Mit Kartoffelchips gegen den Hunger in Afrika? – Konzerne als Retter in der Entwicklungspolitik? – Das Geschäft mit der Entwicklungshilfe

Mit Kartoffelchips gegen den Hunger in Afrika? Die Potato Initiative Africa wollte moderne Kartoffelverarbeitung nach Nigeria und Kenia bringen. Ja, Sie lesen richtig. Wie sollen wir uns das nun vorstellen? Da sitzen die hungrigen Menschen mit einer Tüte Kartoffelchips? 20 Millionen Menschen in Ostafrika und im Jemen hungern. Das Geld, das die Staatengemeinschaft bislang zur Verfügung gestellt hat, reicht aber nur, um acht Millionen zu helfen. Bei einem Besuch in Somalia Anfang Mai 2017 sagte Außenminister Gabriel weitere Hilfe zu.  Deutschland habe angesichts der drohenden Hungersnot bereits 70 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. „Wir sind bereit, das mindestens zu verdoppeln“, sagte der Außenminister.

Doch kommt diese Hilfe bei den Hungernden überhaupt an?

Afrika ist reich an natürlichen Ressourcen und könnte im Prinzip reich sein und trotzdem ist Afrika einer der ärmsten Kontinente. In Afrika hungern Millionen Menschen. Allein in Kenia seien 2,5 Millionen Menschen von Nahrungsmittel- und Wassermangel betroffen. In unserem Beitrag Trotz Rohstoffreichtum bettelarm – Wer profitiert vom Hunger? sind wir schon einmal der Frage nachgegangen. Aber wussten Sie, dass der deutsche Staat mit Konzernen wie Bayer, BASF und Co in einem Boot sitzt? In der Entwicklungshilfe ist die Regierung Handlanger von Geschäftemachern. Statt Entwicklung fördert man vor allem die Interessen großer Unternehmen und Anleger.

Den Bock zum Gärtner machen – ist bei der GIZ die Devise.

Wir Netzfrauen beschrieben bereits in unserem Beitrag Mineralwasser – Nestlé, Danone, Coca-Cola und Pepsi beherrschen Weltmarkt, wie die Konzerne im  Umgang mit Wasser verfahren. Genau diese Konzerne sind an dem Projekt der GIZ – International Water Stewardship Programme (IWaSP) beteiligt.  Der Auftraggeber: das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) – ihr Chef ist Entwicklungsminister Müller.

Laut WaterAid haben 42 Millionen Äthiopier keinen Zugang zu sicherem Wasser. Die ausbleibende Regenzeit setzt den Menschen in Ostafrika schwer zu. Die Vereinten Nationen haben wegen der Hungerkrise in mehreren afrikanischen Ländern vor einem «Massensterben» gewarnt. Trotz Dürre-Katastrophe – Nestlé pumpt 50.000 Liter pro Stunde Wasser aus Äthiopiens Boden und baut die Milchwirtschaft aus

Anhand vom folgenden Schaubild sehen die ALLIANZ FÜR DIE WASSERVERANTWORTUNG – und wie Sie unschwer erkennen können, handelt es sich genau um die Konzerne, die zum Beispiel Wasser abgraben oder für die Wassernot mitverantwortlich sind. Siehe auch: Entwicklungshilfe als Mogelpackung sorgt für Hunger in Afrika – In Afrikas Kühlregalen stehen europäische Milchprodukte zu Billigpreisen

  • Die sozialgerechte Wassernutzung 
  • Die ökologisch nachhaltige Wassernutzung
  • Die wirtschaftlich sinnvolle Wassernutzung

Screenshot http://a4ws.org/about/members/

Betroffen sind die Länder Kenia, Sambia, Südafrika, Tansania, Uganda; Weitere Länder sind im Auswahlprozess – Der Politische Träger: Wasserministerien der Partnerländer; die Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2018 mit dem Ziel: Die Anpassungsfähigkeit der Wassernutzer an die Auswirkungen des Klimawandels ist durch die Beteiligung des Privatsektors an der Reduzierung gemeinsamer Wasserrisiken zu erhöhen.

