Ältere Menschen gehören in die Mitte unserer Gesellschaft und nicht an den Rand!

alt8 Immer mehr alte Menschen erleiden den „sozialen Tod“. Alle Welt, im wahrsten Sinne des Wortes, spricht und lamentiert über die alternde Gesellschaft. Als sei es eine hochansteckende Krankheit, quasi eine Pandemie, welche man nicht aufhalten kann, da man bisher noch keinen Impfstoff dagegen gefunden hat.

Oh pardon – stimmt nicht – Impfungen für Erwachsene ab 60 Jahre werden ja empfohlen, wie gerade erst beim Hausarzt festgestellt – gut sichtbar lag dort ein Flyer des Pharma-Konzerns Sanofi. Denn wer hätte es geahnt, die gefährdete Altersgruppen-Influenza betrifft besonders ältere Menschen ab 60 Jahre – da kommt uns doch der Verdacht, als stellten wir eine Gefahr dar, die die Youngsters anstecken könnte.

Wir werden jetzt schon seit Jahrzehnten medial mit der Tatsache konfrontiert, dass wir altern. Dazu kommt aber noch, dass man jedes Mal mehr den Eindruck gewinnt, das sei ein Makel und wir ALTEN würden lästig. Man kann dann zum Beispiel nicht mehr produktiv sein, man wird ein lästiger Klotz am Bein der Gesellschaft, zu nichts mehr zu gebrauchen und man kostet schlussendlich auch noch Geld.

Die ALTEN erwarten eine Auszahlung der lebenslangen Einzahlung in die Rentenversicherung. Wie können die nur? Und nun erlauben sie sich auch noch, ÄLTER zu werden. Eine Unverschämtheit. Allein die verstaubten Akten beim Jobcenter für die Ü50 rauben eine kostbare Fläche, die bei diesen horrenden Mieten zusätzliche Kosten verursachen. Und dann auch nicht zu unterschätzen: Die immer anstrengendere hochkonzentrierte Arbeit, die Statistiken anzupassen, ist für die Youngster eine zunehmende Belastung.

Alles Denken wird immer mehr der Tatsache untergeordnet, dass der Mensch nur noch jung etwas taugt, solange er bereit und in der Lage ist zu buckeln und zu kriechen für das Bruttosozialprodukt.

Bruttosozialprodukt, da war doch was, achja die Band Geier Sturzflug sang bereits 1983…

Wenn früh am Morgen die Werksirene dröhnt
und die Stechuhr beim Stechen lustvoll stöhnt,
in der Montagehalle die Neonsonne strahlt
und der Gabelstaplerführer mit der Stapelgabel prahlt,
ja, dann wird wieder in die Hände gespuckt.
Wir steigern das Bruttosozialprodukt,
ja, ja, ja, jetzt wird wieder in die Hände gespuckt.

…und waren mit diesem Song mehrere Wochen auf Platz eins, ohne Apps, Downloaden oder sonstigen Schnickschnack .

Schon damals erfuhren wir in Lehrgängen von den Versicherungen, dass die Bevölkerung immer älter wird, die Rente laut Blüm zwar sicher sei – aber man doch bitte in Form von Lebensversicherungen vorsorgen sollte, wenn Blüm nicht die Wahrheit gesagt haben sollte. Schon Ende der siebziger – Anfang der achtziger hieß auch bereits das Thema: Demografischer Wandel – Herausforderungen unserer älter werdenden Gesellschaft. Übrigens nach wie vor, denn erst kürzlich stellte sich beim ersten RSBK-Versicherungsforum zum Thema „Die private Krankenversicherung, Bürgerversicherung und demografischer Wandel“ der Versicherungsvorstand einigen Schülern der Diskussion.

Wer kennt ihn nicht, den obligatorischen gern genommenen Tannenbaum – schon damals sah er nicht mehr gesund aus – so verformt und er sollte uns darstellen, dass die Youngster später unsere Rente nicht mehr würden zahlen können. Man bedenke, dass wir nach 1910 zwei Weltkriege zu beklagen hatten.

Wann und wo der Demografische Wandel erfunden wurde, spielt eigentlich kaum eine Rolle. Werbewirksam ist er für die Versicherungsbranche bereits seit Jahrzehnten. Man nehme nur mal die Riesterversicherung – ein Geschenk an die Versicherungen, wer weiß wofür…

INFOBOX

DW bezeichnet Veränderungen in der Zusammensetzung von Gesellschaften, insbesondere der sogenannten Altersstruktur. So zeichnen sich beispielsweise moderne Gesellschaften dadurch aus, dass einerseits die Geburtenrate (Fertilität) niedrig ist und die Sterberate (Mortalität) seit einigen Jahrzehnten höher ist als die Geburtenrate. Gleichzeitig steigt aber die Lebenserwartung der Bevölkerung, wodurch der Anteil der älteren gegenüber den jüngeren Menschen zunimmt. In vielen (z. B. Entwicklungs-) Ländern verhält es sich gerade umgekehrt: Der Anteil der jüngeren Bevölkerung übersteigt den der älteren Bevölkerung. Quelle

Wer den Demografischen Wandel erfunden hat, hat uns damals nicht interessiert, wir waren ja selber Youngster.

Heute gehören wir zu den ALTEN – der Demografische Wandel ist immer noch zugegen, und als bliebe dieser ewig jung, beschäftigen sich wieder mal die Medien mit dem Thema. Sogar die hauseigene Zeitung der Regierung – BILD – macht mit und titelte im April 2015  DEUTSCHLAND VERGREIST| Der Schrumpf-Schock  Die sechs wichtigsten Fakten über die neuen Zahlen der Bevölkerungsforscher – und was zeigen die auf – natürlich die immer gern genommenen Tannenbäume – immer noch die gleichen wie schon vor 30 Jahren. Und auch die früher als „Super-Aufdeckungszeitung“ bekannte titelte am 08. Juli 2015 Bertelsmann-Studie: Deutschland schrumpft und vergreist – also wiedermal – innerhalb eines Vierteljahres – mehrfach! Als gäbe es keine anderen Sorgen mehr auf dieser Welt!

Unter dem Motto – Attacke! – alles auf die Alten – Was man als alter Mensch vorher geleistet hat, wird einfach unter den Tisch fallen gelassen und zählt nicht mehr, von einer Sekunde auf die andere. Viele Alte bemerken es wohl recht schnell, wenn auch erst mal unbewusst und sind dann so verwirrt, dass sie relativ schnell resignieren und sich regelrecht schämen, nicht mehr ihre vorher bewusste Leistung zu erbringen. „Live fast, die young” ist gesellschaftlich gesehen das Motto der Stunde.

