Das Pharma-Geschäft füllt Bayer die Kassen auf Kosten der Gesundheit von Frauen – nicht nur Antibabypille in der Kritik – Brasilien stoppt Verhütungsmittel Essure – Brazil suspends and recalls Essure

zur englischen Version Essure, ein Verhütungsmittel vom Pharmakonzern Bayer wurde in Brasilien vom Markt genommen. Bayer wird nach Klagen gegen die gefährliche Antibabypille nicht nur in den USA wegen des Verhütungsmittels Essure verklagt, sondern auch in Frankreich.

Die US-Gesundheitsbehörde hat nach eigenen Angaben seit der Zulassung des Verhütungsmittels Ende 2002 mehr als 5000 Beschwerden zu Essure erhalten, über Schmerzen, Menstruationsstörungen, ungewollte Schwangerschaften und auch Todesfälle, die mit dem Produkt in Verbindung gebracht werden. Darunter sind nach Angaben der FDA Todesfälle bei Frauen und Todesfälle von Föten bei Frauen, die nach dem Einsetzen von Essure schwanger wurden.

In Frankreich gehen Anwälte gegen Bayer mit Klagen vor und auch in den USA folgen weitere Klagen, denn auf Grund des Verhütungsmittels Essure beschweren Frauen sich über starke Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen und Herzflattern.

Jetzt folgt Brasilien. Brasiliens National Health Surveillance Agency, Anvisa (Agencia Nacional da Vigilancia Sanitaria), hat Essure vom brasilianischen Markt genommen und zurückgerufen. Begründung: In den USA wurden Hunderte von Klagen wegen schwerer Verletzungen von Patienten auf Grund von Essure eingereicht.
Die Entscheidung wurde im brasilianischen Amtsblatt am 17. Februar 2017  veröffentlicht und sie trat am selben Tag in Kraft. Medizinprodukte werden in Brasilien von der Agência Nacional de Vigilância Sanitária (ANVISA) reguliert. Diese veröffentlichte am Montag, dem 20.Februar 2017, dass das Verhütungsmittel Essure ausgesetzt wird und vom Markt entfernt werden muss.  Es wird auf verschiedene Nebenwirkungen hingewiesen wie Veränderungen von Menstruationsblutungen, ungewollte Schwangerschaft, chronische Schmerzen, Allergien und Überempfindlichkeit und es wurde daher als maximales Risiko eingestuft. 

Die Aussetzung betrifft die Einfuhr, den Vertrieb und das Marketing, die Verwendung und die Verbreitung des Produkts im ganzen Land. RE Resolution Nr 457 vom 17. Februar 2017.

Noch ist nicht klar, wie modernhealthcare.com berichtet, ob auch die bereits implantierten Produkte vom Rückruf betroffen sind. Die genaue Zahl, die in brasilianische Frauen implantiert wurde, ist nicht bekannt, aber Bayer schätzt die Gesamtzahl weltweit auf 750 000. Brasilien genehmigte Essure im Jahr 2009, Conceptus, die Firma, die das Gerät entwickelte, wurde von Bayer im Jahr 2013 erworben .

Der Pharma Konzern Bayer zeigte sich nicht begeistert und ließ verlauten:  „Wir sind mit der Entscheidung der Gesundheitsbehörden in Brasilien nicht einverstanden, dass ohne die Kenntnis von Bayer das Produkt vom Markt genommen wurde“, sagte das Unternehmen in einer Erklärung und fügte hinzu, dass es mit lokalen Regulierungsbehörden gearbeitet habe. „Bayer steht hinter dem positiven Nutzen-Risiko-Profil von Essure, dessen Sicherheit und Wirksamkeit durch klinische Studien und mehr als ein Jahrzehnt der wissenschaftlichen und realen Welt klinischen Erfahrung weltweit unterstützt wird.“

