Earth Day – Wir sägen den Ast ab, auf dem wir sitzen!

Warum zerstören wir Menschen unsere eigene Welt? Heuer wird der EarthDay am 22. 4. begangen. Die Menschen zerstören die Grundlagen ihrer Existenz schneller, als die Natur sie reparieren kann. Wälder werden gerodet, entweder für die Holzgewinnung oder, weil riesige Monokulturen  gepflanzt werden. Es ist eine Schande, dass die Papuas – 7.5 Mill. Menschen, die 1000 Sprachen sprechen – von der ganzen Welt bestialisch ausgebeutet werden. Wissenschaftler haben 130 Studien analysiert und daraus diese Schlüsse gezogen.

Über vier Milliarden Jahre herrschte auf der Erde ein empfindliches, aber stabiles Gleichgewicht. Weniger als 200 000 Jahre hat der Mensch gebraucht, um dieses Gleichgewicht vollkommen durcheinanderzubringen.

Menschen verändern das Klima 170 Mal so stark wie natürliche Faktoren, schreibt The Guardian.

Neue Studien belegen, dass der Klimawandel das Aussterben der Tiere beschleunigt.

Wissenschaftler haben dazu 130 Studien analysiert und daraus diese Schlüsse gezogen: Auf allen Kontinenten sind Tiere betroffen, speziell solche in großen Höhen und solche, die sich ausschließlich von speziellen Pflanzen ernähren. Primaten und Elefanten können sich nur schwer an höhere Temperaturen anpassen. Kaltblütler und Pflanzen werden noch ärger betroffen sein.

Wegen der Erderwärmung wird es immer mehr Hitzewellen, Dürren und auch Überschwemmungen und Stürme geben. Damit ändert sich auch der Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Schon jetzt blühen viele Blumen und Bäume früher im Jahr als gewöhnlich und die Zugvögel kommen verfrüht  aus ihren Winterquartieren zurück. Manche Zugvögel haben keine Lust mehr, überhaupt noch in ihr Winterquartier zu ziehen.

Fische laichen früher und Insekten entwickeln sich schneller. Winterschläfer dagegen bleiben viel zu lang aktiv, sie werden nicht müde, weil es viel zu lang warm bleibt und sie auch noch genügend Futter finden. Pflanzen und Tiere aus wärmeren trockeneren Klimazonen werden bei uns heimisch. Die Arten, die es lieber kalt mögen, sterben in manchen Regionen ganz aus. Dabei können sich schnell wachsende Pflanzen leichter an Klimaveränderungen anpassen als langsam wachsende wie zum Beispiel Bäume.

Die Analyse der Studien zeigt auch: Einige Regionen sind weit schlechter erforscht als andere. Während die Artenvielfalt in Amerika, Europa und Australien gut untersucht ist, bestehen große Kenntnislücken über den asiatischen Raum. Daher sind vermutlich weit mehr Tiere gefährdet, als Studien bisher belegen.

Aktuell sind knapp drei Prozent aller Arten weltweit durch die globale Erwärmung bedroht, jede sechste wird es sein, wenn die Menschheit nichts gegen den Treibhauseffekt unternimmt. Doch selbst wenn wir das Zwei-Grad-Ziel erreichen, wird sich die Rate des Artensterbens noch fast verdoppeln.

Zahlreiche Fälle, in denen in der Erdgeschichte Tier- oder Pflanzenarten ausstarben, standen in engem Zusammenhang mit Klimaveränderungen. Weil der gegenwärtige Klimawandel viel schneller verläuft als frühere, ist im Laufe des Jahrhunderts mit besonders schweren Folgen für Fauna und Flora zu rechnen: Die Erde erwärmt sich so rasant, dass sich Arten kaum auf die übliche Weise anpassen können. Zum Beispiel verschieben sich die optimalen Lebensräume infolge der Erwärmung schneller in Richtung Pol, als viele Tiere oder Pflanzen wandern können.

Doch die bereits begonnene, vom Menschen verursachte Erderwärmung verläuft schneller als die meisten natürlichen Klimaveränderungen in der Erdgeschichte. Schon diese haben mehrfach Phasen eines massenhaften Aussterbens von Arten verursacht – der rasante Klimawandel, den heute der wachsende Ausstoß von Treibhausgasen verursacht, dürfte daher erst recht schwerwiegende Folgen für die Natur haben. Um mit dem zu erwartenden Tempo der Erderwärmung Schritt zu halten, müssten sich Arten bis Ende dieses Jahrhunderts mehrere Tausend mal schneller anpassen, als sie es in der bisherigen Erdgeschichte taten (Quintero/Wiens 2013). Als besonders bedroht gelten Arten in den Tropen (Jezkova/Wiens 2016).

Fast die Hälfte aller bedrohten Säugetier-Arten und etwa 23 Prozent der bedrohten Vogelarten sind laut einer Studie schon vom Klimawandel betroffen. Wissenschaftler der Sapienza-Universität in Rom haben dafür 130 wissenschaftliche Studien über den Effekt des Klimawandels auf Tierarten ausgewertet und zusammengefasst. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift Nature Climate Change.

 

Schmetterlinge reagieren empfindlich auf Temperaturveränderungen und finden sich im Schnitt deutlich weiter nördlich als noch vor 20 Jahren. Auch Vögel finden sich in nördlicheren Gefilden. Hier ist der Effekt jedoch deutlich geringer ausgeprägt. Forscher vom französischen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS) haben gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig die Beobachtungen von ehrenamtlichen Naturschützern ausgewertet und damit die Verlagerung der Lebensräume der Tiere zwischen 1990 und 2008 berechnet und ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Nature Climate Change veröffentlicht.

Die Temperaturzonen haben sich nach Angaben der Forscher um etwa 250 Kilometer nach Norden verschoben. Schmetterlinge haben ihren Lebensraum um durchschnittlich 114 Kilometer nach Norden verlagert. Besonders schnell angepasst an die Temperaturverschiebung haben sich Tagfalter. Diese bewegten sich 239 Kilometer und leben somit nahezu in denselben Temperaturzonen wie in der Vergangenheit. Schwerer als Schmetterlinge taten sich Vögel mit der Anpassung an veränderte Temperaturen: Ihre Lebensräume verlagerten sich nur um 37 Kilometer.

Sorgen macht den Wissenschaftlern, dass Vögel sich nur schwer dem Klimawandel anpassen. Sie befürchten, dass dies in Zukunft Arten gefährden könne. Studienautor Josef Settele erläutert: „Zum Beispiel sind viele Vogelarten bei ihrer Ernährung auf Raupen bestimmter Schmetterlingsarten angewiesen und könnten daher unter den Veränderungen leiden. Je spezialisierter eine Art ist, umso gefährdeter wird diese durch solche Verschiebungen sein.“

Die beliebten australischen Koalas sehen als Konsequenz des globalen Klimawandels einer düsteren Zukunft entgegen. Dies befürchten zumindest australische Wissenschaftler, wie die Zeitung The Australian berichtet. Laut den Forschern habe vor allem der zunehmende Ausstoß von Treibhausgasen dazu geführt, dass das wichtigste Grundnahrungsmittel der Tiere, die Eukalyptusblätter, ungenießbar werden. Untersuchungen hätten eindeutig gezeigt, dass erhöhte CO2-Werte den Eiweiß- und Nährstoffgehalt in den Blättern reduzieren. Um dennoch überleben zu können, müssten die Koalas und eine Reihe anderer Tiere, die sich hauptsächlich von Eukalyptus ernähren, künftig wesentlich mehr Blätter zu sich nehmen.

