Kuba – das nachhaltigste Land der Welt macht es vor – städtische Landwirtschaft zur Steigerung der Lebensmittelproduktion – Cuba touts urban farming to boost food production

zur englischen Version Kuba ist das nachhaltigste Land auf dem Planeten und Kuba ist ein Modell der nachhaltigen Landwirtschaft auf dem Weg zur globalen Ernährungssicherheit. Bis 2019 erwarten Beamte die Produktion von etwa 1,2 Millionen Tonnen von biologischem Obst und Gemüse – auf städtischen Farmen mit insgesamt 10 000 Hektar in ganz Kuba.

Laut den von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) gesammelten Daten haben etwa 800 Millionen Menschen in der Welt nicht genug Nahrung, um ein gesundes aktives Leben zu führen. Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Förderung der industriellen Landwirtschaft keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielt hat. Ein nachhaltiges landwirtschaftliches Modell, wie das kubanische, kann als Alternative zur Verbesserung der Ernährungssicherheit und der Umweltgesundheit angesehen werden. Obwohl die Entwicklung auf die Notwendigkeit zurückzuführen ist, ist die städtische Landwirtschaft Kubas zu einem Vorbild für den Rest der Entwicklungsländer geworden.

Der Beweis für den Erfolg der Insel in der Nachhaltigkeit unterstreicht das Potenzial der städtischen Landwirtschaft oder der „städtischen Agrarökologie“ als eine Art der Nahrungsmittelproduktion für nachhaltige Megastädte und sogar kleinere Städte auf der ganzen Welt. Städte sind in der Regel von Einfuhren aus ländlichen Gebieten für ihre Versorgung mit Wasser, Energie oder Lebensmittel abhängig. So sind Stadtbewohner in der Regel anfälliger für unvorhersehbare Veränderungen wie eine nationale Nahrungsmittelkrise. Daher kann die Nahrungsmittelproduktion innerhalb einer Stadt die Abhängigkeit von externen Ressourcen verringern. Nachhaltige Landwirtschaft fördert auch die Besserung der menschlichen Gesundheit und fördert den Verbrauch von frischem Obst und Gemüse.

Agrarökologie und nachhaltige Landwirtschaft könnten eine Lösung für Hunger und Ernährungssicherheit sein, und es ist auch ein belastbares System der Nahrungsmittelproduktion.

Dass auch China Interesse an diesem System hat, zeigt die Veröffentlichung über Kuba in Xinhua, die Nachrichtenagentur der Regierung der Volksrepublik China, die wir für Sie übersetzt haben. Denn auch in China fordern immer mehr Menschen eine ökologische nachhaltige Landwirtschaft. Gesunde Nahrungsmittel ohne Chemie. Das, was China selber im Land anbaut, wird exportiert. China ist Exportweltmeister, auch bei Lebensmitteln. Doch China leidet unter den Sünden der Vergangenheit. In China gibt es fast keine Stadt, die kein großes Umweltproblem hat. In China will sogar ein italienischer Architekt mit seinem Projekt „Forest City“ den Kampf gegen die Umweltverschmutzung aufnehmen. 

Kuba wirbt für städtische Landwirtschaft zur Steigerung der Lebensmittelproduktion

(Xinhua) – Nicht weit von Havannas symbolträchtigem Platz der Revolution entfernt lädt ein grüner Landfleck zu einem Rückzug aus der einförmigen Skyline und dem Trubel von Kubas Hauptstadt ein.

Was aber wichtiger ist: Dieses Fleckchen Land bietet eine Auswahl an frischem Obst und Gemüse rund um das Jahr an.

Diese städtische Farm baut wie viele andere ihrer Art Blattgemüse wie Kohl, Salat, Mangold und gelegentlich Rucola an und sorgt auf diese Weise für frisches Gemüse auf den heimischen Esstischen.

Vor drei Jahrzehnten startete die Regierung ein Programm, das dankenswerterweise viele städtische Farmen entstehen ließ, die heute mehr als eine Million Tonnen biodynamisch erzeugter Früchte erzeugen.

Das Programm wurde auf das ganze Land ausgedehnt und ist in fast allen größeren Städten präsent. In den frühen 1990er-Jahren, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, die bis dahin Kubas wichtigster politischer und wirtschaftlich Verbündeter gewesen war, wurde es verstärkt.

„Die Erzeugnisse wandern praktisch direkt von der Anbaufläche auf unsere Teller“, sagt die 70-jährige Rentnerin Francisca Lopez, die „wenigstens einmal in der Woche“ die Stadtfarm besucht, die in der Nähe ihres Hauses in einem dicht bevölkerten Stadtteil Havannas liegt. Sie sei eine gute Bezugsquelle für Gemüse, das eine Ergänzung zum typischen kubanischen Gericht aus Reis, Bohnen und Schweinefleisch biete.

