Hunde- und Katzenbesitzer aufgepasst: Das Geschäft mit Haustieren kennt keine Grenzen – Fastfood mit Zusatzstoffen für das Tier

Der Heimtiermarkt ist hat umkämpft. Den Markt teilen sich Nestlé, Mars und Fressnapf auf. Katzen- und Hundefutter sind oft um ein Vielfaches teurer als Fleisch, das für menschlichen Verzehr bestimmt ist. Tierfutter besteht aus Abfällen der 3. Kategorie…also auch Schlachtkörperteile, die als NICHT-GENUSSFÄHIG eingestuft sind. Trotzdem ist Tierfutter teurer als Wurst- und Fleischsorten, die Herrchen und Frauchen für den eigenen Verzehr kaufen. Schon bemerkenswert! 

In jedem Supermarkt, bei allen Discountern oder Drogeriemärkten hat Hundefutter heute seinen festen Platz in den Regalen. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass man damit gutes Geld machen kann, selbst gemessen an den Ansprüchen von Konzernen wie Aldi, Lidl oder REWE. Auch bei den Herstellern der Nahrungsmitteldindustrie hat sich längst herumgesprochen, dass auch die Nahrung für Hunde und Katzen ein sehr profitables Geschäft ist.

Die Liebe zu Vierbeinern lässt bei den Konzernen verstärkt die Kassen klingeln

Das Internet gewinnt laut Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e. V. auch für Heimtierprodukte zunehmend an Bedeutung. 2015 betrug das geschätzte Umsatzvolumen circa 450 Mio. Euro. In diesem Verband sind alle Unternehmen auch NESTLÉ PURINA PETCARE Deutschland GmbH und MARS Petcare Deutschland GmbH Mitglied. In dem Bereich ARZNEI-, HEIL- UND PFLEGEMITTEL ist der große Pharma-Konzern Bayer mit Bayer Vital GmbH dabei. Bayer hat gerade Monsanto gekauft. Ganz gegen den Willen der Verbraucher werden Gen-Pflanzen in großem Umfang an landwirtschaftliche Nutztiere verfüttert. So gelangt Gentechnik quasi durch die Hintertür wieder in die Nahrungskette. Das ist uns bekannt und wir haben mehrfach darüber berichtet.

Gefahren genmanipulierten Hundefutters

Ernähren Sie Ihren Hund mit genetisch modifiziertem Kornschrot oder mit Nahrung, die Soja-Bestandteile enthält? Es gibt keine absolute Sicherheit zu erfahren, ob das Korn oder Soja in der Hundenahrung frei von GVO-Bestandteilen ist. Die Wahrscheinlichkeit ist aber sehr hoch, dass das der Fall ist. Siehe: Vorsicht – Hundefutter genmanipuliert – The Dangers of Genetically Modified Ingredients in Dog Food

Die Heimtierhaltung ist nicht nur in Deutschland längst zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Pro Jahr wenden die Deutschen rund 9,1 Milliarden Euro für ihre tierischen Liebsten auf.

War Ihnen bekannt, dass Nestlé nicht nur der größte Nahrungsmittelgigant für Herrchen und Frauchen ist, sondern auch das Geschäft mit Haustieren für sich entdeckt hat? 8,3% seines Umsatzes macht der Konzern mit Tiernahrung. Nur ein Beispiel: PURINA ist die Nummer zwei bei Tiernahrung in Deutschland. 226,8 Mio. Euro flossen 2012 in Nestlés Kassen. Mit Gold, Silber und Bronze zeichnet das Fachmagazin Lebensmittel Praxis 2014 gleich drei Produkte von PURINA aus. Ein Jahr später folgte eine Sammelklage eines US-Hundehalters –  der Vorwurf: Purina-Beneful-Futter soll Tausende Hunde vergiftet haben. 

Eine Sammelklage gibt es auch wegen Katzenfutter. In Kalifornien wurde eine Sammelklage eingereicht, die Nestlé der Beihilfe zur Sklaverei in Thailand vorwirft. Nestlé importiere über einen thailändischen Lieferanten Thai Union Frozen Products mehr als 12 000 Tonnen Tiernahrung auf der Basis von Meeresfrüchten für die großen in den USA verkauften Marken. Ein Teil der Meeresfrüchte werde unter Sklaverei-Bedingungen gewonnen. Nestlé reagierte und ließ die Vorwürfe durch die Menschenrechtsorganisation Verité überprüfen. Was Verité in der Fischindustrie im Golf von Thailand ans Licht brachte, ist erschreckend und bestätigte, dass Menschenhandel, Zwangsarbeit, Kinderarbeit und Hungerlöhne offenbar an der Tagesordnung bei Zulieferern sind. Nestlé reagiert prompt und will mit einem Aktionsplan die Arbeitsbedingungen verbessern. Wenn Sie also Katzenfutter mit Fisch kaufen, unterstützen Sie Sklavenarbeit. Dazu hier mehr:  Sklavenarbeit mit Unterstützung der EU, Allianz, Goldman Sachs u. s. w.

Wir Netzfrauen schrieben bereits mehrfach über das Thema, das erste Mal 2013, wofür wir sehr viel Lob erhielten. Nun wurden wir gebeten, dieses Thema noch einmal aufzunehmen, um die Herrchen und Frauchen über die möglichen Risiken von Tiernahrung zu informieren. Schließlich geht es um Fastfood für die Liebsten.

Das Testmagazin „Öko-Test“ hat im aktuellen Heft 15 Bio-Nasshundefutter, darunter zwei vegetarische und drei vegane Produkte, untersucht. Knapp die Hälfte der Produkte fiel bei den Testern durch, nur ein „Sehr gut“ wurde vergeben. In elf Produkten fehlte etwa Vitamin D, das von Hunden nicht selbst hergestellt werden kann, zur Gänze. In drei Produkten fehlte Vitamin B1, das bei einem Mangel Symptome wie Fressunlust und Krämpfe hervorrufen kann. Vier Bio-Nassfutter enthielten zudem zu wenig Vitamin A, bei zwei anderen wurde zu wenig Zink festgestellt.

Das Geschäft mit Haustieren kennt keine Grenzen.

