Ein wahnsinnig hoher Preis: „Coffee to go“ – Das Jahrhundert der „Ex-und-Hopp“-Mentalität, nicht ohne Folgen!

kaffee666Wie viel Kaffee brauchen wir, um endlich aufzuwachen? Die Welt hat ein Müllproblem: Wir bechern uns durchs Leben. Immer mehr weggeworfene Coffee-to-go-Becher verschmutzen und belasten die Umwelt. Alleine in Deutschland werden stündlich 320 000 der Einwegbecher verbraucht, pro Jahr sind das fast drei Milliarden Stück. Für deren Herstellung werden Zehntausende Tonnen Holz und Kunststoff sowie Milliarden Liter an Wasser benötigt. Für die Produktion ist jährlich eine Energiemenge nötig, mit der man eine Kleinstadt versorgen könnte. Die Einweg-Becherflut nimmt stetig zu, denn seit Jahren steigt die Kaffeenachfrage kontinuierlich an und vor allem für die jüngere Generation ist der Kaffee für unterwegs nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. 

Ob nun auf dem Weg zur Arbeit oder einfach nur, weil angeblich so bequem, holen sich viele Menschen unterwegs einen Kaffee. Auf Neudeutsch heißt das dann „Kaffee to go”. Mittlerweile an jeder Ecke wird einem ein Pappbecher in die Hand gedrückt mit einem Deckel drauf wie eine Schnabeltasse und im besten Fall verbrennt man sich dabei noch die Finger. Ja, wir alle lieben Kaffee. In den letzten Jahren sind Kaffeehäuser und Coffee Shops wie Pilze aus dem Boden geschossen. Die kleinen To-Go-Pappbecher mit den weißen Plastikdeckeln sind kaum mehr aus Einkaufszentren, Bahnhofshallen oder Raststätten wegzudenken. Mittlerweile bietet jede Bäckerei zu einem „Togo-Brötchen“ auch gleich einen „Togo-Kaffee“ an.  Der größte Profiteur ist Starbucks.

Wir Netzfrauen machten uns bereits in dem Beitrag„Togo“ ist überall – Wir bechern uns durchs Leben auf die Suche nach dem „Kaffee to go“. Wir wissen nun, wie aus Togo Kaffee ToGo wurde, und dass der Coffeeshop-Boom in der Hansestadt Hamburg begann. Gibt es in Togo to-go? Ja, es gibt auch dort „Coffee to go“. Erschreckend ist der Müll. All die kleinen Plastikbecher summieren sich, und zählt man alle weggeworfenen ToGos weltweit zusammen, ergibt es eine Kette, die sich zehneinhalb Mal rund um den Äquator wickeln ließe.

Weltweit werden jährlich rund zwölf Milliarden Tonnen Abfall produziert. Bis zum Jahr 2020 dürfte ­diese Zahl wegen der zunehmenden Urbanisierung und der wachsenden Weltbevölkerung sogar auf 18 Milliarden Tonnen zunehmen. Bedeutet, irgendwann leben wir auf unserem eigen produzierten Müll. Wir sind das Zeitalter der WEGWERFGESELLSCAHFT – Das Jahrhundert der „Ex-und-Hopp“-Mentalität.

Irgendjemand muss diesen Müll entsorgen und das kostet viel Geld. Letztendlich zahlt es der Verbraucher, der, bequem, wie er ist, genau zu solchen Bechern greift. Der größte Profiteur dieses Bechersyndroms ist Starbucks.

Die Kaffee-Kette Starbucks wächst rasant: Im aktuellen Geschäftsjahr, das im September 2016  endete, wurden 1550 neue Filialen weltweit eröffnet, im nächsten Jahr sollen es sogar 1600 sein. Kein Wunder, dass auch Umsatz und Gewinn kräftig steigen. Weltweit hat Starbucks fast 21 000 Filialen.

Nun  stellen Sie sich vor, wenn nur 100 Menschen in jeweils 21 000 Filialen einen Becher Kaffee konsumieren, ergäbe das pro Tag  2 100 000 Becher.

Die Region Europa kommt auf rund 2100 Läden, also wenn hier 100 Menschen pro Tag einen Becher Kaffee trinken, dann wären es allein in Europa pro Tag 210 000 Becher.

Starbucks eröffnet vier Filialen pro Tag; bedeutet, der Müll wird weiter zunehmen. Und während Starbucks seinen Aktionären einen Rekordumsatz  nach dem anderen präsentieren kann, gehört dieser Konzern nicht nur mit zu den größten Umweltsündern, sondern zudem zahlt der Konzern so gut wie keine Steuern.

Internationale Konzerne nutzen immer wieder Schlupflöcher in den nationalen Steuersystemen, um Steuern zu sparen. Unter anderem verlagern sie ihre Gewinne in Länder mit niedrigen Steuersätzen. Wegen solcher Praktiken stehen unter anderem der iPhone-Hersteller Apple, der Internet-Versandhändler Amazon und auch die Kaffeehauskette Starbucks immer wieder in der Kritik.