Der Koala gilt in Australien schon länger als bedrohte Tierart. So waren es die Jäger, die in den 20er-Jahren mit ihrer Gier nach Koala-Fellen das Tier schon einmal an den Rand der Ausrottung gebracht hatten. In jüngerer Vergangenheit hatte dann der zunehmende Rodungsbau in Australien den Lebensraum der Tiere bedrohlich eingeschränkt. Laut Angaben der Australian Koala Foundation https://www.savethekoala.com wird die Zahl der wildlebenden Koalas mittlerweile auf weniger als 100.000 Tiere geschätzt. Zu Beginn der europäischen Besiedelung waren es noch mehrere Millionen.

Die 1948 gegründete IUCN ist das erste internationale Umweltschutznetzwerk. Mehr als 200 Regierungen und 800 Nicht-Regierungsorganisationen sind Mitglied der Vereinigung, die sich in Erhaltungs- und Wiederaufforstungsprojekten engagiert. Die IUCN erstellt die weltweit umfassendste Rote Liste der bedrohten Arten.

Die Weltnaturschutzunion IUCN hat auf ihrem Kongress auf Hawaii im September 2016 den aktuellen Stand der Roten Liste präsentiert: Inzwischen sind auf ihr 93 000 Tier- und Pflanzenarten verzeichnet, von denen knapp 24 000 akut vom Aussterben bedroht sind. Die komplette Liste von A bis Z beschäftigt jeden, der sie studiert, ziemlich lange.

Der Naturschutzorganisation IUCN zufolge gibt es derzeit nur noch 5000 Östliche Gorillas (Gorilla beringei). In Bedrängnis bringt den majestätischen Urwaldbewohner vor allem die unsichere und gesetzlose Lage in Teilen der Demokratischen Republik Kongo, einem seiner Hauptsiedlungsgebiete.

Insgesamt stehen nun vier der sechs Menschenaffen-Arten auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. Darunter sind neben dem Östlichen Gorilla der Westliche Gorilla sowie der Borneo-Orang-Utan und der Sumatra-Orang-Utan. Schimpansen und Bonobo-Affen gelten als gefährdet.

Sie alle teilen ein Schicksal: ihr Lebensraum verschwindet, weil Wälder gerodet werden. Entweder für die Holzgewinnung oder, weil riesige Monokulturen – meist Palmöl – gepflanzt werden, Brandrodungen stattfinden, denen viele Primaten zum Opfer fallen.

Dies betrifft auch Chinas Wälder, die schrumpfen und damit das Leben der Pandas gefährden. Nach jüngsten Schätzungen gibt es derzeit auf der Erde 1864 erwachsene Pandabären. Zusammen mit deren Nachwuchs wird die Zahl auf 2060 geschätzt. Darüber hinaus sehen Forscher für den Riesenpanda aber weiterhin Gefahren – etwa durch die weltweite Klimaerwärmung. In den kommenden 80 Jahren könnten die steigenden Temperaturen rund ein Drittel der Bambuswälder, in denen der Riesenpanda lebt, vernichten.

Der Rote Panda ist mit seinem weiß-schwarzen Namensvetter nicht verwandt und gilt leider immer noch als stark gefährdet. Durch die Vernichtung seines Lebensraumes in Zentralasien ging seine Population in den letzten drei Generationen um die Hälfte zurück.

Vom Tiger soll es noch etwa  3900 Exemplare geben. Aus Russland, Indien und Nepal hat man ziemlich genaue Daten. Dort sei der Bestand auf jeden Fall gestiegen. Hauptgrund für die positive Entwicklung sei der Schutz der Lebensräume und die Eindämmung der Wilderei. China als größter Absatzmarkt für illegale Tigerprodukte setze sich aktiv gegen den Handel ein. Der Weltverband der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) spreche sich zudem offiziell gegen die Verwendung von Tigerprodukten aus.

Das letzte Nashorn

Es steht schlecht um das Nördliche Breitmaulnashorn: Weltweit leben nur noch ein Männchen und zwei Weibchen, beschützt von Bodyguards. Jetzt starten Forscher einen Rettungsversuch, mit künstlicher Befruchtung und Leihmutterschaft. Vom Südlichen Breitmaulnashorn soll es im Süden Afrikas noch 20 000 Exemplare geben.

Nashörner gehören mit zu den ‚Alten‘ auf unserem Planeten. Ebenso wie Elefanten und Flusspferde sind sie die überlebenden Vertreter einer Tiergruppe, die einst sehr artenreich und vielfältig war: die Megaherbivoren, also die großen Pflanzenfresser. Gefahr geht für die massigen Tiere vor allem vom Menschen aus. Historisch gesehen zählten die unkontrollierte Jagd und die Wilderei zu den Hauptursachen des dramatischen Bestandsrückgangs der Nashörner. Und auch heute bedroht die Wilderei und die hohe Nachfrage nach Nashorn-Horn in Asien die Arten.

Wilderer töteten in Südafrika 2016 mehr 1000 Nashörner. Die Zahl der illegal erlegten Tiere ist im Vergleich zum Vorjahr von 1175 auf 1054 um etwa 10 Prozent gesunken. Der Rückgang ist der Regierung zufolge vor allem auf eine bessere Bekämpfung der Wilderei im bei Touristen beliebten Krüger-Nationalpark zurückzuführen.

Nur noch gut 350 000 Savannenelefanten gibt es einer neuen Studie zufolge in ganz Afrika: Jedes Jahr werden es acht Prozent weniger. Hauptgrund für die Abnahme: Wilderei. Im Great Elephant Census sind alle Details der untersuchten 18 afrikanischen Länder zu finden.

Zu den immer bedrohteren Arten zählen laut IUCN die Afrikanische Goldkatze, der Neuseeländische Seelöwe und auch der afrikanische Löwe. Trotz einiger Schutz-Erfolge im südlichen Afrika gingen die Löwen-Bestände im Westen und Osten des Kontinents deutlich zurück, beklagte die Weltnaturschutzunion. Man schätzt ihren Bestand auf 20 000 Exemplare.

Zu den Gründen zählten die Konflikte mit den Siedlern und Bauern sowie ein Rückgang bei den Beutetieren durch übermäßige Jagd. Eine zunehmende Gefahr für die Bestände des „Königs der Tiere“ sei auch der Handel mit Knochen und anderen Körperteilen für medizinische Zwecke. In der Region und auch in Asien werde Medizin aus Teilen des Löwen geschätzt.

Es gibt aber auch immer weniger Giraffen. Heute leben 40% weniger als noch vor dreißig Jahren. Es wird bereits vor einem Verschwinden dieser Art gewarnt. 1985 wurden noch rund 163 000 Exemplare gezählt, 2015 waren es nur noch rund 97 000. Der Rückgang liegt vor allem daran, dass die Tiere immer weniger Lebensraum haben und illegal gejagt werden. Giraffen leben vor allem im Süden und Osten Afrikas.

Pangolins (Schuppentiere) sind sowohl in Afrika als auch in Asien bedroht, weil sie wegen ihres schmackhaften Fleisches stark bejagt werden.

Diese Lederschildkröte, die bis zu 2,5 Metern lang wird und 700 Kilogramm wiegen kann, ist die größte Schildkrötenart. Interessant: Männchen gehen nach ihrer Geburt nie wieder an Land. Weibchen hingegen müssen in der Fortpflanzungszeit zum Laichen an den Strand, um in drei bis zehn Gelegen jeweils 60-90 Eier abzulegen. Vor allem auf Grund von Eierraub und Fischerei, in jüngster Zeit aber auch auf Grund der rasanten Zunahme der Vermüllung der Weltmeere. werden sie als gefährdet eingestuft.

Haie werden größtenteils für ihre markante Rückenflosse getötet. Diese wird vor allem in China gerne zu einer Suppe verarbeitet, die dort nur „Fischsuppe“ heißt, weshalb viele Chinesen überhaupt nicht wissen, dass sie zur Ausrottung einer bedrohten Tierart beitragen. Inzwischen findet allerdings ein Umdenken statt.