Wir hatten erst am 19. Januar 2017 in unserem Beitrag: Das Geschäft mit der Hormonspirale – Profit für Pharma und Ärzte auf Kosten der Gesundheit von Frauen berichtet, dass  2013 von der Bayer-Tochter Jenapharm ein weiteres Produkt auf den Markt kam:  Jaydess (niedriger dosiert, aber dennoch nicht harmloser), ausgelegt für junge Frauen. Dies verstärkte den Umsatz erneut und 2015 lag er für alle Hormonspiralen zusammen bei 968 Mio €.
Eine aggressive Vermarktungsstrategie ködert Frauenärzt_innen mit kostenlosen Teppichen, Nackenrollen, Flatscreens. Allein davon profitieren Frauenärzt_innen; aber auch von Mengenrabatten und sogenannten „Anwendungsstudien“, lukrative Berichte für den Hersteller (mehrere tausend Euro pro Patientin), die als ganz legale Korruption schon seit Jahren im Fokus der Medien sind. Das Geschäft lohnt sich für Frauenärzt_innen also mehrfach, schließlich ist die Hormonspirale eine sog. IGeL-Leistung und muss mit 280-400 Euro von der Patientin vollständig selbst bezahlt werden. Seit Jahren verkauft Bayer seine Hormonspiralen auch nach Afrika und Asien. Der extrem gesteigerte Umsatz hängt auch damit zusammen.

Sehr häufige Nebenwirkungen (betrifft mehr als 1 Anwenderin von 10) :

Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schmerzen im Becken, Veränderung des Blutungsmusters: verstärkte Blutung (Hypermenorrhoe), zu seltene Monatsblutungen (Oligomenorrhoe), verminderte Blutung (Hypomenorrhoe), Ausbleiben der Monatsblutung (Amenorrhoe), Schmierblutungen, Entzündung der Scheide und des äußeren Genitals (Vulvovaginitis), Ausfluss aus der Scheide – lesen Sie hier: Das Geschäft mit der Hormonspirale

Auch die Antibabypille von Bayer steht in der Kritik, krank zu machen

Die verordneten „Pillen“ werben mit falschen Versprechungen verschrieben wie verminderter Akneneigung, doch dass diese auch ein hohes Thrombose-Risiko haben, darüber wird nicht aufgeklärt.

Auch wurde in einer Untersuchung mit den Daten von 1,6 Millionen Däninnen, die mehrere Jahre die Pille nahmen, festgestellt, dass auch das Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko höher ist als bei Frauen, die nicht hormonell verhüten.

Von über 1100 Klagen, die gegen Bayer eingereicht worden waren, wurde bereits 2010 berichtet, ebenso, dass die meistverkaufte Yaz-Pille tödliche Blutgerinnsel verursachte. Bis November 2009 wurden mindestens 129 Klagen in den USA gemeldet. Es zeigt, dass das Problem der Antibabypille von Bayer weit größer ist als bisher angenommen, denn bereits 2009 wurde bekannt, dass es schon mehr als 50 Tote gegeben hatte. Und: Wussten Sie, dass es bereits 2009 seitens der FDA einen Rückruf gab? Der Grund, warum nichts darüber bekannt wurde, war, dass es nie veröffentlicht wurde. Hier finden Sie den Rückruf der FDA aus dem Jahre 2009. 1,9 Milliarden US-Dollar hat der Pharmakonzern bereits in den USA an Geschädigte gezahlt. Die juristische Auseinandersetzung um die Thrombose-Risiken der Verhütungsmittel Yaz, Yasmin und Yasminelle währt schon seit Jahren und wurde bisher vor allem in den USA ausgetragen. Siehe Frau verklagt Bayer wegen Antibabypille – Prozess gegen den Hersteller beginnt!