Einen reinrassigen Hund gibt es beim Züchter und er kostet meist über 1000 Euro, Stammbaum incl.. Der Staat kassiert Hundesteuer. Hundetrainer und -frisöre, Pfötchenhoteliers und Tierpsychologen leben von einer tierliebenden Klientel. In Hamburg gibt es seit Jahren eine Hundewaschanlage, das Dirndl für die Hündin kommt aus Bayern. Ca. 10 000 Tierarztpraxen gibt es bundesweit, nach Schätzungen sind rund die Hälfte von ihnen Kleintierpraxen, spezialisiert auf Haustiere. Operationen, Infusionen, Tabletten: Die medizinische Versorgung von Hund und Katze lässt keine Wünsche offen. Wenn das alles nichts mehr nützt, hilft der Bundesverband der Tierbestatter weiter. Nicht nur das deutsche Haustier ist von der Geburt bis zum Tod ein verlässlicher, weitgehend konjunkturunabhängiger Wirtschaftsfaktor, andere Länder haben schon längst den Rang abgelaufen. Und wer ist der führende in diesem Business? Wie kann es anders sein: der Lebensmittelgigant Nestlé.

Nestlé und Mars sind weltweit führend bei der Herstellung von „Fertigfutter“ für Menschen. Sie sind mit Pedigree, Royal Canin, Purina & Co auch führende Hersteller von Fastfood für Hunde und Katzen. Der Erfinder des Schokoriegels Mars ließ es sich allein 1,5 Milliarden US-Dollar kosten, die Marke Royal Canin zu kaufen, die größte Konzerninvestition bis dato. Alleine mit Futter und Zubehör setzt die Branche weltweit mehr als 50 Milliarden Euro um – Tendenz steigend. Ein weiterer Gigant kommt hinzu – Fressnapf!

Katzen- und Hundefutter sehr viel teurer als ein Hühnchen

Die Verbraucherzentrale Bremen führte im Dezember 2014 einen Marktcheck für Katzen– und Hundefutter durch. Besonders sogenannte Premiummarken kosten meist deutlich mehr als das billigste Hühnchen im selben Geschäft: Für umgerechnet ein Kilo Katzenfutter der Marke „Sheba“ können Verbraucher fast vier Mal so viel wie für ein Kilo Geflügel bezahlen. „Cesar“ für Hunde ist bis zu drei Mal so teuer wie Billighuhn.

Für den Marktcheck hat die Verbraucherzentrale Bremen die Angebote in sieben Supermärkten bzw. Discountern in Bremen verglichen. Das Ergebnis stimmt nicht nur nachdenklich. Es zeigt auch das enorme Missverhältnis, in dem Preise für Lebensmittel und Tiernahrung stehen. Damit kein Missverständnis aufkommt: Katzen und Hunden soll es gut gehen und das Futter soll ihnen schmecken. Aber wenn Geflügel für die menschliche Ernährung so viel billiger ist, dann stimmt etwas nicht.

Tierfutter enthält sogenannte tierische Nebenerzeugnisse, die für den menschlichen Verzehr nicht geeignet sind. Dabei handelt es sich um bestimmte Teile geschlachteter Tiere wie zum Beispiel Milz, Lunge, Euter, Harnblase oder Knochen. Viele Tierfutterhersteller werben damit, dass ihr Produkt Lachs oder Kaninchen enthält. Doch diese Zutaten machen häufig nur vier Prozent aus.

Nimm-zwei-Effekt“ („Süß und gesund, das funktioniert bei Tieren genauso wie bei Kindern“) und zeigt durch den Verzehr einiger Katzen-Snacks nebenbei, wie nah sich Zwei- und Vierbeiner heutzutage kommen.

Hundefutter: Jedem zweiten Feucht­futter fehlen wichtige Nähr­stoffe

Der im Februar 2015 durchgeführte Test von 30 Nass­futtern zeigte: Eine optimale Versorgung gelingt nur mit knapp jedem dritten Futter. Kalzium, Vitamine & Co. kommen oft zu kurz – dem Hund drohen Mangel­erscheinungen. Hinter den ansprechenden Etiketten steckt meist vor allem gute Werbung, gleich 14 schnitten als mangelhaft ab.

Dazu Stiftung Warentest: „Wer die ansprechenden Etiketten vieler Hundefutter betrachtet, glaubt, sein Tier kulinarisch verwöhnen zu können. Fress­napf etwa bietet „Rind mit Kartoffeln und Schwarz­kümmelöl“, Terra Canis „Huhn mit Tomaten, Amaranth & Basilikum“. Naturplus Activa verspricht „eine hoch­wertig und bedarfs­gerecht zusammen­gestellte Zutaten­liste“. Der voll­mundigen Werbung sollten Hunde­besitzer nicht allzu sehr Glauben schenken, wie eine Unter­suchung von Feucht­futter für ausgewachsene Hunde belegt. Fast jedes zweite Futter scheitert am richtigen Nähr­stoff­mix, den Hunde brauchen, um fit und gesund zu bleiben. Gleich 14 Futter schneiden allein aus diesem Grund mangelhaft ab. Sie werden der Bezeichnung „Allein­futter“ nicht gerecht: Dazu müssten sie es schaffen, den gesamten Nähr­stoff­bedarf abzu­decken.

Sehr gute Futter für unter 1 Euro am Tag

Immerhin acht Feucht­futter beherr­schen die richtige Rezeptur und sind sehr gut. Dazu zählen güns­tige Produkte von Drogeriemärkten, Handels­ketten und Discountern. Die güns­tigste Tages­ration für einen mäßig aktiven, 15 Kilogramm schweren Hund – der „Modell­hund“ in unserem Test – kostet unter 1 Euro. Auch einige Futter von Marken­herstel­lern gehören dazu. Die sehr guten Futter im Test versorgen Hunde ausgewogen mit den Nähr­stoffen, die sie brauchen. Und sie nennen für die verschiedenen Gewichts­klassen meist die richtigen Futtermengen. Auch mit Schad­stoffen sind die sehr guten Futter nicht belastet. In zwei anderen Produkten fanden die Tester hingegen Cadmium – beide Male in Futter mit Pferde­fleisch.“

Zum Test >>hier

Leider wurden in dem Test nur Produkte vom Discounter wie Aldi, Lidl, REWE oder Fressnapf getestet, noch einige andere kleinere Unternehmen waren dabei. Doch was uns eher interessiert, sind die BIG Player auf dem Markt. Hier wurden nur die Produkte Pedigree Pastete mit 5 Sorten Fleisch und  Cesar Klassiker mit zartem Kalb und Geflügel getestet. Diese haben es unter die TOP Acht geschafft. Beide Produkte gehören dem Lebensmittelgiganten Mars. Nestlés Produkte wurden nicht getestet, obwohl dieser doch der Gigant unter den Hunde- und Katzenfuttern ist.