Auf Grund von Naturschutzmaßnahmen blieb der Bestand von Schneeleoparden in der Mongolei stabil. Der Wilderei in Nepal konnte Einhalt geboten werden – in seinen übrigen Verbreitungsgebieten bleibt sein Zustand jedoch alarmierend.

Aber auch in Europa sind viele Tiere vom Aussterben bedroht, wenn auch durch andere Ursachen. Die Alpen sind das größte Gebirge Europas und Heimat für entsprechend viele Tiere. Doch immer mehr in den Alpen beheimatete Tierarten sind gefährdet und drohen sogar auszusterben. Grund für das Verschwinden von Tieren in bestimmten Regionen ist meist die Zerstörung oder Veränderung der Lebensräume durch den Menschen. Aber auch die Bejagung und natürliche Schwankungen in den Populationen sind Ursachen. Allein von den 83 Säugetierarten, die es in den Österreichischen Alpen gibt, werden momentan 34 als gefährdet betrachtet, sechs von ihnen sind sogar ausgestorben oder wurden in jüngster Zeit nicht mehr gesichtet. Immer wieder gelingt es aber auch, gefährdete Tiere, die in den Alpen schon fast oder ganz verschwunden sind, wieder anzusiedeln. Dies ist vor allem beim Steinbock, dem Uhu und dem Luchs gelungen.

Selbst der jedem bekannte Feldhamster ist gefährdet. Schuld ist die industrielle Landwirtschaft mit ihrem Pestizideinsatz.

Die Arktis

Der Eisbär ist ein beeindruckendes Raubtier an der Spitze der arktischen Nahrungskette. Er ist an die extremen Lebensbedingungen der Arktis und das Packeis perfekt angepasst. Er lebt die meiste Zeit des Jahres auf dem Packeis, wo er seine Beute jagt: Robben, junge Walrosse, Belugas und Narwale. Im Sommer und im Herbst, wenn das Meereis zurückgeht, stranden viele Eisbären an Land und müssen lange Hungerperioden überstehen.

Die arktischen Tiere, die im Eis leben, würden ihre Heimat verlieren. Sollte der Meeresspiegel in den nächsten Jahren in der Karibik um nur 50 Zentimeter ansteigen, würden rund ein Drittel aller Strände in der Karibik verschwinden. Somit hätten die Schildkröten keine Eiablage mehr. Schildkröten laichen ihre Eiablage an den Stränden und der Brutvorgang wäre gestört. Da das Geschlecht der Schildkröten beim Schlüpfen sehr temperaturempfindlich ist, könnte dies zur Folge haben, dass es nur noch weibliche Nachkommen gäbe.

Die Antarktis

Die Antarktis besteht aus Eis. Die Eisplatten werden nun durch die globale Erwärmung bedroht. Jetzt wurde ein riesiger Riss mit einer Länge von 130 Kilometern gefunden, durch den ein Teil abbrechen könnte. Die NASA hat Fotos von Larsen C veröffentlicht, die den riesigen Riss zeigen. Demnach ist er über 90 Meter breit und einen halben Kilometer tief.

In der Antarktis gibt es mehrere bekannte Eisschelfplatten. Im Nordwesten befindet sich das Larsen-Schelfeis. Es ist nach dem norwegischen Kapitän Carl Anton Larsen benannt, der 1893 an dem Schelfeis entlang segelte. Dieses Schelfeis wird in vier Teile gegliedert, die in unterschiedlichen Buchten liegen. Larsen A, Larsen B, Larsen C und Larsen D.

Larsen C – die größte der vier – ist mit 48 600 Quadratkilometern die viertgrößte Eisschelfplatte in der Antarktis überhaupt – das ist die Hälfte von Island. Und die könnte bald zerbrechen. Denn in den vergangenen fünf Monaten haben Wissenschaftler beobachtet, dass ein bereits vorhandener Riss um noch einmal 22 Kilometer auf insgesamt 130 Kilometer angewachsen ist. Sie befürchten, dass sich dadurch bis zu zwölf Prozent der Eisschelfplatte lösen könnten.

Tatsächlich ist Larsen C nicht der erste Teil, der bedroht ist. Larsen A und B sind bereits zerbrochen. Larsen A löste sich schon im Januar 1995 auf, Larsen B 2002. Bei Letzterem lief es genau so ab, wie es jetzt bei Larsen C aussieht. Ein Riss entstand, der eine Eisplatte mit einer Größe von 3250 Quadratkilometern ablöste. Das ist größer als das Saarland. Und insofern beängstigend, als dass dieses Eisschelf über 10 000 Jahre lang stabil war. Larsen A hingegen gab es erst seit 4000 Jahren. Das Larsen C, das einen immer tieferen und breiteren Riß aufweist, könnte demnächst ein riesiger Eisberg von der Größe von Rhode Island abbrechen und sich auf den Weg machen. Und dann wird Larsen C die geringste Größe seit Beginn der Vermessung aufweisen.

Bedrohter Regenwald

Es gibt sie in den Tropen, aber auch in den gemäßigten Breiten: Regenwälder. Das besondere an ihnen ist, dass sie noch weitestgehend unbeeinflusst sind von menschlichen Eingriffen und ein sehr feuchtes Klima aufweisen. Sie beherbergen unzählige Tierarten und sind wichtig für unser Klima. Doch sie sind in Gefahr, schrittweise vernichtet zu werden.

48 Prozent aller Wälder liegen in den Tropen und Subtropen. Die tropischen Wälder liegen innerhalb der Wendekreise, zwischen 23,5° nördlicher Breite und 23,5° südlicher Breite und bedecken mit rund 18,5 Millionen Quadratkilometern rund 40 Prozent der tropischen Landfläche. Als Primärregenwälder gelten Wälder im Urzustand. Ihre Entwicklung wurde nicht oder noch nicht merklich vom Menschen beeinflusst. Alle übrigen sind Sekundärregenwälder, d. h. vom Menschen genutzte Wälder, wozu z. B. die Forste zählen.

Die Zerstörung der Regenwälder

In der Biomasse sowie in den Böden der tropischen Wälder ist eine gewaltige Menge des Treibhausgases Kohlendioxid gespeichert: Schätzungen gehen von 375 Milliarden Tonnen Kohlenstoff aus. Durch Verbrennung und Verrottung gelangt das in der Biomasse gespeicherte Kohlendioxid in die Atmosphäre. Man schätzt, dass durch die Rodung der Tropenwälder pro Jahr 0,6 bis 2,6 Milliarden Tonnen des Treibhausgases freigesetzt werden.

Weltweit werden jedes Jahr ca. 22 Milliarden Tonnen Kohlendioxid aus unterschiedlichen Quellen emittiert. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts waren 39 Millionen Quadratkilometer der Erdoberfläche bewaldet, etwa 19 Millionen davon mit tropischem Wald. Mitte des letzten Jahrhunderts war die Fläche noch fast doppelt so groß! Und der Flächenverlust dauert an: Heute werden jeden Tag durchschnittlich über 415 Quadratkilometer tropischen Regenwaldes gerodet. Das ist eine Fläche größer als München. Allein zwischen 1990 und 2000 gingen rund 900 000 Quadratkilometer Tropenwald unwiederbringlich verloren. Der kommerzielle Holzeinschlag zur Gewinnung von Nutzholz, das fast ausschließlich für den Export geschlagen wird, aber auch Brennholz, ist einer der wichtigsten Faktoren für die Rodungen. Auch ist die Flächengewinnung für die Landwirtschaft ein Grund.

Einerseits entstehen Plantagen für den Anbau exportstarker Produkte (cash-crops) wie Soja, Kaffee, Zuckerrohr, Kakao, Palmöl oder Orangen. Andererseits wird Weideland für die Viehwirtschaft angelegt.

