Ein Fall, der zeigt, wie „Fake News“ entstehen und zwar von BILD! Wie sich Medien hinter Stiftungen verstecken!

„Sex-Mob tobte in der Freßgass'“, titelte die „Bild“ Frankfurt fünf Wochen nach Silvester. Die Geschichte war allerdings eine Ente, für die sich die Zeitung später entschuldigte. Es stellte sich als Fakenews heraus – mit schlimmen Folgen.

Fakenews beeinflussen das gesellschaftliche Klima und können sich auf Wahlen auswirken, doch was, wenn die Fakenews aus den Medien wie BILD kommen?

Medienkonzerne und die konvergierende Medienbranche sind immer weniger nach innen und außen transparent. Sie sind umgeben von vielen weiteren kleinen Konzernen, Tochtergesellschaften oder Beteiligungen. War Ihnen bekannt, dass sich hinter Medien auch Stiftungen verstecken? Diese finanzieren dann wieder angeblichen investigativen Journalismus, der am Ende dann doch gar nicht so unabhängig ist. wie er vorgibt zu sein. So ist es auch beim Recherchekollektiv Correctiv. Um Falschmeldungen zu bekämpfen, arbeitet Facebook nun mit Correctiv zusammen.

BILD ist Deutschlands größtes Tagesmedium und auch die Bundesregierung nutzt diese Reichweite, um viele Menschen zu erreichen. Haben wir früher noch über diese „Zeitung“ scherzhaft gesagt: „BILD sprach als erste mit den Toten“, hat sie sich scheinbar in der Gesellschaft als angeblich „seriöses“ Blatt etabliert. Berichtet BILD über Themen, nimmt auch mittlerweile die Tagesschau, die meist gesehene Nachrichtensendung um 20.Uhr, die Themen auf.

Wie sehr die Politiker im Wahlkampf Angst vor Fakenews haben, sieht man an der Summe, die sie zur Bekämpfung dieser Fakenews zur Verfügung stellen.

So schreibt Heise am 26. 01. 2017: „Experten im Bundestag: „Soziale Netzwerke verdienen sehr gut an Fake News“  – Im Blick auf die Bundestagswahl im Herbst und den Sieg von Donald Trump bei der Präsidentenkür in den USA heizt sich auch hierzulande die Debatte über Fake News, Social Bots und Hacks auf. Der Ausschuss digitale Agenda des Bundestag lud daher am Mittwoch (25. 01. 17) zu einem Fachgespräch, um „Manipulationsversuche demokratischer Willensbildungsprozesse im Netz“ auszuleuchten. Ein Allheilmittel gegen Propaganda, Meinungsmache oder Hass in sozialen Netzwerken oder Foren jenseits von Bildung, Aufklärung und Medienkompetenz zeichnete sich dabei nicht ab. Die Experten warnten vor allem vor dem Glauben, mit einem einzelnen Gesetz die noch gar nicht klar umrissene Misere beheben zu können. Es sei nicht angebracht, in eine „Trump-Panik“ zu verfallen.(…)

Kooperationen sozialer Netzwerke mit externen Partnern wie dem Recherchekollektiv Correctiv, um Falschmeldungen zu enttarnen, hielten die Sachverständigen für sinnvoll. Hier stelle sich aber die Finanzierungsfrage, gab Stöcker zu bedenken. Er brachte hier eine Zusammenarbeit mit Stiftungen oder Landesmedienanstalten ins Spiel. Es spreche auch nichts dagegen, wenn die Plattformen Ansprechteams vergleichbar zu internen Daten- oder Jugendschutzbeauftragten vorhalten müssten.“

Wer ist Recherchekollektiv Correctiv? Immerhin sollen sie einen Fond aus öffentlichen Haushalten in Höhe von 1 Milliarde Euro erhalten.

