Nahrungsmittelkrise in Nigeria trotz Ölreichtum – Kinder verhungern und Deutsche Konzerne lassen sich nieder – Boko Haram food crisis demands cooperation and accountability!

nigeria7zur englischen Version Obwohl Nigeria über sehr große Öl- und Gasvorkommen verfügt, benötigen 4,5 Millionen Menschen Lebensmittelhilfe. Und während Kinder verhungern, bauen die USA im Nachbarland Niger für 50 Millionen Dollar einen neuen Stützpunkt und weiten ihre Überwachungsflüge mit Drohnen in Afrika aus. Und da Nigeria mit seinen mehr als 180 Mio. Einwohnern als der potenzialreichste aller afrikanischen Märkte gilt, lassen sich gleich auch einige deutsche Zulieferer wie Bosch (Verpackungssparte), Symrise (Geschmacksstoffe) oder Big Dutchman (Ausstattung von Geflügelfarmen) dort nieder.

2,5 Millionen Barrel Öl werden täglich in Nigeria gefördert. Trotzdem leben 70 Prozent der Menschen in Armut. Im Norden Nigerias verursachte der Konflikt eine humanitäre Katastrophe

Und wie auch die Terrorgruppe IS soll sich die Terrorgruppe Boko Haram durch Menschenhandel und Öl finanzieren. Durch Niger, das Nachbarland  Nigerias, führt eine der wichtigsten afrikanischen Flüchtlingsrouten nach Libyen. Paradox – Die Menschen flüchten vor dem Terror und durch Menschenhandel mit dem aufkommenden Flüchtlingsströmen wird der Terror finanziert. Ein Teufelskreis.

Eine weitere Geldquelle dürften Kontakte zu Al-Kaida, dessen nordafrikanischem Ableger Al-Kaida im islamischen Maghreb (Aqmi), der somalischen al-Schabab und weiteren Gruppen wie Ansar Dine oder Mujao sein – die sich nicht nur dem Terror verschrieben haben, sondern auch kriminelle Netzwerke pflegen, in Waffen-, Drogen- und Menschenschmuggel verstrickt sind, so ein Bericht aus der Zeit. So sollen beispielweise angeblich drei Millionen Dollar, von Osama bin Laden 2002 für gleichgesinnte Organisationen in Nigeria geflossen sein.. Ein Motiv für andere Gruppen, den nigerianischen Terror zu unterstützen: Sie haben ein Interesse daran, sich sichere Rückzugs- oder Fluchtorte zu schaffen. Darüber hinaus soll Boko Haram Geld von der in London sitzenden Hilfsorganisation Al-Muntada Trust Fund oder der saudi-arabischen Islamic World Society erhalten haben, so der Bericht.

Seit Mai 2013 kommt es vermehrt zu Übergriffen durch die Terrorgruppe Boko Haram – dieses führte zu einer eskalierenden humanitären Krise in der Region Tschad. Boko Haram schloss sich im März 2015 der Terrormiliz Islamischer Staat an, die große Teile des Irak und Syriens kontrolliert.

Und während Millionen Menschen hungern und auf Lebensmittelhilfe angewiesen sind, will Nigerias Regierung derzeit den Aufbau einer Autoindustrie fördern. Davon will der Wolfsburger VW -Konzern profiteren und zwar mit einem in Dubai ansässigen Konzern Stallion. Dieser Konzern ist auch größter Investor in der Reisproduktion. Nigerias Präsident will Lebensmittelexporteur werden. Auf nach Nigeria, ein aufstrebendes Land, sagen sich die internationalen Konzerne wie Nestlé, VW, Bosch, die französische Supermarktkette Carrefour, Bayer und BASF, und damit die Menschen in Nigeria mit Zusatzstoffen krank werden, kommt auch gleich die deutsche  Symrise, ein Konzern für Geschmacksstoffe, nach Nigeria. Aber auch Konzerne wie der Palmölgigant Wilmar ist in Nigeria und baut hier Palmöl an.

Auch deutsche Rüstungskonzerne profitieren. Die deutsche Bundesregierung genehmigte zwischen 2001 und 2014 Waffenexporte in das westafrikanische Land in Höhe von fast 51 Millionen Euro. Die Genehmigungen betrafen vor allem Lieferungen von Fahrzeugen und Panzern, Fluggeräten und Bildausrüstung, aber auch elektrische Geräte und Sprengstoffe.

