Viva l’Italia – Nach COOP jetzt auch Nahrungsmittelkonzern Barilla palmölfrei – Grund: EFSA warnt vor Palmöl wegen Krebsgefahr! – After EFSA opinion on palm oil, Barilla Eliminates Palm Oil From Over 50 Mulino Bianco Products

Palm1zur englischen Version  Nachdem die italienische Einzelhandelskette Coop die Produktion und den Verkauf von Produkten eingestellt hat, die Palmöl enthalten, folgt jetzt der große italienische Nahrungsmittelkonzern Barilla. Die Entscheidung folgte nach der Veröffentlichung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit: Verarbeitungskontaminanten auf Basis von Glycerin, die in Palmöl, aber auch in anderen Pflanzenölen, Margarinen und einigen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten sind, geben Anlass zu möglichen Gesundheitsbedenken. Diese Bedenken bestehen hinsichtlich jüngerer Altersgruppen bei durchschnittlichen Verzehrmengen und hinsichtlich aller Altersgruppen bei großen Verzehrmengen.

Die italienische Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin hat die Bevölkerung in Italien vor dem Verzehr gewarnt und eine dringende Überprüfung durch die EFSA gefordert. Dabei handelt es sich um die folgenden drei Substanzen Glycidyl-Fettsäure-Ester, 3-MCPD (3-Monochloropropanediol ) und 2-MCPD (2-Monochloropropanediol). „Es gibt ausreichende Hinweise dafür, dass Glycidol genotoxisch und krebserregend ist, “ gab Helle Knutsen von der EFSA bekannt. Die Gefahr für die Gesundheit entsteht, wenn pflanzliches Öl bei sehr hohen Temperaturen erhitzt wird. Wir hatten darüber Informiert: Siehe: Viva l’Italia – Der Italienische COOP wird KOMPLETT palmölfrei – Grund: EFSA warnt vor Palmöl wegen Krebsgefahr! – After EFSA opinion on palm oil, the Italian food retailer coop withdraws 120 products containing palmoiI

Der italienische Nahrungsmittelriese Barilla hat Palmöl aus über 50 Produkten seiner Mulino Bianco Marke entfernt. Für die Kekse, Snacks und Brot hat sich der Konzern für eine gesündere Alternative entschieden. Wie der Konzern bekannt gab, wird Palmöl durch Öle, wie Sonnenblumen- und Olivenöl extra vergine ersetzt. Die Produkte, die noch nicht Palmöl- frei sind, wie Kekse Abbracci, Rosite, Cuor di Mela und Rigoli, werden in Kürze mit alternativen Öle hergestellt.

Die Cooperativa di Consumatori, kurz coop, ist die größte italienische Einzelhandelskette und sie gab bereits im Mai 2016 bekannt, auf Grund der gesundheitlichen Risiken auf Produkte mit Palmöl zu verzichten. Der Konzern entschuldigte sich bei den Kunden und Aktionären für die Versäumnisse, nicht schon eher gehandelt zu haben. Sie haben bereits etwa 100 palmölfreie Produkte, die unter deren eigenen Marke produziert und verkauft werden, zum Beispiel für Kinder „Crescende“, „Club 4-10“ und „ViviVerde“. Die restlichen 120 Produkte, die Palmöl enthalten, sollen aus den Regalen genommen werden.

Auch die Unternehmen Esselunga und Conad verzichten nun auf Palmöl.

Warum geht so etwas nicht auch in Deutschland? Sind wir so rückständig? Offensichtlich ja!

Dass Palmöl wegen seiner umweltzerstörerischen Anbaumethoden stark in der Kritik steht, ist inzwischen hinlänglich bekannt und darüber haben wir Netzfrauen mehrfach berichtet. Im Oktober 2015 brannten Hunderte Flächen in Indonesien, darunter u. a. Sumatra. Große Flächen werden illegal abgefackelt, um Plantagen für die Produktion von Palmöl anzulegen. In Singapur wurden auf Grund der schlechten Luftqualität die Schulen geschlossen. Der Rauch bedrohte zusätzlich die Gesundheit vieler Menschen. Bei Sichtweiten unterhalb von 1000 Metern ist er extrem schädlich.

War Ihnen bewusst, dass Palmöl auch gesundheitliche Risiken mit sich bringt?

Am 03. Mai 2016 warnte die EFSA vor Verarbeitungskontaminanten auf Basis von Glycerin, die in Palmöl, aber auch in anderen Pflanzenölen, Margarinen und einigen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten sind. Diese geben Anlass zu möglichen Gesundheitsbedenken. Diese Bedenken bestehen hinsichtlich jüngerer Altersgruppen bei durchschnittlichen Verzehrmengen und hinsichtlich aller Altersgruppen bei großen Verzehrmengen, so die EFSA.