Siehe dazu auch: Der Eine-Milliarde-Euro-Fonds – correctiv.org

Deutschlandfunk 19.07.2014 :  „Das erste Geld bekommt Correctiv von der Brost-Stiftung, hinter der wiederum ein Teil der einstigen WAZ-Gründer steht. Drei Millionen Euro ist der Einrichtung der Einstieg in den stiftungsfinanzierten Journalismus wert. Weitere Partner werden gesucht. Jeder kann Mitglied werden. Und noch etwas ist an diesem Projekt sehr besonders: Correctiv ist nicht nur Verein statt Konzern, sondern als journalistische Institution auch noch gemeinnützig.“

Ebenfalls aus Heise vom 18. Januar 2017

Chef des 2014 gegründeten Portals und seiner etwa 20-köpfigen Redaktion ist David Schraven, zuvor ab 2010 Chef des Recherche-Ressorts der milliardenschweren WAZ-Mediengruppe, welche damals von Bodo Hombach geleitet wurde. Medienprofi Hombach ist auch bekannt als einflussreicher Wahlkampf-„Spin Doctor“ und Kanzleramtschef Gerhard Schröders. Die FAZ nannte ihn seinerzeit „den Kanzlerflüsterer“.

Seit 2011 ist Hombach Vizechef der finanzstarken Brost-Stiftung, die Correctiv mit einer Geldspritze überhaupt erst ermöglicht hat und weiterhin regelmäßig als größter Sponsor des Portals fungiert. Im letzten Jahr floss gut eine Million Euro. Weitere Sponsoren des „unabhängigen Recherchezentrums“ waren 2016 unter anderem (Zahlen gerundet): die Deutsche Bank (50 000 Euro), George Soros‘ Open Society Foundations (25 000 Euro), das deutsche Innenministerium über seine „Bundeszentrale für politische Bildung“ (20 000 Euro), das ZDF (5000 Euro), die CDU-nahe Konrad Adenauer Stiftung (4000 Euro) sowie RTL und Google (jeweils 10 000 Euro).

Wie unabhängig Journalisten sind, die solche Finanziers im Hintergrund haben, sei einmal dahingestellt. Als unstrittig darf sicher gelten, dass Correctiv in der Elite von Politik, Wirtschaft und Medien außergewöhnlich gut vernetzt ist.

Am 12. März 2015 teilte dann Correctiv per Twitter mit, dass Markus Grill vom Spiegel neuer Chefredakteur wird.

Wir freuen uns, dass Markus Grill @m_grill den @DerSPIEGEL verlässt und unser neuer Chefredakteur wird. Willkommen!!!

Gemeinsam wolle man das Recherche-Büro „zu einem Erfolg machen“.  Möglicherweise wird mit dieser Personalie auch die Zusammenarbeit zwischen Spiegel und dem Recherche-Kollektiv noch enger. Für eine große Multimediareportage über die Hintergründe des Absturzes von Flug MH17 kooperierte das Nachrichtenmagazin bereits mit Correctiv, schrieb meedia.de einen Tag darauf, am 13. März 2015. 

Um zu verstehen, wie diese arbeiten, muss man die Zusammenhänge wissen und verstehen. Dazu auch: Zeit, Stern, Spiegel, Focus – Wer gehört zu wem?

.vocer.org schreibt dazu am 01. Mai 2015: Noch ist Correctiv kein Jahr alt, doch im Dezember wurde es bereits vom Medium Magazin zum Newcomer des Jahres 2014 gekürt. Mit einer Multimedia-Reportage über den Abschuss von Flug MH-17 hat die junge Redaktion einen Scoop gelandet. Zusammen mit Reportern des Spiegels und dem niederländischen Algemeen Dagblad hat Correctiv die Ereignisse des 17. Juli rekonstruiert, die zum Absturz über der Ukraine geführt haben. Dafür reisten die Reporter mehrmals ins ukrainische Kriegsgebiet und nach Russland. Schließlich fanden sie Augenzeugen.

Außerdem widmet sich Correctiv gesundheitspolitischen Problemen und will zum Beispiel über die Gefahren von multiresistenten Keimen aufklären. Schraven ist überzeugt: “Keime sind das wichtigste Thema überhaupt. Das ist schlimmer als Aids, als Ebola jemals werden kann”. In Kooperation mit der Zeit, Zeit Online und der Funke-Gruppe erschien die erste Geschichte zur Keimrecherche. “Da bleiben wir dran”, versichert Schraven.

