Grausamer Mord an Transgender-Aktivistin Hande Kader in der Türkei – Transgender woman’s mutilated body found BURNT in street follows streak of gay hate crimes in Turkey

Hande-Kaderzur englischen Version Traurige Nachrichten, die uns aus der Türkei erreichen. Der Körper der Transgender-Aktivistin Hande Kader wurde verstümmelt und verbrannt in Istanbul gefunden. Die junge Aktivistin und Sexarbeiterin galt seit einer Woche als vermisst. Sie wurde zuletzt gesehen, als sie in das Auto eines Kunden gestiegen war. Nachdem sie sich nicht mehr zurückmeldete, haben Freunde ihr Verschwinden der Polizei gemeldet. Bei einer Suchaktion sollen die Beamten dann die verbrannte Leiche im Istanbuler Bezirk Zekeriyaköy entdeckt haben. Hande Kader wurde nur 22 Jahre alt. Bekannt wurde Hande Kader durch ihr Engagement für die LGBT-Rechte in der Türkei.

Erst vor kurzem wurde ein homosexueller syrischer Flüchtling nur wenige Kilometer von dem Fundort der Leiche von Hande Kader ermordet aufgefunden. Die Türkische LGTBQ-Aktivisten haben nach dem Mord an Hande Kader zu Solidaritätsaktionen aufgerufen. In der Türkei nimmt die Gewaltbereitschaft gegen Homosexualität zu. 80% der Bevölkerung glauben, dass Homosexualität moralisch inakzeptabel ist. 

Aus anderen Nachrichten auf Twitter erfahren wir, dass Hande Kader mehrfach vergewaltigt worden sein soll und dass ihr die Arme abgehackt wurden. In der Türkei wird nicht über diesen Vorfall berichtet. Die sozialen Netzwerke werden dazu genutzt, um auf diesen grausamen Mord aufmerksam zu machen.

Der Fall erinnert uns an Özgecan Aslan. Ihr Tod löste in der Türkei einen Protest aus, nachdem sie am 13. Februar 2015 in einem Flussbett in der südlichen Provinz von Mersin, Türkei gefunden wurde. Auch die  20-jährige Psychologiestudentin wurde verbrannt aufgefunden. Sie war vergewaltigt, mit einem Eisenrohr misshandelt und ihre Finger waren bei lebendigem Leib abgeschnitten worden. Der Mord an Özgecan Aslan löste nun landesweit Proteste aus sowohl auf den Straßen als auch im Netz. Die Proteste sind hauptsächlich weiblich. Die Frauen protestierten gegen eine Gesellschaft, die Gewalt gegen Frauen strukturell verharmlost, und gegen eine Regierung, die professionelles victim blaming im Wahlkampf einsetzt, also die weiblichen Gewaltopfer für die eigentlich Schuldigen erklärt. Siehe: Türkei: Grausamer Mord an Özgecan Aslan – Frauen protestieren auf der Straße und auf Twitter

Unter dem Hashtag #HandeKader äußern sich Nutzer auf dem Kurznachrichtendienst Twitter empört über den jüngsten kaltblütigen Mord.

Türkische Polizisten setzen im Juni bei einer Demonstration von trans-und homosexuellen Menschen in Istanbul Tränengas und Gummigeschosse ein und lösten die Demonstration mit Gewalt auf. Mehrere Personen wurden festgenommen.

„Die Freiheit ist wie eine unsichtbare Krone, die Ihr alle auf Euren Köpfen tragt, ohne es zu bemerken. Diese Krone ist nur für uns Gefangene sichtbar, denn wir dürfen sie nicht tragen!“
Reyhaneh Jabbari

TRANS WOMAN BURNED AND MURDERED IN TURKEY

Hande Kader, a trans woman based in Istanbul, disappeared a week ago. Her friends and lover filed a missing person’s announcement. Hande Kader’s burned body was found in Zekeriyaköy.

Source: “Trans Kadın Yakılarak Katledildi”, Pembe Hayat, 12 August 2016, http://pembehayat.org/haberler.php?id=1187

Trans sex worker Hande Kader was last seen getting in her customer’s car about a week ago and has not been heard from since. Her friends and partner have reported Hande’s disappearance to the police.

hande_kader

Following the report, police initiated a search and rescue. During the operation, they found a burned trans woman’s body near Zekeriyakoy.

Hande Kader’s partner D. mentioned that Hande was wearing prosthetics which helped identify her burnt body.

In order to confirm the body’s identification, Hande’s family has been informed and the burial will be on hold until they arrive.