Zahlt Starbucks keine oder fast keine Steuern, dann verursacht der Konzern Müll, aber beteiligt sich nicht an der Entsorgung. Die dürfen Sie dann auch noch zahlen. Und weil Sie ihren Kaffee lieber im Gehen trinken wie im Sitzen, verdient Starbucks noch einmal. Teurer  Coffee-to-go!

Coffee-to-go Starbucks jubelt – Das System aus Steuervergünstigungen ist unübersichtlicher und widersprüchlicher denn je

Steuerlich gibt es eine ganze Reihe nur schwer nachvollziehbarer Unterschiede. So werden z. B. Getränke generell mit 19% besteuert. Ausnahmen: Mineralwasser und Milch. In der Gastronomie unterliegt Essen zum Mitnehmen dem ermäßigten Steuersatz von 7%, während Speisen, die im Lokal verzehrt werden, mit dem allgemeinen Steuersatz von 19% besteuert werden.

In Bezug auf Imbiss und Restaurant lassen sich die neuen Regelungen wie folgt zusammenfassen:
  • Getränke immer 19 % (außer Leitungswasser + bestimmte Milchgetränke)
  • Alle Arten von Speisen „to go“ immer 7 %
  • Speisen zum Verzehr vor Ort 19 %, sofern der Kunde im Sitzen essen kann.

Von dem Müll, den Sie produzieren, profitieren wieder die AKTIONÄRE, die schon an Coffee-to-go verdienen – Weltweit werden etwa 1000 Milliarden Dollar mit Müll umgesetzt.

Schon Bill Gates erkannte früh, dass Müll ein lukratives Geschäft ist, und investierte ein Teil seines Vermögens in den Abfallspezialisten Waste Management. Die Menschheit produziert immer mehr Müll. 1,2 Kilo pro Kopf sind es im weltweiten Durchschnitt pro Tag. In den Industrieländern soll der Höhepunkt 2050 erreicht sein. Bis 2020 wird der Weltmarkt allein für Anlagen der Abfall- und Recyclingwirtschaft um mehr als die Hälfte auf 53 Milliarden Euro wachsen“, schätzt das Berliner Ministerium. Entsprechend groß sind auch die Chancen für Anleger, mit Investitionen in Müllentsorgung Geld zu verdienen. Siehe: Goldgrube Mülltonne – Privatisierung der Abfallwirtschaft bis Müll ist Money

Wie Sie nun erfahren haben, verdient Bill Gates, Gründer von Microsoft, mit Ihrem Müll, den Sie produzieren. Doch noch einer verdient an dem Coffee-to-go-Boom, ebenfalls aus der Riege von Microsoft: Kevin Johnson. Er ist nun Vorstand bei Starbucks und Großaktionär nach:

  • Howard Schultz, Gründer von Starbucks – hält Aktien – Wert von fast 1,8 Milliarden $
  • John Culver, zuständig für China & Asia Pacific  – seit  Februar 2016 der zweitgrößte Einzelaktionär von Starbucks, hält Aktien im Wert von $19.3 Million
  • Clifford Burrows,  bei Starbucks seit April 2001 und seit Juli 2015 President von  Starbucks ‚Group  US und Amerika hält Aktien im Wert von $17.2  Million.
  • Kevin Johnson ist seit 2015 der Nachfolger von Gründer Howard Schultz und hält Aktien von Starbucks  im Wert von fast $ 8 900 000

Kevin Johnson kam 2009 als Board of Directors nach Starbucks. Vor seinem Eintritt bei Starbucks war Johnson an der Technologie- Branche maßgeblich beteiligt. Johnson begann mit International Business Machines Corp. (IBM) und war in  frühen 1990er-Jahren 16 Jahre in leitenden Positionen bei Microsoft Corporation. Egal, was Sie produzieren oder verkonsumieren, die ehemaligen Microsoftler verdienen mit, sogar an Ihrem Müll!

Fazit: Mit unserer Bequemlichkeit schaffen wir immer neue Milliardäre oder die, die schon Milliardäre sind wie die Erfinder von Microsoft, können ihre Milliarden in die Branchen investieren, die mit der Bequemlichkeit des Menschen Profit machen. Diese Branchen werden immer weiter boomen. Während Menschen sich über soziale Ungerechtigkeiten aufregen, fördern sie die Verursacher der sozialen Ungerechtigkeiten. [Der Krieg der Reichen gegen die Armen ist in vollem Gange]

Starbucks – Wie man einen „gehaltvollen“ Profit erlangt, ohne auch nur einen Cent Steuern zu zahlen

Wir wollen es ganz genau wissen und stellen zuerst einmal fest, dass  z. B. die Jacobs Coffee To Go Becher (Pappbecher mit einem Fassungsvermögen von  0,4 l)  à 100 Stk. ab 6,49 € käuflich zu haben sind. 100 Coffee To Go Deckel (Ø80 mm weiß für Pappbecher) gibt es ab 1,79 € zu kaufen und für Rührstäbchen weiß Plastik 112 mm 1000 Kaffeerührer fallen nochmal 4,45 € an. Wenn wir nun richtig gerechnet haben, dann kostet so ein Becher incl. Deckel und Rührstäbchen also gerade einmal 0,09 € . Nicht gerade viel für soviel Müll. Was zahlen wir für einen ToGo?