Am 05. September 2014 schrieben wir Netzfrauen anlässlich einer Aktion, die in den USA gestartet wurde, den Beitrag: Ein Kartell des Schweigens: Antibiotika-Resistenzen eine zunehmende globale Gefahr übrigens mit Erfolg:  Am 22. Oktober 2015 folgte unser Beitrag: Nach Protesten – USA sagen Antibiotika den Kampf an – California Enacts Strictest Animal Antibiotic Law in the U.S.
Erstaunlich, nachdem wir Netzfrauen bereits seit 2013 über die Keine recherchierten und berichteten – wurde am 05. 11. 2015 der ZEIT-Artikel „Tödliche Keime“ mit dem Journalismus-Preis ausgezeichnet .

So funktioniert Journalismus in der heutigen Zeit. Denn wie der Deutschlandfunk bereits 2014 schrieb: „Bei den immer neuen Sparrunden in den Redaktionen geht es an die Substanz.“
Wir erleben es immer wieder, dass Journalisten anrufen, um uns um Recherche zu bitten oder sie nutzen unsere Recherchen, natürlich kostenlos. Auch bei ARD und ZDF beschäftigt man Produktionsfirmen. Viele leiden auf Grund des Sparmodus unter Existenznot.

So ist es nicht verwunderlich, wenn es dann oft im TV heißt: „recherchiert von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung“. Ok, wem ARD und ZDF gehört, wissen wir, denn wir zahlen ja auch fleißig dafür. Wer aber das Sagen hat, wissen wir nicht. Dazu auch: Der reinste Irrsinn: ARD und ZDF Übrigens brauchen die Sender viel Geld, denn die teuren Experten wie Oliver Kahn beim ZDF und Mehmet Scholl bei der ARD erhielten jeweils etwa 1,6 Millionen Euro im Jahr und Günter Netzer in vier Jahren 3,85 Millionen Euro. Aber pünktlich vor der Tagesschau, des Deutschen liebstes Kind, taucht wieder Werbung von der Pharma auf.

Wem gehört aber die Süddeutsche Zeitung, die ja immer wieder von den öffentlich-rechtlichen Medien genannt wird?

2007 fragte der Tagesspiegel: Wer steckt hinter der SWMH, die die „Süddeutsche Zeitung“ kauft?

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Tagesspiegel

Hier sollte man wissen: Laut einem Ranking des Manager-Magazins gehört Schaub zu den 100 reichsten Deutschen. Sein Vermögen wird auf 1,1 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Die Familie Schaub aus Neustadt an der Weinstraße ist mit 44,4 Prozent an der Südwestdeutschen Medien-Holding (SWMH) beteiligt. Zu ihr gehören Blätter wie die „Stuttgarter Zeitung“, die „Stuttgarter Nachrichten“ sowie weitere Medienbeteiligungen vorzugsweise im Schwäbischen. Ende Februar 2008 wird die SWMH ihren Anteil am Süddeutschen Verlag (SV) auf 81,25 Prozent aufstocken. Für geschätzte 600 Millionen Euro übernimmt das Medienkonglomerat weitere 62,5 Prozent am SV, die von vier Altgesellschaftern angeboten worden waren – und damit die fast uneingeschränkte Kontrolle über die größte überregionale Abonnementszeitung der Republik, die „Süddeutsche“. (…)

Wichtigster Partner der Schaubs war und ist Eberhard Ebner, der Verleger der Ulmer „Südwest Presse“ und Sprecher der Gruppe Württembergischer Verleger. Auch Ebner ist nicht gerade als Plaudertasche bekannt. Wie die ihm verbundene Verlegerfamilie arbeitet Ebner bei möglichst steigenden zweistelligen Renditen still an der Ausweitung seines Radius. Streitigkeiten mit dem einzig verbliebenen SV-Altgesellschafter, der Familie Friedmann („Abendzeitung München“), sind nicht zu erwarten. Anneliese Friedmann und Eberhard Ebner sind ein Paar (…), hieß es in einem Bericht der Tagesspiegel 2007

Seit dem 29. Februar 2008 gehört der Süddeutsche Verlag zu 81,25 Prozent der Südwestdeutsche Medien Holding (SWMH) mit Sitz in Stuttgart. Laut Wikipedia:  Entsprechend änderte sich die Zusammensetzung des „Herausgeberrates der Süddeutschen Zeitung“. Ihm gehören nun an: Eberhard Ebner (Sprecher der Gruppe Württembergischer Verleger), Johannes Friedmann (Vorsitz), Thomas Schaub (Medien Union) und Christoph Schwingenstein. Der Herausgeberrat „bestimmt die grundsätzliche inhaltliche Ausrichtung und das Erscheinungsbild der Süddeutschen Zeitung und fällt wichtige personelle Entscheidungen“ (lt. SZ vom 13. März 2008).