Auf der Webseite der GIZ erfahren wir, dass gerade Coca-Cola und Nestlé die Partner sind – und auch immer ein gern gesehener Gast ist der WWF. Siehe: Skandal – BASF, Nestlé, Coca Cola, Deutsche Bank u. v. m. sind Profiteure der Entwicklungshilfe

German Food Partnership (GFP) –  Kartoffelchips gegen den Hunger 

Die Bundesregierung förderte unter dem Schlagwort Hungerbekämpfung die Kartoffelchipsproduktion in Afrika – das ergab eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Die Linke. Ende 2015 hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die in der Kritik stehende German Food Partnership (GFP) still und heimlich auslaufen lassen. Die Kooperation mit Agrar- und Chemiekonzernen wie Bayer, Syngenta und BASF standen in der Kritik, weil sie statt der Armutsbekämpfung vor allem den Profitinteressen der Konzerne diene. So berichtete ein Vertreter von Bayer CropScience, Kenia, dass das Unternehmen seinen Absatz durch das Programm um 20 Prozent steigern konnte und jetzt gut für den umkämpften Markt gerüstet sei. Das vorgebliche Entwicklungshilfe-Projekt entpuppte sich also vor allem als Werbeprogramm für die Pestizide des Bayer-Konzerns – großzügig finanziert durch Steuergelder aus dem BMZ. Es ist wohl kein Zufall, dass die Unternehmensberatung Deloitte den Bayer-Konzern lobt für eine besonders geschickte Strategie, wie auch die ärmsten Teile der Weltbevölkerung als Kunden gewonnen werden können.

Auch das GFP-Gründungsmitglieds K+S KALI GmbH, zwischen 1971 und 1993 gehörte das Unternehmen mehrheitlich zum BASF-Konzern, der bis 2011 an der Gesellschaft beteiligt war, lobte die Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem BMZ. Im Projekt Potato Initiative Africa (PIA) der German Food Partnership (GFP) leistet die K+S KALI GmbH in Kenia und Nigeria mit der Beratung zur ausgewogenen Pflanzenernährung einen entscheidenden Beitrag für eine bessere Eigenversorgung der Kleinbauern mit Lebensmitteln, so der Konzern.

Konzerne als Retter? Das Geschäft mit der Entwicklungshilfe

In Kenia wird unter Mithilfe der deutschen Entwicklungszusammenarbeit Kartoffel-Saatgut hergestellt. Damit soll die Produktivität der Bauern steigen. Doch diese Kartoffeln können sich die afrikanischen Kleinbauern nicht leisten, denn ein kleiner Sack Kartoffel-Saatgut kostet 25 Euro.

Weitere vorgestellte Projekte:

  • Die Auslieferung von tiefgekühlten, importierten Dr. Oetker-Pizzen, finanziert durch Entwicklungshilfegelder.
  • Der Anbau von Baumwolle in Sambia – ebenfalls unterstützt von Agrar-Multis. Traurigstes Zitat: „Wir arbeiten mit 120 000 Bauern, da können wir nicht jedem Schutzkleidung (für das Ausbringen von Pestiziden) zur Verfügung stellen“. Und die befragte Bäuerin sagt: „Wir sind vollkommen abhängig und müssen hart arbeiten, damit wir unsere Kredite zurückzahlen können, damit sie uns wieder Kredite geben können“.
  • Die Palmöl- und Sojaproduktion in Sambia: „Entwicklungshilfe“, die zur Enteignung und Vertreibung der lokalen Bevölkerung und zur Waldrodung führte. Bei einem der Projekte nutzte der private Partner sogar eine Steueroase, um in Sambia noch nicht mal Steuern zahlen zu müssen
  • Die Neue Allianz für Ernährungssicherheit in Tansania – ein G8-Projekt mit 220 Unternehmen, bei der sich einige Bauern in die sogenannte Vertragslandwirtschaft begeben und in vollkommener Abhängigkeit von ihren internationalen „Partnern“ leben. Ein Modell, das nicht selten in Schulden endet, was die Menschen wiederum dazu treibt, sich als Tagelöhner auf den Plantagen der Multis durchzuschlagen
  • Und ein positives Beispiel eines deutschen Unternehmens, das Gewürzbauern auf Sansibar unterstützt. Dabei wird erfolgreich versucht, mehr auf Augenhöhe zu kooperieren und das Wissen der lokalen Akteure zu nutzen statt zuerst auf einen möglichst schnellen und hohen Profit zu zielen.
  • Quelle: zebralogs.wordpress.com

