Equal Pay Day – hurra – heute erinnert man sich an uns Frauen – und immer noch gleiche Arbeit weniger Lohn!

FrauenarmutEs gibt keinen Grund, Frauen weniger zu zahlen als Männern, denn noch nie waren Frauen so gut ausgebildet wie heute. Zwischen 1995 und 2017 haben in Deutschland fast ebenso viele Frauen wie Männer ein Studium begonnen. Fast 12 000 Euro Gehaltsdifferenz im Vertrieb – Pay Gap zwischen männlichen und weiblichen Fach- und Führungskräften bei 29 Prozent. Was uns fehlt, sind die Diskussionen über die Einstiegsgehälter, denn diese sind tendenziell geringer. Was uns ebenfalls in der Diskussion fehlt: das Praktikum nach dem Abschluss des Studiums.

Obwohl Frauen über die gleiche Ausbildung verfügen wie die männlichen Kollegen, sind die Einkommenschancen viel niedriger und nicht nur das, in der Diskussion fehlen ebenfalls die mangelnden Aufstiegschancen.

Erst kürzlich berichteten wir, dass Island schon längst weiter ist als andere Länder. In Island werben Unternehmen damit, dass sie gleiche Löhne für alle zahlen. Bislang wurde dies nicht überprüft. Das wird sich in Zukunft ändern. Laut einer Isländerin müssen Unternehmen jetzt belegen, dass sie die gleichen Löhne auch wirklich zahlen.Siehe: Island macht es vor – Unternehmen müssen jetzt beweisen, dass sie gleiche Löhne für alle bezahlen

In Island entfernten sich die Frauen am 24. Oktober 2016 von ihrem Arbeitsplatz und demonstrierten für gleiche Löhne. Wenn wir alle etwas erreichen wollen, sollten wir es den isländischen Frauen gleichtun, denn heute ist der Equal Pay Day.

Er wird auch Tag der „roten Handtasche” genannt. Ein Sinnbild für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen. Deshalb ist die rote Tasche inzwischen auch in Deutschland zum Symbol des „Equal Pay Day“ geworden. Heute wehen in ganz Deutschland rote Fahnen – denn nach den aktuellen Berechnungen des Statistischen Bundesamts sind Frauen gehaltsmäßig weiterhin in den roten Zahlen: Sie verdienten im Jahr 2015 rund 21 Prozent weniger als Männer. Rechnet man diesen Unterschied in Tage um, arbeiten Frauen ca. 80 Tage, also bis zum 18. März, umsonst.

Doch es ist nicht nur der Gehaltsunterschied. Schauen wir uns den Einzelhandel an, also den Beruf Verkäuferin. Einige wenige Unternehmen dominieren rund 85 Prozent des Marktes. Die mächtigsten Supermärkte sind Aldi, Lidl, Edeka und Rewe. In diesen Konzernen gibt es nur wenige Vollzeitstellen. Die anderen sind fast nur Teilzeitjobs. In der Textilbranche sieht es nicht anders aus, da wären KIK, Takko, Ernest Family, C&A, H&M und New Yorker, um nur einige zu nennen, doch auch hier – meist wenige Vollzeitbeschäftigte, dafür Teilzeitjobs.

Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) arbeiten immer mehr Menschen in Deutschland in Teilzeit: 2014 waren es weit mehr als die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen (57,8 Prozent) und 20 Prozent aller erwerbstätigen Männer. Die Teilzeitquote der Frauen hat sich damit seit 1991 fast verdoppelt.