Essure – Verhütungsmittel von Bayer – Neue Vorwürfe gegen Verhütungsmittel

Die Umweltaktivistin Erin Brockovich unterstützt die Kampagne gegen das Sterilisations-Produkt ESSURE, das mit schweren Nebenwirkungen in Verbindung gebracht wird. Essure ist ein nicht-hormonelles Sterilisationsprodukt, das direkt in die Eileiter implantiert wird. Kunststoff-Fasern sorgen für ein starkes Wachstum des Bindegewebes, wodurch die Eileiter verschlossen werden. Der BAYER-Konzern hatte das Produkt 2013 von der Firma Conceptus übernommen. Allein in den USA berichten rund 7000 Frauen über schwere Nebenwirkungen, darunter Blutungen, chronische Schmerzen, Hautausschläge, Übelkeit und Allergien. Mehrere Betroffene mussten sich die Gebärmutter entfernen lassen. Brockovich fordert BAYER auf, das Produkt vom Markt zu nehmen und alle Nebenwirkungen unabhängig untersuchen zu lassen.

Bayer66

Weltweit verwenden etwa  750 000 Frauen das Essure®-Verfahren. Essure ist eine Methode zur dauerhaften Sterilisation, die von Gynäkologen ohne operativen Eingriff vorgenommen wird. Dabei werden zwei Spiralen in die Eileiter eingesetzt. Das Gewebe vernarbt. Dadurch wird eine natürliche Barriere aufgebaut, die verhindert, dass Samenzellen die Eizelle erreichen.

Madris Tomes, die vier Jahre für die FDA arbeitete, bevor sie sich selbstständig machte, kommt in einer eigenen Erhebung auf 303 Todesfälle von Föten in Zusammenhang mit Essure. Die US-Gesundheitsbehörde erhielt nach eigenen Angaben seit der Zulassung des Verhütungsmittels Ende 2002 mehr als 5000 Beschwerden zu Essure, über Schmerzen, Menstruationsstörungen, ungewollte Schwangerschaften und auch Todesfälle, die mit dem Produkt in Verbindung gebracht werden. Darunter sind nach Angaben der FDA vier Todesfälle bei Frauen und fünf Todesfälle von Föten bei Frauen, die nach dem Einsetzen von Essure schwanger wurden. Tomes kam nach eigenen Angaben zu einer höheren Zahl von Fötus-Todesfällen, da ihre Erhebung mehr in die Tiefe ging und die vorliegenden Beschwerden präziser auswertete.

Frankreich: Arzneiwächter stoppen Hormonpille Diane-35

Es ist nicht das einzige Verhütungsmedikament, mit dem Bayer Schwierigkeiten hat: Ende Januar 2014 musste der Konzern das Akne-Mittel Diane-35 in Frankreich vom Markt nehmen, da vier Todesfälle in Folge von Thrombosen mit dem Medikament in Verbindung gebracht wurden. Zwar war das Mittel offiziell nur zur Behandlung von Akne zugelassen, doch von vielen Ärzten auf Grund seiner verhütenden Wirkung als Antibabypille verschrieben worden.

Verhütungsimplantat Jadelle von Bayer

Derzeit nutzt das Pharmaunternehmen Bayer HealthCare das Revival bevölkerungspolitischer Ziele in der Entwicklungspolitik, um das Verhütungsimplantat Jadelle weltweit massiv zu verbreiten. Unter dem Namen Jadelle Access Program bietet der Konzern seit 2012 das fünf Jahre wirksame Hormonimplantat verbilligt den Entwicklungsprogrammen an, im Tausch für eine Abnahmegarantie von 27 Millionen Implantaten innerhalb von sechs Jahren. Zielgruppe sind insbesondere Frauen in denjenigen ländlichen Regionen Afrikas, in denen es keine oder kaum medizinische Infrastruktur gibt.

Nebenwirkungen wie lang anhaltende oder ausbleibende Blutungen, Migräne, Gewichtsabnahme oder -zunahme, Depressionen und Haarausfall treten klinischen Studien zufolge sehr häufig oder häufig auf. Das Herausoperieren des in den Oberarm eingenähten Implantats erfordert ausgebildetes medizinisches Personal und ist oftmals mit Komplikationen verbunden. Gegen das nahezu identische Vorläuferprodukt Norplant gab es deswegen in den 1990er Jahren weltweite Proteste von Frauengesundheitsorganisationen sowie erfolgreiche Entschädigungsklagen.