Die 80-minütige Dokumentation von Caroline Nokel und Valentin Thurn im Auftrag von NDR und ARTE  analysiert die politischen Hintergründe öffentlich-privater Partnerschaften in der Entwicklungszusammenarbeit. Sie fragt nach Konsequenzen dieser Politik, zeigt den Missbrauch staatlicher Entwicklungsgelder durch die Industrie auf und macht den Grundkonflikt zwischen industrieller und kleinbäuerlicher Landwirtschaft deutlich.

Online verfügbar vom 09. Mai bis zum 07. August 2017 Mehr infos zum Film und Stream bei ARTE

​“Konzerne als Retter?“ nimmt den Zuschauer mit nach Kenia, Sambia und Tansania, fragt, wie öffentlich-private Partnerschaften funktionieren und ob die Ärmsten der Armen von ihnen profitieren.

Die Vereinten Nationen haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis zum Jahr 2030 sollen Armut und Hunger weltweit beendet werden. Um das zu erreichen, setzt die staatliche Entwicklungshilfe zunehmend auf die Privatwirtschaft. Die öffentlichen Gelder seien knapp, zusätzliche Investitionen aus der Wirtschaft nötig, um sogenannte Hebeleffekte zu erzielen. Der Einsatz unternehmerischen Know-hows kreiere eine Win-win-Situation für alle Beteiligten, so die Befürworter des Trends aus Politik und Wirtschaft. Kritiker halten dagegen, dass das Einbeziehen von Konzernen in die Entwicklungshilfe eine Außenwirtschaftsförderung sei und nicht den Hungernden zugute komme. Die Dokumentation analysiert die politischen Hintergründe öffentlich-privater Partnerschaften in der Entwicklungshilfe. Sie beleuchtet sieben unterschiedliche Modelle der Zusammenarbeit im Ernährungs- und Landwirtschaftssektor in Kenia, Sambia und Tansania: vom Versuch deutscher Unternehmen, die Produktivität kenianischer Kartoffelbauern zu steigern, bis hin zum Investmentfonds, der Entwicklungsgelder nutzt, um mit gigantischen Soja- und Maisplantagen Rendite für Anleger in Deutschland zu erzielen. Der aufwendig recherchierte Film zeigt den Missbrauch staatlicher Entwicklungsgelder durch die Industrie auf und macht den Grundkonflikt zwischen industrieller und kleinbäuerlicher Landwirtschaft deutlich. Ist die Zusammenarbeit von Privat und Staat in der Entwicklungszusammenarbeit möglich, sodass die lokale Bevölkerung auch wirklich von ihr profitiert?

Mehr Informationen zur Entwicklungshilfe:

War Ihnen bekannt, dass „reiche“ Staaten Entwicklungshilfe bekommen? Immer noch hungern fast 800 Millionen Menschen auf der Welt. Betroffen sind vor allem die Länder in Afrika. Damit Flüchtlinge nicht aus Afrika fliehen müssen, werden durch Entwicklungshilfeprojekte vor Ort die Lebensbedingungen verbessert. Glaubt man! Laufende Projekte gibt es in Ländern wie: Saudi Arabien, Katar, China, USA, Türkei, Indien, Belgien, Mali….Es geht um viel Geld, um Milliarden Steuergelder: Handys für Afrika, Bergbau in Honduras. Mit der Allianz Re hat die GIZ für Kleinbauern in Asien Policen gegen Ernteausfälle entwickelt, mit der BASF arbeitet die GIZ bei der Anreicherung von Nahrungsmitteln mit dem Vitamin A zusammen, mit TUI bei der Qualifizierung von Frauen im Tourismus. Wie bewerten Sie diese Beispiele?