EFSA 03. Mai 2016

Verarbeitungskontaminanten in Pflanzenölen und Lebensmitteln

Glycidyl-Fettsäureester – genotoxisch und karzinogen

Das Sachverständigengremium für Kontaminanten in der Lebensmittelkette (CONTAM) der EFSA berücksichtigte bei seiner Risikobewertung zu GE Informationen über die Toxizität von Glycidol (der Ausgangsverbindung von GE) und ging von einer vollständigen Umwandlung der Ester in Glycidol nach der Aufnahme aus.

Dr. Helle Knutsen, Vorsitzende des CONTAM-Gremiums, erklärte: „Da die genotoxische und karzinogene Wirkung von Glycidol hinreichend nachgewiesen ist, hat das CONTAM-Gremium keinen sicheren Wert für GE festgelegt.“

Bei der Bewertung genotoxischer und karzinogener Stoffe, die unbeabsichtigt in der Lebensmittelkette enthalten sind, berechnet die EFSA einen „Margin of Exposure“ (MOE) für Verbraucher. Als Faustregel gilt: Je höher der MOE-Wert und damit die Sicherheitsmarge für die Exposition, desto geringer sind die Bedenken für die Verbraucher.

Das Gremium kam zu dem Schluss, dass GE Anlass zu möglichen Gesundheitsbedenken hinsichtlich jüngerer Altersgruppen bei durchschnittlicher Exposition und hinsichtlich aller Altersgruppen bei hoher Exposition gibt.

“Die Exposition von Säuglingen, die ausschließlich Säuglingsanfangsnahrung zu sich nehmen, gegenüber GE ist besonders besorgniserregend, da sie den Wert, der für die öffentliche Gesundheit als unbedenklich gelten würde, bis um etwa das Zehnfache übersteigt,“ so Dr. Knutsen.

Die Prüfung des Gremiums hat ergeben, dass der GE-Gehalt in Palmölen und Palmfetten zwischen 2010 und 2015 um die Hälfte reduziert wurde, was auf freiwillige Maßnahmen der Hersteller zurückzuführen ist. Dies hat maßgeblich zu einer Verringerung der Exposition der Verbraucher gegenüber diesen Stoffen beigetragen.

Exposition gegenüber 3-MCPD oberhalb des sicheren Werts; unzureichende Daten zu 2-MCPD

“Wir haben eine zulässige tägliche Aufnahmemenge (TDI) von 0,8 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag (µg/kg KG/Tag) für 3-MCPD und dessen Fettsäureester festgelegt. Dabei stützen wir uns auf Nachweise aus Tierversuchen, die diesen Stoff mit Organschäden in Verbindung bringen“, so Dr. Knutsen weiter. „Es liegen jedoch nicht genügend toxikologische Informationen vor, um einen sicheren Wert für 2-MCPD festzulegen.“

Die geschätzte durchschnittliche Exposition und die hohe Exposition gegenüber 3-MCPD (beide Formen) für jüngere Altersgruppen einschließlich Heranwachsender (bis 18 Jahre) überschreiten die zulässige tägliche Aufnahmemenge und stellen ein mögliches Gesundheitsrisiko dar.

Für die meisten Menschen trägt Palmöl wesentlich zur Exposition gegenüber 3-MCPD und 2-MCPD bei. Der Gehalt an 3-MCPD und dessen Fettsäureestern in Pflanzenölen hat sich in den vergangenen fünf Jahren kaum verändert.

Wie geht es weiter?

Die aktuelle Risikobewertung dient der Information von Risikomanagern in der Europäischen Kommission und den Mitgliedsstaaten, die mit der Regulierung der EU-Lebensmittelsicherheit beauftragt sind. Sie werden sich auf der Grundlage der wissenschaftlichen Beratung seitens der EFSA Gedanken darüber machen, wie sich die potenziellen Risiken für die Verbraucher durch die Exposition gegenüber diesen Stoffen in Lebensmitteln mindern lassen. Das Gremium hat mehrere Empfehlungen für weitere Untersuchungen ausgesprochen, um die Datenlücken zu füllen und den Kenntnisstand über die Toxizität dieser Stoffe, insbesondere über 2-MCPD, und die Exposition der Verbraucher durch Lebensmittel zu verbessern.

Solche Supermärkte wie Coop wünschen wir uns auch in Deutschland oder Österreich. Aus Rücksicht auf ihre Kunden verzichtet die größte italienische Einzelhandelskette Coop auf Produkte mit Palmöl. Und wir werden hier nicht mal gewarnt.