Ebenfalls kommt es zu Rodungen, um den Abbau von Bodenschätzen wie Kupfer, Nickel, Mangan, Gold oder Eisenerz zu ermöglichen. Als eine wirksame Maßnahme zum Erhalt wertvoller Ökosysteme und damit auch der Tropenwälder hat sich die Ausweisung von Schutzgebieten erwiesen. Zur Jahrtausendwende waren weltweit rund 12 750 Gebiete mit einer Fläche von über 12 Millionen Quadratkilometern geschützt, 30 Prozent dieser Gebiete sind Nationalparks.

Im brasilianischen Amazonas sollen bald die Bagger vorfahren. Denn geht es nach der Regierung, sollen mitten im Herzen des Urwaldes mehr als 40 Staudämme entstehen. Betroffen ist das indigene Volk der Munduruku. Mit dem ersten und gleichzeitig größten Staudamm São Luiz do Tapajós würde ein Stausee entstehen, der fast doppelt so groß ist wie Wien. Vier Dörfer der Munduruku wären von dem Bau des São Luiz do Tapajós direkt betroffen. Sie würden geflutet werden. Etwa 200 Indigene müssten umgesiedelt werden. Durch die veränderten Wasserkreisläufe und die Auswirkungen auf die umliegenden Landschaften gefährdet das Projekt die Wasserversorgung und die Nahrungsquellen der Munduruku. Auch heilige Stätten der Munduruku sind durch die Infrastrukturprojekte in Gefahr.

Die Indigenen, die infolge des Dammbaus ihre Heimat verlassen müssen, werden höchstwahrscheinlich in die nahe gelegene Stadt Itaituba strömen. Solche Massenbewegungen werden erfahrungsgemäß die Infrastruktur der Kleinstadt überlasten und wirken sich negativ auf das Sozialgefüge aus. Dies hat bereits der Staudamm Belo-Monte im Amazonas gezeigt: Eine im Jahr 2015 durchgeführte Studie des Sozial- und Umweltinstitutes (Socio-Environmental Institute, ISA) listet eine Reihe von verheerenden Konsequenzen auf, die mit dem Bau des Staudammes einhergingen: Die Infrastruktur in der nahe gelegenen Stadt Altamira brach zusammen, nachdem die Stadt 50 Prozent an Zuwanderung erlitt. Zwischen 2011 und 2014 stieg die Zahl der Mordopfer in der Stadt um 80 Prozent. In der gleichen Zeit verdoppelten sich Gewalttaten gegen Frauen und Mädchen, Raubüberfälle und Diebstähle.

Wie bereits der Belo-Monte-Staudamm gezeigt hat, können derartige Infrastrukturprojekte auch illegale Waldrodungen und das Eindringen von Holzfällern, Minenarbeitern und Jägern in indigenes Land zur Folge haben. Die Munduruku kämpfen seit Jahrzehnten für die offizielle Anerkennung ihres Territoriums als indigenes Land. Sollte dies geschehen, könnten solche Projekte nicht ohne Zustimmung der Munduruku durchgeführt werden. Doch Wirtschaftsinteressen haben eine Anerkennung bislang verhindert.

Kaum jemand hat sie jemals zu Gesicht bekommen und dieses Zusammentreffen auch unbeschadet überstanden. Das Volk der Taromenane meidet den Kontakt mit dem Rest der Menschheit und lebt versteckt im undurchdringlichen Amazonas-Regenwald Ecuadors. Kontakte mit Arbeitern, Missionaren, anderen Ureinwohnern oder Behörden enden oft blutig. Die Taromenane verteidigen ihre Isolation mit Speeren und Messern. Aber die Taromenane sind in Gefahr. In ihrem UnescoBiosphärenreservat soll nach Öl gebohrt werden. Und das, obwohl die Taromenane in der ecuadorianischen Verfassung geschützt werden und die Gebiete eigentlich unantastbar sind. Etwa eine Million Hektar Land sind so geschützt, doch der Druck von Ölfirmen, Holzfällern und Farmern steigt. Sie alle wollen das Gebiet ausbeuten. Das Verschwinden dieser kleinen Gruppen rückt immer näher.

Die Guarani sind mit 51 000 Angehörigen heute das größte indigene Volk Brasiliens. Allerdings ist ihnen nur sehr wenig Land geblieben. Während der letzten hundert Jahre wurde ihnen nahezu ihr gesamtes Gebiet gestohlen. Darauf entstanden riesige und trockene Netzwerke aus Viehfarmen, Soja- und Zuckerrohr-Plantagen. Viele Gemeinden leben in überfüllten Reservaten, andere “wohnen” unter Abdeckplanen am Straßenrand.

Im größten indigenen Territorium Brasiliens, das 9,4 Millionen Hektar im Norden des Amazonasgebietes umfasst, leben relativ abgeschieden etwa 19 000 Angehörige des Yanomami-Volkes. Die Fläche entspricht ungefähr dem US-Bundesstaat Indiana und ist etwas größer als Ungarn.

Das größte Amazonas-Volk Brasiliens sind die Tikuna mit circa 40 000 Angehörigen. Das kleinste Volk besteht aus nur einem einzigen Mann, der im Westen des Amazonasgebietes ein kleines Stück Wald bewohnt, umgeben von Viehfarmen und Soja-Plantagen; Er meidet jegliche Kontaktversuche.

Viele Amazonas-Völker haben weniger als 1000 Mitglieder. Die Akuntsu zum Beispiel zählen nur noch fünf Angehörige und die Awá nur 450.

Die meisten indigenen Völker sind zum Überleben ausschließlich auf den Wald, die Savanne und die Flüsse angewiesen. Ihren Lebensunterhalt bestreiten sie durch einen Mix aus Jagen, Sammeln und Fischen. Außerdem bauen sie Pflanzen an, die sie als Nahrungsmittel oder Medizin verwenden, oder aus denen sie ihre Häuser bauen und Alltagsgegenstände herstellen.

Fisch ist besonders im Amazonasgebiet ein wichtiges Lebensmittel. Viele indigene Völker benutzen Gift oder Timbó, um die Fische zu betäuben und zu fangen. Das indigene Volk der Enawene Nawe, das kein rotes Fleisch verzehrt, ist für die aufwendigen Holz-Staudämme bekannt – waitiwina genannt –, die sie jährlich auf kleinen Flüssen bauen, um große Mengen Fisch zu fangen, den sie im Anschluss räuchern. Ihr Yãkwa-Ritual ist mit den Fischdämmen verbunden und als Teil des nationalen Erbes Brasiliens anerkannt worden.

Auch wissenschaftliche Studien belegen, dass indigene Gebiete ‘zurzeit den besten Schutz gegen die Abholzung des Amazonasgebietes’ bieten.

Heute, während Brasilien seine Pläne zur Entwicklung und Industrialisierung des Amazonasgebietes aggressiv vorantreibt, sind sogar die entlegensten Gebiete bedroht. Mehrere Wasserkraftwerke werden in der Nähe unkontaktierter Völker gebaut. Tausende weitere Indigene werden dadurch ihrer Gebiete, ihres Wassers und ihrer Lebensgrundlage beraubt werden. Die Staudämme werden den Bergbau-Unternehmen billige Energie liefern, die bereits jetzt nur noch darauf warten, dass der Kongress ein von ihnen gefordertes Gesetz verabschiedet, um auf indigenem Land umfangreichen Bergbau zu erlauben.

Im Süden leben viele indigene Völker unter entsetzlichen Bedingungen in notdürftigen Hütten und unter Plastikplanen entlang von Bundesstraßen. Ihre Anführer werden von privaten Söldner-Milizen, die von den Viehzüchtern und anderen Großgrundbesitzern angeheuert werden, systematisch ermordet. So will man vermeiden, dass sie ihr angestammtes Land wieder besetzen. Viele Guarani haben aus Verzweiflung über ihre aussichtslose Zukunft Selbstmord begangen.