Bevor wir uns aber den beiden Giganten Mars und Nestlé zuwenden, schauen wir uns den Konzern Fressnapf an. Im Test wurden die Produkte Fressnapf/Bioplan Paté mit Rind, Kartoffeln & Spinat, Bio, Fressnapf/Premiere Best Meat Truthahn mit Gemüse Adult und Fressnapf/Real Nature Adult Dog Rind mit Kartoffeln und Schwarzkümmelöl getestet. Die Eigenmarke des Tierbedarfgeschäftes Fressnapf fiel im Test durch. Im Futter „Premiere Best Meat Truthahn mit Gemüse Adult“ fehlten B1 und Kupfer. Somit ist es als „Alleinfutter“ ungeeignet. Auch hier ist die empfohlene Futtermenge zu gering.

Fressnapf

Fressnapf hat 2014 einen Rekordumsatz von 1,67 Milliarden Euro erzielt – das entspricht einer Steigerung von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit dem deutschen Online-Shop setzte die Kette knapp 50 Millionen Euro um.

Fressnapf ist ein Franchise-Unternehmen mit Sitz in Krefeld mit 1347 Märkten (Stand: 31. Dezember 2014) in zwölf europäischen Ländern vertreten. In Deutschland sind es über 800 Märkte, gefolgt von Österreich und den Niederlanden. Weitere Filialen gibt es in der Schweiz, in Belgien, Frankreich, Ungarn, Dänemark, Italien, Luxemburg, Polen und Irland. In Deutschland betreibt Fressnapf selbst nur 100 Läden, 730 werden von Franchisenehmern geführt. (Stand 2013)

Torsten Toeller ist der Gründer und Chef von Fressnapf. Er baute Europas größten Händler für Tierfutter und -zubehör auf. Das Unternehmen wächst dynamisch und systematisch. Fressnapf hat etwas geschafft, wovon alle Einzelhändler träumen: Es verkauft seine Premiumeigenmarke Moments doppelt so teuer wie die konkurrierenden Spitzenprodukte der Markenartikler.

Dose auf, Löffel rein, probieren: „Ah, Thunfisch mit Shrimps!“

Torsten Toellers Eigenmarke ist doppelt so teuer wie die edle Katzenfuttermarke Sheba von Mars: „Wir liefern bei Moments Lebensmittelqualität.“, so der Gründer und er fiel im Test von StiftungWarentest durch. Siehe oben.

Katzenfutter im Test von Februar 2014  – Nicht drin, was drauf steht

Unter den getesteten Feuchtfuttern versteckten sich auch Schummel-Produkte: Das „Multifit-Ragout“ von Fressnapf preist eine Zubereitung mit Kaninchen auf der Verpackung an – im Labor konnten die Tester allerdings kein Kaninchenfleisch nachweisen. Das Produkt ist somit falsch deklariert, ebenso acht weitere der getesteten Feuchtfutter.

Stiftung Warentest hatte 33 Feucht­futter unter die Lupe genommen: darunter preisgüns­tige Produkte von Discountern, vergleichs­weise teure Markenfutter, zwei Bio-Katzenfutter und ein vegetarisches Futter für Katzen und Hunde. Nicht alle konnten über­zeugen, 15 Futter könnten auf die Dauer sogar krankmachen. Immerhin sieben Futter erhielten aber auch die Noten Sehr gut oder Gut.

Fressnapf / Fit + Fun Geflügel Nassfutter „Versorgung mit K und Vitamin E nicht ausreichend, P- und Na-Aufnahme überhöht, aber noch vertretbar; Fütterungsempfehlung zu hoch.“  Ergebnis: Mangelhaft.

Sehr gutes Futter für wenig Geld

Der Preis sagt nichts über die Qualität des Katzen­futters aus. Unter den besten Produkten im Test finden sich sowohl güns­tige Futter vom Discounter als auch etwas teurere Marken­produkte. Wer seine Katze gesund und ausgewogen ernähren will, muss dafür also nicht viel Geld ausgeben. Der Testsieger gehört zu den preis­wertesten Produkten im Test: Die Tages­ration kostet 21 Cent. Laut Test ist es Sieger K-Classic: Kaufland / K-Classic Adult Zarte Häppchen in feiner Sauce mit Truthahn & Leber

1,5 Milliarden Euro gaben die Deutschen beispielsweise 2012 für die Ernährung ihrer Stubentiger aus, das meiste für Feuchtfutter in Dosen. – also Fastfood!

  • Catz Finefood No.3 Geflügel (ausreichend)
  • Christopherus Erwachsene Katze (ausreichend)
  • Penny Funny Cat (ausreichend)
  • Rossmann Winston (ausreichend)
  • Schmusy Nature (ausreichend)
  • Whiskas Terrine mit Herz (ausreichend)
  • Fressnapf MultiFit Adult (ausreichend)
  • Yarrah Adult Cat Food (ausreichend)
  • Activa mit Rind und Herz (mangelhaft)
  • Animonda Carny Adult (mangelhaft)
  • Felix mit Rind und Huhn (mangelhaft)
  • Terra Faelis Naturkost (mangelhaft)
  • Defu Huhn Paté (mangelhaft)
  • Hier können Sie gegen eine Gebühr den vollständigen Test herunterladen.

Große Auswahl, kleine Preise – mit diesem Konzept hatte der damals 23-jährige Torsten Toeller Fressnapf 1990 gestartet und damit den Handel mit Tierfutter revolutioniert. Längst wurde das ursprüngliche Discount-Konzept um Erlebniskomponenten und Premiumangebote aus dem eigenen Hause ergänzt. Die 1240 Märkte in zwölf europäischen Ländern setzen fast 1,5 Milliarden Euro um. Die Liebe von Herrchen und Frauchen macht es möglich.

Tierfutter

„Moments wird speziell für Fressnapf in Thailand gefertigt und hat absolute Lebensmittelqualität – die Geschmacksrichtung „Thunfisch mit Shrimps“ habe ich spaßeshalber mit meinen Kindern als Pizzabelag ausprobiert – eine tolle Qualität und echt lecker.“ so Torsten Toeller in einem Interview bei der McKinley group. Ausgabe 1/13 Wir haben Ihnen ein Screenshot aus dem Interview erstellt. 

www.mckinsey.de - Screenshot

www.mckinsey.de – Screenshot

INFOBOX

Thailand ist einer der wichtigsten Fischexporteure der Welt und einer der größten Lieferanten an Staaten der Europäischen Union. Vor allem Arbeiter aus Burma und Kambodscha müssen auf diesen modernen Sklavengaleeren bis zu zwanzig Stunden arbeiten, sie werden geschlagen und gefoltert. Manche berichten von Exekutionen an Bord. Wer schlapp macht, bekommt Drogen eingeflößt. Kapitäne verkaufen die Menschen für wenige hundert Euro auf andere Schiffe weiter. Wegen dieser Zustände läuft bereits eine Sammelklage gegen Nestlé in den USA und zwar wegen Sklaverei. Käufer von Tiernahrungsmitteln werfen Nestlé darin vor, in vollem Wissen ein System der Versklavung und den damit zusammenhängenden Menschenhandel zu unterstützen. Wir Netzfrauen haben darüber bereits im August berichtet.