Wie konnte sich eine solche Terror-Gruppe wie Boko Haram unbemerkt trotz Anwesenheit des westlichen Militärs bilden?

Laut einem Bericht der «Washington Post» bauten die USA in Afrika bereits zwischen 2007 und 2012 ein Überwachungsnetz mit mit vielen kleinen Stützpunkten auf, die oft geheim blieben. Dabei werden keineswegs nur Drohnen eingesetzt. «Der Großteil der amerikanischen Aufklärungsflotte besteht aus einmotorigen Pilatus PC-12», schreibt die «Post».

Wie sehr Nigeria und das Nachbarland Niger auf einander angewiesen sind, zeigt die dramatische Situation im Juni 2016. Laut UNHCR haben neue Angriffe von Milizen der Boko Haram  50 000 Menschen zur Flucht aus ihren Dörfern nahe der Stadt Bosso in der Region Diffa im Südosten des Niger getrieben. In der Region leben mindestens 240 000 Binnenvertriebene, Flüchtlinge aus Nigeria und Rückkehrer. Vor etwa einem Jahr waren viele Flüchtlinge aus Sicherheitsgründen von den Inseln im Tschadsee evakuiert worden. In Abuja trafen sich Regierungsvertreter aus Nigeria, Tschad, Kamerun und Niger mit Unterstützung des UNHCR, um die Sicherheitslage rund um den Tschadsee zu diskutieren, denn diese Länder sind nicht nur durch die Terrorgruppen betroffen, sondern hier sind Millionen Flüchtlinge. Die Situation in den Flüchtlingslagern im Nordosten Nigerias ist extrem angespannt.

Der ursprünglich in Nigeria ausgebrochene Konflikt hat sich nach Kamerun, Tschad und Niger ausgebreitet. Fast täglich werden mehrere Angriffe und Selbstmordattentate verzeichnet. Diese Region leidet bereits seit Langem unter Armut, einer unsicheren Ernährungslage, wiederkehrenden Krankheitsausbrüchen und einem kaum existierenden Gesundheitswesen.

In Niger teilen sich die USA, die bereits seit 2013 von Niger aus Überwachungsflüge mit Drohnen im Nordwesten von Afrika fliegen dürfen, eine Luftwaffenbasis mit den Franzosen. Das Engagement geht auf die militärische Intervention im Januar 2013 gegen Islamisten in Nordmali zurück. Nun aber baut Washington bei Agadez einen neuen Stützpunkt, um die Überwachungsflüge in der Region auszuweiten. Wie das Pentagon gegenüber der BBC bestätigte, investieren die USA 50 Millionen Dollar in den Bau der neuen Infrakstruktur. Zuvor hatte bereits das investigative Internetportal «The Intercept» über das Projekt berichtet und dazu ein offenbar geheimes Regierungsdokument publiziert. Demnach soll die 1830 Meter lange Startbahn, mehrere Hangars und eine 17 000 Quadratmeter große Parkfläche für «leichte Aufklärungsflugzeuge» in der Nachbarschaft zur Luftwaffenbasis 201 der nigrischen Armee südlich von Agadez errichtet werden. Der Betrieb und Unterhalt soll Washington weitere 50 Millionen Dollar jährlich kosten. Bisher ist lediglich die Rede von Aufklärungsflügen. Kritiker befürchten indes, dass die USA den neuen Stützpunkt ähnlich wie in Somalia künftig auch für Drohnenangriffe auf Terroristen nützen könnten.

In Nordwest-Afrika spielt Niger im regionalen Kampf gegen den islamistischen Terrorismus eine zentrale Rolle. Zwar haben die USA auch in Burkina Faso Drohnen stationiert und im Norden Kameruns soll es ebenfalls eine kleine Operation geben. Geografisch liegt Niger indes ideal, um von dort aus terroristische Aktivitäten in den Nachbarländern Nigeria, Mali, Tschad oder Libyen zu überwachen, so ein Bericht der .nzz.ch

Millionen Menschen auf der Flucht leben zurzeit in der Region Tschadsee und sind am verhungern!

Niger

Agadez – Wo die Reise durch die Wüste von Afrika nach Europa beginnt und niemand ihre Leichen zählt.