Der am Dienstag, dem 11. 10. 2016 vorgestellte Welthunger-Index zeigt, dass die Situation noch immer prekär ist: In 50 Staaten ist die Lage ernst oder sehr ernst, insbesondere in Afrika. In weiteren 10 sind sich die Forscher ebenfalls sehr sicher, dass die Lage äußerst bedenklich ist. Gesicherte Daten waren in diesen Krisenstaaten, zu denen auch das durch den anhaltenden Bürgerkrieg schwer gebeutelte Syrien gehört, nicht zu finden.

Paradox, denn es bekommen diejenigen Entwicklungshilfe, die u. a. für den Hunger in Afrika verantwortlich sind. Bundeskanzlerin Merkel reiste Oktober 2016 in die Länder, die besonders vom Hunger betroffen sind: Äthiopien (WHI: 33,4), den Tschad (44,3) und den Niger (33,7). Und was erhält zum Beispiel Niger? In Niger versprach Bundeskanzlerin Merkel Ausrüstungshilfe für die nigerische Armee im Wert von zehn Millionen Euro. Zudem wolle die Bundesregierung zunächst 17 Millionen Euro bereitstellen. Sieht so Hilfe aus?

Während Millionen Menschen hungern… Entwicklungshilfeprojekte in Ländern wie: Saudi Arabien, Katar, USA, China, Türkei, Indien, Belgien, Mali…

Zehntausende Menschen ziehen jährlich durch den Niger in Richtung Mittelmeer, um von dort weiter nach Europa zu gelangen. Das afrikanische Niger ist schon lange das wichtigste Transitland für Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa. Wir berichteten mehrfach, dass es seit Mai 2013 vermehrt zu Übergriffen durch die Terrogruppe Boko Haram kommt – dieses führte zu einer eskalierenden humanitären Krise in der Region Tschad. Laut UNHCR sind fast 1,4 Millionen Menschen betroffen, rund 170 000 Menschen suchten Schutz in benachbarten Ländern. Nach Kamerun flohen 56 000, in den Tschad 14 000 und in den Niger 100 000 Menschen. Mindestens 1300 Menschen starben bereits auf Grund der Gewalt 2015. Insgesamt sollen mehr als 15 000 Menschen Opfer der Terrorgruppe geworden sein. Siehe Boko Haram in Nigeria – Hundertausende auf der Flucht – EU und Deutschland bauen Grenzzäune

In Äthiopien sind seit Jahrzehnten Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen – während im Nordosten Millionen Menschen mit den Folgen der schwersten Dürre seit 50.Jahren kämpfen müssen, erklärt die Regierung den Notstand mit sofortiger Wirkung unmittelbar nach Gewalt und Unruhen in der Region Oromia. Während die eigene Bevölkerung hungert, bietet die Regierung ausländischen Investoren die Rahmenbedingungen, die kaum günstiger sein könnten. Davon profitiert nicht nur die Türkei, sondern auch Saudi Arabien. Während die Menschen in Äthiopien hungern, holt sich Saudi Arabien für seine Bevölkerung, damit diese nicht hungern muss, seine Nahrungsmittel aus dem zu den noch immer zu den ärmsten Länder der Welt gehörenden Äthiopien. Siehe: Saudische Landwirtschaftsinvestitionen im Ausland – Landgrabbing – Saudi agricultural investment abroad – land grab