Meist werden die Vollzeitbeschäftigten in der Leitungsposition eingesetzt. Der stehen dann ein paar Teilzeitbeschäftigte zur Verfügung, die je nach Bedarf eingesetzt werden können. Auch kritisch zu betrachten sind die Zeitverträge. Hat eine Frau einen Vollzeitjob in einem solchen Betrieb erlangt, muss sie sich erst mal beweisen. Wer nun gedacht hätte, ein Jahr würde ausreichen, nein, dann gibt es eine Verlängerung des Vertrages, wieder zeitlich begrenzt. Ob es bei jedem dieser Märkte zutrifft, wissen wir nicht. Aber uns sind Fälle bekannt wie zum Beispiel bei Takko, wo eine Filialleiterin bereits seit über einem Jahr arbeitet und immer noch keinen festen Vertrag hat. Wenn eine Frau keinen festen Vertrag besitzt, so lebt sie immer in einer Ungewissheit. Forderungen stellen ist fast unmöglich, denn man ist auf den Goodwill des Konzerns angewiesen. Kündigungsrechte waren gestern. Heute muss die Frau froh sein, wenn sie einen Job hat. In der Textilbranche wird dann auch noch meist erwartet, dass man die Kleider trägt, die man verkaufen soll. Zusätzliche Kosten kommen hinzu.

Was uns fehlt, sind die Diskussionen über die Einstiegsgehälter, denn diese sind tendenziell geringer.

Wenn das Einstiegsgehalt niedriger ist, kann sich das unter Umständen auch langfristig auswirken, weil man eben mit einem geringeren Gehaltsniveau beginnt. Oft wird den Frauen bei der Einstellung gesagt, sie arbeiten erst einmal ein Jahr für ein niedrigeres Gehalt, was sich aber nach der Festeinstellung ändern wird. Sozusagen – Arbeiten auf Probe. Doch wenn die Frau nach einem Jahr noch immer keinen Festvertrag hat, so ändert sich auch nicht das Gehaltsniveau. Es ist ein Teufelskreis, in dem Frau sich heute befindet. Wie oft lesen wir, dass ein Betriebsrat nicht erwünscht sei! Oder dass aus Angst, seinen Job zu verlieren, geschwiegen wird!

Nun können die Männer sagen, das sei bei ihnen genau so und das stimmt auch. Doch wie oft sehen sie in einem solchen Konzern Männer als Teilzeitjobber?

Was haben Frauen in 25 Jahren erreicht? Nichts! Da wird Jahr für Jahr gefordert, Frauen mögen das gleiche Gehalt bekommen und immer noch klafft ein Lohnunterschied von 21% und es geht sogar noch mehr! Haben Sie einen akademischen Abschluss? Doch dazu später mehr.

Seit 2008 gibt es sogar einen eigens dafür eingerichteten Tag, den Equal Pay Day. Das ist der internationale Aktionstag für die Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen auf Initiative der Business and Professional Women (BPW) Germany. Entstanden ist der „Tag für gleiche Bezahlung“ in den USA. Initiatorinnen waren die amerikanischen Business and Professional Women (BPW/USA), die 1988 die „Red Purse Campaign“ ins Leben riefen, um auf die bestehende Lohnkluft hinzuweisen. Merken Sie was? Fast 30 Jahre Lohnunterschied – und dafür gibt es nur einen Tag Sonderbeachtung?

Gerade Frauen sind immer öfter von Armut betroffen. Sie versorgen den Haushalt, kümmern sich um Kinder, Kranke und Alte und bekommen dafür kein Geld. Sie haben schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, und wenn sie eine Stelle bekommen, verdienen sie trotz gleicher Qualifikation immer noch weniger als Männer. Weniger Lohn bedeutet später auch weniger Rente.

Ursachen sind laut einer aktuellen Studie, die das Bundesfamilienministerium in Auftrag gegeben hat, nach wie vor traditionelle Rollenbilder und Entgelt-Mechanismen auf dem Arbeitsmarkt. So sind nur 39 Prozent der Frauen im Alter von 30 bis 50 Jahren in Vollzeit erwerbstätig – aber 88 Prozent der Männer. In diesem Lebensabschnitt, in dem die Frauen Beruf und Familie vereinbaren wollen, wächst die Entgeltkluft zwischen Männern und Frauen von neun auf 27 Prozent. Die Mehrheit der Frauen in dieser Lebensphase hat daher ein geringeres Eigeneinkommen, was unweigerlich zu einem geringeren Rentenanspruch führt.  Sorry – das Geld für diese Studie wäre in Ursachenbekämpfung besser angelegt! Dazu auch unser Beitrag: Frauenarmut – man hat uns einfach vergessen