Man fragt sich schon, da doch sehr auffällig, weil es immer wieder heißt „laut NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung“. Achten Sie mal drauf.

De deutschen Medien sind in der Hand einiger Weniger,  denn auch Zeit, Stern, Spiegel, Focus – Wer gehört zu wem? – Natürlich riesige Medienmogule. Man bezeichnet Einzelpersonen als Medienmogule, wie auch Familien wie Bertelsmann, Springer und Burda oder die schweigsame Familie Schaub.

Und wir erwähnten vocer.org, die  ebenfalls als „unabhängig“ gelten.

Auf der Webseite von VOCER steht:

Siehe: http://www.vocer.org/donate/

„Unabhängiger Medienjournalismus und fundierte Medienkritik kosten Zeit und Geld. Um frei von medienpolitischen und unternehmerischen Interessen berichten zu können, ist VOCER neben den Hauptstiftern auf private Förderer angewiesen – nämlich auf Sie! Ihre Spende kommt direkt der Redaktionsarbeit von VOCER zugute, aber auch der journalistischen Nachwuchsförderung des Vereins für Medien- und Journalismuskritik e.V. (VfMJ).“

Wenn Sie sich die Stiftungen anschauen, dürfen Sie sich fragen, wie unabhängig man wirklich ist:

Daran sehen Sie, viele unabhängige neue Medienseiten werden von Stiftungen finanziert, und wenn man diese näher betrachtet, sind sie gar nicht so unabhängig, wie sie vorgeben zu sein.

So verhält es sich auch mit Correctiv, denn auch hier die Unterstützer:

von der Webseite:

  • Die Essener Brost-Stiftung ist unsere Inititalfördererin und unterstützt uns in den ersten drei Jahren mit insgesamt drei Millionen Euro.
  • Die Rudolf Augstein Stiftung unterstützt unser „Community Engagement Projekt“. In diesem Projekt soll die Wissensbasis über Community Engagement verbreitert werden, ein Wissenstransfer aus anderen Ländern, wie USA und Frankreich nach Deutschland stattfinden und Experimente gewagt werden. Wir wollen das Wissen systematisieren, wie auch große Community-Recherchen durchgeführt werden können.
  • Die Bundeszentrale für politische Bildung unterstützt unsere Workshops “Auskunftsrechte für Alle” in zwei Jahren mit insgesamt 83 000 Euro. Die Aufgabe der Bundeszentrale für politischen Bildung (bpb) ist es, Verständnis für politische Sachverhalte zu fördern, das demokratische Bewusstsein zu festigen und die Bereitschaft zur politischen Mitarbeit zu stärken. Im Zentrum der Arbeit der Bundeszentrale für politische Bildung steht die Förderung des Bewusstseins für Demokratie und politische Partizipation. Die bpb ist überparteilich und wissenschaftlich ausgewogen. Als eine Institution der staatlich verfassten politischen Bildung fördert sie zudem Veranstaltungen von mehr als 400 anerkannten Bildungseinrichtungen, Stiftungen und regierungsunabhängigen Organisationen, die in der Bundesrepublik Deutschland in der politischen Bildung tätig sind.
  • Die Schöpflin-Stiftung unterstützt bei uns Recherchen im Bereich Wirtschaft mit 100 000 Euro. Die Schöpflin-Stiftung wurde 2001 von Hans Schöpflin mit seinen Geschwistern Albert Schöpflin und Heidi Junghanss in Lörrach gegründet. Die Stiftung ist eine unabhängige und gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts, die sich in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Umwelt und Zivilgesellschaft engagiert. Sie entwickelt und fördert im Rahmen der einzelnen Arbeitsfelder Projekte im Eigenprogramm und unterstützt Organisationen als Förderstiftung. Der Einsatz für eine gerechtere Welt und eine bessere Zukunft für die jüngeren und kommenden Generationen steht für die Schöpflin Stiftung im Vordergrund.
  • Zu unseren Förderern gehört die niederländische Adessium Foundation, die im Jahr 2005 durch die van Vliet Familie gegründet wurde.

