Erdbeben Italien – Die Lage ist schlimmer als befürchtet

Italien55Wir gedenken der Opfer des verheerenden Erdbebens in Italien. Ein Erdbeben der Stärke 6,5 hat Mittelitalien erschüttert. Die Zahl der Toten steigt minütlich. Unter den Opfern sind viele Kinder, viele Menschen werden vermisst. 

Der Zivilschutz zog Vergleiche mit dem Erdbeben in L’Aquila im Jahr 2009. Damals starben 300 Menschen. In der Region Marche (Mittelitalien) wurde die gesamte Gemeinde Arquata aus Sicherheitsgründen evakuiert. Hier ist ein Ehepaar unter den Trümmern seines Hauses ums Leben gekommen. Besonders betroffen war auch eine Urlaubsortschaft im Apennin, Amatrice, 140 Kilometer nordöstlich von Rom. Die Patienten des lokalen Krankenhauses mussten die Anlage verlassen. Auch in anderen Orten der Region wurden beschädigte Krankenhäuser  und Seniorenheime geräumt.

Das Epizentrum des Erdbebens mit einer Stärke von mehr als 6 lag in einer Tiefe von vier Kilometern. Die Erschütterungen waren bis in die rund 150 Kilometer entfernte Hauptstadt Rom zu spüren, dort wurden die Einwohner aus dem Schlaf gerissen. Nach dem ersten Erdbeben um 3.36 Uhr kam es rund eine Stunde später zu einem starken Nachbeben. Experten warnten vor weiteren Nachbeben. Italien wird auf Grund seiner geografischen Lage immer wieder von Erdbeben erschüttert.

Die Gemeinde Amatrice war am Mittwochvormittag noch zum Großteil isoliert, da Geröll die Straßen zur Kleinstadt blockierte. Eine Brücke, die nach Amatrice führt, stürzte teilweise ein, was die Rettungsarbeiten erheblich erschwerte. „Amatrice existiert nicht mehr, unsere ganze Gemeinde ist in Trümmern“, klagte Bürgermeister Sergio Pirozzi. „Es ist eine Tragödie wie in L’Aquila vor sieben Jahren. Amatrice ist nicht mehr zu erkennen, der ganze historische Kern ist zusammengebrochen“, kommentierte der Bürgermeister von L’Aquila, Massimo Cialente, der das Bebengebiet in Amatrice besuchte.

Das Erdbeben in Zentralitalien ist nach dem Beben in L’Aquila von 2009 das zweite schwere innerhalb weniger Jahre in derselben Region. Italien gehört zu den geologisch aktivsten Ländern Europas. Hier stößt die afrikanische mit der eurasischen Platte zusammen, und entsprechend dynamisch ist die Erdoberfläche. Verantwortlich ist die Apulische Platte. Es ist eine kleine Erdplatte, hierauf liegt der größte Teil von Italien. Über die vergangenen Jahrhunderte waren die Bergregionen der Abruzzen, in denen auch Avezzano liegt, mehrfach Schauplatz von Erdbeben, die etliche Tausend Menschenleben forderten.

Wir haben Ihnen die Nachrichten zusammengefasst. Zum jetzigen Zeitpunkt liegt die Todeszahl etwa bei 40.

Erdbeben 2009 – Die endgültige Zahl der Toten belief sich auf 308, zudem musste die Zivilschutzbehörde etwa 67 000 Obdachlose in Zeltstädten und in Hotels an der Adriaküste vorläufig unterbringen. Insgesamt wurden bis zu 15 000 Gebäude von den Erdstößen beschädigt.

„Die Hoffnung ist wie ein Sonnenstrahl, der in ein trauriges Herz dringt. Öffne es weit und lass sie hinein.“

Christian Friedrich Hebbel

Mögen viele Menschen gerettet werden.

Im Gedanken an Italien

Netzfrauen

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