Land der Greise – demografischer Wandel

Sogar die die „ALTEN“ in Griechenland müssen herhalten – Griechenland wird zum Land der Greise – hieß es mehrfach in den Medien – als wenn diese etwas dafür könnten. Die Überalterung ist für den Eurokrisenstaat ein noch größeres Problem als die Verschuldung, hieß es in der BZ. Wir ALTEN müssen demnächst mit der Troika rechnen, die uns mit neuen Reformen aufwartet. Nun ja – die Leute von der Troika haben auch schon das Haltbarkeitsdatum überschritten.

Deutschland und seine Greise – dazu gab es 2014 sogar eine Sendung, die sich mit diesem Thema wieder mal befasste, wäre es nicht im Oktober gewesen, sondern im Sommer, man hätte es als ein Sommerlochthema vermuten können.

Es gibt, wer hätte es gedacht, sogar Demografie-Experten – es sei hier bemerkt, dass diese auch nicht mehr ganz so taufrisch sind. Und übrigens das Thema auch nicht – denn schon 2005 betitelte man die Schlagzeilen mit:

Wird Deutschland im 21. Jahrhundert zum Land der Greise?

Der Text ging dann so weiter:

„Man stelle sich eine Erstkommunionfeier im Jahr 2020 vor: Das Kommunionkind hat keine Geschwister, aber „viele“ Eltern. Die Großeltern sind zu viert, selbst von den Urgroßeltern ist noch jemand dabei.“

Oh sorry, dass wir noch leben – die Urgroßmutter am Tisch, wer hätte das für möglich gehalten, es sei hier aber noch mal bemerkt, dass ihre Geschenke, trotz der kargen Rente, gern genommen wurden und werden. So manche Spende für GUTE NOTEN kommt von ihr.

Früher genoss die Urgroßmutter noch ein Zimmer im Haus und war gut für das, was heute die sogenannten Nannys machen. Wenn Erzieherinnen streiken, wer muss herhalten? Oma und Opa – damit alle für das Bruttosozialprodukt arbeiten können. Ja nicht zuhause bleiben oder gar mitstreiken, denn da würde ja glatt der Arbeitgeber pleite gehen.

Uroma wird es schon richten, heute verschwindet sie schnell ins Altenheim und sorgt für gefüllte Kassen der „GROSSKONZERNE“. Die Alten- und Pflegeheime sind längst privatisiert. Nur wenige haben die Macht und Urgroßmutter ist zu einer Ware verkommen.

Und nicht nur die Urgroßmutter, nein, der Mensch als solcher. Denn auch die Großeltern werden in diese Aufbewahrungsorte gerne abgeschoben, denn dort stören sie niemanden. Auch gern mal nach Polen verschoben, denn da ist die Aufbewahrung wesentlich billiger.

Was die „Alten“ in solchen Einrichtungen erwartet, haben wir bereits mehrfach dokumentiert. Jetzt sorgte ein Rentner für Aufsehen, da er das Essen fotografierte.

essen8

Facebook

 Beispiele finden Sie auf der Facebookseite: Wir fotografieren unser Essen – Residenz Seniorenheim / Krankenhaus

Bereits 1985 wurde festgestellt, dass der Lehrerschaft die Vergreisung drohe. Wenn nicht bald etwas geschieht und beherzte Finanzminister nicht endlich Erbarmen mit den immer noch viel zu vollen Klassen haben, werden in Kürze nur noch Omas und Opas an den Pulten stehen. Schon in fünf Jahren, so hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft gerade ausgerechnet, wird es keinen Lehrer unter 35 Jahren mehr geben, und 17 Prozent aller Pädagogen werden älter als 55 Jahre alt sein. Wohlgemerkt 1985!

SCHULSTREIK „Sonst zahlen wir eure Rente nicht“

Nur 30 Jahre später – Im November 2008 hieß es dann SCHULSTREIK „Sonst zahlen wir eure Rente nicht“

Allein in Hamburg trafen sich 6000 Schüler, um ihrem Unmut Luft zu machen. In Berlin sprachen die Veranstalter von 10 000 Teilnehmern. In München, Stuttgart und Kiel gingen trotz der Androhung von Strafen jeweils bis zu 5000 Schüler auf die Straße. Die Schüler-Initiative „Bildungsblockaden einreißen“ nannte die Gesamtzahl von 80 000 Teilnehmern in 30 Städten.

Sie forderten: „Bildung für alle“, „bessere Ausstattung an Schulen“ und „kleinere Klassen“. Es scheint sich in den Jahren nicht viel geändert zu haben und die neuen Lehrer, die 1985 eingestellt wurden, sind nun auch schon 30 Jahre älter – aber was ist so schlimm daran, dass „Greise“ die Kinder unterrichten? Übrigens war es keine Forderung der Schüler, dass sie junge ansehnliche faltenlose Lehrer haben wollen, sondern in der Tat – und dieses berechtigterweise – eine bessere Ausstattung der Schulen, denn diese sind auch in die Jahre gekommen und marode und weder die Außenhülle noch das Inventar wurden gepflegt.

Sparen ist die Devise in Deutschland, erst an der Bildung und nun – wer hätte es gedacht, an den ALTEN GREISEN, die auch noch den Anspruch haben, ihre Rente ausgezahlt zu bekommen.

Übrigens: der Schulstreik fand auch 2015 statt, wir hatten darüber berichtet, und so mancher rüstige Rentner hilft in den Schulen bei der Aufsicht der Hausaufgaben – eigentlich falsch, denn die werden ja neuerdings nachmittags in den Schulen gemacht, also Schulaufgaben – wobei eigentlich die Schüler ihre Freizeit lieber bei sportlicher Betätigung oder einfach beim Spielen verbringen sollten. Sie hätten dann Zeit, den Kuchen der immer noch lebenden Urgroßmutter zu genießen, oder mit Opa, der ja auch noch lebt, an seiner alten Handwerksbank zu werkeln.

Opa, mittlerweile Rentner, kann sich dagegen auf speziell eingerichteten Plattformen wie Rent-a-Rentner für irgendwelche Tätigkeiten zur Verfügung stellen, um seine karge Rente aufzubessern. Natürlich nicht zu viel, denn auch hier gibt es Grenzen. Ja, waren das noch Zeiten, als Udo Jürgens, Gott hab ihn selig, sang: Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an…übrigens war der Song 1977 geboren und alle dachten, wie Recht er hat.