Immer mehr Erwerbstätige können laut Statistischem Bundesamt kaum von ihrem Einkommen leben. Ende 2013 bezogen rund 3,1 Millionen Erwerbstätige ein Einkommen unterhalb der Armutsschwelle. Das waren 25 Prozent mehr als im Jahr 2008, als diese Zahl noch bei rund 2,5 Millionen lag. Demnach ergaben Haushaltsbefragungen, dass 379 000 der armutsgefährdeten Erwerbstätigen im Jahr 2013 ihre Miete nicht rechtzeitig bezahlen konnten. Siehe Arm trotz Arbeit – Wenn der Lohn nicht mehr zum Leben reicht

Beispiel – Gehalt Einzelhandelskaufmann / Einzelhandelskauffrau

Datenbasis: 2.397 Datensätze aus 2015/2016 Bruttogehalt! 

Region Mittelwert
Deutschland: 1831 €
Baden-Württemberg 1860 €
Bayern 1835 €
Berlin 1903 €
Brandenburg 1530 €
Bremen 1961 €
Hamburg 1906 €
Hessen 1886 €
Mecklenburg-Vorpommern 1452 €
Niedersachsen 1762 €
Nordrhein-Westfalen 1902 €
Rheinland-Pfalz 1860 €
Saarland 1842 €
Sachsen 1439 €
Sachsen-Anhalt 1488 €
Schleswig-Holstein 1659 €
Thüringen 1591 €

 Was uns ebenfalls in der Diskussion fehlt: das Praktikum

Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist ein Studium die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote ist bei Akademikern im Vergleich zu anderen Berufsabschlüssen am niedrigsten. Der Grund: Die Qualifizierung spielt beim Jobeinstieg eine wichtige Rolle. Trotzdem müssen sich viele zur Überbrückung erst einmal mit Praktika oder Minijobs begnügen, die weder ihren Qualifikationen entsprechen, noch etwas mit ihrem Studienabschluss zu tun haben.

Bei der Berechnung der Arbeitslosenquote werden diese Beschäftigungsverhältnisse übrigens nicht berücksichtigt (!!!)

Wer nach dem Studium arbeitslos ist und von seinen Eltern nicht die nötige Unterstützung bekommt oder sich mit Aushilfsjob über Wasser halten kann, ist auf andere finanzielle Unterstützung angewiesen. Anspruch auf Arbeitslosengeld I hat aber nur, wer bereits ein ganzes Jahr sozialversicherungspflichtig beschäftigt war und in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat. Die meisten Studenten hatten neben der Uni aber einen sozialversicherungsfreien Job und demnach keinen Anspruch. Es bleibt nur das Arbeitslosengeld II – auch bekannt als Hartz IV. Zahlen sind leider nicht ermittelbar – wir fragen warum?

Zwischen 1995 und 2013 begannen in Deutschland fast ebenso viele Frauen wie Männer ein Studium

http://www.boeckler.de/52369.htm

http://www.boeckler.de/52369.htm

Betrachtet man Frauen und Männer getrennt, zeigt sich, dass sich beide Gruppen sehr unterschiedlich auf die verschiedenen Arten der besuchten Hochschule verteilen. Für das Jahr 2013 zeigt sich:

  • Frauen nehmen häufiger als Männer ein Studium an einer Universität auf (62 gegenüber 54 Prozent).
  • Demgegenüber beginnen Frauen seltener als Männer ein Studium an einer Fachhochschule (34 gegenüber 43 Prozent).

Eine Erklärung für den immer noch höheren Anteil der Männer an den Fachhochschulen könnte dem Fächerangebot geschuldet sein:

  • Männerdominierte Fächer wie Elektrotechnik, Maschinenbau und Ingenieurswissenschaften werden häufig an Fachhochschulen angeboten. Viele der frauendominierten Studienfächer (z. B. Sprach- und Kulturwissenschaften) werden dagegen fast ausschließlich an Universitäten gelehrt.