Laut Nelson Campanioni, dem leitenden Direktor des Programms, plant die Regierung, bis 2020 mehr als 96 Millionen $ zu investieren, um die städtischen Farmen auszuweiten. „Die Investition wird bereitgestellt für die Entwicklung der Bewässerung, die Produktion von Saatgut, organischem Dünger, agro-ökologisches Management und den Gebrauch erneuerbarer Energien – neben anderen Aspekten“, so Campanioni kürzlich auf einem Kongress über Landwirtschaft im städtischen, vorstädtischen und familiären Bereich in Havanna.

Die Steigerung und die Differenzierung (Diversifizierung) der Lebensmittelerzeugung in Kuba bedeute eine Herausforderung angesichts sich ändernder klimatischer Bedingungen wie schwere Dürre, die gerade die Insel heimsuche, sagt er. Ein Teil des Programms bestehe darin, die Bewohner darin auszubilden „biodynamisches Gemüse und Obst anzubauen“, wozu auch eine regionale Herstellung von Saatgut, von organischem Dünger, von handwerklichen Hilfsmitteln, biologische Kontrolle und andere Faktoren gehören.

Alina Beltran, Entwicklungsleiterin der Landwirtschaftsgruppe Kubas, sagt, das Programm habe im vergangenen Jahr 70 Prozent des benötigten Salat-Saatguts selbst produziert, 80 Prozent des Chinakohl-Saatguts und 40 Prozent der Radieschen- und Rettichsaaten. Das Programm unterrichtet auch Kinder darin, Gemüse, Kräuter und Obst zu pflanzen und zu ernten.

Bis 2019 erwarten Beamte die Produktion von etwa 1,2 Millionen Tonnen von biologischem Obst und Gemüse – auf städtischen Farmen mit insgesamt 10 000 Hektar in ganz Kuba.

Landwirtschaftliche Produktion hat oberste Priorität im nationalen Bemühen, das ökonomische und produktive System [des Landes] zu modernisieren. Das Ziel ist es, bis zu 60 Prozent der landesweit benötigten Lebensmittel selbst zu erzeugen.

Laut Auskunft von Regierungsbeamten gibt Kuba gegenwärtig etwa 2 Milliarden $ pro Jahr für den Import von Lebensmitteln aus.

Wie Kuba gezwungen wurde auf 100% biologische Landwirtschaft umzustellen – eine Erfolgsstory



Feature: Cuba touts urban farming to boost food production

HAVANA, April 24 (Xinhua) – Not far from Havana’s iconic Revolution Square, a green plot of land offers a welcome break from the uniform skyline and hubbub of Cuba’s capital.

More importantly, it guarantees an assortment of fresh fruits and vegetables year-round.

This urban farm, like numerous others like it, grows leafy greens, such as cabbage, lettuce, chard and occasionally arugula, ensuring fresh vegetables feature on local dinner tables.

Thanks to a government program begun three decades ago, urban farms today produce more than a million tons of organic crops.

The program, which has spread across the country and is present in almost all major cities, was strengthened in the early 1990s after the collapse of the Soviet Union, then Cuba’s main political and economic ally.

„The product practically goes from the plot to our plates,“ said retiree Francisca Lopez, 70, who „at least once a week“ visits the urban farm near her house in a populous Havana neighborhood.

It is a good source of vegetables to complement the typical Cuban dish of rice, beans and pork, she said.

By 2020, government plans to invest more than 96 million U.S. dollars — 80 percent from international financing — to expand urban farms, according to Nelson Campanioni, the program’s executive director.

„The investment will be earmarked to develop irrigation, seed production, organic fertilizers, agro-ecological management and use of renewable energy, among other aspects,“ Campanioni recently told a congress of urban, suburban and family agriculture in Havana.

Increasing and diversifying food production in Cuba is a challenge, due to changing climatic conditions, such as severe drought, which currently affects the island, he said.

As part of the program, locals will receive training „to produce organic vegetables and fruits,“ including local production of seeds, organic fertilizers, farm implements, biocontrol and other factors.

Director of development for Cuba’s Agricultural Business Group, Alina Beltran, said the program has in the past year produced 70 percent of the lettuce seeds it needs, 80 percent of the Chinese cabbage seeds and 40 percent of radish seeds.

The program also teaches young children how to plant and harvest vegetables, herbs and fruits.

By 2019, officials expect to produce around 1.2 million tons of organic fruits and vegetables at 10,000 hectares of urban farms throughout Cuba.

Agricultural production is a priority of the national push to modernize the economic and productive system, with the goal of producing up to 60 percent of the country’s food needs.

Cuba currently spends some 2 billion U.S. dollars a year on imported food products, according to government officials.

Netzfrauen Ursula Rissmann-Telle und Doro Schreier
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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Das ist eine erfreuliche Nachricht, und ich wünsche den Kubanern viel Erfolg auf ihrem Weg. Erfreulich ist auch, dass 25 % des Landes unter Narurschutz stehen.
    Allerdings habe ich auch unlängst gelesen, dass 80 % der Lebensmittel importiert werden. Das erscheint mir doch sehr viel, wenn man bedenkt, dass die Gesamtfläche etwas größer als die ehemalige DDR ist bei nur 11 Mio Einwohnern, und das tropische Klima mehrere Ernten im Jahr ermöglichen.

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