Mehr Informationen: Palmöl – Greenwashing durch Unterstützung von WWF und Greenpeace – Warum wir zum Nutella-Boykott auffordern

Palmöl9

Barilla Eliminates Palm Oil From Over 50 Mulino Bianco Products

Palm Oil Investigations

Palm Oil Investigations


As part of its saturated fat reduction plan, Barilla has replaced palm oil in some of its biscuits, snacks and breads, with healthier alternative oils such as sunflower and extra virgin olive oil. Galetti and Taralucci biscuits have been improved, along with snacks such as, Plum cake and Pan Goccioli.

The changes will also soon be implemented for other products, such as biscuits Abbracci, Rosite, Cuor di Mela and Rigoli.

Barilla is the latest Italian food company to eliminate palm oil from snacks and biscuits, following the exampleSET by Gentilini, Colussi, Galbusera and Balocco.

The initiative has also been picked up by local retailers such as Esselunga, Coop and Conad.

Earlier this year, the European Food Safety Authority (EFSA) warned that glycerol-based contaminants found in palm oil, raise potential health concerns for average consumers of these foods in all young age groups, and for high consumers in all age groups.

The hazard can also be found in other vegetable oils, margarines and some processed foods.

For its part, the Italian Union for Sustainable Palm Oil, points out that palm oil contributes to less than 20% of the amount of saturated fats consumed daily, while the remaining 80% comes from other food.

It also claims that palm oil is effective in the use of pesticides (less than 2 kg/ton), compared to sunflower (6 kg/ton) and rapeseed (11 kg/ton).

After EFSA opinion on palmoil, the Italian food retailer Coop withdraws 120 products containing palmoil

Glycerol-based process contaminants found in palm oil, but also in other vegetable oils, margarines and some processed foods, raise potential health concerns for average consumers of these foods in all young age groups, and for high consumers in all age groups.

EFSA assessed the risks for public health of the substances: glycidyl fatty acid esters (GE), 3-monochloropropanediol (3-MCPD), and 2-monochloropropanediol (2-MCPD) and their fatty acid esters. The substances form during food processing, in particular, when refining vegetable oils at high temperatures (approx. 200°C).

The highest levels of GE, as well as 3-MCPD and 2-MCPD (including esters) were found in palm oils and palm fats, followed by other oils and fats. For consumers aged three and above, margarines and ‘pastries and cakes’ were the main sources of exposure to all substances.

Glycidyl fatty acid esters – genotoxic and carcinogenic

EFSA’s expert Panel on Contaminants in the Food Chain (CONTAM) considered information on the toxicity of glycidol (the parent compound of GE) for its risk assessment of GE, assuming a complete conversion of the esters into glycidol following ingestion.

Dr Helle Knutsen, Chair of the CONTAM Panel, said: “There is sufficient evidence that glycidol is genotoxic and carcinogenic, therefore the CONTAM Panel did not set a safe level for GE.”

When assessing genotoxic and carcinogenic substances that are unintentionally present in the food chain, EFSA calculates a ‘margin of exposure’ for consumers. In general, the higher the margin of exposure is, the lower the level of concern for consumers.

The Panel concluded that GE is a potential health concern for all younger age groups with average exposures, and for consumers with high exposure in all age groups.

“The exposure to GE of babies consuming solely infant formula is a particular concern as this is up to ten times what would be considered of low concern for public health,” said Dr Knutsen.

The Panel’s review revealed that levels of GE in palm oils and fats halved between 2010 and 2015, due to voluntary measures taken by producers. This has contributed to an important fall in consumer exposure to these substances.

Exposure to 3-MCPD over safe level; insufficient data on 2-MCPD

“We have set a tolerable daily intake (TDI) of 0.8 micrograms per kilogram of body weight per day (µg/kg bw/day) for 3-MCPD and its fatty acid esters based on evidence linking this substance to organ damage in animal tests,” explained Dr Knutsen. She added that, “the toxicological information is too limited, however, to set a safe level for 2-MCPD.”

Estimated average and high exposures to 3-MCPD from both forms for young age groups including adolescents (up to 18 years of age) exceed the TDI and are a potential concern for health.

Palm oil is a major contributor to 3-MCPD and 2-MCPD exposure for most individuals. Levels of 3-MCPD and its fatty acid esters in vegetable oils were largely unchanged over the last five years.

What happens next?

This risk assessment will inform risk managers in the European Commission and Member States who regulate EU food safety. They will use EFSA’s scientific advice to consider how to manage the potential risks for consumers from exposure to these substances in food. The Panel has also made several recommendations for further research to fill data gaps and improve the knowledge on the toxicity of these substances, particularly 2-MCPD, and on consumer exposure to them through food.

Netzfrauen Lisa Natterer und Doro Schreier

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