ZEITBOMBE DER FRANZÖSISCHEN ATOMINDUSTRIE – weltweit hunderte AKWs betroffen – USA ermitteln und Medien schweigen!

Frankreichs Atombranche wird von einem Skandal erschüttert. Bei dem französischen Hersteller von Atomanlagen Areva soll geschlampt worden sein. Die betroffenen Komponenten wurden weltweit in AKWs eingesetzt. Jetzt wird in den USA gegen Areva ermittelt, da 17 der Atomkraftwerke des Landes Teile aus der Schmiede Areva SA in Le Creusot, Frankreich, bezogen haben. Wie jetzt bekannt wurde, sind 70 Bauteile mit gefälschten Dokumenten in französischen Kernreaktoren und 120 in überseeischen Kraftwerke gefunden worden. 

Warum erfahren wir nichts? Liegt es daran, dass die EU Staatshilfen in Höhe von 4,5 Milliarden Euro für den angeschlagenen französischen Atomkonzern Areva erlaubt hat? 

Erst kürzlich berichteten wir Sie fliegen uns noch um die Ohren – Vermehrt Störfälle in maroden Atomkraftwerken. Auch in den USA stehen viele solcher alten AKWs. Jetzt kommen noch Bauteile hinzu, bei denen man nicht weiß, ob diese sicher sind.

Die Regulierungskommission für Atomkraftwerke der USA (NRC) veröffentlichte am Dienstag, dem 10.Januar 2017 einen Brief, aus dem hervorgeht, dass 17 der Atomkraftwerke des Landes Teile aus der Schmiede Areva SA in Le Creusot, Frankreich, bezogen haben. Gegen diese Firma wird ermittelt, weil sie angeblich Dokumente hinsichtlich der Qualität dieser Teile gefälscht hat. Im Dezember 2016 hatte Areva die Namen von mindestens neun US-Reaktoren auf Anforderung der NRC bekannt gegeben.Jetzt stellt sich heraus, dass sogar 17 Atomkraftwerke in den USA betroffen sind, und die Untersuchungen sind längst noch nicht abgeschlossen. Außerdem sollte die NRC auch noch diesen Vorfall verschweigen. Was sie aber nicht tat. Sie veröffentlichte jetzt den Bericht.

Bereits am 04. Januar 2017 gab David Emond von Areva bekannt, dass  6000 Dokumente mit etwa 2,4 Mio. Seiten geprüft werden, beginnend aus den Jahren 1965. Noch bis Ende 2017 wird die Überprüfung dauern.

Es ist beunruhigend, denn schon 2016 hieß es laut Areva, dass man noch nicht wisse, ob die Sicherheit der Bauteile gefährdet sei. Der größere Teil sei im laufenden Betrieb. Und davon sind, wie sich nun herausstellt, die USA betroffen, die jetzt gegen das Unternehmen ermitteln.

Es gibt 99 Reaktoren in den Vereinigten Staaten, die etwa 20 Prozent des Stromes der USA produzieren.

Wir waren 2012 in den USA und trafen uns mit Atomgegnern, denn auch in den USA gibt es vermehrt Protest gegen Atomkraftwerke. Sie wollten Informationen, da auf Grund der Proteste in Deutschland nach dem Gau in Fukushima die AKWs abgeschaltet werden sollen. Viele der AKWs in den USA stehen in Gebieten, in denen jederzeit mit einem Erdbeben zu rechnen ist.

Das stillgelegte Kernkraftwerk San Onofre liegt in Kalifornien am Pazifik

Nach dem Gau in Fukushima gingen in Deutschland Hunderttausende auf die Straße, um gegen Atomkraft zu protestieren. Während bei uns der Protest „eingeschlafen“ ist, wird in den USA weiter protestiert. Die Atomgegnerin Erica Gray informiert uns, wenn es zu irgendwelchen Störungen in AKWs in den USA kommt. Die Atomgegner schauen auch gebannt nach New York, denn es ist durchaus möglich, dass New York das neue Fukushima wird.

Aus Sorge wegen erhöhter Konzentration radioaktiver Stoffe im Grundwasser nahe New York sowie wegen anderer Gefahren soll das Atomkraftwerk Indian Point schließen. Der Betreiber habe sich verpflichtet, die beiden noch genutzten Blöcke bis April 2021 herunterzufahren, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Montag, dem 09. 01. 17. Das AKW gefährdet Cuomo zufolge die Sicherheit von 20 Millionen Bewohnern sowie die Umwelt. Siehe: Sie fliegen uns noch um die Ohren – Vermehrt Störfälle in maroden Atomkraftwerken

Die Pariser Staatsanwaltschaft eröffnete im Dezember 2016 eine Untersuchung in Le Creusot bei Areva SA. Der Strafbestand: Gefährdung von Leben durch Fälschung von Dokumenten. Areva gab daraufhin bekannt, dass sie mit der Staatsanwaltschaft kooperieren wird. Laut Staatsanwaltschaft sind Tausende Dokumente aus dem Jahr 1965 betroffen, das berichtet Japantimes. 

Aufzeichnungen zeigen, dass es allein in dem Zeitraum von 2011 bis 2014 mehr als 40 negative Ereignisse jedes Jahr auf Grund mangelnder Qualität gegeben hat, ohne dass Creusot Forge eine umfassende Ursachenanalyse gemacht hat.