Die Flüchtlingskrise in Europa und der andauernde Krieg in Syrien beherrschen die Schlagzeilen, doch nicht nur aus Syrien flüchten Menschen vor Gewalt und Kriegen. 2,7 Millionen Menschen auf der Flucht leben zurzeit in der Region Tschadsee. Auslöser ist u. a. die Gewalt durch Boko Haram. Allein in diesem Jahr machten sich mehr als 13 000 Menschen auf die gefährliche Reise durch die Wüste. Von Nordafrika nach Italien flüchteten sie über das Mittelmeer.

Tausende ertranken dabei, Tausende verdursteten. Und die, die bleiben, verhungern.  – Millionen Menschen sind im Tschad und Kamerun wie auch in Nigeria auf der Flucht vor der Gewalt von Boko Haram.

Makaber, denn wie heißt es so schön aus der deutschen Wirtschaft, Nigerias Lebensmittelverpackungen zeigen Mängel auf, doch mit Verpackungen bekommt man keine Menschen satt.

Wir schreiben vom Hunger in Nigeria, eine humanitäre Krise, und aus dem Ministerium der Deutschen Wirtschaft erfahren wir, dass schon seit Jahren sich internationale Investoren für den nigerianischen Nahrungsmittelsektor.interessieren. Mehr als 180 Millionen konsumfreudige Nigerianer bilden einen der weltweit größten Verbrauchermärkte, der in weiten Teilen noch unerschlossenen ist. In die Nahrungsmittelverarbeitung fließt bereits viel Geld, in Ansätzen steigen auch die Investitionen in die Landwirtschaft. Vor allem lokal typische Produkte wie Reis, Mais, Kassava, Rohrzucker, Tomaten und Palmöl sind gefragt, so gati

In Nigeria etwa wird sich die Zahl der Einwohner bis 2050 laut Schätzungen mehr als verdoppeln, von jetzt 183 auf 440 Millionen Menschen. Die Hirten haben weniger Weideflächen, die Bauern weniger Äcker. Häufig pflanzen Farmer in ehemaligen Weidekorridoren an. Dort fressen die Kühe der Hirten dann die Ernte weg oder zertrampeln die Felder. Die Konflikte nehmen zu.

Nigeria hat Millionen interne Flüchtlinge

31 776 Menschen flohen im Jahr 2014 aus Nigeria und stellten Asylanträge in anderen Ländern. Millionen Menschen sind im Tschad und Kamerun wie auch in Nigeria auf der Flucht vor der Gewalt von Boko Haram.  Extremisten von Boko Haram basieren im Nordosten von Nigeria, aber sie haben bereits brutale Angriffe in der ganzen Tschadsee-Region durchgeführt: Niger, Tschad, Kamerun und Nigeria. Siehe: Rettung von 11 595 Geiseln aus den Fängen von Boko Haram

Nigeria ist die größte Volkswirtschaft Afrikas und mit etwa 180 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land des Kontinents. Ein besonderes Merkmal der GIZ in Nigeria sind die umfangreichen Kofinanzierungen, vor allem durch die Europäische Union (EU) und die Bill & Melinda Gates Stiftung. Durch diese zusätzlichen Mittel werden die Vorhaben im Auftrag des BMZ ausgeweitet und intensiviert und damit die Wirksamkeit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Nigeria verstärkt, schreibt die GIZ auf ihrer Webseite. 

Gerade auf regionaler Ebene stärkt die GIZ die ECOWAS-Kommission (Economic Community of West African States) in den Bereichen Organisationsentwicklung, Handels- und Zollpolitik sowie Friedens- und Sicherheitspolitik. Durch zwei regionale Programme werden die Wettbewerbsfähigkeit und der Marktzugang kleiner Reis- und Kakaobauern gefördert, wodurch sich erhebliche Verbesserungen der Existenzgrundlagen und Ernährungssicherheit einkommensschwacher Landwirte ergeben soll.  

Wenn Sie sich die Investoren in Nigeria anschauen, dann werden Sie schnell die Ursache für die Verarmung der einkommensschwachen Landwirte und Bevölkerung feststellen. Große internationale Konzerne, die sich auf die wenigen reicheren Menschen in Nigeria stürzen, den Mittelstand.