Während deutsche Unternehmen sich auf nach Äthiopien machen sollen, ruft Äthiopien nach Protesten den Notstand aus! Während Bundeskanzlerin Merkel die Bedeutung der nachhaltigen Entwicklung als Voraussetzung für den Kampf gegen Flucht und Terrorgefahr hervorhob, dabei nannte sie neben humanitären und entwicklungspolitischen Projekten in Herkunfts- und Transitländern drei zentrale Aufgaben, bei denen sich Deutschland im Rahmen von migrationspolitischen Partnerschaften engagieren werde, macht das Bundesministerium darauf aufmerksam , dass das Land eine arbeitsbereite Bevölkerung hat mit einem sehr niedrigen Lohnniveau. Auch deutsche Firmen sind sicherlich gut beraten, sich näher mit Äthiopien zu befassen und langfristig strategisch zu planen, so die GTAI. Siehe: In Äthiopien lassen sich immer mehr ausländische Firmen nieder, für die Einheimischen bleibt nichts – sie hungern weiter! – Ethiopia declares state of emergency over protests

Wer bekommt den Welternährungspreis, damit der Hunger besiegt wird? Die Konzerne, die für den Hunger mit verantwortlich sind. Da wären Monsanto, Dupont, Bayer AG u. s. w. und diese Konzerne arbeiten dann mit den Geldern, die für Entwicklungshilfe vorgesehen sind. Pervers, oder? Siehe: Den Bock zum Gärtner machen! Welternährungspreis 2016 – im Kampf gegen Hunger mit Monsanto, Dupont, Syngenta, Bayer AG, Intrexon – World Food Prize 2016 :To set a fox to keep the geese!

Wer profitiert vom Hunger? Da, wo Hunger herrscht, gibt es manchmal auch Diktatoren. Oft waren es Staatsmänner aus dem Westen, die erst diese Diktatoren zu dem machten, was sie waren, und wenn sie nicht mehr gehorchten, wurde wieder ein Putsch organisiert, und dies nicht nur in Afrika, sondern auch in Indonesien und anderen Ländern. Siehe: Zocken auf Kosten der Ärmsten – Am Anfang stehen die Rohstoffe – Die geheimen Deals der Rohstoffhändler – Manipulation und Ausbeutung incl.

Es geht um viel Geld, um Milliarden Steuergelder! Haben wirtschaftliche Interessen im Ministerium höchste Priorität?

Screenshot https://www.giz.de/projektdaten/index.action#?region=&countries=

Die Bundesregierung hatte im März 2015 die höchste Steigerung und den höchsten Entwicklungshilfe-Etat in der Geschichte der Bundesrepublik beschlossen. So sollte das Budget für die Entwicklungszusammenarbeit 2016 um 13,2 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro steigen. Bis 2019 sollen für die Entwicklungshilfe insgesamt mehr als 8,3 Milliarden Euro zusätzlich frei gemacht werden. Für die Unterstützung in armen Ländern stehen ca.1,3 Milliarden Euro zur Verfügung.

Mittel, die den Ärmsten zu Gute kommen sollen. Doch das stimmt nicht so ganz. Denn ein Teil der Entwicklungshilfe fließt direkt in die deutsche Wirtschaft.

Neue Agentur für Wirtschaft und Entwicklung

Am 26. April 2016 eröffnete das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die neue Agentur für Wirtschaft und EntwicklungEntwicklungsminister Gerd Müller (CSU) forderte die Unternehmen in Deutschland aus diesem Anlass auf, sich noch stärker als bisher für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt in Entwicklungs- und Schwellenländern zu engagieren. Im Auftrag des BMZ fördert die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) private unternehmerische Initiativen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Dazu stellt sie sowohl Unternehmen aus Deutschland als auch aus Entwicklungsländern langfristig Kapital zur Verfügung, so die Pressemitteilung.

Die Agentur für Wirtschaft & Entwicklung ist eine Einrichtung des BMZ und soll die Schnittstelle der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit der Wirtschaft bilden. Ziel ist es, die Aktivitäten und Engagements, insbesondere der kleinen und mittelständischen Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern, durch Beratungsangebote zu unterstützen. Die Beratung ist kostenlos. Die Agentur des BMZ wird von den Unternehmen DEG (KfW Gruppe) und GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) getragen.

Es geht um viel Geld, um Milliarden Steuergelder!

