Cannes: Der Bürgermeister von Cannes verbietet religiöse Kleidung am Strand – Burkini : le maire de Cannes interdit les vêtements religieux à la plage

BurkinifrenchDie Burkinis stehen in Frankreich im Fokus der Aufmerksamkeit. Die Ganzkörperbadeanzüge wurden in mehreren Badeorten verboten. Ein Burkini-Verbot verhängten Villeneuve-Loubet und Mandelieu-la-Napoule an der Côte d’Azur, Leucate an der spanischen Grenze, das Dorf Sisco auf Korsika, sowie Le Touquet im nördlichen Département Pas-de-Calais und Oye-Plage in Pas-de-Calais. 2011 hatte Frankreich ein landesweites Verbot von Burkas eingeführt – eine Vollverschleierung, bei der auch die Augen nicht sichtbar sind. Auch in Deutschland wird vor allem aus der Union ein Burka-Verbot angeregt.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) billigte in einem Urteil im Juli 2014 ein französisches Gesetz, welches die Vollverschleierung in der Öffentlichkeit generell verbietet. Eine junge Französin muslimischer Religionszugehörigkeit hatte gegen den Erlass in ihrem Heimatstaat Beschwerde eingereicht, weil sie den Ganzkörperschleier mit der Inkraftsetzung des Verbots der Verschleierung des Gesichts im öffentlichen Raum im April 2011 ablegen musste.

Amnesty International (AI) äußerte sich im Jahre 2010 dezidiert gegen gesetzliche Verbote von Ganzkörperschleiern. Zwar habe der Staat die Pflicht, dafür zu sorgen, dass keine Frau von der Familie oder anderen Personen dazu gezwungen werde, sich zu verschleiern. Ein Verbot sei allerdings kein Schritt für mehr Frauenrechte, denn verschleierte Frauen würden durch Verbote im Alltag noch zusätzlich ausgegrenzt. Eine klar definierte Einschränkung der Verschleierung sei zwar legitim, falls die öffentliche Sicherheit auf dem Spiel stehe oder allgemeine Regeln für bestimmte Berufe gelten. Es sei beispielsweise zulässig, Frauen aufzufordern, ihren Schleier für Identitätskontrollen zu lüften. Solche Einschränkungen dürften jedoch nicht auf eine diskriminierende Art und Weise umgesetzt werden.

Im Juli 2016 äußere sich die Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes (TdF) gegen ein Burkaverbot. TdF bezeichnet es als «scheinheilig», im Namen der Gleichstellung ein Burkaverbot zu fordern, denn damit würden Gleichstellungsanliegen «rassistisch instrumentalisiert». Die Vollverschleierung sei «mitnichten die Ursache irgendeines Problems», sondern «lediglich ein sehr unterschiedlich gedeutetes Symbol».

Das Burkini-Verbot sorgt weltweit für Schlagzeilen. Wir würden gern von Ihnen erfahren, wie Sie dieses Verbot sehen. Um zu erfahren, wie David Lisnard, Bürgermeister von Cannes, sein Burkini-Verbot  begründet, hier eine Übersetzung aus Le Monde:

Cannes: Der Bürgermeister von Cannes verbietet religiöse Kleidung am Strand

11. 08. 2016

David Lisnard, Bürgermeister (Les Républicains) von Cannes (Alpes-Maritimes), erließ am 28. Juli eine städtische Verordnung, die das Tragen religiöser Kleidung an den städtischen Stränden untersagt. Ein Erlass, den l’Agence France-Presse (AFP) im Detail am Donnerstag, dem 11. August veröffentlichte.

«Eine Strandkleidung, die ostentativ eine religiöse Anschauung zur Schau stellt, während ganz Frankreich und die Orte religiösen Kults aktuell Zielscheibe terroristischer Angriffe sind, können Risiken für Störungen der öffentlichen Ordnung bewirken (Menschenansammlungen, Zusammenstöße etc.), die es zu verhindern gilt.»