80% der Regenwaldfläche in malaysisch Borneo sind von Abholzung betroffen. Die umfassende Studie liefert eine Beurteilung der Ausmaße von industrieller Abholzung und der damit verbundenen Entstehung von Infrastruktur in einem Gebiet, das vor dreißig Jahren noch zu den wildesten der Erde gehörte. Das Ausmaß der Abholzung in Sabah und Sarawak ist erschreckend. Die Holzindustrie ist bereits in das Herz von Borneo vorgedrungen und es existiert nur noch eine geringe Fläche, die unberührt und intakt ist.

Die malaysischen Regenwälder sind zudem die Heimat für einige besondere Tierarten, wie den Borneo-Orang-Utan, Zwergelefanten, Nebelparder, Nasenaffen und das Sumatra-Nashorn. All diese Tierarten stehen vor dem Aussterben. Durch die Abholzung, Säuberungsfeuer und die Umwandlung in Plantagen werden riesige Mengen an Kohlenstoff freigelassen, für den das Ökosystem  als Speicher dient.

Die Analysen zeigen, dass Abholzung und Umwandlung zu Plantagen bereits einen hohen Preis in beiden Regionen fordern. Die hohe Dichte an wirtschaftlich nutzbaren Flügelfruchtgewächsen ist einer der Gründe, warum die Auswirkungen der Abholzung in Borneo massiver als in Latein-Amerikanischen Ländern oder in Afrika sind. Holzfäller roden mehr Bäume per Hektar und verursachen somit erheblichen Schaden und längere Ernte-Zyklen. Geringe Erträge zwischen den Ernten führen zu einer Umwandlung in Plantagen für Nutzhölzer oder Palm-Öl.

Die Brandrodungen von Kalimantan und Sumatra

«Mehr als 70 Prozent der Brände auf Kalimantan wüten im Sumpfregenwaldgebiet», sagt Jamartin Sihite. Der Geschäftsleiter der Stiftung Bos, die sich für das Überleben der Borneo-Orang-Utans einsetzt, hat selbst ­gegen das Feuer gekämpft. Der Boden des Sumpfregenwalds besteht aus meterdicken Torfschichten. «Mit unserem Wasser löschen wir nur die obersten zehn Zentimeter, im Untergrund überlebt das Feuer und breitet sich weiter aus», beschreibt Sihite das Problem.

Letzte Woche kam er in die Schweiz, um auf die katastrophalen Zustände aufmerksam zu machen. Die zwei Auffangstationen der Stiftung, in denen rund 600 Orang-Utans leben, waren durch die Brände bedroht. Dort gibt es zwar Grundwasser, doch bis die nötige Ausrüstung beschafft war – Schläuche, Masken, Schuhe mit dicken Sohlen –, verging viel Zeit. Ein Teil des Waldes in der Umgebung war nicht mehr zu retten. Zum Glück für die Stiftung sind jene Waldgebiete auf Kalimantan nicht betroffen, in die sie die Orang-Utans ihrer Stationen nach und nach auswildert.

Bei diesen Bränden verlieren viele Menschen ihr Leben, Millionen leiden unter der schlechten Luft, auch in den Nachbarländern Malaysia und Singapur. Die gesundheitlichen Folgeschäden des anhaltenden Smogs werden enorm sein. Nicht beziffern lässt sich die Zahl der Tiere, die in den Flammen sterben. Experten schätzen, dass ein Drittel der wild lebenden Orang-Utans in Gefahr ist. Besonders kritisch könnte es für die Population des Sumatra-Orang-Utans werden, die lediglich noch 6600 Tiere zählt und schon länger vom Aussterben bedroht ist. Auch der Elefant, der Tiger und das Nashorn kommen auf Sumatra als eigene Arten nur noch in geringer Zahl vor. Ihr Überleben ist jetzt umso mehr infrage gestellt.

Die brennenden Wälder in Südostasien sind ein globales Problem. Sie haben Auswirkungen auf das Weltklima, denn sie setzen riesige Mengen an CO2 frei. Nasa-Experten rechnen mit einer Menge, die den jährlichen Emissionen von Deutschland entspricht. Besonders viel CO2 gelangt in die Atmosphäre, wenn Sumpfregenwälder brennen, denn die Torfböden sind riesige CO2-Speicher.

Die Katastrophe ist menschengemacht. Palmölfirmen etwa brennen Wälder ab, um Plantagen anzulegen. Indonesien ist der weltweit größte Palmölproduzent. Die Feuer breiten sich unkontrolliert aus, 2015 besonders verheerend, weil es ein sehr trockenes Jahr war – eine Folge des Wetterphänomens El Niño. Es waren die schlimmsten Waldbrände seit 1997. Laut Regina Frey, Präsidentin der in Sumatra engagierten Umweltstiftung Paneco, könnte dabei neben dem Wetter auch ein politischer Faktor eine Rolle spielen: «In letzter Zeit gibt es Anzeichen, dass der indonesische Staat härter gegen illegale Abholzung vorgehen will.» Die großflächige Brandrodung könnte der Versuch der Palmölfirmen sein, die letzten Wälder noch schnell zu roden.

Per Gesetz verboten

Brandrodung ist per Gesetz verboten, nur wurde sie bisher kaum verfolgt. Ende August 2015 nun hat das oberste Gericht Indonesiens ein wegweisendes Urteil gefällt: PT Kallista Alam, eine der grössten Palmölfirmen des Landes, muss 26 Millionen US-Dollar zahlen, weil sie in der Provinz Aceh illegal Sumpfregenwald abgebrannt hat. Das Gebiet muss wieder aufgeforstet werden. Das oberste Gericht hat das entsprechende Urteil eines Regionalgerichts bestätigt. Die Klage war vom nationalen Umweltministerium eingereicht worden, lokale Umweltorganisationen lieferten die Beweise durch Satellitenaufnahmen.

Der Sumpfregenwald in Aceh wäre eigentlich mehrfach geschützt, er gehört zum Ökosystem Leuser, das Unesco-Welt­naturerbe ist. Verschiedene nationale Wald- und Tierschutzgesetze verbieten seine Zerstörung. Dennoch hatte der frühere Gouverneur von Aceh der Palmölfirma Kallista Alam eine Konzession erteilt. Und das ist kein Einzelfall. Mithilfe korrupter Politiker und Behörden verwandelt die Palmölindustrie jährlich Hunderttausende Hektar Regenwald in Plantagen.

Premierminster Musa Aman ist alarmiert. Sein Bundesstaat Sabah macht weltweit verheerende Schlagzeilen. Dieses Mal geht es nicht um das globale Netzwerk aus Korruption und Geldwäsche, das sein Familienclan mit Holz- und Plantagengeschäften seit Jahrzehnten unterhält, und gegen das die die Antikorruptionsbehörde in Malaysia seit 2007 ermittelt. Ende Januar gingen die Fotos von 14 vergifteten Borneo-Zwergelefanten um die Welt und sorgten für eine Welle der Empörung. Wildhüter hatten sie am Rand von Ölpalmplantagen entdeckt. „Die Tiere haben Gift gefressen. Es wurde offensichtlich ausgelegt, um sie von den Früchten der Palmen fernzuhalten“, vermutet der Direktor der lokalen Naturschutzbehörde, Laurentius Ambu.

https://www.facebook.com/ecowarriorsrise/videos/626788270760638/

Rise of the Eco-Warriors wurde als einer von fünf Dokumentarfilmen ausgewählt, am Earth Day 2017  auf http://www.filmsfortheplanet.com  gezeigt zu werden.