War Ihnen bekannt, dass „reiche“ Staaten Entwicklungshilfe bekommen? Immer noch hungern fast 800 Millionen Menschen auf der Welt. Betroffen sind vor allem die Länder in Afrika. Damit Flüchtlinge nicht aus Afrika fliehen müssen, werden durch Entwicklungshilfeprojekte vor Ort die Lebensbedingungen verbessert. Glaubt man! Laufende Projekte gibt es in Ländern wie Saudi Arabien, Katar, China, USA, Türkei, Indien, Belgien, Mali….Es geht um viel Geld, um Milliarden Steuergelder. Siehe Während Millionen Menschen hungern – Entwicklungshilfeprojekte in Ländern wie: Saudi Arabien, Katar, USA, China, Türkei, Indien, Belgien, Mali…Wirtschaftliche Interessen statt Hilfe!

Die Realität in Nigeria –  Fehlende Öleinnahmen zwingen die nigerianische Regierung zu einer drastischen Reduzierung der teuren Nahrungsmittelimporte.

Supermärkte wie die südafrikanische Shoprite oder die niederländische Spar wollen in Nigeria gute Qualität mit internationalen Standards anbieten, für die kaufkräftige Mittelklasse, versteht sich. Auch mit der französischen Carrefour kündigt sich bereits ein potenzieller Konkurrent von Shoprite an.

  • Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt weiterhin in extremer Armut (weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag). Die Arbeitslosigkeit, vor allem in der jungen Bevölkerung, ist hoch. 4,5 Millionen Menschen hungern, darunter viele Kinder. Diese werden sich auch nie die teuren Lebensmittel leisten können, die in den Supermärkten angeboten werden. 

Alhaji Aliko Dangote ist Nigerianer und  Multi-Milliardär und gilt als der reichste Mann Afrikas, laut  Forbes-Liste 2016 mit einem Vermögen von ca. 15,4 Milliarden US-Dollar. Sein nigerianischer Konzern, die Dangote Group, gilt als größter industrieller Mischkonzern Westafrikas. Der Aufstieg zum Milliardär begann 1999/2000 unter der zweiten Präsidentschaft von Olusegun Obasanjo mit dem Bau einer Zuckerraffinerie und einer Zementfabrik. Er besitzt Produktionsstätten für Nudeln, Zucker, Saft, Milch, Tomatenmark, Mineralwasser und Salz und hat Anteile an einem Mobilfunknetz sowie an Ölfeldern. So will Dangote etwa 1 Mrd. US$ in den landwirtschaftlichen Anbau sowie Verarbeitungsanlagen investieren. Bis 2017 will er 4 Mio. t Reis jährlich produzieren.

Klingt super, Nigerias hungernde Menschen bekommen Reis gegen den Hunger. Doch dem ist nicht so. Als Nigerias Präsident Mahammadu Buhari in Oktober 2016 Frau Merkel in Berlin  besuchte, gab Nigerias neuer Präsident laut Reuters bekannt, dass Nigeria Nahrungsmittel-Exporteur werden will.

„Wir werden Nahrungsmittelsicherheit schaffen und sogar Lebensmittel exportieren können, etwa Weizen, Mais und Reis. Ich denke, in etwa 18 Monaten werden wir in diesen Bereichen autark sein, “ so Nigerias Präsident. In Nigeria sind 100 deutsche Firmen vertreten und Deutschland will zudem bei der Ausbildung von Jugendlichen helfen. Erst im September 2016 hatte das ölreiche Land einen Milliardenkredit der Afrikanischen Entwicklungsbank erhalten, um seine Wirtschaft breiter aufzustellen.

Wirtschaft aufbauen? Internationale Giganten profitieren während die nigerianischen Familienunternehmen das Nachsehen haben. Hilfe zur Selbsthilfe, nur so kann ein Land seine Armut bekämpfen, doch schauen wir uns an, wer von den Investitionen profitiert, stellen wir wieder mal fest: Trotz Rohstoffreichtum bettelarm – Wer profitiert vom Hunger?