Die Essener Brost-Stiftung: Nachdem auch Anneliese Brost mit 90 Jahren am 8. September 2010 stirbt, verkaufen ihre Erben kurze Zeit später ihre Anteile an der WAZ-Gruppe an die Familie von Jakob Funke. Die neuen Eigentümer benennen das Unternehmen in Funke-Mediengruppe um.

Dritter Vorstand der Brost-Stiftung ist Dr. Thomas Sacher, der auf der Webseite von correctiv.org steht: Der Jurist ist als einer der wenigen europäischen Rechtsexperten auch am internationalen Gerichtshof in Den Haag akkreditiert und berät gleichzeitig die Vereinten Nationen. Dazu auch: Die Vereinten Nationen (UNO) und die unselige Allianz

Wenn also die im Juli 2014 gegründet wurde und dessen Geschäftsführer David Schraven ist, für Fakenews zuständig sein soll, wie ist es dann möglich, dass die BILD eine Meldung brachte, die sich später wirklich als eine Fakenews herausstellte?

David Schraven:

Schraven war Mitbegründer des „Nachrichtenbüros Zentralasien/Kirgisien“. 1996 wurde er Gründungsgeschäftsführer der taz-Redaktion Ruhr. Neben seiner Tätigkeit als Journalist arbeitete er drei Jahre als Dozent im Bereich Nachrichtenschreiben der Universität Essen.

2001 war er Gast-Reporter beim Time-Magazine in New York. Ab 2005 arbeitete er als freier Journalist vor allem für die Welt am Sonntag, Die Zeit und die Berliner Morgenpost. Nach Stationen bei der taz und bei der Süddeutschen Zeitung war er ab 2007 Wirtschaftsreporter der Welt-Gruppe, verantwortlich für die Energieberichterstattung.

Von 2010 bis Mai 2014 leitete er das Ressort Recherche der vier NRW-Zeitungen, WAZ, NRZ, Westfälische Rundschau und Westfalenpost, der WAZ-Mediengruppe in Essen.

Seit Juli 2014 leitet er das von der Essener Brost-Stiftung unterstützte gemeinnützige Recherchebüro Correctiv. Schraven war Teilnehmer der Medienversammlung 2014 der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen. Anfang 2017 gründete er mit Cordt Schnibben die Online-Journalistenschule Reporterfabrik. (Quelle Wikipedia)

Funke Mediengruppe – Axel-Springer Konzern

Die Funke Mediengruppe ist mit Beteiligungen an Zeitungen, Anzeigenblättern und Zeitschriften in acht europäischen Staaten und einem Gesamtangebot von über 500 Titeln das drittgrößte Verlagshaus Deutschlands und einer der größten Regionalzeitungsverlage Europas. Das Unternehmen firmierte bis 2012 als WAZ Mediengruppe (WAZ = Abkürzung für Westdeutsche Allgemeine Zeitung) und hat seinen Sitz in Essen.

Am 25. Juli 2013 kündigte die Funke Mediengruppe an, die Tageszeitungen Berliner Morgenpost und Hamburger Abendblatt, die Programmzeitschriften Hörzu, TV Digital, Funk Uhr, Bildwoche und TV Neu sowie die Frauenzeitschriften Bild der Frau und Frau von Heute für 920 Millionen Euro zum 1. Januar 2014 von der Axel Springer AG zu übernehmen. Siehe: Wer macht die „öffentliche Meinung“? Ein paar wenige Medienkonzerne …

Sexmob in „Bild“: Die Entstehung einer Ente

Die „Bild“ berichtete über einen „Sexmob“ aus Ausländern, die in Frankfurt Frauen belästigten. Das Problem: Den „Sexmob“ gab es nicht, die „Bild“ musste sich entschuldigen. Chronologie einer Ente, darüber berichtete die Sendereihe des NDR ZAPP  am 22. Februar 2017.

„Bild“-Chef Julian Reichelt in einem Interview am 16. Februar 2015 in Der Tagesspiegel : „Mein Anspruch: ‚Bild‘ als ehrlichstes Medium Deutschlands“

„Wir wollten uns für die ‚Sex-Mob‘-Geschichte entschuldigen, noch ehe sie ein Medienthema wurde. Gelungen ist uns das im Frankfurt-Fall nicht, wir waren hinter der Konkurrenz“, sagt Reichelt in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“.

