Grönland verlor gigantische 1 Billionen Tonnen Eis in nur vier Jahren – Greenland lost a staggering 1 trillion tons of ice in just four years

grönland3zur englischen Version Nicht nur die beiden Pole verlieren Eismasse, sondern Grönland verlor gigantische 1 Billion Tonnen Eis in nur vier Jahren. Wenn die zwei großen Süßwasserreservoirs der Erde schmelzen, drohen weltweit Flutkatastrophen. Jetzt präsentiert eine beunruhigende Studie zur Eisschmelze in Grönland Zahlen, die zeigen, wie gravierend die Folgen sind.

Wir haben dazu einen Beitrag für Sie übersetzt. Die aktuelle Studie bestätigt auch unser Beitrag von 2015: Die schlimmsten Vorhersagen treffen ein – der Klimawandel ist da – The Point of No Return: Climate Change Nightmares Are Already Here: Am 20. Juli ließ James Hansen, der ehemalige NASA-Klimatologe, der die öffentliche Aufmerksamkeit im Sommer 1988 auf den Klimawechsel lenkte, eine Bombe platzen: Er und sein Team von Klimaforschern haben einen neuen wichtigen, in dem Fall rückwirkenden Mechanismus vor der Küste der Antarktis identifiziert, der auf einen 10 x schnelleren Anstieg der mittleren Meereshöhe als angenommen hindeutet: knapp über 3 Meter bis 2065. 

Grönland verlor gigantische 1 Billion Tonnen Eis in nur vier Jahren

Dass Grönland Sorgen hat, ist nicht neu — aber jetzt präsentierte eine Studie Zahlen, die zeigen, wie gravierend seine Probleme sind.

Eine Satellitenstudie, veröffentlicht in der Zeitschrift „Geophysical Research Letters“, gibt an, dass der Eisschild Grönlands kolossale 1 Billion Tonnen Eis zwischen 2011 und 2014 verlor. Der größte Anteil stammt von nur fünf Gletschern, worum sich jetzt Wissenschaftler mehr Sorgen machen als je zuvor. Es ist die neueste Geschichte in einer langen Reihe zunehmend beunruhigender Studien zur Eisschmelze in Grönland. Die Forschung hat schon festgestellt, dass der Eisschild wenigstens 9 Billionen Tonnen Eis im vergangenen Jahrhundert verlor und dass die Verlustmenge über die Zeit hin angestiegen ist.  Klimawissenschaftler haben diese Gegend besonders im Auge wegen ihres möglicherweise riesigen Beitrags zum zukünftigen Anstieg des Meeresspiegels (es wären etwa 6 Meter, wenn der ganze Schild schmölze) — sieht man von den Schäden ab, die bereits dadurch entstanden sind. Eisschmelze in Grönland kann den Meeresspiegel über das letzte Jahrhundert bereits um 2,5 cm angehoben haben. Das sind bis zu 10 Prozent des Anstiegs, der seit den 1990er-Jahren dokumentiert wird.

Die neue Studie nimmt den Eisverlust Grönlands zwischen 2011 und 2014 besonders ins Visier, indem sie Messungen des CryoSat-2 verwendet, eines Satelliten zur Erforschung der Umwelt, der 2010 durch die ESA (European Space Agency) gestartet worden war. Er stützt sich auf eine Messmethode, die als Altimetrie (Höhenmessung) bekannt ist — sie misst, wie sich die Höhe des Eises im Zusammenhang mit Eiswachstum oder Eisverlust über die Zeit verändert.

„Es ist ganz einfach: Wenn die Höhe des Eisschildes steigt, können wir dies als Beweis dafür ansehen, dass der Eisschild wächst,“ sagt der führende Autor Malcolm McMillan, Forschungsstipendiat der Universität Leeds (UK). „Und wenn wir sehen, dass die Oberfläche des Eisschilds sinkt, können wir sehen, dass Grönland Eis verliert.“

Aber er warnte vor zu großer Vereinfachung. Die Forscher mussten auch andere Faktoren wie Schneefall in Betracht ziehen

— was durch einen Satelliten schwer zu unterscheiden wäre — die ebenfalls Veränderungen der Eisdeckenoberfläche bewirken.

„Schnee und Eis haben unterschiedliche Dichten, darum stehen sie mit unterschiedlichen Mengen an Eisverlust im Zusammenhang,“ erklärte McMillan. „Wir verwendeten ein regionales Klimamodell und ein Modell der Eisschildoberfläche, um uns über die Art der Veränderung zu informieren, die wir sehen.“

Durch diese Methode — in Kombination mit den Satellitenbeobachtungen — fanden die Forscher heraus, dass der Eisschild Grönlands von Januar 2011 bis Dezember 2014 durchschnittlich ungefähr 270 Milliarden Tonnen pro Jahr verlor. Insgesamt bedeutet das ungefähr 1 Billion Tonnen Eisverlust über diesen Zeitraum von vier Jahren.