Trotz der im Jahr 2013 immer noch unterschiedlichen Verteilung der weiblichen und männlichen Studienanfänger/innen lassen sich seit 1995 deutliche Veränderungen feststellen. Für Frauen und Männer ist die Zahl der Studienanfänger/innen an Fachhochschulen und Universitäten stark angestiegen. Zudem ist festzustellen, dass die Unterschiede im Zeitverlauf geringer werden.  Quelle 

Fast 12 000 Euro Gehaltsdifferenz im Vertrieb – Pay Gap zwischen männlichen und weiblichen Fach- und Führungskräften bei 29 Prozent

Frauen

Laut einer aktuellen Studie der Online-Jobbörse StepStone liegt der Pay Gap zwischen männlichen und weiblichen Fach- und Führungskräften bei 29 Prozent – und damit 7 Prozent höher als der vom Statistischen Bundesamt berechnete Gehaltsunterschied aller Erwerbstätigen in Deutschland. Aber: In vielen Berufen, in denen Fachkräfte besonders stark nachgefragt sind, fällt der Gender Pay Gap vergleichsweise gering aus. So liegt er bei IT-Fachkräften bei 7 Prozent und bei Ingenieuren bei 13 Prozent. Wesentlich größer ist die Gehaltskluft in Bereichen wie Marketing (24 Prozent) und Vertrieb (25 Prozent), in denen das Angebot auf dem Fachkräftemarkt die Nachfrage eher übersteigt. Auch bei den Ingenieuren und technischen Berufen sind die Unterschiede vergleichsweise niedrig: Männer verdienen 58 440 Euro pro Jahr, Frauen 51 840 Euro

Fast 12 000 Euro Gehaltsdifferenz im Vertrieb

Während männliche Fachkräfte im Vertrieb jährlich im Durchschnitt 57 110 Euro nach Hause bringen, liegt das Jahresgehalt ihrer Kolleginnen fast 12 000 Euro darunter – bei 45 700 Euro. Bei Marketing-Experten fällt die Differenz kaum geringer aus als im Vertrieb. Männer kommen auf ein durchschnittliches Jahressalär von 55 940 Euro, Frauen lediglich auf 45 250 Euro

Auch hier fragen wir WARUM? Auch wenn nur teilweise der Unterschied bei 7% liegt – ist dieses nicht gerechtfertigt!

Minijobs – Armut ist weiblich

In Deutschland ist das Armutsrisiko bei Alleinerziehenden besonders hoch, denn ca. 40 % aller Alleinerziehenden (neun von zehn sind dabei Frauen) beziehen Hartz IV.

Minijobs, tolle Erfindung, denn seitdem werden alte Bäckereien gegen Backdiscounter ausgetauscht. Wer braucht denn noch Bäcker, wenn man alles maschinell haben kann? Um den Geschmack kümmern sich nun sogenannte Zusatzstoffe. Minijobs, supertoll in der Pflege. Gerade auch in Pflege-, aber auch in Altersheimen hat man dies schnell erkannt – supertoll für die Margen. Man nehme eine Vollzeitkraft, die über die Qualifikation verfügt, um z. B: Medikamente verabreichen zu dürfen, und für die anderen Arbeiten gibt es die billigen Minijobber. Gern auch ungelernte Hilfskräfte, die sich dann im „Schnellverfahren” um die jeweiligen „BewohnerInnen” kümmern. Zeit ist Geld für die jeweiligen Einrichtungen, aber nicht für die, die diese Minijobs innehaben. Schnell kommt das schlechte Gewissen, das ja mit eingeplant wurde, und schon machen die Minijobber ihre Überstunden, die sie eh nie wieder abbummeln können.

Gerade die Älteren unter den Minijobbern haben ja Zeit und kein Geld. Also machen sie das, was von ihnen erwartet wird. Sie sind pflichtbewusst, freuen sich über ihre 450 Euro am Monatsende und darüber, dass sie überhaupt einen Job haben.