Laut Wikipedia:  Sein Vater Hans-Heinrich Reichelt arbeitete unter anderem für die Verlage Gruner + Jahr, Bauer und Burda sowie im Axel-Springer-Verlag als stellvertretender Redaktionsleiter für die Berlin-Ausgabe der Bild. Julian Reichelt war von 2002 bis 2003 Volontär bei der Bild-Zeitung. 2007 wurde er Chefreporter. Seit Februar 2014 ist er Chefredakteur des Internet-Ablegers „Bild.de“ als Nachfolger von Manfred Hart. Er bezeichnet Kai Diekmann als sein Vorbild. Im Februar 2017 gab der Springer-Verlag bekannt, dass Reichelt zukünftig als Nachfolger von Diekmann Vorsitzender der Chefredaktion wird und damit die redaktionelle Gesamtverantwortung für die Bild trägt. Siehe: „Bild“-Herausgeber Kai Diekmann und der Sex-Vorwurf – Staatsanwalt ermittelt

2015 „Hetze gegen Griechenland“ rief die BILD in einer Kampagne ihre Leser dazu auf, sich zusammen mit der Schlagzeile Nein – Keine weiteren Milliarden für die gierigen Griechen“ zu fotografieren und das Selfie an die Redaktion zu senden. Anlass war die Abstimmung des Bundestags über die Verlängerung der Griechenland-Hilfen. Siehe: #Bild-Boykott – Wir BILDen selber unsere Meinung!

ZAPP: „Er ist Frankfurter US-Bürger, politisch engagiert und Trump-Fan. Und er hat offenbar gute Kontakte zur „Bild“: Kerry Reddington. Schon vor der US-Wahl inszenierte er sich als Republikaner, der „gut drauf“ ist. Jetzt verhalf er dem Frankfurter „Bild“-Büro offenbar zu einem Artikel, der Präsident Trump sicher gut gefallen würde, um seine ausländerfeindliche Politik zu rechtfertigen: In der Silvesternacht, so lautet die Geschichte, die der Szene-Gastronom Jan Mai – nach eigener Aussage auf Vermittlung von Reddington – der „Bild“ erzählte, sei es in der Freßgass zu Übergriffen und Diebstählen durch Nordafrikaner und Flüchtlinge gekommen. In seiner Bar „First In“ hätten sie randaliert.“

Auf Twitter entschuldige sich Julian Reichelt, doch der Schaden war schon längst angerichtet.

Dazu Zapp: Platzierung der Geschichte politisch motiviert?

Kerry Reddington hat Anfang Februar aber offenbar nicht nur seine Kontakte zur „Bild“-Zeitung spielen lassen, sondern sich auch ansonsten politisch betätigt, indem er den AfD-Politiker Rainer Rahn anrief. „Er hat Informationen oder er kennt die handelnden Personen und hätte Information, dass das, was in der ‚Bild‘-Zeitung steht, auch zutreffend sei“, so der Politiker. Nach Recherchen von ZAPP habe Reddingten ihn ermuntert, sich um den Fall zu kümmern. Um damit politische Stimmung zu machen? Reddington hat eine ZAPP-Anfrage zur Stellungnahme per E-Mail abgelehnt. Gastronom Mai sagte erst ein Interview zu, war dann aber nicht mehr zu erreichen. Inzwischen läuft gegen ihn ein Ermittlungsverfahren.

Ein Fall, der zeigt, wie „Fake News“ entstehen.

Und daran sehen Sie: Wir zahlen nicht nur Rundfunkgebühren, sondern auch Steuergelder, um angeblich „unabhängigen“ Journalismus genießen zu können, doch wie unabhängig ist Journalismus wirklich?

Medienkonzerne und die konvergierende Medienbranche sind immer weniger nach innen und außen transparent. Sie sind umgeben von vielen weiteren kleinen Konzernen, Tochtergesellschaften oder Beteiligungen und wie in diesem Beitrag zu lesen auch von Stiftungen.

Genau das ist der Grund, warum wir Netzfrauen alles hinterfragen.

Netzfrau Doro Schreier

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  1. Es wäre gut, wenn Sie Ihre Texte Korrekturlesen lassen könnten. Diese Bericht hat so viele grammatikalische Fehler, dass die Glaubwürdigkeit hinter den Autoren/der Plattfom verloren geht! Das wäre sehr schade!

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