Bereits im Juni 2014 machte eine Enthüllung auf Sklaven in der thailändischen Fischindustrie aufmerksam. Die thailändische Fischindustrie hat eine Sklaverei errichtet, in der Männer oft geschlagen, gefoltert und manchmal sogar getötet werden, um den  „Abfall-Fisch“ zu fangen, um die billigen Zuchtgarnelen zu füttern, die hier überall verkauft werden. Im Juli 2015 folgte dann ein weiterer Bericht im Guardian, in dem überlebende Sklaven berichteten, dass Hunderte von Rohingya-Männer aus dem Lager im Süden Thailands verkauft wurden, um auf den Booten zu arbeiten. Dieses geschieht häufig mit dem Wissen und unter Beteilgung von einigen thailändischen Staatsbeamten.

Im April dieses Jahres gab die EU Thailand sechs Monate Zeit, um gegen die illegale Fischerei und die Arbeitsbedingungen vorzugehen und erteilte Thailand die „gelbe Karte“. Im September verwarnte die EU-Kommission Thailand offiziell wegen zu geringer Anstrengungen im Vorgehen gegen die illegale Fischerei. Nun droht den Fischereierzeugnissen aus dem Land ein Importstopp in die EU, hieß es. Eine rote Karte leitet den Beschluss für ein Handelsverbot mit Fischereiprodukten von Fangschiffen des betreffenden Drittlandes ein, doch nach wie vor werden aus Thailand weiterhin Fischereiprodukte importiert und so die Sklavenarbeit gefördert.

Die Kanzlei Hagen Berman beschuldigte Nestlé in der Klage, „bewusst“ die „Sklaverei“ in der thailändischen Fischindustrie zu unterstützen, weil der Lebensmittelriese Meeresfrüchte für sein Katzenfutter vom thailändischen Unternehmen Thai Union Frozen Products kaufe. Wie bereits oben geschrieben, hat Nestlé nun die Vorwürfe bestätigen müssen.

Thai Union Froozen Products (TUF)

Thailand produziert etwa 4,2 Mio. Tonnen Fisch pro Jahr, von denen 90 % für den Export bestimmt sind. Die USA, Großbritannien und die EU sind die Hauptkäufer dieser Meeresfrüchte – die USA importieren etwa die Hälfte der Fische und Großbritannien etwa 7 % der Garnelen aus Thailand.

In der Fischindustrie hat sich der Branchenführer Thai Union Froozen Products (TUF) für 2015 ein Umsatzziel von rund 5 Mrd. $ gesetzt. Voraussetzung dafür wäre die Genehmigung der Übernahme des kalifornischen Rivalen Bumble Bee Seafoods für 1,5 Mrd. $ durch das US Justice Department. TUF besitzt mit Tri-Union Seafoods und der populären Marke „Chicken of the Sea“ zusammen mit StarKist und Bumble Bee bereits eine marktführende Position bei Dosenthunfisch. TUF erwirtschaftet den größten Umsatz in den USA und Europa, wozu auch die letzten Übernahmen von MerAlliance, King Oscar und Orion Seafood beigetragen haben.

Menschenhandel ist systematisch für die thailändische Fischereiindustrie

„Die Verwendung von Menschenhandel ist systematisch für die thailändischen Fischereiindustrie“, sagt Phil Robertson, stellvertretender Direktor des Human Rights Watch Asia , der eine „räuberische Verflechtung“ der Fischindustrie sieht. Die Polizei steckt mit den Brokern unter einer Decke, sie sind Geschäftspartner. Etwa Tausende von Migranten wurden in Thailand in den letzten fünf Jahren Opfer von Menschenhandel.

Die 29-seitige Beschwerde, die am 27. August 2015 im US District Court für den Central District of California eingereicht wurde, behauptet, dass Thai Union in Konservenfabriken, auf Fabrikschiffen und kleineren Fischerbooten bewusst Menschen als Sklaven beschäftigt. Diese strukturierte Zusammenarbeit der Fischereiflotten stellt sicher, dass die einzelnen Fischerboote bei großer Entfernung von einem beliebigen Hafen aus ohne Kontrolle arbeiten können. Die Mannschaften der Betriebsfischerboote von Thai Union arbeiten wie moderne Sklaven, darüber hat auch der  New-York-TimesArtikel „Sea Slaves: berichtet. Das menschliche Elend für Haustiere und Tierzucht Fütterung, so der Titel.

Den Beweis liefert uns der Konzern selbst, denn er hat eine überschaubare Präsentation erstellt:

Select key customers aus 2010: Walmart, Costco, Sysco, Mitsubishi, Darden Restaurants, US Food Service, IMA, Nestle, Hagoromo, Safeway, Kroger, C & S Wholesale, Dollar General, US Government and others.

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Wir befinden uns immer noch in der Beweislage. Die Überprüfung der Vorwürfe gegen Nestlé hat gezeigt, dass Menschenhandel, Zwangsarbeit, Kinderarbeit und Hungerlöhne offenbar an der Tagesordnung bei Zulieferern sind.

Kinderarbeit und Menschenrechtsverstöße der Thunfisch-Industrie aus 2012

Zwei Thunfisch-Fabriken in Thailand, die auch den europäischen und den US-Markt beliefern, sahen sich mit ernsthaften Vorwürfen bezüglich Kinderarbeit, Menschenhandel und weiterer Verstöße gegen Arbeits- und Menschenrechte konfrontiert, schreiben FishInformation & Services (FIS) und IntraFish. am 29. 01. 2013 (!!)

Die gemeinnützige finnische Organisation Finnwatch (Helsinki) hatte die Situation insbesondere illegaler burmesischer Arbeitsmigranten bei Unicord und bei Thai Union Manufacturing (TUM) untersucht, einer Tochter des größten thailändischen Fischproduzenten Thai Union Frozen Products PCL.