Das dachte sich auch Fritz. All seine Kraft setzte er für seine Arbeit ein. Ab und zu ging er mit Lieschen für ein paar Tage in Urlaub. Die Kinder sollten eine gute Ausbildung genießen, so blieb zum Sparen nicht viel, denn Bildung kostet – aber sie sind es wert, so schufteten beide für ihre drei Kinder. Lieschen ging, als die Kinder aus dem gröbsten raus waren, putzen, denn eine andere Anstellung bekam sie nicht. Später, als dann der 400,- Euro-Nebenverdienst eingeführt wurde, da nahm sie der neue Bäckerdiscounter gerne als Verkäuferin auf. Toll, dachten die beiden, nun können wir nicht nur eine Woche in Urlaub fahren, sondern gönnen uns gleich 14 Tage mit einem Billigflieger nach Mallorca. Und die Jahre gingen dahin, Fritz wurde 63 Jahre alt, seine Knochen schmerzten von ewigen Arbeiten auf dem Bau. Lieschen hatte mittlerweile schon den 5. Arbeitgeber, da die Bäckerei immer wieder deren Besitzer wechselte, manchmal bekam sie sogar kein Gehalt und eines Tages sagte man ihr, sie sei mit 60 Jahren einfach zu alt, um die Tasse Kaffee, die es nun in einer extra eingerichteten Ecke gab, schwungvoll zu servieren.

Da saßen die beiden nun, Lieschen ging wieder putzen, Fritz war mittlerweile arbeitslos geworden, da Zeitarbeiter seinen Job auf dem Bau übernommen haben. Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, ja, so dachten die beiden. Doch die Realität sah anders aus. Fritz hatte mit 14 Jahren damals auf dem Bau angefangen und 49 Jahre hatte er auf den Buckel. Die neue Rentenreform besagt, dass man mit 63 Jahren nun Rentner werden kann, doch das, was Fritz ausgezahlt bekommt, reicht nicht aus, um große Sprünge zu machen. Außerdem muss er seine Rente nochmal versteuern und die Krankenversicherung zahlt er auch. Zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig. Es darf nichts dazwischen kommen, das Haus, welches Fritz für seine Familie gebaut hatte, muss halten, neue Fenster und eine neue Heizung können sie sich nicht leisten. Wenn Fritz ins Pflegeheim muss, dann sind die Kosten so hoch, dass das Haus gerne von der Pflegeeinrichtung übernommen wird, denn das wird als Vermögen angerechnet, ob Lieschen da nun wohnt oder nicht.

Ja, die teuren Greise, wer soll diese bezahlen, sie werden lästig und stören Schäubles schwarze Null.

Ach ja, die greisen Politiker aber, auch nicht mehr taufrisch, die haben keine Sorgen. Sie bekommen üppige Pensionen und konnten sich mit Nebentätigkeiten noch ihr Sparbuch füllen.

Alten-Bashing‬ – was hat die ‪‎Regierung gegen uns ALTE – müssen wir uns auch noch dafür entschuldigen, dass wir noch leben?

Die Stimmungsmache gegen Ältere ist nicht mehr hinnehmbar!

Anmerkung der Verfasserin: Ich bin zwar erst 53 – aber mein Mann kommt in zwei Jahren auf Rente – muss er sich dafür entschuldigen, dass er für mehr als 45 Jahre harte Arbeit das bekommt, was er eingezahlt hat? – pardon – nein bekommt er nicht, denn er muss es ja noch mal versteuern. Und die Krankenkasse bezahlt er auch selbst. Wäre er Pensionär, hätten wir in zwei Jahren keine Sorgen, denn dann würden wir nicht nur mit der Hälfte an monatlichen Einkommen auskommen müssen – die Pensionäre bekommen je nach „Dienstjahren“  bis zu 70 % vom letzten Gehalt – so mancher Pensionär wird noch kurz vor der Rente nach oben gelobt, was ihm dann noch mehr Pension einbringt – und ganz besonders die Bundestagsabgeordneten erfreuen sich über Pensionen – wo man sich fragen muss – wofür? dass sie soviel Zeit hatten, Nebentätigkeiten zu pflegen?
Oder permanent als Unterhaltungskünstler die TV-Zuschauer beglückten?
Ich habe nichts gegen Pensionäre – darum geht es nicht – aber hier im Staate läuft gerade etwas total daneben – und genau darauf mache ich aufmerksam! (Anmerkung der Lektorin: Es gibt einen Unterschied zwischen Beamten und Beamten, demzufolge auch zwischen Pensionären und Pensionären: Die Beamten und späteren Pensionäre haben sicher ihr Auskommen, aber es wäre nicht berechtigt zu sagen, sie seien auf Rosen gebettet. Eine Ausnahme bilden die sogenannten Bundesbeamten, an denen zu deren Gunsten alle Maßnahmen vorbeigingen, die bei Landesbeamten und -pensionären des unteren und mittleren Dienstes zu Einbußen führten wie z. B. die Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld schon vor Jahrzehnten und die Heraufsetzung der Mindestdienstalterszeit für die Berechtigung zur vollen Pension)

Alten-Bashing – sorry, dass wir noch in der Lage sind, unsere Meinung zu sagen.

Ihr werdet euch noch wundern, wenn ich erst Rentner bin!
Sobald der Stress vorbei ist, dann lang ich nämlich hin, o-ho, o-ho, o-ho.

Dann fön‘ ich äußerst lässig das Haar, das mir noch blieb.
Ich ziehe meinen Bauch ein und mach‘ auf ‚heißer Typ‘, o-ho, o-ho, o-ho.

Und sehen mich die Leute entrüstet an und streng;
dann sag‘ ich: „Meine Lieben, ihr seht das viel zu eng!“

Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an!
Mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran.
Mit 66 Jahren, da kommt man erst in Schuss!
Mit 66 ist noch lange nicht Schluss!

Nein mit 66 ist noch nicht Schluss, denn wir fangen wieder an – Rent-a-Rentner.

Und ehrlich, liebe Politiker der Regierung, ihr seid auch alle ALTE GREISE, die sich mal umschauen sollten, wie viele Steuern von uns allen zusammengetragen wurden, denn wir müssen diese zahlen, was man von den großen Konzernen nicht behaupten kann.