Dann die Discounter, Aldi, Lidl und wie sie alle heißen. Auch hier das Rezept: Man nehme eine Vollzeitkraft, die sich dann LeiterIn nennen darf, alle Verantwortung trägt und für diesen Titel „FilialleiterIn” auch gern mal 12 Stunden pro Tag arbeiten darf. Dem Filialleiter werden dann Minijobber unterstellt, die dann nur noch an der Kasse die Ware am Scanner vorbeiziehen lassen müssen. Manchmal braucht man mehr Personal, das natürlich, wenn die Non-Food-Produkte in großen Anzeigenblättern beworben werden, an solchen Tagen, wie Montag oder Donnerstag, den Laden füllen.

Supertolle Idee, alle sind glücklich. Besonders die Arbeitgeber, denn es gibt keine lästigen Gesetze mit den Kündigungsfristen, Personalkosten werden gespart und das Aldi-Lidl-Prinzip ist in jeder Branche anwendbar. Minimaler Aufwand – hoher Ertrag. Zu den Überstunden hier ein Schaubild:

Lange arbeiten für wenig Geld

Mit einem Anteil von 61,7 % werden Minijobs mehrheitlich von Frauen ausgeübt – 5,18 Millionen. Nun zum Mindestlohn! Ein super Erfolg, oder? Nur wenn über 60 % Überstunden machen, dann verringert sich der durchschnittliche Stundenlohn automatisch. Eine ganz einfache Rechenaufgabe, die jeder lösen können sollte. Dann kommt noch hinzu, dass Pausen nicht mehr bezahlt werden. Es gilt nur noch die Nettoarbeitszeit.

Hier das Beispiel bildlich gesehen: Es kommt auf die Verpackung an! Die Menschen haben sich schon so sehr an die glänzenden Verpackungen gewöhnt, dass sie nur noch das „Glänzende” sehen, aber nicht mehr auf den Inhalt achten. Dies ist nicht nur bei den Minijobbern der Fall, sondern verbreitet sich wie ein Virus in allen Schichten und Branchen. Das Beste ist immer noch die Zeiterfassung: Bitte tragen Sie sich aus, wenn Sie eine Pause machen. Bei Nicht-Einhalten erfolgt eine Abmahnung und bei mehreren Verstößen die Kündigung.

Zweitgrößter Arbeitgeber in Deutschland ist übrigens die Kirche. Über 1 Millionen Menschen arbeiten dort. Eine große Lobby, von der man doch sicherlich erwarten könnte, dass die diesem Spuk ein Ende setzen würde. Doch christliche Großherzigkeit sollten Sie von diesem Arbeitgeber nicht erwarten.

Alle schimpfen über Konzerne und ihre Machenschaften, doch auch die Kirche ist zu einem Konzern verkommen. Wären die Kirchen Konzerne, zählten sie wohl zu den größten Unternehmen des Landes. Die Kirche ist mit der Größe des Volkswagenkonzerns zu vergleichen. Nur ist die Kirche unabhängiger von der Konjunktur. Die „Schäfchen“ gehen nie aus und Skandale kommen selten an die Öffentlichkeit.

Ent­schä­di­gung für Lohn­dis­kri­mi­nie­rung von Frau­en

Das Ver­bot der ge­schlechts­be­ding­ten Lohn­dis­kri­mi­nie­rung ist ei­ne Selbst­verständ­lich­keit und er­gibt sich aus § 1 AGG, § 2 Abs.1 Nr. 2 AGG und § 7 AGG. Zahlt der Ar­beit­ge­ber sei­nen Ar­beit­neh­me­rin­nen für die glei­che Ar­beit we­ni­ger Lohn als ih­ren männ­li­chen Kol­le­gen, verstößt er ge­gen das AGG und ist gemäß § 15 Abs.1 und Abs.2 AGG da­zu ver­pflich­tet, Scha­dens­er­satz und ei­ne Gel­dentschädi­gung zu zah­len.