Pressemitteilung vom 21. 04. 2016 / KfW, DEG

  • KfW stellt 4,3 Mrd. EUR für Klima- und Umweltschutz (60 %) bereit
  • Rund 1 Mrd. EUR zur Unterstützung für die Krisenregion Nordafrika/Nahost
  • 2015 654 Mio. EUR direkte Flüchtlingshilfe
  • DEG sagte 1,1 Mrd. EUR für private Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu

Wer profitiert von diesen Milliarden Euro?

„Entwicklungs- und Schwellenländer haben große Potenziale. Allein in Afrika ist die Wirtschaftsleistung seit der Jahrtausendwende um das Dreifache gestiegen. Weltweit entstehen neue, attraktive Märkte und die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen wächst. Für Unternehmen ist das die Gelegenheit, sich schon jetzt in den Märkten von morgen zu positionieren,“ so präsentiert sich die neue Agentur für Wirtschaft und Entwicklung. Verantwortlich für das neue „Unternehmen“: Entwicklungsminister Gerd Müller. Doch sieht so Hilfe für die Entwicklungsländer aus, oder doch eher Türöffner für Konzerne wie Nestlé, Monsanto, Bayer oder BASF? 

Der Präsident der Bundesverbandes der Deutschen Industrie, BDI, Ulrich Grillo, betonte in seiner Grußadresse der neuen Agentur für Wirtschaft und Entwicklung: „Die deutsche Industrie bezieht ihre Stärke aus der Einbindung in internationale Märkte und Wertschöpfungsketten. Wir sind ein starker Partner in der Entwicklungszusammenarbeit und freuen uns auf den Austausch mit der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung.“

Mittlerweile ist Ulrich Grillo im Aufsichtsrat von Rheinmetall, wo bereits Ex- Entwicklungsminister Dirk Niebel im Vorstand sitzt. Mit seinem „fliegenden Teppich“ hat er im Namen der Entwicklungshilfe den Lobbyisten die Tür geöffnet und wollte sogar die Arbeit einer Menschenrechtsorganisation blockieren. Nun greift er im wahrsten Sinne des Wortes selber zu den Waffen. Er ist der oberste Lobbyist des Düsseldorfer Rüstungskonzerns Rheinmetall. Je mehr Krisen und Kriege es auf der Welt gibt, desto mehr profitiert Rheinmetall. Siehe: Rheinmetall nutzt türkischen Rüstungskonzern für Mega-Geschäft mit Katar – Rüstungsmesse in Istanbul mit 43 deutschen Rüstungsfirmen – Rüstungsdeals Ukraine, Saudi Arabien, Russland mit Erdogan  und Viele arme Länder mit Rohstoffen versinken im Krieg und genau dorthin werden Rüstungsgüter verkauft!

Haben wirtschaftliche Interessen im Ministerium höchste Priorität? Die Frage ist berechtigt und kann mit JA beantwortet werden, denn eigentlich bejaht das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) diese Frage selbsterklärend:

Nicht nur die neue Agentur für Wirtschaft und Entwicklung unterstützt im Auftrag des BMZ die Firmen unter anderem als Berater, „Türöffner“, Ko-Finanzier und Projektmanager, sondern auch die GIZ. Dieses Konzept trifft auf hohes Interesse in der Privatwirtschaft  Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat 2011, im ersten Jahr ihres Bestehens, einen Gesamtumsatz von rund zwei Milliarden Euro verbuchen können.

Internationale Partnerschaften

Die Globalisierung verändert die internationale Zusammenarbeit. Neue Akteure und neue Kooperationsformen entstehen, aufstrebende Länder wie China, Indien, Brasilien oder Südkorea unterstützen die internationale Zusammenarbeit und der weltweite Wissensaustausch der Institutionen untereinander nimmt ständig zu. Politische Allianzen wie die der G7/G8- oder G20-Staaten beeinflussen zunehmend die internationale Zusammenarbeit und neben bilateralen und multilateralen Organisationen werden internationale Stiftungen und zivilgesellschaftliche Gruppen immer aktiver, so die GIZ .