4,5 Millionen Menschen sind auf Lebensmittelhilfe angewiesen, darunter viele verhungernde Kinder
  • Bier:  Die niederländische Brauerei Heineken kauft viele kleine Brauereien auf und modernisiert diese.
  • Säfte: internationale Marken wie Ceres (Südafrika) und Capri (Deutschland) importieren Konzentrat und vermischen es lokal mit Wasser.
  • Wasser:Bis zu umgerechnet einem Euro kostet eine Ein-Liter-Flasche Wasser in Nigeria – ein Preis, den sich Millionen von Menschen in dem westafrikanischen Land nicht leisten können.
  • Palmöl: So will PZ-Wilmar in den nächsten Jahren nach eigenen Angaben 650 Mio. US$ in die Palmölproduktion Nigerias investieren. Bis Mitte 2015 kaufte das Unternehmen etwa 26 000 ha Land, vor allem ältere Palmölplantagen, und bepflanzte diese mit neuen Setzlingen. In den nächsten Jahren will PZ-Wilmar die Anbaufläche auf 50 000 ha ausdehnen. Wilmar wird beschuldigt, den Dörfern gegenüber zu üblen Tricks zu greifen. Diese Behauptungen kommen sowohl von den Dorfvorstehern als auch von NGOs, die auf den Spuren der Tätigkeiten des Konzerns wandelten und zwar in Nigeria!  Siehe: RSPO Mitglied Wilmar erneut schmutziges Geschäft mit Palmöl – Palm oil giant Wilmar resorts to dirty tricks
  • Nahrungsmittelsektor  Auch deutsche Unternehmen zeigen nachhaltiges Interesse: Im Bereich Agrochemie verstärkten Bayer und BASF ihre Präsenz in Nigeria erst kürzlich. Zudem eröffnete Bosch in Lagos eine Niederlassung mit Blick auf die großen Chancen bei Verpackungsanlagen in der Nahrungsmittelindustrie. Ebenfalls neu in Nigeria ist der Hersteller von Geschmacksstoffen Symrise, einer der Weltmarktführer in diesem Bereich. Symrise investiert in Lagos in ein Labor, in dem es seine Produkte den Bedürfnissen der lokalen Nahrungsmittelhersteller anpassen kann.
  • Automobilmarkt:  Volkswagen lässt in Nigeria wieder Fahrzeuge montieren und hat dazu einen Vertrag mit der in Dubai ansässigen Stallion-Gruppe unterzeichnet. Zunächst wird in diesem Jahr in Lagos die SKD-Montage der Modelle VW Jetta, CC und Amarok anlaufen, später sollen Passat, Tiguan und weitere Modelle folgen. Prognosen zu Stückzahlen nennt VW nicht. Nigerias Regierung fördert derzeit den Aufbau einer Autoindustrie, davon wollen die Wolfsburger profitieren.Der in Dubai ansässige Konzern  Stallion ist  Importeur mehrerer Marken des VW-Konzerns – montiert seit 2014 Pkw der Marken Nissan und Hyundai. „Volkswagen ist ständig global auf der Suche nach Markt und Verkaufspotenzial. Nigeria ist der größte Automobilmarkt der Subsahara-Region“, sagt Jan Utermarck, VW-Vertriebschef für GUS, Nahen Osten und Afrika. Für Volkswagen ist es ein Comeback in Nigeria. Das Werk befindet sich in Lagos.
    Quelle GTAI   zu VW  Quelle 

Landgrabbing:  Großer Investor in Nigeria ist die in Dubai ansässige Stallion, die eine Reisverarbeitungsfabrik mit 360.000 t Kapazität errichten will. Auch die singapurische Olam kündigte Aktivitäten für insgesamt 90 Mio. US$ an. Sie beginnt derzeit auf 10 000 ha mit dem Reisanbau im Nassarawa-State und will zudem eine Reisverarbeitungsfabrik errichten.

Die Stallion-Gruppe hat 2015 von Nissan den  National Sales Company Award für seine herausragende Leistung in Nigeria gewonnen.

Der Fluch des Öls – nirgends wird es deutlicher als in Nigeria – Reichtum für wenige – Armut für über 70% der Bevölkerung incl. Ölkatastrophen! Wenig beachtet von der Weltöffentlichkeit spielt sich seit Jahrzehnten im Nigerdelta die vielleicht größte Umweltkatastrophe auf dem afrikanischen Kontinent ab: Die Ölförderung zerstört die Natur und die Lebensgrundlagen der Bevölkerung.

2008 gab es in Bodo im Niger-Delta zwei Ölkatastrophen, die erste im August und die zweite im Dezember.