INFOBOX

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

Abschnitt 1

Allgemeiner Teil

§ 1 Ziel des Gesetzes

Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

Das Ver­bot der ge­schlechts­be­ding­ten Dis­kri­mi­nie­rung im Er­werbs­le­ben wurde seit den 1970er-Jah­ren nach und nach wei­ter mit dem Ziel aus­ge­baut, die über­kom­me­ne Be­nach­tei­li­gung von Frau­en zu be­sei­ti­gen, dieses ­Dis­kri­mi­nierungsver­bot  gilt eben­so auch zu­guns­ten von Männern.

Frauen verdienen weniger als Männer – und das bei gleicher Qualifikation und Arbeit. Durchschnittlich 21 Prozent fehlen am Monatsende in ihren Portemonnaies. Das heißt, verglichen mit den Männern, arbeiten sie bis zum 19. März umsonst – so ungefähr zumindest, denn über die genaue Berechnung des Tages gibt es immer wieder Debatten.

Gleichstellung am Bankomaten

Das Prinzip der Gleichstellung von Frau und Mann ist seit 1981 in der Schweizer Bundesverfassung verankert. Trotz der 35-jährigen gesetzlichen Pflicht sind die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau in der Schweiz immer noch frappant: Für die gleiche Ausbildung, Leistung und Position verdienen Frauen rund 20 % weniger als Männer. Die Zürcher Frauenzentrale ließ anlässlich des Equal Pay Day Switzerland einmal Männer spüren, wie sich finanzielle Diskriminierung anfühlen kann.

Doch eines steht fest: Es braucht wie immer einen internationalen Aktionstag wie den heutigen, um auf (mangelnde) Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen aufmerksam zu machen und dies seit Jahrzehnten. Auch im nächsten Jahr werden wir wieder auf das gleiche Problem aufmerksam machen müssen.

Es ist traurig – Wir fordern daher: Gleiche Arbeit – gleicher Lohn, wie schon seit Jahrzehnten.

Lesen Sie dazu auch: Frauenarmut – Wir träumten vom Leben, aber nicht in Armut

Netzfrau Doro Schreier

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Emanzen, warum setzt ihr euch nicht dafür ein, daß Hausfrauen automatisch einen staatlich garantierten Grundverdienst und eine staatlich garantierte ordentliche Rente erhalten?
    Oder warum kämpft ihr nicht für eine bessere Bezahlung in den typischen Frauenberufen?
    Die Frauen dort leisten eine sehr wichtige Arbeit und tun einen echten Knochenjob.

    Warum setzt ihr Euch nicht dafür ein, daß z.B. ein gewisser großzügiger Betrag der Pharmakonzerngewinne an den Staat abgeliefert werden muß, damit man so etwas bezahlen kann? Dann wären auch die ungerecht hohen Medikamentenpreise verständlicher. Und und und. Da gibt es doch jede Menge an Ideen die möglich sind.

    Dafür setzen sich die Emanzen natürlich niemals ein.
    Falsches Spiel!

    Geld ist doch im Überfluß vorhanden, da es sowieso als Buchgeld aus dem Nichts, je nach Bedarf geschaffen wird. Die Ausrede, man könne es sich nicht leisten ist also eine glatte Lüge. Und schließlich schuften sich viele Frauen wirklich die Haxen aus dem Leib bis sie nicht mehr japsen können und bekommen dafür einen unwürdigen Sklavenlohn.

    Das ist ungerecht und menschenverachtend. Dafür könnten die Femen mal ihre Brüste und Hintern baumeln lassen, wenn dies irgendwas helfen würde. Was ich sowieso nicht annehme. Alles Fake mit völlig anderen Hintergedanken als man den Menschen vorgaukelt.

  2. das frauen nicht das gleich verdienen ist kein problem der politik sondern der tarifparteien,würde die politik das regeln wäre das ein eingriff in die tarifautonomie-und ein armutszeugnis für die tarifparteien,den das würde bedeuten das sie nicht zukunftsfähig handeln können-

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