Sogar Ulli Hoeneß, selbst ein Greiser, konnte mehr als 30 Millionen Euro Steuern hinterziehen, Alice Schwarzer, selbst schon 73  Jahre alt, soll über 4 Millionen Euro in der Schweiz gebunkert haben.

Und sicherlich finden sich noch irgendwo Millionen Euro von irgendwelchen Greisen, die nicht wie wir, ALTE NORMALOS, die für ihre Gehälter Steuern entrichten mussten, nochmal ihre Rente versteuern müssen. Warum eigentlich? Mit welchem Recht? Es gibt ein Doppelbesteuerungsabkommen mit vielen Ländern dieser Welt, aber nicht mit uns Rentnern.

INFOBOX:

Seit 2005 gelten für Renten neue Steuerregeln. Eine Rentensteuer, wie häufig zu lesen ist, wurde durch das Alterseinkünftegesetz aber nicht eingeführt. Ob Sie als Rentner eine Steuererklärung abgeben und Steuern zahlen müssen, hängt vor allem davon ab, wie hoch der steuerpflichtige Anteil Ihrer Rente(n) ist. Denn Renten werden höchst unterschiedlich besteuert

Das Bundesfinanzministerium berücksichtigt bei seiner Berechnung, dass bei Rentenbeginn im Jahr 2015 70 % der gesetzlichen Rente steuerpflichtig sind und hiervon ein Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 € abgezogen wird. Zusätzlich wurden steuerlich abzugsfähige Ausgaben berücksichtigt, die immer anfallen. Das sind der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 € sowie die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.

Für Neurentner allerdings wird der Rentenbetrag, bis zu dem keine Steuern anfallen, immer geringer. Der Grund hierfür: Der Besteuerungsanteil steigt für jeden neuen Rentnerjahrgang an. So gilt bei Rentenbeginn in 2016 ein Besteuerungsanteil von 72 %. Quelle

Allein durch die Steuersparmodelle der Konzerne oder Reichen gehen Deutschland jährlich rund 150 Milliarden Euro verloren. Ob diese Zahl stimmt, werden wir wohl nie erfahren, vielleicht ist die Dunkelziffer sogar noch höher.

Apple, Starbucks, Bundesbahn und viele Konzerne mehr, alle könnten zum Sozialwohl beitragen, indem sie alle Steuern auf den Gewinn hier im Land zahlen würden.

Aber nein, Alters-Bashing – immer auf die, die sowieso lebenslang kämpfen müssen, die sollen sich nun schämen?

Wer trägt das Sozialsystem oder hat es bislang getragen, genau – die Menschen, die „zur Last fallen“  – sorry, dass wir noch leben und uns erlauben, älter zu werden.

’’Die Jugend ist die Zeit, die Weisheit zu lernen. Das Alter ist die Zeit, sie auszuüben.‘‘ Jean-Jacques Rousseau

© Text und Foto Netzfrau Doro Schreier

Geschichte einer alten Frau im Pflegeheim – Wir fordern: Menschenwürdiger Umgang mit ‪Pflegebedürftigen, ‪Kranken und‪ Pflegekräften

Armut und Hunger – Essen aus dem Müll

Fresenius/Helios, Asklepios, Sana Kliniken, Rhön-Klinikum : Das Geschäft mit unserer Gesundheit