Earth Day Networks wird von 192 Ländern getragen und ist somit das größte Basis-Netzwerk von Umweltorganisationen.

Es ist eine Schande, dass die Papuas – 7.5 Mill. Menschen, die 1000 Sprachen sprechen – von der ganzen Welt bestialisch ausgebeutet werden. Erst wurde ihre zweitgrößte Insel der Welt von den Kolonialisten in drei Teile zwischen Holland, Deutschland und England aufgeteilt. Der holländische Westteil erklärte sich 1969 unabhängig, wurde aber brutal von Indonesien erobert. Doch der Krieg ist bis heute nicht richtig beendet. Ende des 1. Weltkrieges ging der deutsche Nordteil an Australien. 1972 wurden im australischen und englischen Ostteil Wahlen abgehalten und es entstand das unabhängige Papuaneuguinea. Wie in allen Kolonien blieb die Wirtschaft in den Händen der Kolonialherren, sodass von echter Unabhängigkeit nicht gesprochen werden kann. Deswegen wird die gesamte Insel von Weltkonzernen ausgebeutet. Nach dem 2. Weltkrieg kamen auch japanische und seit ein paar Jahrzehnten chinesische Kapitalisten auf den Plan und beteiligen sich an dieser Plünderung. Und das steht China, das selbst ganz furchtbar unter dem Kolonialismus zu leiden gehabt hat, in keiner Weise gut an.

Chinas Regierung plant einen massiven Kupfertagebau mit seinen Tonnen von giftigen Abgängen voller Sulfide und Schwermetalle im regenreichen Hochland Papuaneuguineas (PNG), oberhalb des Sepik-Flusses mit unberührten Regenwäldern, intakten örtlichen Kulturen und dem südpazifischen Ozean. Offenbar haben Papuaneuguineas städtische Eliten wenig gelernt (und die chinesischen auch nicht) aus Jahrzehnten mit ausländischem industriellen Bergbau (und Rodung), was Konflikte und Verzweiflung, Umweltzerstörung sowie sozialen und ökonomischen Niedergang mit sich brachte.

Eine geplante riesige Kupfer- und Goldmine wird die relativ unberührten Flüsse Frieda und Sepik irreparabel zerstören und Regenwald und indigene Kulturen. Der Sepik ist einer der größten Wildfluss-Systeme im asiatischen Pazifik. Der Frieda läuft nach 100 km vom Bergwerk aus dem steilen, bewaldeten Hochland in den Sepik, der dann 600 km weiter durch große Feuchtgebiete in den Pazifik an der Nordküste PNGs fließt. Die Fauna vor allem an Säugetieren in den großen zusammenhängenden Gebieten mit unberührten Regenwäldern ist die reichste in ganz Australasien. Außerdem ist die Region auch kulturell sehr reich. PNG hat eine reiche Geschichte mit extremen Umwelt- und sozialen Schäden durch Bergbau und wenig Gewinn für die einheimische Bevölkerung, die die ungeheuren Umwelt- und Wirtschaftsschäden danach zu tragen hat. Sowohl die Bougainville als auch die Ok Tedi Bergwerke schädigten ganze Flusssysteme ebenso wie das Freeport-Bergwerk in Irian Jaya. [der illegal von Indonesien besetzte Westteil von PNG].

Das Bougainville-Bergwerk führte zu einem Bürgerkrieg mit zehntausenden Opfern. Jetzt haben die Besitzer Rio Tinto das Bergwerk aufgegeben ohne irgendwelche Wiederherstellung der Umwelt und Entschädigung für die Kriegsverbrechen und Schäden. In der Sepik-Region wurde seit Jahrzehnten stark gerodet. Holz im Wert von Mrd. US-Dollar wurde geschlagen, wobei die örtliche Bevölkerung in schrecklicher Armut zurückblieb und sich nicht mehr ernähren kann. Industrieller Bergbau und Holzeinschlag durch Ausländer haben total darin versagt, örtliche Vorteile zu erzeugen. Gewinne flossen in die Taschen städtischer Eliten. Zurück blieben industrielle Wüsten, wo ursprünglich Regenwälder und die Wald-Gärten der Indigenen mit den Sago-Bäumen standen, die das Grundnahrungsmittel lieferten.

40 000 Tonnen Abraum schüttet der kanadische Goldkonzern Placer Dome jeden Tag in die Flüsse des Hochlandes von Westpapua. Der Gehalt an hochgiftigen Schwermetallen und Zyanidverbindungen übersteigt die in Papua gesetzlich zugelassene Grenze um das 3000fache. Die Organisation der Kulini-Landbesitzer hatte die Regierung aufgefordert, die Kontrollen für den giftigen Müll aus der Mine zu verschärfen. Von der Firma forderten die Landbesitzer eine unabhängige Untersuchung der angerichteten Schäden. Die Proteste und Forderungen der Betroffenen verhallten ungehört, die Lizenz wurde für den kanadischen Multi sogar noch ausgeweitet. Den Einheimischen platzte nun der Kragen. Im August 1996 machten sie die Mine eigenhändig dicht. Dabei wurden Teile der Ausrüstung beschädigt, die wütenden Bauern steckten sieben Minenfahrzeuge in Brand. Die australischen Aktionäre des Konzerns wurden bereits gewarnt vor einem „möglichen Gerichtsverfahren gegen die Firma wegen ihrer Umwelt-Praxis“.

Aber nicht nur indigene Völker sind bedroht, durch die Brandrodungen, Abholzungen und Umweltzerstörung natürlich auch die Tiere. Die meisten Säuger gehören zu den Beuteltieren, da zwischen Papua-Neuguinea und Australien früher eine Landverbindung bestand. Trotzdem hat sich hier alles etwas anders entwickelt. So leben die Kängurus auf den Bäumen und nennen sich dementsprechend auch Baum-Kängurus. Ein weiteres bemerkenswertes Säugetier ist der Schnabeligel (mit dem Schnabeltier verwandt), der in Höhen von 300 bis 3000 m zu Hause ist. Charakteristisch ist der lange flache Schwanz sowie insbesondere der platte, breite, ledrige und tastempfindliche Schnabel.

In den Süßwasserflüssen und Seen kann man auf das 3,50 m große Neuguineakrokodil treffen. Etwas länger ist allerdings das Leistenkrokodil, das das größte lebende Krokodil ist, wobei das längste je gemessene Tier eine Länge von 6,2 m aufwies. Es lebt in Küstengewässern, Mangrovensümpfen sowie an Flussmündungen und ist relativ weit verbreitet. Warane sind keine Seltenheit, häufiger trifft man auf den Papua- und Smaragdwaran, aber auch Komodo-Echsen sind vertreten.

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Es gibt sie noch, die letzten grünen Paradiese Europas – ursprüngliche Wälder, die noch nicht von Menschen verändert wurden. Eine Entdeckungsreise zu den Geheimnissen von Europas Urwäldern mit ihrer einzigartigen Flora und Fauna, ihren Mythen und ihrer märchenhaften Schönheit, wie 3Sat in einer Dokumentation zeigte.

Die Urwälder Europas sind die letzten grünen Paradiese auf dem Kontinent, Heimat der letzten wilden Wisente und kolossaler, majestätischer Baumriesen, Orte unberührter Natur und magischer Schönheit. Noch vor 2000 Jahren war fast der gesamte Kontinent – vom Polarkreis Nordschwedens bis Sizilien – von dichten Wäldern bewachsen. Der Großteil musste in den vergangenen Jahrhunderten menschlichen Siedlungen, Straßen und Städten weichen oder wurde wegen der großen Nachfrage nach Holz gerodet. Die meisten heute existierenden Wälder in Europa sind von Menschenhand angelegte Forste, die nicht mehr viel gemein haben mit den ursprünglichen Wäldern des Kontinents.