In Nigeria, einem der weltweit größten Erdölproduzenten der Welt, hat die Ölförderung des niederländisch-britischen Ölkonzerns Royal Dutch Shell seit den späten 50-er Jahren ganze Natur- und Lebensräume zerstört und das Land in Armut zurückgelassen. Im Januar 2015 zahlte Shell £ 55 Millionen an Wiedergutmachung für die Ölkatastrophe im Niger-Delta. Die lange überfällige Ausgleichszahlung des Ölgiganten Shell für die verheerende Ölverschmutzung des Niger-Deltas ist ein wichtiger Sieg für die Opfer von fahrlässig handelnden Unternehmen. Siehe: Endlich zahlt Shell Millionen für Ölkatastrophen im Nigerdelta

Nigeria : 4,5 Millionen Menschen sind auf Lebensmittelhilfe angewiesen – Fehlende Öleinnahmen zwingen die nigerianische Regierung zu einer drastischen Reduzierung der teuren Nahrungsmittelimporte und von dem reichen Ölvorkommen profitieren nur wenige.

Wir haben Ihnen einen Beitrag von Irin übersetzt, der die dramatische Humanitäre Krise in Nigeria deutlich macht:

Boko Haram Nahrungsmittelkrise erfordert Mitarbeit und Verlässlichkeit

Nigeria ist das reichste Land Afrikas, aber es benötigt alle nur verfügbare Hilfe, um seine humanitäre Tragödie zu überwinden

INRIN – Abuja, 1. Dezember 2016 Mausi Segun

Leitender nigerianischer Forscher bei Human Rights Watch

Entführte Schulmädchen und Selbstmordattacken bestimmten lange das Bild des Konflikts Nigerias mit den Boko Haram. Aber inzwischen wird diese Gewalt durch Tausende neuer Gesichter repräsentiert: jene von verhungernden Kindern.

Seit dem Krieg 1967-1970 mit dem abtrünnigen Biafra hat es solche Szenen nicht mehr gegeben.

4,5 Millionen Menschen benötigen Lebensmittelhilfe im Nordosten des Landes gemäß dem Welternährungsprogramm der UNO. Es weist darauf hin, dass „hungersnotartige Bedingungen“ in entlegenen Teilen der Region vorkommen können. Nahrungsmittelknappheit ist die unvermeidliche Folge der bisher sieben Jahre andauernden Aufstände, die mehr als 2,5 Millionen Menschen vertrieben haben. In einigen Anbauphasen ließ sich kaum etwas ausrichten, so in den betroffenen Bundesstaaten Borno, Yobe und Adamawa. Die Konfliktgebiete sind nur schwer zu erreichen. Berichten zufolge werden von beiden Seiten Erntefrüchte willkürlich zerstört – von der gezielten Verfolgung von Zivilisten mal abgesehen.

Restriktionen

Die nigerianische Regierung ist militärisch fast ausschließlich auf Boko Haram ausgerichtet. Mithilfe der Nachbarländer Tschad, Kamerun und Niger konnte der größte Teil der Gebiete der Aufständischen zurückgewonnen werden.

Leider ging dieser militärische Erfolg nicht gleichzeitig mit einem Entschärfungsprogramm für Minen einher. Die Angst vor den Minen der Boko Haram bedeutet, dass das fruchtbare Land zwar zurückgewonnen ist, dass es aber nicht bewirtschaftet werden kann.

Außerdem sind die Aufständischen immer noch eine ständige Bedrohung auf dem Land, jenseits der Dörfer und Städte. Darum kann keine humanitäre Hilfe erfolgen, ebenso wenig die Dienstleistungen seitens der Regierung. Aus Angst vor Eindringlingen ist den Menschen innerhalb ihrer wieder eroberten Siedlungen kaum erlaubt, sich über einen bestimmten Radius hinaus zu bewegen. Ihre Bewohner, meist Frauen und Kinder, wurden in Lager evakuiert, die streng von Sicherheitskräften bewacht werden. Nicht nur beschneidet dies die Freiheit der Menschen, es beeinträchtigt auch die Landwirtschaft.

Zum Beispiel Take Baga, eine Fischersiedlung im nördlichen Bundesstaat Bornor. Im April 2015 wurde sie durch Regierungskräfte wieder eingenommen nach ihrer Beinahe-Zerstörung durch Boko Haram. Durch die Sicherheitseinschränkungen seitens der Armee sind sowohl die Fischerei als auch der Handel mit örtlichen Gemeinden zum Erliegen gekommen. Baga fehlen Lebensmittel.

Internierungen

Die Vertriebenenlager und vorübergehenden Siedlungen in Borno, von denen die meisten mitten in der Hauptstadt Maidugri liegen, sind einfach nur große Internierungslager. Es gibt nur wenige Nahrungsmittel von den mageren Ernten in Gegenden, die weniger von Konflikten betroffen sind, und sonstige Hilfen durch internationale und örtliche Hilfsorganisationen für die Bedürfnisse der Vertriebenen.