Abgesehen davon gab es einige größere Fluktuationen von einem Jahr zum anderen — eine Beobachtung, die Edward Hanna für besonders bemerkenswert hält. Hanna, der nicht an der Studie beteiligt war, ist Klimaexperte an der Universität von Sheffield (UK). Die größten Verluste wurden 2012 beobachtet, als ein ungewöhnlich warmer Sommer zu einem Verlust von ungefähr 400 Mrd. Tonnen Eis beitrug. Im Jahr darauf, 2013, war der Verlust mit knapp über 100 Mrd. Tonnen vergleichsweise bescheiden. „Nicht so viele Studien führen diese Trendanalysen oder Zeitstudien in den neueren Jahren durch,“ bemerkt Hanna. „Sie versucht wirklich festzuhalten, wie der Eisschild auf die fortschreitende Veränderlichkeit oder den Wechsel des Klimas reagiert.“

Insgesamt verlor der Südwesten das meiste Eis, aber die Wissenschaftler beobachteten auch Verluste in den kälteren, nördlichen Teilen des Eisschildes. Bemerkenswert ist auch, dass die Forscher feststellten, dass solide 12 Prozent allen Eisverlusts nur von einer Handvoll von Gletschern kamen, die weniger als 1 Prozent des gesamten Eisschildes ausmachen.

Jeder dieser Gletscher mündet ins Meer, sodass sowohl der Anstieg der Lufttemperatur als auch die des Meeres beide zum fortschreitenden Rückzug der Gletscher beitragen. Zu ihnen gehört der Jakobshavn-Gletscher, der Kultstatus besitzt, der unter besonderer Beobachtung steht und besonders bekannt ist wegen seines kürzlichen massiven Eisverlustes. Er ist bekannt dafür, Eisblöcke zu „kalben“, die einige Quadratmeilen auf der Oberfläche zu sehen sind, wie von oben gemessen wurde.

Wissenschaftler waren sich des massiven Eisverlusts sehr bewusst, dem diese Gletscher ausgesetzt sind, gab McMillan an. Aber die Ergebnisse untermauern vorhergehende Beobachtungen und deren unverhältnismäßige Rolle beim Beitrag des Eisschildes zum Anstieg des Meeresspiegels. „Es bedeutet auch, wenn wir so weitermachen, dass wir langfristig und systematisch diese Gletscher dokumentieren und sehen können, wie sie sich zukünftig verändern,“ sagte er.

Tatsächlich decken sich die Ergebnisse der Studie ziemlich genau mit Messungen durch bestimmte andere Satelliten. Im Vergleich fanden die Forscher, dass Messungen der GRACE satellites der NASA z. B. ergeben, dass Grönland Eis von einer Menge von 287 Mrd. Tonnen pro Jahr verliert. Laut Hanna decken sich diese Ergebnisse weitgehend mit umfassenden Schätzungen der Wissenschaftler hinsichtlich des neuesten Eisverlusts in Grönland, der nach seinen Worten ungefähr 250 Mrd. Tonnen jährlich in den letzten Jahren betragen hat.

Auf diese Weise untermauert die Studie viele Vermutungen, die bereits über Grönlands bedenkliche Situation geäußert wurden. Die Techniken, die dabei zur Anwendung kamen, können zukünftige Messungen unterstützen, die gebraucht werden, um Klimamodelle zu präzisieren, sodass Wissenschaftler Voraussagen darüber treffen können, wie sich der Eisschild in der Zukunft entwickeln wird — das ist ein entscheidender Schritt beim Bestimmen des Meeresspiegelanstiegs, mit dem wir jederzeit zu rechnen haben.

„Ich denke, der bedeutendste oder neuartigste Aspekt der Studie ist, dass wir so genau messen und interpretieren können,“ sagte McMillan. „Obwohl uns die Satellitentechnik ein ganzheitliches Bild davon gibt, wie der Eisschild sich insgesamt ändert, können wir diese Technik auch dazu nutzen, besondere Regionen auszumachen, die sich verändern. Das ist wirklich wichtig und es gibt uns eine Vorstellung von den Vorgängen, die die Veränderung hervorrufen.“

Grönland

http://nsidc.org/greenland-today/2013/02/greenland-melting-2012-in-review/

Greenland lost a staggering 1 trillion tons of ice in just four years

By Chelsea Harvey Washington Post 

July 19, 2016

It’s no news that Greenland is in serious trouble — but now, new research has helped quantify just how bad its problems are.

satellite study, published last week in the journal Geophysical Research Letters, suggests that the Greenland ice sheet lost a whopping 1 trillion tons of ice between the years 2011 and 2014 alone. And a big portion of it came from just five glaciers, about which scientists now have more cause to worry than ever.