Das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat 2013 Bevölkerungspolitik zu seinem „Querschnittsthema“ deklariert und unterstützt die Verbreitung der Verhütungsimplantate. Auch kooperiert das BMZ im Rahmen bevölkerungspolitischer Tagungen und Projekte mit Bayer HealthCare. Quelle 

Während der Konzern Bayer auf ein gelungenes Geschäftsjahr 2016 zurückblicken kann, da der Umsatz im Gesamtjahr bei 46,77 Milliarden Euro lag, müssen Frauen um ihre Gesundheit fürchten.

Es ist nicht so, dass Bayer das nicht wüsste. denn der Konzern tätigte Sonderabschreibungen im Bereich Consumer Health sowie für das Verhütungsmittel Essure.

Wir fordern:

  • Einstellung von verharmlosender Werbung für Antibabypillen als Lifestyleprodukt
  • Verkaufsverbot für alle Antibabypillen mit erhöhtem Risikopotenzial
  • Kostenübernahme von Gentests durch die Krankenkasse, vor Verschreibung der Pille
  • Bessere Aufklärung für Frauen über die Risiken verschiedener Antibabypillen
  • Übernahme von Verantwortung der zuständigen Pharmakonzerne
  • Bessere Aufklärung für und durch Gynäkologen

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker….


Brazil suspends and recalls Essure

By Elizabeth Whitman  | February 21, 2017 modernhealthcare.com

Brazil’s National Health Surveillance Agency, Anvisa (Agencia Nacional da Vigilancia Sanitaria), has suspended and recalled Essure from THE BRAZILIAN MARKET.

The permanent sterilization device made by Bayer is facing hundreds of lawsuits in the U.S. that claim serious injury to patients.

The decision was published in Brazil’s official gazette Feb. 17 and took effect the same day. Anvisa published its notice Monday.

As a measure of health, the official gazette said, Anvisa was suspending the importation, distribution, marketing use and dissemination of the Essure system. It was also recalling units that had already been distributed. It was not immediately clear whether the recall would extend to removing devices that have already been implanted in women.

The exact number that were implanted in Brazilian women is not known, but Bayer estimates the total number distributed worldwide is 750,000.

Brazil originally approved Essure in 2009, according to a 2011 regulatory report filed by Conceptus, the company that developed the device and was acquired by Bayer in 2013.

Essure is a device consisting of two coils implanted in a woman’s fallopian tubes, inducing scarring to block the tube and prevent pregnancy. Women who have been implanted with the device in the U.S. have reported a wide range of problems to the Food and Drug Administration, including device migration, perforation of organs and autoimmune responses. Hundreds have filed lawsuits against Bayer alleging they were injured by the device

According to a translation of Anvisa regulations by Emergo Group, Anvisa can suspend the registration of a medical product in a few circumstances, including when the product is under investigation for irregularities or defects in the product or its manufacturing process that constitute a risk to patients and others. It was not immediately clear whether Essure was suspended for that reason.

Bayer pushed back against Brazil’s decision.

„We disagree with the decision by health regulators in Brazil which was taken without the knowledge of Bayer,“ the company said in a statement, adding that it was working with local regulators to fully understand the decision. „Bayer stands behind the positive benefit-risk profile of Essure, the safety and efficacy of which is supported by clinical trials and more than a decade of science and real world clinical experience worldwide.“

Bayer’s statement ALSO NOTED THAT the decision affected Essure only in the Brazilian market.

Bayer shares did not appear to be affected, having risen 1.59% from opening Tuesday to $114.98 a share by 2:30 p.m. ET.

Netzfrau Doro Schreier
deutsche Flagge
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1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für den Beitrag!
    Das Übel sind doch die Männer, die nicht an sich halten können und die Frauen, die sich solchen Gelüsten nicht erwehren wollen! Pille? Nein! Es ginge ohne, wenn die Frauen den Stechern gegenüber Klartext reden würden…entweder Du kannst es oder du darfst nicht!
    Nebenbei, es gehört ein gewisses Alter dazu es zu können!

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