Frauenarmut – man hat uns einfach vergessen

Pflege geht uns ALLE an – „Solche Pflege ist Folter“

Die Armut in Deutschland hat ein trauriges Rekordhoch erreicht

WO BLEIBT DER PROTEST – Politikerpensionen – Die Selbstbedienung geht weiter

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Uns geht es gut! Uns geht es gut!! Uns geht es gut!!!
    Die oberste staatliche Fucktenverkünderin und der oberste staatliche Fucktenverkünder haben sie gerade eben zur Weihnachtszeit wieder im Duett gesungen. Eine postfaktische Weihnachtsarie. Das hat „uns“ so gut getan. Danke, Deutschland. Danke, deutscher Staat.
    Lasst es uns miteinander singen:
    1. Uns geht es gut, wenn wir zu dritt unter wechselnden Fremden in einem Krankenhauszimmer liegen dürfen und uns mit den anderen über die intimen Verrichtungen, die das Pflegepersonal an uns vornimmt, austauschen dürfen.
    2. Uns geht es gut, wenn wir 15.000 Euro ausgeben dürfen, damit wir auch morgen noch kraftvoll zubeißen können.
    3. Uns geht es gut, denn wir wissen: In Deutschland haben alle die gleichen Rechte, insbesondere auch das Recht auf soziale Teilhabe. Nur die einen sind eben in der gesetzlichen Krankenkasse teilkaskoversichert und die anderen in der Herkunftselite vollkaskoversichert. Die einen bekommen eben eine professionelle Zahnreinigung aus der privaten Schatulle und die anderen eben eine unprofessionelle Zahnreinigung von der gesetzlichen Krankenkasse.
    4. Uns geht es gut, uns wird es warm ums Herz, wenn wir sehen dürfen, dass der, der 1600 Euro brutto im Monat verdient, einen – relativ wie auch absolut – höheren Krankenversicherungsbeitrag bezahlt als jener, der 4800 Euro brutto im Monat verdient. Der eine hat eben keine Wahl und der andere hat eben die volle Auswahl.
    5. Uns geht es gut, wenn wir uns damit trösten können, dass der 4800-Ender für seinen vom Steuerberater ausgetüftelten Privatversicherungssatz die besseren ärztlichen Leistungen bekommt. Er hat das schließlich verdient. Seine Gesundheit ist mehr wert als unsere. Diese Menschen sind mehr wert als wir.
    6. Uns geht es gut, wenn wir erleben dürfen, wie unsere Handarbeit so gering geschätzt wird, dass sie um ein vielfaches schlechter bezahlt wird, als die Kopfarbeit, mit der unsere Handarbeit kontrolliert wird. Das Aufpassen der Aufseher ist mehr wert als die von den Arbeitern geleistete Wertschöpfung.
    7. Uns geht es gut, denn wir leben in einem reichen Land, dass nur drei Billionen Euro Staatsschulden hat, aber fünf Billionen privates Nettovermögen.
    8. Uns geht es gut, weil wir ein systemkonformes Bildungssystem haben, dass es mit interkommunikativen, eigeninitiativen und innovativen Lernmethoden zu verhindern weiß, dass die mündigen Bürger von morgen aus der 7. Strophe die richtigen Schlüsse ziehen.
    9. Uns geht es gut, weil das Staatsfernsehen so gut zu uns ist und heute wieder Fußball im Fernsehen zeigt, den es mit Hunderten Millionen Euro aus unseren Rundfunksteuern eingekauft hat. Endlich wieder Fußball, so dass wir nicht dazu kommen, darüber nachzudenken, wie denn eine Tätigkeit, die nur daraus besteht die Arbeit anderer zu kontrollieren, selbst überhaupt Arbeit sein kann.
    10. Uns geht es gut, weil uns die Bediensteten einer privaten Medienlandschaft, die der Englische Garten verschiedener Multimillionäre und Milliardäre ist, erzählen, dass die vielen Flüchtlinge, die zu uns kommen, wie ein Konjunkturprogramm für die deutsche Wirtschaft sind.
    11. Uns geht es gut, weil wir daraus die richtigen Schlüsse ziehen: Es muss unbedingt dafür gesorgt werden, dass nach dem Syrienkrieg sofort ein Anschlusskrieg angestiftet wird, damit „unsere“ Wirtschaft weiter wachsen kann.
    12. Uns geht es gut, und deshalb wollen wir dankbar sein: Danke, Baschar! Nochmals vielen Dank, dass du all die Leute vertrieben hast, damit hier bei uns die Bauunternehmer; die Inhaber und Manager der Lebensmitteldiscounter; die Logistikunternehmer; die Unternehmer der Möbelbranche; die Inhaber und Manager der Überwachungsindustrie; die Leiter der einschlägigen Behörden, die die Gelegenheit nutzen, um zusätzliche alimentierte Posten und Pöstchen zu schaffen; und all die anderen Geldsauger ihre privaten Konten und persönlichen Privilegien wachsen lassen können mit unserer Steuerlast.
    13. Uns geht es gut, wenn uns eine Zahnärztin eine Zahnfüllung setzt. Wir genießen es, wenn sie ohne Handschuhe den Zahn drei Sekunden lang ausschleift, weitere zwei Sekunden lang die Füllung aufdrückt und wir am Geschmack im Mund erkennen können, dass sie sich nach dem Toilettengang die Hände nicht gewaschen hat.
    14. Uns geht es gut. Wir konsumieren es mit höchsten Gefühlen, wenn wir für eine solche medizinische Höchstleistung, selbstverständlich garantiefrei, achtzig Euro bezahlen dürfen und danach weiterhin die ziehenden Schmerzen im Zahn haben. Das ist Gesundheitsshopping vom Feinsten und es war eben schon immer etwas teurer einen besonderen Geschmack zu haben.
    15. Uns geht es gut, denn wir wissen, dass unsere Herren und Herrinnen unsere Bedürfnisse berücksichtigen. Die Herolde der Herrschaft teilten uns nach dem Auftritt des Axtschwingers in Ansbach mit, dass 90 Prozent von uns mehr Videoüberwachung im öffentlichen Raum wollen. Die Herolde der Herrschaft teilten uns nach dem Auftritt des Duell-Lastwagenfahrers in Berlin mit, dass 60 Prozent von uns mehr Videoüberwachung im öffentlichen Raum wollen.
    16. Uns geht es gut, denn wir wissen nun, dass diese Taten von den Videokameras hätten verhindert werden können.
    17. Uns geht es gut, denn wir wissen, obwohl wir dazu nicht, nicht vollumfänglich, nicht im analytischen Dialog auf Augenhöhe, nicht im These-Antithese-Synthese-Diskurs, nicht auf der gemeinschaftlich erarbeiteten Basis möglichst vollständiger Fakten befragt wurden. Also muss es stimmen.
    18. Uns geht es gut zu wissen, dass der Staat sich kümmert.
    19. Uns geht es gut, denn die Hausverwaltung unseres Vermieters hat die durch Bauherrengeiz und Architektenpfusch entstandene Schimmelbildung in unserer kapitalistischen Plattenbauwohnung beseitigen lassen. Allerdings haben die Handwerker darauf verzichtet, die betroffenen Stellen zu streichen.
