Kinder nicht vor allen Risiken zu bewahren brauchen, wobei die Frage aufkommt, ob dieser Fall ein wirkliches Risiko beinhaltet. Die meisten Menschen wägen das Risiko einer HIV- oder Hepatitis-Ansteckung sorgfältig ab. Besonders wenn sie sich genau über ein Tattoo-Studio informieren, ist es winzig klein.“

Am Freitag gab das Familiengericht der dringenden Berufung der Mutter gegen die Entscheidung in Sydney statt.

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The Shocking Reason Behind why an Australian Mother was Denied the Right to Breastfeed her Child

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AN AUSTRALIAN JUDGE BANNED A MOTHER FROM BREASTFEEDING HER CHILD BECAUSE SHE RECEIVED A TATTOO 4 WEEKS PRIOR TO THE JUDGE’S RULING WHERE HE BELIEVED THE MOTHER WAS PLACING HER BABY IN AN UNACCEPTABLE RISK TO RECEIVE HARM.

This unusual case was brought to court because the baby’s father expressed his concerns about the mother’s choice to receive a tattoo during a bitter parenting dispute.

Judge Matthew Myers, a Federal Circuit Court Judge, made the decision to grant an injunction to halt this mother from nursing her son regardless of the fact her tests results proved she did not contract HIV or hepatitis from her most recent tattoo. Judge Myers still felt that she put the child in an unacceptable risk because the tests were not conclusive.

In the aftermath of this court case, a few leading breastfeeding advocates came forth to share their concerns and frustrations with Judge Myer’s ruling. Rebecca Naylor, CEO of Australian Breastfeeding Association, said she is very worried about the dangerous precedent this could possibly set. Naylor asked the broader question – Does a judge have the right to control the risk-taking behaviors of women?

NAYLOR’S RESPONSE TO THE RULING OF THIS CASE:

“Tattooing is a regulated industry, so if you go to a tattoo parlor that is reputable then the chances of contracting an infection are very low. I think unless there’s evidence that she has contracted an infection as a result of that tattoo – then it is unreasonable. Tattooing in and of itself, as long as it’s done in reputable way and that the infection control procedures are followed, the risk is low and so no, we would absolutely encourage women who have had tattoos to breastfeed their babies for as long as they choose to.

Does that mean that women who expose themselves to any sort of risks around the contraction of a blood-borne virus… shouldn’t be allowed to breastfeed? Of course, we have to consider the risk to babies, and I’m not in any way dismissing that. Women do need to be careful. They’re feeding a child; it’s going to be their main source of nutrition up until they’re 12 months of age, so you do have to be careful. But it doesn’t mean that you have to wrap yourself in glad wrap.”

Karleen Gribble from the University of Western Sydney, another breastfeeding advocate, was shocked by this court case. She said, “I have NEVER seen a case like this before”.

GRIBBLE’S RESPONSE TO THE RULING OF THIS CASE:

“I think if it were reasonable then we would have very, very many women in Australia who would be quite horrified and perhaps child protection authorities should be taking action because many mothers who are breastfeeding get tattoos — very often of their children’s names. I’m only aware of one case where somebody contracted HIV from tattooing and that was somebody who’d got a tattoo in Bali, not somebody who’d gotten it in Australia. I think when it comes to mothers and breastfeeding, we need to consider that mothers are people, they do things. Sometimes there’s a risk associated with what they do, but we generally think that they don’t need to protect their children from all risk and it comes down to considering, is this a reasonable risk? Most people consider that the risk of contracting HIV or hepatitis from using a tattoo parlor, and particularly if they’ve been careful about checking it out, is infinitesimally small.”

Family Court has agreed to hear this mother’s urgent appeal against the ruling in Sydney on Friday.

Netzfrauen Ursula Rissmann-Telle (Übersetzung) und Doro Schreier (Informationen)
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1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. „Mal ehrlich, wer regt sich auf, wenn Männer in der Öffentlichkeit urinieren, schreiben Frauen in Argentinien“

    Ich finde es schade, wenn bei so einem Thema wieder die Geschlechterkeule genommen wird und so getan wird, als hätten Männer in allen ein Gewohnheitsrecht und wenn Männer Kinder die Brust aus evolutionären Gründen geben müssten, es zu keiner „Diskriminierung“ kommen würde. Dabei geht es doch eindeutig um wirtschaftliche Interessen!
    Im übrigen ist die Sozialkontrolle in Deutschland extrem groß. Die Wahrscheinlichkeit von irgend einer während des urinierens mit einen Smartphone aufgenommen zu werden und dann in einem „sozialen Netzwerk“ zu landen, ist sehr hoch.

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