Nach Angaben von Finnwatch zahlen die Arbeiter für ihren Arbeitsantritt häufig hohe Anwerbegebühren, ihre Arbeitsgenehmigungen werden einbehalten. Ihre Löhne sind niedrig und sie erhalten Tageslohn ohne reguläres monatliches Einkommen. Einige Beschäftigte besitzen keinen schriftlichen Arbeitsvertrag und zwei befragte Arbeiter erklärten, sie hätten Kontrakte in einer fremden Sprache unterzeichnet, die sie nicht verstanden.

Viele der Arbeitskräfte waren im Alter von 14 Jahren, obwohl thailändische Gesetze die Beschäftigung von Personen jünger als 15 Jahre untersagen. Die Hälfte der Arbeitsmigranten berichtete, dass sie Schikanen und Diskriminierungen durch Vorgesetzte ausgesetzt seien, außerdem körperlicher Gewalt. Nachdem Finnwatch diese Erkenntnisse im November 2012 in Gesprächen gewonnen hatte, trafen sich Vertreter der Organisation mit der Geschäftsführung von TUM. Doch Finnwatch durfte weder den Betrieb besichtigen noch Aufzeichnungen von den Gesprächen machen. Beide Thunfischfabriken produzieren für internationale Marken – die Thai Union beispielsweise für John West, Petit Navire, Hyacinthe Parmentier, Mareblu und Chicken of the Sea. Und wie wir feststellen können, ist auch Nestlé unter den Kunden von Thai Union. Der vollständige 13 Seiten lange englische Bericht von Finnwatch findet sich hier: http://prachatai.com/english/sites/default/files/Finnwatch%20final%20report%20summary%20%28English%29.pdf

Nestlé reagierte prompt auf die Sammelklage aus Kalifornien: „Zwangsarbeit hat keinen Platz in unserer Lieferkette“, schrieb der Konzern in einer Stellungnahme. Die Konzernrichtlinien für Fisch und Meeresfrüchte würden alle Lieferanten verpflichten, die Menschenrechte zu beachten und sich an die Arbeitsgesetze zu halten. Die Eliminierung von Zwangsarbeit in der Meeresfrüchte-Lieferkette sei eine gemeinsame Verantwortung. Wir bedanken uns bei Nestle, dass der Konzern sich dieser Sache annehmen will.

Den Report können Sie hier entnehmen: PDF]The report – Verité

Mehr Informationen:

  1. Sammelklage gegen Nestlé in den USA wegen Sklaverei – Unterstützt die EU wissentlich Sklavenarbeit?
  2. Essen Sie Meeresfrüchte? Sklavenarbeit mit Unterstützung der EU, Allianz, Goldman Sachs u. s. w.

Sollten Sie also „Moments“ mit Fisch kaufen, wäre es durchaus möglich, dass dieser aus Thailand kommt, wie Torsten Toeller in einem Interview bestätigte.

Über die Situation in Thailand haben wir ausführlich berichtet. Dieses wurde sogar, wie schon oben geschrieben, von Nestlé bestätigt.(Sklavenarbeit mit Unterstützung der EU, Allianz, Goldman Sachs u. s. w.)

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„Wir können uns diese hohe Qualität leisten, weil wir viel weniger in Marketing und mehr in hochwertige Rohstoffe investieren als die Markenartikler. Wegen dieser absoluten Top-Qualität können wir auch den doppelten Preis erzielen, “ so Torsten Toeller, der Gründer und Chef von Fressnapf aus 2013.

Laut Toeller: „Haustiere in Deutschland werden heute als Familienmitglieder wahrgenommen, für die das Beste gerade gut genug ist.“

Toeller: „Die Kunden wollen in tollen, modernen Läden etwas erleben, deshalb bauen wir unsere Märkte zu hellen, übersichtlichen Future Stores und XXL-Märkten um. Wir haben gelernt, dass ein attraktives Sortiment und niedrige Preise heute vom Kunden selbstverständlich erwartet werden, als „Hygienefaktor“, ohne den nichts geht. In unseren Fressnapf-XXL-Märkten in den Ballungsgebieten verkaufen wir z. B. auch lebende Tiere: Nager, Vögel, Aquaristik und Tiere aus Terrarien. Außerdem testen wir Services: Hundefriseure und -schulen, Tierversicherungen, Tierärzte, die sich auf dem Gelände niederlassen. Wir haben da viele Ideen, bis hin zu Hundehotels oder einer Art Kita-Betreuung, wenn Herrchen und Frauchen Termine haben.“Das ganze Interview können Sie hier lesen.

Emotionen als Kaufargument – reicht das?

Auffällig ist, dass in fast jeder Sorte Fisch oder Thunfisch enthalten ist. Ob überhaupt noch Thunfisch gekauft werden sollte? Thunfisch ist vom Aussterben bedroht (Siehe: Thunfisch ist vom Aussterben bedroht – Kiribati verhängt Fangstopp für Thunfisch)

Hinzu kommt, dass Käufer von Tiernahrungsmitteln in den USA Nestlé vorwerfen, in vollem Wissen ein System der Versklavung und des damit zusammenhängenden Menschenhandels zu unterstützen. Der Konzern verberge dieses mit der Produktion von mit Menschenrechtsverletzungen zusammenhängendem Katzenfutter, was jetzt auch Nestlé bestätigte, dieses sollte auch bei Fressnapf berücksichtigt werden, der ja auch in Thailand produzieren lässt.

Moments Hundefutter im Test: Hält das neue Premium-Nassfutter für kleine Hunde, was es verspricht?

Wir fanden einen sehr bemerkenswerten aktuellen Test auf http://kleine-hunde.org/400/. „Moments Hund Good Boy: 60 Prozent Huhn, 24 Prozent Hühnerbrühe, 10 Prozent Lachsfilet und 6 Prozent Reis. Damit ist es kein Alleinfuttermittel, weil Vitamine und Nährstoffe fehlen, ihr solltet es also definitiv nur als Ergänzung füttern, nicht als dauerhafte Hauptmahlzeit, “ so der Bericht. „Für ca. 15 Euro gibt es außerdem 10 x 125 Gramm. Das ist okay, es soll sich schließlich im Premium-Bereich ansiedeln und ist kein Billigfutter.“

Als Billigfutter sieht Torsten Toeller seine Produkte ja auch nicht, denn obwohl er wie auch die anderen großen Konzerne in Thailand produzieren lässt, verkauft er seine Produkte fast doppelt so teuer. Wie wir nun laut Stiftung Warentest erfahren konnten, war sogar der Testsieger einer der günstigsten. Dies sei hier bemerkt, wenn es unbedingt Fastfood für das Tier sein muss.

Firmen, die Tierfutter verkaufen, lassen auch Tierversuche zu – eher grotesk, oder? 