    20. Uns geht es gut, denn das dürfen wir Mieter nun in Eigenleistung tun.
    21. Uns geht es gut, denn wir könnten uns deswegen einen Anwalt nehmen, wenn wir das Geld dafür übrig hätten.
    22. Uns geht es gut, denn sogar wir haben mittlerweile kapiert, dass in Deutschland derjenige mehr Recht hat, der die Macht hat, um durch alle Instanzen gehen zu können.
    23. Uns geht es gut. Wir fühlen uns gut aufgehoben, bei höchsten Richtern, die zu Bescheidenheit beschiedene Rentnerehepaare im Namen des Volkes aus ihren luxussanierten Wohnungen jagen, in denen sie seit Jahrzehnten wohnten. Davonjagen, weil die Vermieter Eigenbedarf angemeldet haben für ihre Luxustöchterchen, die in München Fremdsprachen, Jet Set und internationale Männer studieren wollen.
    24. Uns geht es gut, denn wir verzichten gerne auf gutes Essen, gesunde Kleidung und wehrhafte Bildung, um uns ein Auto leisten zu können, damit wir überhaupt an unseren mit dem Niedrigstlohn vergüteten Arbeitsplatz kommen. Dort steht das teure heilige Blech dann werktäglich 8 Stunden ungenutzt herum, während uns die Unternehmer etwas von Maschinenauslastungszeiten erzählen.
    25. Uns geht es gut, weil die leitenden Beamten in den zuständigen Behörden alles daran setzen, um einen möglichst teuren aber hälftig ineffizienten öffentlichen Personennahverkehr aufrecht zu erhalten.
    26. Uns geht es gut in dem Wissen, dass „unsere“ leitenden Beamten all ihre Bridgekumpels aus der Automobilbranche – die Niederlassungsleiter, die Marketingchefs, die Fachjournalisten, die Honoratioren aus den Kreistagen und Gemeinderäten, die Fuhrunternehmer und deren Rechtsanwälte – mit denen sie im Lions Club oder Rotary Club Regionalpolitik spielen, nicht enttäuschen wollen. Außerdem gäbe es dann für sie nicht mehr diese günstigen Jahreswagen der oberen Hubraum- und Preisklasse.
    27. Uns geht es gut, weil wir wissen, dass wir uns auf die Fachkompetenz und die Leistungsbereitschaft „unserer“ Beamten verlassen können, die die öffentliche Personenbeförderung dermaßen miserabel vernetzen, dass sie uns durch Wartezeiten an gerne zugigen Haltestellen und durch unnötigerweise verweigerte Abstimmung der Anschlussverbindungen und durch fehlende Querverbindungen in den Strahlennetzen einen enormen Teil unserer freien Zeit stiehlt. Freie Zeit, die wir gut gebrauchen könnten, um dieses politische System zu bekämpfen.
    28. Uns geht es gut, denn der Staat betreibt eine offene Informationspolitik und teilt uns mit, dass wir im Rentenalter Bettler sein werden.
    29. Uns geht es gut, denn man hat uns klar gemacht, dass wir an unserer Altersarmut selbst schuld sein werden, denn wir haben es versäumt privat vorzusorgen mit dem Geld, dass wir als Rentenversicherte in der asozialen Marktwirtschaft nicht verdienen konnten. Wir hätten uns ein Beispiel nehmen sollen an dem Automanager, der jetzt 3.100 Euro Rente bekommt – täglich. Der hat das verdient. Der hat sich das mit seinen eigenen Händen und im Schweiße seines Angesichts geschaffen. Wenn der eine 93.000 Euro Rente im Monat bekommt und die andere 560 Euro im Monat, dann deswegen, weil die andere sich in ihrem Leben nicht genug angestrengt hat. Hätte eben mehr aus sich machen müssen. Hätte ja studieren können. Abgassteuerungsinformatik zum Beispiel.
    30. Uns geht es gut, weil uns die Angst beflügelt und enorme kreative Kräfte in uns freisetzt, wenn wir bei Abschluss eines unserer prekären Arbeitsverträge permanent daran denken dürfen, ob unser Brotherr den Vertrag nach einem halben Jahr oder nach einem halben Jahr oder nach einem halben oder nach einem halben Jahr wieder verlängert.
    31. Uns geht es gut, weil wir nun endlich verstehen, was unsere Herren und Herrinnen mit „Fordern und Fördern“ meinten. Jene Leute, die „mit Nachdruck und dem unmißverständlichen Hinweis auf die universellen Menschenrechte“ vom Russen kompromisslos Fordern seine Unterstützung für den Soziopathen Assad einzustellen, und zugleich beste Geschäfte machen im Netzwerk des Förderns von russischem Erdgas.
    32. Uns geht es gut, wenn wir von denen, deren sinnfreie „Arbeits“plätze wir mit unserer Arbeit, unseren Steuern, Beiträgen und Gebühren finanzieren dürfen, ausgefragt werden, als wären wir einer Vorladung zu einer polizeilichen Vernehmung gefolgt.
    33. Uns geht es gut, wenn wir uns auf Arbeitsämtern, Sozialämtern, Krankenkassen und sonstigen Behörden und Institutionen demütigen lassen dürfen, wenn wir verlangen, was menschenwürdig ist. Wenn wir fordern, wofür wir bereits bezahlt haben. Wenn wir auf unserem Bürgerrecht bestehen.
    34. Uns geht es gut, wenn wir von den „Spitzen der Zivilgesellschaft“ bei den Kirchen, dem Sport, den Sozialverbänden, den Gewerkschaften und von sonstigen VIP-Vereinsmeiern und Vereinsmeierinnen als primitive Zurückgebliebene verhöhnt werden, die „aus diffusen Ängsten heraus“ unzufrieden und ausländerfeindlich sind, und denen die deutsche Oberschicht das Leben erst einmal von Grund auf erklären muss. Wir sind der Pöbel, dem die selbsternannten Eliten zeigen müssen, wo es lang geht. Jene Eliten, die alle lange Nase lang vom „Volk als Souverän“ schwafeln, zugleich aber die Entscheidungs- und Deutungshoheit über das Leben der Bürger behalten wollen, weil sie … – ja, mit welchem Recht eigentlich?
    35. Uns geht es gut, wenn wir von den Hofberichterstattern der Politbonzen und von den gehaltsabhängig beschäftigten Schreiberlingen der Wirtschaftsbonzen als unmündige und dumme Wutbürger dargestellt werden, die „einfache Antworten auf komplexe Fragen erwarten“.
    36. Uns geht es gut, wenn wir von den Polit- und Wirtschaftsbonzen materiell enteignet werden, weil der Arbeitslohn kaum noch reicht, um die stetig steigenden Mondpreise und die stetig steigenden Wuchersteuern bezahlen zu können.
    37. Uns geht es gut, wenn wir von den Politbonzen per Gesetzgebung ins soziale Abseits gedrängt werden. Wenn z.B. aus heiterem Himmel oder weil die „Steuerquellen sprudeln“ aber kein Geld für die Pflegeversicherung da ist, bestimmte Arten von Betriebsrente rückwirkend als (doppelt) sozialversicherungspflichtig erklärt werden. Selbstverständlich ohne Bestandsschutz. So dass jetzt etliche dieser Rentner mit fünfstelligen Beträgen bei den Sozialversicherungsvampiren in der Kreide stehen.