Und auch ihnen droht Ungemach! Ein Teil der letzten europäischen Urwälder in Rumänien ist als Nationalpark geschützt. Doch der scheint nicht besonders effektiv: Illegale Waldrodungen, so prangern Umweltschutzorganisationen an, sind in Rumänien an der Tagesordnung. Das führende Holzverarbeitungsunternehmen Europas, die österreichische Schweighofer-Gruppe, soll den illegalen Holzeinschlag sogar fördern.

Als Polens Parlament wenige Tage vor Weihnachten nicht nur den Haushalt 2017 verabschiedete, sondern ohne Diskussion auch gleich Änderungen der Gesetze zu Naturschutz und Wald beschloss, waren nur die Abgeordneten der Regierungspartei anwesend. Drei Tage später stimmte die obere Parlamentskammer zu, am 30. Dezember unterschrieb Polens Präsident, zum 1. Januar trat das Gesetz in Kraft.

Seitdem ist es Polens Waldbesitzern erlaubt, Bäume auch ohne die zuvor notwendige Genehmigung lokaler Behörden zu fällen. Wer Bäume fällt, die wegen ihres Alters oder ihrer Größe eigentlich unter Schutz stehen, muss lediglich 500 Zloty bezahlen, das sind umgerechnet 115 Euro. Derlei Änderungen sind von Gewicht – schließlich ist knapp ein Drittel Polens von Wald bedeckt. Und die Regierung, die von der national­populistischen Partei Recht und Gerechtigkeit (PIS) gestellt wird, vertritt die Position der Waldbesitzer.

Nur die weißrussische Seite ist geschützt

Das macht sich auch im Umgang mit dem einzigartigen Bialowieza-Wald bemerkbar, der nicht nur Lebensraum für jahrhundertealte Bäume ist, sondern auch für Wisente und Wölfe, Luchse und Elche, mehr als 120 Vogelarten und Tausende einzigartiger Insektenspezies. Als letzter Urwald Europas, der grenzübergreifend Polen und Weißrussland umfasst, steht der insgesamt 1418 Quadratkilometer große Wald als Weltnaturerbe unter dem Schutz der UNO-Kulturorganisation Unesco und als Habitat-2000-Gebiet unter dem Schutz der EU. Der weißrussische Teil steht als Nationalpark unter strengem Schutz. Auf der polnischen Seite aber gilt dies nur für knapp ein Fünftel des Waldes.

Etliche Förster wollen auch in Bialowieza so wirtschaften wie an anderer Stelle. Seit im November 2015 die PIS die Regierung übernahm, haben sie den Umweltminister auf ihrer Seite. Jan Szyszko, ehedem Dozent an einer Forstschule, hält den strengen Schutz von Bialowieza für einen Fehler. Er genehmigte Anfang 2016 einen Plan, der den von UNO und EU erlaubten Holzeinschlag im Schutzgebiet und den angrenzenden Zonen bis 2021 um das Dreifache überschreitet und erlaubt, über 100 000 Bäume mehr als vereinbart zu fällen. Offizielle Begründung: Das Fällen derart vieler Bäumen sei als «aktiver Schutz» nötig, um den Borkenkäfer zu bekämpfen, der in Bialowieza wüte.

Die Mangrovenwälder

Ungefähr 35 Prozent der vorhandenen Mangrovenwälder sind in den vergangenen Jahrzehnten weltweit zerstört worden. Die traditionelle Entnahme von vergleichsweise geringen Holzmengen durch die Küstenbevölkerung hatte die Mangroven in ihrem Bestand nicht gefährdet, wenngleich sich auch hier die Anzeichen zu starker Nutzung mehren.

Erst großflächige Umwandlung von Mangrovenwäldern in Reis- und Kokospalmenplantagen, die Trockenlegung etwa für den Bau von Tourismus-Ressorts, hat dafür gesorgt, dass sich die Situation zuspitzt. Einen besonders hohen Anteil an der Zerstörung tragen die Zuchtbetriebe von Garnelen. Das Brackwasser, in dem Mangroven besonders gut gedeihen, liefert gleichzeitig für die Shrimpszucht beste Bedingungen. Allerdings nur für kurze Zeit. Nach nur drei bis zehn Jahren ist die Farmfläche in unkontrollierten Zuchten durch Pestizide und Antibiotika verseucht und auf Jahre hin unfruchtbar.

Einige Beispiele der Zerstörung: Auf den Philippinen sind mittlerweile etwa 70 Prozent der Mangrovenwälder abgeholzt worden. Zwischen 1975 und 1993 fiel fast die Hälfte des thailändischen Bestandes den Shrimpsfarmen zum Opfer. Indien rodete zu Gunsten der begehrten Krustentiere zwischen 1963 und 1977 die Hälfte seiner Mangrovenhaine. Bedrohung für die Mangroven entstand in den Sundarbans nicht zuletzt durch die Versalzung der Brackwassergebiete in Folge zu hoher Ableitungen von Süßwasser aus dem Ganges für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen.

In Ostafrika wurde von Sansibar aus Jahrhunderte lang Mangrovenholz in den mittleren Osten exportiert. In Brasilien führte das verwendete Quecksilber bei der Goldgewinnung zu einer Überbelastung der Mangrovenwälder. Auch die Abwasserbelastung naher Wohn- und Industriegebiete ist hoch.

Das Klima als Fluchtgrund

2014 hat Neuseeland erstmals bei dem Antrag einer Familie auf Bleiberecht den Klimawandel als Gefahr berücksichtigt. Sigeo Alesana, seine Frau und die beiden Kinder im Alter von fünf und drei Jahren aus dem Pazifikinselstaat Tuvalu dürfen in Neuseeland bleiben.

Die Kinder seien wegen ihres Alters besonders stark durch Naturdesaster und Folgen des Klimawandels gefährdet, urteilte das Einwanderungstribunal. Außerdem lebe bereits die gesamte Verwandtschaft der Familie in Neuseeland.

Eine Familie aus Kiribati war 2013 nicht als Klimaflüchtlinge anerkannt worden. Ioane Teitiota wollte unter Berufung auf die UNO-Flüchtlingskonvention gegen die Ablehnung seines Flüchtlingsantrags durch ein Einwanderungstribunal vorgehen.

Schlechte Lage in Kiribati

Die Konvention biete Personen Schutz, die etwa auf Grund von Rasse, Religion, Nationalität oder Überzeugung verfolgt würden. „Jemand, der ein besseres Leben sucht, indem er den empfundenen Folgen des Klimawandels entflieht, ist nicht eine Person, (…) auf die die Konvention zutrifft“, hielt Richter John Priestley in dem damals veröffentlichten Urteil noch fest. Das wirtschaftliche Umfeld sei in Kiribati womöglich weniger attraktiv als in Neuseeland. „Aber der Antragsteller wäre bei einer Rückkehr individuell keiner Verfolgung ausgesetzt.“

Teitiotas Anwalt Michael Kidd argumentierte, Teitiota und seine Frau fürchteten um die Gesundheit ihrer drei Kinder, wenn sie nach Kiribati zurückkehren müssten. Die tief liegenden Inseln sind durch Erosion infolge starker Stürme gefährdet. Salzwasser dringt in die Brunnen ein. Der Mann war mit einem befristeten Arbeitsvisum nach Neuseeland gekommen, nach dessen Ablauf aber nicht zurückgekehrt.

Kiribati besteht aus rund 30 Korallenatollen nahe dem Äquator, die zum Teil nur wenige Meter aus dem Wasser ragen. Die Regierung des Inselstaats denkt wegen der Gefahren durch den Klimawandel bereits sei längerem darüber nach, wie die Bevölkerung im Ernstfall umgesiedelt werden könnte. Sie erwägt dabei auch die Aufschüttung künstlicher Inseln.