Viele Futtermittelhersteller unterhalten Tierlabore im Ausland oder arbeiten mit ausländischen Universitäten zusammen. So wird Hunden z. B. im Anschluss an Futtertests der Bauch geöffnet und Proben aus dem Darm entnommen, oft mehrere Male hintereinander, nach verschiedenen Fütterungstests. Oder man probiert, ob die Fütterung einer Nierendiät Vorteile bringt, wenn man gesunden jungen Hunden künstlich einen Nierenschaden zufügt.

Niemand, und schon gar kein Haustierhalter, hat wohl Verständnis dafür, dass viele Hersteller auch Tierversuche zulassen.

Werbung mit niedlichen Szenen glücklicher Tiere

Kaum ein Tierhalter weiß, dass Firmen, die aufwendige Fotowerbekampagnen mit verspielten, niedlichen und vor allem glücklichen Tieren zeigen, an anderer Stelle Versuchstiere quälen. Qualitätstierfutter sind im allgemeinen ausgewogen und Tierärzte sehen kaum Abmagerung oder Mangelerscheinungen infolge minderwertigen Fertigfutters. Trotzdem werden weiter Tierversuche gemacht. Ständig werden Farbe, Bröckchengröße oder Geschmack des Futters geändert, werden neue Inhaltsstoffe hineingemischt, die fantasievolle Namen tragen und von denen kurze Zeit später niemand mehr spricht.

Neuerdings werden Futtersorten für bestimmte Rassen angeboten. Statt züchtungsbedingte Defekte wie z. B. Haarprobleme der Perserkatzen, Haut-, Verdauungs-, und Gelenkprobleme des Deutschen Schäferhundes und viele andere mehr durch eine Änderung des »Rassestandards« ursächlich anzugehen, bleiben die bekannten Schwachstellen der Rassen bestehen und Tierhalter werden gedrängt, die gesundheitlichen Probleme mit einem speziellen Futter zu entschärfen.

Kein Tierhalter möchte sein eigenes Tier ohne Familienanschluss lebenslang in Zwingern oder Stoffwechselkäfigen dahinvegetieren sehen. Den eintönigen Alltag und die Bewegungseinschränkung mag man sich kaum vorstellen. An vielen dieser Tieren werden zusätzlich schmerzhafte Eingriffe vorgenommen. Bitte helfen Sie, Tierversuche für Tierfutter abzuschaffen.

Auch Nestlé, die Firma, die das Wasser der Erde als ihren Besitz ansieht, hat das Geschäft mit Haustieren entdeckt.

Nein, es geht dieses Mal nicht um Pferde wie im Februar 2013 beim Pferdefleisch-Skandal, sondern um Hund, Katze, usw. –  den Marktführer Mars und seine Marken Whiskas, Sheba, Pedigree oder Kitekat hat der Konzern allerdings noch nicht eingeholt. Zu dem Pferdefleischskandal – wie wir oben lesen konnten – gibt es bereits Tiernahrung mit Pferd. 

Die Liebe zu Vierbeinern lässt auch beim Schweizer Nestlé-Konzern verstärkt die Kassen klingeln. Im Geschäftsjahr 2012 stieg der Umsatz mit den Marken Gourmet, Felix und Purina um 10 Prozent. Nestlé ist so laut eigenen Angaben auf 15 Prozent Anteil am österreichischen Heimtiermarkt geklettert – den Marktführer Mars und seine Marken Whiskas, Sheba, Pedigree oder Kitekat hat der Konzern allerdings noch nicht eingeholt.

Die Produkte für Heimtiere sind bei Nestlé weltweit ein Wachstumstreiber, der von der Premiumkategorie angetrieben wird, insbesondere von Felix, Gourmet, Proplan und Purina ONE.

Unter den meistgekauften Produkten waren auch „Friskies Tasty Treasures“ für Katzen und „Beneful Fiesta“ für Hunde.

Besonders stark hat Nestlé bei Katzenfutter zugelegt. Überhaupt gelten Katzen als „Trendtier mit Umsatzwachstum“. Marktforscher bezeichnen sie als „Kuschel-Katalysator“, der die „natürliche Überlebenskunst“ symbolisiert, mit der man sich als Katzenbesitzer gewissermaßen selbst „ausrüsten“ und gegen härter werdende Zeiten „wappnen“ kann.

Zeit.de

Zeit.de

Von den Gezähmten haben sie sich zu vollwertigen Familienmitgliedern entwickelt. Haustiere werden zum Akustiktest geschickt, beim Stylisten getrimmt (für diesen Beruf gibt es bereits eigene Wifi-Kurse), sie kriegen Spielsachen und haben Verdauungsprobleme.

Wirtschaftsfaktor Haustiere

Auch Pfizer hat eine eigene Tiermedizinsparte. Sie wurde unter dem Namen Zoetis an die Börse gebracht. Die deutsche zooplus AG bezeichnet sich selbst als führender Online-Händler für Heimtierprodukte.

Kurzum – Futter, Bedarfsartikel und Dienstleistungen für Heimtiere sind ein globaler und robuster Wachstumsmarkt, wie wir schon bei Fressnapf gesehen haben. 

Ja, der Euro rollt…

„Wir haben ein recht krisensicheres Geschäft. Die Leute sparen in schwierigen Zeiten nicht zuerst an ihren Tieren“, sagte bereits Toeller von Fressnapf. Das dachten sich sicher auch Nestlé und Mars. Wenn die Menschen sich keine Süßigkeiten mehr leisten können, heißt es nicht, dass sie an Tiernahrung sparen.

Was also nicht Nestlé gehört, ist Mars, der Rest ist nicht marktbeherrschend!

Jetzt auch bei Katzenfutter: weniger drin, Preis gleich!

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Warum soll es denn Katzenliebhabern besser ergehen als anderen Verbrauchern? Auch beim Katzenfutter werden versteckt die Preise erhöht. Bei der Marke „Sheba“ sind jetzt bei vielen Sorten in den kleinen Schalen statt wie bisher nicht mehr 100 g, sondern nur noch 85 g drin. Selbstverständlich ist der Preis von z. B. 0,49 Euro bei Edeka gleich geblieben. Damit ist etwa die „Sauce Speciale mit Kalbshäppchen“ um 18 Prozent teurer geworden. Legt man die neuen Fütterungshinweise des Herstellers zugrunde – 3 Dosen täglich auf Grund der Schrumpfpackung statt wie bisher 2,5 Dosen – benötigt man über 180 Packungen mehr pro Jahr. Das ergibt unterm Strich knapp 100 Euro Mehrkosten pro Katze und Jahr! Aber wir vermuten: Jedem Katzenfreund ist sein Haustier lieb und teuer. Auf die Anfrage von der Verbraucherzentrale Hamburg schickte uns Mars Petcare folgende Stellungnahme.