    38. Uns geht es gut, weil „unsere“ Tier- und Menschenärzte bei Virenerkrankungen oder einfach mal so um den Appetit anzuregen, Antibiotika kübelweise verschreiben und damit unser Immunsystem zerstören. Man könnte es ja auch mal damit versuchen, Tiere möglichst artgerecht zu halten, und Mitarbeiter, die erkältungs- oder fieberkrank sind, von den Vorgesetzten nach Hause schicken zu lassen. Aber Hauptsache, uns geht es gut. Darauf einen Gutschein der Pharmaindustrie!
    39. Uns geht es gut, weil uns immer wieder mal der Arbeitsplatz von der vorsätzlich herbeigeführten Globalisierung weggenommen wird und die Polit- und Wirtschaftsbonzen hierzulande keine angemessenen Ausgleichsarbeitsplätze schaffen wollen.
    40. Uns geht es gut, weil wir wissen, dass der Austausch („vom zertifizierten Profi mit Originalteil“) eines kaputten Schlosses für den Sicherheitsgurt unseres obere Unterklasse-Pkws 220 Euro kosten soll.
    41. Uns geht es gut, weil wir immer mal wieder an einem Erprobungsarbeitsverhältnis teilnehmen dürfen, obwohl wir den Job, in dem wir „erprobt“ werden, zuvor bereits jahrelang routiniert ausgeführt haben. 3 Tage für lau, der Wirtschaftsbonze spart sich für diese Zeit einen Zeitarbeitereinsatz und holt gleich danach den nächsten Erprobungstagelöhner. Alles Gute kommt auch in diesem Fall von oben, denn diese „Arbeit auf Probe“ wurde mit dem servilen Einverständnis der Gewerkschaftsbonzen eingeführt.
    42. Uns geht es gut, denn wir dürfen solidarisch Dienst am Nächsten leisten, z.B. als Minijobber bei der Diakonie oder der Caritas. Dadurch zerstören wir die Vollzeiarbeitsplätze anderer und dürfen selbst als Sozialhilfebittsteller um Aufstockung betteln, damit die Kirchen „mit ihrem sozialen Engagement den Staat entlasten können“. Zumindest entlasten die Kirchen das Staatssäckel, denn sie erleichtern den Staat, der ihr „Engagement im Gesundheits- und Sozialbetreuungsbereich“ durch Subventionen und Vergünstigungen finanziert, um Milliarden Euro jährlich.
    43. Uns geht es gut, weil wir wissen, dass die leitenden Beschäftigten auf der mittleren und höheren Ebene in den Behörden, Institutionen und Betrieben zwischen den Kaffeekränzchen alias Arbeitsbesprechungen kapitalistische Selektionen alias kaufmännische Berechnungen durchführen, die dem leitenden Personal beste Einkommen und Privilegien verschaffen, während die, die tatsächlich zupacken müssen und die Produktivitätsleistungen erwirtschaften, zum Dank dafür Arbeitsverdichtung und Niedriglöhne bekommen. Kann eine Tätigkeit, die allein daraus besteht, die Arbeit anderer zu bewerten, selbst überhaupt Arbeit sein?
    44. Uns geht es gut, denn wir haben endlich verstanden, dass jeder Einheimische, der in Deutschland arbeitslos wird, selbst daran schuld ist. „Flüchtlinge“, „Geflüchtete“, „Schutzsuchende“, „Migranten“ allerdings nicht. Die können nichts dafür, denn die hatten eine traumatische Vergangenheit oder einfach nur eine schwere Kindheit.
    45. Uns geht es gut, denn wir dürfen nun in unserem Land auch noch die Probleme der Flüchtlinge lösen, weil die das in ihren eigenen Ländern nicht hinkriegen wollen.
    46. Uns geht es gut, denn wir dürfen jetzt den Größenwahn der Herrscher ausbaden, die um jeden Preis, den das Volk zu bezahlen hat, in die Geschichtsbücher eingehen wollen.
    47. Uns geht es gut, solange es unseren Herren und Herrinnen gut geht.
    48. Uns geht es gut, weil wir nicht zu hoffen gewagt hätten, dass es nach dem „Kanzler der Einheit“ und dem „Architekten des II. deutschen Wirtschaftswunders“ nun auch noch einer Frau gelingt, als „Mutter der Mitmenschlichkeit und der Menschenrechte“ in die Geschichte einzugehen. Hat sie eigentlich schon den Nobelscheiß bekommen? Dann wird’s aber Zeit. Schließlich läßt Mama keine Zweifel daran, dass us-amerikanische Bomben, die syrische „Familien mit Kindern“ und Krankenhauspatienten töten, gute Bomben sind; dass deutsche Panzergranaten mit denen saudi-arabische Kanoniere jemenitische „Familien mit Kindern“ und Krankenhauspatienten töten, gute Granaten sind; und ganz wichtig: dass russische Bomben, die syrische „Familien mit Kindern“ und Krankenhauspatienten töten, böse Bomben sind.
    49. Uns geht es gut, denn wie gesagt – wir haben ja keine eigenen Probleme. Im Gegenteil: Wer bei uns einen pflegebedürftigen Angehörigen pflegt, der bekommt sage und schreibe ein halbes Jahr Freistellung vom Arbeitgeber. Wahnsinn. Also ehrlich jetzt, soviel Großzügigkeit, wie sollen wir das verkraften. Freistellung, ok? Das heißt, es gibt keine Lohnfortzahlung, sondern der Unternehmer bezahlt nur die Sozialversicherung weiter und beschäftigt uns, wenn wir Glück haben, nach der Pflegeauszeit wieder. Und der Staat legt noch 3 Jahre Rentenbeitragsanrechnung drauf. Das alles zusammen ist ungefähr so, als würde einer dieser Arbeitgeber aus der Sozialindustrie eine Pflegehelferin einstellen und sagen: „Ok, das ist harte Arbeit. An der Belastungsgrenze. Aber sie werden selbstverständlich sozial- und rentenversichert. Bloß Lohn und Auslagen bezahlen wir nicht.“ Klasse, wa!? Danke, Mama, vielen vielen Dank, was würden wir ohne dich und deine harte Vorbereitungsarbeit nur machen. Nicht vergessen: Im Herbst 2017 ist Muttertag!
    50. Uns geht es gut, denn wir sind sogar 50 Jahre alt geworden, während in Afrika – ja, in Afrika, da sterben die Leute.
    51. Uns geht es gut, denn wir haben noch dreiviertel unserer Zähne im Mund.
    52. Uns geht es gut, denn wir sind Weltmeister! Wir sind die mächtigste Frau der Welt!! Wir sind sogar Papst!!! Wir sind alle St. Martin!!!! Das muss Demokratie sein.
    53. Uns geht es gut, deshalb wollen wir ein Viertel unserer Zähne an die Menschen in Afrika abgeben, weil die nur noch ein Viertel ihrer Zähne haben.
    54. Uns geht es gut, denn wir wissen jetzt, dass wir dazu beigetragen haben, dass die anderen – genauso wie wir, denn vor der Karies sind alle gleich – auch die Hälfte aller Zähne im Mund haben.