It’s the latest story in a long series of increasingly worrisome studies on ice loss in Greenland. Research already suggests that the ice sheet has lost at least 9 trillion tons of ice in the past century and that the rate of loss has increased over time. Climate scientists are keeping a close eye on the region because of its potentially huge contributions to future sea-level rise (around 20 feet if the whole thing were to melt) — not to mention the damage it’s already done. Ice loss from Greenland may have contributed as much as a full inch of sea-level rise in the last 100 years and up to 10 percent of all the sea-level rise that’s been documented since the 1990s.

The new study takes a detailed look at ice loss in Greenland between 2011 and 2014 using measurements from the CryoSat-2, an environmental research satellite launched by the European Space Agency in 2010. It relied on a type of measurement known as altimetry — basically, measuring how the surface of Greenland’s altitude changed over time in response to ice gains or losses.

“Simplistically, if the ice sheet’s going up, we can find that as evidence that the ice sheet is growing,” said lead author Malcolm McMillan, a research fellow at the University of Leeds. “And where we see that the ice sheet surface is lowering, we can find that the ice sheet is losing ice.”

But he cautioned that this is something of a simplification. The researchers also had to consider how other factors such as snowfall — which would be difficult to differentiate by satellite — might be affecting changes on the surface of the ice sheet.

“Snow and ice are at different densities, so they’re associated with a different amount of mass loss,” McMillan explained. “We used a regional climate model and a model of the surface of the ice sheet to really inform us and tell us about the nature of the changes that we’re seeing.”

Using this method — combining the satellite observations with modeling — the researchers found that the Greenland ice sheet lost mass at an average rate of about 269 billion tons per year from January 2011 through December 2014. Altogether, this comes to about 1 trillion tons of ice loss over the four-year period.

That said, there were some major fluctuations from one year to the next — an observation that University of Sheffield climate expert Edward Hanna (who was not involved in the new study) said is one of the paper’s most notable findings. The biggest losses were observed in 2012, when an unusually warm summer helped bring about a loss of more than 400 billion tons of ice. The next year, 2013, saw a comparatively modest loss of just over 100 billion tons.

“There’s not so many studies that do these sort of trend analyses or time studies for the latest few years,” Hanna noted. “So it’s really trying to assess how the ice sheet is responding to ongoing climate variability or change.”

Overall, the ice loss was particularly prevalent in the southwest, but the scientists noted that there were also losses observed in the cooler, northern parts of the ice sheet. Notably, the researchers also found that a solid 12 percent of all the ice loss came from just a handful of glaciers composing less than 1 percent of the ice sheet’s total area.

Each of these five glaciers flows outward into the sea, so that a combination of both rising air temperatures and ocean temperatures likely play a part in their ongoing retreat. Among these was the iconic Jakobshavn glacier, a well-studied location now famous for its recent massive ice losses. It’s been known to calve blocks of ice boasting several square miles in surface area, as measured from above.

Scientists were already fairly well aware of the massive losses being suffered by these glaciers, McMillan acknowledged. But the finding helps reinforce previous observations and drive home their disproportionate role in the ice sheet’s contributions to sea-level rise. “Also … it means that going forward, we’re able to kind of develop long-term and systematic records that we can [use to] regularly monitor these glaciers and see how they’re changing into the future,” he said.

In fact, the study’s results match up reasonably well with measurements taken by certain other satellites. After doing some comparisons, the researchers found that data from NASA’s GRACE satellites, for instance, suggest that Greenland is losing ice at a rate of about 287 billions tons per year. And according to Hanna, the results stand well with scientists’ overall estimates of recent ice loss in Greenland, which he says are consistently suggested to be around 250 billion tons annually for the past few years.

In this way, the study reinforces many beliefs that were already widely held about Greenland’s precarious condition. But the techniques used to do so may strengthen future measurements, which will be used to inform the climate models that help scientists make predictions about how the ice sheet will behave in the future — a crucial step in determining the amount of sea-level rise we might expect over any given time period.

“I guess the most significant or the most novel aspect of the study is really the resolution or the detail that we’re able to measure,” McMillan said. “Although satellite techniques give us a holistic view of how the ice sheet as a whole is changing, what we’re able to do by using this specific technique is identify specific regions that are changing. And that’s really important because it kind of gives us more of an idea of the processes that are causing the changes.”

Netzfrau Ursula Rissmann-Telle

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