Nach Bekanntgabe in 2016 wollte Areva sich nicht dazu äußern, ob  Betrug oder ‘nur’ Nachlässigkeit bei den unzutreffenden Dokumenten im Spiel ist. Areva hat das Schmiedewerk ‘Forges du Creusot’ bei Chalon-sur-Saône 2006 erworben. Dort werden die Einzelteile für die größten Aggregate von Kernkraftwerken wie Reaktordruckbehälter oder Primärkreislaufpumpen geschmiedet. Die Bauteile haben teilweise mehrere Meter Durchmesser und werden aus komplexen Stahllegierungen hergestellt. Falls sich herausstellen sollte, dass mithilfe der ‘Anomalien’ in den Protokollen über Defekte hinweggetäuscht wurde, dann müssten wohl Teile zurückgerufen werden und Areva Schadensersatz leisten. Ein Rückruf ist bei Teilen dieser Größenordnung mit der Stilllegung des ganzen Kraftwerks verbunden. Der Umfang des möglichen Schadens lässt sich noch nicht bemessen. Areva konnte im Mai 2016 nach eigenen Angaben nicht sagen, wer die Endkunden waren.

Die französische Atombehörde ASN teilte mit, Areva habe ihr von nachprüfbaren Unregelmäßigkeiten bei ungefähr 400 Komponenten berichtet, die seit 1965 in Le Creusot hergestellt worden sind. David Lochbaum, Experte für Atomenergie der „Union of Concerned Scientists“ (Vereinigung besorgter Wissenschaftler), sagt, die Angelegenheiten in Le Creusot würden „das Vertrauen in die Materie und die behauptete Sicherheit zerstören“, weil sowohl die NRC als auch die Atomkraftwerke der USA ihre Arbeit von Verkäufern zertifizieren ließen.

NRC Names U.S. Reactors with Parts Made by Areva SA

Tracy Marc|

This week the U.S. Nuclear Regulatory Commission released a list of U.S. reactors that may contain parts made by Areva that have potential defects and problems with quality assurance documents regarding the parts’ manufacture. The components named are mostly replacement reactor vessel heads, replacement steam generator components or pressurizers.

The NRC stated it has no immediate safety concerns regarding the potentially defective parts from Creusot Forge, and they were supplied to 17 reactors in 13 U.S. sites, directly by Areva or through third-party vendors.

The reactors identified this week are as follows:
FirstEnergy’s Beaver Valley 1
Luminant’s Comanche Peak 1
Scana’s VC Summer
Southern’s Farley 1, 2
STP’s South Texas 1, 2
TVA’s Sequoyah 1
TVA’s Watts Bar 1
Entergy’s ANO 2
Dominion’s North Anna 1, 2
Dominion’s Surry 1
Dominion’s Millstone 2
NextEra’s St. Lucie 1
Xcel Energy Prairie Island 1, 2

NRC Blog on Quality Assurance

Areva Quality Audit Fact Sheet

Quelle ANS 

2015 hat Areva fast 100 Millionen Euro in dieses Werk investiert. Das geschah in der Erwartung, dass mit dem Neubau von zwei modernen Druckwasserreaktoren in Hinkley Point in Großbritannien sowie der Überholung aller 58 französischen Reaktoren eine Masse an Aufträgen ins Haus stehen würde.

Obwohl sich alle der Gefahren eines Atomkraftwerkes bewusst sein sollten, werden neue gebaut. Hinkley Point steht an der Südwestküste von England. Geplant ist nun der Bau von zwei weiteren Reaktoren. Im Sommer vergangenen Jahres hatte die britische Regierung das gut 21 Milliarden Euro teure Projekt genehmigt. Maßgeblich verantwortlich für den Bau sind der französische Versorger EDF sowie der chinesische Staatskonzern China Nuclear Power Corporation. Umstritten war das Projekt unter anderem wegen Sicherheitsbedenken in Bezug auf die Beteiligung Chinas. Es handelt sich um den ersten Bau eines Atommeilers in Großbritannien seit Jahrzehnten.

EU erlaubt Staatshilfen für französischen Atomkonzern Areva

Hinzu kommt, dass der Nuklearriese auch noch finanziell gerettet werden muss. Schon 2016 forderte der finanziell angeschlagene Konzern von der französischen Regierung eine Gesamtlösung zur Rettung. Gerettet werden sollte der Konzern von dem staatlichen Versorger EDF. Der angeschlagene französische Atomkonzern Areva darf Staatshilfen in Höhe von 4,5 Milliarden Euro erhalten. EU-Wettbewerbshüter kamen am Dienstag, dem 10. Januar 2017 zu dem Schluss, dass die von der Regierung in Paris geplante Unterstützung mit europäischen Vorschriften im Einklang steht. Voraussetzung sei jedoch, dass Areva wie angekündigt sein Kernreaktor-Geschäft verkaufe, hieß es in einer Mitteilung.

Milliarden Euro Steuergelder für einen Konzern, bei dem der Staatsanwalt ermittelt?

Die Pariser Staatsanwaltschaft eröffnete im Dezember eine Untersuchung in Le Creusot, die Fälschung, Gefährdung des Lebens und verschärfte Täuschung behauptete und die Überprüfung von Tausenden von Dokumenten aus dem Jahre 1965 beinhaltet. Areva sagte dann, dass es völlig mit der Untersuchung kooperiert.

Doch nicht nur die USA sind betroffen, weltweit wurden diese Bauteile eingebaut.

Atomkraftwerke sind tickende Zeitbomben! Nicht nur Erdbeben wie bei Fukushima lassen diese Bomben hochgehen. Viele AKW sind marode und haben ihre Lebensdauer von 40 Jahren längst überschritten und jetzt kommen noch Bauteile hinzu, von denen man nicht mal weiß, ob diese zu einer Gefahr werden können.

Sie fliegen uns noch um die Ohren – Vermehrt Störfälle in maroden Atomkraftwerken

Wir bleiben dran!

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  1. Durch lautes, wirres Gebrüll wird aus schlechtem Sensationsjournalismus keine gute Berichterstattung.

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