Nehmen wir den größten Vertreiber von ToGo – was Starbucks sein dürfte. Starbucks nimmt für seinen Caffè Americano – Tall 2,40 € und für Grande 2,95 €. Es gibt auch noch, für den besonders durstigen Kaffeetrinker, Venti. Dafür zahlt man dann 3,40 €.

Da Starbucks wohl ein Großabnehmer für „Togos“ sein dürfte, zahlt dieser sicher nicht mehr als 0,05€ / Stk. Apropos, wenn wir schon mal dabei sind: Milchschaum scheint besonders teuer zu sein, denn für einen „Tall Cappuccino“ werden einem doch gleich 3,20 € berechnet. Dabei wird ein Cappuccino bekanntlich nur aus einem Espresso (1,90 €), etwas heißer Milch und heißem Milchschaum zubereitet. Schon lustig, oder?

Das ist wie mit der Sprühsahne, wir bezahlen die Luft gleich mit.

Wir wollen nun aber auch nicht kleinlich werden. Die Frage, was Starbucks wirklich an einem ToGo verdient, darf aber trotzdem mal gestellt werden, obwohl allein die erzielten Umsätze schon für sich sprechen.

Im dritten Geschäftsquartal, das im Juni  endete, habe Starbucks eine „überragende Leistung“ gezeigt, erklärte Firmenchef Howard Schultz am Sitz in Seattle. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar. Der Gewinn verbesserte sich um 23 Prozent auf unterm Strich 513 Millionen Dollar. Beides waren Rekordwerte für die Jahreszeit.

„Die gehaltvollen Kaffee- und Kuchenkreationen von Starbucks treffen weltweit den Geschmack. Die Kunden strömen in die vorhandenen Läden, zudem eröffnet die Kette ständig neue Filialen. Für Wachstum sorgt vor allem der asiatische Markt“, ist den Wirtschaftsnachrichten zu entnehmen.Togo – Caffè Latte oder auch Latte Macchiato

Caffè Latte oder auch Latte Macchiato genannt, was vom Italienischen übersetzt „gefleckte Milch“ heißt, ist das Gleiche wie Café au Lait, nur kunstvoll serviert. Er besteht aus drei Schichten: einer untersten Schicht warmer Milch, einer obersten Schicht geschäumter Milch und einem Espresso in der Mitte. Kostet übrigens Tall: 3,00 €, Grande 3,50 € und Venti 3,95 €.

Ja, der Howard Schulz ist ein schlauer Mann, genauso wie Nestlé mit seinen Kaffeekapseln. Die Leute zahlen viel Geld, nur weil es schön verpackt wird. Aber auch dieses Geschäft hat Starbucks für sich erkannt und bietet daher seit September 2012 unter dem Namen „Verismo“ eine „Ein-Tassen-Kaffeemaschine“ für Espresso, Caffè Latte und Filterkaffee an.

Das Jahrhundert der „Ex-und-Hopp“-Mentalität

Wir leben in einer Zeit, die wir auch als das Jahrhundert der „Ex und Hopp„-Mentalität bezeichnen können. Gerade am Beispiel Kaffee wird es ganz deutlich. Heute sitzt man nicht mehr bei einer Tasse Kaffee gemütlich beisammen. Heute läuft man und läuft und läuft und kommt aus dem Laufen und dem ständigen Unterwegssein scheinbar nicht mehr heraus. Heute mahlt man seinen Kaffee auch nicht mehr. Nein, heute benutzt man Kapseln oder Pads für einen Kaffee. Heute werden Kaffeefilter nicht mehr auf den Kompost geworfen, sondern man findet überall diese Becher ToGo – oft achtlos irgendwo in der Natur zurückgelassen. Das „Ex-und-Hopp“-Jahrhundert hinterlässt seine Spuren, nicht wie die sogenannten Steinzeitmenschen mit Höhlenmalerei, sondern mit so viel Müll, dass wir uns fragen sollten, wann wir die Grenze erreicht haben, bis zu der wir überhaupt noch Platz zum Wohnen finden.

© Netzfrau Doro Schreier

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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Eigentlich haben wir Verbraucher es in der Hand ,ob all diese Geschäfte florieren .4 Wochen ein striktes Nein !! und diese Produkte sind vom Markt verschwunden . Fazit : Das Bewußtsein breiter Bevölkerungsschichten ist unterentwickelt !

  2. Wann wehren wir uns endlich gegen kriminelle Organisationen, und Steuerhinterzieher, wie
    Starbucks, Amazon, Mc.Donald, Google usw, die zu 99% aus dem Land der unbegrenzten Un-
    gerechtigkeiten? Wir, als „Verbraucher“ könnten jederzeit auf solche Oligarchen verzichten.
    Wann geht unsere „Regierung“ endlich auf Distanz zu den USA?

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