LBGTI Turkey – PRIDE COMMITTEE: “WE WILL BE ON THE STREETS ON SUNDAY TO DEMAND JUSTICE FOR HANDE KADER AND TO STOP HATE CRIMES”

We feel great anger: our beloved friend Hande Kader was burned to death. The burned body of 23 years old trans woman Hande Kader was found in Zekeriyaköy almost a week ago. Hande was a person who raised her voice against hate crimes and encouraged everyone to raise their voices too. Read more: LGBTI News Turkey

Source: La activista transgénero Hande Kader, mutilada y quemada en Turquía

Netzfrau Birgit Steinmeyer (Chile)
deutsche Flagge
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10 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Warum, können alte Männer, Blöde und Religiöse die Menschen einfach nicht in Ruhe lassen?
    Ganz einfach: Sie verlören so ihre Daseinsberechtigung!
    Also Leute keine Kuschelei mit diesen Heiden! Begegenen wir ihnen mit der Verachtung, die sie uns schenken! Hier ist kein Platz für Ekelgläubige aller colour!

  2. Vorsicht.
    Eigentlich ist bekannt, dass Istanbul toleranter gegenüber transitenten Frauen ist als z.B. Deutschland. Selbst im Iran schützte einst Komeni transidente Frauen per Gesetz.
    In Deutschland hingegen ist rechtswirksam bekannt, dass transidente Frauen nur in Männerkleidung ihren Arbeitsplatz zu betreten haben.
    Arbeitsgerichte in Deutschland – so das ArbG Mainz – bestätigen fristlose Kündigungen wegen Transidentität, wenn transidente Frauen sich nicht daran halten in Männerkleidung zur Arbeit zu erscheinen und stattdessen in Frauenkleidung arbeiten.
    Selbst Vertreter des Rechts bekunden in Schriftsätzen bei Gericht – so vor LG Frankfurt -, dass der transidenten Klägerin „auf Grund der Art und Weise des Erscheinens vor Gericht“, dieser (transidenten Klägerin) zukünftig niemand Honorare zahlen werde. (im Streitfall 130.000,-€)
    Gerne outen auch Abteilungsleiter von z.B. DAX 30 Unternehmen vor gesamter Betriebsbelegschaft, dass Frau … xx ein Mann sei – und erfüllen damit einen Straftatbestand, der vom ArbG F geringst geandet wird, jedoch den entstandenen Schaden nicht annähernd milderte. Und das vor dem Hintergrund, dass die WHO Transidentität als Krankheit einstuft.

    Wirtschaftliche und gesellschaftliche Vernichtung von transidenten Frauen ist auch in D Alltag, obwohl „gemeinsame Werte“ bis zum Hindukush verteidigt werden.

    Zu vermuten ist, dass das Rechtsempfinden der Justiz – hier ArbG Mainz – gegen GG, EuGH, Menschenrechte etc verstößt und deshalb nur für einen Teil der Gesellschaft maßgeblich Recht spricht. Der Rechtsstaat in D ist schon lange vor einer betroffenen transidenten Frau beerdigt worden.
    Die Tat in der Türkei ist schrecklich, doch denken sie bitte daran, dass hier nicht nur Gutmenschen leben. Das steht nur drauf, damit man auf andere zeigen und sie verachten kann.
    Arschlöcher gibt es überall.

  3. Macht mich vollkommen sprachlos.

    Auch, daß ich das in den letzten 8 Tagen nicht mitbekommen habe.

    Übel ekelhafte Dinge geschehen in der Türkei. Sowas lässt abgrundtief blicken.

  4. Mich trifft das sehr. Sowohl der einzelne Fall als auch der Umstand, dass ich Istanbul als unglaublich modern und offen erlebt habe.

    Ich würde behaupten, dass wir uns in unserem Umfeld glücklicher Weise alle darüber einig sind, dass das eine unerträgliche Situation ist.

    Aber eine Sache stößt mir dabei immer sauer auf.

    Vor 1850 war Homosexualität und Transgender in der arabischen und osmanischen Welt über Jahrhunderte gesellschaftlich weithin akzeptiert, was sich in unzähligen Zeichnungen, Gedichten und Erzählungen ausdrückte.

    Es waren die Engländer und Franzosen, die sowohl das Osmanische Reich als auch die restliche kolonialisierte Welt zu Reformen drängten, die Homosexualität und Transgender einen Namen gaben und unter Strafe stellten. Nebenbei exportierte man noch schwachsinnige Ideen wie den ethnischen Nationalstaat, Antijudaismus und Menschenrassen.

    Aus Sicht der Engländer und Franzosen brachte man den “rückständigen” Osmanen, Arabern, Persern, Indern und Pakistaner “Zivilisation” bei. All diese Staaten nahmen Handlungen, die irgendwie mit LGBT zu tun haben, in den 1850ern in ihr Strafrecht auf.