Als ob die Probleme durch die Knappheit nicht schon groß genug wären, behindern jetzt laut Aussagen von Betroffenen auch Korruption, Missmanagement, Betrug und regelrechter Diebstahl seitens Regierungsbeamter die Verteilung von Hilfsgütern.

Transparente Nachforschungen und ein Bekämpfen der Probleme finden nicht statt, stattdessen üben sich Behörden in pauschalem und vagem Abstreiten.

Foto: Ein stark unterernährtes Kind wird in einer Klinik in Banki behandelt

Transparenz ist vonnöten

Im Juli sagte mir ein Staatsbeamter, dass sie nicht über die Lebensmittelversorgung für Vertriebene sprechen könne, weil die Regierung das Thema zur „Verschlusssache“ gemacht habe.

Diese Antwort stimmt mit einem Bericht von „Ärzte ohne Grenzen“ überein, laut dem die Behörde für nationales Notfallmanagement alles leugnet. Dieser Bericht hatte sich mit der Gesundheitskrise unter den Vertriebenen in Bama im Juni befasst, wo bis zu 30 Menschen täglich an Hunger und Krankheiten sterben.

Der Leiter der Bundesbehörde für die Bewältigung von internen Krisen NEMA warf „Ärzte ohne Grenzen“ vor, den Bericht als Lockmittel zum Auslösen von Spenden zu missbrauchen.

Umso zufriedenstellender war die rasche und positive Reaktion der Bundesregierung auf einen Bericht von Human Rights Watch über die sexuelle Ausbeutung und den Missbrauch von vertriebenen Frauen und Mädchen durch Regierungsbeamte. Rasch wurden Beamte von Polizei und Geheimdienst zur Untersuchung abgeordnet.

So sollte es immer sein, denn schließlich sollen alle Beamte Vertriebene schützen und unterstützen. Nur dadurch kann es zu institutionalisierten Reformen in der Auswahl und im Training des Personals kommen, Reformen, die Zuverlässigkeit garantieren.

Es gibt noch viel zu tun

In die Schaffung von Hilfsprogrammen müssen die Rechte von Menschen und Geschlechtern mitaufgenommen werden ebenso wie die intensive Überwachung und die Überprüfungen von Missbrauch und Fehlverhalten. Das gilt auch für die Verteilung von Lebensmitteln.

Es gibt noch viel zu tun.

Neuerdings haben die Staatsbehörden – offenbar unglücklich über das negative Echo in der Öffentlichkeit nach dem Bericht über sexuellen Missbrauch – die Restriktionen in den Lagern verschärft.

Anstatt den Schutz der Rechte der Vertriebenen zu ermöglichen, haben die Behörden örtlichen und internationalen Hilfeleistenden neue Anforderungen für ihre weiteren Aktionen in Borno auferlegt.

Nigeria ist das reichste Land Afrikas, aber es benötigt alle nur verfügbare Hilfe, um seine humanitäre Tragödie zu überwinden. Ein internationaler Hilfsaufruf für 488 Millionen $ ist erst zu 37 Prozent finanziert.

Die Menschen, deren Leben davon abhängt, haben ein Recht auf eine ehrlichere und zuverlässigere Reaktion, gerade wenn die so dringend benötigten Hilfsgüter veruntreut werden. Transparenz und Zuverlässigkeit sind nicht verhandelbar.

ms/oa/ag

Original:

Boko Haram food crisis demands cooperation and accountability

ABUJA, 1 December 2016 Mausi Segun

Senior Nigeria researcher at Human Rights Watch

Snatched schoolgirls and suicide bomb blasts have long been the enduring images of Nigeria’s Boko Haram conflict. But now the violence is represented by thousands of new faces: those of starving children. Scenes like these haven’t been seen here since the 1967-70 war with secessionist Biafra. As many as 4.5 million people need food aid in the northeast of the country, according to the UN’s World Food Programme. It warns that “famine-like conditions” may be occurring in remote pockets of the region. Food shortages are the inevitable consequence of the seven-year insurgency that has displaced more than 2.5 million people.

Several planting seasons have passed with little farming activity in the affected states of Borno, Yobe, and Adamawa. The conflict areas are hard to reach, but reports hint at the deliberate destruction of farm production by both sides, as well as the targeting of civilians.

Read more: http://www.irinnews.org/

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