Mitglieder des Wirtschaftsbeirats der GIZ

  • Renate Hornung-Draus, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
  • Birgit Klesper, Deutsche Telekom AG
  • Herrn Dr. Stefan Kreher, Volkswagen AG
  • Matthias Kühn, Carl-Duisberg-Gesellschaft e.V.
  • Dr. Michael Rabbow, Boehringer Ingelheim (Vorsitzender)
  • Heiko Schwiderowski, Deutscher Industrie- und Handelskammertag
  • Jörg Thiele, Verband Beratender Ingenieure
  • Jochen Voss, Carl-Duisberg-Gesellschaft e.V.
  • Matthias Wachter, Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.
  • Dr. Peter Weiss, Zentralverband des Deutschen Handwerks

Türkei, Das Ende der Pressefreiheit und  die EU zahlte Türkei über 400 Mio. Euro für Justiz und innere Angelegenheit. So führte die Türkei im Jahr 2009 mit rund 550 Millionen Euro die Rangfolge der Hilfsempfänger an. Die Türkei bekam für 2016 noch einmal von 36 auf 50 Millionen Euro Entwicklungshilfe und Geld für die Eingliederung in die EU, ebenfalls in Milliarden-Höhe.

Die GIZ investiert 61 024 417 Euro in 15 Entwicklungsprojekte in der Türkei. Darunter 7 558 813  Euro für IPA-Erhöhung der Anpassungsfähigkeit der Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Tourismusbranche und etwa 11 Millionen Euro für Studien- und Fachkräftefonds Türkei. Mehr Infos hier.  Mehr Informationen:  Während Millionen Menschen hungern – Entwicklungshilfeprojekte in Ländern wie: Saudi Arabien, Katar, USA, China, Türkei, Indien, Belgien, Mali…Wirtschaftliche Interessen statt Hilfe!

„Die Weltlandwirtschaft könnte problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren. Das bedeutet, dass ein Kind, das heute an Hunger stirbt, ermordet wird.“ Jean Ziegler

Wir ergänzen: Doch dann würden ja die Konzerne nicht mehr auf unsere Kosten Profit machen

© Netzfrau Doro Schreier

Die Welt will von ‪‎Afrika‬ vor allem Rohstoffe – „Neue koloniale Invasion“ – British companies are at the forefront of a new “scramble for Africa” – New colonial invasion

Entwicklungshilfe als Mogelpackung sorgt für Hunger in Afrika – In Afrikas Kühlregalen stehen europäische Milchprodukte zu Billigpreisen

Grausam! Geschäfte mit Despoten – incl. Rüstungsgüter und Entwicklungshilfe! Polizeigewalt und Folter in Ägypten !

Die unselige Allianz- Bono, Bill Gates, Warren Buffett, Monsanto und Entwicklungshilfe Deutschland! – U2’s Bono partners with Monsanto to destroy African agriculture with GMOs

Deutsche Entwicklungsgelder für afrikanische Großwildjagdfarm – Das blutige Vergnügen der Großwildjäger mit Hilfe von Entwicklungshilfe und WWF? KAZA TFCA – Human-animal conflict worsens

Viele arme Länder mit Rohstoffen versinken im Krieg und genau dorthin werden Rüstungsgüter verkauft!

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. was für eine Verhöhnung, die Allianz für water stewardship,
    diese Konzerne sind es doch, die den menschen weltweit das Wasser abgraben und die Nahrung klauen.

    Es braucht nur:
    In jedem Brunnen einen freien Brunnen,
    ein paar Nutztiere und ein Stückchen Land zum Anbau von
    Nahrung für die Menschen und Futter für die Tiere –
    SEKEM
    UBUNTU

    All die Vampire aus Regierungen, Landraub, Lebensgrundlagenvernichtung
    (Kartoffeln gegen Kartoffelchips)
    die Welt ist entartet,
    das liebende Herz in einem Panzer aus Dollars und Waffen verschwunden.

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