Warnung vor steigendem Meeresspiegel

Mehrere Pazifikstaaten riefen vorige Woche zu raschen Maßnahmen gegen den Klimawandel, da viele von ihnen andernfalls wegen des steigenden Meeresspiegels verschwinden könnten. Es gebe keine Entschuldigung dafür, das Problem nicht anzupacken, erklärten die 15 Mitglieder des Pazifischen Inselforums vorige Woche zum Abschluss ihrer jährlichen Tagung in Palau. „Wir alle kennen die Ursachen des Klimawandels und wir kennen die Lösungen“, sagte der Regierungschef des Inselstaates Samoa, Sailele Malielegaoi, vor Journalisten.

Die Inselstaaten im Pazifik, einige von ihnen liegen gerade einmal einen Meter über dem Meeresspiegel, stünden an vorderster Front beim Problem des Klimawandels, sagte Malielegaoi. Für die Einwohner dort gehe es ums Überleben. „Viele unserer Staaten werden im Meer verschwinden, wenn der Klimawandel anhält.“ Zu dem Forum gehören neben Australien und Neuseeland unter anderem Papua-Neuguinea, die Salomonen, die Marshallinseln und die Cookinseln.

200 Mio. Klimaflüchtlinge möglich

Die deutsche Regierung warnt ebenfalls bereits vor katastrophalen Folgen der Erderwärmung. Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller sagte, die wichtigsten sieben Industriestaaten müssten sich auf verbindliche Klimaschutzziele verständigen. „Wenn wir das Zweigrad-Ziel nicht erreichen, müssen wir mit 200 Millionen Klimaflüchtlingen rechnen, weil sich beispielsweise in Afrika Dürrezonen ausbreiten und Hitzeperioden ungeahnten Ausmaßes entstehen“, so der CSU-Politiker.

Die Erderwärmung soll auf maximal zwei Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit gehalten werden. Die Folgen eines solchen Anstiegs – Wirbelstürme, Überschwemmungen und Dürren – gelten als gerade noch beherrschbar. Das rasante Wachstum in China und anderen asiatischen Ländern, das mit einem stärkerem Ausstoß von Treibhausgasen einhergeht, gefährdet Forschern zufolge das Ziel aber.

Die Temperatur steigt

Noch nie seit Beginn der Temperatur-Aufzeichnungen war es auf unserem Planeten wärmer als im ersten Halbjahr 2016. Die globale Temperaturkurve zeigt derweil sogar einen drastischen Anstieg, meldete die NASA.

Laut einem neuen Bericht der US-Raumfahrtbehörde NASA zeigen Bodenmessungen und Satellitendaten, dass das Jahr 2016 bisher alle Temperaturrekorde bricht. Die beiden wichtigsten messbaren Indikatoren der globalen Erwärmung – Oberflächentemperatur und die Ausdehnung des arktischen Eises – sprechen eine klare Sprache.

Jeder der ersten sechs Monate des Jahres sei der global wärmste seit Beginn der Messungen im Jahr 1880 gewesen, berichtet das Goddard Institute for Space Studies (GISS) der US-Raumfahrtbehörde. Um 1,3 Grad liegt das Temperaturmittel über dem des späten 19. Jahrhunderts. Auch die Eismassen der Arktis verringern sich weiter. Die Ausdehnung sei in den letzten sechs Monaten die jeweils kleinste seit Beginn der Satelliten-Messungen im Jahr 1979 gewesen. Lediglich im März habe es ein einziges Mal weniger Eis in der Nordpolarregion gegeben.

Dieser Trend setzte sich im zweiten Halbjahr 2016 fort, sodass die NASA im Januar dieses Jahres ein neues Hitzerekordjahr meldete, womit es zum dritten Mal in Folge einen neue Höchsttemperatur aufwies. Die größte Erwärmung geschah in den letzten 35 Jahren, mit 16 von 17 wärmsten Jahren. 2016 waren die Monate Januar bis September – mit Ausnahme vom Juni – die wärmsten für diese Zeitspanne gemessenen. Oktober bis Dezember 2016 die zweitwärmsten, allerdings lagen diese drei hinter den Höchsttemperaturen von 2015.

Was kann der Einzelne schon tun, um „die Welt zu retten“? Jean Ziegler sagte es neulich sehr schön: „Es liegt an der Zivilbevölkerung, den 500 Konzernen, die die Macht über die Welt ausüben, diese zu entreißen.“ Und weiter: „Wir müssen uns wirklich beeilen, um einen Aufstand des Gewissens herbeizuführen. Es gibt keine Ohnmacht in der Demokratie, wenn wir von Orten wie Wien und nicht von Honduras oder Peking reden, wo das anders ist, weil diese Bürgerfreiheit dort nicht existiert. Aber in Wien, Berlin, Genf, Paris, New York gibt es keine Entschuldigung. Es gibt keine Ohnmacht in der Demokratie. Wenn der Planet überleben soll, ist das unsere Verantwortung.“

Mein, Dein, Ihr Essen verändert die Welt! Wer macht sich schon groß Gedanken darüber, woher die Dinge im Supermarkt kommen? Wie weit sind sie gereist? Unter welchen Bedingungen sind sie produziert worden? Mit jedem Einkauf sagen wir den Großkonzernen „Macht weiter so“. Jeder hat die Wahl, ob Billig oder Fairtrade, ob global oder regional, ob Glück oder Leid.

Und: nein, der höhere Preis ist nicht für jeden der Grund, global und konventionell einzukaufen. Die meisten von uns kaufen zu viel ein und werfen das Verdorbene, zu viel Gekaufte dann weg. 157 000 Tonnen Lebensmittel werfen die österreichischen Haushalte jedes Jahr weg. Der gute, alte Trick einer Einkaufsliste, auf die nur kommt, was für die nächste Mahlzeit oder den nächsten Tag gebraucht wird, ist schon eine Hilfe, um nicht einfach durch den Supermarkt zu gehen und wahllos etwas in sein Wagerl zu legen.

Essen wieder selber machen, einen Kuchen oder Kekse backen – damit die Produzenten von Fertigprodukten dumm da stehen lassen und nebenbei noch wissen, was im Essen drinnen ist. Da ist es leicht, Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker, Palmöl und Co. zu vermeiden.

Macht mit – es ist ganz einfach! Und wer dies schon tut, kann einen weiteren Beitrag leisten, indem er Andere überzeugt. Familienmitglieder, Nachbarn, Kollegen, Bekannte. Das berühmte Schneeballprinzip funktioniert auch beim vernünftigen Handeln. Man muss nur wollen!

Happy Earth Day, lieber mitdenkender Mensch!

Die Quellen zu diesem Artikel finden sich – wie immer – dort, wo Wörter blau unterlegt sind.

Netzfrau Lisa Natterer

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  1. der spruch tropft vor unwahrheit….nicht die erde wird weinen die hat im laufe ihres lebens schon andere sachen gemeistert…..die menschen werden weinen ob der eigenen dummheit ihrer mütter und väter zu glauben nehmen ist seliger als geben….wir haben wissenschaftler die noch nie so weit von der wirklichkeit entfernt waren wie heute sie setzen grenzen ohne zu wissen bei welcher basis wir definieren pilze zu bakterien und viren und glauben salz ist das heilmittel der welt weil chemiekonzerne diesen müll zu nichts anderes gebrauchen kann wir reden von radioaktivität und wissen nicht was damit gemeint war…sie erzählen euch das wasser kommt aus dem meer und ihr wundert euch warum der regen trotz erwärmung der luft nicht mehr fällt….unser aller lebensraum stirbt weil wir alle so bescheuert sind und allen müll glauben anstatt einfach nein zu sagen dem unfugskonsum abzuschwören und wieder gemeinsam eine welt haben….

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