    55. Uns geht es gut, denn wir sind nun ein gutes halbes Jahrhundert alt, und können im Rückblick sagen, dass sich im Grunde genommen ein Scheißdreck geändert hat. Nach wie vor fressen wir den Afrikanern den Fisch vor ihren Küsten weg, denn Fisch ist gesund. Im Gegenzug schenken wir ein paar von ihnen ein paar von unseren alten Nähmaschinen, damit sie sich eine handvoll Maisbrei verdienen können. Am besten kaufen sie dafür den hochsubventionierten US- und EU-Mais.
    56. Uns geht es gut, weil wir eine wachsame und freie Medienlandschaft haben, die Statistiken in Auftrag gibt und veröffentlicht, die besagen, dass die rassistisch motivierten Übergriffe in Deutschland zugenommen haben.
    57. Uns geht es gut, weil wir darüber staunen dürfen, dass in diesen Statistiken nicht die hundertfachen rassistisch motivierten Übergriffe nordafrikanischer und arabischer Mitmenschen aufgeführt sind, die sich an Silvester 2016 nicht nur in Köln zusammengerottet haben, um weiße Frauen zu vergewaltigen und weiße Männer zu bestehlen. Kolonialpolitik reloaded – bloß andersrum.
    58. Uns geht es gut, weil unsere Politiker nun entschlossen und mit allem Nachdruck kompetent wie immer auf das eigenwillige Konsumverhalten der von ihnen ins Land Geholten reagieren: mit einer flächendeckenden Überwachung der gesamten Bevölkerung. Die wir bezahlen dürfen: mit Einsparungen in der Krankenversorgung, der Pflegeleistung, der Ausstattung von Schulen etc. Und mit Einsparungen beim Schutz vor Verbrechen. Denn die Werbung der Überwachungsindustrie lautet: Eine Überwachungskamera ersetzt einen Polizisten.
    59. Uns geht es gut, weil unsere Herren und Herrinnen unsere Altersvorsorge im Griff haben: Sie sorgen für prekäre Arbeitsplätze und bieten uns zum Ausgleich dafür häufigen Arbeitsplatzverlust. Sie senken unsere Einstiegslöhne und bieten uns zum Ausgleich dafür Teilzeitarbeitsplätze. Sie werfen uns vor, zu wenige Kinder zu produzieren, weswegen sie fortpflanzungswillige Gäste ins Land holen müßten von jener Sorte wie sie in Strophe 57 besungen werden.
    60. Uns geht es gut, weil wir mit dem sicheren Gefühl in die Zukunft sehen können, dass die bei uns aufgenommenen Sozialhilfebewerber und Niedriglöhner ganz sicher eine gute Ausbildung für ihre Kinder, eine gute Gesundheitsversorgung, eine gute Arbeit, eine gesunde Wohnsituation und einen menschenwürdigen Wohlstand bestreiten können. Ganz klar, denn dass sie in diesen Dingen was drauf haben, das haben sie ja bereits in ihren Herkunftsländern bewiesen.
    61. Uns geht es gut, weil unsere Polit- und Wirtschaftsbonzen das Problem erkannt haben, nachdem sie von denen, die da kamen, damit vor den Kopf gestoßen wurden. Die in der Regel unbrauchbar oder überflüssig qualifizierten Flüchtlinge bekommen nun das, was den unter Wert beschäftigten oder arbeitslosen Einheimischen verwehrt wird: individuelle und zeitgemäße Berufsbildung.
    62. Uns geht es gut, weil unsere Herren und Herrinnen die Nebenkosten (Strom, Rauchmelder etc.), Zuzahlungen (Medikamente etc.), Abgaben (Regenwasser etc.) und Gebühren (TÜV, Vorschriftenflut und ausufernder Personalüberhang in der öffentlichen Verwaltung etc.) und auch die Preise für unverzichtbare Non-Food-Produkte (Ersatzteile, Windeln etc.) dermaßen in die Höhe treiben, daß wir uns Kinder gar nicht leisten könnten, selbst wenn wir das in diesem zu dicht besiedelten Land wollten.
    63. Uns geht es gut, weil unsere Herren und Herrinnen nicht einmal eine funktionierende Infrastruktur für die Einheimischen bereitstellen können, geschweige denn für zukünftig Geborene. Seien es nun Kitaplätze, Arbeitsplätze, Pflegeplätze, Wohnplätze, Sitzplätze oder etc. Aber eine erstklassige Bürokratie können die hinstellen, aber hallo! Wer einen Termin beim Facharzt zur Nachkontrolle in einem folgenden Abrechnungsquartal bekommt, der muss dazu einen Überweisungsschein mitbringen, obwohl der Hausarzt mit dem Termin einverstanden war und ansonsten nichts mit der Nachuntersuchung zu tun hat. Wollen halt auch da ein bißchen mitverdienen. Wenn wir nicht auf diese Idee kommen, dann dürfen wir – als Büroboten der Krankenkassen – diesen Überweisungsschein „nachreichen“. Die Facharztpraxis ruft nicht bei der Hausarztpraxis an, dass die den Schein zuschicken. Da genügt auch kein Anruf von uns auf eigene Kosten. Da dürfen wir selbst vorbeikommen, auf eigene Kosten und Zeit, und in der Hausarztpraxis warten, bis Onkel Doktor oder Tante Doktor den Überweisungschein ausgefertigt hat. Dann dürfen wir ihn mitnehmen und, auf eigene Kosten und Zeit, bei der Facharztpraxis abgeben oder dorthin schicken. Doch wer weiß, vielleicht schafft Mama die Praxisgebühr ein zweites Mal ab, um wiedergewählt zu werden. Und keiner merkt was.
    64. Uns geht es gut, weil wir hart arbeiten, aber das Ergebnis unserer Produktivleistung von unten nach oben umverteilt wird.
    65. Uns geht es gut, denn nun wissen wir auch, dass eine faire und wohlanständige Rente nichts mit der Anzahl von Kindern zu tun hat, die geboren werden – sondern mit der Höhe des Anteils am Produktivermögen, den jeder Bürger nutznießen darf. Eine Gesamtanzahl von hinzu geborenen Kindern über eine niedrige Schwelle hinaus, wäre im Gegenteil nicht „unsere Zukunft“, sondern ein Kostenfaktor und Vermögensverlust bei der nachhaltigen Versorgung der Bevölkerung.
    666. Uns geht es gut, denn eigentlich wären wir seit vorher wohlständige Rentner. Doch mit dem Wohlgefühl in den müden Knochen, das die Rendite jeder Selbsterkenntnis ist – weil, nun müssen wir ja wenigstens nicht dumm sterben, stellen wir fest, dass es uns gar nicht gut geht. Weil nämlich, wir sind ja gar nicht „uns“. Mit „uns“ meint sich ja nur die Oberschicht, selbstschicht – selbstsicht- selbstsücht – selbst sich – nein, sich selbst.

    Ist das Glas halb voll und nicht halb leer?
    Blöd nur, dass wir für ein volles Glas bezahlt haben. Noch blöder, dass wir für Wein geschuftet haben und Brackwasser schlucken sollen.

    Ein Uns-geht-es-gutes Neues Jahr 2017 wünscht
    Shopping Queen
    (für)
    La Trolle Compagnie

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