Zeit.de

Zeit.de

Bis zum 1. September 2007 firmierten die europäischen Tochtergesellschaften unter dem Namen Masterfoods. Vor der Umfirmierung auf Mars hieß der Bereich für Tiernahrung „Effem“ nach den gesprochenen Initialen des Firmengründers Frank Mars.

  • Tiernahrung: Cesar, Chappi, Dreamies, Frolic, Greenies, James Wellbeloved, Kitekat, Loyal, Nutro, Pedigree, Perfect Fit, Royal Canin, Sheba, Trill, Whiskas, Winergy
  • Tierhygiene: Catsan, Natusan, Thomas

Was ist Tierfutter denn eigentlich?

Nach dem BSE-Skandal wurden Abfälle in drei Kategorien eingeteilt. In der dritten Kategorie, welche zur Haustiermittelherstellung verwendet werden dürfen, fallen folgende sogenannte Schlachtkörperteile, die eigentlich noch für den Verzehr gebraucht werden könnten, aber aus kommerziellen Gründen keine Verwendung mehr finden.  Knochen, Fette, Schwarten und dergleichen.  Hierzu gehören aber auch Schlachtkörperteile, die als genussfähig abgelehnt werden, auch wenn bei diesen noch keine Anzeichen von übertragbaren Krankheiten wie unter der Kategorie 1 aufgeführt sind – riskante Abfälle unter der Verordnung (EG) Nr. 1774/2002.  Weitere Verwendung finden: Häute, Hufe und Hörner, Haare und Pelze, Schweineborsten und Federn sowie Eierschalen.

Fastfood mit Zusatzstoffen für das Tier

Das sind die Zutaten für das Haustierfutter, und weil das so nicht gerade appetitlich ist, wird dem Ganzen noch kräftig mit Chemikalien nachgeholfen. Der Weg bis in den Fressnapf gestaltet sich so: Die Schlachtabfälle müssen in die Tierfutterbeseitigungsanlage gebracht werden, dann in die Tierfutterfabrik. Von dort kommen sie hübsch aufbereitet in den Supermarkt.

Dass dieser Weg eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, dürfte jedem einleuchten, schließlich handelt es sich um Naturprodukte, die schnell verderben. Also setzt man dem Futter einfach eine Maske auf. Hier ist übrigens eine Fülle von Chemikalien zugelassen.  Farbstoffe, Aromen, Geschmacksverstärker, Enzyme, Vitamine, Konservierungsstoffe, Bindemittel, Fließhilfsstoffe, Gerinnungshilfsstoffe, Emulgatoren, Stabilisatoren, Verdickung- und Geliermittel sowie Säureregulatoren. Insgesamt sind in der Tierfutterherstellung über zweihundert Stoffe zugelassen, darunter auch Medikamente.

Unter anderem auch die viel umstrittene Zitronensäure, welche man auch in Softdrinks für uns Menschen wieder findet, die jedoch die Zähne zerstört und obendrein noch zur Aufnahme von Aluminium im Gehirn beitragen kann.

Auch ein ganz außergewöhnlicher Fleischersatz namens Erdgasschnitzel, wie der Name schon verrät, aus Erdgas gewonnen, ist zulässig.

Die Geschmackverstärker „müssen“ mit in das Futter, sonst würde das Haustier wohl bereits beim Öffnen des „leckeren“ Dosenfutters Reißaus nehmen und sein Besitzer gleich mit. Auf dem Etikett übrigens müssen all diese „Zutaten“ nicht vermerkt werden.

Hans-Ulrich Grimm hat all das in einem Buch ausführlich beschrieben und der Titel könnte nicht besser gewählt sein: „Katzen würden Mäuse kaufen“.

Die Tierfutterindustrie will neue Zusatzstoffe gefunden haben, mit denen sich der Appetit von Hunden und Katzen künstlich steigern lässt. Die Enzyme der dänischen Firma Novozymes etwa verdoppeln offenbar den Hunger von Testhunden und Testkatzen auf das ihnen angebotene Fressen. Zum Einsatz kommen Enzyme mit sperrigen Namen wie Protamex oder Novo Pro D.

Sie und ihre Verwandten werkeln durchaus nicht nur im Tierfutter, wo sie als Appetitanreger dienen. Protamex beispielsweise ist eine sogenannte Protease, die die für die Verdauung notwendige Hydrolyse von Eiweißen befördert. Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach: Das Enzym zerlegt Proteine – und zwar so, dass die „funktionellen, die Nährstoff- und Geschmackseigenschaften des Proteins“ verbessert werden. So drückt es der Hersteller Novozymes aus und er verweist darauf, wo Protamex zum Einsatz kommt: in der „Nahrungsmittelindustrie“.

INFOBOX:

Novozymes und Monsanto – Syngenta – BASF – Cargill

Die dänische Firma Novozymes gab 2013 die Kooperation mit Monsanto bekannt. Monsanto zahlte vorab $ 300 Mio. an Novozymes, um deren Technologien, Mitarbeiter und Labore zu nutzen. Dänemarks Novozymes und US-Amerikas Monsanto sind eine langfristige Allianz eingegangen, um die Forschung und Vermarktung von mikrobiellen Produkten für die Landwirtschaft zu steigern. Novozymes and Monsanto form microbial alliance

Weiterhin schlossen Syngenta und Novozymes 2012 zwei exklusive globale Abkommen über die Vermarktung der Technologien Taegro® und JumpStart® ab. JumpStart® ist ein Präparat zur Saatgutbehandlung, das die Phosphorlöslichkeit im Boden erhöht. Dieses kann man der Unternehmensgeschichte von Syngenta entnehmen.

BASF, Cargill und Novozymes erreichen Meilenstein bei biobasiertem Acrylsäureprozess, so eine gemeinsame Presseerklärung.

Novozymes und Cargill kooperieren seit 2008 im Bereich Acrylsäure-Technologie auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Beide Unternehmen arbeiten an der Entwicklung von Mikroorganismen, die nachwachsende Rohstoffe effizient zu 3-Hydroxypropionsäure (3-HP) verarbeiten können, einem möglichen chemischen Vorprodukt der Acrylsäure. BASF ist nun in diese Kooperation eingestiegen, um den Prozess zur Herstellung von Acrylsäure aus 3-HP zu entwickeln. Das Unternehmen plant, die biobasierte Acrylsäure zunächst zur Herstellung von superabsorbierenden Polymeren zu nutzen.