«Der Zutritt zu den Stränden und zum Baden ist verboten

mit Wirkung der gegenwärtigen Verordnung bis zum 31. August für jede Person, die nicht angemessen angezogen ist und die guten Sitten, die Trennung von Staat und Kirche, die Hygiene- und Sicherheitsregeln im öffentlichen Strandbereich nicht respektiert.»

«Das Tragen von Kleidern während des Badens widerspricht den o. g. Prinzipien und ist gleichermaßen verboten. […] Jeder Verstoß hat ein Strafmandat mit einem Bußgeld von 38 € zur Folge.»

Von „Nice Matin“ befragt, erklärte David Lisnard:

«Ich habe weder Zeit noch Lust zu polemisieren. Ich habe diese Verordnung neben anderen erlassen, um die Sicherheit meiner Stadt zu gewährleisten im Zusammenhang mit dem staatlich verhängten Ausnahmezustand. (…) Wir verbieten nicht den Schleier, die Kippa, die Kreuze, ich verbiete einfach eine Uniform, die ein Symbol islamistischen Extremismus‘ ist. Man soll diese Verordnung nicht ins Lächerliche ziehen. Wir leben in einem öffentlichen Raum, in dem es Regeln zu respektieren gilt.»
Diese  Äußerungen veranlassten Feiza Ben Mohamed, den Sprecher und Generalsekretär der Föderation der Muslime des Südens, zu einer lebhaften Reaktion: Er fordert auf Twitter die Annullierung dieses Erlasses und stachelt die Personen, die im Zuge dessen bestraft werden, dazu an, die Sache vor ein Verwaltungsgericht zu bringen.

Controversy in Cannes – burkinis banned on beach

Cannes bans burkinis on beaches from  

Burkini : le maire de Cannes interdit les vêtements religieux à la plage

11.08.2016 Le Monde

David Lisnard, maire (Les Républicains) de Cannes (Alpes-Maritimes), a pris le 28 juillet un arrêté municipal interdisant le port de vêtements religieux sur les plages de la ville. Un arrêté dont l’Agence France-Presse (AFP) publie les détails jeudi 11 août.

« Une tenue de plage manifestant de manière ostentatoire une appartenance religieuse, alors que la France et les lieux de culte religieux sont actuellement la cible d’attaques terroristes, est de nature à créer des risques de troubles à l’ordre public (attroupements, échauffourées, etc.) qu’il est nécessaire de prévenir

« L’accès aux plages et à la baignade est interdit à compter de la signature du présent arrêté jusqu’au 31 août 2016 à toute personne n’ayant pas une tenue correcte, respectueuse des bonnes mœurs et de la laïcité, respectant les règles d’hygiène et de sécurité des baignades adaptées au domaine public maritime. »

« Le port de vêtements pendant la baignade ayant une connotation contraire à ces principes est également interdit. […] Toute infraction fera l’objet d’un procès-verbal et sera punie de l’amende de première catégorie, soit 38 euros. »

Interrogé par Nice Matin, David Lisnard a de son côté déclaré :

« Je n’ai ni le temps ni l’envie de polémiquer. J’ai pris cet arrêté parmi tant d’autres pour assurer la sécurité de ma ville dans un contexte d’état d’urgence. (…) On n’interdit pas le voile, ni la kippa, ni les croix, j’interdis simplement un uniforme qui est le symbole de l’extrémisme islamiste. Il faut arrêter de vouloir caricaturer cet arrêté. Nous vivons dans un espace public commun, il y a des règles à respecter. »

Autant de propos qui ont fait vivement réagir Feiza Ben Mohamed, porte-parole et secrétaire générale de la Fédération des musulmans du Sud, évoquant sur Twitter la mise en place d’une « procédure » pour faire annuler l’arrêté et incitant les personnes qui pourraient être verbalisées à cause de cet arrêté à porter l’affaire devant un tribunal administratif.

Netzfrau Ursula Rissmann-Telle
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