    Aus politischen und taktischen Gründen haben sich die europäischen Staaten zusätzlich in den folgenden Jahrzehnten häufig die verdrehtesten und extremsten religiösen Gruppierungen als Verbündete und Statthalter ausgesucht, was die wachsende Intoleranz noch weiter verbreitete.

    Später Mitte des 20. Jh. wurden säkulare und aufgeklärte Bewegungen aus Angst, sie wären kommunistisch und würden sich den Russen anschließen, konsequent unterdrückt und bekämpft.

    Diese Situation hält eigentlich bis heute an.

    Und da finde ich es (jetzt nicht bei deinem Post) aber in der allgemeinen medialen Wahrnehmung problematisch, wenn wir uns jetzt plötzlich hinstellen und so tun, als seien Intoleranz, Antisemitismus und LGBT-phobie etwas, das muslimischen Kulturen oder dem Islam irgendwie innewohnen würde.

    Das ist zumindest, was die meisten aus der Berichterstattung mitnehmen und was dazu führt, dass sich die Meinung verbreitet, Muslime könnten sich bereits durch ihre Wurzeln/Kultur/Religion gar nicht integrieren – was auch immer Integration sein soll.

    Und dieser Vorwurf bringt die “andere Seite” automatisch dazu eine Verteidigungshaltung einzunehmen und weil niemand sich gern entschuldigt, wird das dann eben mit konstruierten Argumenten gerechtfertigt. So trägt man dazu bei, dass sich die Intoleranz noch verfestigt und als Identitätsmerkmal angenommen wird.

    Ich finde, dass diese peinliche Geschichte, die ich mir auch erst zusammengelesen habe, in Schulen gelehrt werden sollte. So könnte die Wirkweise von Intoleranz besser analysiert werden und man böte Kindern mit Wurzeln in der osmanisch/arabisch geprägten Welt eine Möglichkeit sich mit etwas Positivem, nämlich der im Vergleich zu Europa relativ weiten Toleranz vor der Kolonialisierung, zu identifizieren.

    Das scheint mir wichtiger als 150 Jahre später wieder mit dem Finger auf die Region zu zeigen und sie diesmal für etwas, was man da selbst hingetragen hat, als rückständig zu erachten.

    Natürlich muss man gegen die ausgeführte Intoleranz und solche Morde die Stimme erheben, aber die hiesige Berichterstattung sollte sich dringend der Geschichte erinnern und dafür Sorge tragen, dass solche Taten nicht noch für rassistische Argumentationen missbraucht werden.

  5. Wir haben unsere Wohnung in der Türkei verkauft, auf Grund der Berg-Türken die genau sowas fabrizieren, da sie Hinterwäldler sind und weder Akzeptanz noch Fortschrittlichkeit wollen oder zulassen ! Das Land ist toll! leider fühle ich mich genau von den unterbelichteten Berg-Ziegen unerwünscht und bedroht…Erdogan macht sich selber lächerlich , da er handelt wie ein egoistisches trotziges scheiss Gör…MITTELALTER ! bisschen zu wenig Sauerstoff bekommen der ziegenficker…unglaublich wie man so old School und starrsinnig sein kann

  6. Solange Schwule und Lesben sowie Transgender sich so wie User „Emanon“ die Welt schönreden und die Intoleranzproblematik des Islam einfach strikt negieren, werden sie noch viele böse Überraschungen erleben. Absurd wie die Fakten zurechtgebogen werden und die Schuld für Homophobie und Transvestitenhass des Islam auf den Westen projiziert werden. Euer Erwachen wird scheinbar noch sehr lange dauern und sehr schmerzhaft sein. Sehr aussagekräftig auch, dass die linksgerichteten Mainstreammedien in Deutschland dieses brutale religiöse Verbrechen wieder einmal versuchen unter den Teppich zu kehren. Passt halt nicht zum verordneten Islambild. Und jetzt bin ich gespannt, ob hier ganz typisch wieder nur einseitig kommentiert werden darf, oder die vielfach gepredigte Offenheit tatsächlich auch real gelebt wird.

  7. 80% der Bevölkerung glauben, dass Homosexualität moralisch inakzeptabel ist. Sex mit kleinen Jungs – ja, ist ok. Sex mit minderjährigen Mädchen – ja, ist ok. Welch´ eine verlogene Gesellschaft in der 15% der Männer homosexuell sind.

  8. Pingback: Transgender World – Oder wie klein und gefährlich kann meine Welt werden? | tGirl

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