Acrylsäure ist eine in großen Mengen hergestellte Chemikalie, die in einer Vielzahl von Produkten eingesetzt wird. Eines der Hauptanwendungsfelder ist die Herstellung von Superabsorbern. Diese können große Mengen Flüssigkeit binden und werden hauptsächlich zur Herstellung von Babywindeln und anderen Hygieneprodukten verwendet. Acrylsäure wird auch als Vorprodukt für Klebrohstoffe und für Anstrichmittel eingesetzt. Das weltweite Marktvolumen liegt bei etwa 4,5 Mio. t pro Jahr. Ende 2011 entsprach dies einem Wert von 11 Mrd. US-Dollar.  Siehe: Die Wahrheit über das Geschäft mit dem gedopten Brot – Wie steht es um unser wichtigstes Nahrungsmittel?

In einem Boot: Hund und Herrchen

In der Regel ist der Einsatz von Geschmacksverstärkern und unzähligen anderen Zusatzstoffen kein Geheimnis. Die Hersteller unterliegen Kennzeichnungspflichten, denen sie bei Nahrung für Menschen auch nachkommen – entweder in Form von Klarnamen oder mit ihren E-Nummern. Oft ist der Einsatz oder das Vorhandensein von Enzymen im Produktionsprozess nicht nur natürlich, sondern sogar nötig: Käse etwa kommt ohne proteinaufspaltende Enzyme gar nicht aus, weil nicht zustande. Wenn solche Enzyme am Herstellungsprozess beteiligt sind, im fertigen Produkt aber nicht mehr aktiv, nennt man sie Verarbeitungshilfsstoffe. Sie müssen nicht ausgewiesen werden. Sind sie dagegen auch im fertigen Produkt noch aktiv, gelten sie als ausweisungspflichtige Zusatzstoffe – denn dann bearbeiten sie beispielsweise als Geschmacksverstärker nicht das Produkt, sondern uns, die Konsumenten.

Hund und Katze aber können mit dem so intensivierten Geschmackserlebnis möglicherweise weniger gut umgehen als wir vernunftbegabten Menschen, die wir uns von chemischen Zusätzen niemals dazu verleiten lassen würden, mehr zu essen als gerade nötig. Bei unseren tierischen Mitbewohnern greift dagegen der vom pawlowschen Hund bekannte Mechanismus der Konditionierung: Gefressen wird dann nur noch, was intensiver schmeckt als die andere Dose. Nur ab und zu wirkt irritierend, wenn auch unsere Kinder beispielsweise Erdbeeren nicht mögen, weil die nicht genug nach Erdbeere schmecken. Sie kennen dann meist das in Eis, Joghurts etc. hauptsächlich verwendete intensive Erdbeeraroma, das aus Baumrinde gewonnen wird. Schmeckt viel erdbeeriger.

E-Nummern für Futterdosen

Das ist der Fortschritt, und der macht auch vor den Entwicklern schmackhafter Tiernahrung nicht halt: Seit Jahren wetteifern Futterfirmen darum, ihre Konserven attraktiver für die Tiere zu machen als die der Konkurrenz- siehe Fressnapf mit Moment:

Mögliche Nebenwirkung: In Deutschland gilt schon jedes zweite Haustier als übergewichtig – was übrigens ziemlich genau der Quote der Übergewichtigen unter den Erwachsenen in Deutschland entspricht.

Es ist auch die Frage, warum wir bei der Ernährung unseres Hundes auf die Konzerne vertrauen sollen, die uns schon beim Menschen denaturierte, mit Zucker, billigen Fetten und Glutamat vollgepumpte und möglichst auch per Gentechnik oder Imitate „veredelte“ industrielle Produkte als gesund verkaufen will. Auch wenn es genug Wissenschaftler gibt, die uns weismachen wollen, Fleisch, Knochen, Innereien seien ungesund für den Hund, so sollte sich doch jeder die Frage stellen, ob er sich selber und seine Kinder ausschließlich und ein Leben lang mit Fastfood aus dem Hause Nestlé, Mars und Co ernähren würde.

Hier hat sich eine Katzenhalterin wirklich viel Arbeit gemacht – ein Blick auf ihre Tabellen lohnt, wenn man mehr über gute Tiernahrung wissen möchte: Nährstoffgehalt und Futterbewertung (auf den Link klicken)

Dass es kein „natürliches Trockenfutter“ für Katzen geben kann, wird hier erklärt.

Weitere Informationen zum Hunde- und Katzenfutter haben wir in diesen Beiträgen zusammengefasst:

Vorsicht – Hundefutter genmanipuliert -The Dangers of Genetically Modified Ingredients in Dog Food

Tierfutter – Gesund oder einfach nur BIG BUSINESS für unsere Multis

Vielleicht ist es eine Fehlbitte – wir schreiben sie trotzdem zum Ende dieses Beitrags hier nieder: Überdenken auch Sie Ihr Kaufverhalten beim Tierfutter!

Netzfrauen Lisa Natterer und Doro Schreier 

Verrückt – Nun gibt es auch Hundewelpen aus dem Reagenzglas – First Dogs Born by In Vitro Fertilization

Vorsicht – Hundefutter genmanipuliert – The Dangers of Genetically Modified Ingredients in Dog Food

Alarmierende Glyphosatwerte in beliebten Lebensmitteln gefunden – Alarming Levels of Glyphosate Contamination Found in Popular Foods

Kann man bei all der Chemie, die den Nahrungsmitteln zugesetzt wird, überhaupt noch von Lebensmitteln sprechen oder gleich von Chemieerzeugnissen?

Missbildungen, Krankheit und Viehsterben: der tatsächliche Preis von Glyphosat & GVO Tierfutter?

Schweinezüchter bricht Schweigen: Glyphosat macht Tiere und Menschen krank!

Nestlé, das Wasser abgräbt – Kinderarbeit, u.v.m.

Massentiersterben – zu Lande, zu Wasser und in der Luft

„Silicon Valley der Agrarindustrie“- Massentierhaltung stoppen!

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Hunde und Katzen: Das Geschäft mit Haustieren kennt keine Grenzen

  2. Leider ist vielen Tierhaltern nicht bekannt, dass für die Nahrung des eignen Lieblings andere Hunde und Katzen in Tierversuchen gequält werden. Umso wichtiger, dieses Thema – wie in dem Artikel geschehen- zu beleuchten.
    Glücklicherweise gibt es auch Firmen, die keine Tierversuche durchführen. Eine Übersicht für alle Interessierten gibt es auf http://tiernahrung.peta.de/.

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